Heidelberg: Der Protest gegen die Fahrpreiserhöhungen der Heidelberger Strassen- und Bergbahn-Gesellschaft (HSB) im Jahr 1975

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 2.4.2016


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Von den Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen der Heidelberger Strassen- und Bergbahn-Gesellschaft (HSB) im Jahr 1975, die in der Folge derjenigen der Jahre 1969, 1971 und 1973 standen, können hier bisher nur wenige Hinweise erschlossen werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Aktiv gegen die Fahrpreiserhöhungen der HSB im Jahr 1975 wurden nach unserer Quellenauswertung vor allem der KBW sowie der KSV der KPD, aber auch die hier bisher noch nicht dargestellten Spontis im Verein mit der GIM.

Aufgrund der teils heftigen Auseinandersetzungen kommt es in den folgenden Jahren zu einer Reihe von Prozessen, die in einem separaten Beitrag dargestellt werden.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

23.01.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 3 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 16.1.1975, 30.1.1975) als Beilage heraus mit den Artikeln "HSB: Neue 'saftige' Preiserhöhung geplant" zu den Fahrpreiserhöhungen und "Auch die Autofahrer werden von der HSB stärker geschröpft" zum Parkhaus Kornmarkt.
Quelle: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung o. Nr. (3), Heidelberg 23.1.1975, S. 2

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07.05.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 18 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 30.4.1975, 15.5.1975) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Keine Fahrpreiserhöhungen bei der HSB! Zum 1. August will Zundel das Volk erneut zur Ader lassen".
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 18, Heidelberg o. J. (1975), S. 1

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13.05.1975:
Die KHG Heidelberg gibt eine 'Kommunistische Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 6.5.1975, 2.6.1975) heraus mit dem Artikel "Keine Fahrpreiserhöhung bei der HSB!".
Q: Kommunistische Hochschulzeitung ADH - Juso: Nach dem Flirt gleich die Geburt?, Heidelberg 13.5.1975, S. 1

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15.05.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 19 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 7.5.1975, 22.5.1975) als Beilage heraus. Berichtet wird:"
Die IGM-Jugendkonferenz in der letzten Woche hat sich in einer Protestresolution gegen die neuerliche Fahrpreiserhöhung bei der HSB gewandt."
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 19, Heidelberg o. J. (1975), S. 1

22.05.1975:
In Heidelberg demonstrieren, laut und mit KBW (vgl. 29.5.1975), 800 Menschen gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 26.5.1975).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 21, Mannheim 29.5.1975

22.05.1975:
Laut KBW (vgl. 29.5.1975) "wird auf der 1. konstituierenden Sitzung des neugewählten Heidelberger Gemeinderates die KBW-Stadträtin, Helga, Rosenbaum, von der Sitzung ausgeschlossen und von der Polizei abgeführt."

Vorgeworfen wird ihr schwerer Landfriedensbruch, da sie die Vereidigung verweigerte solange sie nicht eine Solidaritätserklärung gegen die Fahrpreiserhöhungen, gegen die heute demonstriert wird, verlesen darf.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 21, Mannheim 29.5.1975, S. 9

22.05.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 20 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 15.5.1975, 29.5.1975) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Die Bevölkerung findet sich mit der HSB Fahrpreiserhöhung nicht ab" mit Resolutionen einer Elektrikerklasse der Gewerbeschule I und der ÖTV-Fachgruppe Sozialarbeit.

Zu den Gemeinderatswahlen habe der KBW Spenden von 22.910,91 DM erhalten und 2.400 DM durch Broschüren eingenommen sowie ca. 21.000 DM ausgegeben:"
Die restlichen 4.000,- DM werden sicher auch im Sinne der Spender für die Unterstützung des Kampfes gegen die geplanten Fahrpreiserhöhungen bei der HSB verwendet."
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 20, Heidelberg 22.5.1975, S. 1f

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26.05.1975:
In Heidelberg besuchen, laut und mit KBW, 800 eine Versammlung auf dem Rathausplatz gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 22.5.1975, 31.5.1975).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 26.6.1975

