Berlin-Wedding: AEG Werk Ackerstraße

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 27.11.2016


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Zum AEG Werk Ackerstraße können hier nur wenige Dokumente und Hinweise vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Aktiv in dem Werk sind sowohl die KPD (anfangs AO) mit ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse AEG Telefunken' als auch die KPD/ML-Zentralbüro (ZB) mit ihrem 'AEG-Arbeiter' für die AEG Brunnenstraße, der auch in der Ackerstraße verteilt und später von der KPD/ML fortgeführt wird. Später kommt auch noch der KBW hinzu.

Das eher kleine Werk stand meist im Schatten des benachbarten großen Werkes Brunnenstraße, Bedeutung für die Linke aber besaß es vor allem dadurch, daß sich dort eine der beiden Lehrlingsausbildungswerkstätten der AEG für Westberlin befand. So berichtet denn auch einleitend für diese Darstellung die Rote Garde Westberlin von den Lehrlingen (vgl. Jan. 1969) und die KPD befaßt sich mit den Jugendvertreterwahlen (JVW - vgl. Mai 1972).

Der Abbau von Arbeitsplätzen und Entlassungen, aber auch Kurzarbeit und Zwangsurlaub stehen immer wieder an (vgl. Sept. 1970, Okt. 1970, 16.11.1970, 24.12.1970, Jan. 1971, 1.3.1971, 2.8.1971, 1.12.1971, 28.5.1975, 9.7.1975).

Kampfaktionen der Belegschaft wurden uns bisher nur eine bekannt (vgl. 13.10.1976).

1977 erfolgt dann die Stillegung des Werkes, wogegen die KPD protestiert (vgl. 10.2.1977).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Januar 1969:
Vermutlich im Januar erscheint in Westberlin durch die RG Westberlin erstmals die Zeitung 'Rote Garde' - Marxistisch-leninistische Jugendorganisation (vgl. März 1969), in der im "Aufruf: Lehrlinge und Schüler vereinigt euch in der Roten Garde" von AEG Ackerstraße berichtet wird.
Quelle: Rote Garde - Marxistisch-leninistische Jugendorganisation Nr. 1, Berlin 1969, S. 8f

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September 1970:
Im Berliner AEG-Werk Ackerstraße werden, laut KPD/AO, 600 Beschäftigte entlassen. Laut KPD/ML-ZB erhalten Mitte September 50 Arbeiter der Kleinmotorenfertigung (KF) ihre Kündigung.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken Nr. 12, Berlin 16.11.1970; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 5, Bochum 20.1.1971, S. 10

Oktober 1970:
In der Nr. 10 der 'Roten Fahne' (vgl. 15.9.1970, Nov. 1970) befasst sich die KPD/AO mit der Metalltarifrunde (MTR) bzw. Stahltarifrunde (STR):"
TARIFRUNDE: DIE EINHEITLICHE KAMPFFRONT DER METALLARBEITER WIEDER STÄRKEN!

Einen Vorgeschmack auf die nächste Krise bekommen die Arbeiter schon heute; schon heute geht es wieder los wie vor vier Jahren: die Kapitalisten haben bereits damit begonnen, Kurzarbeit und Zwangsurlaubszeiten zu verkünden.

In Westberlin ist die Situation noch verschärft, weil die Kapitalisten ihre hier besonders einschneidenden Produktionsumstellungen unbarmherzig auf dem Rücken der Arbeiterklasse ausgetragen. So wurde z.B. die Belegschaft des AEG-Telefunken-Werks Ackerstraße im letzten Vierteljahr kurzerhand um knapp 600, das ist fast ein Drittel, verringert."
Q: Rote Fahne Nr. 10, Berlin Okt. 1970

November 1970:
In Berlin erscheint die Nr. 7 des 'Extrablattes der Betriebsgruppen der KPD/ML' der KPD/ML-ZB (vgl. 26.10.1970, Nov. 1970) mit Nachrichten auch über AEG Ackerstraße.
Q: KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML Nr. 7, Berlin Nov. 1970

16.11.1970:
In Berlin gibt die KPD/AO die Nr. 12 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (vgl. 29.10.1970, 23.11.1970) heraus. Der Leitartikel "Die Kapitalisten sichern ihre Profite auf Kosten der Arbeiter: Kurzarbeit bei AEG" befasst sich auch mit den 600 Entlassungen in der AEG Ackerstraße im September 1970. Der Leitartikel erscheint auch auf Serbokroatisch.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 12, Berlin 16.11.1970

