Berlin-Spandau:
'Der rote Schaltwerker' - Zeitung der Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML (1971/1972)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 16.12.2015


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Die Betriebszeitung 'Der rote Schaltwerker' der KPD/ML-Zentralbüro für das Siemens-Schaltwerk in Berlin-Spandau kann hier bisher nur lückenhaft vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Nach der Auflösung der KPD/ML-Zentralbüro und dem Wiederanschluss vieler ihrer Berliner Mitglieder an die KPD/ML, die zuvor den 'Roten Lautsprecher' gemeinsam für alle Berliner Siemenswerke herausgegeben hatte, wurde 'Der rote Schaltwerker' durch deren Betriebszelle Schaltwerk weitergeführt.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

22.03.1971:
Vermutlich an diesem Tage gibt in Berlin die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die erste Nummer ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 23.4.1971) heraus, die auf den März datiert ist. Die Verantwortung für die 8 Seiten DIN A 4 übernimmt Michael Schulte in Bochum, Kontakt ist über Peter Slovak in Berlin möglich.

Neben der Information, daß bereits zuvor vor dem Betrieb die 'Extrablätter' der KPD/ML-ZB verteilt worden sind, geht man u.a. auf den 1.Mai ein. Während die IGM eine DGB-Demonstration ablehnt (vgl. 19.1.1971), sind zumindest in der CPK und im BSE OV andere Meinungen vertreten. Die Betriebsgruppe unterstützt das Maikomitee, für das auch Vertrauensleute und junge Gewerkschafter das Flugblatt 'Aufruf zur Vorbereitung des 1. Mai' verteilt haben.

Aus dem eigenen Werk wird berichtet aus der Abteilung 63 (Selengleichrichterproduktion) und über die Lebensmittelautomaten der Firma Warbeck und deren Wartungsmonteure. Aus Bayern wird berichtet vom Unternehmensbereich Bauelemente bei Siemens München. Aus Berlin wird u.a. eingegangen auf AEG, Bosch, Osram und Schwartzkopff bzw. DIAG.
Quelle: Der rote Schaltwerker Nr. 1, Berlin März 1971

23.04.1971:
In der Nr. 2 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 22.3.1971, Mai 1971) kündigt die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB u.a. eine Kurzkundgebung vor dem Werk für den Nachmittag an. Neben der Mitteilung, daß das Berliner Maikomitee durch die SEW gespalten worden sei, findet sich auf den 12 Seiten unter Verantwortung von Michael Schulte in Bochum auch noch ein Artikel des KJVD zum 1.Mai, der aber offensichtlich aus einer anderen Betriebszeitung der KPD/ML-ZB ('Das rote System' für AEG Sickingenstr. Berlin) übernommen wurde, denn in ihm heißt es, "in den Betrieben wie hier in der Sickingenstr.".

Auf die Krise wird eingegangen anhand der Berliner Betriebe AEG Sickingenstraße, Osram B-Werk, Bosch, Siemens, AEG Hydra, Siemens Kabelwerk, Schwartzkopff, Borsig, DWM und Schmalbach Lubeca.

Internationale Berichte und Forderungen behandeln Indochina, Großbritannien, Chile und die KP Polen.

Eingegangen wird auch auf den 85. Jahrestag des Geburtstages von Ernst Thälmann (vgl. 16.4.1971).

Aus dem eigenen Werk wird berichtet von der letzten Betriebsversammlung (vgl. 23.3.1971) sowie über die Abteilung 63.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 2, Berlin 23.4.1971

Mai 1971:
Vermutlich im Mai gibt in Berlin die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr. 3 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 23.4.1971, Juni 1971) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 2 und 5, Berlin 23.4.1971 bzw. 2.7.1971

Juni 1971:
Vermutlich im Juni gibt in Berlin die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr. 4 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. Mai 1971, 2.7.1971) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 2 und 5, Berlin 23.4.1971 bzw. 2.7.1971

02.07.1971:
In Berlin erscheint die Nr. 5 des 'Roten Schaltwerkers' der KPD/ML-ZB Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk (vgl. Juni 1971, 22.7.1971) mit 12 Seiten und ohne Verantwortlichen, in der diese Zeitung als einzige positive Zeitung am Betrieb bezeichnet wird.

