1. Mai in Nürnberg

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

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Diese, wie immer äußerst unvollständige, Darstellung beginnt 1971, wo es in Nürnberg ein offenbar betrieblich breit verankertes Maikomitee gab, welches sich auch auf gewerkschaftliche Beschlüsse stützen konnte (vgl. 22.3.1971).

Ein Jahr später sind dann bereits die KPD bzw. ihre LgdI gemeinsam mit den Roten Zellen in Nürnberg auch zum 1.Mai aktiv (vgl. Apr. 1972, 13.4.1972, 19.4.1972, 27.4.1972, Mai 1972), wobei sie allerdings regional Verstärkung zu erhalten scheinen. Für die Marxistische Gruppe dagegen besiegelt die Abstinenz vom 1. Mai offenbar die beginnende Spaltung. Die Gruppe Arbeiterstimme scheint initiativ an der Bildung des Maiausschuß 1972 beteiligt gewesen zu sein (vgl. 1.5.1972), hält sich vermutlich auch 1973 nicht von den Maivorbereitungen fern (vgl. Jan. 1973), wobei die KPD sich 1973 nicht nur regional (vgl. 30.4.1973) sondern auch landesweit Verstärkung holt (vgl. 1.5.1973), ohne dass dies zahlenmäßig vermutlich besonders beeindruckend gewesen wäre, eventuell aber versammelte die KPD mehr Leute als die KPD/ML. Erstmals sind 1973 offenbar die ABG in Nürnberg zum 1. Mai aktiv.

Im Jahr 1974 bereitet nicht nur die KPD/ML bereits langfristig den 1. Mai vor (vgl. 6.4.1974, 13.4.1974, 20.4.1974, 27.4.1974), auch vom offenbar mit der griechischen PAM auch in Nürnberg befreundeten Arbeiterbund kann hier nun ein örtlicher Maiaufruf vorgestellt werden (vgl. 29.4.1974). Während die KPD/ML zu stagnieren scheint, hat die KPD kräftig zugelegt, was allerdings auch an einem größeren Einzugsbereich für die Mobilisierung gelegen haben könnte (vgl. 22.4.1974). Im folgenden Jahr versucht sich die KPD gar an einem Maikomitee sowie an der Aktionseinheit mit der KPD/ML (vgl. 28.4.1975, 30.4.1975, 1.5.1975).

1976 ergänzen nun, neben dem illustren BSA (vgl. 23.4.1976), auch der KB, dessen Gruppe Nürnberger Kommunisten sich aus ehemaligen KPD- und KPD/ML-Anhängern rekrutierte, und auch der KBW das Spektrum der am Nürnberger 1. Mai auftretenden linken Gruppen, wobei die Doppelung der Gruppen Arbeiterstimme für die meiste Verwirrung gesorgt haben mag.

Bis zum 1. Mai 1977 aber sind die Gruppen Arbeiterstimme wieder klar unterscheidbar, auch wenn der Diskussionsbedarf gering erscheint (vgl. 27.4.1977) so ist die Demonstration doch – auch wenn die Zahlenangaben stark differieren – vermutlich nicht ganz schlecht besucht und für das Ausländer-Komitee stellt die Maivorbereitung offenbar den Gründungsanlaß dar (vgl. 1.5.1977).

Ausländische Gruppen gewinnen offenbar auch in den folgenden Jahren an Gewicht innerhalb der Maiaktionen (vgl. 1.5.1978, 1.5.1979, 1.5.1981), die deutschen linken Organisationen werden zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung zunehmend ergänzt um Basisinitiativen (vgl. 1.5.1980).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

22.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
Die IGM-VERTRETERVERSAMMLUNG NÜRNBERG hat sich auch gegen die Absicht des DGB-Kreisausschusses, den 1.Mai im Saal zu feiern, ausgesprochen. Sie erklärte, eine Maikundgebung im Saal entspräche nicht den Traditionen der Arbeiterbewegung. An diesem Tag sollte demonstrativ in der Öffentlichkeit aufgetreten werden. Der 1. Mai muß ein Kampftag sein!"
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 25, Bochum 31.3.1971, S. 6

01.05.1971:
In Nürnberg folgen, laut SALZ Hamburg, über 1 000 dem Aufruf von 60 Betriebsräten und Vertrauensleuten zur Demonstration. Das SALZ Bremerhaven berichtet:"
Zahlreiche Spruchbänder und rote Fahnen unterstrichen den kämpferischen Charakter dieses Tages."

Die KPD/ML-ZK tritt in Nürnberg, nach eigenen Angaben, erstmals auf, indem sie eine Maiveranstaltung organisiert.

Die Gruppe Arbeiterpolitik Nürnberg (vgl. 30.5.1971) berichtet, dass der DGB im Saal gefeiert habe. In einem unabhängigen Maikomitee hätten IGM-Jugend, DGB-Jugend, HBV-Jugend, SDAJ und DKP, die Gruppe Arbeiterpolitik, Spanier und Studenten mitgearbeitet. Drei Flugblätter seien mit einer Auflage von 30 000 verteilt worden. An der DKP-Demonstration hätten sich dann 300, an der des Maikomitees (MK) 700 beteiligt. Erwähnt wird auch ein Maikomitee bei AEG-Kanis.

Die Gruppe Arbeiterstimme (Arsti - vgl. 3.12.1973) berichtet später, dass das Maikomitee auf Initiative des Montagskreises der späteren Marxistischen Gruppe (MG) Erlangen / Nürnberg (vgl. Juni 1971) gegründet worden sei.

