Westberliner Initiative für den Bund Sozialistischer Lehrer und Erzieher (BSLE):
'Lehrer und Erzieher aktuell', Nr. 1, Juni 1975

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 9.9.2017


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Die hier vorgestellte Zeitung der Anhänger der KPD unter den Lehrern und Erziehern, die die 'Lehrerzeitung' des Kampfkomitee gegen politische Disziplinierung und Berufsverbote für fortschrittliche und kommunistische Lehrer fortsetzt, lag uns als Einzelstück vor. Wir bitten um Ergänzungen.

Die Ausgabe befasst sich vor allem mit den Berufsverboten.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

15.06.1975:
Die Nr. 1 der Zeitschrift 'Lehrer und Erzieher aktuell' - Zeitung der Westberliner Initiative für den Bund Sozialistischer Lehrer und Erzieher (BSLE) der KPD für Juni erscheint vermutlich in dieser Woche mit den Artikeln:
- "Zur Herausgabe von 'Lehrer und Erzieher aktuell'" zur Diskussionsveranstaltung für einen BSLE Ende April 1975, vermutlich am 19.4.1975, seit der die 5 Bezirksgruppen Kreuzberg, Neukölln, Tempelhof, Mitte / Süd (Steglitz, Wilmersdorf, Schöneberg, Charlottenburg), und Nord (Spandau, Reinickendorf, Wedding);
- "Elternabend in Kindertagesstätte - Urbanstr." aus dem 'Kreuzberger Schulecho' der Eltern/Lehrer-Gruppe Kreuzberg Nr. 1;
- "Keine Sparmaßnahmen auf dem Rücken unserer Kinder!" mit Bericht von der Demonstration am 5.6.1975, an der 2 000 teilnahmen;
- "35.000 DM für nutzloses Spielhaus";
- "Streik an Fritzlar-Homberg Grundschule (Tiergarten)";
- "Kein Berufsverbot für Kreuzberger Lehrer" zu Barbara Saarbach, Wolfgang Schenk und Angelika Schmidt, wozu der Solidaritätsausschuß für den 20.6.1975 eine Großveranstaltung plant;
- "Schulrat hat keine Lust! Protokollauszug der Übergabe des offenen Briefes" des Solidaritätsausschusses;
- "Margot Mühlhansel: Zum 2. Mal suspendiert";
- "Berufsverbot bereits für Schüler!" am Friedrich-Fröbel-Haus (FFH), aus der Zeitung der Initiative gegen Gewerkschaftsausschluß, politische Entlassung und Berufsverbot Nr. 4,
- eine interne Anweisung des Bezirksbürgermeisters von Schöneberg, Kabus, zur "Prüfung der dienstrechtlichen geforderten Treuepflicht von Bewerbern" vom 2.6.1975;
- "Spandauer Zitadelle: Vier Lehrer sollen fliegen" zum Berufsverbot gegen Reiner Fahlbusch, Nina Melchers, Wolfgang Meckel und Ellinor Euler an der Vereinigten Münsinger-und Bartning-Oberschule, einer berufsbildenden Schule für Bauwesen, deren SV seit fast einem Jahr eine breite Kampagne gegen die Entlassungen führe;
- "Hamburg: Gemeinsam gegen Berufsverbote" zur Veranstaltung am 7.6.1975;
- "Berufsverbote gegen DKP und NPD… nur mit Bedenken", sagte Rudi Arndt, Frankfurt, von der SPD Südhessen;
- "Vor Eintritt in die GEW wird gewarnt" durch den Neuköllner Bezirksschulrat Mährlein (GEW);
- "Neofaschisten nicht so schlimm" zu Günther Deckert am Tulla-Gymnasium, Mannheim;
- "GEW Vertreterwahlen - Niederlage für Reaktionäre!";
- "ÖTV Vertrauensleute-Wahlen. Abschaffung der Betriebsgruppen - reaktionäre Vertrauensleuterichtlinien - trotzdem fortschrittliche Kollegen gewählt" zu den VLW im Bezirksamt (BZA) Kreuzberg;
- "da hilft kein beten… Verschärfte Situation in kirchlichen Erziehungseinrichtungen";
- Erziehertreffen der Initiative für den BSLE" das bundesweit 10./11.5.1975 stattfand mit ca. 50 Leuten;
- "Gegen Barsig und Co." zur Zensur beim SFB;
- ein Bericht über das Verbot der Werbung für die Naturfreundejugend (NFJ) in Jugendfreizeitheimen in Tempelhof; sowie
- "Die 'Standpunkte' des Schulsenators" am 11.6.1975 im SFB.

Geworben wird für das 'Info' der Initiative für den Aufbau des Bundes Sozialistscher Erzieher Nr. 10 vom Juni 1975 zum Thema Fürsorgeerziehung im Kapitalismus und zur "Vorbeugehaft für Gerd Heide" in Hamburg sowie für das alternative Jugendmagazin 'Hau zu Keule' aus Kreuzberg.

Berichtet wird:"
Mord bleibt Mord!

Karlsruhe. - Der Polizeibeamte, der 1973 den Dortmunder Lehrling und Fürsorgezögling Erich Dobhardt hinterrücks erschossen hatte und dafür - auf Betreiben der Angehörigen mit Unterstützung von KPD und RH zunächst vom örtlichen Landgericht zu 6 Monaten mit Bewährung verurteilt worden war, ist in einer Anfang Mai verkündeten Entscheidung vom IV. Strafsenat des BGH in der Revisionsinstanz freigesprochen worden. Mit der unglaublich unverschämten Begründung, E. Dobhardt sei deshalb, weil er einmal früher einen Polizeibeamten angegriffen hätte 'eine nicht unerhebliche Gefahr für die Allgemeinheit' die den Polizisten zum Todesschuß berechtigte, glaubt das oberste Gericht jetzt einen Freibrief für den gezielten Todesschuß ausstellen zu können."

Aufgerufen wird zu Demonstrationen und Veranstaltungen gegen die Berufsverbote am 20. und 25.6.1975 und zum fest am 21.6.1975.
Quelle: Lehrer und Erzieher aktuell Nr. 1, Berlin Juni 1975

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Letzte Änderung: 09.09.2017