Aus dem eigenen Werk wird berichtet von den Lebensmittelautomaten der Wabeg.

Weitere Artikel behandeln das Lohndiktat und das fünfzigjährige Bestehen der KP Chinas.

Aus Berlin wird berichtet von der Chemietarifrunde (CTR) (vgl. 31.3.1971, 26.6.1971), von der auch aus Nordrhein, Hessen und Rheinland-Pfalz berichtet wird.
Aus Hessen wird eingegangen auf den Öffentlichen Dienst in Frankfurt.
Aus NRW wird berichtet von Hoesch Dortmund, der IG Metall (IGM) Gelsenkirchen und von Krupp Essen (vgl. 23.5.1971).

Für den Nachmittag wird der Verkauf der 'Roten Fahne' Nr. 12 (vgl. 21.6.1971) angekündigt.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 5, Berlin 2.7.1971

22.07.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr. 6 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 2.7.1971, Sept. 1971) mit 10 Seiten unter Verantwortung von Michael Schulte in Bochum heraus, in der u.a. unter der Überschrift 'Wir lassen uns nicht von der Tarifrunde ablenken!' auf die Fahrpreiserhöhungen bei der BVG eingegangen wird. Diese, gegen die eine Kampagne der Jusos der SPD und anderer linker Gruppen geführt wird, seien mit Bedacht auf einen Termin sechs Wochen vor Beginn der Metalltarifrunde (MTR) gelegt worden um von deren Vorbereitung abzulenken.

Aus dem eigenen Werk wird berichtet von der Stillegung der Gleichrichterproduktion (Abteilung 63) im 6. Flur, aus dem 3. Flur und aus dem 7. Flur von der ESK-Diodenfertigung. Mit Hilfe der 'Metall' der IGM wird berichtet über Ruckelshausen Heiz- und Klimageräte in Pfungstadt in Hessen.
Die 'Berliner Zeitung' (BZ) von Springer sei für das Lohndiktat eingetreten. Eingegangen wird auch auf das Ende der Chemietarifrunde (CTR) (vgl. 4.7.1971) und die Stillegung der Phrix-Werke. Von der CTR wird auch berichtet aus NRW von Clouth Köln und aus Hessen von Kalle Wiesbaden, sowie vom Rücktritt der Tarifkommissionen in Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein aufgrund des '7,8%-Verrats'. Für den Nachmittag wird der Verkauf der 'Roten Fahne' Nr.14 (vgl. 19.7.1971) angekündigt.
Aufgefordert wird zur Organisierung in KPD/ML-ZB und KJVD.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 6, Berlin 22.7.1971

September 1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB vermutlich im September die Nr. 7 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 22.7.1971, 1.10.1971) heraus, die uns bisher leider noch nicht vorlag.
Q: Der Rote Schaltwerker Nr. 6 und 8, Berlin 22.7.1971 bzw. 1.10.1971

01.10.1971:
In der Nr. 8 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. Sept. 1971, 12.10.1971) gibt die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB bekannt, daß an diesem Tage die ersten Tarifverhandlungen zwischen der IG Metall und den 'Arbeitgebern' stattfinden. Nach der Feststellung, daß seit einiger Zeit nicht nur die Betriebszeitung, sondern auch die 'Rote Fahne' der KPD/ML-ZB vor dem Betrieb vertrieben wird, heißt es: "Vor unserem Betrieb werden pro Nummer durchschnittlich 30 ROTE FAHNEN verkauft." Eingeladen wird zum Besuch eines Diskussionsabends der Betriebsgruppe (vgl. 14.10.1971).
Berichtet wird aus China und aus dem eigenen Werk von der Einstellung der Gleichrichterproduktion, von der MTR über AEG Berlin-Brunnenstraße sowie aus NRW von Hoesch Dortmund und Krupp.
Q: Der Rote Schaltwerker Nr. 8, Berlin 1.10.1971