Der Montagskreis sei aus der Studenten und Lehrlingsbewegung hervorgegangen. Die Studenten hätten die gewerkschaftliche Jugendarbeit, vor allem in der IGM, unterstützt und besonders Jugendbildungsarbeit betrieben, woraus sich der Montagskreis entwickelt habe, der u.a. im IGM OV tätig war und bei der Kaiser MF (National Machinery Co.) die Jugendvertretung dominierte und einen betrieblichen Lehrlingsarbeitskreis unterhielt. Arbeitskreise habe es auch bei Bosch und Siemens gegeben.
Q: Arbeiterstimme Nr. 1 und 5, Nürnberg 30.5.1971 bzw. 3.12.1973; Roter Morgen Nr. 11, Hamburg 5.6.1972;Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 7, Hamburg 26.5.1971;Arbeiterstimme Nr. 9, Bremerhaven Mai 1971, S. 5

06.05.1971:
Der AStA der FAU Erlangen-Nürnberg gibt seine 'Faust-Informationen' Nr.7/8 (vgl. 20.11.1970, 24.5.1971) heraus. Ein Artikel äußert sich "Zum 1. Mai. Kampftag der Arbeiter".
Q: Faust-Informationen Nr. 7/8, Erlangen 6.5.1971, S. 8f

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April 1972:
Die LgdI der KPD berichtet vermutlich aus dem April aus Erlangen/Nürnberg (vgl. 27.4.1972):"
Vorbereitung und Durchführung der Mai-Aktivitäten waren eine große Bewährungsprobe für das Antiimperialistische Komitee Erlangen (AKE) (AIK,d.Vf.).

Dem Aufruf der LIGA folgend, rief das AKE ein Mai-Aktiv ins Leben, das in seiner Arbeit durch weitere Aktivs der Roten Zellen in Erlangen und Nürnberg unterstützt wurde. In den Aktionssitzungen, zu denen mehr als 25 Schüler, Studenten, Lehrer und eine Hausfrau kamen, wurden sehr eingehend der Aufruf der LIGA und die zentralen Parolen diskutiert. Ein Hauptthema der Aktiv-Sitzungen waren die Ostverträge, deren wahre Bedeutung deshalb genau diskutiert wurde, weil auch in Nürnberg der 1.Mai von der SPD zur Propagierung ihrer 'Friedenspolitik' mißbraucht werden sollte und weil die DKP sich mit ihrem Gerede von den 'arbeiterfreundlichen' Ostverträgen opportunistisch an die SPD-Politik anhängte."
Q: Internationale Solidarität Nr. 4, Berlin Mai 1972, S. 3

13.04.1972:
Innerhalb der LgdI der KPD erscheint der Rundbrief des Zentralvorstandes Nr.9, der auf die Gründung des Landesverbandes Bayern vorbereitet (vgl. 15.4.1972) und zur Maikampagne bekanntgibt, daß in Bayern in München eine eigene Maidemonstration vom Zentralverband der Roten Zellen (ZVROZ) München, den Roten Zellen an der Uni Erlangen und fortschrittlichen Studenten und Schülern aus Nürnberg geplant sei.
Q: LgdI-ZV: Rundbrief Nr. 9, o.O. 13.4.1972

19.04.1972:
Die KPD berichtet heute:"
KOMMUNISTISCHER STUDENTENVERBAND (KSV) - KOMMUNISTISCHE STUDENTEN IM KAMPF FÜR DEN 1.MAI

Die mit dem KSV sympathisierenden Organisationen an der Uni München und der Uni Erlangen/Nürnberg, der Zentralverband der Roten Zellen (ZVROZ,d.Vf.) München und die Roten Zellen an der Erlanger Uni, werden sich in die Demonstrationen der Liga gegen den Imperialismus (LgdI,d.Vf.) in München und Nürnberg einreihen, um am 1.Mai gemeinsam mit allen antiimperialistischen Menschen den Kampf der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus und für den Sieg der Völker Indochinas zu demonstrieren.

GEGEN REFORMISMUS UND REVISIONISMUS - FÜR DIE REVOLUTIONÄRE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE - KPD!
FÜR DAS FESTE BÜNDNIS DER ARBEITERKLASSE MIT ALLEN UNTERDRÜCKTEN SCHICHTEN DES VOLKES IM KAMPF FÜR DIE SOZIALISTISCHE REVOLUTION!
VORWÄRTS BEIM NATIONALEN AUFBAU DES KSV!
VORWÄRTS ZUM 1.MAI!"
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19.4.1972, S. 5

27.04.1972:
Zu einer Maiveranstaltung in der Uni Nürnberg rief u.a. der Landesverband Bayern der LgdI der KPD mit einem Flugblatt "1.Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse" auf. Die KPD berichtet, daß an den Maiveranstaltungen in Nürnberg und Hof 200 Personen teilgenommen haben.

Die LgdI berichtet aus Erlangen/Nürnberg (vgl. Apr. 1972, 1.5.1972):"
Am 27.April wurde … in Nürnberg die Großveranstaltung zum 1.Mai durchgeführt, an der ca. 100 antiimperialistische Freunde aus Erlangen und Nürnberg teilnahmen. In den Referaten und Berichten der Mai-Aktivs wurde die Bedeutung des 1. Mai als Kampftag der Arbeiterklasse, als Tag der internationalen Solidarität der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten mit dem nationalen Befreiungskampf der unterdrückten Völker, besonders mit dem Volk von Vietnam, betont."

Die KPD (vgl. 3.5.1972) berichtet:"
In Hof und Nürnberg sind Maiveranstaltungen abgehalten worden, an denen zweihundert Arbeiter, Schüler und Studenten teilnahmen."
Q: Internationale Solidarität Nr. 4, Berlin Mai 1972, S. 3; LgdI-LV Bayern: 1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, o.O. o.J. (1972);Rote Fahne Nr. 42, Dortmund 3.5.1972, S. 3

27.04.1972:
Die Gruppe Arbeiterstimme (ARSTI - vgl. 8.5.1972) berichtet, dass heute vor Triumph Nürnberg Flugblätter zum Mißtrauensvotum von DKP und SPD sowie Maiflugblätter der KPD/ML-ZK und des Maiausschusses von Arsti und DKP verteilt wurden.
Q: Arbeiterstimme Nr. 2, Nürnberg 8.5.1972

Mai 1972:
Bei Philips Aachen gibt die Betriebszelle der KPD vermutlich im Mai ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' Nr. 2 (vgl. Apr. 1972, 6.6.1972) heraus. Berichtet wird vom 1. Mai u.a. aus Nürnberg.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr. 2, Aachen o. J. 1972

Mai 1972:
Die OSK des KSV der KPD gibt die Nr.4 ihrer 'Kommunistischen Schülerpresse' (KSP - vgl. Apr. 1972, 19.6.1972) heraus. Berichtet wird vom 1. Mai über Schüler aus Hof, die zusammen mit einigen Bamberger Schülern in einem Bus nach Nürnberg zur Demonstration fuhren.
Q: Kommunistische Schülerpresse Nr. 4, Berlin Mai 1972, S. 9

01.05.1972:
In Nürnberg führt der DGB, laut KB, eine Veranstaltung durch.

