1. Mai in München – Materialien zur Analyse von Opposition

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

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Diese, wie immer äußerst unvollständige Darstellung, beginnt mit der Gründung der Arbeiterbasisgruppen (ABG) der Außerparlamentarischen Opposition München im Gefolge des Attentats auf Rudi Dutschke und anlässlich des 1. Mai 1968 (vgl. Mai 1968, 1.5.1968).

Bis zum 1. Mai 1969 haben die ABG sich als überfraktionelle Basisgruppen auf Bezirksebene konsolidiert.

Die inhaltliche Ausrichtung der Maiintervention aber führt zu Auseinandersetzungen, zwar nicht unbedingt innerhalb der ABG (vgl. 5.2.1969, 2.4.1969, 23.4.1969), aber doch zumindest mit ihren Bündnispartnern beim Ostermarsch (vgl. 26.3.1969, 30.3.1969) und in den Gewerkschaften (vgl. 13.5.1969), und auch über die Kundgebung (vgl. 13.1.1969, 26.2.1969) kommt es zur Kontroverse mit dem DGB (vgl. 4.3.1969, 19.3.1969, 16.4.1969).

Am 1. Mai 1969 selbst scheinen die Arbeiterbasisgruppen (ABG) zwar zahlreich, aber trotz der langen Vorbereitung doch eher schlecht organisiert. Der 1. Mai 1969 scheint für die Arbeiterbasisgruppen auch einen Abschied von den sog. 'Traditionalisten', d. h. den der DKP Verbundenen, zu bedeuten (vgl. 28.5.1969).

Zum 1. Mai 1970 tritt neben den ABG, die sich nun dem Wiederaufbau der KPD verschrieben und einen ML-Zirkel gebildet haben, auch die linksradikale Konkurrenz von der KPD/ML-ZK auf, was innerhalb der Roten Schülerfront zu einem Klärungsprozess zu führen scheint, während die ABG anlässlich des 1. Mai ihre Publizistik entfalten.

Vom 1. Mai 1971 kann hier derzeit fast allein die Agitation und Analyse der KPD/ML-ZK (vgl. 12.4.1971, 26.4.1971, Juni 1971) sowie ihrer Roten Garde (vgl. 30.4.1971) dargestellt werden, die aber offenbar nur einen kleinen Anteil an den gesamten Maiaktionen in München 1971 haben (vgl. 1.5.1971), während die ABG weit wichtiger sind und sich auch der AStA der Ludwig Maximilians Universität (LMU) erstmals eigenständig zu betätigen scheint.

Zum 1. Mai 1972 tritt dann auch noch die KPD, u. a. als Liga, aber auch als KSV, in München auf (vgl. Apr. 1972, 13.4.1972, 19.4.1972), die Arbeiterbasisgruppen aber bleiben innerhalb der radikalen Linken deutlich beherrschend, bedienen sich einer vielfältigen Publizistik (vgl. Apr. 1972, 17.4.1972, 24.4.1972) und gedenken ihrer Maikampagne später als ihrem Durchbruch zur überregionalen Organisation (vgl. 1.5.1972).

Die KPD/ML-ZK dagegen ist im Vorfeld des 1. Mai 1972 stark beansprucht von der Kampagne zum Hugo Lanz-Prozeß (vgl. 17. 4. 1972), ihre Mobilisierung bleibt bescheiden. Die ehemalige BMW-Betriebsgruppe der ABG, ist mittlerweile als Arbeitersache München (ASM) selbstständig und ebenfalls in die Maiaktionen verwickelt (vgl. April 1972, 30.4.1972), organisiert offenbar einen eigenen Demonstrationszug.

Auch zum 1. Mai 1973 bietet sich ein ähnliches Bild, sowohl ABG und Freunde (vgl. 12.3.1973, Apr. 1973, 9.4.1973, 17.4.1973, 26.4. 1973, 14.5.1973, Juni 1973), als auch die Arbeitersache (vgl. 12.3.1973), KPD und Freunde (vgl. 29.4.1973) und auch die KPD/ML-ZK werden aktiv. Hinzugesellt hat sich nun auch der KABD.

Zum 1. Mai 1974 tritt dann auch der KBW in München auf, während der aus den ABG entstandene Arbeiterbund mit seinen Freunden (vgl. Apr. 1974, 1.4.1974, 1.5.1974) wiederum die mit Abstand stärkste linksradikale Fraktion darstellt, was sich auch zum 1. Mai 1975 und 1976 kaum ändert.

Ab 1977 aber scheint der Arbeiterbund deutlich an Anziehungskraft verloren zu haben, bleibt aber weiterhin die stärkste Fraktion der radikalen Linken (vgl. 1.5.1977, 1.5.1978), bis zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung, allein noch die türkischen Gruppen die Initiative zu ergreifen scheinen (vgl. 1. 5. 1981).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Mai 1968:
Laut Igor Preiss konstituieren sich in München unter der Führung Helge Sommerrocks und Thomas Schmitz-Bender, die Arbeiterbasisgruppen (ABG). Sie verstehen sich als Teil der außerparlamentarischen Opposition und werden zur Vorläuferorganisation des Arbeiterbundes für den Wiederaufbau der KPD (AB) (vgl. 28. 5. 1968). Laut ABG finden zum 1. Mai 1968 erste Aktionen statt. Es folgen Aktionen zu den Bundestagswahlen, die unter der Parole "Klassenkampf statt Wahlkampf" stehen.
Quellen: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 36, München Juni 1973, S. 6; Preiss, Igor:Zur gegenwärtigen Situation des Arbeiterbundes für den Wiederaufbau der KPD (AB), in: Aufsätze zur Diskussion Nr. 5/6, Frankfurt 1980, S. 124

01.05.1968:
Laut 'Roter Morgen' nehmen in München "mehr als 30 000 Menschen an der Kundgebung des DGB teil. Es wurden Bilder von Karl Marx, Friedrich Engels, Lenin, Stalin, Mao Tsetung, Ho Tschi-minh und Rudi Dutschke mitgeführt. " Laut MSB Spartakus beteiligen sich auch Studenten. Laut AB führen bereits die Arbeiterbasisgruppen (ABG) erste Aktionen zum 1. Mai durch, gegründet werden sie allerdings erst am 5. 6. 1968.
Q: Roter Morgen, Hamburg Mai 1968, S. 7; Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 36, München Juni 1973, S. 6;MSB-Spartakus:500 Jahre Klassenuniversität München - 500 Jahre Kampf gegen die Reaktion, München o. J. , S. 79

13.01.1969:
Laut 'apo press' München melden Mitglieder der Arbeiterbasisgruppen (ABG) der Außerparlamentarischen Opposition München, Nord, West und Süd (später nur noch: Arbeiterbasisgruppen der Außerparlamentarischen Opposition) und der SDS Arbeitsgruppe für Betriebs- und Wohnungsfragen beim Amt für Öffentliche Ordnung eine 1. Mai-Kundgebung auf dem Königsplatz an.
Q: apo press Nr. 12, München 2. 4. 1969, S. 2

05.02.1969:
Laut 'apo press' München finden in München Treffen der APO-Basisgruppen (vgl. 29. 1. 1969, 12. 2. 1969) statt. Diskutiert wird in der Basisgruppe West über "die geplante APO-Veranstaltung am 1. Mai auf dem Königsplatz. Die Basisgruppe sprach sich mit 9 Ja-Stimmen, keiner Nein-Stimme sowie zwei Enthaltungen dafür aus, sich an dieser Veranstaltung aktiv zu beteiligen".
Q: apo press Nr. 5, München 11. 2. 1969, S. 21f

26.02.1969:
In München finden Treffen der Basisgruppen der APO statt (vgl. 12. 2. 1969, 3. 3. 1969) statt. Der Schwerpunkt des Treffens im Westen liegt, laut 'apo press', "in der Erörterung der hinsichtlich des 1. Mai anstehenden Fragen. In diesem Zusammenhang wurde heftige Kritik gegen die 'Abendzeitung' laut, da sie in ihrer Berichterstattung über die Kontroverse zwischen DGB und den Basisgruppen der APO hinsichtlich des Königplatzes die unwahre Behauptung verbreitet, es handle sich bei eben dieser Kontroverse um eine Auseinandersetzung zwischen Arbeitern (DGB) auf der einen Seite und Studenten (SDS) auf der anderen Seite. . . . Bei der weiteren Erörterung über die Fragen des 1. Mai kam auch das Problem der organisatorischen Vorbereitung zur Sprache. So werden in allernächster Zeit Flugblattaktionen der Basisgruppen vor größeren, in unseren 'Zuständigkeitsbereich' fallenden Betriebe begonnen werden, um der Arbeiterschaft klarzumachen, daß der 1. Mai höchstens für die Leute, für die Gewerkschaftsbosse, ein Grund zum Feiern ist, welche die Sache so prima hingekriegt, so glänzend geschaukelt - und dabei die Arbeiter selbst verschaukelt haben. Und deshalb darf der 1. Mai nicht länger Feiertag der wenigen sein, sondern er muß wieder ein Kampftag der vielen werden. Berichte über Sitzungen der Basisgruppen erfolgen in der 'apo press' nun nur noch sporadisch.
Q: apo press Nr. 8, München 4. 3. 1969, S. 15

03.03.1969:
In München finden Treffen der 4 APO-Basisgruppen statt (vgl. 26. 2. 1969, 12. 3. 1969). Diskutiert wird in der Gruppe West, laut 'apo press', u. a. über den 1. Mai.
Q: apo press Nr. 9, München 11. 3. 1969, S. 14f

04.03.1969:
Heute berichtet die 'apo press' München Nr. 8 (vgl. 25. 2. 1969, 11. 3. 1969) von der Existenz der Arbeiter-Basisgruppen (ABG) der Außerparlamentarischen Opposition München-Nord, West und Süd, die zusammen mit der SDS-Arbeitsgruppe für Betriebs- und Wohnungsfragen "für den 1. Mai auf dem Königsplatz eine Kundgebung angemeldet (haben) und zwar vor dem DGB-Kreis München" (vgl. 13. 1. 1969).
Stellvertretend für diese Gruppen unterzeichnen Helge Sommerrock und Thomas Schmitz-Bender die Kundgebungsanmeldung. In einem Flugblatt, das an Arbeiter vor Betrieben verteilt wurde, heißt es:"
Wir wollen, daß der 1. Mai der Tag der für ihre Rechte und Interessen kämpfenden Arbeiterschaft ist. Wir haben durch zwei Studenten aus der SDS-Arbeitsgruppe für Betriebs- und Wohnungsfragen eine 1. Mai-Kundgebung auf dem Königsplatz beantragt - nicht um die Gewerkschaften dort zu vertreiben. Sondern wir wollen, daß die Arbeiterschaft am 1. Mai nicht länger nur das Publikum für große, aber hohle Worte ist. Wir wollen erreichen, daß die Arbeiterschaft ihren Tag selbst bestimmt. " Man schlägt vor, "daß wir uns mit dem DGB in der Platzfrage arrangieren".

Darauf antwortet der Münchener DGB-Kreisvorsitzende Ludwig Koch mit einem Brief, in dem es u. a. heißt:"
Da in München eigentlich jedermann . . . weiß, daß eine 1. Mai-Kundgebung vom DGB-Kreis München durchgeführt wird und zwar seit Jahrzehnten auf dem Königsplatz, müssen wir annehmen, daß Sie mit der Beantragung Ihrer Kundgebung dem DGB und seiner Kundgebung entgegentreten wollen. Läge Ihrem Antrag, der sich auf den gleichen Ort und dieselbe Zeit bezieht, diese Absicht der Störung der DGB-Kundgebung nicht zugrunde, was hätte Sie gehindert, eine Mai-Veranstaltung nach Ihren Ideen und gesellschaftspolitischen Zielen zu einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort abzuhalten. . . . Ihr Gesprächsangebot schmeckt unaufrichtig. Heuchelei mag insoweit nicht zutreffen, als Sie vielleicht glaubten, dem 'amtsmäßigen-Güte-Vergleich' des Amts für öffentliche Ordnung formell nachkommen zu sollen. . . . Mit dem Worte 'unaufrichtig' und 'Heuchelei' beabsichtigen wir keine Beleidigung, sondern wir wollen nur den Sachvorgang so bezeichnet wissen. Vom Amt für Öffentliche Ordnung erhielten wir bis jetzt kein Schreiben – wohl deshalb nicht, weil wir bei der telefonischen Voranmeldung unserer Kundgebung bereits vom Vorliegen Ihres Antrages unterrichtet wurden. Da der DGB-Kreis München die Absicht hat, auch weiterhin seine Kundgebungen durchzuführen, haben wir unsere schriftliche Anmeldung - trotz des von Ihnen gestellten Antrages - noch nachgereicht. Sie und wir müssen es nun dem Amt für Öffentliche Ordnung überlassen, über unsere Anträge zu entscheiden. "

In einem Antwortschreiben der Arbeiter-Basisgruppen der Außerparlamentarischen Opposition München, Nord, West und Süd und der SDS-Arbeitsgruppe für Betriebs- und Wohnungsfragen auf den Brief des DGB-Kreisvorsitzenden, heißt es u. a. :"
Warum habt Ihr Euch nicht darauf berufen, daß der 1. Mai der Tag der für ihre Rechte und Interessen kämpfenden Arbeiterschaft ist? Weil Ihr in diesen Jahrzehnten den 1. Mai zu einer Festveranstaltung gemacht habt, die den Anschein erweckt, als würde die bestehende kapitalistische Gesellschaftsordnung der Arbeiterschaft zu ihrem Recht verhelfen. Ihr habt den 1. Mai zur Tribüne der Herren gemacht, die für die bestehende Gesellschaftsordnung Reklame machen und die die Interessen der Arbeiter mit Füßen treten. Oder wollt ihr bestreiten, daß auf den 1. Mai Kundgebungen Vertreter der Parteien gesprochen haben, die die Hand erhoben für die Notstandsgesetze und für Verteuerung von Arbeiterwohnungen durch den 'Weißen Kreis'? Ihr selbst speist am 1. Mai die Arbeiterschaft mit hohlen Worten ab, die der Ersatz für die Taten sein sollen, daß die Bundesregierung nun Ernst macht mit der Verabschiedung der Notstandsgesetze. Aber an diesem 1. Mai konnten die zum Widerstand bereiten Arbeiter aus Eurem Munde noch nicht einmal etwas darüber hören, ob und wie sie mit Eurer Unterstützung rechnen können. . . . Warum ist der 1. Mai für Euch nicht mehr der Tag der für Ihre Rechte und Interessen kämpfenden Arbeiterschaft? Weil die Gewerkschaften ihre Aufgabe gar nicht mehr im Kampf gegen den Kapitalismus und für eine Gesellschaft, in der die Arbeiterschaft zu ihrem Recht kommt, sehen. Sondern die Gewerkschaftsvorstände vermitteln nur noch wie ein Makler zwischen den Arbeitern und den Kapitalisten und schützen oft genug sogar die bestehenden Verhältnisse vor den Ansprüchen der Arbeiterschaft. . . . Seit Jahrzehnten habt Ihr den 1. Mai in Beschlag genommen, um Eurer Politik des ständigen Nachgebens den Glanz des Erfolges zu geben. Wir von den Arbeiter-Basisgruppen der Außerparlamentarischen Opposition und der SDS-Arbeitsgruppe für Betriebs- und Wohnungsfragen aber haben den Königsplatz nicht deswegen beantragt, um uns anstelle von Euch dort einzurichten. Wir wollen den 1. Mai nicht für uns, sondern für die Arbeiterklasse, die für ihre Rechte und Interessen kämpft und sich mit den bestehenden Verhältnissen nicht abfindet. Der 1. Mai war nie ein Tag irgendeiner Gewerkschaft, sondern ist seit fast einem Jahrhundert der Kampftag der Arbeiterklasse in der ganzen Welt. Nachdem wir den Königsplatz vor Euch beantragt haben, verlaßt Ihr Euch nun darauf, daß das Amt für Öffentliche Ordnung, der Stadtrat und die Gerichte Euch dazu verhelfen, den 1. Mai wieder wie bisher durchzuführen. Wir aber meinen: für die Entscheidung über den 1. Mai sind nicht die Einrichtungen der herrschenden Klasse zuständig, sondern diejenigen, deren Tag der 1. Mai sein soll. Wir fordern Euch darum zu betriebsnahen Veranstaltungen auf, auf denen Ihr Euch und wir uns der Diskussion über die Durchführung der 1. Mai-Kundgebung in München stellen. Solltet ihr aber unbedingt auf eine Entscheidung des Amt für öffentliche Ordnung bestehen, so bestehen wir selbstverständlich auf unserem Recht als die ersten Antragsteller. Wir sind selbstverständlich auch dann bereit, Redner von Euch zu Wort kommen zu lassen. Die Arbeiter werden dann selber am besten entscheiden können, wer ihnen was zu sagen hat. "
1. Mai - Informationen und Kontakte sind einzuholen bei:
- U. Fritzsche (Basisgruppe West),
- Gernot Schubert (Basisgruppe Süd),
- Thomas Schmitz-Bender (SDS).
Q: apo press Nr. 8, München 4. 3. 1969, S. 9ff

12.03.1969:
Laut 'apo press' München finden in München Treffen der 4 APO-Basisgruppen (vgl. 3. 3. 1969, 19. 3. 1969) statt. Diskutiert wird in der Gruppe West u. a. über ein Informationsblatt zum 1. Mai. Ca. 4 000 Informationsblätter zum 1. Mai sollen vor Großbetrieben im Münchener Westen verteilt werden.
Q: apo press Nr. 10, München 18. 3. 1969, S. 12

19.03.1969:
Laut 'apo press' München finden dort heute Sitzungen der APO-Basisgruppen statt (vgl. 12. 3. 1969, 26. 3. 1969).
Auf dem Treffen der Basisgruppe West wird bekanntgegeben, daß im "Verlaufe einer Woche die Basisgruppe mehrere tausend Informationsblätter zum 1. Mai an die Belegschaften mehrerer Großbetriebe verteilen" konnte. Berichtet wird auch darüber, daß "der DGB einer gemeinsamen Kundgebung mit der APO nicht in jeder Beziehung ablehnend gegenüber steht". Gewerkschaftskritik aber könne - so der DGB - auf einer "gemeinsamen Veranstaltung nicht geduldet werden".
Q: apo press Nr. 11, München 26. 3. 1969, S. 14f

26.03.1969:
In München sollen heute die 4 Basisgruppen der APO (Nord, Ost, Süd und West) tagen (vgl. 19. 3. 1969, 2. 4. 1969 bzw. Süd 9. 4. 1969).

