Berlin - FU - Fachbereich Germanistik:
Die dritte Arbeitskonferenz der ROTZEG am 14./15. Nov. 1970

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 30.3.2017


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Die hier anhand von zahlreichen Papieren dokumentierte 3. Arbeitskonferenz der ROTZEG führte zur Spaltung, wobei die Minderheit sich als Marxistisch-leninistischen Hochschulgruppe Germanistik (MLHG) organisierte und die Mehrheit sich noch enger an der KPD/AO orientierte, für die bereits zuvor u.a. Stadtteilarbeit und ein Fraktionsaufbau im Zentralrat der Oberschüler betrieben worden war.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

14.11.1970:
An diesem Wochenende findet die 3. Arbeitskonferenz (vgl. 24.5.1970) der Berliner ROTZEG statt, die ursprünglich bereits am 24./25.10.1970 stattfinden sollte. Verabschiedet werden die Thesen der Studentenkommission der KPD/AO zur Gründung des KSV. Diese Thesen werden vorgelegt mit einem "Zusatzpapier für die AK der Rotzeg", das sich gliedert in die Abschnitte:
- "1. Wie sind die Aufbauschritte des KSV?";
- "2. Wie ist das Verhältnis zu den Roten Zellen?"; und
- "3. Wie stellen wir uns konkret die weitere Arbeit in der Rotzeg vor?".

Die MLHG (vgl. 23.11.1970) berichtet, daß die Thesen nur von einer knappen Mehrheit unterstützt worden seien. Die Roten Zellen gelten demnach als Übergangsorganisationen zum KSV, die nach Kampf-Kritik-Umgestaltungskampagnen Zellen des KSV werden sollen. Die in der Initiativgruppe (IG - vgl. 27.7.1970) organisierte Minderheit beantragte die Ablehnung der Thesen und habe in der Folge die Marxistisch-leninistische Hochschulgruppe Germanistik (MLHG - vgl. 16.11.1970) gegründet.

Die KPD habe sich zuvor gegen Diskussionen der Rotzeg mit KB/ML und PL/PI gewandt und wollte eine parteieigene Rote Hilfe (RH) aufbauen, während die IG für eine von allen Organisationen getragene RH sei.
Erwähnt werden neben dem Rotzeg-Hochschulkollektiv auch die nur von IGlern getragene Rotzeg-Lehrergruppe, die einer KPD/AO-Lehrergruppe gegenüberstehe.