Die KPD/ML-ZK dagegen bildet, nach eigenen Angaben, eine Aktionseinheit mit spanischen und türkischen Gruppen, die eine Demonstration durch Gostenhof durchführt, welche von 150 auf 400 Personen anwächst.

Laut Arsti (vgl. 8.5.1972) ging die Demonstration der KPD/ML am Kornmarkt los. Der Marsch des Maiausschusses Nürnberger Gewerkschafter dagegen sei mit 1 000 Personen vom Hauptmarkt zur Messehalle gezogen, wo dann 5 000 beim DGB teilnahmen. Nachdem sowohl DGB-KV als auch IGM-Verwaltungsstelle nichts unternommen hätten zur Maivorbereitung, habe die DKP 100 Unterschriften von Einzelpersonen, aber nicht von Organisationen, unter einen Aufruf gesammelt. Die Arbeiterstimme aber habe eine Initiative zum Zusammenschluss von Organisationen gestartet. Schliesslich hätte sich ein gemeinsamer Maiausschuss aus den beiden Ansätzen gebildet, der ein allgemeines Mai-Flugblatt in Auflage von 20 000 Stück, u.a. im IGM-Bereich bei Triumph (vgl. 27.4.1972) und ein Lehrlingsflugblatt (6 000 Stück) verteilte. Beteiligt gewesen seien auch die Sozialistische Hochschulgruppe (SHG), Sozialistische Schüler und HBV-Mitglieder.

Später (vgl. 3.12.1973) berichtet die Arsti von der Marxistischen Gruppe (MG) Erlangen/Nürnberg (vgl. Okt. 1971, Aug. 1972), dass diese sich nicht am 1.Mai 1972 beteiligt habe. In den Auseinandersetzungen darüber habe sich eine Arbeiterrunde gebildet.

Die KPD (vgl. 3.5.1972) berichtet über ihre um 10 Uhr 30 auf dem Petersplatz beginnen sollende Demonstration:"
NÜRNBERG, ERLANGEN, HOF

Aus den drei Städten hatten sich am 1.Mai über 100 Freunde und Sympathisanten der Liga und der KPD zu einer Demonstration zusammengefunden. Ihr Zug führte ausschließlich durch Wohnviertel der Stadt; er mied die Geschäftsviertel und endete auf dem Melanchthon-Platz, wo eine Kundgebung abgehalten wurde."

Am 19.4. wurde noch eine eigene Demonstration in Hof zu unbekannter Uhrzeit und nicht festgelegtem Ort angekündigt und über die geplante Teilnahme der Roten Zellen Erlangen des KSV an der Nürnberger Demonstration berichtet.

Am 17.5.1972 berichtet die KPD:"
Die Demonstrationen in Nürnberg und München, die KSV und LIGA gegen den Imperialismus organisierten, und an denen 150 bzw. 220 Mitglieder und Sympathisanten dieser Organisationen teilnahmen, zeigen, daß sie auch dort, wo die Partei selbst nicht arbeitet und sie selbst erst die ersten organisatorischen Schritte im Zuge ihres nationalen Aufbaus unternimmt, erfolgreich eine selbständige Massenarbeit durchzuführen im Stande sind."

Die LgdI Bayern mobilisierte für die Demonstration in Nürnberg ab Peterskirche. Laut Arsti beteiligen sich 120 an dieser Demonstration der Roten Zellen.

Für die LgdI der KPD berichtet das Antiimperialistische Komitee (AIK) Erlangen aus Erlangen/Nürnberg (vgl. 27.4.1972):"
Der Höhepunkt der Mai-Aktivitäten, unsere Demonstration in Nürnberg am 1. Mai, wurde schließlich zu einem großen Erfolg des jungen Erlanger Komitees. Während die Demonstration mit etwa 170 Teilnehmern durch Nürnberger Arbeiterviertel zog, wurde in kurzer Zeit der gesamte Vorrat an Flugblättern verteilt. Wie schon auf den Meetings in den Wochen zuvor, wurden viele Gespräche mit den Passanten geführt, die sich sehr für die Arbeit der LIGA interessierten.

Die Demonstration wurde auf einer Schlußkundgebung, wo auch ein Genosse der KPD sprach, mit der Internationale abgeschlossen. Direkt nach der Kundgebung meldete sich eine Anzahl von Sympathisanten, darunter mehrere Werktätige, die bei der weiteren Arbeit des Komitees für den Aufbau der LIGA mithelfen wollen. Allein durch die Arbeit des Aktivs konnten 40 neue Freunde an unsere Arbeit herangeführt werden, in mehreren nordbayrischen Städten wurden erste Voraussetzungen für den Aufbau antiimperialistischer Komitees geschaffen und als konkrete Folge der Arbeit in Nürnberg kann bald das zweite antiimperialistische Komitee mit mehr als 20 Mitgliedern mit seiner Arbeit beginnen."
Q: Arbeiterstimme Nr. 2 und 5, Nürnberg 8.5.1972 bzw. 3.12.1973; Internationale Solidarität Nr. 4, Berlin Mai 1972, S. 3f;Rote Fahne Nr. 41, 42 und 43, Dortmund 19.4.1972, 3.5.1972 bzw. 17.5.1972, S. 1, S. 3 und 5 bzw. S. 3;LgdI-LV Bayern: 1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, o.O. o.J. (1972);Roter Morgen Nr. 11, Hamburg 5.6.1972;Arbeiterkampf Nr. 19, Hamburg Juni 1972, S. 9

Januar 1973:
Die Gruppe Arbeiterstimme (vgl. 8.5.1973) berichtet aus Nürnberg, dass die DKP im Januar mit einer Unterschriftensammlung (Initiative der 107) die Initiative für das Maikomitee Nürnberger Gewerkschafter ergriffen habe und in der Folge gegen die Beteiligung von KPD und KPD/ML eingetreten sei.
Q: Arbeiterstimme Nr. 2, Nürnberg 8.5.1973

30.04.1973:
Die KPD berichtet:"
VERANSTALTUNG IN NÜRNBERG AM 30.4.1973

Auch auf der Nürnberger Maiveranstaltung der Sympathisantengruppe der KPD in Anwesenheit eines Vertreters des ZK der KPD herrschte kämpferische Stimmung.