Die 'apo press' berichtet von der Sitzung im Westen:
Diskutiert wird über den Ostermarsch und die mit ihm zusammenhängende Veranstaltung (vgl. 30. 3. 1969).
Zur Bedeutung des Ostermarsches, speziell für BMW, wird erklärt:"
Der Ostermarsch hat schon längst den Zenit seiner Fortschrittlichkeit überschritten, um sich nun im rasenden Lauf dem nächtlichen Horizont eines biederen Bürokratismus zuzuneigen und hinter ihm zu verschwinden. Dies kann als zwingende Notwendigkeit im Rahmen der historischen Entwicklung des Ostermarsches angesehen werden. Unter Wahrnehmung der realisierbaren Möglichkeit des organisierten Widerstandes, wurde von einem Genossen aus einem Betrieb im Münchner Norden eine betriebsnahe Veranstaltung organisiert. Dabei kamen Mitglieder der Basisgruppen zu Wort, die den versammelten Belegschaftsmitgliedern nochmals die Problematik des 1. Mai und den damit zusammenhängenden neuesten Stand der Entwicklung auseinandersetzten. . . . Von Seiten der Arbeiter des genannten Betriebes wurde entschiedene Kritik über die Arbeit der Gewerkschaften und des eigenen Betriebsrates geäußert. Man äußerte sich zustimmend betreffs einer gemeinsamen 1. Mai-Veranstaltung von DGB und APO. Auch war man durchaus für einen Gang zum Verwaltungsgericht, im Falle daß der DGB in seiner starren und uneinsichtigen Haltung beharren sollte. Als dritter Punkt wurde gefordert, daß im Hinblick auf die eigenen Betriebsratssitzungen Öffentlichkeit hergestellt werden müsse. "

Die Basisgruppe Ost diskutierte bei ihrem Treffen "ausschließlich über die geplante Abendveranstaltung, die die Kampagne für Sonntag, den 30. 3. für die Basisgruppen angesetzt hat". Differenzen gibt es unter den Mitgliedern in Fragen einer Abendveranstaltung zum 1. Mai, wobei sich ein Teil gegen diese Veranstaltung ausspricht. Ein Redaktionsteam soll über die Abendveranstaltung beraten.
Q: apo press Nr. 11 und 12, München 26. 3. 1969 bzw. 2. 4. 1969, S. 14f bzw. S. 19f

30.03.1969:
Laut 'apo press' findet in München eine Ostermarschdemonstration statt.
Ca. 1 500 Menschen nehmen daran teil. U. a. sprechen auf der Abschlußkundgebung: Walter Listl (SDAJ) und Rainer Jendis (SDS), "der besonders über die Methoden der politischen Arbeit der APO sprach". An der Abschlußkundgebung nehmen ca. 2 500 Menschen teil. Am Abend laden die Basisgruppen zu einer Diskussion ein, "um ihre Arbeit vorzustellen – anwesend war jedoch nur ein Teil der Basisgruppe Ost . . . Die Basisgruppen Süd, Nord und West lehnen den Ostermarsch nicht prinzipiell ab, wie ihnen vorgeworfen wurde, obwohl sie durchaus nicht sicher sind, ob er in dieser Form wirkungsvoll ist. . . . Der Bruch aber war aus anderem Grund erfolgt: die Gruppen Süd, Nord und West wollten die Darstellung ihrer Arbeit und Ziele dem Genossen Hans Zintl übertragen, den der Arbeitsausschuß der Kampagne als Sprecher ablehnt, deshalb boykottierten sie die Veranstaltung.

Der Arbeitsausschuß hatte befürchtet, daß Zintl über die Problematik des 1. Mai sprechen wollte - ein momentan heißes Eisen in den Basisgruppen, über das im Verlauf dennoch diskutiert wurde. Über eine generelle Zusammenarbeit mit dem DGB, die auf eine öffentliche DGB-Kritik prinzipiell verzichtet, sind die Meinungen geteilt, insbesondere an der Aktion 1. Mai . . . entzündete sich die Auseinandersetzung. Man plante nie eine Gegenkundgebung zu veranstalten, wie ausdrücklich betont wurde, sondern wollte die Art und Weise, wie der DGB heute den 1. Mai durchzieht, zur Diskussion stellen und den DGB zur Stellungnahme zwingen . . . Statt dessen hat sich der DGB mit seiner Antwort an die Basisgruppen selbst entlarvt. Das Argument, die Aktion sei den Basisgruppen und ihrer Zusammenarbeit mit dem DGB schädlich, ist nicht stichhaltig, wurde schließlich betont, denn was ist zu einer Politik zu sagen, die Mitarbeit um jeden Preis proklamiert um so allmählich den APO-Charakter, d. h. die spezifischen Ziele der APO zu verlieren. . . . Während die Mehrzahl der Basisgruppenmitglieder die Aktion 1. Mai als wichtige politische Aufklärungsarbeit betrachtet, hofft ein Teil der Basisgruppe Ost noch, über die Organisation des DGB die Arbeiter ansprechen zu können. "
Q: apo press Nr. 12, München 2. 4. 1969, S. 12

02.04.1969:
In München erscheint die 'apo press' Nr. 12 (vgl. 26. 3. 1969, 16. 4. 1969). Berichtet wird u. a. über die Anmeldung einer Maikundgebung auf dem Königsplatz durch ABG und SDS (vgl. 13. 1. 1969, 26. 3. 1969).

Laut 'apo press' beginnt in den Basisgruppe Münchens eine Diskussion über die bisher erarbeiteten Basismodelle, "da sowohl ein besseres Verhältnis von Theorie und Praxis als auch eine Erweiterung und zugleich nähere Bestimmung der aus der Basisarbeitkonzeption resultierenden Strategie die Folge waren". Durch "diesen Schritt (wurde) der Ansatz zu einer gemeinsamen Praxis auf Betriebsebene der Basisgruppen mit den Arbeitern in den Betrieben gefunden. . . . Wesentlich für den Beginn der 1. Mai-Kampagne der Basisgruppen war die Tatsache, daß es den Gruppen gelungen ist, die exponierte Stellung der Initiatoren durch kollektive Diskussion und Praxis aufzuheben und die aus der Personifizierung der 1. Mai-Kampagne entstandenen Fehler für den Lernprozeß der gesamten Gruppe nutzbar zu machen. Die aus der Konfrontation mit der Gewerkschaftsbürokratie entstandene Diskussion beinhaltete
1. ) eine Kritik an der derzeitigen Praxis der Gewerkschaftsspitzen und
2. ) Überlegungen von Organisationsmodellen, die einerseits dazu dienen sollen, den Kampf der Arbeiter um ihre Rechte und Interessen an der Produktionsstätte selbst zu forcieren, andererseits eine Veränderung der derzeitigen Funktion der Gewerkschaften durch die in diesem Kampf bewußtwerdenden Arbeiter herbeizuführen".
Q: apo press Nr. 12, München 2. 4. 1969, S. 11

02.04.1969:
Laut 'apo press' findet in München ein Treffen der Basisgruppe West (vgl. 26. 3. 1969, 23. 4. 1969) statt. U. a. wird die Frage des 1. Mai in München diskutiert:"
So stand zur Debatte, ob unsere Bestrebungen in verstärktem Maße auf die Durchführung mehrerer betriebsnaher Veranstaltungen, oder aber - in wohlweislicher Abschätzung unseres Kräftepotentials - nicht vielmehr auf eine größere Veranstaltung gerichtet werden sollten. . . . Eine solche größere Veranstaltung hätte keinesfalls den Charakter einer Gegenkundgebung zum 1. Mai des DGB. Sie hätte vielmehr die Funktion, anhand der Aktualität zum 1. Mai die anwesenden Teilnehmer über die Zielsetzung der Arbeit in den Basisgruppen zu informieren, und des weiteren die Aufgabe, die Teilnehmer mit den Argumenten einer kritischen Gewerkschaftsanalyse vertraut zu machen, um ihnen die dunklen Mächte in der herrschenden Gewerkschaftspolitik durchschaubar werden zu lassen. In der Basisgruppe West gelangte die Mehrheit zu der Überzeugung, daß eine Veranstaltung, wie die oben genannte, unter Zugrundelegung der objektiven Kräfteverhältnisse im gegenwärtigen Stadium, unseren Zielen förderlicher sei. Nach dem übereinstimmenden Urteil aller vier Basisgruppen kommt diese Veranstaltung im Zeitraum zwischen dem 30. April und dem 2. Mai in Frage. "
Q: apo press Nr. 12 und 13, München 2. 4. 1969 bzw. 16. 4. 1969, S. 19f bzw. S. 15

09.04.1969:
Laut 'apo press' findet in München ein Treffen der Basisgruppe Ost (vgl. 2. 4. 1969) statt. Diskutiert wird ein Flugblattentwurf zum 1. Mai.
Q: apo press Nr. 12 und 13, München 2. 4. 1969 bzw. 16. 4. 1969, S. 19f bzw. S. 15f

16.04.1969:
In der 'apo press' München Nr. 13 (vgl. 2. 4. 1969, 30. 4. 1969), erscheint ein Flugblattentwurf der Arbeiter-Basisgruppen der Außerparlamentarischen Opposition (ABG) zum 1. Mai 1969. Das Flugblatt beschäftigt sich u. a. mit der Kontroverse zwischen den ABG und dem örtlichen DGB-Kreis in Fragen der Anmeldung der Kundgebung auf dem Königsplatz zum 1. Mai (vgl. 26. 3. 1969). U. a. wird ausgeführt:"
Unsere Rechte und Interessen können von niemand anderem durchgesetzt werden, als von uns selbst. Das heißt, wir müssen beginnen, uns im Kampf zu organisieren, dort, wo wir arbeiten, dort, wo wir leben. Wir werden im Kampf um betriebsbezogene Forderungen wieder lernen müssen und lernen, was es heißt, eine um ihre politischen Rechte und wirtschaftlichen Interessen kämpfende Arbeiterschaft zu sein. . . . Wir wollen, daß der 1. Mai aus jener Feiertagstradition gerissen wird, die Hitler mit dem 'Tag der Arbeit' eingeführt und den die Gewerkschaften weiter geführt haben. Der 1. Mai dieses Jahres muß den Anfang dafür schaffen, daß diejenigen wieder zu Wort kommen, die durch die Bevormundung der Herrschenden und ihrer Hilfskräfte, das heißt, der Unternehmer, Parteien und Gewerkschaften, nur dann zu Wort kommen, wenn sie es sich selbst nehmen. Wir haben deshalb gegen den Bescheid der Stadtverwaltung Einspruch erhoben, nicht weil wir glauben, daß ein Gericht Arbeiter zu ihrem Recht verhelfen kann - sondern, weil wir uns darüber klar sind, daß aber, wenn wir darauf verzichten, eines sicher ist: Arbeiter aus den Betrieben werden am 1. Mai auf dem Königsplatz nicht zu Wort kommen und von den wirklichen Interessen und Kämpfen der Arbeiter wird am 1. Mai auf dem Königsplatz nicht die Rede sein. Wenn aber tatsächlich unser Einspruch durchkommt, dann werden wir es nicht wie der DGB machen, der mit Hilfe der Stadtverwaltung nur seine eigenen hohlen Phrasen dreschen will und nur die reden läßt, die ihm genehm sind. Der DGB soll am 1. Mai auf dem Königsplatz sagen, was er zu sagen hat - aber wir werden darauf bestehen, den Sonntagsreden des DGB die Argumente entgegenzustellen, welche die Argumente einer für ihre Rechte und Interessen kämpfenden Arbeiterklasse sind. Wenn der DGB aber vor diesen Argumenten auf einen anderen Platz ausrückt, dann kommt dorthin, wo die Sache der Arbeiterschaft zur Sprache kommt. "
Als Verantwortliche für das Flugblatt werden angegeben Robert Neuberger (München) und Herbert L. Fertl (München).
Q: apo press Nr. 13, München 16. 4. 1969

23.04.1969:
In München findet eine Zusammenkunft der Basisgruppe West (vgl. 2. 4. 1969, 21. 5. 1969) statt. Diskutiert wird, laut 'apo press', wie die Gewerkschaftsanalyse der Gruppe an neue Genossen, die zur Basisgruppenarbeit hinzustoßen, weitergegeben werden kann. Auch wird über das Informationsblatt zum 1. Mai diskutiert:"
Man einigte sich auf die Betriebe, vor denen sie verteilt werden sollen. Über die organisatorischen Fragen unserer Aktivitäten den 1. Mai betreffend, kam es zu längeren Debatten. Eine restlose Klärung konnte noch nicht erreicht werden, zumal der Entscheid des Verwaltungsgerichtes zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorlag. "
Q: apo press Nr. 14, München 30. 4. 1969, S. 14

01.05.1969:
Die Münchner Arbeiter-Basis-Gruppen (ABG - ehemals 'Basis-Gruppen der Außerparlamentarischen Opposition) führen in München, nach eigenen Angaben, erstmalig "im Anschluß an die Beteiligung an der DGB-Kundgebung auf dem Königsplatz in München eine 1. Mai-Veranstaltung durch", die unter dem Motto 'Arbeitermacht statt Sozialpartnerschaft' steht. Über die Anmeldung einer ABG-Kundgebung kommt es zum Konflikt mit dem DGB, den die ABG in einem Flugblatt "Was ist los mit dem 1. Mai", welches vermutlich am 1. Mai verteilt wird, schildern.

Laut 'apo press' München findet eine Demonstration der APO-Gruppen statt:"
Trotz der sehr schlechten Kommunikation (die Aufforderung zur Demonstration ging von Mann, nicht über Flugblätter oder Lautsprecher) zogen etwa 1 500 Antifaschisten zum Schwabingbräu . . . wo die NPD ihre Mai-Feier abzog. Die anfängliche Verbalradikalität kam jäh zum Erliegen, als die Demonstranten vor den Polizeibarrieren standen. Die Polizeisperren zu durchbrechen, wäre einer Selbstaufopferung gleichgekommen; denn auf die wenigen, die heil durch die Polizeisperren gekommen wären, warteten schon am Eingang kampfgeschulte NPD-Ordner, um sie dann kurz und klein zu schlagen. Eine Gegenkundgebung mit aufklärendem Wert für die Bevölkerung konnte man auch nicht aufziehen, weil man in aller aktionistischen Eile die Megaphone vergessen hatte. Bei der einsetzenden Frustration standen die meisten passiv da und warteten, daß irgend jemand etwas einfiele; andere jedoch machten aus der Situation das Beste, in dem sie versuchten, mit den umstehenden Passanten in ein Gespräch über die Bedeutung der NPD zu kommen.

Eine gespannte Atmosphäre entstand, als NPD-Veranstaltungsteilnehmer das Schwabingbräu verließen. Die Antifaschisten bildeten ein Spalier mit hochgestreckten Armen, Sieg-Heil schreiend, durch das die Faschisten gehen mußten. "

Abends findet eine 1. Mai-Veranstaltung der Arbeiterbasisgruppen der Außerparlamentarischen Opposition statt:"
Helge Sommerrock ging darauf ein, daß die Zeit von kurzfristigen Aktionsbündnissen zwischen Arbeitern und Studenten (z. B. bei den Aktionen gegen die Notstandsgesetze (NSG - vgl. 30. 5. 1968, d. Vf. )) vorbei sei, weil sie kaum Ansatzpunkte für eine weitere Zusammenarbeit gezeigt hätten. Als Alternative sah sie die langfristige Betriebsarbeit in allen ökonomischen und sozialen Bereichen. . . . Hans Zintl erläuterte, warum Mitbestimmung für den Arbeiter keine entscheidende Verbesserung bedeute. Im Kapitalismus gibt es nur die 'Bestimmung' einer Klasse über die andere. Jegliche Bemühungen, an der Macht der herrschenden Klasse Anteil zu haben, könne nur zur herrschenden Macht pervertieren. "
Q: apo press Nr. 15-17, München 13. 5. 1969; AB:10 Jahre Antwort auf die Frage 'Was Tun?'. 10 Jahre Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD, München 1980, S. 16;ABG: Was ist los mit dem 1. Mai, München o. J. (1969)