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24.12.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet von AEG Berlin-Ackerstraße (Kleinmotoren) über die Produktionsstillegung zwischen Weihnachten und Neujahr.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 5, Bochum 20.1.1971, S. 10

Januar 1971:
Der KB/ML Westberlin gibt vermutlich im Januar einen Sonderdruck seiner 'Kommunistischen Arbeiterzeitung' (KAZ - vgl. 14.12.1970, Feb.1971) unter dem Titel "Entlassungen und Lohnkürzungen drohen: wehren wir uns gemeinsam!". Berichtet wird aus dem Berliner IGM-Bereich auch von AEG Ackerstraße.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Sdr.druck Entlassungen und Lohnkürzungen drohen: wehren wir uns gemeinsam!, Berlin o.J.

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01.03.1971:
Beim AEG Werk Sickingenstraße in Berlin gibt die Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB ein zweiseitiges Extrablatt ihres 'Roten Systems' (vgl. Feb. 1971, 8.3.1971) zum Röhrenwerk unter Verantwortung von Michael Schulte in Bochum heraus. Eingegangen wird unter der Schlagzeile "Schon wieder Kurzarbeit! Fordern wir auf der Betriebsversammlung Klarheit über unsere Lage!" auch auf die Lehrlinge in den AEG Werken Ackerstraße und Holländerstraße sowie auf den Fachbereich R2.
Q: Das Rote System Extrablatt Schon wieder Kurzarbeit! Fordern wir auf der Betriebsversammlung Klarheit über unsere Lage!, Berlin März 1971

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15.06.1971:
In Berlin gibt die KPD/AO spätestens heute die auf Juni datierte Nr.21 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (vgl. 18.5.1971, 17.7.1971) heraus. Es wird auch eingegangen auf die Betriebszeitung 'AEG-Report' von der Geschäftsleitung, wobei auch die Ackerstraße Erwähnung findet.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 21, Berlin Juni 1971, S. 7

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02.08.1971:
In Berlin erscheint die 'Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken' (KAP) Nr.23 (vgl. 17.7.1971, 16.8.1971) auf August datiert vermutlich in dieser Woche erstmals durch die KPD und nicht mehr durch die KPD/AO. Den Leitartikel bildet das Kampfprogramm für die AEG Brunnenstraße, in dem es auch heisst:"
IN DER ACKERSTRASSE wurden 300 Kollegen entlassen und Kurzarbeit eingeführt.
Q: Rote Fahne Nr. 23 und 30, Berlin 13.8.1971 bzw. 19.11.1971, S. 5f bzw. S. 5; Kommunistische Arbeiterpresse AEG-Telefunken Nr. 23, Berlin Aug. 1971

23.08.1971:
In dieser Woche erscheint in Berlin die zweite Augustausgabe der 'Kommunistischen Arbeiterpresse AEG Telefunken' der KPD in diesem Monat, die Nr.24 (vgl. 2.8.1971, 13.9.1971) mit dem, gekürzt auch auf Serbokroatisch erscheinenden, Leitartikel "Die AEG-Kapitalisten sichern ihre Profite auf unsere Kosten", der auch berichtet aus der Ackerstraße.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG-Telefunken Nr. 24, Berlin Aug. 1971, S. 1 und 6

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01.12.1971:
Vermutlich Mitte dieser Woche gibt die KPD in Berlin die Nr. 29 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (KAP) (vgl. 15.11.1971, 20.12.1971) heraus. Eingegangen wird auch auf "Das Krisenprogramm der AEG-Kapitalisten". U.a. heißt es auch: "In der Ackerstraße sollen nach den Plänen der AEG-Kapitalisten die Kollegen in einigen Abteilungen im nächsten Jahr nur noch zwei Tage in der Woche arbeiten! Dabei soll die Arbeitsleistung bei verkürzter Arbeitszeit enorm erhöht werden!"
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 29, Berlin Dez. 1971, S. 3

15.03.1972:
In Berlin gibt die KPD die Nr. 34 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (vgl. 21.2.1972, 30.3.1972) heraus, welche sich auch mit der Ackerstraße befaßt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 34, Berlin 15.3.1972, S. 4

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10.04.1972:
Vermutlich Anfang dieser Woche gibt in Berlin die KPD die Nr.35 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (vgl. 30.3.1972, Mai 1972) heraus, die sich auch mit den neuen Lehrlingen, die am 4.4. ihre Lehrzeit in der Ackerstraße und Holländerstraße begannen, befaßt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 35, Berlin Apr. 1972, S. 7f

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Mai 1972:
In Berlin gibt die KPD die Nr. 36 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (vgl. 10.4.1972, Juli 1972) heraus, die auf die neuen Lehrlinge (vgl. 15.5.1972) eingeht.