Vorgelegt werden eine Reihe von Berichten und Papieren:
- "Bericht der Projektgruppe 'Oberschule' zur AK", die als Hauptgegner im Zentralrat der Oberschüler die Rote Garde (RG) der KPD/ML hatte, die behauptete, dass sich ihrer beiden Fraktionen ZB und ZK im Oberschülerbereich bereits vereinigt hätten, was für die Hauptschüler und Lehrlinge ebenfalls anstände. Abschließend heißt es: "Mit der Einberufung des neuen Zentralrats haben wir begonnen, unsere Vorstellungen in die Praxis umzusetzen, um damit die abstrakt-theoretische Diskussion mit der RG zu beenden.";
- "Arbeitsvorschlag der Rotzeg für den Zentralrat der Westberliner Oberschüler";
- "Vorschlag der Projektgruppe Unterrichtsagitation" die durch den Zentralrat gegründet werden solle;
- "Bericht der Projektgruppe 'Lehrer'", die - wie auch die PG Oberschüler und die PG Jugendorganisation -, aus der aufgelösten Schulkampfgruppe entstand und neben der Schularbeit auch Stadtteilarbeit betreiben wollte;
- "Bericht über die Reorganisierung der Grundschulgruppe", die als Projekt des Ausschuss 4 entstand und das Stadtteilkomitee der KPD/AO unterstützte;
- "Bericht der Hauptschulgruppe für die 3. Arbeitskonferenz Herbst 70" mit den Abschnitten:
- - "1. Die HS-Gruppe als fraktionelles Projekt" im Rahmen der Stadtteilarbeit der KPD/AO;
- - "2. Die HS-Arbeit als Untersuchungstätigkeit";
- - - "a) theoretische Arbeit";
- - - "b) Praktikanten und Didaktikum";
- - - "c) Zusammenarbeit mit Lehrern";
- - - "d) Zusammenarbeit mit Eltern";
- - "3. Schülerladen";
- - - "a) Führender Kern" den man in Neukölln aus Hauptschülern aufbauen wolle; und
- - - "b) Arbeitsprogramm";
- "Zur Vorbereitung des SSL-Projektes", das sich an die Grundsemester richtet, mit den Abschnitten:
- - "1. Wir haben bei der Vorbereitung des WS-SSL den Fehler gemacht, einige Erfahrungen der RZG nicht zu beachten";
- - "2. Unzureichende Kritik am SSL-SS 70", wobei auf die Kritik der IG am Ausschuss III Bezug genommen wird; und
- - "3. Die richtigen Schritte";
- "Zur Perspektive des Ausschuss 4", der bis zur letzten Arbeitskonferenz der "wichtigste, politische ausschlaggebende Ausschuss" war, dann aber diese Bedeutung verlor;
- "Bericht des Ausschuss III über das Sommersemester 1970", dieser "legte prinzipiell die richtige Linie für die Arbeit am Institut fest.";
- "Arbeitsbericht des Hochschulkollektiv und des Ausschuss 1", der als ersten zum 1. Mai agitierte und ansonsten die Hochschulpolitik betrieb;
- "Bericht des Schulungsleitergremiums (SLG) an das RZG-Plenum";
- "Bericht über die Arbeit im Schulungsleitergremium (2. Teil)";
- "Bericht über die Grundsemesterschulung SS 70", die dem Text "Zur Analyse der Studentenbewegung" von Joscha Schmierer begann;
- "Vorschlag der Projektgruppe Schulung" für den Zentralrat der Oberschüler, laut einer handschriftlichen Datierung vom 22.10.1970 mit den Abschnitten:
- - "I. Allgemeine Begründung";
- - "II. Schulungsprogramm";
- - - "1. Historischer Materialismus";
- - - "2. Polit.-ökonomische Schriften";
- - - "3. Dialektischer Materialismus";
- - - "4. Diktatur des Proletariats und Aufbau des Sozialismus";
- - - "5. Schriften zur Organisationsfrage"; und
- - - "6. Revisionismus"; sowie
- "Bericht des Ausschuss 5 der Rotzeg, vorgelegt zur Arbeitskonferenz am 24./25.10.1970" mit den Abschnitten:
- - "I. Darstellung der Arbeit des A5 seit der letzten Arbeitskonferenz der RZG", der versuchte mit Roten Zellen an den Hochschulen der BRD, mit Schüler- und Lehrergruppen und sowie erfolglos auch mit Lehrlings- und Betriebsgruppen zu korrespondieren und von den Rotzeg-Mitgliedern auch Reiseberichte anforderte, die aus Bremerhaven, Flensburg, Frankfurt, Köln und Tübingen erstellt wurden;
- - "II. Auswertung der Initiativen, die der Ausschuß 5 als Rotzeg-Auftrag durchführte";
- - - "1. Brief an die Roten Zellen", der am 10.5.1970 verschickt wurde an je 3 Rote Zellen in Frankfurt und Kiel und an die Basisgruppe Soziologie Heidelberg sowie am 14.5.1970 an zwei Adressen in Tübingen, die RZ Psychologie Würzburg, die Rotzeg Bonn, die Basisgruppen Germanistik Bochum, Darmstadt, Freiburg, Heidelberg und Köln sowie die APO-Press Hamburg. "Bei der Roten Zelle Bielefeld (Rotzbie) machten wir einen persönlichen Besuch, wo wir auch geringe Informationen über die sich damals konstituierende Rotzeg Münster bekamen. Der Brief wurde also an 20 Adressen verschickt. Wir bekamen nur eine Antwort, von der Rotzeg München. Aus Hamburg kamen 2 Genossen von der Basisgruppe SozPol an der Uni am 19.6. in den Ausschuß, um zum Brief Stellung zu nehmen und von ihrer Situation zu berichten.";
- - - "2. Schülerinitiative", wozu es heißt: "Fast alle Briefe blieben unbeantwortet". Im Juni habe man es noch einmal versucht und nun auch Schülergruppen im Saarland angeschrieben, aber alle 15 Briefe blieben unbeantwortet;
- - - "3. Generelle Einschätzung der A5-Arbeit";
- - - "Anhang 1: Dokumentation der Rote Zellen-Initiative";
- - - - "a) Unser Brief";
- - - - "b) Brief der Politkommission in der ROTZEG München vom 23.6.70 (in Auszügen)";
- - - - "c) Bericht vom Besuch der Roten Zelle Bielefeld (Rotzbie) vom 18.5.70", die am Mathematischen Institut entstand;
- - - - "d) Protokoll der Sitzung mit Genossen von der Basisgruppe SozPol an der Hamburger Uni vom 19.6.70"; und
- - - "Anhang 2 Schülerbrief".
Quellen: Rote Presse Korrespondenz Nr. 93, Berlin 4.12.1970, S. 6ff; Kukuck, Margareth: Student und Klassenkampf, 2. Aufl., Hamburg 1977, S. 127ff;Thesen der Studentenkommission der KPD-Aufbauorganisation zum Aufbau des Kommunistischen Studentenverbandes, O. O. (Berlin) o. J. (1970);IG: Antrag für die AK der Rotzeg, O. O. (Berlin) o. J. (1970);MLHG: Die MLHG als Organisation sozialistischer Studenten aufbauen, Berlin o.J. (1970);N. N. (Rotzeg): Bericht der Projektgruppe 'Oberschule' zur AK, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Vorschlag der Projektgruppe Unterrichtsagitation, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Bericht der Projektgruppe 'Lehrer', O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Bericht über die Reorganisierung der Grundschulgruppe, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Bericht der Hauptschulgruppe für die 3. Arbeitskonferenz Herbst 70, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Zur Vorbereitung des SSL-Projektes, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Zur Perspektive des Ausschuss 4, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Bericht des Ausschuss III über das Sommersemester 1970, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Arbeitsbericht des Hochschulkollektiv und des Ausschuss 1, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Bericht des Schulungsleitergremiums (SLG) an das RZG-Plenum, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Bericht über die Arbeit im Schulungsleitergremium (2. Teil), O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Bericht über die Grundsemesterschulung SS 70, O. O. (Berlin) o. J. (1970);N. N. (Rotzeg): Vorschlag der Projektgruppe Schulung, O. O. (Berlin) o. J. (1970);Rotzeg: Bericht des Ausschuss 5 der Rotzeg, vorgelegt zur Arbeitskonferenz am 24./25.10.1970, O. O. (Berlin) 1970

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Letzte Änderung: 30.03.2017