Freiburg: Chilesolidarität

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Bereits vor dem Militärputsch des Jahres 1973 wurde im Verlag Venceremos Freiburg / Santiago de Chile die Broschüre "Casa o mierda" des MIR (vgl. Dez. 1972) veröffentlicht und auch bei dem, zum in Chile aktiven ITT-Konzern gehörenden Betrieb Intermetall (vgl. 10.5.1973) agitiert, während es auch zur juristischen Auseinandersetzung um das politische Mandat des AStA der Universität kommt (vgl. 22.5.1973, Juli 1973) und zur Kritik des Kommunistischen Jugendbundes (KJB - vgl. 1.6.1973) sowohl an der Regierung Allende als auch an bundesdeutschen Investoren.

Die im Sommer gegründete Aktion Lateinamerika (ALA) Freiburg (vgl. 2.7.1973) informiert (vgl. 21.9.1973), wie auch der KJB (vgl. 17.9.1973) und die Kommunistische Hochschulgruppe (KHG) (vgl. 21.9.1973, aber auch 3.10.1973, 17.10.1973, 14.11.1973, 13.12.1973) schon bald nach dem Putsch und ergreift die Initiative zur Gründung des Chile-Komitees Freiburg (vgl. 22.9.1973, 26.9.1973), in dem sich dann auch der KBW und seine Freunde engagieren (vgl. 22.9.1973), wobei hier auch, seitens der Anhänger des KBW an den Freiburger Oberschulen näher berichtet wird (vgl. Nov. 1973, 27.11.1973, 30.11.1973, 12.12.1973, 19.12.1973, 20.12.1973).

Das Chile-Komitee Freiburg, in dem u. a. die Gruppe Internationaler Marxisten (GIM) (vgl. 11.5.1974, 18.6.1974, 21.6.1974, 17.9.1974, 1.10.1974) und der KBW (vgl. 23.11.1974) vertreten sind, arbeitet in der bundesweiten Koordination mit, trägt deren Aktionen und berichtet in deren bundesweiten Zeitung (vgl. 24.8.1974, 3.9.1975, 23.1.1976, 20.4.1976, 1.1.1977), seine Mitglieder unterliegen offenbar der Repression (vgl. 16.3.1975), daneben werden aber auch Amnesty International Freiburg und weitere Gruppen in der Chile-Solidarität aktiv (vgl. 3.10.1974, 23.4.1976), darunter auch ein Gewerkschaftliche Chile-Komitee (vgl. 10.9.1976).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Dezember 1972:
Im Verlag Venceremos, Freiburg und Santiago de Chile erscheint vermutlich Ende 1972 die Broschüre "Casa o mierda (Haus oder Scheiße). Chile 1972" des MIR zum Preis von 1 DM.

Enthalten sind die Artikel:
- "Was ist los in Chile, und was man daraus lernen kann";
- "LO HERMIDA oder Das häßliche Gesicht des Reformismus", ein "Bericht aus einer chilenischen Callampa (in Yankee: Slum)";
- "Die Bewegung der revolutionären Linken (MIR) an die Arbeiter, Bauern, Pobladores und Studenten", eine "Erklärung des MIR (Bewegung der revolutionären Linken) zum Paro im Oktober (Wirtschafts-, Handels- und Transportboykott gegen die Politik der Regierung" vom 18.10.1972; sowie
- "Interview mit Miguel Henriquez", einem Sprecher des MIR, "zum Verhältnis zwischen Massenlinie und Volksfront-Strategie, MIR und Unidad Popular", aus 'Chile Hoy' Nr. 11 vom 25.8.1972.
Quelle: MIR: Casa o mierda (Haus oder Scheiße). Chile 1972, Freiburg / Santiago o. J.

