Berlin-Spandau: Orenstein & Koppel (O&K)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Aus dem Werk von Orenstein & Koppel (O&K) in Berlin-Spandau können hier vorerst nur wenige Ereignisse und Dokumente erschlossen werden. Einleitend für diese wie immer unvollständige Darstellung agitiert die Basisgruppe Spandau mit ihrer separat dokumentierten und hier mit Verweisen erschlossenen 'O&K Solidarität' (vgl. 28.4.1969, 30.6.1969). Unter dem Eindruck der Septemberstreiks in Dortmund bei der Hoesch Westfalenhütte und nicht zuletzt auch bei O&K Dortmund kommt es dann auch bei O&K Spandau zu einem kleinen 'Septemberstreik' (vgl. 25.9.1969).

Die 'O&K Solidarität' erscheint weiterhin (vgl. Okt. 1969, Jan. 1970), von den angehenden Parteiaufbauern der KPD argwöhnisch beobachtet (vgl. 20.3.1970), die herausgebende Basisgruppe Spandau bereitet auch bei O&K den 1. Mai 1970 mit vor (vgl. 27.4.1970).

Statt der Basisgruppe Spandau tritt nun die Betriebsgruppe Orenstein und Koppel als Herausgeber der 'O&K Solidarität' auf (vgl. Aug. 1970) engagiert sich in der Metalltarifrunde (vgl. Sept. 1970) und für die türkischen Kollegen, aber auch im Internationalismus, wie etwa zu Laos (vgl. März 1971) und Vietnam (vgl. Juli 1971), mobilisiert aber auch wieder für den 1. Mai 1971 (vgl. Apr. 1971). Nachdem der Untertitel der 'O&K Solidarität' sich noch in 'Kommunistische Betriebszeitung' änderte (vgl. Sept. 1971), stellte diese vermutlich nach der Metalltarifrunde 1971, in der bei O&K gestreikt wurde (vgl. 15.12.1971) ihr Erscheinen ein.

Aus den folgenden Jahren kann hier derzeit nur wenig berichtet werden, die spätere Betriebszelle O&K Spandau des Kommunistischen Bundes Westdeutschland etwa taucht noch gar nicht auf.

Bei den Betriebsratswahlen (BRW) 1978 tritt dann auch bei O&K Spandau eine oppositionelle Liste erfolgreich an (vgl. Apr. 1978), ihre Kandidaten werden wie üblich mit Gewerkschaftsausschlüssen bedacht (vgl. 5.12.1978).

Zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung kommt es dann zu gemeinsamen Streikaktionen in allen drei, mittlerweile zum Hoesch-Konzern gehörenden, O+K-Werken in Berlin, Dortmund und auch in Hagen (vgl. Jan. 1982, März 1982).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

28.04.1969:
In Berlin-Spandau erscheint vermutlich in dieser Woche bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Basisgruppe Spandau erstmals die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' für April / Mai (vgl. 30.6.1969) mit dem Leitartikel "1. Mai - Tag der Arbeiter oder Tag der Unternehmer". Weitere Artikel sind:
- "An Unfällen sind immer die Arbeiter schuld" zu den Arbeitsunfällen aufgrund der Rationalisierung;
- "Werden wir wirklich nach Akkord bezahlt? Akkord - wer bestimmt eigentlich unseren Lohn?";
- "Kritische Berichtshefte" von Lehrlingen eines großen westberliner Metallbetriebes, wozu gefragt wird, wie es bei O&K aussieht und aufgefordert wird, sich an das Kollektiv der Lehrlinge und Jungarbeiter Westberlins zu wenden, welches in der Brandenburgischen Str. 79 erreichbar sei.
Quellen: O&K Solidarität Nr. 1, Berlin Apr. / Mai 1969

30.06.1969:
In Berlin-Spandau erscheint vermutlich in dieser Woche bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 2 für Juni / Juli (vgl. 28.4.1969, Okt. 1969) mit dem Leitartikel "Unsere Schröpf-Kantine" zu den Bierpreisen in der neuen Kantine.