Die Beiträge des Maikomitees oppositioneller Gewerkschafter, des KSV und KOV, der LIGA (LgdI,d.Vf.), sowie der Genossen aus Hof und der Sympathisantenorganisation bestätigten die Erfolge der revolutionären Arbeit unter der Bevölkerung und die Notwendigkeit, gegen die panische Verketzerung aller revolutionären Kräfte, voran der KPD, ihrer Massenorganisationen und der LIGA sowie des Nationalen Vietnamkomitees (NVK,d.Vf.) mit verdoppelten Kräften die Massen zu agitieren und zu organisieren. Wie in München (vgl. 29.4.1973,d.Vf.) diskutierten die Genossen vor allem die Taktik der Kampfformen, durch die die Kraft der Massen am besten Kampfziele durchsetzt. Mit einer Sammlung von 165 DM für die Vietnamhilfe und einer einstimmigen Solidaritätsbekundung für Uli Kranzusch wurde die Veranstaltung beschlossen."
Q: Rote Fahne Nr. 18, Dortmund 2.5.1973, S. 8

01.05.1973:
Die KPD berichtet von ihrer landesweiten Maidemonstration in Nürnberg um 14 Uhr ab Veit Stoß Platz:"
Trotz massiver Einschüchterungsversuche durch ein riesiges Polizeiaufgebot, Fahrzeugkontrollen, zeitweiliger Verhaftung eines Augsburger Rechtsanwaltes - ein Weihnachtsständer in seinem Fahrzeug wurde als 'offensives Tatwerkzeug' gewertet -, zog ein mit revolutionären Losungen und Parolen geschmückter Demonstrationszug durch Nürnberger Arbeiterviertel.

Nach der Abschlußkundgebung im Geist des Proletarischen Internationalismus - bekräftigt durch Beiträge eines EKKE- (Griechenland,d.Vf.) und eines spanischen Genossen - trafen sich die Kundgebungsteilnehmer auf einer revolutionären Maifeier."
Q: Rote Fahne Nr. 17 und 18, Dortmund 25.4.1973 bzw. 2.5.1973, S. 1 bzw. S. 8; Schulkampf Sdr.druck, Berlin Apr. 1973

01.05.1973:
Die ABG führen, laut KB Bremen, in Nürnberg eine eigene Veranstaltung durch und beteiligen sich an den gewerkschaftlichen Aktionen. Das meinen auch die ABG.

Die KPD/ML-ZK führt eine eigene Maidemonstration mit nach eigenen Angaben ca. 100 Personen durch.

Die Gruppe Arbeiterstimme (vgl. 8.5.1973) berichtet aus Nürnberg, dass sie für eine gemeinsame Demonstration aller Linken eingetreten sei, an der sich dann 1 000 beteiligten. Die KPD/ML sei aus dem Maikomitee (MK - vgl. Jan. 1973) herausgeworfen worden und habe allein mit 67 Leuten demonstriert.

Der DGB habe eine Veranstaltung in der Meistersingerhalle (2 500 Plätze) durchgeführt. Die Gewerkschaftsjugendgruppen seien fast alle eingegangen und alles schwinde, nur die Jusos der SPD seinen aktiver geworden.
Q: Arbeiterstimme Nr. 2, Nürnberg 8.5.1973; Roter Morgen Nr. 15 und Extra Trotz Verbot der 1. Mai bleibt rot, Dortmund 21.4.1973 bzw. Mai 1973;Wahrheit Nr. 5/6, Bremen 1973, S. 9;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 34, München Apr. 1973

06.04.1974:
Heute möchte die KPD/ML in Nürnberg im Jugendzentrum KOMM ihre Ausstellung zur Geschichte des 1. Mai eröffnen (vgl. 13.4.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 30.3.1974

13.04.1974:
Heute möchte die KPD/ML in Nürnberg im Jugendzentrum KOMM ihre Ausstellung zur Geschichte des 1. Mai fortführen (vgl. 6.4.1974, 20.4.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 30.3.1974

20.04.1974:
Heute möchte die KPD/ML in Nürnberg im Jugendzentrum KOMM ihre Ausstellung zur Geschichte des 1. Mai fortführen (vgl. 13.4.1974, 27.4.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 30.3.1974

22.04.1974:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Bayern ein Flugblatt des KSV der KPD: "Am 1. Mai: Studenten unter roten Fahnen" mit dem Aufruf der ZL des KSV zum 1. Mai 1974 und Veranstaltungshinweisen für München (vgl. 29.4.1974, 30.4.1974) und Nürnberg (vgl. 30.4.1974) sowie Aufrufen zum oppositionellen Block beim DGB München und zur Demonstration der KPD in Nürnberg.
Q: KSV: Am 1. Mai: Studenten unter roten Fahnen, o O. o. J. (1974)

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27.04.1974:
Heute möchte die KPD/ML in Nürnberg im Jugendzentrum KOMM ihre Ausstellung zur Geschichte des 1. Mai beenden (vgl. 20.4.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 30.3.1974

29.04.1974:
In Nürnberg gibt der AB die Nr. 1 seines 'Metallarbeiter' (vgl. 3.9.1973) - Zeitung für die Nürnberger Metallarbeiter auf Mai datiert aber wohl spätestens heute oder morgen mit einem Maiaufruf als Leitartikel heraus:"
SICHERE ARBEITSPLÄTZE! SOZIALISMUS!

Seit am 1.Mai 1886 fast eine Million Arbeiter in Chicago für den 8-Stunden-Tag demonstrierten, ist der 1.Mai Kampftag der Arbeiterklasse auf der ganzen Welt. Auch heute wieder, wo sich das Kapital in eine Krise hineinmanövriert hat, und unsere Arbeitsplätze bedroht, gilt es, den 1.Mai zu unserem Kampftag zu machen.

Während auf der einen Seite der Umsatz von Siemens, AEG und Bosch trotz der Krise ständig steigt, sollen wir bei diesem Lohnabschluß von lumpigen 11% (in der MTR - vgl. S1.*.1974,d.Vf.), die kaum mit der Inflationsrate mithalten können, immer schneller arbeiten. Und dabei arbeiten wir unserer eigenen Kündigung um so mehr entgegen, je mehr wir draufhauen.

