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Berlin: Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei (SDA)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 1.1.2010

Die erste Bethanienkampagne Ende 1969 und Anfang 1970 in Kreuzberg, nicht zu verwechseln mit den späteren Bemühungen der KPD dort, war für die Berliner KPD/ML vermutlich die erste größere Massenkampagne, wobei diese auch gemeinsam mit universitären Gruppen aus den ML-Westberlin organisiert wurde (vgl. Dez. 1969) und auch die Spartacisten bereits damals ein wachsames Auge auf die Aktivitäten haben (vgl. 13.2.1970, 16.2.1970), aus denen eine Arbeitergruppe Kreuzberg der KPD/ML hervorgeht (vgl. 14.3.1970, 27.3.1970), an der die KPD/AO offenbar gern beteiligt wäre (vgl. 20.5.1970, 28.7.1970, 14.8.1970, 12.1.1971).

Arbeitergruppe oder –partei etc. nannten sich damals recht viele Formationen. Bernd Rabehl, an dem sicherlich vieles kritisiert werden kann, aber nicht, dass er sich damals nicht eifrig in der linken Szene getummelt habe, versicherte mir auf mein Befragen einmal, dass er beim Besuch der Gruppe um H. Druschky Gruppe das einzige Mal einen wirklichen Kollegenkreis fand, wie er sich in der Eckkneipe trifft, ohne dass es sich dabei etwa um proletarisch posierende Studierende gehandelt hätte.

Angesichts der Spaltung der bundesweiten und auch der Westberliner KPD/ML kommt es daher aus der Versammlung der Arbeiter der KPD/ML-ZK heraus (vgl. 15.7.1970) zur Gründung der Sozialistischen Deutsche Arbeiterpartei'(SDA), die sich zunächst von der KPD/ML-ZK (vgl. 2.8.1970), sodann grundsätzlich (vgl. 4.8.1970, 14.9.1970) und später wiederholt von den Intellektuellen abzugrenzen versucht.

Auch die 'Berliner Arbeiterzeitung' (BAZ) unterscheidet sich in vielen Artikeln deutlich vom damaligen Angebot an linker Presse, wobei hier vorläufig nur vereinzelte Ausgaben vorgestellt werden können (vgl. Nov. 1970, Apr. 1971, Juli 1971).

Zentraler Treff der SDA ist zunächst die 'Zickenrunde' (vgl. 12.1.1971), die KPD/ML-ZK und ihre Rote Garde führen derweil vermutlich mehr oder minder bundesweit den Film zum Bethanienkampf auf (vgl. 10.2.1971, 11.2.1971).

Die erste größere Kampagne der SDA, die hier erschlossen werden kann ist der 1.Mai 1971 (vgl. 14.3.1971, Apr. 1971, 26.4.1971, 29.4.1971, 1.5.1971) zu dem die SDA gemeinsam sowohl mit ML-Gruppen als auch trotzkistischen Spartacisten, den damals noch ideologisch wenig polarisierten Sozialistischen Betriebsgruppen Tempelhof, dem Sozialistischen Frauenbund (SFB) Westberlin und der eher rätekommunistischen bis spontanistisch-operaistischen PL/PI agiert.

Auch gegen den allfälligen Abbau der demokratischen Rechte agiert die SDA wiederum im selben Bündnis, wenn auch die PL/PI nicht dazu gehört (vgl. 7.5.1971, 25.5.1971).

Ebenfalls im Verein mit dem KB/ML und den SGB Tempelhof beteiligt sich die SDA nun auch an der Aktionseinheit zur Metalltarifrunde (MTR) 1971 (vgl. 25.7.1971, 25.9.1971), dafür auch theoretische Grundlagentexte beisteuernd (vgl. Aug. 1971).

Es scheint nun an der Zeit für die erste geschlossene Darstellung der "Geschichte der Entstehung der SDA unter teilweiser Einbeziehung der Vorgeschichte der Gründung" (vgl. Okt. 1971), während die Agitation mit der 'Berliner Arbeiterzeitung' weitergeht (vgl. Okt. 1971) und die von diesem angekündigte Vereinigung mit dem KB/ML (vgl. Dez. 1971) mangels Masse dessen vermutlich nicht mehr erfolgt. Die SDA aber löst sich nicht auf, sondern äußert sich vielmehr sowohl erneut theoretisch (vgl. Jan. 1972), greift aber auch, wieder gemeinsam mit den Resten des KB/ML und auch den Spartacisten praktisch in die Kampagne gegen die Fahrpreiserhöhungen bei der BVG (vgl. 22.2.1972) ein.

Zum 1. Mai 1972 scheint die SDA einen Tiefpunkt erreicht zu haben, der evtl. durch die Trennung von den Studierenden erfolgte (vgl. 12.4.1972, 1.5.1972), ist aber durchaus noch existent (vgl. 13.5.1972), meldet sich auch zum 1. Mai 1973 wieder mit einer 'Berliner Arbeiterzeitung' zu Wort, die auch fortgeführt wird (vgl. Nov. 1973), wobei aber der Name der Gruppe offenbar zunächst Kommunistische Arbeiter Basisgruppe Berlin (KABB) bzw. Kommunistische Arbeiter Basis Gruppen Berlin (KABB – vgl. 1.5.1974, Dez. 1974), später dann wieder SDA lautet, wobei zeitweise offenbar wiederum eine enge Zusammenarbeit mit den Spartacisten erfolgte.

Verwunderlich ist, dass nur so wenige Ausgaben der BAZ im Berliner APO-Archiv vorliegen. Insgesamt scheint es sich bei der SDA bzw. KABB um eine der Ausnahmeerscheinungen der bundesdeutschen und Westberliner Linken zu handeln bzw. um eine der kleineren Gruppen, deren offensichtliche Unorthodoxie aus den Denkweisen der individuell ideologisch maßgeblichen Zentralfigur hervorging.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Dezember 1969:
Innerhalb der Marxisten-Leninisten (ML) Westberlin wird vermutlich im Dezember der Text " Bericht der ML-Aktivisten an der FU" verfaßt. Die ML-Medizin berichtet darin u.a.:"
Die Arbeit im außeruniversitären Bereich (Medizinerladen in Kreuzberg, Krankenschwestern) konnte nicht koordiniert werden. Im Moment arbeitet ein Teil der Mediziner mit der KPD/ML auf dem Gebiet der Stadtteilagitation (Bethanien-Krankenhaus in Kreuzberg) zusammen. Eine grundsätzliche Bereitschaft der Mediziner mit der ML bei der Betriebs- und Stadtteilagitation zu arbeiten ist vorhanden."
Quelle: ML Westberlin:Info Nr.1,Berlin Dez. 1969,S.14ff

13.02.1970:
In Berlin wird auf der Leitungssitzung von Spartacus - IAfeKJO u.a. die für den 16.2.1970 von der KPD/ML geplante Diskussion über eine Aktion "Hände weg von Bethanien" vorbereitet.
Q: Spartacus - IAfeKJO:Protokoll Leitungssitzung 13.2.70,Berlin 13.2.1970

16.02.1970:
Die Berliner KPD/ML führt heute eine Diskussion über ihre Aktion "Hände weg von Bethanien" im Naunyn-Kino durch, wozu sie, laut Spartacus - IAfeKJO, "zusammen mit den Roten Medizinern bereits ein halbes Dutzend Flugblätter verteilt hat."

Die "Bethanienkampagne" ist im Februar 1970 bereits in die ideologischen Auseinandersetzungen um den künftigen Kurs der KPD/ML eingeordnet. Die Kampagne steht unter der Losung einer "Hauptseite Theorie" und basiert auf einem Artikel im 'Roten Morgen': "Bauen wir eine starke bolschewistische Partei auf" (vgl. Jan. 1970). In diesem Artikel wird erstmals in der maoistischen westdeutschen Bewegung die Forderung nach einer "Hauptseite Theorie" erhoben.

Die Stadtteilarbeit der KPD/ML ging in Kreuzberg demnach von einer Konzeption aus, die Voruntersuchung der Lage, Propaganda des Marxismus-Leninismus, Agitation, Untersuchung und Klassenanalyse versuchte miteinander zu verbinden. Diese analytische Arbeit (Klassenanalyse der einzelnen Stadtteile) sah man als eine der Voraussetzungen zur allgemeinen Klassenanalyse Westdeutschlands und West-Berlins an.

