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Kempten, Landkreis Lindau und Landkreis Oberallgäu

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 8.4.2009

Während in dieser, wie immer unvollständigen Darstellung, aus Lindau bereits früh von oppositionellen Regungen berichtet wird (vgl. 9.9.1968), die teils in die Marxistisch-leninistischen Aufbauorganisation (MLAO) zu münden scheinen (vgl. 17.10.1969, 12.2.1972), behandeln Berichte aus Kempten und dem Oberallgäu sowohl den Osthandel (vgl. 13.9.1970), als auch vor allem die Kurzarbeit der Bosch-Werke u.a. in Blaichach (vgl. 18.11.1970, 23.11.1970).

Sonthofen ist nicht nur Bundeswehrstandort (vgl. 7.2.1971), wo mutmaßlich gar Ernst Wolf Mommsen die Aufrüstung koordiniert (vgl. 7.2.1971), sondern in der Öffentlichkeit vor allem durch die Sonthofener Rede von Franz-Josef Strauß (FJS – vgl. 19.11.1974) bekannt. Innerhalb der bundesweiten Debatte der IG Druck und Papier über die radikale Linke scheinen sich die beteiligten Gewerkschafter aus Sonthofen-Immenstadt (vgl. 24.7.1972) und Lindau (vgl. 21.8.1972) durchaus uneins. Später scheint der Ortsverein Kempten der IG DruPa engagiert (vgl. März 1973).

Für die KPD/ML-ZK ist Kempten einer ihrer wichtigsten Stützpunkte in Bayern, wie bereits 1971 am 1.Mai deutlich wird (vgl. 1.5.1971), ohne dass hier derzeit die Ursprünge der Roten Garde Kempten (vgl. Juli 1971, Aug. 1971) geklärt werden könnten. Nach dem außerordentlichen Parteitag der KPD/ML-ZK Ende 1971, dürfte die Bedeutung der RG Kempten für die KPD/ML-ZK noch weiter gestiegen sein (vgl. 14.2.1972). Kempten bleibt für die KPD/ML in Bayern wohl eine der wenigen Städte, wo sie einerseits über einen gewissen Anhang an Arbeiterjugendlichen verfügt und anderseits keine Konkurrenz anderer ML-Gruppen zu gegenwärtigen braucht. So fließen nicht nur immer wieder Gelder (vgl. 18.12.1972, 31.12.1972, 31.3.1973, 2.3.1974, 25.10.1975), sondern es gibt auch Betriebszeitungen (vgl. 24.3.1973) und wiederum Maiaktivitäten, die auch den ungefähren Umfang des Anhängerkreises erahnen lassen (vgl. 1.5.1973), der eventuell auch aus dem Ostallgäu bzw. Marktoberdorf (vgl. Juni 1973) anreist.

Auch Kempten wird 1973 mutmaßlich von der bundesweiten wilden Streikwelle für Teuerungszulagen (TZL – vgl. 25.9.1973, 8.10.1973, 9.10.1973) erfasst, wobei auffällt, dass nach unserer, natürlich lückenhaften Quellenauswertung allein die KPD/ML davon berichtet. Diese bleibt in Kempten aktiv (vgl. 10.11.1973, 30.3.1974) und dehnt ihre örtliche publizistische Tätigkeit offenbar auf weitere Betriebe aus (vgl. 27.4.1974).

Während die KPD in Lindau durch ihre Liga vertreten scheint (vgl. 11.10.1975) und der Oberallgäu durch die Stilllegung der Hanfwerke Füssen-Immenstadt in die Schlagzeilen gerät (vgl.

24.1.1976, Apr. 1976), ist Kempten auch bei der Gründung der RGO wieder eine der ersten Ortsgruppen, wobei ihre Mitglieder auch erfolgreich zu den Betriebsratswahlen antreten (vgl. Apr. 1978, Mai 1978, Juni 1978, Apr. 1979).