Muenchen_ABG_Wahlkampf089

Muenchen_ABG_Wahlkampf090


13.05.1969:
In der 'apo press' München Nr. 15-17 (vgl. 30. 4. 1969, 20. 5. 1969) wird u. a. berichtet vom Bundeskongreß des VK (19. 4. 1969) sowie vom 1. Mai in München und Penzberg. Im Artikel "Die Traditionelle Linke und der 1. Mai" wird u. a. ausgeführt:
"Der 1. Mai als Teil der Kampagne der Arbeiterbasisgruppen und des SDS in Richtung auf eine Mobilisierung der Arbeiter außerhalb der Gewerkschaften hat die bestehenden Differenzen innerhalb dessen, was in den Notstandsauseinandersetzungen als APO verstanden wurde, weiter vertieft. Grundsätzliche ideologische und strategisch-taktische Verschiedenheiten sind zutage getreten. . . . Zunächst sollen hier kurz die Diskussionen über die Osterdemonstration 1969 in Erinnerung gerufen werden. Schon hier zeigte die beharrliche Weigerung der traditionalistischen Kampagne Mehrheit, Redner, die im Zusammenhang mit dem 1. Mai standen, nicht auf Kampagne Veranstaltungen auftreten zu lassen. . . . Als der Arbeiter Hans Zintl, Mitarbeiter in den Arbeiterbasisgruppen, vor den Vorstand seiner Gewerkschaft (deren Vertrauensmann er ist) zitiert wurde, weil er ein Informationsflugblatt der Basisgruppen zum 1. Mai unterzeichnet hatte, war es der DKP-Kreisvorsitzende und IG Druck und Papier Ortsvorstandsmitglied Ludwig Hankofer, der als einziger den Ausschluß Zintls aus der Gewerkschaft forderte. . . . Die Politik der DKP wird noch zu untersuchen sein. . . . Wichtiger aber scheint die Frage nach der Perspektive zu sein, mit der man in der Gewerkschaft arbeitet. . . . Mit dem Bemühen, im Apparat Positionen zu erringen, wird die Politik in jedem Falle opportunistisch und rechtfertigt auch das gute Ziel für das man arbeitet, die Mittel nicht. Mit dem Bemühen, im Apparat Positionen zu erringen, wird man gezwungen, opportunistisch zu bleiben, weil es in der Hierarchie immer wieder höhere Positionen gibt, die die eigene ständig gefährden. Obwohl zwanzig Jahre 'linke Gewerkschafter' eine 'progressive Politik' gemacht haben, ist der DGB und seine Einzelgewerkschaften immer mehr nach rechts gewandert. Die 'Aktion Demokratischer Fortschritt' (ADF) richtete an den DGB kurz vor dem 1. Mai einen Offenen Brief in dem dem DGB die Solidarität der ADF gegen die Maifeier der NPD versichert wird. In dem Brief wird auch auf die Basisgruppen eingegangen. Wörtlich heißt es:
'Wenn einige ultralinke Gruppen in ihrer Suche nach einer Alternative zur Herrschaft des Großkapitals zu unangemessenen Mitteln greifen, so dürfen wir uns dadurch nicht beirren lassen'.
Hier zeigt sich, daß die ADF einerseits . . . um Verständnis für die APO-Gruppen wirbt, andererseits knallhart die APO als 'ultralinks' einstuft. . . . In den Berichten aus Südbayern in der 'UZ'-Ausgabe vom 1. Mai hieß es dort unter Veranstaltungsankündigungen:
'Der Versuch sogenannter Arbeiterbasisgruppen, eine gegen den DGB gerichtete Kundgebung zustande zu bringen, ist inzwischen völlig gescheitert. Auch die größte Basisgruppe der APO, die Gruppe Ost, hat die Spalteraktion abgelehnt und unterstützt die DGB-Kundgebung'. . . .
Tatsächlich ist es so, daß die Basisgruppe Ost mit knapper Mehrheit sich gegen die 1. Mai-Initiative der übrigen Basisgruppen ausgesprochen hat, daß aber die in der Abstimmung unterlegene Minderheit als souveräne Betriebsarbeitsgruppe innerhalb der Basisgruppe Ost aktiv an der Kampagne der Basisgruppen mitgearbeitet hat. "
Der Artikel ist mit Helmut Maringer unterzeichnet.
Q: apo press Nr. 15-17, München 13. 5. 1969

28.05.1969:
In der 'apo press' München Nr. 19 (vgl. 20. 5. 1969, 3. 6. 1969), erscheint neben einem Bericht von der Versammlung der Basisgruppe Ost (vgl. 7. 5. 1969) auch eine "Erklärung der Basisgruppe Ost" (vgl. 20. 5. 1969):"
Während in den Basisgruppen Süd, Nord und West die Aktionseinheit zwischen 'Traditionalisten' und 'antiautoritären' Sozialisten ziemlich lautlos zerbrach, weil die ersteren einfach wegblieben, wurde in der Basisgruppe Ost bis zur vergangenen Woche eine Aktionseinheit praktiziert. Diese hat, besonders deswegen, weil ihr politisch-strategischer Stellenwert nie exakt definiert wurde, gerade in letzter Zeit zu Spannungen innerhalb der Gruppe geführt. In der Zeit nach dem 1. Mai forderten daher die antiautoritären Genossen die Diskussion über die Möglichkeit der weiteren Zusammenarbeit. Im Verlaufe dieser Diskussion wurde immer klarer, daß in der Gruppe zwei verschiedene Sprachen gesprochen werden. Die 'antiautoritäre' Gruppe hat daraufhin eine Erklärung formuliert, in der sie einerseits die totale Zusammenarbeit mit der DKP aufkündigt, gleichzeitig aber Möglichkeiten und Formen eines zukünftigen Aktionsbündnisses aufzeigt. Inhalt und Form der Erklärung zeigen, daß es sich nicht um blindwütige Spaltung handelt, sondern um die aus einer klaren Analyse hervorgegangene Konsequenz. Man kann sagen, daß noch nie so sauber und ehrlich diese Frage behandelt wurde. Die Erklärung wurde von 15 Basisgruppenmitgliedern diskutiert und beschlossen. Weitere 6 Genossen, die an der Formulierung nicht direkt mitgewirkt haben, haben der Erklärung zugestimmt.
Darüberhinaus haben sich weitere z. T. neu hinzugekommene Genossen mit der Erklärung solidarisiert. In der Diskussion bestritten die DKP-Leute (z. T. ) der Basisgruppe das Recht sich weiterhin als APO-Basisgruppe zu bezeichnen.
In den letzten Wochen und Monaten teilte sich die Basisgruppe Ost immer schärfer und übersichtlicher in zwei Lager: Eine DKP-Gruppe auf der einen Seite, eine antiautoritäre Gruppe auf der anderen Seite. Die Gegensätze spitzten sich insbesondere im Zusammenhang mit der 1. Mai-Kampagne soweit zu, daß die DKP-Gruppe die Aktionen der antiautoritären Gruppe öffentlich diffamierte und sich von der Politik der antiautoritären Gruppe öffentlich distanzierte. Die Voraussetzungen für eine weitere Zusammenarbeit in ein und derselben Gruppe schienen daher im Anschluß an den 1. Mai einer Reihe von Genossen nicht mehr gegeben. . . . In den letzten Monaten zeigte sich auch deutlich, daß ein so minimaler gemeinsamer Nenner kaum gemeinsame Aktionen ermöglicht: Während die DKP-Genossen in der Kampagne für Demokratie und Abrüstung und in der ADF tätig wurden, wo von den antiautoritären Genossen eine Mitarbeit abgelehnt wurde, ließen sich die DKP-Genossen in den Projektgruppen der Antiautoritären nicht blicken, so in der Kindergartengruppe, in der Schulgruppe, in der Betriebsgruppe, in der Projektgruppe 1. Mai und in der Wohngegendgruppe. An die Entwicklung und Erarbeitung einer gemeinsamen Politik und Strategie war unter diesen Umständen nicht mehr zu denken. Die antiautoritären Genossen haben diese Schwierigkeiten auf den letzten Sitzungen vorgetragen, um gemeinsam mit den DKP-Genossen Lösungen für diese Probleme zu erörtern. Die DKP-Genossen waren aber nicht bereit, die Eigenständigkeit der antiautoritären Bewegung anzuerkennen und die offensichtlichen Probleme der Gruppe ernsthaft anzupacken. "
Q: apo press Nr. 19, München 28. 5. 1969, S. 12f

01.05.1970:
Auf der Münchener Maidemonstration bildet die KPD/ML-ZK, nach eigenen Angaben, einen eigenen Block.

Die ABG berichten:"
Die 1. Mai-Veranstaltung (die zweite in der Geschichte der Arbeiter-Basis-Gruppen), die im Anschluß an die maßgeblich von den Arbeiter-Basis-Gruppen geprägte DGB-Demonstration stattfindet, wurde ganz im Zeichen der geschaffenen vollen Klarheit über die kommunistische Programmatik einberufen und führt rund zweihundert revolutionäre Menschen zusammen. Es entsteht der zweite von mittlerweile zwei Dutzend Arbeiterzirkeln, in denen der Marxismus-Leninismus erläutert, die Erfahrungen der Arbeiterbewegung weitergegeben und aktuelle Fragen des Kampfes besprochen werden. "
Zum 1. Mai unterstützt in München, laut AB, die Rote Schülerfront (RSF), die bisher sowohl Flugblätter für die ABG als auch für die KPD/ML bzw. KPD/ML-ZK verteilte, die fünfzigköpfige Maidemonstration der KPD/ML-ZK. Diese Erfahrung ist unter anderem Grund für die spätere Unterordnung der RSF unter die ABG.

In München führt die SDAJ der DKP, laut DKP, nach der Maikundgebung des DGB eine Demonstration gegen Mißstände in der Berufsausbildung u. a. bei Agfa, Automoag, BMW, Krauss Maffei, MAN, MBB, Opel Häusler, dem Restaurant Schwarzwälder, Rodenstock und Siemens durch.
Q: Unsere Zeit Nr. 19, Düsseldorf 9. 5. 1970, S. *; AB: 10 Jahre Antwort auf die Frage 'Was Tun?'. 10 Jahre Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD, München 1980, S. 24ff;Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 0, 36 und 100, München 1. 5. 1970, Juni 1973 bzw. 14. 11. 1976;MLPD-ZK: Geschichte der MLPD, I. Teil, Stuttgart 1985, S. 48;Langguth, Gerd: Protestbewegung. Entwicklung, Niedergang, Renaissance. Die Neue Linke seit 1968, Köln 1983, S. 109;Roter Morgen Nr. 6, Hamburg Juni 1970, S. *

01.05.1970:
In München vertreiben die Arbeiterbasisgruppen (ABG), nach eigenen Angaben, zum 1. Mai erstmals eine 'Kommunistische Arbeiter Zeitung' (KAZ) Nr. 0 (vgl. Juni 1970) vor 30 Betrieben. Die Zeitung wird herausgegeben vom Zentralkomitee der ABG, enthält u. a. die Programmatische Erklärung der ABG, aus der das eigenen ZK im März 1971 ausgiebig zitiert und einen Aufruf zur heutigen Maiveranstaltung.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 0 und 36, München 1. 5. 1970 bzw. Juni 1973

April 1971:
In München gibt die Rote Garde der KPD/ML-ZK vermutlich im April das Flugblatt "Jungarbeiter und Lehrlinge. Heraus zum 1. Mai. Kampftag der Arbeiterklasse aller Länder" heraus, das zur 1. Mai-Demonstration um 11 Uhr ab Schillerdenkmal aufruft.
Q: RG: Jungarbeiter und Lehrlinge. Heraus zum 1. Mai. Kampftag der Arbeiterklasse aller Länder, München o. J. (1971)

Muenchen_Rote_Garde01

Muenchen_Rote_Garde02


12.04.1971:
Bei BMW München gibt die Rote Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt zur Betriebsversammlung (BV) am 26.4.1971 heraus:"
KRISE: ES KRACHT AN ALLEN ECKEN

1. Mai-Geschenk der Siemensbosse: 10 000 'dürfen' kurzarbeiten. Ganze Belegschaften werden auf die Straße gesetzt (Phrix usw. ). Die Stahlaufträge sind um 40%, die im Maschinenbau um 30% gegenüber dem Vorjahr abgesackt.
. . .
KOMMT ZUM ARBEITERTREFF DER KPD/ML AN JEDEM MITTWOCH UM 19 UHR, GEORGENSTRASSE 58, KELLERRÄUME.

Das nächste Mal (vgl. 14.4.1971, d. Vf. ) sprechen wir über die selbständige 1. MAI-DEMONSTRATION, die den DGB-Verrätern eine klare Abfuhr erteilt.

Auf den nächsten Terminen sprechen wir über die Kurzarbeit bei Siemens und was auf die Arbeiterklasse zukommt. Dabei werden die Erfahrungen anderer Betriebsgruppen der KPD/ML ausgetauscht. Gleichzeitig werden die Grundlagen des kapitalistischen Ausbeutersystems aufgedeckt. Aus der Erfarung der internationalen Arbeiterbewegung können wir lernen, wie Völker ihre Unterdrücker zum Teufel gejagt haben und wie wir es selber machen müssen.

Beim Arbeitertreff können die Kollegen auch ihre Erfahrungen aus dem Betrieb diskutieren und gemeinsam planen, wie man gegen die schärfere Ausbeutung kämpfen kann.

KOMMT ZU UNSERER 1. MAI-DEMONSTRATION 11 UHR SCHILLERDENKMAL"
Q: KPD/ML-ZK-OG-München-RBG BMW:Krise: Es kracht an allen Ecken, München o. J. (Apr. 1971)

26.04.1971:
Bei Siemens München gibt die Rote Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt heraus, "DER KRISENSCHLACHTPLAN DER SIEMENS-BOSSE IST SCHON LANGE VORBEREITET!". In einem Kasten wird aufgerufen zur 1. Mai Demonstration und Kundgebung des Roten Maikomitees bzw. der KPD/ML-ZK:"
Auch in der Krise macht der DGB gemeinsame Sache mit den Kapitalisten gegen die Arbeiterklasse. Den 1. Mai benutzt der DGB auch dieses Jahr, um die Arbeiter mit verlogenen Phrasen einzuschläfern, um uns vom Kampf gegen die Verschärfung von Ausbeutung und Unterdrückung abzuhalten. Diesen Betrug stellen die klassenbewußten Arbeiter am 1. Mai - dem Kampftag der Arbeiterklasse aller Länder - deshalb ihr eigenes Handeln, in selbständigen Demonstrationen entgegen!"
Q: KPD/ML-ZK-OG-München-RBG Siemens: Der Krisenschlachtplan der Siemens-Bosse ist schon lange vorbereitet!, München o. J. (Apr. 1971)

30.04.1971:
Die Rote Garde (RG) München der KPD/ML-ZK berichtet im DruPa-Bereich (vgl. Juni 1971):"
LEHRLINGSDEMONSTRATION - EIN NEUES SPALTUNGSMANÖVER DES DGB

Für den 30. April hatte der Kreisjugendausschuß (KJA) des DGB zu einer 'Lehrlingsdemonstration' aufgerufen. Die ROTE GARDE, die Jugendorganisation der KPD/ML, sah dieses Vorhaben von Anfang an als Spaltungsmanöver der Kapitalistenklasse und ihrer Handlanger in den DGB-Gewerkschaften: Einen Tag vor dem 1. Mai, dem Kampftag ALLER Arbeiter, sollte die Jugend auch einmal demonstrieren dürfen. Anstatt die gesamte Arbeiterklasse im Kampf gegen Lohnabbau, Kurzarbeit und Entlassungen zu vereinen und auf den gemeinsamen Kampf gegen die Ausbeuterklasse vorzubereiten, soll die Jugend gegen die 'Älteren' ausgespielt werden.

Dieses neue Spaltungsmanöver der DGB-Bonzen mußte durchkreuzt, vor den Augen aller entlarvt werden! Die ROTE GARDE beschloß, mit eigenen Transparenten, Flugblättern und Parolen auf der Demonstration aufzutreten und alle fortschrittlichen und revolutionären Lehrlinge zum einheitlichen Kampf gegen das kapitalistische Ausbeutungssystem aufzufordern.

Obwohl der DGB schon Wochen zuvor diese Demonstration groß angekündigt hatte, kamen nur wenige Lehrlinge und Jungarbeiter neu hinzu. Ein großer Teil durchschaute bald den Betrug der DGB-Jungbosse. Es kam zu heftigen Diskussionen, einige Lehrlinge sangen zusammen mit den Rotgardisten Arbeiter- und Kampflieder.

In dieser Situation sahen die Jungbonzen ihre Felle davonschwimmen. Mit der Begründung, sie marschierten nicht mit Linkssektierern, sagten sie die Demonstration ab und verkrümelten sich klammheimlich. Damit hatten SIE sich in aller Öffentlichkeit als Spalter erwiesen!

Mehrere Lehrlinge, die zuvor noch unentschieden waren, verurteilten jetzt scharf diese verräterische Haltung der DGB-Funktionäre und warfen ihnen vor, daß sie die Forderungen der Lehrlinge dazu ausnützten, sich bei ihren DGB-Vorgesetzten Liebkind zu machen, daß es ihnen also nicht um die Lehrlinge, sondern um ihre Posten und ihr Weiterklettern auf der DGB-Pöstchenleiter gehe.

Auch das 'Lehrlingsgericht', das am selben Abend im Gewerkschaftshaus stattfand, war ein Reinfall für die DGB-Bonzen. Ein Theaterstück, das nur die beschissene Lage der Lehrlinge zeigte (und die war wohl jedem Lehrling, der zu dieser Veranstaltung gekommen war, klar) und mit keinem Wort darauf einging, wie der Kampf der Lehrlinge konkret aussehen soll, erntete nur Pfiffe und Buh-Rufe. Die 'Lehrlingsdemonstration' wurde gar nicht erwähnt und eine Diskussion darüber abgewürgt.

Mit allen Mitteln versucht der DGB, die Lehrlinge und Arbeiter zu spalten und den entschlossenen Kampf ALLER Arbeiter zu verhindern. Nicht nur, daß wir am 30. April allein demonstrieren sollten. Seit neuestem gibt es auch eigene Tarifverhandlungen für die Jugend. So nützen die DGB-Ordnungshüter den Drang der Jugend nach Freiheit und Selbständigkeit aus, um sie von der gesamten Arbeiterklasse abzuspalten. Weiter: das erste Lehrjahr wird gegen das zweite ausgespielt, dieses wiederum gegen das dritte, Mittelschüler gegen Volksschüler, junge Arbeiter gegen alte. Wenn die älteren Arbeiter auf die Straße gesetzt werden, weil sie die mörderische Arbeitshetze nicht mehr durchhalten, müssen wir ihre Arbeit mitmachen.

Diese Ereignisse haben wieder einmal in aller Deutlichkeit gezeigt, daß der DGB nicht die Interessen der Lehrlinge vertritt. Deshalb brauchen wir eine Organisation, die entschlossen die Interessen der Lehrlinge und Jungarbeiter vertritt. Die ROTE GARDE hat bewiesen, daß sie diese Organisation ist. Sie konnte klarmachen, daß sie den Kampf der Lehrlinge als einen Teil des Kampfes der gesamten Arbeiterklasse gegen die Kapitalistenklasse führt.