Das Stadtteilkomitee der KPD/ML konstituierte sich im November 1969 aufgrund einer Analyse des Stadtteils Kreuzberg (Arbeiterviertel, kommunistische Vergangenheit). Die Schließung des Bethanienkrankenhauses am Mariannenplatz wurde als Beispiel "für Anschläge der Bourgeoisie auf den Versorgungssektor" angesehen. Eine Reihe von Flugblättern (Propagandaaktionen) leitete die Aktion ein, die durch Propagandatrupps (Transparente, Megaphonagitation, Bücher-Bauchladen usw.) unterstützt wurde.

Als erstes Kampfziel ihrer Bethanienkampagne propagierte die KPD/ML Ende Feb. 1970 die Losung "Hände weg von Bethanien". Zwei weitere Flugblätter erreichten eine Auflage von ca. 30 000 Stück. Veranstaltungen wie die im "Naunyn-Kino" wurden durchgeführt.

Laut 'Erziehung und Klassenkampf' können durch die Kampagne der KPD/ML Teile der Kreuzberger Bevölkerung mobilisiert werden. Die Schließung des Krankenhauses konnte zwar nicht verhindert werden, aber sein Abriß. Das Krankenhaus Bethanien wird am 1. März 1970 geschlossen.
Q: Erziehung und Klassenkampf Nr.7,Frankfurt 1972,S.11; Spartacus - IAfeKJO:Protokoll Leitungssitzung 13.2.70,Berlin 13.2.1970; Rote Presse Korrespondenz Nr.56-57,Berlin 1970,S.8ff

14.03.1970:
In Berlin-Kreuzberg findet eine Demonstration gegen die Schließung des Bethanienkrankenhauses statt. Daran nehmen neben der KPD/ML auch die Rote Garde und ein Teil der Kreuzberger Bevölkerung teil. Die Demonstration bildet gleichzeitig den Höhepunkt und vorläufigen Abschluß der Bethanien-Kampagne durch die KPD/ML. Im Zuge der Vorbereitungen auf die Demonstration bildet sich die Arbeitergruppe Kreuzberg der KPD/ML.
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr.56/57,Berlin 1970,S.8ff; Roter Morgen Nr.11,Hamburg 11.10.1971; Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken Nr.2,Berlin 20.5.1970

27.03.1970:
In Berlin beschäftigt sich die Stadtteiluntersuchungsgruppe der KPD/AO auf ihrer Sitzung mit der Bethanienkampagne der KPD/ML. Dazu heißt es u.a.:"
Zur statistischen Untersuchung hatte die KPD/ML gezielt die theoretisch arbeitenden Gruppen - Soziologen, Architekten - angesprochen, aus denen sie auch zuverlässige Mitarbeiter als Propagandisten rekrutierte."

Das Bethanien Krankenhaus sei aber trotz der Kampagne geschlossen worden, aber das "organisatorische Resultat nach dem geordneten Rückzug der KPD-ML ist eine Arbeitergruppe von 12 - 15 Arbeitern, die in Schulungszirkeln zusammengefaßt werden."
Q: KPD/AO:P.d.Sug. vom 27.3.1970,o.O. (Berlin) o.J. (1970)

20.05.1970:
In Berlin gibt die KPD/AO die Nr.2 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG-Telefunken' (vgl. April 1970, 3.6.1970) heraus, für die Jürgen Horlemann verantwortlich zeichnet.
Eingegangen wird u.a. auf die Schließung des Bethanienkrankenhauses in Kreuzberg und die Berliner Krankenhäuser allgemein, wobei die Existenz von Stadtteilgruppen der KPD/AO in Neukölln, Moabit und Wedding zur Sprache kommt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken Nr.2,Berlin 20.5.1970

15.07.1970:
In Berlin versammeln sich, laut KPD/ML-ZB, die Arbeiter der KPD/ML-ZK, wobei 25-30 Genossen zusammengekommen seien (hierbei dürfte es sich im wesentlichen um die in der 'Bethanienkampagne' aufgebaute Arbeitergruppe Kreuzberg gehandelt haben, die auch unter der Bezeichnung 'Stadtteilgruppe der KPD/ML' auftaucht,d.Vf.). Der Kandidat der KPD/ML-ZK H. habe ein Papier vorgelegt: "Die Intellektuellen haben uns für dumm verkauft, die Partei hat sich gespalten, in eine Richtung, die den losen Bund mit anderen ML-Organisationen anstrebt, auf der anderen Seite das ZK. Wir sind über die Diskussion in der Partei nicht informiert worden, sondern wurden wieder vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir Arbeiter werden nur als Aushängeschild benutzt, seit der Gründung der Partei sitzen Leute in ihr, die schon zum Zeitpunkt der Gründung die Partei für ein totgeborenes Kind hielten. … Wir werden nicht mehr in einer Partei mitmachen, in der die Intellektuellen die Führung innehaben." Der Antrag auf eine Neugründung ohne Intellektuelle, die später nur individuell mitmachen könnten habe 18 Stimmen bekommen, während zwei dagegen gewesen seien und der Rest sich enthalten habe. Geplant sei die Herausgabe einer Stadtteilzeitung für Kreuzberg (was auch in Form der 'Berliner Arbeiterzeitung' (BAZ) verwirklicht wurde,d.Vf.) und die Aufnahme der Betriebsarbeit ebendort sofort und in anderen Teilen Berlins in zirka zwei bis drei Jahren.

Die KPD/ML-ZB berichtet darüber auch unter der Schlagzeile "Die schwarze Linie liquidiert sich selbst!". Danach hat sich die KPD/ML-ZK in drei Teile gespalten, und zwar das ZK und Ezra Gerhard einerseits, die Volkstümler um J.K. (Reto) andererseits und eine neue Partei, deren Name mit 'Sozialistischer Arbeiterbund Deutschlands' angegeben wird, die aber tatsächlich unter dem Namen 'Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei'(SDA) in Berlin (besonders in Kreuzberg) eine gewisse Popularität erlangte. Das ZB führt zu dieser Spaltung aus, daß der 'Unione-Agent Reto' (bezieht sich auf die 'Unione dei Comunisti Italiani/marxisti-leninisti in Italien, d.Vf.) letzte Woche in Berlin auf einer Untersuchungsgruppensitzung Ezra Gerhard gegenüber u.a. gesagt habe: "Die Partei ist zur Zeit nur eine Ansammlung von Leuten, die sich für den Marxismus-Leninismus interessieren und der demokratische Zentralismus ist von daher nicht das richtige Organisationsprinzip. Von daher ist es notwendig, den Kontakt zu den anderen ML-Organisationen zu intensivieren, besonders mit der KPD/AO." Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen kommt das ZB zu dem Schluß:
"Damit ist es den Trotzkisten erneut gelungen, die Arbeiterklasse zu spalten", ohne weiter auszuführen, um welche Trotzkisten genau es sich dabei handeln soll und wieso es sich bei der KPD/ML-ZK, die man in der Vergangenheit ja nicht gerade mit Lobreden bedachte, um die Arbeiterklasse handele, besonders wo doch die Arbeiter der KPD/ML-ZK sich zusammengeschlossen und sich lediglich von einigen Personen getrennt haben, die das ZB selbst als Agenten bezeichnet. Vermutlich mit besonderem Blick auf die Arbeitergruppe wird sodann aufgefordert sich der 'korrekten proletarischen Linie' anzuschließen.