Von der Welle ausländerfeindlicher Morde Anfang der neunziger Jahre bleibt, zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung, auch Kempten offenbar nicht verschont (vgl. 17.1.1990).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

09.09.1968:
Vermutlich heute erscheint die Nr.15 der 'apo press' München (vgl. 1.9.1968, 16.9.1968). Die Mitglieder des RC Augsburg wollen "demnächst zu einer Koordinationssitzung aller bayerischen RC's einladen. Im Betracht kommen die Clubs in Erlangen, Lindau, München, Nürnberg und Ulm. Neben der Koordinierung der Arbeit sollte das Treffen nach Meinung der Augsburger vor allem dem Erfahrungsaustausch dienen" (vgl. 6.9.1968).
Quelle: apo press Nr.15,München 9.9.1968

17.10.1969:
Die aus dem SDS Konstanz hervorgegangene Betriebsgruppe Friedrichshafen (Schüler, Lehrlinge und Arbeiter) berichtet in der heutigen 'RPK' über die von ihr geplante Errichtung eines Sozialistischen Zentrums. Zumindest Teile davon bilden vermutlich später die Marxistisch-Leninistische Aufbauorganisation (MLAO) mit verschiedenen Ortsgruppen im Bodenseeraum (Konstanz, Friedrichshafen, Balingen, Lindau) und der ML Initiative als Hochschulgruppe in Konstanz. Wiederum Teile der MLAO treten 1972 zur KPD/ML-ZB über.
Quellen: Rote Pressekorrespondenz Nr.35,Berlin 17.10.1969,S.9;
Eigener Bericht,Berlin 1988

13.09.1970:
Der sowjetische Außenhandelsminister möchte heute, laut KPD/ML-ZB, die Liebherr Verzahnungstechnik GmbH in Kempten besuchen, um der Firma eine führende Beteiligung am Bau eines Autowerks in Moskau anzubieten. Um diesen Auftrag sollen sich noch weitere 25 westdeutsche und schweizerische Firmen bemühen. Liebherr sei schon am Bau des FIAT-Werks in der SU mit 12 Mio. DM beteiligt gewesen.
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.31,Bochum 9.9.1970,S.8

18.11.1970:
Die Nr.51 des 'KND' der KPD/ML-ZB (vgl. 14.11.1970, 21.11.1970) erscheint. Bei Bosch wird nicht nur in Bamberg, wie in KND 43 gemeldet, sondern auch in den Werken Stuttgart-Feuerbach, Reutlingen, Dillingen, und Blaichach Kurzarbeit eingeführt. Betroffen sind davon etwa 4 000 Arbeiter. Außerdem haben die Bosch-Herren in 5 Betrieben eine unbekannte Zahl von Arbeitern entlassen.
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.51,Bochum 18.11.1970

23.11.1970:
Bei den Kabelwerken Reinshagen (KWR) in Bochum erscheint vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt der Roten Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK und ihrer Roten Garde (RG):"
KRISENBAROMETER AUF STURM

In der Stahl- und Elektrobranche fing es vor kurzem an: bei den Bosch-Werken in Stuttgart, Reutlingen, Dillingen, Bamberg und Blaichach wurde wegen zurückgehender Aufträge Kurzarbeit eingeführt. Die Blaupunkt Werke und AEG-Telefunken zogen nach. Krisenerscheinungen wie Kurzarbeit und Entlassungen meldeten nun auch Werke der Autozulieferindustrie (Continental, Kupferhütten), Schuhindustrie (Salamander), Uhrenindustrie (Kienzle), Textilindustrie, ein Werk in Schwalmtal will zu Weihnachten 400 Kollegen von insgesamt 1 200 entlassen!"
Quelle: KPD/ML-ZK und RG-RBG Reinshagen:Krisenbarometer auf Sturm,Bochum o.J. (1970)

07.02.1971:
Die KPD/ML-ZB (vgl. 13.2.1971) berichtet:"
RÜSTUNGSPLANUNG BEI DER BU WE

Am 7.Februar gab die Bundeswehrspitze nach dreitägiger Klausurtagung in der General-Beck-Kaserne in Sonthofen im Allgäu (in Bayern,d.Vf.) ein neues Konzept der Ordnung der Bundeswehrbeschaffungen bekannt. Die gesamte Rüstungsbeschaffung wird neu geordnet. Unter Vorsitz von Schmidt und Mommsen gab die Bundeswehr bekannt, daß sie die Rüstungsbeschaffung modernisieren und straffen will:
Die bisherigen Abteilungen Verteidigungswirtschaft und Wehrtechnik werden zu einer Rüstungsabteilung zusammengefaßt. Alle größeren Rüstungsprogramme werden von einem Projektleiter kontrolliert, der alle rüstungstechnischen, finanziellen und ausbildungstechnischen Belange steuert."
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.12,Bochum 13.2.1971,S.3