'DIE JUGEND IST DIE AKTIVSTE UND LEBENDIGSTE KRAFT DER GESELLSCHAFT. SIE IST AM MEISTEN BEGIERIG ZU LERNEN, AM WENIGSTEN KONSERVATIV IM DENKEN. '

MAO TSE-TUNG"
Q: Der Druckerei Arbeiter Nr. 2/3, München Juni 1971, S. 20f

01.05.1971:
In München wird die DGB-Kundgebung, laut KAB/ML, von 4 000 Personen angehört. Eine Demonstration von dort zu Siemens habe 1 000 Teilnehmer gehabt. Das sehen die SALZ's Hamburg und Bremerhaven allerdings anders. Beide haben dort 1 500 Teilnehmer ausgemacht:"
An dieser Demonstration nahmen auch viele DKP-Mitglieder teil, die mit der Politik ihrer Führung nicht einverstanden waren. "

Laut ABG, sind ca. 4 500 auf der DGB-Kundgebung auf dem Königsplatz. Von dort demonstrieren 1 500, darunter auch Mitglieder der DKP, zu Siemens und zum Wittelsbacher Platz. Neunzehn Jahre später allerdings folgt, laut AB, "fast die Hälfte der Teilnehmer der DGB-Kundgebung" dem Aufruf der ABG zur
Demonstration.

Die Demonstration der Revolutionären Arbeiterjugend (RAJ) München habe vom Karolinenplatz aus um 10 Uhr 30 ein paar hundert Studenten und einige Arbeiter anziehen können.

Die KPD/ML-ZK habe ihren Studentenumzug erst um 11 Uhr beginnen lassen.

Auf der eigenen Maiveranstaltung folgten mit "großem Interesse und viel Beifall . . . die 300 Kollegen" den Ausführungen des Genossen Hans Zintl, der das "kommunistische Programm" der ABG erläuterte.

Von der SBG Regensburg wird dazu verlautet:"
Am Nachmittag des 1. Mai meldeten sich dann viele Kollegen und Kolleginnen für die Mitarbeit in den Arbeiterbasisgruppen. "

Bei Siemens im IGM-Bereich rief die Rote Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK auf (vgl. 26.4.1971):"
Kommt zur 1. Mai-Demonstration und zur Kundgebung des Roten Mai Komitees in München. Abmarsch 11 Uhr Schillerdenkmal, Kundgebung der KPD/ML um 12 Uhr in der Wolfgangseiche, Orleansstr. / Rosenheimerstr. "
Aufgerufen wurde, ebenfalls im IGM-Bereich, auch durch die Rote Betriebsgruppe (RBG) BMW der KPD/ML-ZK (vgl. 12. 4. 1971).

Die Rote Druckerei-Arbeitergruppe München der KPD/ML-ZK im DruPa-Bereich (vgl. Juni 1971) berichtet:"
1. MAI 1971 UNTER DER ROTEN FAHNE DER ARBEITERKLASSE

Mit Schlagermusik von den Hot Dogs wollten die Münchener DGB-Bonzen den Kollegen auf dem Königsplatz die Klassenkampfgedanken aus dem Kopf blasen. Auf der anderen Seite des Königsplatzes sang die Songgruppe der KPD/ML die Kampflieder der Arbeiterklasse. So wurde den Kollegen schon vor dem Kundgebungsbeginn klar, wie hier die Fronten verliefen. Als die Herren vom DGB-Apparat gerade mit ihren Feiertagsreden anfangen wollten, marschierte die KPD/ML mit ihren revolutionären Klassenkampfparolen auf den Platz. Da kam Unruhe in die Reihen der Kapitalistenknechte. Die Parole 'KAMPF DEM DGB-APPARAT' versetzte sie natürlich vollends in Aufruhr. Hier wollte ihnen jemand die bequemen Sessel untern Hintern wegziehen. Da wurden diese Herren, die sich den Kapitalisten gegenüber immer um feinste Zurückhaltung bemühen, plötzlich kämpferisch. Im Nu hatten sie aus den Ordnern einen Schlägertrupp zusammengestellt, um gegen diese Parole, die ihren Verrat an der Arbeiterklasse anprangerte, vorzugehen. Bei Entlassungen und Kurzarbeit ist dieses Pack nicht so reaktionsschnell. An der Spitze dieses Schlägertrupps stand kein Anderer als der Münchener DGB-Chef und Sozialdemokrat (SPD, d. Vf. ) Ludwig Koch. Kapitalistenknecht Koch, der sich oft und gern als 'antifaschistischer Kämpfer' feiern läßt, demonstrierte hier, daß er keineswegs vor faschistischen Methoden zurückschreckt, wenn es gilt, seine Interessen als Bonze gegen oppositionelle Gewerkschaftsmitglieder durchzusetzen. Er demonstrierte endgültig, wie weit es mit der vielbesungenen innergewerkschaftlichen Demokratie her ist. Wenn Gewerkschaftsmitglieder öffentlich am Apparat Kritik üben, wird sofort versucht, sie mit allen Mitteln - eben auch mit faschistischen Schlägertrupps - zum Schweigen zu bringen. Dem Koch und dem Rest seiner Bande von Arbeiterverrätern sei gesagt: Ihr könnt noch tausend Schlägertrupps auf die Beine stellen, aber Ihr werdet nicht verhindern, daß immer mehr Kollegen Euren Verrat an den Interessen der Arbeiterklasse und Euer Komplizentum mit den Kapitalisten erkennen.

Wie in vielen anderen Städten Westdeutschlands organisierte die KPD/Marxisten-Leninisten auch in München eine Rote Mai-Demonstration. Unter ihrer Führung demonstrierten 300 - 400 Teilnehmer mit roten Fahnen und Transparenten durch die Arbeiterviertel Lehel und Haidhausen. In Sprechchören und auf Transparenten propagierten sie die Einheit aller Arbeiter im Kampf gegen Lohnabbau, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Angesichts der ständigen Verschärfung der Ausbeutung, angesichts der Verschärfung der Unterdrückung der Arbeiterklasse durch den neuen Entwurf zum Betriebsverfassungsgesetz (BVG, d. Vf. ) erteilten sie der von den DGB-Bonzen vertretenen Politik der 'Zusammenarbeit mit den Unternehmern' eine klare Abfuhr:

STOPPT DEN MITBESTIMMUNGSKRAMPF,
VEREINIGT EUCH IM KLASSENKAMPF!

Immer wieder kamen Parolen gegen die Preistreiebrei und den Mietwucher auf. Anders als bei den DGB-Festrednern wurde hier klar gesagt, wo der Schuh drückt:

MIETPREISTREIBER - HALSABSCHNEIDER!

Von den Passanten auf der Straße und den Kollegen an den Wohnungsfenstern wurde die Demonstration teils mit Interesse, teils mit offener Sympathie begrüßt. Nur wenige nahmen gegenüber den Demonstrationsparolen eine ablehnende Haltung ein. Vereinzelt wurde sogar die geballte Faust zum proletarischen Gruß erhoben. Besonders begrüßt wurde die klare Abfuhr, die den Revisionisten vom Schlage Ulbrichts (SED der DDR, d. Vf. ) und den D'K'P-Führern (DKP, d. Vf. ) erteilt wurde.

NIEDER MIT ULBRICHT UND BRANDT,
ALLE MACHT IN ARBEITERHAND!

Zwischen den Parolen erklangen die alten Kampflieder der Arbeiterklasse und Hochrufe auf die großen Führer der internationalen Arbeiterbewegung: MARX, ENEGLS, LENIN, STALIN und MAO TSE-TUNG.

Auf der Schlußkundgebung auf dem Wörth-Platz wurde in einer kurzen Rede noch einmal die Notwendigkeit des organisierten Abwehrkampfes aller Arbeiter und kleinen Angestellten gegen die Auswirkungen der kommenden Krise betont. Offensichtlich völlig im Sinne der Kundgebungsteilnehmer wurde in der Rede aber auch erklärt, daß es für die werktätigen Menschen letztlich so lange keine Sicherheit geben wird, wie es die kapitalistische Ausbeuter- und Krisenwirtschaft gibt. Hundertfach erklang die Parole zum Sturz der Kapitalistenklasse:

ALLE MACHT IN JEDEM STAAT FÜR DAS PROLETARIAT!

Zum Schluß der Kundgebung sangen alle Teilnehmer die Internationale, das Kampflied der Arbeiterbewegung in der ganzen Welt. Die Begeisterung, die beim Erklingen der Internationale aufkam, verriet, daß für die versammelten Kollegen und Genossen der proletarische Internationalismus kein leeres Wort war. Mit der Internationale drückten die Kollegen und Genossen ihre ehrliche Solidarität mit den um ihre Befreiung kämpfenden unterdrückten Völkern aus, ihre Solidarität mit den kämpfenden Klassenbrüdern in der ganzen Welt. Mit dem Gesang der Internationale aber sandten sie auch Kampfesgrüße an die siegreichen Arbeiter- und Bauernklassen in den Volksrepubliken China und Albanien und den anderen sozialistischen Ländern.

Nach der Kundgebung auf dem Wörth-Platz führte die KPD/ML noch eine Veranstaltung mit ungefähr 200 Teilnehmern in einer Haidhausener Gaststätte durch. Hier wurde konkret über die Politik der KPD/ML und ihrer Massenorganisationen wie der ROTEN GARDE (RG, d. Vf. ) und den ROTEN BETRIEBSGRUPPEN (RBG, d. Vf. ) diskutiert. Die KPD/ML nahm dabei zu allen Fragen, die gestellt wurden, Stellung. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage des Parteiaufbaus und die Arbeit der ROTEN BETRIEBSGRUPPEN.

Eine Reihe von Teilnehmern meldete sich spontan zur Mitarbeit in den Roten Betriebsgruppen oder anderen Organisationen der KPD/ML.

NIEDER MIT DEM USA-IMPERIALISMUS UND SOZIALIMPERIALISMUS (SU, d. Vf. )

PROLETARIER UND UNTERDRÜCKTE VÖLKER ALLER LÄNDER VEREINIGT EUCH

ES LEBE DER 1. MAI

KAMPFTAG DER ARBEITER UND UNTERDRÜCKTEN VÖLKER ALLER LÄNDER"

In einem dazugehörigen Kasten erscheint der:"
KÖNIGSPLATZ-SONG

Kommt der Vogel geflogen,
läßt sich nieder beim DGB,
hat die Arbeiter betrogen,
ja so ist die SPD!"

Gefragt wird auch:"
WARUM DREI DEMONSTRATIONEN AM 1. MAI?

Die meisten Kollegen hatten von den leeren Phrasen, die die DGB-Bonzen alljährlich zum 1. Mai vom Stapel lassen, die Nase voll. Sie hatten es satt, ständig von angeblichen Fortschritten und großen Erfolgen zu hören, während sich ihre wirtschaftliche und soziale Situation immer mehr verschlechtert. Sie hatten das Gerede von 'Zusammenarbeit mit den Unternehmern' satt, weil das Unternehmertum der Kapitalisten sich immer so äußert, daß sie alles unternehmen, um die Ausbeutungsschraube noch weiter anzuziehen.

Es war klar, daß die meisten Kollegen zu der DGB-Feier gar nicht erst hingehen würden. In dieser Situation haben viele Kollegen die Notwendigkeit einer 1. Mai-Demonstration ohne die Bonzen eingesehen. Die meisten Kollegen aber werden nicht eingesehen haben, warum plötzlich von der RAJ (Revolutionäre Arbeiterjugend), von den Arbeiterbasisgruppen und von der KPD/Marxisten-Leninisten zu drei getrennten Roten Maidemonstrationen aufgerufen wurde. Das war auch einfach nicht zu verstehen! - Diese Spaltung war heller Wahnsinn!

WER WOLLTE DIE EINHEIT?

Die KPD/ML hat von Anfang an gesagt: zum 1. Mai muß es eine EINHEITLICHE Demonstration der klassenbewußten Arbeiter Münchens geben. Die Einheit darf nicht daran scheitern, daß es zwischen den verschiedenen revolutionären Organisationen bestimmte politische Differenzen gibt. Und die KPD/ML hat nicht nur so geredet, sie hat danach gehandelt. Mehrere Wochen vor dem ersten Mai hat die KPD/ML alle revolutionären Organisationen zu Bündnisverhandlungen für eine Rote Mai-Demonstration eingeladen. Parolen, Kundgebungsreden und Demonstrationsweg sollten von allen Organisationen GEMEINSAM beschlossen werden. Jede Organisation sollte gleichberechtigt sein. Dieses Bündnisangebot der KPD/ML war fair. Es beweist, daß die KPD/ML am 1. Mai die Einheit wollte. In mehreren Verhandlungen hat die KPD/ML versucht, die Einheit zwischen den Organisationen herzustellen. Dabei zeigte sich, wo die Spaltpilze sich eingenistet hatten.

DIE RAJ ALS PAPPKAMERAD DES UNI-ASTA (LMU, d. Vf. )

Die RAJ - ein Zirkel von 15 - 20 Mann - trat von Anfang an unheimlich arrogant und großkotzig auf. In ihrer Spaltungsabsicht scheuten die RAJ-Führer nicht einmal davor zurück, das vom großen Lenin aufgestellte Prinzip von 'Unabhängigkeit und Selbständigkeit jeder Organisation in einem Bündnis' mit den Füßen zu treten. Die RAJ-Häuptlinge verletzten das Bündnisangebot der KPD/ML. Sie wollten die Politik der KPD/ML bestimmen. Sie wollten der KPD/MARXISTEN-LENINISTEN verbieten, auf dem Königsplatz offen den Verrat des DGB-Apparats anzugreifen. Kollegen, was hättet ihr gesagt, wenn die KPD/ML und die ROTE DRUCKEREIARBEITERGRUPPE, die die DGB-Bonzen ständig auf Flugblättern angreifen, ausgerechnet am 1. Mai den Schwanz eingezogen hätte und auf dem Königsplatz gar nicht erst erschienen wäre? So verhält sich keine Kampfpartei! Das ist nicht die offene und ehrliche Art, die Lenin von jedem Kommunisten fordert. Wer sich so verhält beweist, daß seine ganzen Flugblätter reine Schaumschlägerei waren. Die KPD/ML wird den Verrätern vom DGB-Apparat auf jeden Fall immer offen entgegentreten, wenn diese Herren sich schon mal aus ihrem Glaspalast herauswagen. Es zeigte sich sehr schnell, wer hinter dieser Spaltungstaktik der RAJ stand: der Uni-AStA und die Mehrheit der studentischen Roten Zellen benutzten die RAJ als Aushängeschild. Sie finanzierten die 1. Mai-Propaganda der RAJ. Studenten stellten den Löwenanteil der RAJ-Demonstranten.

DIE ABG IM SUMPF DES OPPORTUNISMUS

Die Arbeiterbasisgruppen wollten von Anfang an von einem Bündnis zum 1. Mai nichts wissen. Sie wollten auch von einer Mai-Demonstration ohne die DGB-Bonzen nichts wissen. Erst wenige Tage vor dem 1. Mai, als klar war, daß die KPD/ML auf jeden Fall eine Rote Mai-Demonstration durchführen würde, bekamen die ABG-Häuptlinge offensichtlich das große Zittern: sie fürchteten wohl, zum ersten Mai zuwenig Publicity zu bekommen, wenn sie nur auf dem Königsplatz herumstünden. da rückten sie plötzlich mit dem Plan heraus, nach der DGB-Kundgebung vom Königsplatz zum Wittelsbacher Platz - zur Siemens-Verwaltungszentrale - zu demonstrieren. Das sind ungefähr 300 m.

Was ist zu der Haltung, die die ABG am 1. Mai an den Tag legten, zu sagen?

Die ABG haben auf ihren Flugblättern aufgefordert, zu der DGB-Kundgebung zu kommen, ohne den Verrat der DGB-Bonzen auch nur mit einem Wort anzuprangern. Auch auf dem Königsplatz haben sie sich mucksmäuschenstill verhalten. Das war blanker Opportunismus. Auch die Siemens-Demonstration, die auf den ersten Blick einen durchaus kämpferischen Anschein hat, erscheint bei genauerer Betrachtung als Ausgeburt der opportunistischen Tendenz der ABG-Führer. Welche Funktion hat es eigentlich, 300 m durch eine menschenleere Innenstadt zu einem leeren Siemens-Verwaltungsgebäude zu ziehen, um dort eine kurze Rede zu halten? - Das hat überhaupt keine Funktion. - Das ist nichts weiter als ein symbolischer Protest. In Wirklichkeit hatten die ABG-Häuptlinge einfach nicht den Mut zu einer kämpferischen und offensiven Mai-Demonstration. Sie haben noch nie eine Demonstration gemacht, wenn die Gefahr bestand, daß diese zahlenmäßig sehr klein bleiben würde. Das zeigte sich klar bei der letzten Lohnrunde (DPTR - vgl. Feb. 1971, d. Vf. ): die ROTE DRUCKEREIARBEITERGRUPPE DER KPD/ML führte mit wenigen Teilnehmern eine Demonstration zum DGB-Haus durch, weil sie von deren Notwendigkeit überzeugt war. Die Arbeiterbasisgruppen aber verhielten sich mucksmäuschenstill. Die Rechnung der ABG-Häuptlingen für die Demonstration zum Wittelsbacher Platz war einfach: nach Abschluß der DGB-Kundgebung mußte ein Teil der Kollegen den Königsplatz in Richtung Stachus verlassen, ein anderer Teil mußte notgedrungen in Richtung Wittelsbacher Platz abziehen. Die ABG brauchten sich mit ihren Transparenten nur noch an die Spitze zu setzen, und schon sah das ganze nach einer Demonstration aus. Daß bei so einem Manöver die D'K'P (DKP, d. Vf. ) fleißig mitmischen würde, - darauf konnten sich die ABG-Häuptlinge ohnehin verlassen.