26.05.1975:
An der Universität Heidelberg erscheint vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe der 'Rote Historiker Zeitung' (vgl. Mai 1975, 4.11.1975) der IG Geschichte mit dem Artikel "Die anstehenden Fahrpreiserhöhungen bei der HSB", von einem Mitglied der KHG-Zelle Geschichte.
Q: Rote Historiker Zeitung, O. O. (Heidelberg) o. J. (1975), S. 11f

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31.05.1975:
In Heidelberg demonstrieren, laut und mit KBW, über 1 000 gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 26.5.1975, 19.6.1975). Laut KHG sind es 1 500.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Hiwi-Vollversammlung: Ein Schritt zum Aufbau einer uniweiten Kampffront gegen die Gelderkürzung!, Heidelberg o. J. (1975), S. 1; Kommunistische Volkszeitung Nr. 22 und 25, Mannheim 5.6.1975 bzw. 26.6.1975

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02.06.1975:
In Heidelberg gibt der KBW vermutlich Anfang dieser Woche seine Broschüre "Keine Fahrpreiserhöhungen bei der HSB!" zum Preis von 60 Pfennig in einer zweiten Auflage von 2 000 Stück heraus.

Enthalten sind die Abschnitte:
- "Keine Fahrpreiserhöhungen bei der HSB! Das Ausmaß der geplanten Fahrpreiserhöhungen";
- "Die Leistungen der HSB werden immer schlechter!";
- "Bushaltestelle am Klausenpfad aufgelöst";
- "Die tägliche Strassenbahnfahrt zur Arbeit", ein "Bericht eines Kollegen von Stotz vom Februar 1974";
- "Urteil 'Markstein für alle Nahverkehrsbetriebe'" zur Nichtgenehmigung eines Teils der Erhöhungen 1973;
- "Die Arbeitshetze für die HSB-Kollegen steigt";
- "'Wir werden behandelt wie Hilfsarbeiter mit Führerschein'", zu einem Bericht eines Busfahrers der HSB;
- "Interview mit HSB-Kollegen";
- "Kampf der staatlichen Ausplünderung";
- "Die Fahrpreiserhöhung muß fallen!";
- "Warum ist die Rote-Punkt-Aktion kein geeignetes Kampfmittel?", was auf der Versammlung am 26.5.1975 gefragt wurde, wozu auf 1969, 1971 und 1973 verwiesen wird;
- "Rede von Stadtrat Engelhardt in der nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 18.6.1969, 23.00 Uhr, als die Erhöhung zurückgenommen wurde";
- "Leitsätze der ÖTV zum öffentlichen Nahverkehr";
- "Resolution von 21 HSB-Kollegen 1973 gegen die Fahrpreiserhöhung"; sowie
- "Lied gegen die Fahrpreiserhöhung".

Berichtet wird von der Demonstration am 31.5.1975, die Helga Rosenbaum beauftragte, am 5.6.1975 im Gemeinderat die Ablehnung der Fahrpreiserhöhungen zu beantragen.
Quelle: KBW: Keine Fahrpreiserhöhungen bei der HSB!, 2. Aufl., Heidelberg o. J. (1975)

05.06.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 22 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 29.5.1975, 12.6.1975) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Der Kampf gegen die HSB-Erhöhungen hat begonnen" zur Demonstration am 31.5.1975 und zum selben Thema den Artikeln:
- "Die staatliche Preistreiberei zwingt das Volk sich zusammenzuschließen" von der Zelle Wieblingen;
- zwei Resolutionen vom Kurfürst-Friedrich-Gymnasium gegen Fahrpreiserhöhungen und für Fahrgeldrückerstattung;
- "'Wir werden behandelt wie Hilfsarbeiter mit Führerschein'" zum HSB-Personal;
- "Jedem Spaltungsversuch im Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung entschieden entgegentreten" aus der Betriebszelle Teldix;
- "1969 war der Rote Punkt nicht das Entscheidende"; und
- "Wissenschaftliche Hilfskräfte an der Universität protestieren gegen die Fahrpreiserhöhungen" auf ihrer Versammlung am 27.5.1975.