Vermutlich ebenfalls im Mai erscheint noch eine weitere Ausgabe, denn in der 'RF' Nr. 43 vom 17.5.1972 wird aus der 'KAP' zu den JVW zitiert:"
KAMPF DEM ABBAU DER RECHTE DER JUGENDLICHEN
AUS DER KOMMUNISTISCHEN ARBEITERPRESSE AEG

Bisher wurden in den Ausbildungswerkstätten Reinickendorf und Ackerstraße eigene Jugendvertretungen gewählt. In diesem Jahr soll es das nicht mehr geben!

In den beiden Ausbildungswerkstätten sind zur Zeit 200 bis 300 Lehrlinge beschäftigt, eingestellt von der Abteilung 'Zentrales Ausbildungswesen'. Neuerdings sind alle Lehrlinge verschiedenen Betrieben zugeteilt. Das heißt, daß die Ausbildung für die Lehrlinge des 1. und 2.Lehrjahres in den Ausbildungsstätten stattfindet; im 3. Lehrjahr erst kommen sie in die Betriebe, denen sie zugeteilt sind.

Es müßte also für die ca. 300 Lehrlinge, die sich zwei Jahre lang in den Ausbildungswerkstätten befinden, eine Jugendvertretung von zusammen fünf Jugendvertretern gewählt werden. Dieses Recht ist den Lehrlingen aber nach der neuen Regelung genommen! Die Lehrlinge sind bei der Jugendvertreterwahl verschiedenen Fabriken der AEG zugeteilt, in die sie aber erst im 3.Lehrjahr kommen.

Mit dieser neuen Regelung will sich die Geschäftsleitung ein Mittel schaffen, um die Jugendlichen zu spalten und die Rechtlosigkeit, in der sie sich befinden, zu verstärken.

So kann es sein, daß in der Werkstatt Holländerstraße, in der etwa 200 Lehrlinge sind, nicht ein einziger Jugendvertreter ist. Die Spaltung besteht darin, daß die Lehrlinge unterschiedlichen Werken zugeteilt werden und damit keine einheitliche Jugendvertretung haben. Es soll keinen Jugendvertreter geben, der für die ganze Ausbildungswerkstätte zuständig ist.

Der Betriebsrat bewies durch seine Zustimmung zu diesem Plan erneut, daß er sich längst nicht mehr um die Interessen der Kollegen kümmert und willig bereit ist, die spalterischen Absichten der Geschäftsleitung und den Abbau der Rechte der Lehrlinge zu unterstützen.

Viele Lehrlinge und Jungarbeiter sind bereits über 18 Jahre alt. Sie haben somit das Recht, zum Betriebsrat zu kandidieren bzw. ihn zu wählen. Wie sah dies bei der jetzigen Betriebsratswahl (BRW, d.Vf.) für die Kollegen in der Ausbildungswerkstatt in der Holländerstr. aus?

Der vorgeschriebene Aushang zu den Wahlen fehlte. Erst am Tag vor der Wahl wurde den Kollegen von ihrem Meister gesagt, daß sie wählen gehen könnten. Sie kannten weder die Kandidaten, noch konnten sie verstehen, warum sie nicht in ihrem Ausbildungswerk den BR wählen konnten. Die Kollegen vom 1. Lehrjahr wurden überhaupt nicht informiert; ein Lehrling erhielt die Wahlbenachrichtigung erst 13 Tage nach der Wahl von seinem Meister ausgehändigt!

Kollegen, das sind alles Vorgänge, die klar zeigen, daß diese Wahlen nicht korrekt durchgeführt wurden und anfechtbar sind.

Dies alles zeigt deutlich, daß die Geschäftsleitung versucht, die rechtliche Vertretung der Jugendlichen bei der AEG abzubauen, aus Angst, daß diese Jugendlichen sich mit allen ihnen zustehenden rechtlichen Mitteln (und das sind gewiß wenige) für ihre Interessen einsetzen.

Warum sind aber Jugendvertretungen auch in den Ausbildungswerkstätten für den Kampf um unsere Interessen wichtig?