01.05.1971:
Die Maidemonstrationen und Veranstaltungen der KPD/ML-ZK in München, Würzburg, Kempten und Nürnberg werden, nach eigenen Angaben, z.T. in Aktionseinheiten durchgeführt.
Quelle: Roter Morgen Nr.6,Hamburg Juni 1971

Juli 1971:
Die Nr.7 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Juni 1971, Aug. 1971) berichtet u.a. von der Kemptener Maschinenfabrik. Spenden gingen u.a. ein von der Roten Garde (RG) Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.7,Hamburg Juli 1971

August 1971:
Die Nr.8 des 'Roten Morgens' (vgl. Juli 1971, 13.9.1971) der KPD/ML-ZK erscheint. Spenden gingen u.a. ein von der Roten Garde (RG) Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.8,Hamburg Aug. 1971

12.02.1972:
Laut KPD/ML-ZB ist die Einheit der Marxisten-Leninisten in der Region Friedrichshafen einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Die Marxistisch-Leninistische Aufbauorganisation (MLAO) veranstaltet heute zusammen mit ihrer Konstanzer Hochschulgruppe MLI (Marxistisch-Leninistische Initiative) ihre erste außerordentliche Mitgliederversammlung (vgl. 16.2.1972):"
Die MLAO, die Gruppen in Friedrichshafen, Konstanz und Balingen (Württ.) hat und früher auch Stützpunkte in Lindau, Ravensburg und Weingarten besaß, wollte auf dieser Mitgliederversammlung nach acht Monaten theoretischer Aufarbeitung ihre Politik grundsätzlich neu bestimmen. Das Ortskomitee der Partei verteilte zu dieser Gelegenheit einen Offenen Brief an die Mitglieder von MLAO und MLI, der die Bedeutung und die Notwendigkeit der Einheit der Marxisten/Leninisten unterstrich, die Politik der MLAO als praktisches Liquidatorentum und Sabotage der Kämpfe der Arbeiterklasse kennzeichnete, und herausstrich, daß die drei Haupttendenzen der westdeutschen marxistisch-leninistischen Bewegung, Rechtsopportunismus, linkes Liquidatorentum und bolschewistische Linie - auch innerhalb der MLAO zu finden sind."
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.20,Bochum 11.3.1972

14.02.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr.4 (vgl. 31.1.1972, 28.2.1972) der KPD/ML-ZK erscheint.
Spenden gingen u.a. ein von der RG Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.4,Hamburg 14.2.1972

24.07.1972:
In der Nr.15 der 'druck und papier' (vgl. 10.7.1972, 7.8.1972) erscheint u.a. ein Leserbrief zur Debatte um die 'Neue Linke' (vgl. 15.5.1972, 24.8.1972), den Wilfried Bartusch für den Vorstand des Ortsvereins Sonthofen-Immenstadt der DruPa verfaßte. Dieser beschäftigt sich mit dem Artikel "Ideologie und Gewerkschaft" von Eugen Stotz (vgl. 3.4.1972), in dem der 'Neuen Linken' ein Verzicht auf eigene Originalität unterstellt worden war:
"Dein Vorwurf ... fällt allerdings auf dich zurück, da Du selbst es bist, der jede Originalität vermissen läßt, und der reichlich unüberlegt über die 'Neue Linke' herzieht. Weiter fehlt in Deiner 'Beweisführung' die (notwendige) ideologische Determination. Die persönliche Originalität fehlt Dir vor allem deshalb, weil ausschließlich der Tenor der Bourgeoisie und des Kapitals sowie der Ton reaktionärer Haltung gegenüber progressiven Kräften in der Gewerkschaft anklingt."
Quelle: druck und papier Nr.15,Stuttgart 24.7.1972