In der vom Zentralkollektiv der SDA verfassten Erklärung heisst es einleitend:"
Genossinnen und Genossen!
Im Monat Juli hat sich der Landesverband Berlin der KPD/ML gespalten. Wir Arbeiter, die wir in dieser Partei unsere wirklichen Interessenvertreter im beginnenden Kampf gegen den Kapitalismus in Deutschland gesehen haben, konnten diese Spaltung nicht verhindern. Man hat uns im Unklaren gelassen über die beginnenden Zersetzung in Berlin, bis es zu spät war. Wir haben daraus die nach unserer Meinung einzig mögliche Konsequenz gezogen. Am 15. Juli haben hier in Berlin 25 Arbeiter und Arbeiterinnen beschlossen, ihre Interessen endlich selbst in die Hand zu nehmen. Sie haben die Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei(SDA) gegründet."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.17,Berlin 22.7.1970; SDA-Zentralkollektiv:Genossinnen und Genossen!,Berlin o.J. (1970)

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28.07.1970:
In Berlin tagt die Betriebsuntersuchungsgruppe Schering der KPD/AO. Bekanntgegeben wird, daß sich die KPD/ML-ZK in Kreuzberg gespalten habe, ein Teil wolle eine Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei (SDA) gründen, der zweite Teil nenne sich Stadtteilkomitee, habe aber nichts mit der KPD/ML-ZK zu tun. Weiter heißt es dazu:"
Allgemein herrscht in Kreuzberg durch die Agitation der KPD/ML ein ungewöhnlich hoher Mobilisierungsgrad, … . … Dies hat das ZDK (soll wohl Zentrales Delegiertenkomitee heißen, d.Vf.) dazu bewogen, eine Untersuchungsgruppe in Kreuzberg einzusetzen, die auch Kontaktgespräche mit beiden Gruppen zu führen hat."
Q: KPD/AO:P. v. 28.7.70 BUG S., o.O. (Berlin) o.J. (1970)

02.08.1970:
In Berlin richtet das Zentralkollektiv der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA) einen Offenen Brief an d die KPD/ML-ZB und den KJVD-Bolschewik bzw. die Redaktion des 'KND', in dem sie sich gegen ihre Einordnung in die schwarze Linie der KPD/ML verwahrt, und von den Besuchen der örtlichen ZB-Anhänger bei ihr berichtet.
Q: SDA-Zentralkollektiv: Offener Brief!,Berlin 2.8.1970

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04.08.1970:
In Berlin verfasst das Zentralkollektiv der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA) die vorläufige Grundsatzerklärung der SDA.
Q: SDA-Zentralkollektiv: Vorläufige Grundsatzerklärung der SDA,Berlin 5.8.1970

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14.08.1970:
In Berlin heißt es auf der Sitzung der Betriebsuntersuchungsgruppe Schering der KPD/AO u.a.:"
In der neu gegründeten Sozialistischen Arbeiterpartei (…) sollen 5 Scheringarbeiter sein." (Gemeint ist hier die Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei - SDA,d.Vf.)
Q: KPD/AO:P.v.14.8.70,o.O. (Berlin) o.J. (1970)

14.09.1970:
Die KPD/ML-ZB verkündet vermutlich aus dieser Woche von der KPD/ML-ZK:"
NEUES VON DER SCHWARZEN LINIE IN WEST-BERLIN

Über die Zersplitterung der schwarzen Linie in Berlin berichteten wir bereits in KND 17 (vgl. 15.7.1970,d.Vf.).

Mittlerweile ist die Zersplitterung noch weiter vorangeschritten.

Aus dem Landesverband der 'KPD/ML' (Schwarze Linie) und der Roten Garde (RG,d.Vf.) Berlin sind bis jetzt vier Organisationen und Grüppchen hervorgegangen
- Die Sozialistische Arbeiterpartei (richtiger Name: SDA, Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei,d.V.) umfasst nahezu alle Arbeiter, die bei der Schwarzen Linie organisiert waren. Zwei ehemalige Edelezristen und ehemalige Z-KOLL-Mitglieder gehören zu den führenden Kräften.
- Die Ortsgruppe der Schwarzen Linie mit Ezra und seinen treuesten Anhängern, die schärfsten Feinde proletarischer Politik.
- Die Rote Garde … (vgl. 11.8.1970,d.Vf.) ist ein völlig bunter Haufen. Sie erkennt die Schwarze Linie nicht mehr als KP an.
- Die Gruppe der "Auflöser". Sie ist noch nicht organisiert, was aber, wie von Anhängern dieser Strömung verlautete, nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Sie arbeiten, nach eigenen Angaben, hauptsächlich individuell an Programm und Klassenanalyse. Sie werden in nicht allzu ferner Zeit eine Zeitung herausgeben.
- Organisation Nr.5 wird bereits in der nächsten Woche gegründet: Eine Handvoll 'parteitreuer' Rotgardisten schließt sich zu einer weiteren Roten Garde zusammen. Auf Betreiben von Ezra soll so eine neue Jugendorganisation geschaffen werden.

Eine kontinuierliche politische Arbeit, gleich welcher Art, findet bei allen genannten Gruppen nicht statt.

Im Gegensatz dazu macht die Arbeit des Landesaufbaukomitees Westberlin der KPD/ML unter der Leitung des ZB der KPD/ML weiter gute Fortschritte.

Mittlerweile sind bereits an 5 Betrieben Betriebszeitungen erschienen, von einigen bereits die zweite Nummer.

Durch die planmäßige und prinzipienfeste Massenarbeit der KPD/ML in West-Berlin auf der Grundlage der vom ZB festgelegten politischen Linie werden die verschiedenen Berliner-'ML'-Grüppchen endgültig als das entlarvt werden, was sie sind: Jämmerliche Häuflein von Sektierern und Spaltern."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.35,Bochum 23.9.1970,S.7f

November 1970:
Die Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei (SDA) gibt eine, vermutlich die zweite, Ausgabe ihrer monatlichen 'Berliner Arbeiter Zeitung' (BAZ - vgl. Apr. 1971) für Nov./Dez. heraus, mit Berichten über die Metalltarifrunde (MTR der IGM) und Betrieben wie AEG Telefunken, wo es Zwangsurlaub zur Jahreswende gibt bzw. Siemens, Akkord keine Abhilfe für den Hungerlohn schafft. Verbreitung erfährt dabei die 'Dreibund-Theorie'. Berichtet wird über "Sonderbehandlung für Sonderschüler" für 29 Jugendliche in den Filialen der Supermarktkette Meyer & Co. Gefragt wird: "Was hat die Arbeiterklasse mit der bürgerlichen Presse zu tun", ein Leserbrief berichtet von der auf eine Krankmeldung wegen Operation umgehend erfolgte Entlassung. Ein Artikel äußert sich "Zur Wirtschaftspolitik der SPD", ein anderer Artikel lautet "ANGEKLAGT: das kapitalistische Gangstertum im Gesundheitswesen" und befasst sich mit der Schließung des Kreuzberger Bethanienkrankenhauses sowie den Totgeburtenraten in Wedding, Kreuzberg und Zehlendorf und der Säuglingssterblichkeit in Kreuzberg, Neukölln und Zehlendorf.

Verantwortlich zeichnet Paul H. Druschky. Die Diskussionsrunde ist jeden Freitag 19 Uhr 30 in der Lübbener Str. 18.
Q: Berliner Arbeiter Zeitung,Berlin Nov./Dez. 1970

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12.01.1971:
In Berlin wird im Protokoll der Sitzung der Grundorganisation Neukölln der KPD/AO über die Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei (SDA) festgestellt, daß es sich dabei um sektiererische Arbeiter handele. "Es wurde beschlossen die Besuche der Zickenrunde nicht fortzusetzen". Hierbei handelt es sich vermutlich um Treffen in der Lachmannstraße, am sogenannten Zickenplatz in Berlin-Kreuzberg wo zuvor die KPD/ML-ZK residierte.
Q: KPD/AO:Proto vom 12.1.71 GO-N.k.,o.O. (Berlin) o.J. (1971)

26.01.1971:
In Berlin richtet das Zentralkollektiv der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA) einen Brief an das Streikkomitee für das 'Sozialistische Studium', in dem es sich solidarisch erklärt und ruft auch die Mitglieder der SDA auf, die Studenten zu unterstützen.
Q: SDA: An das Streikkomitee für das 'Sozialistische Studium',Berlin 26.1.1971

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10.02.1971:
In Herford ruft die Rote Garde (RG) Herford der KPD/ML-ZK heute zu einer heutigen Filmveranstaltung auf. Es sollen Filme zu Palästina, zur Black Panther Party (BPP) in den USA und zur Bethanienkampagne der KPD/ML-ZK in Berlin gezeigt werden.
Q: RG Herford:ohne Titel,Herford o.J. (10.2.1971)

11.02.1971:
In Bielefeld ruft die Rote Garde (RG) Bielefeld der KPD/ML-ZK heute zu einer heutigen Filmveranstaltung auf. Es sollen Filme zu Palästina, zur Black Panther Party (BPP) in den USA und zur Bethanienkampagne der KPD/ML-ZK in Berlin gezeigt werden.
Q: RG Bielefeld:ohne Titel,Bielefeld o.J. (11.2.1971)

14.03.1971:
Im Westberliner gewerkschaftlichen Maikomitee (vgl. 25.2.1971, 23.3.1971) ereignen sich, laut RC-Vorstand, während die PL/PI eigene Maiaufrufe mit einer festen Demoroute verteilt, folgende Vorfälle zwischen heute und dem 30.3.1971: "die SEW …, ging nach der Wahlniederlage bei den Parlamentswahlen auch in diesem Maikomitee darauf hinaus, sich von den anarchistischen Gruppen abzugrenzen. Da es ihnen nicht gelang, die Mehrheit für sich zu gewinnen, zogen sie aus und gründeten flugs ein neues 'Gewerkschaftliches Maikomitee' (vgl. 1.3.1971), … . Dieses SEW-Komitee propagierte … die selbe Route in Neukölln, wie sie schon die PL/PI vorgeschlagen hatte".