Es erscheint auch der Artikel "Arbeitervertreter Arbeiterverräter? Porträt eines Betriebsrates" zum 1. Betriebsratsvorsitzenden Alfred Schmidt.
Q: O&K Solidarität Nr. 2, Berlin Juni/Juli 1969

25.09.1969:
Als in Berlin-Spandau bei Orenstein und Koppel (O&K) die Nachricht von den Streiks bei Hoesch Dortmund, aber auch von O+K Dortmund, wo 30 Pfennig erreicht wurden, eintrifft, treten, laut Basisgruppe Spandau, 100 bis 150 Arbeiter der Großmontage in einen 20-minütigen Warnstreik, woraufhin eine Lohnerhöhung um 5% zugesagt wird.
Q: Rote Pressekorrespondenz Nr. 33, Berlin 3.10.1969, S. 2ff; O&K Solidarität Nr. 3, Berlin Okt. 1969, S. 1f

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Oktober 1969:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 3 (vgl. 30.6.1969, Jan. 1970) mit dem Leitartikel "Unser Streik" zum Streik am 25.9.1969. Weitere Artikel sind:
- "Streik und Mitbestimmung";
- "Stufenausbildung - eine neue Form der Ausbeutung" zum von Berlin übernommenen Berufsbildungsgesetz (BBiG) vom 1.9.1969; und
- "Ein Lehrling zum Berufsausbildungsgesetz". Dieser berichtet auch von der Demonstration dagegen in Berlin (vgl. 20.9.1969).
Q: O&K Solidarität Nr. 3, Berlin Okt. 1969

Januar 1970:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 4 (vgl. Okt. 1969, 27.4.1970) mit dem Leitartikel "Aus der Halle Großmontage" wo der Streik am 25.9.1969 stattfand und nun die Antreiberei besonders scharf sei. Weitere Artikel sind:
- "Nach Weihnachten";
- "Wilder Streik in Schweden" in Kiruna (vgl. 9.12.1969); und
- "Zum neuen Jahr".
Q: O&K Solidarität Nr. 4, Berlin Jan. 1970

20.03.1970:
In Berlin werden auf einer Sitzung der Stadtteiluntersuchungsgruppe der KPD/AO, Berichte über arbeitende Gruppen besprochen, mit denen man vielleicht in's Geschäft kommen könnte.

Über Spandau wird berichtet:"
Hier gibt es eine ziemlich große Basisgruppe (etwa 60-80 Mann), die politisch als Spontaneisten eingeordnet werden können." Diese habe zwei Betriebsgruppen, bei Orenstein und Koppel (O&K) und bei Siemens Gartenfeld.
Q: KPD/AO: P.d.S. am 20.3.70, o.O. (Berlin) o.J. (1970)

27.04.1970:
Vermutlich in dieser Woche gibt in Berlin ein 'Rotes Maikomitee' seine 'Rote 1. Mai Zeitung' Nr. 2 heraus. Von dem Komitee, hinter dem sich u.a. die PEI verbirgt, wird folgende Zusammensetzung bekanntgegeben:
- Betriebsgruppen von Arwa, Daimler, DWM, Gillette, Orenstein und Koppel (O&K), NCR, SEL, Siemens und andere Betriebe, Rote Bauarbeiter,
- Aktionsrat zur Befreiung der Frauen, Rote Kollektive Proletarische Erziehung und Schülerläden (Rotkol),
- Rote Zellen an den Universitäten und Akademien.
Aufgerufen wird zur Demonstration am Freitag ab Karl-Marx-Platz, berichtet u.a. vom Schülerstreik in Berlin im März.
Q: Rote 1. Maizeitung Nr. 2, Berlin o.J. (1970)