21.08.1972:
In der Nr.17 der 'druck und papier' (vgl. 7.8.1972, 4.9.1972) erscheint ein Leserbrief von Adolf Kohnle aus Lindau. Dieser antwortet auf den Leserbrief von Wilfried Bartusch aus Sonthofen-Immenstadt in der vorletzten Nummer (vgl. 24.7.1972):
"Gegen seine Absicht lieferte er nur reichlich abgegriffene Schlagworte, die aus der Propagandakiste der DDR-Machthaber stammen. ... Karl Marx und seine Genossen haben zu ihrer Zeit zweifellos richtig gehandelt. Aber was sollen Marx-Rezepte heute? Kalter Kaffee! Was in der DDR und in anderen kommunistisch-unfreiheitlich regierten Staaten trotz aller Lippenbekenntnisse nicht funktioniert, soll ausgerechnet für die Bundesrepublik Deutschland richtig sein? Bleiben wir doch auf dem Teppich!
...
Was die sogenannte 'Neuen Linke' (in Wirklichkeit ist es die alte Linke) propagiert, unterscheidet sich kaum von dem, was unseren unterdrückten Landsleuten in der DDR täglich unter die Weste gejubelt wird. Für diese Art der Menschheitsbeglückung hat die überwiegende Mehrheit der Mitglieder unserer Gewerkschaft bestimmt keinen Bedarf. Die Genossen von der sogenannten 'Neuen Linken' sollten es nicht zu weit treiben, sonst könnte es mit der Einheitsgewerkschaft in der Bundesrepublik nicht mehr lange gutgehen. Auch eine Schwächung der IG Druck und Papier durch Austritte verprellter Mitglieder wäre kaum zweckdienlich. Es gilt den Radikalismus-Anfängen zu wehren!"
Quelle: druck und papier Nr.17,Stuttgart 21.8.1972

18.12.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.25 (vgl. 4.12.1972, 31.12.1972) heraus. Spenden kamen u.a. von Genossen aus Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.25,Hamburg 18.12.1972

31.12.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.26 (vgl. 18.12.1972, 14.1.1973) heraus. Spenden kamen u.a. aus Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.26,Hamburg 31.12.1972

März 1973:
In München gibt die Druck-Betriebsgruppe der ABG ihren 'Roten Widerdruck' Nr.20 (vgl. 19.2.1973, 16.4.1973) heraus. Der Vertrauensleutekörper (VLK) vom MM habe einen Brief an fast alle Ortsvereine der DruPa geschickt. Antworten seien gekommen von den Ortsvereinen Esslingen, Kempten, Rosenheim, Speyer und Weiden.
Quelle: Roter Widerdruck Nr.20,München März 1973

24.03.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.11 (vgl. 17.3.1973, 31.3.1973) heraus. In Kempten gibt man den 'Roten Schlepper' bei Fendt heraus.
Quelle: Roter Morgen Nr.11,Hamburg 24.3.1973

31.03.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.12 (vgl. 24.3.1973, 7.4.1973) heraus. Vietnamspenden kamen u.a. aus Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.12,Hamburg 31.3.1973

01.05.1973:
In Kempten führt die KPD/ML-ZK eine Maiveranstaltung mit, nach eigenen Angaben, 60 Personen durch.
Quelle: Roter Morgen Nr.16 und Extra Trotz Verbot der 1.Mai bleibt rot,Dortmund 28.4.1973 bzw. Mai 1973

12.05.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.18 (vgl. 5.5.1973, 19.5.1973) heraus und berichtet u.a. aus dem CPK-Bereich über die Taschentuchfabrik Walther in Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.18,Dortmund 12.5.1973

Juni 1973:
Innerhalb der bayrischen Roten Schülerfront (RSF) der ABG wird vermutlich im Juni vom Zentralkollektiv ein Text verfaßt:"
Rechenschaftsbericht des ZKolls (Gliederung)
...
Die relativ starke Schülerbasisgruppe MOB (Marktoberdorf,d.Vf.) gelang es uns trotz positiver Zusammenarbeit nicht zu halten. Die früheren Genossen waren politisch und ideologisch nicht so gefestigt, die Gruppe verantwortungsbewußt weiter aufzubauen und anzuleiten. Sie hätten dazu stärkerer Anleitung und Kontrolle durch das ZKoll bedurft, als das durch mündliche persönliche Kontakte möglich war. Hierzu kam, daß die Austclique (KPD/ML-ZK,d.Vf.), die von Kempten aus bessere Kontakte zu der Gruppe hatte, zwei der führenden Genossen für sich gewinnen konnte."
Quelle: RSF:Rechenschaftsbericht des Z-Kolls,o.O. o.J. (1973)