Die Jugendvertreter müssen sich einsetzen gegen die ständige Verschlechterung der Ausbildung (z.B. durch die Einführung des Stufenplans), gegen die Ausbeutung und die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Lehrlinge und Jungarbeiter und gegen die ständigen Spaltungs- und Disziplinierungsversuche der Kapitalisten.

Deshalb müssen wir fortschrittliche Jugendvertretungen wählen, die sich für diese Interessen der Jugendlichen im Betrieb einsetzen. Jeder Kandidat zur Jugendvertretung muß über seine Vorstellungen in dieser Beziehung Auskunft geben, jeder Jugendvertreter muß auf den Jugendversammlungen regelmäßig Rechenschaft über die von ihm geleistete Arbeit geben.

Wir fordern
- die sofortige Einberufung einer zentralen Jugendversammlung
- die sofortige Ausschreibung von Jugendvertreterwahlen in den Ausbildungswerkstätten

Unsere weiteren Forderungen sind:
- Mindestens vier zentrale Jugendversammlungen im Jahr, auf denen die Jugendvertreter Rechenschaftsberichte abgeben.
- Stimmberechtigte Teilnahme der Jugendvertretung an allen Betriebsratssitzungen und Verhandlungen zwischen BR und Geschäftsleitung.
- Eine Sprechstunde der Jugendvertretung auch in Betrieben mit weniger als 50 Jugendlichen.
- Mindestens zwei Stunden in der Woche für alle Jugendlichen zur Information bei der Jugendvertretung, den Jugendvertrauensleuten (JVL, d.Vf.) und dem Betriebsrat.
- Mindestens einen Tag Freistellung für die Jugendvertreter.

Unsere Forderungen können wir nicht getrennt von denen der erwachsenen Kollegen durchsetzen. Deshalb treten wir für die Wahl von gewerkschaftlichen Jugendvertrauensleuten ein, die Mitglieder des Gesamtvertrauensleutekörpers sind!

- Für die Wahl von gewerkschaftlichen Jugendvertrauensleuten!
- Kündigungsschutz für Jugendvertrauensleute!
Existenzlohn für Lehrlinge, heute 500 DM!"
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr.36,Berlin Mai 1972, S. 3; Rote Fahne Nr. 43, Dortmund 17.5.1972, S. 4

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05.06.1974:
In der Nr. 23 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 29.5.1974, 12.6.1974) berichtet die KPD über Spenden von den 'Rote Fahne' (RF) Verkäufern bei AEG Ackerstraße, Brunnenstraße, Gustav Meyer Allee und Voltastraße.
Q: Rote Fahne Nr. 23, Dortmund 5.6.1974

28.05.1975:
In der Nr. 21 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 21.5.1975, 4.6.1975) berichtet die KPD auch von AEG Ackerstraße, wo 150 entlassen werden sollen.
Q: Rote Fahne Nr. 21, Köln 28.5.1975, S. 7

09.07.1975:
In der Nr. 27 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 2.7.1975, 16.7.1975) berichtet die KPD: "Das AEG-Werk Ackerstraße in Westberlin hat Massenentlassungen von mehreren Hundert Arbeitern angemeldet."
Q: Rote Fahne Nr. 27, Köln 9.7.1975, S. 3

13.10.1976:
Bei AEG Berlin-Ackerstraße treten, laut KPD, in der KFZ-Werkstatt 25 Bandarbeiterinnen in den Streik gegen einen Lohnabzug von 30 Pfennig. der Arbeitertreff Alternative gibt dazu ein Flugblatt heraus. Außer auf die SEW geht die KPD auch auf den KBW ein:"
Seine Veröffentlichungen zum Streik der Frauen liefen allesamt darauf hinaus, zu 'fordern', die Gewerkschaften zur Kampforganisation zu machen und ansonsten die Metalltarifrunde (MTR, d.Vf.) für das nächste Frühjahr vorzubereiten. Und die KPD/ML? Sie hatte die allgemeine Wahrheit bereit, daß man den Sozialismus erkämpfen müsse; und daß man die 'Grundsatzerklärung der KPD/ML' (GSE - vgl. 1.9.1976, d.Vf.) studieren müsse."
Q: Rote Fahne Nr. 43, Köln 27.10.1976, S. 4

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18.10.1976:
In Berlin wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche die weitgehende Stillegung des AEG-Werkes Ackerstraße zum Sommer 1977 bekannt. Lediglich die Angestellten und die Vorfertigung sollen in das Werk Sickingenstraße verlegt werden.
Q: Rote Fahne Nr. 43, Köln 27.10.1976, S. 4