Berichtet wird:"
DGB-Jugend gegen Fahrpreiserhöhungen

Die Jugendvertreterversammlung der DGB-Jugend im Raum Heidelberg hat sich auf ihrer jüngsten Zusammenkunft entschieden gegen die geplanten Fahrpreiserhöhungen bei der HSB ausgesprochen. Sie forderte darüber hinaus den DGB auf, eine Demonstration gegen diese Maßnahme der Stadtverwaltung zu organisieren."
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 22, Heidelberg o. J. (1975), S. 1

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12.06.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 23 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 5.6.1975, 19.6.1975) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Die Bewegung gegen die Fahrpreiserhöhung erstarkt" und dem Bericht "Resolutionen gegen Fahrpreiserhöhungen" von der ÖTV-Mitgliederversammlung und der Jugendversammlung am DKFZ, der HBV Ortsverwaltung Heidelberg, der Heimvollversammlung im Studentenheim 2 im Klausenpfad, der Vollversammlung der Sportstudenten, der Fachschaft Jura, der Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik in Neckargemünd, der St.-Georgs-Pfadfinder, vom Dekanat Heidelberg der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ), von 25 Beschäftigten der Druckerei Winter, über 60 Kollegen der IGM im Tankstellengewerbe Heidelberg und 10 Familien im Haus Endingerstraße 20 und weiteren Nachbarn.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 23, Heidelberg o. J. (1975), S. 1

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19.06.1975:
In Heidelberg beteiligen sich, laut und mit KBW, bis zu 2 000 an Straßenblockaden gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 31.5.1975, 20.6.1975). Zuvor hatten sich im Juni bereits 1 500 bis 2 000 an einem Sternmarsch zum Bismarckplatz beteiligt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 26.6.1975; KBW: Weg mit der Erhöhung der Sozialmieten! Weg mit den Erhöhungen von Strom, Gas und Wasser! Keine Fahrpreiserhöhungen!, Bremen o. J. (1976), S. 34ff

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19.06.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 24 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 12.6.1975, 26.6.1975) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Die Fahrpreiserhöhung kann verhindert werden! Jetzt gilt es zu handeln!" mit Berichten von der Sitzung der Fachgruppe Buchhandel und Verlage der HBV am 3.6.1975, der "Initiative des Jugendzentrums Ziegelhausen", welches am 14.6.1975 einen Infostand durchführte und "Breiter Protest am Bunsengymnasium" aus der KSG-Zelle Bunsen.

Berichtet wird:"
Unterschriftensammlung bei Teldix

Die anwesenden Vertrauensleute auf der VL-Sitzung vom 10.6. verabschiedeten eine Resolution, in der gegen die Fahrpreiserhöhung und gegen die Verdünnung des öffentlichen Nahverkehrs protestiert wurde. Der DGB wird aufgefordert, Initiativen gegen die Fahrpreiserhöhungen zu ergreifen. Die Resolution wird auch als Unterschriftensammlung durch den ganzen Betrieb gegeben."

Berichtet wird auch:"
Weitere Resolutionen gegen Fahrpreiserhöhungen

93 Schüler der Pestalozzi-Schule protestierten in einer Resolution scharf gegen die geplanten Fahrpreiserhöhungen bei der HSB. Sie betonen, daß sie diese Fahrpreiserhöhungen nicht hinnehmen werden.
Desgleichen protestieren die Teilnehmer eines Kurses am Hygiene-Institut der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg haben ebenfalls gegen die Fahrpreiserhöhungen protestiert. Sie setzen sich nachdrücklich für Kampfmaßnahmen ein und fordern eine Kundgebung am 19.6. bei ruhendem Straßenbahn- und Busverkehr."
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 24, Heidelberg o. J. (1975), S. 1

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20.06.1975:
In Heidelberg beteiligen sich, laut und mit KBW, erneut bis zu 2 000 an Straßenblockaden gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 19.6.1975, 21.6.1975).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 26.6.1975

21.06.1975:
In Heidelberg beteiligen sich heute, laut und mit KBW, bis zu 5 000 an Straßenblockaden gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 20.6.1975, 25.6.1975). Laut KB sind es mehrere tausend Personen und der führend beteiligte KBW.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 26.6.1975; Arbeiterkampf Nr. 63, Hamburg 1.7.1975, S. 42