12.10.1971:
In Berlin lädt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB in der zweiseitigen Nr. 9 ihres 'Roten Schaltwerkers' zum Besuch ihres Diskussionsabends (vgl. 14.10.1971) ein. Eingegangen wird auch auf die SPD.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 9, Berlin 12.10.1971

26.10.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr. 10 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 12.10.1971, 6.1.1972) mit 8 Seiten unter Verantwortung von Michael Schulte in Bochum heraus, in der sie sich u.a. mit Entlassungen von HeimarbeiterInnen der Abteilung 63, in den Abteilungen 40 und 50, den Prüffeldern und Revisionen, der geplanten Verlagerung der Verteileranlagenproduktion (Abteilung 31) nach Hessen in das Schaltwerk Frankfurt, der Stillegung der Gleichrichterproduktion und der Propaganda zur Metalltarifrunde (MTR) im eigenen Werk (vgl. 5.10.1971, 18.10.1971) befaßt. Eingegangen wird auch auf den eigenen Diskussionsabend (vgl. 14.10.1971).
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 10, Berlin 26.10.1971

06.01.1972:
In der Nr. 12 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 26.10.1971, 4.2.1972) übt die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB Selbstkritik für die Veröffentlichung von Gerüchten über Entlassungen in der letzten Ausgabe, meldet aber die Wegrationalisierung von 400 Arbeitsplätzen. Dem Beispiel von der Entlassungspraxis bei Siemens wird Albanien gegenübergestellt. Hier heißt es wiederum:"
Ein Kollege teilte uns mit, daß in diesem Jahr 700 Kollegen entlassen werden sollen."
Weiter findet sich auf den 6 Seiten unter Verantwortung von Michael Schulte in Bochum ein Albanien-Artikel und die Ankündigung für einen Artikel zum Betriebsverfassungsgesetz (BVG).
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 12, Berlin 6.1.1972

04.02.1972:
In Berlin geht die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB in der Nr. 13 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 6.1.1972, 9.2.1972) auf den 8 Seiten unter Verantwortung von Michael Schulte in Bochum außer auf die SEW, die dort ihre 'Information für Siemens-Kollegen' verbreitet auch auf die KPD ein, "die seit kurzer Zeit eine Arbeiterkorrespondenz vor dem Schaltwerk verteilt", womit wohl die 'Kommunistische Arbeiterpresse' gemeint ist. Kritisiert wird u.a. die Position der KPD zu den 600 Entlassungen, die im Schaltwerk anstehen, wie auf einer Vertrauensleutesitzung Mitte Januar bekannt wurde. Statt den Kampf dagegen aufzunehmen fordere die KPD ausreichende Sozial- und Umschulungspläne. In einem weiteren Artikel 'Am Kampf gegen die Sozialdemokratie fällt die Entscheidung, wer für oder gegen die Arbeiterklasse ist' beschäftigt man sich erneut mit der KPD und auch mit der PL/PI:"
Beide Gruppen gründeten sich opportunistisch und setzten sich bei und vor ihrer Gründung nicht mit der neuen revolutionären Partei, der KPD/ML auseinander. … Während die PL/PI, die auch ihre Zeitung 'Klassenkampf' vor dem Schaltwerk verteilte, sich mittlerweile aufgelöst hat", bestehe die KPD weiter und habe schon zweimal ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' verteilt. Sie führe aber nicht den Kampf gegen die SPD, und komme somit als proletarische Vorhut nicht in Frage. Ein Artikel zum BVG ist noch nicht fertig, berichtet wird im weiteren von einer großen Veranstaltung der KPD/ML-ZB für den Metallbereich (vgl. 16.12.1971), der Lesung der Bundesgrenzschutznovelle im Bundestag (vgl. 20.1.1972) und von KWU.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 13, Berlin 4.2.1972

09.02.1972:
In der dreiseitigen Nr. 14 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 4.2.1972, 15.2.1972) berichtet die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB unter Verantwortung von Michael Schulte in Bochum über die gestrige Mitgliederversammlung der IG Metall (IGM).
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 14, Berlin 9.2.1972

15.02.1972:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr. 15 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 9.2.1972, 25.2.1972) mit 8 Seiten unter Verantwortung von Michael Schulte in Bochum heraus, in der u.a. über einen Kollegen berichtet wird, der im September 1971 auf einer Betriebsversammlung geredet habe und dadurch auf die Abschußliste seines Meisters geraten sei. Auf der betrieblichen IG Metall Mitgliederversammlung am 8.2.1972 sei er als Kandidat vorgeschlagen worden und habe mit der Begründung abgelehnt, daß er die Kündigung bereits in der Tasche habe.