28.10.1976:
Der KBW gibt erstmals eine Bezirksbeilage Mittelfranken zur 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 43 (vgl. 21.10.1976, 4.11.1976) heraus mit dem Leitartikel "Zur Steigerung der Profite der AEG-Kapitalisten: Massenentlassungen geplant", in dem es auch heißt:"
Einige Produktionsstätten wie Berlin Ackerstraße, Vechta bei Oldenburg, Zeil am Main, sollen ganz dicht gemacht werden. Hier in Nürnberg sollen bei AEG-NSF in der Kanalstraße 270 Kollegen in den ersten 6 Monaten des neuen Jahres entlassen werden, weil die Produktion von Elco-Kondensatoren nach Berlin verlagert werden soll."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittelfranken Nr. 43, Nürnberg 28.10.1976, S. 1f

01.12.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 48 (vgl. 27.11.1976, 8.12.1976) heraus und berichtet in "Sofortige Einberufung einer Betriebsversammlung! Westberlin: Schließung des Werkes AEG-Ackerstraße geplant" von der AEG über die Kleinmotoren- und Kondensatorenfertigung, die Werke Ackerstraße und Sickingenstraße, die eigene Zelle und die SEW.
Q: Rote Fahne Nr. 48, Köln 1.12.1976

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08.12.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 49 (vgl. 1.12.1976, 15.12.1976) heraus und berichtet von AEG (u.a. über die Schließung des Werks Ackerstraße).
Q: Rote Fahne Nr. 49, Köln 8.12.1976, S. 5

22.12.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) diesmal mit 16 Seiten als Doppelnummer 51/52 (vgl. 15.12.1976, 5.1.1977) heraus. Die Zelle AEG Brunnenstraße berichtet u.a. aus der SF über die Wickelei, aus der GF über die Endmontage, aus Bahnfabrik und KF sowie über die SEW und die 15 Berliner AEG-Werke, u.a. die Ackerstraße und die Sickingenstraße.
Q: Rote Fahne Nr. 51/52, Köln 22.12.1976, S. 4

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26.01.1977:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 4 (vgl. 19.1.1977, 2.2.1977) heraus und berichtet von AEG SF bzw. Ackerstr. über ausländische Frauen.
Q: Rote Fahne Nr. 4, Köln 26.1.1977

09.02.1977:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 6 (vgl. 2.2.1977, 16.2.1977) heraus und berichtet von AEG Ackerstraße.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Köln 9.2.1977

10.02.1977:
Bei AEG Ackerstraße Berlin wendet sich die KPD, nach eigenen Angaben (vgl. 16.2.1977), heute mit einer Kundgebung vor dem Werk an die dort beschäftigten, u.a. türkischen, Arbeiter.
Q: Rote Fahne Nr. 7, Köln 16.2.1977

06.03.1977:
Zu heute verfaßt die KPD den folgenden Artikel:"
6. MÄRZ: KAMPFTAG GEGEN DIE ARBEITSLOSIGKEIT!

Die Schließung der Kleinmotorenfabrik von AEG in der Ackerstraße in Westberlin, die Reduzierung der Belegschaft von AGFA, die angekündigten Massenentlassungen von 900 Arbeitern der Neunkircher Eisenwerke im Saarland etc. stellen die dort Beschäftigten vor große existentielle Probleme und zeigen mit aller Deutlichkeit die ganze Widersinnigkeit der kapitalistischen Produktionsweise. Einer Produktionsweise, die auf die 'Investitionslust' einer Handvoll Ausbeuter baut, von deren Gedeih und Verderb Millionen Arbeiter abhängig sind."
Q: KPD-RK NRW: Kampftag gegen Arbeitslosigkeit, Dortmund o.J. (1977), S. 2f

April 1977:
In Berlin erscheint vermutlich im April die 'Mai Zeitung' der Maiinitiative mit dem Leitartikel "Die Angriffe der Unternehmer verlangen klare Antworten", in dem berichtet wird von der Schliessung der AEG Ackerstrasse und den 300 Entlassungen in der AEG Bahnfabrik in der Brunnenstrasse, aber auch vom Arbeitsplatzabbau bei Siemens, der Verlagerung von Adrema und NCR nach Westdeutschland sowie in einem Kasten von der Entlassung von 700 der 1 060 Beschäftigten der Spinnstoffabrik Zehlendorf.
Q: Mai Zeitung, Berlin o. J. (1977), S. 1

Letzte Änderung: 27.11.2016