10.05.1973:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf für die Kolleginnen und Kollegen in den Metallbetrieben' Nr. 14 (vgl. 5.4.1973, 7.6.1973) heraus. Berichtet wird auch über die Rolle von ITT in Chile.
Q: Klassenkampf für die Kolleginnen und Kollegen in den Metallbetrieben Nr. 14, Freiburg 10.5.1973, S. 5f

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22.05.1973:
Der AStA der Uni Freiburg gibt, laut AStA PH Dortmund (vgl. 17.10.1973), sein 'Info' Nr. 40 (vgl. 29.4.1973, 27.6.1973) heraus.
Die darin enthaltenen Artikel "Brutale Angriffe auf die Demonstrationsfreiheit" und "Chile: ITT und die US-Regierung" werden gerichtlich (vgl. Juli 1973) als Anmaßung eines allgemeinpolitischen Mandates angesehen.
Q: DOS Nr. 22, Dortmund 17.10.1973, S. 12

01.06.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des BKA gibt die Nr. 11 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 7.5.1973, 17.9.1973) heraus mit Lied "Der Tanz geht los in Chile" zur dortigen Lage und dem Artikel "Chile. Farbwerke Hoechst und Allende Regierung gegen Arbeiter!".
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 14, Freiburg 1.6.1973, S. 12ff

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Juli 1973:
Der AStA der PH Dortmund (vgl. 17.10.1973) berichtet vermutlich frühestens aus dem Juli:"
ALLGEMEIN-POLITISCHES MANDAT, Z.B. FREIBURG

Dort hat ein an der ganzen Hochschule bekannter Reaktionär mit der Burschenschaft 'Teutonia' (die rechts zu überholen selbst für den RCDS (der CDU,d.Vf.) schwierig wäre!) für eine gerichtliche Anordnung gesorgt, die es dem dortigen AStA für die Zeit der Immatrikulation verbietet, allgemein-politische Stellungnahmen zu verbreiten. Bei Zuwiderhandlungen drohen dem AStA der Uni Freiburg jetzt Geldstrafen in UNBEGRENZTER Höhe. Grundlage dieser gerichtlichen Entscheidung waren Artikel in dem Info des AStA's unter anderem zu folgenden Themen:

Info 40, 22.5.1973: Brutale Angriffe auf die Demonstrationsfreiheit, Chile: ITT und die US-Regierung

Aus den Themen wird deutlich, daß es nicht um das Verbot x-beliebiger politischer Stellungnahmen geht, sondern um Themen, die von FORTSCHRITTLICHEN Kräften der Studentenschaft in die gesamte Studentenbewegung hineingetragen werden: In erster Linie Informationen über die Ausbeutung der Arbeiter und Bauern in der 'Dritten Welt' und ihren Kampf dagegen und zweitens, die politischen Disziplinierungen und Unterdrückungsmaßnahmen des Staates."
Q: DOS Nr. 22, Dortmund 17.10.1973, S. 12

02.07.1973:
Die Aktion Lateinamerika (ALA) Freiburg gibt vermutlich Anfang dieser Woche erstmals ihre 'Aktion Lateinamerika' heraus:"
Unserer Arbeit liegt die Einschätzung zugrunde, daß die lateinamerikanischen Völker, mit Ausnahme des kubanischen, ihre Geschicke noch nicht selbst in die Hand genommen haben, sondern durch den internationalen Imperialismus in Zusammenarbeit mit den nationalen Oligarchien ausgeplündert werden.

Doch das lateinamerikanische Volk setzt sich immer stärker gegen die Unterdrücker zur Wehr. Am klarsten sehen wir diesen Prozeß in der chilenischen Revolution und der jüngsten Entwicklung in Argentinien. … Zwei Berichte über Chile bilden den Schluß dieser Zeitschrift. Die Auseinandersetzung in Chile tritt gerade in diesen Monaten in ihre entscheidende Phase."
Q: Aktion Lateinamerika Nr. 1, Freiburg 1973

17.09.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des KBW gibt die Nr. 16 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 23.6.1973, 11.2.1974) heraus mit dem Artikel "Für den Sieg des chilenischen Volkes!".
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 16, Freiburg 17.9.1973, S. 12f

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21.09.1973:
In Freiburg gibt die Aktion Lateinamerika (ALA) vermutlich Ende dieser Woche die Broschüre "Chile heute" heraus.

Aufgerufen wird zur ersten Besprechung für ein Chile-Komitee (vgl. 22.9.1973) sowie zu Spenden auf ein Freiburger Konto.