Solche opportunistischen Tricks macht die KPD/ML nicht mit. Sie hat klar gesagt, daß auch für sie die Solidarität mit den bereits von Krisenauswirkungen betroffenen Kollegen im Mittelpunkt dieses 1. Mai stand. Die Mai-Demonstration durch Arbeiterviertel (Lehel, Haidhausen) sollte dazu beitragen, die am 1. Mai zu Hause gebliebenen Kollegen (und das waren die meisten) von der Notwendigkeit einer Einheitsfront aller Arbeiter im Kampf gegen Lohnabbau, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit zu überzeugen und für diese Einheitsfront zu gewinnen. Das ist ein klarer Schritt zur Organisierung des Verteidigungskampfes der Arbeiterklasse in der kommenden Krise. Das ist kein symbolischer Protest, sondern ein Schritt echter, kämpferischer Solidarität. "

Enthalten ist noch ein Comic, wo neben einem Wegweiser mit zwei Pfeilen, zur Revolution mit der KPD/ML oder zu Revisionismus und Opportunismus mit der DKP, gefragt wird, "ABG - wohin?".
Q: Der Druckerei Arbeiter Nr. 2/3, München Juni 1971, S. 8ff; KPD/ML-ZK-OG-München-RBG Siemens: Der Krisenschlachtplan der Siemens-Bosse ist schon lange vorbereitet!, München o. J. (Apr. 1971), S. 2;Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 11, München Mai 1971;Auf Draht Nr. 2, München Mai 1971;Arbeitersache Nr. 8 und 10, Regensburg Mai bzw. Juli 1971;Rote Fahne Nr. 5, Tübingen Mai 1971;AB: 10 Jahre Antwort auf die Frage 'Was Tun?'. 10 Jahre Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD, München 1980, S. 35f;Arbeiterstimme Nr. 9, Bremerhaven Mai 1971, S. 6;Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 7, Hamburg 26. 5. 1971;ABG: Rechenschaftsbericht des Zentralen Komitees der Arbeiter-Basis-Gruppen, angenommen von der 3. ordentlichen Vollversammlung im Juni 1972, o. O. 1972, S. 13;ABG: Rechenschaftsbericht des Zentralen Komitees der Arbeiter-Basis-Gruppen für die Zeit von Mai 1970 bis zum März 1971 , o. O. (München) o. J. (1971), S. 29;KPD/ML-ZK-OG-München-RBG BMW: Krise: Es kracht an allen Ecken, München o. J. (Apr. 1971), S. 2;

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Juni 1971:
Die Rote Druckerei-Arbeitergruppe München der KPD/ML-ZK gibt ihren 'Druckerei Arbeiter' Nr. 2/3 (vgl. Apr. 1971, 13. 9. 1971) heraus. Gefordert wird:"
STOP DEM MITBESTIMMUNGSKRAMPF - VEREINIGT EUCH IM KLASSENKAMPF!!

Für den diesjährigen 1. Mai, den Weltkampftag der Arbeiterklasse, haben die DGB-Gewerkschaften die zentrale Parole ausgegeben: 'Der Mensch steht im Mittelpunkt'. Ungewollt entlarven die DGB-Bosse mit dieser Parole ihre arbeiterverräterische Politik aufs treffendste. Denn was bedeutet diese versöhnlerische Parole? Warum werden Ausbeuter nicht mehr Ausbeuter genannt und Ausgebeutete nicht mehr Ausgebeutete? Warum verschweigt man, daß es Klassen gibt, eine herrschende und eine unterdrückte? Warum gibt es für den DGB nur noch 'Menschen'?

Viele Kollegen haben es bereits erkannt: Die korrupten DGB-Gewerkschaften haben mit der Kapitalistenklasse und deren Helfern in der Regierung einen Pakt geschlossen, der ihnen Macht, Posten und fette Pfründe für immer sichern soll. Als Gegenleistung haben sie sich verpflichtet stillzuhalten, wenn Abs, Flick, Siemens, Schiller und Kumpanen wieder einmal zuschlagen. Deshalb müssen sie uns darüber täuschen, daß in der Bundesrepublik einige wenige etwas zu sagen haben und Riesenprofite machen, während die riesengroße Mehrheit schuftet und schuftet, um sich über Wasser halten zu können. Deshalb kümmern sich die DGB-Bonzen mehr um das Wohl der Kapitalisten als um das der Arbeiter und Angestellten. Gerade zur Zeit, wo viele Kollegen kurzarbeiten müssen, sehen wir, daß sich die Kapitalisten einen Dreck um den Menschen scheren, wenn es um die Erhaltung ihrer Riesenprofite geht. Scheren wir uns also einen Dreck um das Wohl der Kapitalisten, kümmern wir uns um unser eigenes, das der Arbeiterklasse. Daher unsere Parole:
'DER ARBEITER STEHT IM MITTELPUNKT'!

MITBESTIMMUNG - UNTERDRÜCKUNGSINSTRUMENT DER KAPITALISTEN

Von dieser hinterhältigen Parole, die uns einnebeln soll, ist es dann nicht mehr weit zur Forderung nach 'Mitbestimmung'. Sie paßt wie die Faust aufs Auge. Auch mit dieser Forderung wollen uns die Arbeiterverräter im DGB den Blick trüben: Sie soll ablenken von der Forderung aller fortschrittlichen und revolutionären Arbeiter nach SELBSTBESTIMMUNG.

Die 'Mitbestimmung', wollen sie uns weismachen, soll uns einen gerechteren Anteil am gesellschaftlichen Reichtum sichern. In Wirklichkeit sichert und stützt sie die brutale Ausbeuterordnung. "
Q: Der Druckerei Arbeiter Nr. 2/3, München Juni 1971

April 1972:
Die LgdI der KPD berichtet vermutlich aus dem April aus München (vgl. 30.4.1972):"
Zur Vorbereitung der Mai-Kampagne bildeten wir zwei Aktivs, in denen wir uns für die Agitation im Stadtteil vorbereiteten. Mehrere Agitationstrupps arbeiteten hauptsächlich in dem Stadtteil, in dem die Demonstration stattfand, aber auch an der Uni. Im Stadtteil stellten wir uns genau dahin, wo viele Werktätige auf ihren Bus warten müssen. In jedem Trupp hängte sich einer zwei Tafeln um, auf deren Vorderseite das LIGA-Emblem gemalt war und auf deren Rückseite zum Besuch der Maiveranstaltung der LIGA aufgerufen wurde. Durch lautes Rufen von Parolen, Verteilen von Flugblätter und dem Verkauf der INTERNATIONALEN SOLIDARITÄT lenkten wir das Interesse vieler Kollegen auf uns. So entwickelten sich schnell Gespräche, als wir die anfängliche Scheu überwunden hatten. Wichtige Fragen in den Diskussionen kamen immer wieder zum Krieg in Vietnam und zu den Ostverträgen. Den Vorstellungen, daß die Amerikaner dem Volk in Südvietnam zu Hilfe kämen, konnten wir anschaulich entgegenstellen, daß die USA-Imperialisten in Vietnam wie überall ihre 'Hilfe' nur gegen das Volk richten, daß sie die Bevölkerung in riesigen KZs einsperren lassen müssen und alle denkbaren verbrecherischen Mittel einsetzen, um den Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes zu verhindern, weil die USA-Imperialisten sonst ihre großen Profitquellen in den unterjochten Ländern verlieren.

In unseren Gesprächen über die Friedensdemagogie der SPD-Regierung mit den Ostverträgen merkten wir, daß es für uns noch schwierig ist, gegen die Illusionen, die die SPD-Regierung verbreitet, anzugehen. Aber überall, wo wir auftraten, spürten wir ein großes Interesse der Kollegen, mit uns zu diskutieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Kollege, der während eines Schneegestöbers an einem der Nachmittage den Schirm über den Genossen der LIGA hielt, damit seine Flugblätter nicht aufweichten. Besonders aktiv wurden wir in unserer Arbeit von der EKKE, der Revolutionären Kommunistischen Bewegung Griechenlands unterstützt, die mit uns vor MAN und BMW (IGM-Bereich, d. Vf. ) die Flugblätter der LIGA, der EKKE und der KPD verteilten. "
Q: Internationale Solidarität Nr. 4, Berlin Mai 1972, S. 4

April 1972:
In München gibt die Arbeitersache vermutlich im April das Flugblatt "1. Mai. Unser Kampf für ein besseres Leben" heraus, das zum Arbeiterfest im Hackerkeller am 30.4.1972 und am 1. Mai zur Demonstration um 16 Uhr ab Pariser Platz aufruft.
Q: ASM: 1. Mai. Unser Kampf für ein besseres Leben, München o. J. (1972)

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April 1972:
Vermutlich im April gibt in München die Branchengruppe HBV der ABG die Nr. 3 ihrer Zeitung 'Handeln Bereit sein Vereinigen' (HBV) als Flugblatt zum 1. Mai heraus (vgl. 27.3.1972, Okt. 1972), welches u. a. aus dem Einzelhandel und von Karstadt Oberpollinger berichtet.
Q: Handeln Bereit sein Vereinigen Nr. 3, München o. J. (1972)

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April 1972:
In München gibt das Jugendsekretariat der ABG vermutlich im April das zweite 'Kämpfende Jugend' Flugblatt (vgl. Aug. 1972) unter dem Titel "Wohin am 1. Mai" heraus. Nicht folgen solle man der KPD/ML-ZB, sondern stattdessen lieber wie ABG und u. a. HBV-Jugendgruppe und DruPa-Jugendgruppe zur DGB-Kundgebung auf dem Königsplatz und danach demonstrieren gehen.
Q: Kämpfende Jugend Flugblatt Nr. 2, München o. J. (1972)

April 1972:
Die Aktionseinheit antiimperialistischer Schüler München gibt die Nr. 9 ihrer 'Münchner Schüler Zeitung' (MSZ) (vgl. 13. 3. 1972, Mai 1972) heraus. Am 1. Mai solle man mit den ABG demonstrieren. Spenden für die Maikampagne der ABG werden von den MSZ-Verkäufern angenommen.
Q: Münchner Schüler Zeitung Nr. 9, München Apr. 1972

April 1972:
Die Nr. 6 der 'Kommunistischen Schüler- und Studentenzeitung' (KSZ) – Organ des KHB/ML und der RSF der ABG erscheint in München. Zum 1. Mai wird u. a. ausgeführt:"
Es ist die Pflicht der Kommunisten, in unserem Raum der Arbeiter-Basis-Gruppen, sich an die Spitze dieses Kampfes zu stellen, der Arbeiterklasse den Weg zu weisen zur sozialistischen Revolution. Die Arbeiter-Basis-Gruppen unterstützen daher in vier bayerischen Städten die gewerkschaftlichen Kundgebungen und führen anschließend eigene Veranstaltungen durch. "
Q: Kommunistische Schüler und Studentenzeitung Nr. 6, München Apr. 1972, S. 11

April 1972:
Der Zentralverband der Roten Zellen (ZVROZ) München gibt seine 'Dem Volke dienen' (DVD) Nr. 2 für April heraus mit einem Leitartikel zum 1. Mai.
Q: Dem Volke dienen Nr. 2, München Apr. 1972, S. 1f

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13.04.1972:
Innerhalb der LgdI der KPD erscheint der Rundbrief des Zentralvorstandes Nr. 9, der auf die Gründung des Landesverbandes Bayern vorbereitet (vgl. 15. 4. 1972) und zur Maikampagne bekanntgibt, daß in Bayern in München eine eigene Maidemonstration vom Zentralverband der Roten Zellen (ZVROZ) München, den Roten Zellen an der Uni Erlangen und fortschrittlichen Studenten und Schülern aus Nürnberg geplant sei.
Q: LgdI-ZV:Rundbrief Nr. 9, o. O. 13. 4. 1972

17.04.1972:
In dieser Woche gibt in München die Druck-Betriebsgruppe der ABG die Nr. 9 ihres 'Roten Widerdruck' (vgl. 20. 3. 1972, 15. 5. 1972) heraus, die zum 1. Mai aufruft.
Q: Roter Widerdruck Nr. 9, München Apr. 1972, S. 1ff

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17.04.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt in München die Betriebsgruppe Siemens der ABG die Nr. 13 ihrer 'Auf Draht' (vgl. 13. 3. 1972, 15. 5. 1972) heraus, die zum 1. Mai aufruft.
Q: Auf Draht Nr. 13, München Apr. 1972, S. 1 und 8f

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17.04.1972:
In dieser Woche geben in München die ABG die Nr. 8 ihrer Stadtzeitung 'Roter Anzeiger' (vgl. 20. 3. 1972, Mai 1972) heraus, deren 8 Seiten noch ein zweiseitiger Maiaufruf beigelegt ist. Zum 1. Mai sollen die Hausfrauen mit dem Komitee Internationaler Frauentag demonstrieren.
Q: Roter Anzeiger Nr. 8, München Apr. 1972, S. 6

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17.04.1972:
Laut der KPD/ML-ZB soll "am 17. April in München ein Prozeß gegen sieben Kommunisten beginnen, die wegen 'schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung' angeklagt sind" (vgl. 15. 4. 1972, 19. 4. 1972).

Laut der KPD/ML-ZK sind aber nur die vier Erwachsenen angeklagt, gegen die drei Jugendlichen wird später verhandelt (vgl. 15. 6. 1972).

Die KPD/ML-ZB schreibt u. a. :"
Der Lanz-Prozeß und die Verleumdungskampagne sind eine reale Gefahr für die Marxisten-Leninisten. Es ist notwendig, gegen alle diese Maßnahmen und Verbotsvorbereitungen den Kampf aufzunehmen und die Partei zu verteidigen . . . Darum hält die KPD/ML es für notwendig, einen breiten und umfassenden Kampf gegen diese Verbotsvorbereitungen und besonders den Lanz-Prozeß zu führen, der die Hetze vor dem Roten 1. Mai verstärken soll. Folgende Losungen sind für uns die feste Grundlage jedes Bündnisses: Weg mit dem KPD-Verbot! Freiheit für die Marxisten-Leninisten! Kampf der Klassenjustiz! Freispruch der 7 Kommunisten! Kampf der Sozialdemokratie - Dem Steigbügelhalter des Faschismus!. . . . Das sind die drei Losungen, auf deren Grundlage die KPD/ML Bündnisse für diesen Prozeß und für den weiteren Kampf gegen die Klassenjustiz eingehen wird. "
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 31, Bochum 26. 4. 1972, S. *; Rote Fahne Nr. 7, Bochum 3. 4. 1972, S. 5;Roter Morgen Nr. 10, Hamburg 23. 5. 1972, S. 8

19.04.1972:
Die KPD berichtet heute:"
KOMMUNISTISCHER STUDENTENVERBAND (KSV) - KOMMUNISTISCHE STUDENTEN IM KAMPF FÜR DEN 1. MAI
. . .
Die mit dem KSV sympathisierenden Organisationen an der Uni München und der Uni Erlangen/Nürnberg, der Zentralverband der Roten Zellen (ZVROZ, d. Vf. ) München und die Roten Zellen an der Erlanger Uni, werden sich in die Demonstrationen der Liga gegen den Imperialismus (LgdI, d. Vf. ) in München und Nürnberg einreihen, um am 1. Mai gemeinsam mit allen antiimperialistischen Menschen den Kampf der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus und für den Sieg der Völker Indochinas zu demonstrieren.
. . .
GEGEN REFORMISMUS UND REVISIONISMUS - FÜR DIE REVOLUTIONÄRE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE - KPD!
FÜR DAS FESTE BÜNDNIS DER ARBEITERKLASSE MIT ALLEN UNTERDRÜCKTEN SCHICHTEN DES VOLKES IM KAMPF FÜR DIE SOZIALISTISCHE REVOLUTION!
VORWÄRTS BEIM NATIONALEN AUFBAU DES KSV!
VORWÄRTS ZUM 1. MAI!"
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19. 4. 1972, S. 5

24.04.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt in München die Betriebsgruppe Zündapp der ABG ein Extra ihres 'Zündfunken' (vgl. Apr. 1972, 8. 5. 1972) zu den Betriebsratswahlen (BRW) heraus. Beigeheftet ist ein Extrablatt der 'Kommunistischen Arbeiterzeitung' (KAZ) der ABG zur Unterschriftensammlung der Gewerkschaften für die Ostverträge und mit Aufruf zum 1. Mai.
Q: Zündfunke Extrablatt, München o. J. (Apr. 1972); Kommunistische Arbeiterzeitung Extrablatt Liebe Kolleginnen und Kollegen, München o. J. (Apr. 1972)

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30.04.1972:
Die LgdI der KPD berichtet aus München von der Maikampagne (vgl. Apr. 1972, 1. 5. 1972):"
Am 30. April sprach ein Genosse der KPD auf unserer gut besuchten Veranstaltung. "
Q: Internationale Solidarität Nr. 4, Berlin Mai 1972, S. 4; LgdI-LV Bayern:1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, o. O. o. J. (1972)

30.04.1972:
Die Arbeitersache München (ASM) über ihre Arbeit im Metallbereich (vgl. 12. 3. 1973), dass zu ihrem ersten Arbeiterfest in einer Kneipe ein paar deutsche Lehrlinge sowie Griechen, Italiener, Jugoslawen und Türken gekommen seien.
Zur Vorbereitung des heutigen Maifest heißt es, "ein großes Flugblatt mit den Kampfinhalten des ganzen letzten Jahres wurde an allen Fabriken verteilt. "
Q: Wir wollen alles Nr. 2, Gaiganz 19. 3. 1973

Mai 1972:
In München geben die ABG die achtseitige Nr. 9 ihrer Stadtzeitung 'Roter Anzeiger' (vgl. 17.4.1972, Juni 1972) heraus, mit Berichten vom 1. Mai.
Q: Roter Anzeiger Nr. 9, München Mai 1972, S. 1 und 6f

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Mai 1972:
Bei Philips Aachen gibt die Betriebszelle der KPD vermutlich im Mai ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' Nr. 2 (vgl. Apr. 1972, 6. 6. 1972) heraus. Berichtet wird vom 1. Mai u. a. aus München.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr. 2, Aachen o. J. 1972

01.05.1972:
Nach späterem Bericht des AB zeigen die Demonstrationen und Kundgebungen "im bayerischen Chemiedreieck, in Passau, Regensburg, Kelheim und München", daß die ABG "zur überörtlichen Organisation geworden" sind. Nach damaligen Angaben führen die ABG aber nur in 4 Städten Bayerns (München, Regensburg, Passau und Burgkirchen) Maiaktionen durch bzw. leiten diese an. Aufgerufen wurde dazu u.a. durch einen Maiaufruf der ABG und der ihnen angeschlossenen marxistisch-leninistischen Organisationen. Vom ZK der ABG wird dazu später die Schrift: "1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse 1972" herausgegeben.