Wenn zum Beispiel wie bei Bosch sich ankündigt, drei Kollegen bald die Arbeit von vier machen sollen, steht einer auf der Straße. Während die Angestellten bei AEG die Arbeit der 150 - 200 Kollegen, die 'abgebaut' werden sollen, übernehmen, überlegen sich die Konzernherren schon, wen sie als nächstes abbauen.

Die Besitzer von Bosch, Siemens und AEG wollen immer höhere Umsätze. Dazu lassen sie Überstunden schieben, stellen das letzte Band bei AEG auf Schicht um, dazu sitzt bei Bosch der Stopper den Kollegen im Nacken.

Doch wir können bei dem niedrigen Lohn, den ihr uns zahlt, eure Preise nicht mehr zahlen. So stockt nun der Absatz. Um den Profit zu halten, werden Arbeitsplätze wegrationalisiert, werden Stückzahlen erhöht. Doch je ruhiger wir uns demgegenüber verhalten, desto frecher werden die Herren. Wer heute noch einer Entlassung seines Kollegen ruhig und unbeteiligt gegenübersteht, kann morgen schon der nächste sein. Fordern wir deshalb:

KEINE KÜNDIGUNGEN MEHR!
RUNTER MIT DER BANDGESCHWINDIGKEIT!
SCHLUSS MIT DER AKKORDHETZE!

Und die aktiven Gewerkschaften unter euch (müssen,d.Vf.) alles dransetzen, daß in der IGM endlich der Siebenstundentag wieder zum Kampfziel wird.

Nicht im Zeichen des 'Sozialen Fortschritts und der Menschlichkeit' - wie es uns unsere rechten Gewerkschaftsführer weismachen wollen - standen die 25 Jahre DGB, sondern im Zeichen immer größerer Arbeitshetze und Ausbeutung. Machen wir den 1.Mai zum Kampftag für unsere Forderungen.

Wir können die Gewerkschaftsführer zwingen, mit uns unsere Forderungen durchzusetzen. Das beweisen die Demonstrationen und die Kundgebung, die der DGB heuer wieder durchführen muß, dank der aktiven Arbeit der Kollegen, die auch in den letzten Jahren auf eine Demonstration nicht verzichten wollten, obwohl sie der DGB nicht unterstützte."

Es folgt ein Aufruf zu den Nürnberger Maiaktionen des DGB und des AB, der auf der letzten Seite noch einmal wiederholt wird, u.a. auch auf Griechisch durch die Patriotische Antidiktatorische Einheitsfront (PAM).
Q: Metallarbeiter Nr. 1, Nürnberg Mai 1974, S. 1f und 8

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30.04.1974:
In Nürnberg führt die KPD ihre Maiveranstaltung durch, an der auch Genossen aus Kempten in Schwaben teilnehmen. Stattfinden sollte sie um 19 Uhr im Gasthof Schlachthof in der Schlachthofstraße.
Q: KSV: Am 1. Mai: Studenten unter roten Fahnen, o O. o. J. (1974), S. 2; Rote Fahne Nr. 18, Dortmund 2.5.1974

30.04.1974:
Die Gruppe Arbeiterstimme (vgl. 18.5.1974) berichtet, dass heute vor der Trafounion im Rahmen der Maivorbereitung fünf verschiedene Flugblätter verteilt werden, u.a. außer durch sie selbst auch durch die KPD/ML.
Q: Arbeiterstimme Nr.2,Nürnberg 18.5.1974

01.05.1974:
In Nürnberg besuchen, laut RJVD des KABD, 5 000 die DGB Kundgebung.

Der AB rief, u.a. im IGM-Bereich (vgl. 29.4.1974), auf zur "DGB-Demonstration Abmarsch 9 Uhr 15 Maffeiplatz, Stresemannplatz, Feuerwache DGB-Kundgebung Kornmarkt 10 Uhr 15".

Der AB führt zusammen mit der griechischen Patriotischen Antidiktatorischen Einheitsfront (PAM) auch eine Maiveranstaltung durch, zu der für 18 Uhr in die Gaststätte 'Zum Kettensteg', Maxplatz 35, eingeladen wurde zu:"
- Musik
- Kurze Begrüßung
- Lichtbilder und Skecthe Thema: 25 Jahre DGB
- Rede
- Diskussion
- Musik und Tanz".

Die KPD/ML zählt auf ihrer Maidemonstration rund 60 Personen, u.a. Türken, von der FRAP Spanien, der Deutsch-Spanischen freundschaftsgesellschaft und spanische Kinder.

Die KPD führt eine regionale Maidemonstration ab Veit Stoß Anlage durch die Südstadt mit, nach eigenen Angaben, 600 Personen, u.a. ausländischen Arbeitern durch, ein Fest besuchen ca. 300. Aufgerufen wurde auch durch den KSV (vgl. 22.4.1974).

An der DGB-Demonstration beteiligen sich vermutlich nur die örtlichen Kräfte der KPD als oppositioneller Block von 150 Personen.

Die Gruppe Arbeiterstimme (vgl. 18.5.1974) berichtet, dass sich 4 000 auf dem Kornmarkt an der DGB-Kundgebung beteiligen, zu der Demonstrationszüge ab Maffeiplatz, Stresemannplatz bzw. von der Feuerwache West aus hinführten. Neben DGB KV und DGB KJA sind auch DKP, SPD, die Arbeiterstimme, die 16 000 Flugblätter vor Großbetrieben verteilte, die Marxistische Gruppe (MG) und Ausländergruppen vertreten. Die KPD bildet einen antirevisionistischen Block.
Q: Arbeiterstimme Nr. 2, Nürnberg 18.5.1974; KSV: Am 1. Mai: Studenten unter roten Fahnen, o O. o. J. (1974), S. 2;Rote Fahne Nr. 16 und 18, Dortmund 17.4.1974 bzw. 2.5.1974;Kämpfende Jugend Nr. 8 und 9, Dortmund 24.4.1974 bzw. 8.5.1974;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 46, München Apr. 1974;Roter Morgen Sdr.Nr. zum 1. Mai 1974, Nr. 17 und 19, Dortmund 1974, 27.4.1974 bzw. 11.5.1974;Rebell Nr. 5, Tübingen Mai 1974;Metallarbeiter Nr. 1, Nürnberg Mai 1974,S.6