27.04.1970:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Basisgruppe Spandau vermutlich in dieser Woche die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 6 (vgl. Jan. 1970, Aug. 1970) für Apr. / Mai mit dem Leitartikel "Akkord ist Mord". Weitere Artikel sind:
- "1. Mai Feiertag? Kampftag!";
- "Roter Wedding 1. Mai 1929";
- "Guatemala oder der Graf von Spreti";
- "'Deppen', 'Trottel' und 'Idioten'" aus der 'Metall' der IGM über die Lehrlinge bei Siemens München;
- "'Sechssprachig, aber vereint'" zum Bergarbeiterstreik in Limburg, Belgien;
- "So werden Arbeiterfamilien behandelt" zum Klubhaus für Kinder und Jugendliche im Falkenhagener Feld;
- "So sieht die Ausbildung bei O&K aus";
- "Antreiben!" zur Arbeitshetze;
- "Baggerbau" zur Forderung der dortigen Schweißer nach Erhöhung der Schichtzulage von 40 auf 80 Pfennig;
- "O&K Kritik und Selbstkritik", wobei erneut auf Schweden eingegangen wird; und
- "Einakter aus dem alltäglichen Kapitalismus" zu den ausländischen Beschäftigten bzw. den Gastarbeitern.
Q: O&K Solidarität Nr. 6, Berlin Apr. / Mai 1970

August 1970:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Betriebsgruppe O&K der Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 8 (vgl. 27.4.1970, Sept. 1970), von der uns die Seite 2 nicht vorlag, mit dem Leitartikel "Ein fauler Zahn!" zur Verlagerung der Verzahnung der mechanischen Werkstatt nach Westdeutschland. Weitere Artikel sind:
- "Lehrling-Sein bei Siemens…";
- "Steuervorauszahlung - oder wie die SPD den Unternehmern hilft, ihre Profite zu sichern !!!";
- "Dem Beispiel der Werkzeugmaschinenfabrik Schanghai folgen !!!" zur Kulturrevolution in der VR China;
- "Die Lüge von der Lohn-Preis-Spirale!"; und
- "Polizei gegen demonstrierende Arbeiter in Spanien".
Q: O&K Solidarität Nr. 8, Berlin Aug. 1970

September 1970:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Betriebsgruppe O&K der Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 10 (vgl. Aug. 1970, März 1971) mit dem Leitartikel "Was unterschiedet die Unternehmer von der Maffia? gar Nichts !! Was unterscheidet die Gewerkschaft von den Unternehmern??" zur Metalltarifrunde (MTR) der IGM. Weitere Artikel sind:
- "Die 'sauberen' Verhandlungsmethoden" zur MTR;
- "'Wir müssen den Akkord besiegen !!'";
- "Höhere Löhne - höhere Preise?" zur Lohn-Preis-Spirale bzw. zur Inflation; und
- "Schmidt und die verschwunden Forderungen", die die Lehrlinge erhoben hatten.

Die letzte Seite wird eingenommen von einem Flugblatt der Basisgruppe Spandau / Wedding zur Metalltarifrunde (vgl. Sept. 1970), welches die Abschaffung der Leichtlohngruppen, gleichen Lohn für Frauen und Männer, 1000 DM netto Mindestlohn sowie 1 DM netto mehr pro Stunde fordert.
Q: O&K Solidarität Nr. 10, Berlin Sept. 1970

März 1971:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Betriebsgruppe O&K der Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 12 (vgl. Sept. 1970, Apr. 1971) mit dem Leitartikel "Birlic Ocalim! - Unsere türkischen Kollegen" zur sklavenähnlichen Situation der türkischen Kollegen, von denen allein 40 direkt in der Fabrik wohnen. Weitere Artikel sind:
- "Kantine" zu den Essenspreisen;
- "Selbstmord im Betrieb bei Orenstein & Koppel";
- "Wir werden immer reicher" zur Lohnerhöhung und den Preissteigerungen;
- "Kritik am Laos-Flugblatt";
- "Laos: Ein Schlag ins Wasser";
- "Wahlen - Außer Spesen nichts gewesen!" zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen (AW) vom 14.3.1971;
- "Polen: Der Weg der polnischen Arbeiter";
- "Bei O&K ist der Wurm drin"; und
- "Schwerer Unfall im Sägewerk".
Q: O&K Solidarität Nr. 12, Berlin März 1971