Eingegangen wird auch auf die letzte Betriebsversammlung (vgl. 13.12.1971) sowie auf die Verbesserungsvorschläge, die nur zu gesteigerter Ausbeutung führen. Erwähnung findet auch der Zusammenschluß der Abteilungen 93 und 94, wo ca. 20 Jungarbeiterinnen als Laufmädchen arbeiten. Berichtet wird auch von der Erschießung von Georg von Rauch (vgl. 4.12.1971), aus China und vom Betriebsverfassungsgesetz (BVG).

Für den Nachmittag wird der Verkauf der 'Roten Fahne' Nr.3 (vgl. 7.2.1972) angekündigt.

Für die nächste Woche wird die Entwicklung des Betriebsratswahl-Kampfprogramms angekündigt (vgl. 21.2.1972).
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 15, Berlin 15.2.1972

25.02.1972:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr. 16 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 15.2.1972, 6.3.1972) mit 4 Seiten und erstmals unter Verantwortung von Horst Kwiatkowski in Berlin heraus, die sich ausschließlich mit den Fahrpreiserhöhungen bei der BVG, die das Geld für weitere Aufrüstung von Polizei und Freiwilliger Polizeireserve (FPR) einbringen sollen, und der Demonstration dagegen am 26.2.1972, zu der aufgerufen wird, beschäftigt.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 16, Berlin 25.2.1972

06.03.1972:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr. 17 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 25.2.1972, 28.3.1972) mit 6 Seiten heraus. Berichtet wird u.a. darüber, daß nach der IG Metall Mitgliederversammlung (vgl. 8.2. 1972) im Betrieb eine Unterschriftensammlung zur Anfechtung der dortigen Wahl zur Westberliner Vertreterversammlung gestartet worden sei. Ein Betriebsrat habe die Unterschriftensammler beim Sammeln gesehen und behauptet, daß die KPD/ML-ZB dahinterstecke. Genau eine Woche später hätten die betreffenden Kollegen Rügen und Kündigungen erhalten, wobei zumindest in einem Fall der zuständige Meister nichts veranlaßt habe. Auch zum Besuch der morgigen Veranstaltung der KPD/ML-ZB anläßlich des Aufenthalts von Nixon in der VR China wird aufgerufen.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 17, Berlin 6.3.1972

28.03.1972:
In der Nr. 18 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 6.3.1972, 11.4.1972) begrüßt die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB das gestrige Flugblatt der Gewerkschaftsopposition (GO), außerhalb des Schaltwerkes auch als Schaltwerks-Opposition bekannt. Gemeinsam rufen beide Gruppen zu einem Treffen am nächsten Tage auf. Eine Betriebsversammlung solle am 17.4.1972 stattfinden.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 18, Berlin 28.3.1972

11.04.1972:
In Berlin berichtet die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk in der Nr. 19 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 28.3.1972, 17.4.1972) auf den 10 Seiten unter Verantwortung von Horst Kwiatkowski über die Bemühungen um ein betriebliches Kampfprogramm (vgl. 29.3.1972).

Die Gewerkschaftsopposition (GO) bzw. Schaltwerksopposition habe das Kampfprogramm der Betriebsgruppe zu den Betriebsratswahlen (BRW) noch erweitert.

Neben einem erstmaligen Aufruf zum Besuch des Buchladens der KPD/ML-ZB in Berlin, dem 'Arbeiterbuch', findet sich auch noch ein Bericht über die letzte 'Kommunistische Arbeiterpresse' (vgl. 22.3.1972) der KPD.