Diese enthält die Abschnitte:
- "Das war ein großer 1. Mai" mit den Berichten "in München: Aufschwung der Arbeiterbewegung", "in Regensburg: Arbeiter für den Kommunismus", "in Kelheim", "in Passau: Arbeiterklasse demonstriert" und "im Chemiedreieck: Ein Schritt vorwärts";
- "1. Mai Aufruf";
- "Refererat des Zentralen Komitees der ABG. Vorgetragen auf der Arbeiterversammlung der Arbeiter-Basis-Gruppen am 1.Mai 1972" in München;
- "Rede des Jugendsekretariats der Arbeiter-Basis-Gruppen auf der 1. Mai-Veranstaltung in München";
- "Grussadressen" vom ZK, vom KHB(ML), der RSF und der PEF Türkei an die Veranstaltung in München.
Q: AB: 10 Jahre Antwort auf die Frage 'Was Tun?'.10 Jahre Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD, München 1980, S. 42; ABG-ZK: 1.Mai 1972. Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, München 1972

01.05.1972:
In München demonstrieren, laut KB, 25 000, das meint auch die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg, die auch die maßgebliche Vorbereitung der Demonstration durch die ABG mitteilt.

Die ABG führen, nach eigenen Angaben, nach der DGB-Kundgebung auf dem Königsplatz, an der sich ca. 25 000 beteiligen, eine Demonstration durch, der sich fast alle Teilnehmer der DGB-Kundgebung anschließen. Hausfrauen werden aufgerufen mit dem Komitee Internationaler Frauentag an der Demonstration teilzunehmen. Aufgerufen wird auch von der Aktionseinheit Antiimperialistischer Schüler München und auch vom Jugendsekretariat der ABG, u. a. mit dem 'Kämpfende Jugend' Flugblatt Nr. 2, "Wohin am 1. Mai", in dem gegen die KPD/ML-ZB polemisiert und aus den Jugendgruppen der HBV und der IG Druck München berichtet wird. Die ABG erstellen auch Aufkleber.

Die KPD/ML-ZK führt eine eigene Demonstration durch.

Die Maiveranstaltung der ABG findet um 14 Uhr im überfüllten Hackerkeller in der Theresienhöher Straße mit, nach eigenen Angaben, 600 Besuchern statt. Grüße werden von KHB/ML, RSF, Aktion Roter Punkt (ARP), der PEF Türkei und den Proletarischen Revolutionären (PR) der Türkei entrichtet.

Der 1. Mai in München war, laut ABG, eine "großartige Manifestation des machtvollen Aufschwungs der Arbeiterbewegung und Kommunistischen Bewegung in Westdeutschland und Westberlin".

Ca. "25 000 Kollegen kamen am Morgen zum Königsplatz und vereinten sich im Anschluß an die Kundgebung zum größten und machtvollsten Demonstrationszug in München seit Ende der 50iger Jahre . . . Der Plan, die fortschrittlichen Arbeiter und die Kommunisten vom Königsplatz zu verbannen, blieb im kläglichen Anfang stecken. Als von den DGB-Führern die Polizei auf das Haupttransparent der Arbeiter-Basis-Gruppen gehetzt wurde und dies beschlagnahmt werden sollte, tat sich sofort eine Mauer von Kollegen vor den Uniformierten auf, und einer der Kollegen riefen ihnen zu: 'Auf ein Kommunisten-Transparent, da geht ihr los! Aber wenn ein Hakenkreuz drauf wäre, dann dürft's stehenbleiben!' . . . Tausende von Kollegen brachten ihre klassenkämpferische Haltung auch dadurch zum Ausdruck, daß sie das Mai-Abzeichen trugen, das von den Arbeiter-Basis-Gruppen verkauft wurde: Die rote Fahne, das Sturmzeichen der kämpfenden Arbeiterklasse . . . . Die 'linken' Sektierer waren einmal mehr nicht dort zu finden, wo die Arbeiterklasse ihren Kampf führt, nämlich auf dem Königsplatz und auf der Demonstration der über 25 000, vielmehr zogen sie es auch diesmal wieder vor, mit ihrem aufgeregtem Häuflein weit vom Schuß durch die Straßen zu eilen . . . . Der große Aufschwung der Arbeiter- und der kommunistischen Bewegung kam auch nachmittags in der 1. Mai-Veranstaltung zum Ausdruck, zu der die Arbeiter-Basis-Gruppen wie in den vergangenen Jahren aufgerufen hatten, und zu der doppelt soviel wie im letzten Jahr kamen. 600 Kollegen füllten den großen Saal des Hackerkellers . . . Mit besonders großer Begeisterung wurden die politischen und organisatorischen Erfolge und Fortschritte der Arbeiter-Basis-Gruppen begrüßt, die die Arbeiter-Basis-Gruppen verpflichtet und befähigten, den Aufbau der überörtlichen kommunistischen Organisation auf die Tagesordnung zu setzen . . . Als der Redner die Gewerkschafts- und Einheitsfrontpolitik der Arbeiter-Basis-Gruppen erläuterte, brachten die Kollegen durch demonstrative Beifallskundgebungen zum Ausdruck, wie sehr diese Politik den Erfordernissen des tagtäglichen Kampfes im Betrieb und in der Gewerkschaftsarbeit gerecht wird. Ebenso demonstrativ gaben die Kollegen zu verstehen, wie wichtig der Wiederaufbau der Kommunistischen Partei für sie ist . . . Bevor Vertreter der Arbeiter-Basis-Gruppen noch verschiedene Einzelfragen der Kollegen beantworteten, wurden Grußadressen des Kommunistischen Hochschulbundes (Marxisten-Leninisten), der Roten Schüler-Front und der Aktion Roter Punkt vorgetragen. Mit besonders herzlicher Zustimmung wurde die Grußadresse der Patriotischen Einheitsfront für eine demokratische Türkei und der Proletarischen Revolutionäre der Türkei aufgenommen. "

"Auf der 1. Mai Veranstaltung in München konnte der Genosse Hans Zintl vor nunmehr 600 Kollegen, Freunden und Genossen . . . feststellen: Heute haben wir die politische Reife und die organisatorische Kraft, um den Aufbau der überörtlichen kommunistischen Organisation für den Wiederaufbau der kommunistischen Partei auf die Tagesordnung zu setzen. "

An der KPD-Demonstration in München ab Sendlinger Tor nehmen, nach eigenen Angaben, 220 Personen teil. Aufgerufen hat auch die LgdI (vgl. 30. 4. 1972), die berichtet:"
Die Demonstration am 1. Mai, an der sich über 200 Menschen beteiligten und bei der wir viele Freunde wiedersahen, die wir durch die Gespräche gewonnen hatten, war der Höhepunkt unserer Aktivitäten. "

In der 'RF' vom 19. 4. waren der KPD selbst Ort und Zeit des Zuges noch unbekannt, dafür wurde die Teilnahme des Zentralverbandes der Roten Zellen (ZVROZ) München angekündigt.

Am 17. 5. 1972 berichtet die KPD:"
Die Demonstrationen in Nürnberg und München, die KSV und LIGA gegen den Imperialismus organisierten, und an denen 150 bzw. 220 Mitglieder und Sympathisanten dieser Organisationen teilnahmen, zeigen, daß sie auch dort, wo die Partei selbst nicht arbeitet und sie selbst erst die ersten organisatorischen Schritte im Zuge ihres nationalen Aufbaus unternimmt, erfolgreich eine selbständige Massenarbeit durchzuführen im Stande sind. "

Die KPD/ML-ZK (vgl. 23. 5. 1972) berichtet:"
In diesem Jahr versuchte auch in München das ganze Pack der Arbeiterverräter, Revisionisten und Spalter, ihr schmutziges Süppchen an der erstarkenden Arbeiterbewegung zu kochen. Natürlich ging es diesen Verrätern nicht darum, eine geschlossene Kampffront der Arbeiterklasse zu schaffen, natürlich ging es ihnen nicht darum, am 1. Mai die Stärke und Kampfbereitschaft der Münchener Arbeiterschaft zu demonstrieren. O nein, sie wollten in Wirklichkeit die Arbeiter in die Irre führen, spalten und mit radikalem Wortgeklingel vom Kampf zurückhalten.

Der DGB z. B. hielt in diesem Jahr seine Kundgebung unter einem Meer von roten Fahnen, alle funkelnagelneu, ungebraucht. Die Redner - darunter der berüchtigte DGB-Kreisvorsitzende Koch, der im letzten Jahr eigenhändig Transparententräger der KPD/ML verprügelt hatte - sprachen von Sozialismus und klassenloser Gesellschaft. War der DGB-Apparat plötzlich revolutionär geworden? Bestimmt nicht! Durch die Hintertür schlichen sich überall die abgestandenen Lügen von Mitbestimmung, Reform, Konzertierte Aktion, von der 'Friedenspolitik' der SPD-Regierung wieder ein. Aber daß diese Herren gezwungen waren, sich ein rotes Mäntelchen umzuhängen, das zeigt ihre Angst vor der wachsenden Arbeiterbewegung, das zeigt, wie sie gezwungen sind, sich revolutionär aufzuspielen, wenn sie ihren Einfluß in der Arbeiterbewegung nicht sofort und vollständig verlieren wollen. Aber die Wahrheit können sie nicht unterdrücken! Eine Münchner Arbeiterin, die zuerst auf den Unterschriftenlisten für die Abschließung der Bonn-Moskau-Verträge (mit der SU, d. Vf. ) unterschrieben hatte, diskutierte anschließend mit einem unserer Genossen. Sie sah ein, daß diese Verträge nicht den Frieden sichern, sondern daß sie ein Werkzeug sind für die aggressive Kriegspolitik der sowjetischen Sozialimperialisten und der westdeutschen Imperialisten. Wütend strich diese Arbeiterin ihre Unterschrift wieder aus der Liste. Ihr Beispiel zeigt, daß die Arbeiterklasse sehr wohl bereit ist, zu lernen, zu lernen und noch einmal zu lernen, daß sie ihre Freunde und Feinde unterscheiden kann und sich zum Kampf gegen ihre Feinde rüstet.

Aber nicht nur die Arbeiterverräter und Revisionisten im DGB-Apparat und DKP-Führung versuchten, der Arbeiterklasse Sand in die Augen zu streuen. Auf einem Agitprop-Trupp hatte uns ein alter KPD-Genosse beschworen: 'Genossen, dieser 1. Mai muß ein Tag werden der Einheit der Arbeiterklasse, setzt alles daran, diese Einheit herzustellen. ' Jawohl, die KPD/ML hatte alles getan, um diesen berechtigten Wunsch dieses alten Kämpfers zu verwirklichen. Was aber taten die Spalter, die Neorevisionisten? Ihre Parole hieß: Niemals Einheit! Anstatt eine große, eindrucksvolle Demonstration zusammen mit der KPD/ML zu veranstalten, war ihr Ziel: Möglichst viele kleine Demonstrationen möglichst spalten und zersplittern. Sie brachten es fertig, daß an diesem 1. Mai durch München verschiedene Demonstrationen zogen! Arbeiterbasisgruppen, Arbeitersache (ASM, d. Vf. ), Liga gegen den Imperialismus (das ist ein Tarnname für den Münchner Ableger der KPD/AO) sollten um jeden Preis etwas 'eigenes' auf die Beine stellen, wollten um jeden Preis zersplittern.

Aber: Es gibt nur eine kommunistische Partei, und das zeigte auch unser Demonstrationszug, der Zug des Roten 1. Mai-Komitees. Er war sicherlich nicht der größte, aber der geschlossenste, kämpferischste Zug, der durch die Münchner Straßen zog. Das haben die Passanten deutlich gespürt. Mehr als 100 schlossen sich an und reihten sich unter unseren roten Fahnen, so daß zuletzt mehr als 400 Menschen unter unseren Losungen marschierten. In unseren Losungen und Parolen entlarvten wir schonungslos den Kriegspakt Moskau-Bonn und den Verrat der DGB- und DKP-Führung. Außerdem sagten wir den Mietpreistreibern und den Fahrpreiserhöhungen den Kampf an. Italienische, türkische und persische (iranische, d. Vf. ) Arbeiter waren unserem Demonstrationsaufruf gefolgt und verlasen Grußbotschaften ihrer Völker. So wurde unser Zug auch ein lebendiger Ausdruck der internationalen Solidarität des Proletariats. Auf der Schlußkundgebung im Arbeiterviertel Giesing sprachen Vertreter der Gruppe 'Rote Fahne' Bochum (GRFB - KPD/ML-ZB, d. Vf. ) und der KPD/ML. Von heftigem Beifall unterbrochen, zeigte die Rednerin der KPD/ML, daß die Haupttendenz in der Welt die Revolution ist, daß nicht die Revisionisten mit ihrem Geschwafel vom 'friedlichen Übergang' die Arbeiterklasse zum Sozialismus führen, sondern einzig und allein die Kommunistische Partei. Sie zeigte, daß die Losung 'Es lebe der Kommunismus' zum Kampfruf der Proletarier und der unterdrückten Völker der ganzen Welt wird.

Auch die anschließende Veranstaltung wurde ein großer Erfolg. In einer kurzen Rede faßte ein Genosse noch einmal die Ziele der KPD/ML zusammen. Die Arbeitersinggruppe zeigte in einem kurzen Theaterstück den Verrat der DGB-Führung und der Revisionisten, bewies, daß Staat, DGB-Apparat und Kapital unter einer Decke stecken. Nachdem wir einige revolutionäre Arbeiterlieder gesungen hatten, wurde unter unbeschreiblichem Jubel der Parteifilm der KPD/ML aufgeführt. Er machte eindringlich klar: Die Frage 'Reform oder Revolution' kann nur eine Antwort haben: Sozialistische Revolution! Diese Lehre hat die deutsche Arbeiterklasse aus einer blutigen, an Niederlagen, Rückschlägen und Verrat reichen Geschichte gelernt. Die Besten der westdeutschen Arbeiterklasse haben im Jahr 1968 (vgl. 31. 12. 1968, d. Vf. ) aus diesen Lehren die Konsequenz gezogen und die KPD/ML gegründet. Der Beifall wollte gar nicht mehr aufhören, als im Film die Gründungsnummer des Roten Morgen (RM - vgl. Jan. 1969, d. Vf. ) erschien und der Vorsitzende der Partei, Genosse Ernst Aust, zu Arbeitern sprach. Alle sprangen auf und begannen die Internationale zu singen, und stimmten in den Kampfruf des Filmes ein:

VORWÄRTS KOLLEGEN, BEIM AUFBAU DER KPD/ML!"
Q: Internationale Solidarität Nr. 4, Berlin Mai 1972, S. 4; Rote Fahne Nr. 41 und 43, Dortmund 19. 4. 1972 bzw. 17. 5. 1972, S. 1 und 5 bzw. S. 3;LgdI-LV Bayern:1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, o. O. o. J. (1972);ABG-ZK:1. Mai 1972. Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, München 1972, S. 3f. ;Arbeiter-Zeitung Nr. 5, Mannheim/Heidelberg Juni 1972;Roter Morgen Nr. 10, Hamburg 23. 5. 1972, S. 6;Arbeiterkampf Nr. 19, Hamburg Juni 1972, S. 9;AB:10 Jahre Antwort auf die Frage 'Was Tun?'. 10 Jahre Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD, München 1980, S. 42;Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 22 und 23, München Apr. 1972 bzw. Mai 1972;Kommunistische Schüler und Studentenzeitung Nr. 7, München Mai / Juni 1972, S. 11ff;Auf Draht Nr. 13 und 14, München Apr. 1972 bzw. Mai 1972;Rote Optik Nr. 8, München Mai 1972;Roter Widerdruck Nr. 9 und 10, München Apr. 1972 bzw. Mai 1972;Münchner Schüler Zeitung Nr. 9, München Apr. 1972;Handeln Bereit sein Vereinigen Nr. 3, München o. J. (1972);Kämpfende Jugend Flugblatt Nr. 2, München o. J. (1972);Roter Anzeiger Nr. 8 und 9, München Apr. 1972 bzw. Mai 1972, S. 6 und Beilage bzw. S. 1 und 6f

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15.05.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt in München die Druck-Betriebsgruppe der ABG die Nr. 10 ihres 'Roten Widerdruck' (vgl. 17.4.1972, 5.6.1972) heraus.
Berichtet wird u.a. vom 1.Mai.
Q: Roter Widerdruck Nr. 10, München Mai 1972, S. 9f

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18.11.1972:
Der KHB(ML) der Arbeiterbasisgruppen (ABG) führt seine 3. ordentliche Vollversammlung durch. Der Rechenschaftsbericht des Zentralkollektivs (Zkoll) befasst sich u. a. mit dem 1. Mai 1972.
Q: KHB/ML: Rechenschaftsbericht des Zentralkollektivs, München 1972, S. 16

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März 1973:
In München gibt die Betriebsgruppe der ABG im Pressehaus Bayerstraße (PHB) ihren 'Roten Aufmucker' Nr. 24 (vgl. Feb. 1973, 9.4.1973) heraus mit dem Artikel "1. Mai" zum 1.Mai-Moto des DGB.
Q: Roter Aufmucker Nr. 24, München März 1973, S. 5

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12.03.1973:
Der KHB/ML der ABG gibt vermutlich in dieser Woche seine 'Kommunistische Studenten Zeitung' (KSZ) Nr. 13 (vgl. Feb. 1973, 10. 12. 1973) für März und April heraus. Aufgerufen wird zum 1. Mai.
Q: Kommunistische Studenten Zeitung Nr. 13, München März/Apr. 1973

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12.03.1973:
Die Arbeitersache München (ASM) berichtet spätestens aus dieser Woche über ihre Arbeit im IGM-Bereich von München-Nord unter den Beschäftigten von BMW (20 000 Arbeiter und Angestellte), Hurth, Südbremse und Leichtmetall, vor allem den ausländischen.

Von BMW wird berichtet: "Im letzten Jahr haben wir eine Kampagne für '20 Min. bezahlte Pause' geführt. " Diese habe man aber nicht gewonnen.