28.04.1975:
In Nürnberg will das oppositionelle Maikomitee (MK) der KPD eine Maiveranstaltung in der Waldschenke durchführen.
Q: Rote Fahne Nr. 16, Dortmund 23.4.1975

30.04.1975:
In Nürnberg will die KPD eine Maiveranstaltung im Schlachthof durchführen.
Q: Rote Fahne Nr. 16, Dortmund 23.4.1975

01.05.1975:
In Nürnberg rief die KPD/ML zur Roten Maidemonstration auf.
Laut KPD beteiligen sich 220 u.a. von Trafo Union (IGM-Bereich) an ihrem oppositionellen Block beim DGB. Bei der Maiaktionseinheit mit der KPD/ML gab es, laut KPD, Ärger. Die KPD/ML habe einen "Offenen Brief der KPD/ML an alle revolutionären Mitglieder und Sympathisanten der GRF" verteilt. Nachmittags demonstrieren 350 (250 von der KPD und 100 regional von der KPD/ML mobilisierte). Am Fest des Maikomitees (MK) Nürnberg/Fürth im Schlachthof nehmen über 200 teil.

Der AB führt seine Maiveranstaltung gemeinsam mit der Patriotischen Antidiktatorischen Einheitsfront Griechenlands (PAM) in der Gaststätte Beckerhof in der Schlehengasse 2 durch.

Die Gruppe Arbeiterstimme (vgl. 26.5.1975) berichtet, dass der DGB wieder wie letztes Jahr in drei Zügen mit zusammen 4 000 Leuten, u.a. von der FOS, demonstrierte. Das eigene Flugblatt wurde u.a. bei Siemens verteilt.
Auf der DGB-Demonstration hätten KPD/ML, KPD, AB, KB, KBW, DKP/SDAJ, BSA, GIM, AUD, SPD und SJD Die Falken Flugblätter verteilt. Die KPD bildete einen Block.
Q: Arbeiterstimme Nr. 2/3, Nürnberg 26.5.1975; Rote Fahne Nr. 16 und 18, Köln 23.4.1975 bzw. 7.5.1975;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 59 und 60, München Apr. 1975 bzw. 4.5.1975;Roter Morgen Nr. 17 und 19, Dortmund 26.4.1975 bzw. 10.5.1975

23.04.1976:
Die Gruppe Arbeiterstimme-Mehrheitsgruppe (vgl. 1.6.1976) berichtet, dass der BSA eine Ausgabe seines 'Der Funke' herausgibt, in der er fordert, es solle "eine neue revolutionäre Gewerkschaftsführung aufgebaut werden". Verbreitet worden sei 'Der Funke' auch am 1.Mai in Nürnberg.
Q: Arbeiterstimme Nr. 2, Nürnberg 1.6.1976

29.04.1976:
In Nürnberg führt die KPD eine Maiveranstaltung durch.
Q: Rote Fahne Nr. 17 und 18, Köln 28.4.1976 bzw. 5.5.1976; Rote Fahne Pressedienst Nr. 18, Köln 4.5.1976

01.05.1976:
1. Mai Demonstration in Nürnberg.
Laut KB nehmen ca. 4 000 Menschen an einer DGB-Demonstration teil:"
Stark vertreten waren die ausländischen Kollegen, insbesondere Griechen (KKE/Inland, die mit dem Arbeiterbund zusammenarbeitet), Türken, Spanier und Italiener. Unter der Hauptparole 'Kampf dem Faschismus von Staat und Gesellschaft' hatte sich ein kleiner Block von 60 - 70 Leuten formiert. … Bedauerlicherweise wurde das Angebot des 'Arbeiterbund' zu einer gemeinsamen Mai-Veranstaltung von unseren Genossen abgelehnt."

Laut AB führt der DGB eine Demonstration mit 3 000 und danach eine Kundgebung mit 4 000 Personen durch. Der AB macht eine Veranstaltung mit ca. 70 Teilnehmern im Geismann Bierstübl in der Unteren Kanalstraße 7.

Die Gruppe Arbeiterstimme-Mehrheitsgruppe (vgl. 1.6.1976) berichtet, dass 2 000, u.a. DruPa-Mitglieder mit dem DGB durch die Südstadt marschieren und 3 500 die Kundgebung vor dem DGB Haus am Kornmarkt anhörten.
Aufgetreten sei auch die Sozialistische Einheitspartei (SEP), die vor einem halben Jahr durch ca. ein Dutzend Leute gegründet worden sei. AB, GIM und KBW hätten erst in letzter Zeit in Nürnberg Fuß gefaßt. Die neugebildete Gruppe Nürnberger Kommunisten (GNK), aus ehemaligen Anhängern der KPD/ML und der LgdI der KPD sei nun zur Ortsgruppe des KB geworden. Auch der Donnerstags-Arbeitskreis habe sich gespalten, so dass der eine Teil vor kurzem das Sozialistische Büro (SB) Nürnberg gegründet habe und der andere eine Sozialistische Gruppe gründete, die Flugblätter mit gewerkschaftsstärkender Ausrichtung verteilte.

Weiter seien nicht nur der BSA (vgl. 23.4.1976), sondern auch noch zwei Gruppen namens Arbeiterstimme mit gleichlautendem Zeitschriftentitel aufgetreten.

Das Flugblatt der anderen Gruppe Arbeiterstimme habe sich u.a. mit AEG, VW sowie aus Nürnberg mit der BSE, Grundig, Kabelmetall, Demag und dem Südeisenbau befaßt.

Das eigene Maiflugblatt sei im DruPa-Bereich bei Maul & Co sowie dem Druckhaus Nürnberg (Nürnberger Nachrichten) gut aufgenommen, im Metallbereich aber sei die Haltung der Beschäftigten ablehnend gewesen, da die KPD täglich Flugblätter vor Triumph und AEG verteile.