Eingegangen wird auch auf Albanien und Indochina. Für den Nachmittag wird der Verkauf der 'Roten Fahne' Nr. 7 (vgl. 3.4.1972) angekündigt.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 19, Berlin 11.4.1972

17.04.1972:
In Berlin mobilisiert die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB mit einem zweiseitigen Extrablatt "Betriebsversammlung!" ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 11.4.1972, 25.4.1972) zum Besuch der morgigen Veranstaltung der KPD/ML-ZB zu den Betriebsrätewahlen und zum 1. Mai, nachdem sie zuvor schon ein Extrablatt ihrer Zeitung zum 1. Mai, welches auch auf diese Veranstaltung hinwies, verteilt hatte. Eigentliches Thema aber ist die am selben Tage stattfindende Betriebsversammlung, über die es später heißt, daß die Arbeiter bereits morgens am Tor von 7 Pförtnern kontrolliert worden seien. Auf der Versammlung selbst habe Wagner von der IG Metall, eine Ausgabe des 'Roten Schaltwerkers' schwenkend, gesagt: "Diese Anwürfe, wie sie hier in diesen Schmierblättern stehen, kann man nur vergleichen mit denen, die es schon einmal gab zur Zeit der Nationalsozialisten."
Q: Der rote Schaltwerker Extrablatt Betriebsversammlung! und Nr. 20, Berlin 17.4.1972 bzw. 25.4.1972

25.04.1972:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr. 20 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 17.4.1972, 13.7.1972) mit 8 Seiten heraus, die u.a. einen Bericht über die Betriebsversammlung (BV) am 17.4.1972 enthält. Neben einem Artikel über die Ostverträge findet sich auch noch eine Ankündigung für eine Kurzkundgebung vor dem Werk am nächsten Tage. Aufgerufen wird zum 1. Mai.

Berichtet wird auch von Entlassungen im Schaltwerk und unter den Lehrlingen im Wernerwerk (vgl. 10.4.1972).
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 20, Berlin 25.4.1972

13.07.1972:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr. 24 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 25.4.1972, Dez. 1973) heraus mit dem Leitartikel "Klassenharmonie oder Klassenkampf?" zu den Gesetzen zur Inneren Sicherheit bzw. zum 9. DGB-Kongreß (vgl. 25.6.1972).

Weitere Artikel sind:
- "Der Widerstand wächst - für klassenkämpferische Poli8tik" zur GOG im Schaltwerk;
- "Wir lassen uns nicht von der Polizei in die Fenster sehen!" mit einem Bericht von AEG Holländerstraße (vgl. 20.6.1972);
- "Demonstration gegen den Bonner Notstandskurs!" am 1.7.1972;
- "Und wer zahlt die Bewaffnung und den Ausbau des Polizeiapparates?";
- "Lassen wir uns nicht einschüchtern!" zu einem Artikel der 'Siemens-Miteilungen' über Arbeitsunfälle; sowie
- eine Ankündigung für den Verkauf der 'Roten Fahne'.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 24, Berlin 13.7.1972

Dezember 1973:
In Berlin gibt die Betriebszelle Siemens-Schaltwerk der KPD/ML ihre Zeitung 'Der rote Schaltwerker' (vgl. 13.7.1972) heraus mit dem Leitartikel "Brecht den Tariffrieden!" zur Metalltarifrunde (MTR).

Weitere Artikel sind:
- eine Meldung zur Wabeg;
- "Bonn probt den Notstand!" zur Ölkrise;
- "SEW-Revisionisten - Agenten des Kapitals!";
- "Weihnachtsgeld, Teuerungszulage, Absicherung des 13. Monatsgehalts - Kollegen, was machen wir nur mit dem vielen Geld?";
- "Arbeitsschutz bei Siemens?" zu den Plakaten zur Arbeitssicherheit;
- "Einwanderungsstopp für ausländische Arbeiter - Alarmzeichen auch für deutsche Kollegen!"; sowie
- "Wenn der feind uns bekämpft ist das gut und nicht schlecht! (Mao)" zur Klassenjustiz bzw. den Prozessen gegen die KPD/ML und Ernst Aust.
Q: Der rote Schaltwerker Brecht den Tariffrieden!, Berlin Dez. 1973

Letzte Änderung: 29.06.2016