25.09.1973:
Bei Liebherr Kempten streiken heute, laut KPD/ML (vgl. 6.10.1973), 600 drei Stunden lang für eine Teuerungszulage (TZL).
Quelle: Roter Morgen Nr.39,Dortmund 6.10.1973

08.10.1973:
Die KPD/ML (vgl. 20.10.1973) berichtet vermutlich aus dieser Woche von der Kemptener MF über einen halbstündigen Streik von 600 Beschäftigten für eine Teuerungszulage (TZL).
Quelle: Roter Morgen Nr.41,Dortmund 20.10.1973

08.10.1973:
Bei Allma-Saurer Kempten, wird heute, laut KPD/ML (vgl. 20.10.1973), ein erster zweistündiger Streik für eine Teuerungszulage (TZL) durchgeführt.
Quelle: Roter Morgen Nr.41,Dortmund 20.10.1973

09.10.1973:
Bei Allma-Saurer Kempten, wird heute, laut KPD/ML (vgl. 20.10.1973), ein zweiter zweistündiger Streik für eine Teuerungszulage (TZL) durchgeführt womit dann eine TZL von 200 DM sowie ein um 200 DM erhöhtes Weihnachtsgeld erreicht werden.
Quelle: Roter Morgen Nr.41,Dortmund 20.10.1973

13.10.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.40 (vgl. 6.10.1973, 20.10.1973) heraus. Berichtet wird u.a. über Frauen und Lehrlinge in Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.40,Dortmund 13.10.1973

10.11.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.44 (vgl. 3.11.1973, 17.11.1973) heraus. Berichtet wird u.a. aus Kempten über die IGM-Jugend.
Quelle: Roter Morgen Nr.44,Dortmund 10.11.1973

02.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.9 (vgl. 23.2.1974, 9.3.1974) heraus. Spenden für den 'Roten Morgen' gingen u.a. ein von der Ortsgruppe Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.9,Dortmund 2.3.1974

30.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.13 (vgl. 23.3.1974, Apr. 1974) heraus. Solidaritätsunterschriften mit Sascha Haschemi aus dem Iran (RG München) wurden bisher insgesamt 9756 gesammelt, davon 350 in Kempten.
Spenden für die Solidarität mit den politisch Verfolgten gingen u.a. ein von der KPD/ML OG Kempten.
Quelle: Roter Morgen Nr.13,Dortmund 30.3.1974

April 1974:
Bei Fendt Kempten gibt die KPD/ML ihren 'Roter Schlepper' Nr.4 für April heraus.
Quelle: Roter Morgen Nr.17,Dortmund 27.4.1974

27.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.17 (vgl. 20.4.1974, 4.5.1974) heraus. Solidaritätsunterschriften mit Sascha Haschemi aus dem Iran (RG München) wurden bisher insgesamt 14 262 gesammelt, davon 350 in Kempten.
Nachgedruckt werden die Titelköpfe einer Reihe von Zeitungen der KPD/ML und ihrer Roten Garde bzw. des KSB/ML. Es handelt sich hierbei aus Kempten um 'Der Bohrer' bei Rott und 'Roter Schlepper' bei Fendt (vgl. Apr. 1974).
Quelle: Roter Morgen Nr.17,Dortmund 27.4.1974

30.04.1974:
In Nürnberg führt die KPD ihre Maiveranstaltung durch, an der auch Genossen aus Kempten in Schwaben teilnehmen.
Quelle: Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1974

13.05.1974:
In München gibt die BMW-Betriebsgruppe des AB ihren 'Motor' Nr.17 (vgl. Apr. 1974) vermutlich in dieser Woche heraus und berichtet u.a. aus einem Baubetrieb bei Kempten.
Quelle: Der Motor Nr.17,München Mai 1974