23.06.1975:
Die KPD berichtet von den Fahrpreiskämpfen in Heidelberg, wo diese Woche Demonstrationen und Kundgebungen von Arbeitern, Schülern, Studenten und Werktätigen durchgeführt worden seien:"
Der KBW, der bisher im wesentlichen die Mobilisierung für die Aktionen getragen hat, lehnt es ab, in Betrieben und Stadtteilen Kampfausschüsse aufzubauen".
Q: Rote Fahne Nr. 26, Köln 2.7.1975

24.06.1975:
Die KSV-Hochschulleitung Heidelberg gibt vermutlich heute das Flugblatt "Zur HSB-Fahrpreiskampagne: Kampf der Krisenwirtschaft CDU u. SPD!" heraus, das zu den Demonstrationen am Mittwoch und Donnerstag aufruft, und den KBW angreift, da dieser Kollegen aus den Betrieben daran hindere, führend in die Kämpfe einzugreifen. Verurteilt werden die Stellungnahmen von DKP und MSB bzw. der Juso-Hochschulgruppe.
Q: KSV-HL: Zur HSB-Fahrpreiskampagne: Kampf der Krisenwirtschaft CDU u. SPD!, Heidelberg o. J. (1975)

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24.06.1975:
Die KHG Heidelberg gibt eine 'Kommunistische Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 2.6.1975, 13.8.1975) heraus mit dem Leitartikel "Immer mehr Menschen beteiligen sich am Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen. Bürgerkriegsarmee machtlos gegen geschlossenen Widerstand!". Aufgerufen wird zur AStA-Veranstaltung zu den Fahrpreiserhöhungen am 25.6.1975 und zur anschließenden Fahrpreisdemonstration.

Weitere Artikel sind:
- "Der 'Rote Punkt' ist kein geeignetes Kampfmittel"; und
- "Keine Fahrpreiserhöhung! Berichte von den Instituten" über die Kurzblockade am Anatomiegarten am 18.6.1975 durch Politologen, Psychologen und Soziologen, vom Theologischen Institut, vom Erziehungswissenschaftlichen Seminar (EWS), aus der Volkswirtschaft bzw. AWI und:"
Philosophisches Seminar

40 Teilnehmer des Seminars Glov sprachen sich geschlossen gegen die Fahrpreiserhöhung aus."
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Immer mehr Menschen beteiligen sich am Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen. Bürgerkriegsarmee machtlos gegen geschlossenen Widerstand!, Heidelberg 24.6.1975

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25.06.1975:
In Heidelberg beteiligen sich heute, laut und mit KBW, 5 000 bis 6 000 an Straßenblockaden gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 21.6.1975, 26.6.1975).
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Immer mehr Menschen beteiligen sich am Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen. Bürgerkriegsarmee machtlos gegen geschlossenen Widerstand!, Heidelberg 24.6.1975, S. 1; Kommunistische Volkszeitung Nr. 26, Mannheim 3.7.1975

26.06.1975:
In Heidelberg beteiligen sich heute, laut und mit KBW, 5 000 bis 6 000 an Straßenblockaden gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 25.6.1975, 28.6.1975).

Laut KB kommt es zu "regelrechten Straßenschlachten zwischen Demonstranten und zahlreichen Bürgern der Stadt" und der Polizei. "Nach den Meldungen der bürgerlichen Presse sollen bei den Kämpfen, die sich über zwölf Stunden lang bis zum Morgen des 27. Juni hinzogen, 25 Demonstranten schwer verletzt worden sein."
Q: Arbeiterkampf Nr. 63, Hamburg 1.7.1975, S. 42; Kommunistische Volkszeitung Nr. 26, Mannheim 3.7.1975, S. 1

26.06.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 25 (vgl. 19.6.1975, 3.7.1975) heraus. Berichtet wird aus Heidelberg von den Fahrpreiserhöhungen (vgl. 26.5.1975, 21.6.1975).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 26.6.1975, S. 1 und 3

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26.06.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 25 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 19.6.1975, 26.6.1975) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Die Fahrpreiserhöhung kann zu Fall gebracht werden" zur HSB.