In Nürnberg will die KPD/ML heute ihre Maiveranstaltung um 17 Uhr in der Gaststätte Schlachthof in der Schlachthofstr. abhalten.
Q: Roter Morgen Nr. 17 und 18, Dortmund 24.4.1976 bzw. 1.5.1976, S. 12 bzw. S. 8; Arbeiterstimme Nr. 2, Nürnberg 1.6.1976;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 85 und 86, München 18.4.1976 bzw. 2.5.1976;Arbeiterkampf Nr. 80, Hamburg 14.5.1976, Beilage;AB: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse, München o. J. (1976), S. 3

06.05.1976:
Die Ortsgruppe Nürnberg des KBW gibt eine Ortsbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 18 (vgl. 29.4.1976, 13.5.1976) heraus mit dem Leitartikel "1. Mai 1976".
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Nürnberg Nr. 18, Nürnberg 6.5.1976, S. 1

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31.03.1977:
Der KBW gibt zur heutigen Nr. 13 eine Bezirksbeilage Mittelfranken zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (vgl. 10.3.1977, 7.4.1977) heraus. In "Der schwarz-rot-goldene DGB-Strick" wird berichtet von der Ablehnung des 1.Maiabzeichens des DGB an den Nürnberger Stammtischen der HBV und der GEW-Jugend.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittelfranken Nr. 13, Nürnberg 29.3.1977, S. 2

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21.04.1977:
Der KBW gibt zur heutigen Nr. 16 eine Bezirksbeilage Mittelfranken zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (vgl. 14.4.1977, 28.4.1977) heraus mit dem Leitartikel "1. Mai. Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse" mit einem Bild aus der 'Volksmiliz' des SRK, die am 9.4.1977 an die Soldaten der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth verteilt worden sei und den Artikeln "ÖTV-Kreisdelegiertenversammlung (25.4.77). Geschminkter Lohnraub? 7-Stunden Normalarbeitstag bei vollem Lohnausgleich!" zum 1. Mai bzw. dem 7-Stundentag sowie "DGB-Veranstaltung zum § 218. 'Das Gesetz hat seine Tücke, aber dennoch…'" u.a. zum 1. Mai.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittelfranken Nr. 16, Nürnberg 1977, S. 1f

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27.04.1977:
Die Gruppe Arbeiterstimme-Mehrheitsgruppe (vgl. 26.6.1977) berichtet, dass sich heute in Nürnberg lediglich 45 Menschen an der Diskussionsveranstaltung des DGB KV zum Thema "Die Bedeutung des 1.Mai für die Arbeitnehmer gestern, heute und morgen" beteiligen. Von den 5 000 Karten seien viele nicht verteilt worden bzw. hätten die Leute lieber Fußball im TV geschaut.
Q: Arbeiterstimme Nr. 3/4, Nürnberg 26.6.1977

28.04.1977:
In Nürnberg beginnt die DKP, laut AB, unter dem Motto "DKP nei ins Rathaus!" ein Volksfest, das am 1.Mai endet.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 111, München 3.5.1977

28.04.1977:
Der KBW gibt zur heutigen Nr. 17 eine Bezirksbeilage Mittelfranken zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (vgl. 21.4.1977, 5.5.1977) heraus mit dem Leitartikel "Städtische Krankenanstalten Nürnberg: Vorbereitung des 1. Mai. Zusammenschluß auf richtigen Forderungen" und den Artikeln "Es ist notwendig, die Partei der Arbeiterklasse zügig aufzubauen" zum 1. Mai und "Bosch / Nürnberg. Streichung der Leichtlohngruppen" was am 1. Mai gefordert werden soll. Aufgerufen wird zur Maiveranstaltung am 30.4.1977.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittelfranken Nr. 17, Nürnberg 1977, S. 1

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01.05.1977:
Der KB berichtet aus Nürnberg über Baha Targün, den ehemaligen Streikführer bei Ford Köln, er solle "jetzt in die Türkei und damit in die Hände der türkischen Geheimdienste, abgeschoben werden. Aufgrund seiner Aktivitäten in der BRD kann das für ihn den Tod bedeuten … Nach seiner aktiven Rolle bei den Ford-Streiks in den frühen siebziger Jahren hat der Staatsapparat systematisch versucht, B. Targün zu kriminalisieren. Nach der Entlassung bei Ford hat er in einer anderen Firma, Inhaber ein türkischer Faschist, gearbeitet. Hier wurde er von eben diesem Inhaber der räuberischen Erpressung beschuldigt. Einziger Zeuge ebenfalls der Inhaber. Er wurde zu sechseinhalb Jahren Knast verurteilt. Inzwischen wurde er nach Nürnberg in den Knast überführt, da hier über seine Ausweisung verhandelt werden soll … Nach Verbüßung von 50% der Strafe kann ein ausländischer Kollege von der BRD ausgewiesen werden. Mittlerweile sitzt B. Targün nun schon fast vier Jahre im Knast und hat im Juni 1976 einen Asylantrag gestellt. Bisher ist in der Sache nichts entschieden worden. Dies ist wiederum ein klassischer Fall von politischer Unterdrückung und Abschiebung eines ausländischen Linken. Das Nürnberger Ausländer-Komitee, das sich anläßlich der 1. Mai-Aktionseinheit hier gegründet hat, hat nun eine Resolution dagegen verabschiedet und eine Unterschriftenaktion in der Stadt angefangen. In dem Komitee arbeiten folgende Gruppen und Organisationen mit: Deutsch-Spanische Freundschaftsgesellschaft (DSFG,d.Vf.), PSOE-Spanier, Türkischer Arbeiterverein (TAV,d.Vf.), KKE-Griechen, ESK, Arbeiterbund für den Wiederaufbau (AB,d.Vf.), KB und die Rote Hilfe (RH,d.Vf.). Als nächstes soll in diesem Kreis auch die Mitarbeit an der Russell-Initiative diskutiert werden. Auch der Fall von B. Targün ist sicherlich ein weiterer Fall für das Russell-Tribunal. Auf der 16. Bundeskonferenz der SJD - Die Falken (der SPD - vgl. **.*.1977,d.Vf.) wurde einstimmig eine Solidaritätsresolution mit B. Targün verabschiedet."
Q: Arbeiterkampf Nr. 106, Hamburg 13.6.1977, S. 48

01.05.1977:
1. Mai Demonstration in Nürnberg.
Laut KB kommen ca. 1 500 Menschen zur DGB-Demonstration, "darunter mehrere oppositionelle Blöcke: Ein Ausländerblock (Spanier, Türken und Kurden), der von der örtlichen AB-Gruppe unterstützt wurde; ein Block des KBW (plus Komitees) mit 50 Leuten und dann zwei Blöcke, um deren Zustandekommen sich unsere Ortsgruppe verdient gemacht hat: ein immerhin 70-köpfiger Frauenblock und ein Anti-AKW-Block mit 200 Leuten. Nach der Kundgebung versuchten noch einige KB-Genossen einen vorher nicht abgesprochenen gemeinsamen linken Protest-Abzug zu organisieren, was aber mit bloß 100 Leuten ins Wasser gefallen ist, weil dies von den meisten Linken überhaupt nicht bemerkt wurde".