März 1971:
In Berlin geben die Betriebsgruppen Orenstein und Koppel (O&K) sowie Siemens-Gartenfeld, Wernerwerk und Schaltwerk in der Basisgruppe Spandau ihre 'Siemens Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz Gartenfeld Wernerwerk Schaltwerk' Nr. 9 (vgl. Sept. 1970, Apr. 1971) für März heraus mit dem Artikel "Selbstmord im Betrieb bei Orenstein & Koppel" am 10.2.1971.
Q: Siemens Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz Gartenfeld Wernerwerk Schaltwerk Nr. 9, Berlin März 1971, S. 5f

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April 1971:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Betriebsgruppe O&K der Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 13 (vgl. März 1971, Juli 1971) mit dem Leitartikel "Bagger-Vorproduktion - ein Jahr danach" zur Baggerproduktion auf Halde. Weitere Artikel sind:
- "DGB" zu dessen 1. Mai-Feier;
- "Wer alle Werte schafft… …Dem gebührt die Macht im Staat";
- "Lehrlinge: Warum wir kämpfen";
- "Zwei Mai-Demonstrationen";
- "1. Mai - früher und heute"; und
- "Eine besonders durchsichtige Methode…" zur Streichung der Überstunden im Baggerbau.
Q: O&K Solidarität Nr. 13, Berlin Apr. 1971

Juli 1971:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Betriebsgruppe O&K der Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 15 (vgl. Apr. 1971, Sept. 1971) mit dem Leitartikel "Taschenkontrolle am Fabriktor". Weitere Artikel sind:
- "Krankfeiern";
- "Umweltverschmutzung";
- "Was ist der Unterschied zwischen 30 Grad am Strand und 30 Grad in der Fabrik?";
- "Die Rettung der Demokratie?" zu den Watergate-Papieren über den Vietnamkrieg der USA;
- "Wohnungsräumung in Kassel" zur Belgiersiedlung (vgl. 6.7.1971);
- "BVG-Preiserhöhung Und wo unsere Steuern hinfließen!!" zu den Fahrpreiserhöhungen und Unternehmenssubventionen, wozu es ein Bild vom Roten Punkt in Düsseldorf gibt; und
- "Nichts für Frauen?" zur Berufsausbildung der Frauen und den ungelernten Arbeiterinnen.
Q: O&K Solidarität Nr. 15, Berlin Juli 1971

September 1971:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O&K) durch die Betriebsgruppe O&K der Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Kommunistische Betriebszeitung' Nr. 16 (vgl. Juli 1971) mit dem Leitartikel "Faustdicke Lügen über die Lehrlingsausbildung bei O&K". Weitere Artikel sind:
- "Zur Tarifrunde in der Metallindustrie" zur (MTR);
- "Unsere Steuern";
- "Bankraub in München" (vgl. 4.8.1971); und
- "Gefängnisaufstand in Attica" in den USA.
Q: O&K Solidarität Nr. 16, Berlin Sept. 1971

15.12.1971:
In Berlin streiken, nach Berichten der KPD/ML-ZB, 10 000 Metaller in 14 oder 15 Betrieben gegen das 7,5 Prozent Ergebnis der Tarifrunde, u.a. bei Borsig, Schwartzkopff, Osram und AEG.

Der gestrige Tarifabschluß war laut KPD/ML-ZB sehr niedrig:"
Darauf entstand unter den Westberliner Metallarbeitern eine große Unruhe. Die Kampfentschlossenheit wuchs ständig und die Gewerkschaftsführer mußten befürchten, die Kontrolle über die Bewegung zu verlieren. Deshalb versuchten sie, sich an die Spitze des Kampfes der Westberliner Metaller zu setzen und organisierten für den 15. in vielen Betrieben Proteststreiks. Trotzdem glitt ihnen die Bewegung immer mehr aus der Hand, wie die spontanen 15% Forderungen zeigten. Die IGM-Führer sahen sich gezwungen, die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Metallkapitalisten durchzusetzen. Gleichzeitig riefen sie für den 16. um 15. 30 Uhr zu einer Kundgebung auf."