Der Rest des bisherigen 'Gewerkschaftlichen Maikomitees' sei für eine Demonstration im Wedding eingetreten (vgl. 30.3.1971).

Diesem sei eine Erklärung von Sozialistischer Deutscher Arbeiterpartei (SDA), KPD/ML-ZK, PL/PI, Basisgruppe Spandau, Sozialistische Betriebsgruppen Tempelhof, Sozialistischer Frauenbund Westberlin und der Stadtteilzelle Märkisches Viertel für eine gemeinsame linke Demonstration in Neukölln zugeleitet worden.
Q: RC-Bulletin Nr.3,Berlin 13.4.1971

April 1971:
Der KB/ML Berlin gibt die "Erklärung des Kommunistischen Bundes Marxisten-Leninisten zum 1. Mai." heraus. Gefragt wird:"
Warum ruft der Kommunistische Bund/ML zur Demonstration in Neukölln auf?

Trotz der Tatsache, daß unsere Anstrengungen am 1. Mai zu einer einzigen Demonstration zu kommen, gescheitert sind, halten wir daran fest, alle antikapitalistischen Kräfte aufzurufen, am 1. Mai in Neukölln machtvoll zu demonstrieren. Wir gehen davon aus, daß die kommunistischen Zirkel in ihrer Gesamtheit noch nicht vermocht haben, sich in relevantem Maße mit der Arbeiterbewegung zu verbinden. Dies trifft vor allem auf die KPD/AO und die KPD/ML-Roter Morgen (KPD/ML-ZK,d.Vf.) zu, die zwar in ihren Worten immer davon reden, aber in der Tat aufgrund ihrer linkssektiererischen Politik so gut wie nichts mit der spontanen Bewegung in der Arbeiterklasse zu tun haben. Von daher sind wir der Auffassung, daß die Mehrheit der klassenbewußten Arbeiter, die sich vorgenommen haben, am 1. Mai zu demonstrieren, die Mai-Demonstration in Neukölln stärken werden. … Diesen Einsichten folgend, hat sich der Kommunistische Bund/ML entschlossen, gemeinsam mit der Mehrheit der antirevisionistischen Gruppen und Organisationen Westberlins (PL/PI, SDA, Spartacus, Sozialistische Betriebsgruppe Tempelhof, Sozialistischer Frauenbund, RC, Aktionskomitee Nord, Basisgruppe Spandau und einige andere Gruppen) in Neukölln zu demonstrieren. … In diesem Sinne fordert der Kommunistische Bund/ML alle antikapitalistischen Kräfte in dieser Stadt auf, sich an der 1. Mai-Demonstration in Neukölln zu beteiligen."
Q: KB/ML:Erklärung des Kommunistischen Bundes Marxisten-Leninisten zum 1. Mai,Berlin 1971

April 1971:
In einem Flugblatt der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA), welches der Nr. 4/71 der 'Berliner Arbeiter Zeitung' beigelegt ist, gibt die SDA bekannt, daß sich ein Vorbereitungskomitee gebildet hat, welches gegen die Demonstration der KPD/AO im Wedding für eine Maidemonstration in Neukölln eintritt. Als teilnehmende Gruppen werden aufgezählt: SDA, KB/ML Westberlin, PL/PI, Aktionskomitee Nord, Betriebsgruppen Tempelhof, Basisgruppe Spandau, Sozialistischer Frauenbund Westberlin, GIM, Republikanischer Club Westberlin.
Q: SDA:1. Mai Weltkampftag der Arbeiterklasse,Berlin 1971

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April 1971:
Die Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei (SDA) gibt die Nr. 4 der 'Berliner Arbeiter Zeitung' (BAZ – vgl. Nov. 1970, Juli 1971) heraus. Der Leitartikel "Kollegen wehrt euch!" berichtet von der Firma Edmund Dreissig Maschinenbau (IGM-Bereich) in Kreuzberg, Erkelenzdamm 59/61. Zum BVG erscheint der Artikel "Entwurf für das Betriebsverfassungsgesetz – Maulkorb für Arbeiter!", berichtet wird über Kurzarbeit, Entlassungen und Betriebsverlagerungen aus Berlin von Osram Seestraße (vgl. 17.5.1971), der Siemens Gießerei in Spandau (vgl. 5.4.1971), AEG Telefunken, AEG Sickingenstraße (vgl. 22.3.1971) und AEG Werk Wedding, von Bosch Forckenbeckstraße, Adrema, DWM, Eternit (CPK-Bereich), Schwartzkopff (vgl. März 1971), den Staufen Fahrzeugwerken mit Stammsitz in Esslingen, Thyssen-Bandstahl Reinickendorf (vgl. 30.6.1971), Borsig Tegel (vgl. 5.3.1971), C&A Wilmersdorferstr (HBV-Bereich).
Berichtet wird über die Verlagerung des Sitzes der Axel Springer AG (DruPa-Bereich), über die Waffenlieferungen von Heckler & Koch Oberndorf an Thailand, aus dem NGG-Bereich über "Beschiss im Hotelgewerbe", über die Schließung von Schmalbach Lubeca, über "Schamloser Betrug an ausländischen Kollegen" beim Lohnsteuerjahresausgleich in München, von einer Zeitarbeitsfirma (Sklavenhändler) heißt es: "Solidarität macht Unternehmer weich!". Berichtet wird auch über "Obstvernichtung für den Profit", festgestellt wird zum neuen Gesetzentwurf zum Mietrecht und zur Begrenzung des Mietanstiegs: "Mietwucherer, die SPD ist eure Partei!", gefordert wird stattdessen: "Jedem die Wohnung, die er braucht!", wobei auf die Hausbesetzungen in Frankfurt eingegangen wird.
Gefragt wird "Emanzipation – wo?" wobei von Bosch Wilmersdorf und den Leichtlohngruppen bzw. Frauenlohngruppen berichtet wird aus Berlin von Nadge & Neffen (Furniere, vermutlich GHK-Bereich), von der Neuköllner Meiereizentrale (NGG-Bereich), aber auch aus der Schuhindustrie (GLeder-Bereich), der Glasindustrie (CPK-Bereich), von Elsenbusch Elektroküchen Dorsten und Blaupunkt Hildesheim.
Q: Berliner Arbeiter Zeitung Nr.4,Berlin Apr. 1971

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26.04.1971:
Im Berliner 'Hochschulkampf', dem Kampfblatt des Initiativkomitees der Roten Zellen der PL/PI Nr.7 (vgl. 13.4.1971, 10.5.1971) wird der "Aufruf der IK-Zellen zur Maidemonstration in Neukölln" abgedruckt. Eine Minimalplattform zum 1. Mai ist u. a. auch unterzeichnet von:
- Kommunistischer Bund/Marxisten-Leninisten (KB/ML),
- Proletarische Linke/PI,
- SDA,
- RC,
- Sozialistischer Frauenbund (SFB),
- Aktionskomitee Nord,
- Basisgruppe Spandau.
Q: Hochschulkampf Nr.7,Berlin 26.4.1971

26.04.1971:
In Berlin geben die Sozialistischen Betriebsgruppen Tempelhof von NCR, SEL, Daimler und Gillette (SBG) die Nr.9 ihrer Zeitung 'Die Sache der Arbeiter' datiert auf April (vgl. 19.4.1971) vermutlich zu Anfang dieser Woche heraus. Berichtet wird u.a. über das gemeinsame Maiflugblatt von SBG, SDA, KB/ML und SFB, welches unserem Exemplar beiliegt.
Q: Die Sache der Arbeiter Nr.9,Berlin Apr. 1971

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29.04.1971:
In Berlin gibt die Ortsleitung der KJO Spartacus ihren Anhängern schnell noch einmal die Termine und die Linie für die Maitage bekannt.