Die ASM arbeitet u. a. in den Wohnheimen der Griechen, Türken, Italiener, Jugoslawen, Spanier, Österreicher, der Lehrlinge und der Wochenpendler.
Stolz wird vermeldet: "Seit einem halben Jahr haben wir ein Zentrum in der Region. " Nachdem es 1972 bereits ein Maifest gab (vgl. 30. 4. 1972) führe man nun jede Woche ein Fest für Italiener, Türken, Griechen, Jugoslawen und Tunesierinnen durch.
Q: Wir wollen alles Nr. 2, Gaiganz 19. 3. 1973

April 1973:
In München gibt die Betriebsgruppe Arnold und Richter (Arri) der ABG ihre 'Rote Optik' Nr. 19 (vgl. März 1973, Mai 1973) mit dem Aufruf zum 1. Mai heraus.
Q: Rote Optik Nr. 19, München Apr. 1973, S. 1f

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April 1973:
In München gibt die ABG-Betriebsgruppe beim Bundesbahn-Ausbesserungswerk Freimann die Nr. 7 ihres 'Roten Weichenstellers' (vgl. März 1973, Mai 1973) mit 6 Seiten heraus. Der Leitartikel ruft auf zum 1. Mai. Beigelegt ist der Maiaufruf der ABG.
Q: Der Rote Weichensteller Nr. 7, München Apr. 1973, S. 1 und 4

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09.04.1973:
In München gibt die Betriebsgruppe der ABG im Pressehaus Bayerstraße (PHB) in dieser Woche ihren 'Roten Aufmucker' Nr. 25 (vgl. März 1973, Mai 1973) mit 4 Seiten heraus. Unserem Exemplar beigelegt ist ein Maiaufruf im Umfang von 2 Seiten DIN A 3.
Q: Roter Aufmucker Nr. 25, München Apr. 1973

16.04.1973:
In München gibt die Druck-Betriebsgruppe der ABG ihren 'Roten Widerdruck' Nr. 21 (vgl. März 1973, Mai 1973) vermutlich in dieser Woche heraus. Enthalten ist auch der Maiaufruf.
Q: Roter Widerdruck Nr. 21, München Apr. 1973, S. 5

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17.04.1973:
In München gibt die BMW-Betriebsgruppe der ABG ihren 'Motor' Nr. 5 (vgl. März 1973, Mai 1973) vermutlich heute oder morgen mit einem Aufruf zum 1. Mai heraus. Beigelegt ist auch ein zweiseitiger DIN A 3 Maiaufruf der ABG.
Q: Der Motor Nr. 5, München Apr. 1973

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26.04.1973:
Der KHB/ML München der ABG will heute seine Maiveranstaltung im Vortragssaal der Fachhochschule durchführen. Es soll der Film "Thälmann – Sohn seiner Klasse " gezeigt werden.
Q: KHB/ML: Für das revolutionäre Bündnis von Arbeiterklasse und studierender Jugend, München o. J. (1973)

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28.04.1973:
In München geben, laut einer handschriftlichen Datierung heute, der Rote-Fahne-Freundeskreis (RFFK), die Hochschulleitung des KSV und die Ortsgruppe Giesing der LgdI das Flugblatt "Heraus zum 1. Mai!" heraus. Aufgerufen wird zur Maiveranstaltung in München und zur Demonstration in Nürnberg.
Q: RFFK, KSV-HL, LgdI-OG Giesing: Heraus zum 1. Mai!, München o. j. (1973)

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29.04.1973:
Die KPD berichtet:"
VERANSTALTUNG AM 29.4.1973 IN MÜNCHEN

Zur Maiveranstaltung der Münchener Maiausschüsse, des ROTE FAHNE-Freundeskreises (RFFK, d. Vf. ) und der Ortsgruppe der LIGA (LgdI, d. Vf. ) trafen sich im Schwabinger Bräu über 200 Freunde und Sympathisanten der KPD sowie Genossen des KSV.

Die Beiträge der LIGA und des KSV legten beispielhaft ihre Erfahrungen in Gesprächen mit der Bevölkerung und an der Universität nach der Bonner Rathausbesetzung (vgl. 10.4.1973, d. Vf. ) dar: Überall verlief die Front zwischen einer Handvoll revisionistischer Elemente (die von einem Bärendienst an der antiimperialistischen Sache unkten und behaupteten, daß die Werktätigen diese Aktion ablehnten oder nicht verstünden) und unseren kämpferischen Genossen, die eindeutig nachwiesen, daß Teile der Bevölkerung starke Sympathien für diese Aktion zeigten: Die Kampfform der Rathausbesetzung (hier bricht der Satz ab, d. Vf. )

Die Beiträge des KJV und der KPD fanden viel Beifall, eine Solidaritätsadresse Freiheit für Uli Kranzusch wurde gegen zwei Stimmen des Zirkels 'Arbeiterbasisgruppen' (ABG, d. Vf. ) verabschiedet. "
Q: Rote Fahne Nr. 18 und 19, Dortmund 2. 5. 1973 bzw. 9. 5. 1973, S. 8 bzw. S. *

Mai 1973:
In München gibt die Druck-Betriebsgruppe der ABG ihren 'Roten Widerdruck' Nr. 22 (vgl. 16.4.1973, Juni 1973) heraus. Berichtet wird über den 1. Mai in München.
Q: Roter Widerdruck Nr. 22, München Mai 1973

Mai 1973:
In München gibt die Betriebsgruppe der ABG im Pressehaus Bayerstraße (PHB) ihren 'Roten Aufmucker' Nr. 26 (vgl. 9.4.1973, Juni 1973) heraus. Berichtet wird vom 1. Mai in München.
Q: Roter Aufmucker Nr. 26, München Mai 1973, S. 4f

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Mai 1973:
Der KHB/ML der ABG gibt vermutlich in dieser Woche seine 'Kommunistische Studenten Zeitung' (KSZ) Nr. 14 (vgl. 12.3.1973, Juni 1973) für Mai heraus. Berichtet wird u. a. vom 1. Mai u. a. aus München.
Q: Kommunistische Studenten Zeitung Nr. 14, München Mai 1973, S. 16f

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01.05.1973:
In München führt der DGB, laut RJ/ML des KABD, eine Zentralkundgebung mit 20 000 Zuhörern durch. Von da aus sei eine Demonstration von mehreren tausend losgezogen.

Die ABG riefen zur DGB-Kundgebung auf dem Königsplatz auf, an der sich, nach ihren Angaben, mehr als 20 000, an einer Stelle gar 30 000, beteiligen. Danach führen u.a. die ABG eine Demonstration zum Münchner Merkur (MM) durch. Außerdem führen die ABG heute eine Maiveranstaltung im Schwabinger Bräu auf der Münchner Freiheit durch, auf der u.a. das DruPa-Mitglied H. Zintl redet und der Rote Wecker, die Theatergruppe der ABG, spielt. An dieser Veranstaltung nehmen, laut ABG, 700 Personen teil.

Für den KABD München war, nach eigenen Angaben, die Maikampagne die erste Aktion seiner kleinen Gruppe. Sie habe, zusammen mit der KSG/ML, 2 000 Flugblätter verteilt und sich den rund 20 000 Teilnehmern der DGB Kundgebung auf dem Königsplatz angeschlossen, ebenso wie der folgenden Demonstration zum Marienplatz.

Die KG Hamburg (vgl. 3.5.1973) berichtet:"
In München demonstrierten über 20 000 Menschen. Viele Kollegen trugen fortschrittliche und klassenkämpferische Parolen. Auf der Schlußkundgebung brachten sie durch Langeweile gegenüber den Reden von Finanzminister Schmidt und Oberbürgermeister Kronawitter zum Ausdruck, aß sie sich von den schönen Worten der Sozialdemokraten (die ja immer nur ihre schlechten Taten verbergen sollen) nicht mehr so leicht betuppen lassen."

Der KB Bremen berichtet:"
Bei der anschließenden Demonstration zum Marienplatz marschierten Tausende unter der Hauptlosung der Arbeiter-Basis-Gruppen für den Wiederaufbau der KPD: 'Mitkämpfen in der Arbeitereinheitsfront', 'Gegen Lohnraub und Entrechtung - für Frieden, Demokratie und Sozialismus'. … Am Nachmittag führten die Arbeiter-Basis-Gruppen eine eigene Veranstaltung durch. Mehr als 700 Menschen nahmen an dieser Veranstaltung teil."

Laut KAJB (NRF) besuchen 50 000 die zentrale DGB Kundgebung. Damit befindet er sich als einziger auf der korrekten Linie, denn auch die 'Peking Rundschau' berichtet, daß "50 000 Werktätige in München an einer Versammlung auf dem Königsplatz teilnahmen. Sie trugen rote Banner und Plakate mit den Losungen wie 'Gegen Lohnraub, Preissteigerungen und politische Unterdrückung!', 'Gleicher Lohn für gleiche Arbeit von Männern, Frauen, Lehrlingen und ausländischen Arbeitern!'.

Der KB Göttingen (vgl. 24.5.1973) berichtet:"
Zu der zentralen Maiveranstaltung des DGB in München erschienen nach angaben des DGB 50 000 Menschen, nach angaben der Polizei 25 000 (?). In der bürgerlichen Presse wurde über diese Veranstaltung ausführlich berichtet, wobei wir viel über die Reden von Helmut Schmidt und DGB-Chef Vetter lesen, jedoch nichts darüber, daß sich bei Schmidt kaum eine Hand zum Beifallklatschen rührte, und daß mehrere Tausend der Teilnehmer unter den Transparenten verschiedener sozialistischer und kommunistischer Organisationen erschienen waren."

Die KPD/ML-ZK führt eine eigene Maidemonstration durch und zählt 15 000 beim DGB.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 16, Göttingen 24.5.1973, S. 4; Roter Morgen Nr. 15, Extra Trotz Verbot der 1. Mai bleibt rot und 18, Dortmund 21.4.1973, Mai 1973 bzw. 12.5.1973;Peking Rundschau Nr. 19, Peking 15.5.1973, S. 19;Kommunistische Jugendzeitung Nr. 5, Mannheim Apr./Mai 1973;Wahrheit Nr. 5/6, Bremen 1973, S. 9;Rebell Nr. 5, Tübingen Mai 1973;ABG: 1.Mai-Aufruf, München o. J. (1973);Hamburger Arbeiter-Zeitung 1. Mai Extra, Hamburg 3.5.1973, S. 2;Rote Fahne Nr. 5, Tübingen Mai 1973;Roter Anzeiger Nr. 21, München Mai 1973, S. 3 und 5;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 34, München Apr. 1973;Der Motor Nr. 5, München Apr. 1973;Zündfunke Nr. 17, München Mai 1973;Roter Widerdruck Nr. 21 und 22, München Apr. 1973 bzw. Mai 1973

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14.05.1973:
In München gibt die Betriebsgruppe Zündapp der ABG ihren 'Zündfunken' Nr. 17 (vgl. 16.4.1973, Juni 1973) vermutlich in dieser Woche heraus, und berichtet auch vom 1. Mai in München.
Q: Zündfunke Nr. 17, München Mai 1973, S. 2f

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14.05.1973:
In München geben die ABG die Nr. 21 ihrer Stadtzeitung 'Roter Anzeiger' (vgl. Apr. 1973, Juni 1973) heraus. Mit Hilfe der 'KAZ' wird berichtet vom 1. Mai.
Die ABG-Stadtteilgruppe Perlach richtet zum 1. Mai, datiert auf den 8. Mai einen Offenen Brief an die Wohngebietsgruppe Perlach der DKP.
Q: Roter Anzeiger Nr. 21, München Mai 1973, S. 3 und 5

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Juni 1973:
Innerhalb der bayrischen Roten Schülerfront (RSF) der ABG wird vermutlich im Juni vom Zentralkollektiv verfaßt, der :"
Rechenschaftsbericht des ZKolls (Gliederung)
. . .
Ein besonderes Feld (schwer lesbar, d. Vf. ) ist dabei die Vorbereitung des 1. Mai. In München (Ebd. , d. Vf. ) wurden keine bedeutenderen Fehler in dieser Frage gemacht, aber wirkte sich die mangelnde Erziehung durch das ZKoll dahingehend aus, daß bei manchen Mitgliedern(Ebd. , d. Vf. ) und Untereinheiten Unklarheit über die richtige Zielsetzung (Ebd, d. Vf. ) und vor allem ihre politische Zielsetzung (unlesbar, d. Vf. ) herrschte. Das führte dazu, daß sie die Aufgabe der Unterstützung des Kampfs der Arbeiterklasse nicht als einen besonders wichtigen Bestandteil der Politik der Schülerorganisation begriffen (ganzer Halbsatz fast unleserlich und von uns ergänzt, d. Vf. ), sondern als ein '. . . (unleserlich, d. Vf. ), was 'man neben der RSF-Arbeit, für die Arbeiter-Basis-Gruppen tut. es ist klar, daß dies die ideologische Grundlage für Schlampereien bzw. . . . (zwei Zeilen unleserlich, d. Vf. ). Auch war manchen Genossen bzw. Untereinheiten oft nicht genügend klar, warum die Durchführung allgemeiner politischer Kampagnen oft vor dem Aufgreifen von Konflikten an den einzelnen Schulen Vorrang besaß, obwohl letzteres uns oft kurzfristig größere Erfolge in der Massenmobilisierung und der Gewinnung von Sympathisanten bringt. Unklarheit in dieser Frage führt aber dazu, daß unsere Hauptaufgaben nur unwillig und mit nicht genügendem revolutionärem Elan angepackt werden.
. . .
Eine besondere Anspannung unserer Kräfte und Unterstützungsarbeiten der verschiedensten Art waren am letzten 1. Mai nötig. Wir sind stolz darauf, einen nicht unbedeutenden Beitrag zu diesem großen 1. Mai geleistet zu haben und hoffen dieses Jahr, da unsere Kräfte bedeutend zugenommen haben, unsere Verbundenheit mit dem Proletariat am Weltkampftag der Arbeiterklasse noch stärker zum Ausdruck bringen können.
. . .
Große Bedeutung hat das ZKoll auch der finanziellen Unterstützung der Arbeiter-Basis-Gruppen beigemessen. Die Geldsammlung zum letzten 1. Mai ergab eine beträchtliche Summe, so daß das ZKoll beschlossen hat, eine solche alljährliche Sammlung zum Weltkampftag der Arbeiterklasse durchzuführen.
. . .
Zum 1. Mai 1972 gaben das ZK und sein Jugendsekretariat die Losung 'Für den Wiederaufbau des kommunistischen Jugendverbandes' erstmals aus. Seitdem hält die Kämpfende Jugend unter Führung des Jugendsekretariats das Banner des Wiederaufbaus des kommunistischen Jugendverbandes hoch und trägt es voran in den Massenkämpfen der Jugend, wo es wachsenden Einfluß erlangt.

Die RSF hat diese politische Richtlinie, die eine bedeutende Konkretisierung des Programms der westdeutschen Kommunisten ist, begrüßt und lebhaft diskutiert. "
Q: RSF:Rechenschaftsbericht des Z-Kolls, o. O. o. J. (1973)

April 1974:
Die KPD/ML (vgl. 25.5.1974) berichtet vermutlich aus dem April aus München von der Maiveranstaltung ihrer Zelle Schlachthof / Au, auf der u. a. für den 'Roten Morgen' gespendet wurde.
Q: Roter Morgen Nr. 21, Dortmund 25. 5. 1974

April 1974:
In München gibt der AB die Nr. 4 seines 'Metallarbeiter' (vgl. März 1974) mit 6 Seiten und der Schlagzeile "Heraus aus den Hallen zum 1. Mai" heraus, wobei es sich um die letzte uns derzeit vorliegende Ausgabe handelt. Berichtet wird vom 1. Mai, von dem auch ein alter Arbeiter erzählt, von Ausschlüssen (UVB) in der IGM Ortsverwaltung Köln und der Urabstimmung in der Metalltarifrunde (MTR) im Tarifgebiet Unterweser, von MTU Karlsfeld (Kreis Dachau) sowie aus München von der IGM Ortsverwaltung, von Südbremse, Agfa und der Gießerei bei Krauss-Maffei. Gefordert wird: "Weg mit dem §218!".
Q: Metallarbeiter Nr. 4, München Apr. 1974

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April 1974:
In München gibt die Kämpfende Jugend (KJ) des AB eine als Nr. 1 ausgewiesen Ausgabe ihrer 'Kämpfenden Jugend' (vgl. Feb. 1974) zum 1. Mai heraus.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 1, München Apr. 1974

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01.04.1974:
Bei Arnold und Richter (Arri) München gibt die Betriebsgruppe des AB ihre 'Rote Optik' Nr. 31 (vgl. März 1974), die die letzte uns bisher vorliegende Ausgabe ist, vermutlich in dieser Woche heraus. Vom DGB Bayern wird berichtet, daß er nur in 4 Städten, wo der AB aktiv ist, seine Maiabzeichen verbreite. Aufgerufen wird zum 1. Mai, wo es wieder keinen Jugendsprecher beim DGB gäbe.
Q: Rote Optik Nr. 31, München Apr. 1974

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08.04.1974:
In München gibt die Druck-Betriebsgruppe des AB vermutlich in dieser Woche ihren 'Roten Widerdruck' Nr. 33 (vgl. März 1974) heraus. Aufgerufen wird zum 1. Mai und berichtet vom Maiabzeichen des DGB, welches aber nur in vier bayrischen Städten verbreitet werde, wo auch der AB tätig sei. Es wird berichtet: "1. Mai: Wieder kein Jugendsprecher auf dem Königsplatz".
Q: Roter Widerdruck Nr. 33, München Apr. 1974, S. 1f und 6

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22.04.1974:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Bayern ein Flugblatt des KSV der KPD: "Am 1. Mai: Studenten unter roten Fahnen" mit dem Aufruf der ZL des KSV zum 1. Mai 1974 und Veranstaltungshinweisen für München (vgl. 29.4.1974, 30.4.1974) und Nürnberg (vgl. 30. 4. 1974) sowie Aufrufen zum oppositionellen Block beim DGB München und zur Demonstration der KPD in Nürnberg.
Q: KSV: Am 1. Mai: Studenten unter roten Fahnen, o O. o. J. (1974)

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27.04.1974:
In München will die KPD/ML (vgl. 6.4.1974) eine Veranstaltung mit Ernst Aust zur Feier des fünfjährigen Bestehens des Landesverbandes Bayern der KPD/ML und zur nationalen Frage bzw. zum 1. Mai durchführen.
Q: Roter Morgen Nr. 14 und 17, Dortmund 6. 4. 1974 bzw. 27. 4. 1974

29.04.1974:
In München will die KPD-Sympathisantengruppe ihre Maiveranstaltung um 19 Uhr im Thomasbräukeller am Kapuzinerplatz 5 durchführen.
Q: KSV: Am 1. Mai: Studenten unter roten Fahnen, o O. o. J. (1974), S. 2

30.04.1974:
In München will der KSV der KPD seine Maiveranstaltung um 19 Uhr im Thomasbräukeller am Kapuzinerplatz 5 durchführen.
Q: KSV: Am 1. Mai: Studenten unter roten Fahnen, o O. o. J. (1974), S. 2

01.05.1974:
In München werden, laut AB, auf der Demonstration, an der sich 30 000 beteiligen u.a. auch Transparente der KollegInnen des Münchner Merkur (MM) getragen, die ebenso wie die Beschäftigten von Siemens einen eigenen Block bilden. Der AB führt eine Maiveranstaltung im Schwabinger Bräu mit, nach eigenen Angaben, ca. 800 Personen durch.