19.11.1974:
Das KPD-Büro Bielefeld (vgl. Apr. 1975) und die LgdI zitieren Franz Josef Strauß (FJS - CSU):"
'Es muß noch wesentlich tiefer sinken, bis wir Aussicht haben, politisch mit unseren Vorstellungen, Warnungen, Vorschlägen gehört zu werden... Die Krise muß so groß werden, daß das, was wir für die Sanierung notwendig halten, dann auf einem psychologisch besseren Boden beginnen kann. Noch heute leben die meisten über ihre Verhältnisse. Noch heute haben sie nicht begriffen, wie ernst die Situation ist. Noch heute besteht nicht ernsthaft die Bereitschaft, den Gürtel enger zu schnallen.'

Und weiter:
'Wir müssen sagen, die SPD und FDP überlassen diesen Staat Kriminellen und politischen Gegnern. Und zwischen Kriminellen und politischen Gangstern besteht nicht der geringste Unterschied, sie sind alle miteinander Verbrecher. Und wenn wir hinkommen und räumen so auf, daß bis zum letzten Rest dieses Jahrhunderts von diesen Banditen keiner mehr wagt, in Deutschland das Maul aufzumachen.' (aus seiner Sonthofener Rede)"

Berichtet wird auch in Hagen (vgl. Dez. 1977).
Quellen: KPD-Büro Bielefeld:Strauß raus aus Bielefeld!,Bielefeld o.J. (1975),S.1;
Initiative: Kein StrauSS in Hagen und auch nicht anderswo!:StrauSS raus!!,Hagen o.J. (1977)

25.04.1975:
In Kempten will die KPD/ML eine Maiveranstaltung durchführen.
Quelle: Roter Morgen Nr.17,Dortmund 26.4.1975

19.05.1975:
Der KBW (vgl. 22.5.1975) berichtet von Anfang dieser Woche, daß sich der Fliesenlegerstreik von München (vgl. 5.5.1975) nun auch u.a. auf Kempten ausgedehnt habe.
Quelle: Kommunistische Volkszeitung Nr.20,Mannheim 22.5.1975

11.10.1975:
An einer Spaniendemonstration in Friedrichshafen von der dortigen RHD und der LgdI OG Lindau der KPD beteiligen sich, laut KPD/ML, rund 55 Personen, u.a. auch von der RG.
Quelle: Roter Morgen Nr.43 und 44,Dortmund 25.10.1975 bzw. 1.11.1975

25.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.43 (vgl. 18.10.1975, 1.11.1975) heraus. Spenden für Vietnam und Kambodscha gingen u.a. ein aus Immenstadt.
Quelle: Roter Morgen Nr.43,Dortmund 25.10.1975

24.01.1976:
In Füssen beteiligen sich, laut SAG, 3 000 an einem Schweigemarsch der Gewerkschaft Textil und Bekleidung (GTB) anläßlich der Pleite des Glöggler-Konzerns, zu dem auch die Hanfwerke Füssen-Immenstadt gehören.
Quelle: Klassenkampf Nr.54,Frankfurt März 1976

April 1976:
Die Nr.14 der trotzkistischen 'Voran' (vgl. Feb. 1976, Juni 1976) erscheint vermutlich im April und berichtet u.a. aus dem GTB-Bereich von den Hanfwerken Füssen-Immenstadt.
Quelle: Voran Nr.14,Köln o.J. (1976)

Dezember 1977:
In Hagen gibt die Initiative: Kein StrauSS in Hagen und auch nicht anderswo! vermutlich im Dezember anläßlich des Besuchs von Strauß (FJS) ein Flugblatt heraus, in dem es u.a. anfangs heißt:"
STRAUSS RAUS!!

Am 14.Januar kommt F.J. StrauSS nach Hagen, sattsam bekannt als CSU-Vorsitzender und künftiger Führer Bayerns, um vom Hagener Karnevalsverein eine sog. 'Kette des goldenen Humors' entgegenzunehmen. Was an StrauSS so lustig sein soll weiß keiner. Aber wahrscheinlich haben die heimischen Bonzen vom Karnevalsvorstand einen besonderen Humor, man muß wohl eher von Zynismus sprechen.