Im Maikomitee der KPD sei keine offizielle Gewerkschaftsgruppe vertreten. Im Maikomitee der SEW seien die stärksten Gruppen die Fachgruppe Buchhandel der HBV und die Fachgruppe Gymnasien der GEW.

Im von der KJO inspirierten Komitee für gewerkschaftliche Aktionseinheit seien vertreten: JG Siemens, JG DTW, ÖTV-Opposition, ÖTV-Jugendopposition, Fachgruppe Architekturbüros der BSE, Sozialistischer Arbeitskreis Bibliotheken Berlin (SABBER).

Man plane einen gemeinsamen Block mit KB/ML, SDA, den Sozialistischen Betriebsgruppen Tempelhof und dem Sozialistischen Frauenbund Westberlin.

Das SEW-Komitee werde am 30.4. eine Veranstaltung in der Neuen Welt durchführen, man selber am 1.Mai auf dem Karl-Marx-Platz demonstrieren.
Q: KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin:ohne Titel,Berlin 29.4.1971

01.05.1971:
In Berlin wurde, laut Arbeitskreis Wolfsburger Lehrlinge (AWL), der 1.Mai vom DGB als Kaffeestunde der Funktionäre konzipiert, "wo die Arbeiter am 1.Mai ausgesperrt werden und Gewerkschaftsbonzen im Sendesaal des Sender Freies Berlin eine Feierstunde der Klassenharmonie vom Stapel lassen. Die Arbeiter dürfen dieser Zeremonie dann an der heimischen Flimmerkiste beiwohnen."

Es beteiligen sich dann aber, laut SALZ Hamburg, ca. 25 000 an der Demonstration von SEW und Maikomitee durch Neukölln und Kreuzberg, darunter auch die, als 'kommunistische Organisationen' bezeichneten, Gruppen KB/ML, Basisgruppe Spandau und Sozialistische Betriebsgruppen (SBG) Tempelhof. Laut BKA Freiburg demonstrieren 20 000, laut PL/PI 25 000. Das SALZ Bremerhaven berichtet:"
Über 20 000 Kollegen waren dem Aufruf des gewerkschaftlichen Mai-Komitees gefolgt und veranstalteten eine machtvolle Demonstration durch das Westberliner Arbeiterviertel Neukölln."

Dort wollen auf der Demonstration in Neukölln KB/ML, SDA, KJO Spartacus, Sozialistische Betriebsgruppen (SBG) Tempelhof und der Sozialistische Frauenbund (SFB) Westberlin einen gemeinsamen Block bilden. Aufgerufen wurde auch durch die MLHG (vgl. 19.4.1971).

Dem 'Hochschulkampf' des Initiativkomitees (IK) der Roten Zellen zufolge sollen am 1. Mai in Neukölln "25 000 Arbeiter, Schüler und Studenten demonstriert haben". Die Demonstration stand unter den Parolen:
- Kampf gegen Entlassungen, Kurzarbeit und Lohnabbau,
- Gleicher Lohn für Männer und Frauen,
- Entlarven wir die reaktionäre Gewerkschaftsspitze,
- Für die Entfaltung der Klassenkämpfe in den Betrieben,
- Für starke Abteilungsgruppen als Kampforgane des Proletariats,
- Sieg im Volkskrieg, Klassenkampf im eigenen Land.

Im Maikomitee der PL/PI sind außer dieser selbst, laut KJO Spartacus, auch noch SFB, SDA, SBG Tempelhof, Basisgruppe Spandau und der KB/ML vertreten gewesen, wobei letzterer sich für eine einheitliche Demonstration eingesetzt habe.

Die Berliner SDA gibt heute oder für heute eine Ausgabe ihrer 'Berliner Arbeiterzeitung' (BAZ) heraus, in der u.a. die Existenz von Stadtteilgruppen der SDA in Neukölln und Kreuzberg erwähnt wird. Verantwortlich ist Paul H. Druschky.

Während die KPD/AO im Wedding demonstriert, will man selbst im Kreuzberger Block an der Demonstration teilnehmen, zu der ein Maivorbereitungskomitee von SDA, KB/ML, GIM, Aktionskomitee Nord, RC, Sozialistischer Frauenbund Westberlin und Sozialistische Betriebsgruppen Tempelhof aufrief.
Q: Hochschulkampf Nr.8,Berlin 10.5.1971; Roter Morgen Nr.5,Hamburg Mai 1971; Rote Presse Korrespondenz Nr.115,Berlin 1971,S.2; Rote Fahne Nr.9,Bochum 10.5.1971; Der Rote Gartenfelder Nr.6,Berlin 14.5.1971; Das Rote System Nr.14,Berlin 1.6.1971; Der Bulldozer Nr.6,Berlin Mai 1971; Der NCR Arbeiter Nr.6,Berlin 19.5.1971; Berliner Arbeiter Zeitung,Berlin 1.5.1971; Arbeiterstimme Nr.9,Bremerhaven Mai 1971,S.5; Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.7,Hamburg 26.5.1971; KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin:ohne Titel,Berlin 29.4.1971; KJO Spartacus:Maikampagne,Berlin 20.5.1971; Spartacus Sonderausgabe,Berlin Apr. 1971; Spartacus Nr.25,Bonn Dez. 1971/Jan. 1972; KJO Spartacus,ÖTV-Opposition,ÖTV-Jugendopposition,Sozialistischer Arbeitskreis Bibliotheken Berlin (SABBER) und Fachgruppe Architektur/Ingenieurbüros der BSE:Die Gewerkschaft den Arbeitern! Kampf den Bürokraten!,Berlin 1971; ZRdWOSK:1. Mai-Demonstration im Wedding,Berlin 1971; Komitee für gewerkschaftliche Aktionseinheit:Die Gewerkschaft den Arbeitern! Kampf den Bürokraten!,Berlin 1971; MLHG: Sozialistische Studenten für ein festes Bündnis mit der Arbeiterklasse, Berlin o.J. (1971); KJO Spartacus:Für gewerkschaftliche Aktionseinheit zum 1.Mai!,Berlin 1971; Klassenkampf Nr.9,Freiburg 11.5.1971; Klassenkampf - Ausgaben Loewe, Osram S-Werk und Spinne o. Nr.,Berlin Mai 1971; Kommunistische Arbeiterpresse - AEG Telefunken Nr.20,Berlin 18.5.1971; Kommunistischen Arbeiterpresse - Metallbetriebe 1.Mai 1971,Berlin 1971; Rote Fahne Nr.18 und 13,Berlin bzw. Dortmund Mai 1971 bzw. 28.3.1973; Roter Morgen Nr.5,Hamburg Mai 1971; Solidarischer Kampf Nr.3,Wolfsburg o.J. (1971); Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.34 und 38,Bochum 5.5.1971 bzw. 19.5.1971,S.4 bzw. S.8f

07.05.1971:
An einer Berliner Demonstration gegen das Schahregime im Iran beteiligen sich, laut der selbst aufrufenden KPD/AO, 3 000 Leute. Auch der KB/ML Westberlin ist, nach eigenen Angaben, mit dabei.
Q: KB/ML Westberlin,SDA,SBG Tempelhof,KJO Spartacus:Flugblatt,Berlin o.J. (25.5.1971)