Weitere Artikel zu den Fahrpreiserhöhungen sind:
- "DGB zu Demonstrationen aufgefordert" zur HSB durch die Lehrlinge von Mecano, aus dem 'Kommentar' für Mecano, wobei auch berichtet wird:"
58 Kollegen von V-Dia im Pfaffengrund haben eine Resolution verfasst und unterschrieben, in der es unter anderem heißt:
'…Wir unterstützen den Beschluß der Kreisjugendkonferenz des DGB vom 23.5. gegen die HSB-Fahrpreiserhöhung. Wir fordern den DGB-Kreisvorstand auf, in allen Heidelberger Betrieben Unterschriftensammlungen durchzuführen und eine DGB-Demonstration noch vor dem 1. August durchzuführen…'";
- "Kleiner Senat der Pädagogischen Hochschule gegen Fahrpreiserhöhungen";
- "Statt Einschüchterung wachsender Kampfwille" zur Demonstration vom 31.5.1975, eine "Zuschrift einer Kollegin";
- "Resolutionen" von 199 Bewohnern des Wohngebiets Höllenstein / Bogenstraße, einer Protestversammlung in Bergheim, einer Vorlesung der Mathematischen Fakultät der Universität und 94 Mitgliedern der Biologischen Fakultät, der gewerkschaftlichen Initiativgruppen an der Krehlklinik, 21 Kollegen der Arbeitsgruppe für empirische Bildungsforschung e.V. sowie von Teldix: "Bei Teldix unterstützten 51 Kollegen durch ihre Unterschrift den Protest gegen die Fahrpreiserhöhungen und schickten einen offenen Brief an den Oberbürgermeister und den Stadtrat mit der Aufforderung diese Maßnahme nicht durchzuführen.";
- "Juso-AStA der PH für Kampfmaßnahmen"; sowie
- "'Wenn wir uns wehren, dann soll das gleich kriminell sein'" von Graubremse.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 25, Heidelberg o. J. (1975), S. 1f

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26.06.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt ein Extra "Die Entscheidung des Gemeinderats muss lauten: Keine Fahrpreiserhöhung bei der HSB!" ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 26.6.1975, 27.6.1975) in einer Auflage von 20 000 Stück heraus, das zur Demonstration um 13 Uhr auf der Hauptstraße aufruft.

Enthalten sind auch die Artikel:
- "Die Fahrpreiserhöhung kann zu Fall gebracht werden. Erklärung der Ortsleitung Heidelberg des KBW"; sowie
- "Chronik. Die Entwicklung des breiten Widerstands gegen die Fahrpreiserhöhungen".
Q: Arbeiter-Zeitung Extra Die Entscheidung des Gemeinderats muss lauten: Keine Fahrpreiserhöhung bei der HSB!, Heidelberg 26.6.1975

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27.06.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt ein Extra "Gegen die Entscheidung des Gemeinderats: Die Massenaktionen weiterführen" ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 26.6.1975, 30.6.1975) in einer Auflage von 20 000 Stück heraus, das zur Demonstration am Samstag um 11 Uhr am Bismarckplatz aufruft.
Q: Arbeiter-Zeitung Extra Gegen die Entscheidung des Gemeinderats: Die Massenaktionen weiterführen, Heidelberg 27.6.1975

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28.06.1975:
In Heidelberg beteiligen sich heute, laut und mit KBW, ca. 2 000 an Aktionen gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 26.6.1975).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 26, Mannheim 3.7.1975

02.07.1975:
In der Nr. 26 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 25.6.1975, 9.7.1975) berichtet die KPD über die Fahrpreiskämpfe in Heidelberg (vgl. 23.6.1975).
Q: Rote Fahne Nr. 26, Köln 2.7.1975, S. 4

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03.07.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 26 (vgl. 26.6.1975, 10.7.1975) heraus. Aus Heidelberg wird berichtet von den Fahrpreiserhöhungen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 26, Mannheim 3.7.1975, S. 1 und 9f