Laut AB besuchen 4 000, u.a. Mitglieder der IGM, die DGB-Demonstration. Die DKP feiert ihr Volksfest (vgl. 28.4.1977). Der AB führt gemeinsam mit griechischen Gruppen eine Maiveranstaltung im Bäckerhof in der Schlehengasse 2 durch. Laut AB kommen 150 Personen, d.h. doppelt so viele wie letztes Jahr, es ist allerdings auch der KABD anwesend.

Die Gruppe Arbeiterstimme-Mehrheitsgruppe (vgl. 26.6.1977) berichtet, dass sich nur 30 GDEDler beteiligen (vgl. 27.4.1977). Die DGB-Demonstration ab Maffeiplatz habe 2 000 Teilnehmer gehabt, 300 hätten auf dem Kundgebungsplatz vor dem DGB-Haus gewartet. Durch die DGB-Lautsprecher sei 'Die Internationale' gespielt worden. Das eigene Flugblatt habe man auf der Demo selbst, in linken Kreisen und vor der Druckerei Maul & Co verteilt, wo es positiv aufgenommen wurde.

Von KPD und KPD/ML seien die meisten nach München gefahren, der Block von DKP und SDAJ sei beständig stark geblieben, die SJD Die Falken gewachsen. Anwesend waren auch Jusos, das Sozialistische Büro (SBü) Nürnberg, Frauen, die DFG/VK und AKW-Gegner.
Q: Arbeiterstimme Nr. 3/4, Nürnberg 26.6.1977; Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 110 und 111, München 17.4.1977 bzw. 3.5.1977;Arbeiterkampf Nr. 104, Hamburg 16.5.1977, S. 11

05.05.1977:
Der KBW gibt zur heutigen Nr. 18 eine Bezirksbeilage Mittelfranken zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (vgl. 28.4.1977, 12.5.1977) heraus mit dem Artikel "Sozialdemokratische Gerechtigkeit" zur Rede von R. Klaus (IGM) auf der 1. Mai-Kundgebung des DGB in Nürnberg.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittelfranken Nr. 18, Nürnberg 1977, S. 1

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01.05.1978:
1. Mai in Nürnberg. Laut KB beteiligen sich 5 000 Menschen an der Demonstration des DGB:"
Im Anschluß an die DGB-Kundgebung fand dann ein oppositionelles Mai-Fest statt, zu dem trotz strömenden Regens 800 - 1 000 Menschen kamen … Zur Durchführung des Festes hatte sich ein breites Bündnis von Initiativen und Organisationen zusammengefunden (u.a. AKW-Initiative, Russell-Initiative, Frauen-Aktionseinheit, SOdZDL, AKNS, KPD, SB (SBü,d.Vf.), GIM, KB)."

Die Gruppe Arbeiterstimme-Mehrheitsgruppe (vgl. 15.6.1978) berichtet, dass sich 4 000, u.a. von BSE, HBV und GLF an der Demonstration des DGB KV beteiligten, auf der sie selbst ihr Flugblatt verteilte.
Q: Arbeiterstimme Nr. 3/4, Nürnberg 15.6.1978; Arbeiterkampf Nr. 129, Hamburg 16.5.1978, S. 14

01.05.1979:
Laut KB beteiligen sich in Nürnberg an einer DGB-Demonstration ca. 3 500 Menschen:"
Besonders kämpferisch traten - wie in den Jahren zuvor - die Ausländer (Türken, Eritreer, Kurden und Griechen) auf. … Insgesamt breiter als im letzten Jahr war der Zug durchsetzt mit Anti-AKW-Parolen, die BI und der AK Leben war in Blöcken mitmarschiert. … Der KBW führte im Anschluß an die DGB-Kundgebung noch eine eigene Abschlußkundgebung mit 15 Leuten durch. Die Marxistische Gruppe hatte zwar nicht mitdemonstriert, aber war auf der Kundgebung mit Transparenten wie '90 Jahre Ausbeutung mit den Gewerkschaften' erschienen. … Die linken Initiativen und Organisationen hatten auch diesmal zahlreich zu einer Mai-Feier im Kulturladen Nord aufgerufen. … Recht erfolgreich verlief die Spendensammlung des KB für Vietnam. Vor und auf dem 1.Mai kamen insgesamt 20 DM zusammen. Zwar hatte es diesmal eine breite Mai-AE der Linken gegeben, ein gemeinsames oppositionelles Vorgehen für die Demonstration wurde aber überhaupt nicht erwogen, auch der KB unternahm dazu keine Initiative. Nach einem anfänglichen sehr großen AE-Treffen lagen die weiteren Vorbereitungen bei nur wenigen Einzelpersonen."
Q: Arbeiterkampf Nr. 153, Hamburg 14.5.1979, S. 16

01.05.1980:
Laut KB beteiligen sich an einer 1. Mai-Demonstration des DGB in Nürnberg ca. 7 000 Menschen. "Die Linke aus den Basisinitiativen und Organisationen brachte einen Block von 400 bis 500 Teilnehmern auf die Beine."
Q: Arbeiterkampf Nr. 176, Hamburg 5.5.1980, S. 6

01.05.1981:
1.Mai Demonstration in Nürnberg. Laut KB beteiligen sich ca. 7 000 Menschen an der Demonstration und Kundgebung des DGB:"
Besonders kämpferisch waren, wie in den vergangenen Jahren auch, die Blöcke der ausländischen Kollegen, allen voran die Türken. Einen gemeinsamen Block der Linken gab es in diesem Jahr leider nicht … Im Anschluß an die DGB-Kundgebung zogen noch 200 Leute zur Justizvollzugsanstalt (JVA,d.Vf.), um gegen die Inhaftierung von 18 Hausbesetzern zu protestieren."
Q: Arbeiterkampf Nr. 201, Hamburg 11.5.1981, S. 9

Letzte Änderung: 29.06.2016

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