25.05.1971:
In Berlin wird für die heutige Demonstration gegen den Abbau demokratischer Rechte u.a. ein gemeinsames Flugblatt von KB/ML, SDA, SBG Tempelhof und KJO Spartacus verteilt.
Ein weiteres Flugblatt, unter dem Titel "Terrorprozeß gegen Horst Mahler: Was ist der Hintergrund? Was ist das Ziel?" ist auch noch vom SFB Westberlin mitunterzeichnet. Diese Flugblatt verbreitet auch die MLHPol an der FU Berlin (vgl. Mai 1971).
Q: KB/ML Westberlin,SDA,SBG Tempelhof,KJO Spartacus:Flugblatt,Berlin o.J. (25.5.1971); KB/ML Westberlin, KJO Spartacus, SBG Tempelhof, SDA, SFB: Terrorprozeß gegen Horst Mahler: Was ist der Hintergrund? Was ist das Ziel?,Berlin o.J. (25.5.1971)

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Juli 1971:
Frühestens Anfang Juli erscheint die Nr.6/7 der 'Berliner Arbeiter Zeitung' (vgl. Apr. 1971, Okt. 1971) der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA), die in der 'BRD' nun 60 Pf. kostet statt 50 Pf. in Berlin. Der Leitartikel behandelt die Fahrpreiserhöhungen bei der BVG.
Berichtet wird recht ausführlich über die Chemietarifrunde (CTR) in der 'BRD' und Berlin, Treffs der SDA gibt es in Kreuzberg und Neukölln. Berichtet wird auch in "Ein großer Schritt vorwärts" von der Aktionseinheit zur Metalltarifrunde (MTR), wobei die 11 Gründungsgruppen aufgeführt werden. Berichtet wird auch aus dem IGBE-Bereich: "Stahlbosse legen weitere Ruhrzechen still", Streiknachrichten aus dem Ausland behandeln Italien, die USA, Schottland bzw. Großbritannien, Frankreich, Belgien, Uruguay, Venezuela und Australien. Eingegangen wird auch auf Chile und Kuba, sowie auf Schwenningen, festgestellt wird: "Gewerkschaftsführer brauchen keine Lohnerhöhung". Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus behandelt der Artikel "Arbeiter und Kapitalisten- Millionen und Millionäre". dargestellt wird auch "Schillers Stabilitätspolitik". Eingegangen wird auf die Dividenden der Aktionäre, festgestellt wird: "Steuerreform – Schwindel der SPD/FDP-Regierung". Der Artikel "Notsandsübung" berichtet über die Erschießung von Petra Schelm in Hamburg (vgl. 15.7.1971). Fortgesetzt wird der Artikel aus der 'BAZ' Nr.4 zur "Emanzipation der Frau" nun mit einem Teil zum §218. Kurznachrichten aus Betrieben behandeln aus Berlin Askania bzw. Siemens Mariendorf, Paikos, VDK Neukölln und AEG Telefunken aber auch die Zahnradfabrik Friedrichshafen und die Rheinstahl AG Essen. In "Aktionäre erhalten für Betriebsschliessungen Millionen von Steuergeldern geschenkt" wird berichtet von Phrix Okriftel und Krefeld.

Beigelegt ist eine Werbeseite.
Q: Berliner Arbeiter Zeitung Nr.6/7,Berlin o.J. (1971)

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25.07.1971:
Auf einer Beratung kommunistischer Zirkel aus verschiedenen Städten Westdeutschlands und Berlins wird in Hamburg eine Minimalplattform für eine überregionale Aktionseinheit in der Metalltarifrunde (MTR) 1971 erstellt (vgl. 25.9.1971). Als Minimalforderungen gelten: 120 DM für alle, Absicherung der Effektivlöhne durch Vorweganhebung, Weg mit den Leichtlohngruppen, Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Gleicher Lohn für Männer und Frauen, Gegen die Angriffe der Kapitalistenklasse die einheitliche Kampffront der Arbeiterklasse, Raus aus der Konzertierten Aktion, Kampf gegen das arbeiterfeindliche BVG, Macht die Gewerkschaften wieder zu Kampforganisationen der Arbeiterklasse.

Unterzeichnet wurde diese Plattform anfangs:
Aus Bayern von den ABG München und der Sozialistischen Betriebsgruppe (SBG) Regensburg;
aus Berlin vom KB/ML Westberlin, der Sozialistischen Betriebsgruppe Tempelhof (SBGT) Westberlin und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA);
aus Bremen vom KB Bremen (KBB) und dem SALZ Bremerhaven;
aus Hamburg vom KAB Hamburg und dem SALZ Hamburg;
aus Niedersachsen vom KB Göttingen, vom KB Wilhelmshaven, der KAG Oldenburg, dem SALZ Stade und dem SALZ Cuxhaven
und aus Schleswig-Holstein vom KB/ML Eutin, dem KB/ML Flensburg und dem KB/ML Lübeck.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.69 und 71,Bochum 11.9.1971 bzw. 18.9.1971,S.7ff bzw. S.5 und 11f; Einheit Kritik Einheit Nr.2/3,Hamburg 7.8.1971,S.48ff; Arbeiterkampf Nr.32 und 88,Hamburg Sept. 1973 bzw. 6.9.1976,S.24 bzw. S.42; Arbeiterstimme Nr.12,Bremerhaven Aug. 1971,S.1ff; Arbeiter-Zeitung Nr.1,Mannheim/Heidelberg Jan. 1972,S.3; Neues Rotes Forum Nr.4,Heidelberg Okt. 1971,S.*; BKA/KJB Freiburg:Antwort auf den 'Offenen Brief' der KPD/ML (Rote Fahne) an den Bund Kommunistischer Arbeiter und den Kommunistischen Jugendbund,Freiburg März 1972,S.4

August 1971:
Im Hamburger Spartakusverlag und Vertrieb erscheint das Info Nr.1/1971 der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA) welches den Text "Die ökonomische Situation in der Bundesrepublik Deutschland 1971 und ihre Auswirkungen auf die ausstehenden Tarifauseinandersetzungen (Diskussionspapier)" enthält.
Q: SDA Info Nr.1,Hamburg Aug. 1971

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25.09.1971:
Heute beginnt in Hamburg die zweitägige 2. Konferenz der Gruppen und Organisationen aus Westdeutschland und Westberlin zur Metalltarifrunde (MTR - vgl. 25.7.1971, 11.9.1971).

TO: "Angriffe des Kommunistischen Bundes Bremen und des Kommunistischen Bundes Göttingen, Charakter der Aktionseinheit, Erfahrungsaustausch in der Agitation und Propaganda zur Metalltarifrunde, Möglichkeiten gemeinsamer Arbeit".

Noch vor der Konferenz verschicken KB Bremen (KBB) und KBG (KB Göttingen) an die Teilnehmer der Konferenz ein Papier, indem sie ihr Verhalten auf der Göttinger Konferenz (vgl. 11.9.1971), laut KB, selbst so darstellen:"
Die schwerwiegende politische Folge für das Aktionsbündnis ist die Vergiftung der Diskussion, die durch unser Vorgehen verursacht wurde. Unsere kleinbürgerliche Linie kam zum Ausdruck durch eine offene Provokation gegen das SALZ. Insofern diese Provokation innerhalb eines Aktionsbündnisses kommunistischer Zirkel erfolgte, war sie ein liquidatorischer Akt auch gegenüber den Prinzipien der Aktionseinheit."

Es beteiligen sich an der Konferenz:
- Arbeiterbasisgruppen (ABG) München,
- KAB Hamburg,
- KB Bremen,
- KB Göttingen,
- KB/ML Flensburg,
- KB/ML Westberlin,
- SALZ Bremerhaven,
- SALZ Hamburg,
- Sozialistische Betriebsgruppe (SBG) Regensburg,
- Sozialistische Betriebsgruppe (SBG) Tempelhof Berlin,
- Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei (SDA) Berlin.

Als Beobachter nehmen teil:
- KAG Oldenburg,
- KB Wilhelmshaven,
- KB/ML Eutin,
- KB/ML Lübeck,
- KG/NRF Heidelberg,
- SALZ Cuxhaven,
- SALZ Stade,
- BKA Freiburg,
- Sozialistische Betriebsprojektgruppe/ML (SBPG/ML) Aachen,
- Betriebsprojektgruppe (BPG) Göttingen.