Die KPD/ML zählte 3 000 bis 4 000 beim DGB, wo sich auch AB, KBW und KPD beteiligten. An ihrer eigenen Maidemonstration in Au beteiligen sich 180, u.a. von der PEF Türkei.

Laut KPD beteiligen sich in München 5 000 an der DGB Demonstration, davon 400 am oppositionellen Block des Rote Fahne Freundeskreises (RFFK) der KPD. Aufgerufen wurde auch vom KSV (vgl. 22.4.1974).

Laut KBW (vgl. 15.5.1974) versammeln sich zur Mai-Demonstration des DGB ca. 20 000 Menschen. Die OG des KBW verteilte Flugblätter und verkaufte die 'KVZ'. Einer Kundgebung des KBW folgen ca. 18O Menschen:"
Der Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD hatte sich ebenfalls an der Demonstration beteiligt, mit 4 bis 5OO, der Block der Gruppe Rote Fahne (KPD, d.VF.) war ein kleines bißchen größer als unserer, ca. 25O Mann stark."

Innerhalb des Spartacusbundes (SpB) berichtet das ZK (vgl. 25.5.1974):"
Beiläufig erfuhr das ZK, dass es Symp-Gruppen von uns in … München … geben soll, die am 1.Mai propagandistisch (…) aufgetreten sein sollen!?"
Q: KSV: Am 1. Mai: Studenten unter roten Fahnen, o O. o. J. (1974), S. 2; Spartacusbund: Internes Bulletin Nr. 8, o.O. Juli 1974;Kommunistische Volkszeitung Nr. 10, Mannheim 15.5.1974, S. 13;Rote Fahne Nr. 18, Dortmund 2.5.1974;Kämpfende Jugend Nr. 9, Dortmund 8.5.1974;Roter Morgen Nr. 17, 19 und Sdr.Nr. zum 1.Mai 1974, Dortmund 27.4.1974, 11.5.1974 bzw. 1974;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 46, München Apr. 1974;Der Motor Nr. 17, München Mai 1974, S. 2f;Roter Aufmucker Nr. 38, München Mai 1974;Klassenkampf Nr. 35, Frankfurt Mai 1974

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15.05.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 1.5.1974, 29.5.1974) Nr. 10 heraus. Aus Bayern berichtet aus München die Siemens-Aufbauzelle in "Mit Pistole bedroht" vom Kleben der Plakate zum 1. Mai.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 10, Mannheim 15.5.1974, S. 10

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20.05.1974:
In München gibt die Betriebsgruppe des AB im Pressehaus Bayerstraße (PHB) vermutlich in dieser Woche ihren 'Roten Aufmucker' Nr. 38 (vgl. Apr. 1974, Juni 1974) heraus. Erwähnung finden auch die Transparente vom MM auf der Maidemonstration.
Q: Roter Aufmucker Nr. 38, München Mai 1974, S. 4

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29.04.1975:
Die KPD Ortsleitung München gibt, nach einer handschriftlichen Datierung heute, das Flugblatt "30 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus - Sowjetunion und USA bedrohen Europa mit neuem Krieg" zum 8. Mai heraus. Aufgerufen wird zur Maiveranstaltung am 30.4.1975 und zur Maidemonstration um 13 Uhr ab Stachus.
Q: KPD-OL: 30 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus - Sowjetunion und USA bedrohen Europa mit neuem Krieg, München o. J. (1975)

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30.04.1975:
In München besuchen, nach eigenen Angaben, rund 100 Personen die Maiveranstaltung der KPD im Schwabinger Bräu.
Q: Rote Fahne Nr. 16 und 18, Dortmund 23. 4. 1975 bzw. 7. 5. 1975

01.05.1975:
Laut KB beteiligen sich in München beim DGB ca. 25 000 und an einer Mai-Demonstration des AB ca. 1 500 Menschen.
An einer Veranstaltung des AB nehmen ca. 800 Menschen teil.

Laut AB beteiligen sich 40 000 an der Maidemonstration.
Der AB berichtet über seine Maiveranstaltung im Münchener Bürgerbräukeller:"
In München hören 800 gar einen vietnamesischen Freund selbst zu ihnen zu sprechen. "

In München rief die KPD/ML zur Roten Maidemonstration auf und will auch eine Veranstaltung machen.

Laut und mit KPD beteiligen sich 10 000 an der DGB-Demonstration. Der eigene oppositionelle Block von 200 Leuten sei auf das Doppelte angewachsen. Man sei dann vom Marienplatz zum Stachus demonstriert, habe dort eine Stunde lang eine Kundgebung abgehalten und dann erneut demonstriert. Weiter wollte die KPD noch eine Maifeier im Schwabinger Bräu durchführen.
Q: Rote Fahne Nr. 16 und 18, Köln 23.4.1975 bzw. 7.5.1975; Roter Morgen Sdr. Nr. Zum Roten 1. Mai 75, Nr. 17 und 19, Dortmund o. J. (1975), 26.4.1975 bzw. 10.5.1975;Arbeiterkampf Nr. 61, Hamburg 21. 5. 1975, S. 19;AB:10 Jahre Antwort auf die Frage Was Tun? - 10 Jahre Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD, München 1986, S. 108;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 59 und 60, München Apr. 1975 bzw. 4. 5. 1975

01.05.1975:
In München verteilt die Rote Hilfe Deutschlands (RHD) nach einer handschriftlichen Datierung heute das Flugblatt "Kambodscha ist befreit".
Q: RHD: Kambodscha ist befreit, München o. J. (1975)

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02.02.1976:
In München spricht sich, laut KPD, vermutlich in dieser Woche der DGB gegen die Durchführung einer Maidemonstration aus, wogegen sich Widerstand u. a. unter den Frauen der ÖTV und in der ÖTV-JG regt.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Köln 11. 2. 1976

02.02.1976:
In Dortmund werden, laut KPD, vermutlich in dieser Woche in einem Prozeß eines Schülers gegen die Polizei, wegen deren Überfall auf die Maidemonstration der KPD 1975 die Polizisten freigesprochen.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Köln 11. 2. 1976

März 1976:
Die Ortsleitung München der LgdI gibt vermutlich im März ihren Rundbrief Nr. 1 heraus mit dem Artikel "1. Mai Aktivitäten".
Q: LgdI-OL: Rundbrief Nr. 1, München 1976, S. 6ff

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29.03.1976:
Das KPD RK Bayern gibt, nach einer handschriftlichen Datierung heute in München , das Flugblatt "Gegen Lohnraub, Arbeitslosigkeit und soziale Demontage - selbständig kämpfen!" zur Metalltarifrunde (MTR) Mai heraus. Aufgerufen wird zum 1. Mai.
Q: KPD-RK Bayern: Gegen Lohnraub, Arbeitslosigkeit und soziale Demontage - selbständig kämpfen!, München o. J. (1975)

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23.04.1976:
Die KBW Ortsgruppe München gibt erst heute die 'KVZ-Ortsbeilage' (KVZ-OBL) Nr. 16 (vgl. 25. 3. 1976, 6. 5. 1976) heraus, mit dem Leitartikel "1. Mai - Kampftag der Arbeiterklasse". Aufgerufen wird zur Mai- und §218-Veranstaltung am 23. 4. 1976.
Q: Kommunistische Volkszeitung – Ortsbeilage München Nr. 16, München 23. 4. 1976

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30.04.1976:
In München 40 führt die KPD eine Maiveranstaltung im Haus International in der Elisabethstr. 87 mit Jürgen Horlemann vom Ständigen Ausschuß durch.
Q: Rote Fahne Nr. 16, 17 und 18, Köln 21. 4. 1976, 28. 4. 1976 bzw. 5. 5. 1976; Rote Fahne Pressedienst Nr. 18, Köln 4. 5. 1976

30.04.1976:
In München will die KPD/ML heute ihre Maiveranstaltung um 19 Uhr im Thomasbräukeller abhalten.
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 24. 4. 1976, S. 12

01.05.1976:
1. Mai Demonstration in München.
Laut KB kommen ca. 15 000 Menschen zur DGB- Kundgebung:"
Nach der Kundgebung bildete sich ein spontaner Protest-Zug von mehreren Tausend Menschen und zog zum Buchgewerbehaus (Springer), wo am vorigen Tag ein Streikposten offenbar willentlich angefahren wurde. Diese Initiative ging vom 'Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD' aus. An dieser Demo beteiligten sich auch die anderen linken Gruppen (KABD, KBW, GIM). Demgegenüber demonstrierten KPD/KPD/ML mit 150 Anhängern aus Bayern für sich allein. "
Der AB macht eine eigene Veranstaltung.

Laut AB führt der DGB eine Demonstration und eine Kundgebung mit 10 000 bis 15 000 Personen durch. Im Anschluß an die DGB-Kundgebung ziehen 3 000 bis 6 000 zum Buchgewerbehaus von Springer. An den Aktionen beteiligen sich, laut AB, auch Soldaten in Uniform. Der AB macht eine Veranstaltung im Pschorrkeller, Theresienhöhe 7, unter deren 400 Besuchern u. a. Mitglieder des Türkischen Arbeiterbundes und der griechischen Gruppe Rigas Fereos sind.

Laut KPD soll um 11 Uhr die gemeinsame Maidemonstration von KPD und KPD/ML beginnen, die trotz zentraler Absage der Aktionseinheit durch die KPD/ML gemeinsam durchgeführt wird. Die KPD zählt 650 DemonstrantInnen, davon 450 im eigenen Block, 200 bei der KPD/ML sowie AusländerInnen.

Auf der DGB-Demonstration mit 15 000 Personen seien DKP-Schläger gegen den oppositionellen Block der KPD vorgegangen.

Die KPD/ML rief auf zu ihrer Roten 1. Maidemonstration um 11 Uhr ab Karolinenplatz. Sie berichtet (vgl. 8. 5. 1976):"
In München wurde die Demonstration zum Roten 1. Mai gemeinsam mit der Gruppe Rote Fahne durchgeführt. 650 Menschen waren dem Aufruf zur Aktionseinheit gefolgt. "
Q: Roter Morgen Nr. 17, 18 und 19, Dortmund 24. 4. 1976, 1. 5. 1976 bzw. 8. 5. 1976, S. 12, S. 8 bzw. S. 9; Rote Fahne Nr. 16, 17, 18 und 19, Köln 21. 4. 1976, 28. 4. 1976, 5. 5. 1976 bzw. 12. 5. 1976, S. 3, S. *, S. * bzw. S. 11;Rote Fahne Pressedienst Nr. 18, Köln 4. 5. 1976;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 85 und 86, München 18. 4. 1976 bzw. 2. 5. 1976;Arbeiterkampf Nr. 80, Hamburg 14. 5. 1976, Beilage;AB: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse, München o. J. (1976), S. 3

06.05.1976:
Die KBW Ortsgruppe München gibt die 'KVZ-Ortsbeilage' (KVZ-OBL) Nr. 18(vgl. 6. 5. 1976, 27. 5. 1976) heraus. Berichtet wird vom 1. Mai, wozu ein Offener Brief der KBW-Ortsleitung an AB, KPD, KPD/ML und KABD dokumentiert wird.
Q: Kommunistische Volkszeitung – Ortsbeilage München Nr. 18, München 6. 5. 1976, S. 3f und 6f

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04.04.1977:
Die Bezirksleitung Oberbayern / Schwaben des KBW gibt spätestens heute ihren Maiaufruf unter dem Titel "Nieder mit Imperialismus und Reaktion! Es lebe die proletarische Weltrevolution!" heraus.
Q: KBW - Bezirksleitung Oberbayern/Schwaben: Nieder mit Imperialismus und Reaktion! Es lebe die proletarische Weltrevolution!, München o. J. (1977)

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01.05.1977:
Die Liga gegen den Imperialismus (LgdI) gibt ein Flugblatt ihrer Zeitschrift 'Internationale Solidarität' heraus, welches unter der Überschrift "1. Mai" aufruft zu den Blöcken der LgdI auf den revolutionären Maidemonstrationen in Köln, Westberlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Stuttgart und München sowie zu Spenden für die ZANU Zimbabwe.
Q: Internationale Solidarität 1. Mai, Köln o. J. (1977)

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01.05.1977:
Der KBW gibt, laut AB, ein Extrablatt seiner 'KVZ' für Oberbayern und Schwaben zum 1. Mai heraus. Der AB wird angegriffen, weil er zum 1. Mai für den Sozialismus eintrete, während der KBW für 170 DM mehr Lohn sei.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Extrablatt, München Mai 1977

01.05.1977:
1. Mai Demonstration in München.
Laut KB kommen ca. 10 000 Menschen zur DGB-Demonstration:"
Einer vom AB (Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD) angeführten Demo nach der Kundgebung folgten etwa 1 000 Leute, davon verkrümelten sich aber 600 noch bevor der AB-Sprecher seine Rede begann. Dieser Umstand hat seine Ursache in der Vorbereitung dieser Demo durch den AB. Dieser hat jede Form einer Aktionseinheit abgelehnt, Nicht AB'ler hätten nicht reden dürfen (um den gewerkschaftlichen Charakter der AB-Kundgebung nicht zu gefährden). Unsere Sympathisanten-Gruppe hat dagegen - ohne Erfolg - eine demokratische AE durchzusetzen versucht. Allerdings kam die Initiative unsererseits zu spät. Darüberhinaus hatten Teile der Linken (vor allem Spontis und AKW-Gegner) kein Interesse am 1. Mai und andere Gruppen - vor allem das Ausländerkomitee (Linke Ausländergruppen, GIM, SB (SBü, d. Vf. ), KB) – hatten dem AB schon gewisse Zusagen gemacht, und es war gewissermaßen Tradition, daß sich die Linke der stärksten Gruppe am Ort, dem AB, anschloß. Das Mai-Fest des AB wurde von 500 Leuten besucht, davon etwa 150 Ausländer. Die KPD demonstrierte mit etwa 200 Anhängern aus Bayern im Anschluß an die DGB-Kundgebung. "

Laut AB führt der DGB eine Demonstration und eine Kundgebung durch. Laut AB beteiligen sich 1 000 Personen an der Demonstration von AB und KABD, darunter auch einige vom KABD. Die Maiveranstaltung des AB und verschiedener ausländischer Organisation soll im Festzelt in der Dachauer Straße stattfinden.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Extrablatt, Nr. 110 und 111, München Mai 1977, 17. 4. 1977 bzw. 3. 5. 1977; Arbeiterkampf Nr. 104, Hamburg 16. 5. 1977, S. 11

21.04.1978:
Der KBW Bezirk München / Oberbayern will eine Veranstaltung zur Vorbereitung des 1. Mai "Die Dritte Welt – Hauptkraft im Kampf gegen Imperialismus und Sozialimperialismus" in der Gaststätte Gärtnertheater, München, Fraunhoferstraße / Klenzestraße durchführen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksausgabe Niederbayern Nr. 16, Landshut 17. 4. 1978, S. 19

01.05.1978:
1. Mai in München. Laut KB beteiligen sich ca. 12 000 Menschen an der DGB-Demonstration:"
Nach der Kundgebung wurde eine Demonstration durchgeführt, zu der der Arbeiterbund (AB, d. Vf. ) und der Bund türkischer Arbeiter aufgerufen hatte, unter Beteiligung von 700 Menschen. An der Kundgebung wie auch an der anschließenden Demonstration beteiligten sich eine ganze Reihe Frauengruppen . . . Der Arbeiterbund veranstaltete mit einigen Ausländergruppen noch ein Mai-Fest, zu dem ca. 500 Menschen kamen. "

Die Gruppe Arbeiterstimme-Mehrheitsgruppe (vgl. 15. 6. 1978) berichtet, dass sich etliche 1 000 u. a. von IGM und DruPa an der Demonstration des DGB KV beteiligten, während die Kundgebung bzw. Demonstration der RGO der KPD/ML nur von 60-70 besucht wurde.
Q: Arbeiterstimme Nr. 3/4, Nürnberg 15. 6. 1978; Arbeiterkampf Nr. 129, Hamburg 16. 5. 1978, S. 14

01.05.1979:
Laut KB beteiligen sich in München an einer DGB-Demonstration ca. 10 000 Menschen:"
Ob der Arbeiterbund auch in diesem Jahr eine Demonstration zu einer eigenen Abschlußkundgebung gemacht hat, ist nicht bekannt. "
Q: Arbeiterkampf Nr. 153, Hamburg 14. 5. 1979, S. 16

01.05.1981:
1. Mai Demonstration in München. Laut KB beteiligen sich ca. 6 000 Menschen an einer DGB-Kundgebung auf dem Marienplatz:"
Im Anschluß an die Kundgebung hatte das Türkische Solidaritäts-Komitee zu einer Demonstration aufgerufen, an der sich ca. 1 500 Menschen beteiligten und die sich gegen das Verbot der öffentlichen 1. Mai-Feiern in der Türkei richtete. "
Q: Arbeiterkampf Nr. 201, Hamburg 11. 5. 1981, S. 9

Letzte Änderung: 29.06.2016

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