"Die Streiks wurden wahrscheinlich von Vertrauensleuten organisiert. Es ging um folgendes: Die IGM-Verhandlungskommission hatte schon dem Ergebnis von Nordwürttemberg/Nordbaden zugestimmt, hatte diese Zustimmung jedoch einen Tag später wieder zurückgezogen, weil die Unruhe in den Betrieben zu groß war und die IGM-Führer in Westberlin das 7,5% Ergebnis schon zu lauthals abgelehnt hatten, wegen des unterschiedlichen Lohnniveaus zur BRD. Die Streiks sollten deshalb für 7,8% geführt werden."

Laut KPD wird heute und morgen gestreikt bei den AEG Werken Brunnenstraße, Sickingenstraße, Schwedenstraße, Quickbornerstraße, Hydra, bei DWM-Waggon Union, Schwartzkopff, KWU, Bosch Photokino, Bosch Elektronik, Osram Helmholtzstraße, Berliner Kupferraffinerie, Gillette, KHD, Siemens Askania und bei Orenstein und Koppel (O&K).

Die RKJ der GIM berichtet:"
In Berlin legen in verschiedenen Betrieben mehrere Tausend Metallarbeiter für eine Stunde die Arbeit nieder. Die Berliner IG Metall verlangt eine 'Überwindung bestehender tariflicher Abstände zu vergleichbaren Tarifgebieten im Bundesgebiet' (SZ, 17.12.1971). Darüber soll im Januar verhandelt werden."
Q: Was Tun Nr. 1, Mannheim 1972, S. 9; Der Schwartzkopff Hammer Nr. 25, Berlin 22.12.1971;Rote Fahne Nr. 33, Berlin 31.12.1971;Der Rote Gartenfelder Nr. 18, Berlin 11.1.1972;Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 97, Bochum 18.12.1971, S. 14

26.02.1972:
In Berlin ruft die KPD/ML-ZB in ihrem 'Extrablatt der KPD/ML', welches vermutlich u.a. auf der heutigen Fahrpreisdemonstration verteilt wird, auf:"
KAMPF DEN PREISTREIBEREIEN DES SPD-SENATS
KEINE MARK FÜR DIE AUFRÜSTUNG DER WESTBERLINER POLIZEI UND DER FREIWILLIGEN POLIZEIRESERVE (FPR, d.Vf.)

WAS GESCHIEHT MIT DEN MILLIARDEN MEHREINNAHMEN DURCH DIESE PREISTREIBEREIEN?

Sie fließen nicht in die Tasche der GASAG-, BEWAG- und BVG-Kollegen (ÖTV-Bereich, d.Vf.)! Denn sie sind unter das verschärfte Lohndiktat von 4% gezwungen worden. Im Gegenteil, der Lohnanteil bei den öffentlichen Betrieben ist nicht gestiegen, denn der SPD-Senat hat durchrationalisiert. Das heißt, wie in jedem anderen kapitalistischen Betrieb, nichts anderes als verschärfte Arbeitshetze (siehe die Einmannwagen bei der BVG).

Nein, Kollegen, der SPD-Senat braucht das Geld
- weil die Siemens-AEG-Orenstein und Koppel-Bosse (O+K, d.Vf.) die Monopolpreise für die BVG-Waggons, Busse und technisches Material erhöht haben
- weil den Monopolherren noch mehr Berlin-Vergünstigungen in den Rachen geworfen werden sollen
- weil die Polizei und die Freiwillige Polizeireserve weiter ausgebaut und aufgerüstet werden soll!"
Q: KPD/ML-ZB: Extrablatt der KPD/ML Nr. 37, Berlin 26.2.1972

23.01.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr. 104 (vgl. 9.1.1977, 6.2.1977) heraus. Die Kämpfende Jugend (KJ) berichtet aus Berlin von den IGM-Jugendgruppen (JG) Berliner Maschinenbau AG, Orenstein und Koppel, Fritz Werner und Flohr Otis.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 104, München 23.1.1977