Enthalten sind die Beiträge:
- "Die Volksmacht - Poder Popular";
- "Militär";
- "Den Kampf auf allen Gebieten vorbereiten" aus dem 'Rebelde' des MIR vom 29.8.1973;
- "Meldung aus Le Monde vom 20.9.1973" zu in Argentinien und Mexico organisierten internationalen Brigaden;
- "Neues Kabinett: Produkt einer falschen Politik" aus der der MAPU nahestehenden Zeitschrift 'Frente' vom 17.8.1973;
- "Drei Jahre Volksfrontregierung", eine Chronologie; sowie
- das Lied "Chile 11. September".
Q: ALA: Chile heute, Freiburg o. J. (1973)

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21.09.1973:
Die KHG Freiburg gibt ihre 'Kommunistische Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 29.7.1973, 3.10.1973) als Extra "Chile: Der Kampf geht weiter!" heraus mit dem Aufruf zur Veranstaltung von KBW und KHG im Haus der Jugend um 20 Uhr.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Extra Chile: Der Kampf geht weiter!, Freiburg 21.9.1973

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22.09.1973:
In Freiburg rief die Aktion Lateinamerika (ALA - vgl. 21.9.1973) auf zur ersten Besprechung für ein Chile-Komitee um 15 Uhr im Raum 104 der Alten Uni.
Q: ALA: Chile heute, Freiburg o. J. (1973)

22.09.1973:
Die Ortsleitung Freiburg des KBW gibt einen Rundbrief (vgl. 28.8.1973, 10.1.1974) heraus. Zu Chile heißt es:"
In der Diskussion in der OL über unsere Chile Veranstaltung waren wir uns einig, daß diese erste Veranstaltung der OG Freiburg ein Erfolg war. Wir haben über 400 Menschen eine klare Position zur Situation in Chile und unserer allgemeinen Auffassung zum Gang der Revolution sagen können. Die Diskussion war nicht ausreichend vorbereitet, vor allem konnten wir zuwenig zur Politik der MIR sagen. Was den Besuch der Veranstaltung betrifft so ist negativ, daß wenig Kollegen aus den Betrieben da waren. Zum einen muß hier die Vorbereitung solcher Veranstaltungen über die Flugblätter und evtl. Stände verbessert werden 8z. B. im Flugblatt einen genauen Hinweis darauf, was in der Veranstaltung gesagt wird). Zum anderen aber, und das ist noch wichtiger, müssen die Betriebszellen jeweils vor der Veranstaltung überlegen, wen sie direkt im Betrieb auf die Veranstaltung ansprechen können. Wenn das auch insgesamt keine große Zahl wird, - auf die 20 Kollegen, die bei Anspannung aller Kräfte gewonnen werden könnten, kommt es gerade an. - Wichtig war noch die Protesterklärung gegen die Sperrung des Haus der Jugend, die kein Stück Papier bleiben darf, sondern jedem Genossen klar sein muß als ein Anfang im Kampf um die Möglichkeit freien Zugangs zu öffentlichen Einrichtungen. (Die Erklärung ging an Badische Zeitung und Stadt Freiburg)."
Q: KBW: Rundbrief, Freiburg 22.9.1973, S. 6

24.09.1973:
In Freiburg demonstrieren, laut KSB des KBW, über 1 000 gegen den Putsch in Chile (vgl. 26.9.1973).
Q: Schulkampf Nr. 8, Freiburg o.J. (1973)

26.09.1973:
In Freiburg wird, laut KSB des KBW, ein Chilekomitee gegründet (vgl. 24.9.1973).
Q: Schulkampf Nr. 8, Freiburg o.J. (1973), S. 10

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27.09.1973:
Frühestens heute gibt der Kommunistische Schülerbund (KSB) Freiburg die Nr. 8 seines 'Schulkampfs' (vgl. 23.5.1973, Nov. 1973) heraus, in der mit Hilfe der 'KJZ' aus Chile und auch von den Chileaktionen (vgl. 24.9.1973) berichtet wird. Ein Chile Teach In wird von KBW und KHG durchgeführt.
Q: Schulkampf Nr. 8, Freiburg o.J. (1973)

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03.10.1973:
Die KHG Freiburg gibt ihre 'Kommunistische Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 21.9.1973, 8.10.1973) Nr. 8 heraus mit den Artikeln "Chile: Das Volk ist nicht besiegt" und "Unterstützen wir entschlossen den Kampf des chilenischen Volkes!" zur DKP und dem Komitee "Solidarität mit dem Kampf des chilenischen Volkes", das auch die KHG unterstützt sowie "Stadt Freiburg verbietet Saal für eine Chile-Veranstaltung des Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW)", wogegen am 21.9.1973 etwa 450 Menschen auf der Chile-Veranstaltung protestierten.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 8, Freiburg 3.10.1973, S. 1, 11f und 14