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03.07.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 26 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 30.6.1975, 10.7.1975) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Die Durchsetzung der Fahrpreiserhöhung ist kein Sieg für die herrschende Klasse sie ist dem staatlichen Gewaltapparat teuer zu stehen gekommen" zur HSB und den Artikeln "Als Demonstranten verkleidete Polizisten mit Steinen und Gummiknüppel" zu den HSB-Aktionen; "'Wir brauchen eine Arbeiterpartei'" zu den Fahrpreiserhöhungen und "Die Willkür des staatlichen Unterdrückungsapparates kennt keine Grenzen" zu den Polizeieinsätzen für die Fahrpreiserhöhungen, wobei berichtet wird aus der Chirurgie und vom DRK.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 26, Heidelberg o. J. (1975), S. 1f

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04.09.1975:
Die Ortsgruppe Westberlin des KBW gibt die Broschüre "Die Ausplünderung durch den bürgerlichen Staat verschärft sich. Was steckt hinter den Maßnahmen des Staates? Was kann man dagegen tun?" heraus mit dem Abschnitt "Der Widerstand regt sich" zu den Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen u.a. in Frankfurt beim FVV, in Hannover bei der ÜSTRA, in Heidelberg bei der HSB und in Köln bei der KVB.
Q: KBW: Die Ausplünderung durch den bürgerlichen Staat verschärft sich. Was steckt hinter den Maßnahmen des Staates? Was kann man dagegen tun?, Berlin 4.9.1975, S. 19ff

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April 1976:
Die Hochschulzelle der GIM Heidelberg legt vermutlich Anfang April ihren "Vorschlag für eine Wahlplattform der 'Linken Liste'" für die LiLi vor, in dem es einleitend heißt:"
Auf der Basis dieser Wahlplattform kandidieren unorganisierte Studenten, Genossen aus Semester-, Instituts- und Basisgruppen, sowie von SHS, der GIM…

Seit der Fahrpreiskampagne im letzten Sommer ergab sich eine punktuelle politische Zusammenarbeit und Diskussion zwischen diesen Gruppen und Genossen (Rote-Punkt-Aktion, Spanien-, Portugalsolidarität, Maulkorberlass)."
Q: GIM-Hochschulzelle: Vorschlag für eine Wahlplattform der 'Linken Liste', O. O. (Heidelberg) o. J. (1976), S. 1

April 1976:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zu den Oberbürgermeisterwahlen am 9.5.1976 die Broschüre "Zundels Geschäftsordnung - Ordnung für die Geschäfte der Bourgeoisie" heraus mit dem Abschnitt "SPD: Betrug vorne und hinten: ein weiteres Beispiel" zu den Fahrpreiserhöhungen der HSB.
Q: KBW-OG Heidelberg: Zundels Geschäftsordnung - Ordnung für die Geschäfte der Bourgeoisie, Heidelberg Apr. 1976, S. 8

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23.04.1976:
Der KBW Heidelberg rief auf zur Veranstaltung um 19 Uhr in Wieblingen, Zähringer Hof, zum Thema "Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen ist gerecht!" mit dem Dokumentarfilm 'Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen im Sommer 1975'.
Q: Arbeiter-Zeitung Weitere Beschlagnahmung gegen KBW-Wahlplakat: Zundel will die Weltanschauung der Arbeiterklasse verbieten, Heidelberg 23.4.1976, S. 1

23.04.1976:
Der KBW Heidelberg rief auf zur Veranstaltung um 20 Uhr in Ziegelhausen, Goldener Hirsch, zum Thema "Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen ist gerecht!" mit dem Dokumentarfilm 'Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen im Sommer 1975'.
Q: Arbeiter-Zeitung Weitere Beschlagnahmung gegen KBW-Wahlplakat: Zundel will die Weltanschauung der Arbeiterklasse verbieten, Heidelberg 23.4.1976, S. 1

26.04.1976:
Der KBW Heidelberg rief auf zur Veranstaltung um 20 Uhr in Rohrbach, Dorfschänke, zum Thema "Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen ist gerecht!" mit dem Dokumentarfilm 'Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen im Sommer 1975'.
Q: Arbeiter-Zeitung Weitere Beschlagnahmung gegen KBW-Wahlplakat: Zundel will die Weltanschauung der Arbeiterklasse verbieten, Heidelberg 23.4.1976, S. 1

Letzte Änderung: 13.02.2017