Erinnern wir uns an einige seiner Äußerungen, um diesen Herrn richtig einzuordnen:

- In seiner berüchtigten Rede von Sonthofen 1973 (vgl. 19.11.1974,d.Vf.) gibt StrauSS zu verstehen, was von einem Wahlsieg der christlichen Unionsparteien zu erwarten ist: 'Wir räumen so auf, daß bis zum Rest dieses Jahrhunderts von diesen Banditen keiner mehr wagt, in Deutschland das Maul aufzumachen.' Zu diesen 'Banditen' zählt er sogar Leute 'in der SPD- und FDP-Fraktion in Bonn...', wo 'ein ganzer Haufen von Sympathisanten der Baader-Meinhof (RAF,d.Vf.) Verbrecher säßen'."
Quelle: Initiative: Kein StrauSS in Hagen und auch nicht anderswo!:StrauSS raus!!,Hagen o.J. (1977)

April 1978:
Die erste Nummer der 'RGO-Nachrichten' der RGO der KPD/ML (vgl. Mai 1978) erscheint. Berichtet wird u.a., daß es zu den Betriebsratswahlen (BRW) eine oppositionelle Liste gibt bei der Kemptener Maschinenfabrik.
Quelle: RGO:Nachrichten Nr.1,Essen Apr. 1978

April 1978:
Nach eigenen Angaben findet in Kempten die erste RGO Veranstaltung statt. Ca. 70 Personen sind anwesend. Anwesend sind auch RGO Vertreter der Kemptener Maschinenfabrik sowie Betriebsräte der RGO von BASF Ludwigshafen, Cassella Frankfurt, und SKF Schweinfurt.
Quelle: RGO:Nachrichten Nr.2,Essen Mai 1978,S.15

Mai 1978:
Bei den Betriebsratswahlen (BRW) in der Kemptener Maschinenfabrik erhält die Liste RGO der KPD/ML, laut KB, 200 Stimmen (43,7%) und 3 Sitze. Auch die RGO berichtet von dem Erfolg ihrer Liste 2 in selber Höhe.
Quellen: RGO:Nachrichten Nr.2,Essen Mai 1978,S.12f;
Arbeiterkampf Nr.129 und 130,Hamburg 16.5.1978 bzw. 29.5.1978,S.17f bzw. S.17

Juni 1978:
Laut RGO wird ihr Betriebsratskandidat bei der Kemptener Maschinenfabrik (KMF), Otto Pixner, vermutlich Ende Mai oder Anfang Juni "wegen Störung des Betriebsfriedens von der Geschäftsleitung mit Zustimmung des Betriebsrates gekündigt. ... Obwohl alle drei RGO-Kandidaten mit 43% der Stimmen zum Betriebsrat gewählt worden waren, haben sie jetzt nur noch zwei Sitze im Betriebsrat".
Quelle: RGO:Nachrichten Nr.3,Dortmund Juni 1978,S.15

08.01.1979:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.145 (vgl. 11.12.1978, 22.1.1979) heraus.
Berichtet wird vom Zensurprozeß gegen den Verlag Jürgen Reents des KB (vgl. 12.1.1979) und den Verantwortlichen des 'Arbeiterkampf', Kai Ehlers. Solidaritätsadressen dagegen gingen u.a. ein aus Lindau von der Redaktion der Jugendzeitung 'Collage'.
Quelle: Arbeiterkampf Nr.145,Hamburg 8.1.1979

April 1979:
Es erscheinen die 'RGO-Nachrichten' Nr.4 (vgl. März 1979, Apr. 1979).
Es wird bekanntgegeben, daß die RGO der KPD/ML bereits Ortsgruppen aufgebaut hat u.a. in Kempten.
Quelle: RGO:Nachrichten Nr.4,Vellmar Apr. 1979

17.11.1990:
Im Brett Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK berichtet G.JANTHOR@LDB am 2.1.1994:"
Kempten/Allgäu: Brandanschlag auf ein von Tuerken bewohntes Haus. Ein TUERKE stirbt in den Flammen."
Quelle: Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK-G.JANTHOR@LDB:Morde von rechts 1/3,2.1.1994

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