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17.10.1973:
Die KHG Freiburg gibt ihre 'Kommunistische Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 12.10.1973, 26.10.1973) Nr. 9 heraus mit den Artikeln "Antwort auf einen Leserbrief in der Badischen Zeitung" zum Geographischen Institut bzw. dem Leserbrief von J. C. Tesdorpf zu Chile und "Chile. Wieder hat der Revisionismus viele Opfer gekostet!", "Wischnewski: 'Ich konnte mit jedem sprechen, mit dem ich wollte.'" zu Chile, aus der 'KHZ' Mannheim / Heidelberg / Karlsruhe vom 2.10.1973 und "Als unsere Kinder starben, habt Ihr nicht gestreikt!" zu Chile.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 9, Freiburg 17.10.1973, S. 3 und 9f

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November 1973:
Vermutlich im November gibt der KSB Freiburg des KBW die Nr. 9 des 'Schulkampf' (vgl. 27.9.1973, 12.12.1973) heraus, U.a. gibt es auch eine Grundeinheit Zweiter Bildungsweg, die u.a. am Kolpingkolleg tätig ist und dort in einem Chile Arbeitskreis mitarbeitet.
Q: Schulkampf Nr. 9, Freiburg o.J. (1973), S. 7

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14.11.1973:
Die KHG Freiburg gibt ihre 'Kommunistische Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. Nov. 1973, Dez. 1973) Nr. 11 heraus mit dem Artikel "Chile. Der Kampf des chilenischen Volkes gegen die Militärdiktatur"
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 11, Freiburg 14.11.1973, S. 8

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27.11.1973:
Am Keplergymnasium Freiburg gibt die Basisgruppe, laut und mit KSB Freiburg (vgl. 28.1.1974), ihr erstes Flugblatt für eine Chileveranstaltung mit dem Chilekomitee Freiburg heraus (vgl. 19.12.1973).
Q: Schulkampf Nr. 1, Freiburg Jan. 1974, S. 8

30.11.1973:
Die Grundeinheit (GE) Zweiter Bildungsweg des Kommunistischen Schülerbundes (KSB) Freiburg (vgl. 28.1.1974) berichtet von ihrer Chileveranstaltung am Kolpingkolleg, dass ein Mitglied des vorbereitenden Arbeitskreis Mitglied in dem Freiburger Chilekomitee geworden sei, welches nicht unkritisch die UP propagiere wie das andere, sondern die Lehren ziehe. Der Diavortrag wurde von der AELA München bezogen. 50 Schüler (von insgesamt 150) nahmen teil.
Q: Schulkampf Nr. 10, Freiburg 12.12.1973, S. 8

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13.12.1973:
In Freiburg rief zur Veranstaltung "Chile: Die Ereignisse in Chile sind von großer Bedeutung für die westdeutsche Arbeiterklasse" um 19 Uhr 30 in der Universität auch die KHG auf.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 12, Freiburg 12.12.1973, S. 12

19.12.1973:
Am Keplergymnasium Freiburg gibt die Basisgruppe, laut und mit KSB Freiburg (vgl. 28.1.1974), ihr zweites Flugblatt für eine Chileveranstaltung mit dem Chilekomitee Freiburg heraus (vgl. 27.11.1973, 20.12.1973).
Q: Schulkampf Nr. 1, Freiburg Jan. 1974, S. 8

20.12.1973:
Am Keplergymnasium Freiburg führt die Basisgruppe, laut und mit KSB Freiburg (vgl. 28.1.1974), ihre in der Schule verbotene Chileveranstaltung mit dem Chilekomitee Freiburg (vgl. 19.12.1973) nun in der alten Uni mit nur 10 bis 14 Schülern durch.
Q: Schulkampf Nr. 1, Freiburg Jan. 1974, S. 8

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11.05.1974:
Auf dem süddeutschen Koordinationstreffen der Chile-Komitees am 11. Mai 1974 in Tübingen sind die Komitees Esslingen, Frankfurt, Freiburg, Heidelberg, Konstanz, Mainz, Nürtingen, Reutlingen, Stuttgart und Tübingen vertreten, wobei die GIM nur in Nürtingen nicht am Ort präsent ist und die GIM Gruppen Heidelberg und Mainz noch nicht aktiv wurden.
Q: GIM: Organisationsinformationsbrief, O. O. 23.5.1974, S. 7