Es kommt, laut SALZ Hamburg, nicht zu einheitlichen Standpunkten. Kritisiert wird, daß "die Aktionseinheit zur Metalltarifkampagne auf der Ebene des Pragmatismus stehengeblieben ist". Im weiteren Verlauf der Diskussion kommt es zu Differenzen unter den Teilnehmern der Hamburger Konferenz. Der KB Bremen und der KB Göttingen erklären, "die Politik, die die Führung des SALZ Hamburg seit Beginn des Tarifkampfes durchzusetzen sucht, steht im offenen Widerspruch zu dieser Linie die Plattform der Aktionseinheit".
Q: Arbeiterkampf Nr.88,Hamburg 6.9.1976,S.42; KAB-Arbeiterzeitung Nr.11/12,Hamburg 1971,S.5ff

Oktober 1971:
Vermutlich gegen Ende des Jahres erscheint innerhalb der Sozialistischen Deutsche Arbeiterpartei (SDA) Berlin ein Sonder-Info Nr.2/1971, welches das nicht redigierte Diskussionspapier "Geschichte der Entstehung der SDA unter teilweiser Einbeziehung der Vorgeschichte der Gründung" enthält. Eingegangen wird dabei auf die Herkunft vieler SDA-Mitglieder aus der KPD/ML-ZK bzw. deren in der Bethanienkampagne entstandenem Stadtteilkomitee Kreuzberg.
Q: SDA Sonder-Info Nr.2/1971,Berlin 1971

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Oktober 1971:
Vermutlich im Oktober erscheint die Nr.8 der 'Berliner Arbeiter Zeitung' (vgl. Juli 1971, 1.5.1973) der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA) mit einem Leitartikel zur Metalltarifrunde (MTR) der IGM, in dem u.a. berichtet wird von der Tarifkommission aller fünf Fordwerke – ohne deren Standorte zu nennen, von Klöckner Bremen und Siemens München, aber auch, u.a. über die Lehrlinge, aus der IGM in Berlin, wo Fahrpreiserhöhungen bei der BVG sowie Tariferhöhungen für Gas und Strom anstehen. Ein Artikel zu den Fahrpreiserhöhungen fordert mit der ÖTV einen 30 Pfg. Einheitstarif und berichtet von Fahrpreiskämpfen in Hannover, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Kassel (vgl. Mai 1971) und Ludwigsburg.

Aus dem NGG-Bereich wird berichtet von der Stadtteilgruppe Moabit der SDA in "Der Dank des Hauses Brinkmann: Entlassung". Berichtet wird aus dem IGM-Bereich über die Umsätze von SEL, aus Kreuzberg von der MF Pahlitzsch, deren über 100 Beschäftigten jüngst die Stillegung zum 31.3.1972 bekanntgegeben wurde, über die Geschäfte der BMAG (DIAG) in Libyen, von der Schmelzerei und Gießerei Neukölln (MAN) über Entlassungen und Kurzarbeit, von Siemens und von der Berthold AG.
Beigelegt ist eine Werbeseite. Treffpunkte der SDA gibt es in Kreuzberg in der Lübbener Str. 18 sowie in Neukölln Braunschweiger- Ecke Wipperstraße.

Berichtet wird vom Mieterprotest in der Gropiusstadt und im Märkischen Viertel (vgl. 17.8.1971).

Mit dem BVG befasst sich der Artikel "Unsere Rechte im Betrieb sollen abgebaut werden". Aus der BRD erscheinen Betriebsnachrichten aus Braunschweig über Voigtländer und Zett-Werk (vgl. 27.8.1971, 8.9.1971), von Klöckner Georgsmarienhütte, Magirus-Deutz Ulm, Pfaff Kaiserslautern, Hanomag-Henschel Bremen, Hamburg-Harburg und Kassel, den Olympiawerken in Kaufbeuren, Leer, Wiesmoor und Wilhelmshaven-Roffhausen, von Thyssen Duisburg-Hochfeld, Mannesmann Duisburg, Hilden und Remscheid, aus dem GTB-Bereich von der Strumpffirma Sulida Dachau, aus dem BSE-Bereich vom Straßenbau und aus dem DPG-Bereich über die Deutsche Bundespost.

Zur Umweltverschmutzung erscheint der Artikel "Unsere Umwelt versaut für den Profit". "Kurzberichte aus dem Ausland" behandeln Großbritannien, Italien, Japan, Spanien, die Türkei und die USA. Weitere Auslandsberichte erscheinen zu Südvietnam, den Philippinen und zu Nordirland.
Q: Berliner Arbeiter Zeitung Nr.8,Berlin o.J. (1971)

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Dezember 1971:
Vermutlich Ende 1971 erscheint in Berlin eine Sondernummer des 'Kommunist' (vgl. Dez. 1971) des KB/ML zur MTR 1971. Aus der MTR sei ein Prozeß der Auseinandersetzung und Vereinheitlichung des KB/ML mit der SDA und den SBG Tempelhof entstanden.
Q: Kommunist Sdr.Nr.2,Berlin o.J. (1971)

Januar 1972:
Vermutlich Anfang 1972 wird innerhalb der Sozialistischen Deutsche Arbeiterpartei (SDA) Berlin ein Papier verfasst, dessen erster Punkt die "Spontane Arbeiterbewegung" behandelt. Eingegangen wird auch auf das Verhältnis von politischem und ökonomischem Kampf und zum Parteiaufbau.
Q: SDA: I. Spontane Arbeiterbewegung,o. O. o. J.

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22.02.1972:
Die Ortsleitung Westberlin der KJO Spartacus informiert ihre Anhänger wieder einmal über die Fahrpreiskampagne bei der BVG Berlin. Am 29.2.1972 solle eine Demonstration stattfinden. Momentan gäbe es in Berlin einen Koordinationskreis Nahverkehr (u.a. Jusos der SPD, SJD, Naturfreunde, SHB, DAG-Jugend), ein Aktionskomitee "Kampf der Fahrpreiserhöhung" (u.a. GIM, KJO Spartacus, ML Zellen (MLZ), ML Hochschulgruppen (MLH), Stadtteilgruppe Kreuzberg Süd (SKS) und SDA) und einen Arbeitskreis Nahverkehr (vor allem SEW-Tendenz). Die Abschlußkundgebung des vom Koordinationskreis organisierten Kongresses "Chaos oder Planung" solle am 24.2.1972 stattfinden.
Q: KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin:ohne Titel,Berlin 22.2.1972

12.04.1972:
Nach einem Bericht der KPD/ML-NE laden sie selbst, die KPD/ML-ZB, die KPD/ML-ZK, die SDA und die KPD in Berlin zu einem Treffen ein, um eine Aktionseinheit zum 1.Mai zu diskutieren.

Zwischen KPD/ML-ZB und KPD/ML-ZK kommt eine Aktionseinheit zum 1.Mai zustande.
Q: Die Revolutionäre Stimme Nr.9,Berlin 1972

01.05.1972:
Zur Maidemonstration in Berlin-Neukölln mobilisiert u.a. die KJO Spartacus. Laut KB beteiligen sich an dieser Demonstration, zu der neben diversen linken Gruppen auch die SEW aufrief, 30 000, so daß es die größte Demonstration der Berliner Linken seit vielen Jahren gewesen sei, und dies obwohl im letzten Jahr sowohl PL/PI als auch KB/ML und SDA auseinandergebrochen seien.
Q: KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin:ohne Titel,Berlin 20.4.1972; Arbeiterkampf Nr.19,Hamburg Juni 1972,S.9 und 12

13.05.1972:
Anläßlich der US-Militärparade findet in Berlin eine Vietnam-Demonstration statt. Ein Flugblatt "Aufruf zur Vietnamdemonstration am 13.5." ist von KPD/ML-ZB, KPD/ML-ZK, KJVD, Rote Garde (RG), KSB/ML, KPD, KSV, LgdI, SDA, ML aus der Türkei, der Organisation griechischer Marxisten-Leninisten (OGML) und der Thälmannzelle der PCI/ML Italien unterzeichnet. Laut KPD/ML-ZB besuchten ca. 2 000 Personen die Truppenparade, ca. 6 000 bzw. über 6 000 die Demonstration, die laut dem 'KND' gegen Schluß auf ca. 12 000 angewachsen sei. Der KJVD der KPD/ML-ZB berichtet von 7 000 Demonstranten.

Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Der Westberliner LV der KPD/ML forderte … alle marxistisch-leninistischen und fortschrittlichen Organisationen Westberlins zu einem Aktionsbündnis gegen die Militärparade und zu einer Demonstration auf. Nachdem eine Einigung mit der Gruppe Roter Morgen (KPD/ML-ZK,d.Vf.) und den Organisationen der ausländischen Marxisten-Leninisten erzielt war, schlossen sich dem Aktionsbündnis noch die KPD/AO, die Gruppe SDA an. Ein gemeinsamer Aufruf zu Aktionen gegen die Truppenparade und für eine Demonstration wurde vor den Westberliner Betrieben, in den Stadtteilen und an den Universitäten verteilt. Ihre Unterstützung für die Aktion kündigten die Generalunion palästinensischer Arbeiter (GUPA), die GUPS (-Studenten), die CISNU (Iran,d.Vf.), sowie die marxistisch-leninistischen Hochschulzellen (diese Gruppe blieb uns bisher unbekannt - wir kennen ML Hochschulgruppen und ML-Zellen,d.Vf.) und das Vietnam-Solidaritätskomitee an."
Q: KPD/ML-ZB,KJVD,KPD/ML-ZK,RG,KSB/ML,KPD,KSV,LgdI,SDA,ML aus derTürkei, Organisation Griechischer Marxisten-Leninisten,Thälmannzelle der PCI/ML: Aufruf zur Vietnamdemonstration am 13.5.,Berlin o.J. (Mai 1972); Rote Fahne Nr.11,Bochum 29.5.1972

01.05.1973:
Es erschien eine Nummer der 'Berliner Arbeiter Zeitung' mit einem Aufruf zur Maidemonstration in Neukölln. Diese Zeitung, welche früher von der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA) herausgegeben wurde, erscheint nun durch die Kommunistische Arbeiter Basisgruppe Berlin (KABB). Verantwortlich zeichnet wie zuvor H. Druschky.
Q: Berliner Arbeiter Zeitung,Berlin o.J. (1.5.1973)

November 1973:
Es erscheint auf November 1973 datiert eine Null-Ausgabe der 'Berliner Arbeiter Zeitung' (vgl. 1.5.1973, Dez. 1974) ehemals publiziert von der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA) und nun durch die Kommunistische Arbeiter-Basisgruppe Berlin (KABB). Eine Nummer wird nicht angegeben, aber es soll sich um den ersten Jahrgang handeln und offenbar ist es nach der Sondernummer zum 1. Mai 1973 die erste Ausgabe einer neuen Serie, da gefragt wird: "BAZ warum?" und darin auf die frühere 'BAZ' sowie die SDA eingegangen wird.

Berichtet wird in "Streik und Gewerkschaft" von den wilden Streiks für Teuerungszulagen (TZL). Ein Artikel schildert "Chile: der 'legale' Weg zum Sozialismus – ein tödlicher Irrtum!", ein Artikel zum Nahostkrieg lautet "Der Kampf ums Öl".
Q: Berliner Arbeiter Zeitung,Berlin Nov. 1973

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01.05.1974:
In Westberlin kommen laut KB ca. 30 000 Menschen zur DGB-Demonstration. Zur DGB-Demonstration am Hohenzollerndamm wurde u.a. durch ein Flugblatt "Heraus zum 1.Mai" aufgerufen, welches von GIM, Spartacusbund - Ortsgruppe Westberlin und den Kommunistischen Arbeiter Basis Gruppen Berlin (KABB) um Paul H. Druschky unterzeichnet ist.

Innerhalb des Spartacusbundes (SpB) berichtet das ZK (vgl. 25.5.1974):"
BERLIN: Hier wurde festgestellt, dass die Berliner OG den ZK-Beschluß zum 1.Mai gebrochen hat, da sie NICHT als Organisation (egal ob mit Transparent (…) oder Fahnen, Transparentebeschriftungen), sondern als Komitee o. etwas ähnliches aufgetreten ist. Das verwundert umso mehr, als die Kritik der Berliner an der Mai-Kampagne immer darauf pochte, daß das 'politische' Auftreten mit dem 'vollen' Programm in dem Vordergrund stehen müßte. So fällt auf, das der Maiaufruf in Berlin zwar in haarsträubender ultimatistischer Weise 'verbessert' wurde ('Proletarier aller Länder…' und 'Alle macht in Arbeiterhand'), die praktischen Aktivitäten jedoch zutiefst opportunistisch waren. Die Kritik der SEW von rechts (alle Gewerkschafter auf die Gewerkschaftsdemo, wo sie hingehören, und völliges Versacken in der Aktionseinheit mit GIM und KABB (ex-SDA,d.Vf.)."
Q: Arbeiterkampf Extrablatt zum 1.5.1974 und Nr.44,Hamburg 1974 bzw. 22.5.1974, o.S. bzw. S.13; Spartacusbund:Internes Bulletin Nr.8,o.O. Juli 1974; GIM, Spartacusbund- Ortsgruppe Westberlin und Kommunistische Arbeiter Basis Gruppen Berlin (KABB):Heraus zum 1.Mai,Berlin o.J. (1974)

Dezember 1974:
Es erscheint auf Dezember datiert die Nr. 7 der 'Berliner Arbeiter Zeitung' (BAZ - vgl. Nov. 1973, 3.12.1976) der Kommunistischen Arbeiterbasisgruppen Berlin (KABB) mit einem Leitartikel "Auf die Massen bauen – den Kampf beginnen" zum Tod von Holger Meins (vgl. 9.11.1974), wobei zur RAF auch ein Artikel aus der 'Wir wollen alles' (WWA) Nr. 19 vom August 1974 übernommen wird.
Mit dem Bund Freies Deutschland (BFD) befasst sich der zweite Teil des Artikels "Die 'Linke' pennt, bis Deutschland brennt!", der zur Gründung von Antifakomitees aufruft, die sich derzeit in Neukölln im Kindl-Lokal, Mainzerstraße Ecke Biebricherstraße treffen, wo auch der sonntägliche Frühschoppen der KABB stattfindet.

Mit der SU befasst sich der Artikel "Die Macht der heutigen Führer der Sowjetunion: eine Gefahr für Europa", der sich für ein vereinigtes Europa einsetzt.

Berichtet wird auch über "Chile: Widerstandskampf des MIR" sowie über "Arbeitslosigkeit… verschärfte Ausbeutung" sowie von der Berliner Drenkmannkundgebung (vgl. 21.11.1974). Eingeladen wird zur Veranstaltung des American Indian Movement (AIM – vgl. 9.12.1974). Angekündigt wird eine Grundschulung.
Q: Berliner Arbeiter Zeitung Nr.7,Berlin Dez. 1974

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03.12.1976:
Es erscheint die Nr. 14 des 4. Jahrgangs der 'Berliner Arbeiter Zeitung' (BAZ - vgl. Dez. 1974) der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA), herausgegeben durch deren Exekutivkomitee. Ein Vermerk gibt das zweimalige Erscheinen pro Monat bekannt. Über die antikommunistische Anti-AKW-Bewegung berichtet der Leitartikel: Brokdorf: Gegen Kernkraftwerk, gegen Rote!", von den Demonstrationen berichtet auch der Artikel "Böser Mann – was nun?", von der KWU bzw. den nunmehrigen Alleinbesitz daran von Sieme4ns ohne AEG kündet der Artikel "Siemens und der 'Vater Staat' sind ein Gangstersyndikat!"
Eingetreten wird für Plasmareaktoren und Sonnenenergie. Franz-Josef Strauß (FJS) wird in "Ruhm und Ehe unserem aktivsten Genossen!" zur Spaltung der Rechten beglückwünscht, in "Neues in Braun" wird aus Neukölln von der durch die Polizei verhinderten Wiedergründung der NSDAP berichtet, aber auch über die Nazisekte der Gylfiliten in Lippe.

Fortgesetzt wird der Artikel "Wir enteignen unser Oma ihr klein Häuschen!". Von Nazis bei der Bundeswehr wird berichtet in "Rudel-Bumsen mit Leber-Käse!", zum dortigen Linienkampf heißt es: "VR China – Kein Rätselraten!". Mit Wolf Biermann befasst sich der Artikel "Gitarre oder Knarre?".
Q: Berliner Arbeiter Zeitung Nr.14,Berlin 3.12.1976

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