April 1978:
Bei den Betriebsratswahlen (BRW) bei Orenstein und Koppel (O&K) Berlin erhält, laut KB, eine Oppositionsliste 45% und damit 5 Sitze.
Q: Arbeiterkampf Nr. 128 und 130, Hamburg 28.4.1978 bzw. 29.5.1978, S. 2 bzw. S. 17

05.12.1978:
In Berlin findet ein Ausschlußverfahren aus der IGM gegen den Betriebsrat in der AEG Brunnenstraße Zeynel Balki von der Liste 'Arbeitereinheit' statt, auf dem, laut einem überparteilich aufgemachten aber wohl wesentlich von der KPD initiiertem Flugblatt, der Ausschluß beschlossen wird, obwohl keine besonderen Gründe gefunden werden konnten. Die anderen Mitglieder der Liste seien bereits ausgeschlossen worden. Weitere Ausschlüsse habe es jüngst bei Orenstein und Koppel Berlin, Hoesch Dortmund und Daimler Stuttgart gegeben.
Q: Roswitha Schweichel: Für Arbeitereinheit Zum IG-Metall - Ausschlußverfahren gegen Betriebsrat Zeynel Balki (Liste "Arbeitereinheit"): Gründe wurden nicht gefunden!, Berlin o.J. (1978)

Januar 1982:
Die KPD berichtet bei Hoesch Dortmund (vgl. 25.1.1982) vermutlich aus dem Januar:"
STREIKS BEI O+K. SOLIDARITÄT! ROHWEDDERS NEUE LOHNPOLITIK.

Mit einer bisher beispiellosen Brutalität will die Hoesch-Konzernspitze bei Orenstein und Koppel ihre Profite sanieren: 20%-ige Kürzung der Vorgabezeiten gleich 200 - 300 DM Lohnverluste, oder: schneller arbeiten und damit Kurzarbeit und Entlassungen noch beschleunigen.

Streiks und andere Kampfaktionen waren die Antwort der Kollegen in Dortmund-Dorstfeld, Hagen und Berlin.

Der Kampf der O+K-Kollegen ist auch unsere Sache. Denn schließlich sind es Rohwedder und Co., die diese Beschlüsse bei O+K forcieren. Was sie heute dort machen, können sie schon morgen bei uns versuchen. Und in der Tat bahnt sich in der Konzernspitze offensichtlich eine Wende in der innerbetrieblichen Lohnpolitik an.

Der Anfang soll bei der Produktionsprämie gemacht werden. Sie soll in eine BETRIEBLICHE Leistungsprämie (Tonnen/pro Mann) verwandelt werden. Schon im letzten Jahr erwägte Rohwedder, die übertariflichen Zulagen zu kürzen. Jetzt will er mit diesem Druckmittel in der Hand in Richtung Einzelprämienlohn marschieren. Diesen Plänen muß von Anfang an ein klares Nein entgegengesetzt werden.

Auch deshalb: fordert von der IGM und den Betriebsräten, daß sie konkrete Solidaritätsaktionen mit den O+K-Kollegen organisieren!"
Q: Stählerne Faust Einmalige Zusammenarbeit!, Dortmund o.J. (1982), S. 6

März 1982:
Die RGO gibt ihre 'RGO-Nachrichten' Nr. 3 (vgl. Feb. 1982, Apr. 1982 )heraus und berichtet von Orenstein & Koppel Westberlin, Dortmund und Hagen: "Den unverschämten Vorstoß der Orenstein & Koppel-Kapitalisten, die Lohnzulagen zu streichen, haben die Belegschaften der Werke in West-Berlin, Dortmund und Hagen wie aus einem Munde beantwortet: Sie legten spontan die Arbeit nieder und forderten die bedingungslose Rücknahme solcher Pläne."
Q: RGO-Nachrichten Nr. 3, Kassel März 1982, S. 13

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Letzte Änderung: 29.06.2016