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18.06.1974:
In Frankfurt findet ein Treff der Chileverantwortlichen der GIM zur Vorbereitung des nächsten nationalen Treffs der westdeutschen Chilekomitees, das ursprünglich für den 16.6.1974 geplant war, statt, auf dem die bundesweite Demonstration am 14.9.1974 vorbereitet wird. Berichtet wird auch:"
In Freiburg war der KBW durch die starken Aktivitäten der GIM im Rahmen der nationalen Mobilisierung der GIM für Berlin gezwungen ebenfalls starke Aktivitäten auf örtlicher Ebene zum Zeitpunkt des WM-Spieles BRD-Chile zu entwickeln."
Q: GIM: Organisationsinformationsbrief Nr. 45, O. O. 21.6.1974, S. 31

21.06.1974:
In der GIM erscheint die Nr. 45 des 'Organisationsinformationsbrief' (OIB - vgl. 23.5.1974, 24.6.1974) mit dem Beitrag "Erste Bilanz der nationalen Chileaktivitäten der GIM am 14./15.6. in Berlin anläßlich des Fußballspiels BRD-Chile" vom 19.6.1974, in dem auch berichtet wird: "Aus Anlaß der Mobilisierung für Berlin zeigte sich wieder einmal in aller Deutlichkeit, daß die GIM keine national einsetzbare Infrastruktur für die Chileaktivitäten besitzt: weder Filme, noch Diaserien, noch Redner. So gelang es dann auch von Frankfurt aus lediglich vier Veranstaltungen zu organisieren (mit schnell noch ausgeliehenen Filmen und Rednern vom Frz. Komitee): in Stuttgart (35 Teilnehmer), Freiburg (etwa 100), Frankfurt (25) und Heidelberg (wo die Veranstaltung dann doch nicht zustande kam …)".
Q: GIM: Organisationsinformationsbrief Nr. 45, O. O. 21.6.1974, S. 37

24.08.1974:
Die Chile-Komitees Göttingen und Heidelberg stellen ihre 'Chile Zeitung' fertig. Enthalten ist auch der "Aufruf" zur bundesweiten Demonstration in Frankfurt am 14.9.1973 u.a. vom Chile-Komitee Freiburg.
Q: Chile-Komitees Göttingen und Heidelberg: Chile Zeitung, Göttingen o. J. (1974), S. 1

17.09.1974:
Die GIM Freiburg gibt frühestens heute eine 'Was tun' unter dem Titel "14. Sept. 74: Ein Erfolg für die Chile-Solidarität!" heraus, die aufruft zur Mitarbeit im Chile-Komitee.
Q: Was tun 14. Sept. 74: Ein Erfolg für die Chile-Solidarität!, Freiburg o. J. (1974)

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01.10.1974:
In der GIM erscheint die Nr. 54 des 'Organisationsinformationsbrief' (OIB - vgl. 5.9.1974, 1.10.1974) mit der "Auswertung der Berichte der Gruppen zur Chilearbeit (10 Fragen des ZK vom 7./8. Sept.)", in der es auch heißt:"
Freiburg Keine Informationen aus der Zentrale während der Kampagne (Anm.: umgekehrt auch nicht)"
Q: GIM: Organisationsinformationsbrief Nr. 54, O. O. 1.10.1974, S. 44

03.10.1974:
Das Chile-Komitee Konstanz veröffentlicht die Broschüre "Chilenische Flüchtlinge nach Konstanz. Eine Dokumentation über die vier Fälle in denen die baden-württembergische Landesregierung die Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen für Chilenen seit Monaten systematisch verschleppt hat" mit dem Beitrag "Bisherige Solidaritätserklärungen und Aktionen" die auch erfolgten durch die Amnesty International (AI) Gruppen Freiburg und Konstanz.
Q: Chile-Komitee Konstanz: Chilenische Flüchtlinge nach Konstanz. Eine Dokumentation über die vier Fälle in denen die baden-württembergische Landesregierung die Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen für Chilenen seit Monaten systematisch verschleppt hat, Konstanz 3.10.1974, S. 10

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23.11.1974:
In der GIM erscheint die Nr. 61 des 'Organisationsinformationsbrief' (OIB - vgl. 9.11.1974) mit "Kurzinformationen zur Chilearbeit", in der in Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart die GIM-Plattform und in Freiburg die KBW-Minimalplattform verabschiedet wurde.
Q: GIM: Organisationsinformationsbrief Nr. 61, O. O. 23.11.1974, S. 25

16.03.1975:
Heute ist Redaktionsschluß für die Nr. 2 der 'Chile Solidarität' (vgl. 8.12.1974, 3.9.1975), erwähnt werden auch "Berufsverbotsdrohungen" aus Freiburg, wo Ch. Geyer die Einstellung als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni verweigert wird, weil er Mitglied des Chilekomitees und der GIM sei.
Q: Chile Solidarität Nr. 2, Heidelberg o. J. (1975), S. 6

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03.09.1975:
Heute erscheint die Nr. 3 der 'Chile Solidarität' (vgl. 16.3.1975, 20.4.1976). Gemeldet wird:"
Das Chile-Komitee Freiburg hat eine ausführliche Dokumentation über die 'Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen BRD-Chile seit dem Putsch' erstellt. Eine beschränkte Anzahl hiervon kann an die Komitees und interessierte Personen abgegeben werden. Preis: etwa 4 DM.
Das Komitee hat weiterhin die 'Dokumente Nr. 2 der Koordination der Regionalkomitees der Sozialistischen Partei' übersetzt. In diesen Dokumenten werden die Erfahrung der Unidad Popular und Strategie und Taktik des Widerstands abgehandelt. Preis: etwa 2 DM."
Q: Chile Solidarität Nr. 3, Freiburg 3.9.1975, S. 6

23.01.1976:
Auf einer SPD-Veranstaltung in Freiburg mit Helmut Schmidt erhält auch ein Mitglied des Chile-Komitees Antwort auf seine Fragen, worüber in einem Artikel "Lügen" berichtet wird (vgl. 20.4.1976).
Q: Chile Solidarität Nr. 4, Freiburg 20.4.1976, S. 6

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20.04.1976:
Heute oder morgen erscheint die Nr. 4 der 'Chile Solidarität' (vgl. 3.9.1975, 1.9.1976) mit dem Artikel "Spendet für den Widerstand" u.a. für ein Solidaritätsprojekt für inhaftierte Landarbeiter vom Chile-Komitee Freiburg.
Q: Chile Solidarität Nr. 4, Freiburg 20.4.1976 bzw. 21.4.1976, S. 8

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23.04.1976:
In Freiburg beginnt, laut KB, eine Chile-Argentinien-Solidaritätswoche bis zum 29.4.1976.
Sie wurde "vom Chile Komitee Freiburg, der Chile-Flüchtlingshilfe, Amnesty International (AI,d.Vf.), Aktion Dritte Welt (ADW,d.Vf.), der ESG, dem Komitee gegen die Repression in Argentinien und zahlreichen Chile-Flüchtlingen getragen. Ziel war die Solidarität mit dem Kampf des Chilenischen und argentinischen Volkes gegen die Militärjuntas, und die Anklage gegen deren Unterstützung durch die BRD". Insgesamt nehmen ca. 3 000 Menschen an der Solidaritätswoche teil.
Q: Arbeiterkampf Nr. 81, Hamburg 31.5.1976, S. 40

03.09.1976:
Laut KB wird in Freiburg zum dritten Jahrestag des Putsches in Chile eine Veranstaltung durchgeführt, die von ca. 500 Menschen besucht wird.
Q: Arbeiterkampf Nr. 90, Hamburg 4.10.1976, S. 46

10.09.1976:
Laut KB wird in Freiburg zum dritten Jahrestag des Putsches in Chile eine weitere Veranstaltung durchgeführt, zu der das dortige Chile-Komitee und das Gewerkschaftliche Chile-Komitee aufriefen. Zu der Veranstaltung erscheinen ca. 80 bis 100 Menschen.
Q: Arbeiterkampf Nr. 90, Hamburg 4.10.1976, S. 46

01.01.1977:
Heute erscheint die Nr. 6 der 'Chile Solidarität' (vgl. 1.9.1976) mit dem Artikel "Solidaritätsaktionen in Freiburg" vom Chile-Komitee Freiburg.
Q: Chile Solidarität Nr. 6, Freiburg 1.1.1977, S. 7

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Letzte Änderung: 11.09.2016