Heidelberg: Mecano-Bundy / Mecano-Simmonds

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 5.7.2016


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Mecano, zugehörig zum Mannesmann-Konzern, war in den 1970er Jahren einer der kampfstärksten Metallbetriebe Heidelbergs, in dem bereits früh die Basisgruppe des SDS (vgl. 21.4.1970) und die Sozialistische Arbeiter- und Lehrlingsgruppe (SALG - vgl. 23.9.1970) agitieren und wo später dann die KG (NRF), eine der Vorläufergruppen des KBW, mit ihrem 'Kommentar' auftritt, der ergänzend wird mit betrieblichen Ausgaben für Mecano (vgl. 26.7.1972). Auch der KAJB der KG (NRF) ist bei Mecano aktiv (vgl. Nov. 1972, 1.11.1972).

Im Frühjahr agitiert die KG (NRF) für eine innerbetriebliche Lohnerhöhung bzw. eine Teuerungszulage (TZL - vgl. 16.4.1973, 11.5.1973, 15.5.1973), für die dann bei Mecano der wilde Streik beginnt (vgl. 15.5.1973), der zwar am 16.5.1973 erfolglos endet, aber doch zusammen mit dem bei der Schnellpresse Wiesloch der erste einer ganzen Welle solcher Streiks im Raum Mannheim / Heidelberg ist, entscheidende Bedeutung für die Bereitschaft der Belegschaften von John Deere in Mannheim und Harvester in Heidelberg zum Streik besaß.

Innerhalb des KBW scheint die Zelle Mecano eine wenigen derjenigen zu sein, die Beschlüsse der Zentrale auch aus führt, wie anhand der letztlich nicht erschienen Streikbroschüre deutlich wird (vgl. 7.7.1973, 15.9.1973, 13.10.1973).

Der KAJB des KBW ist vermutlich in der Jugendvertretung vertreten (vgl. 5.12.1973, 10.12.1973, 15.5.1974, 30.10.1974), ab Anfang 1975 agitiert der KBW dann gegen die Entlassungen (vgl. 6.2.1975, 7.5.1975).

Wir danken dem Berliner Archiv Papiertiger für die freundliche Unterstützung.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

21.04.1970:
In Heidelberg gibt der SDS eine Ausgabe der 'Roten Kommentare' (vgl. 17.4.1970, 29.4.1970) heraus. Berichtet wird auch:"
Partnerschaft

Wie wir erfahren haben, werden die Angestellten der Firma Mecano Bundy klammheimlich ohne Wissen des Betriebsrats und der Belegschaft überprüft. Die Abteilungsleiter bewerten Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit etc. Das ist nicht nur eine krasse Mißachtung bestehender Gesetze und Tarifverträge: die Überwachung liefert Material für schwarze Listen. Diese kann man verwenden für Gehaltseinstufungen, Sammlung von Kündigungsgründen unliebsamer Angestellter oder für die nächste Krise. Was weiß der Betriebsrat davon? Wo bleibt die IG-Metall?"
Quelle: Rote Kommentare 1. Mai 1970 Sozialistische Maikundgebung auf dem Universitätsplatz, Heidelberg 21.4.1970, S. 4

23.09.1970:
In Heidelberg demonstrieren, laut 'Kommentar', rund 200 Schüler der Gewerbeschule 1 gegen Mißstände an ihrer Schule. Aufgerufen hatte ein Flugblatt von Jugendvertretern aus 7 Metallbetrieben und der Sozialistischen Arbeiter- und Lehrlingsgruppe (SALG). Nach der Demonstration wird ein Streikkomitee 23. September gewählt. Solidaritätserklärungen werden abgegeben aus den Heidelberger Metallbetrieben Teldix, Graubremse, Mecano-Bundy, BBC Stotz Kontakt, Chrobok, Heidelberger Druckmaschinenfabrik (Schnellpresse), Kraftanlagen AG und Schmitthelm.
Q: Kommentar zu den Tarifverhandlungen - Ausgabe Heidelberg Nr. 3, Heidelberg 29.9.1970

26.07.1972:
Die KG (NRF) gibt in Heidelberg einen 'Kommentar für die Kollegen von Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds' (vgl. 16.4.1973) heraus unter der Schlagzeile "Für eine ausreichende persönliche Verteilzeit!".
Q: Kommentar für die Kollegen Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds Für eine ausreichende persönliche Verteilzeit!, Mannheim 26.7.1972

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November 1972:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (Neues Rotes Forum) Mannheim/Heidelberg (KAJB (NRF)) gibt erstmals seine 'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ) (vgl. 11.2.1972) heraus. Die Metall-Lehrlinge sammeln derzeit Unterschriften für eine Lohnerhöhung von 160 DM, wofür bei John Deere Mannheim alle, bei BBC-Stotz Heidelberg 80 von 110, bei Mecano Bundy Heidelberg 27 von 32, bei BBC-SMW Walldorf 25 von 35 unterschrieben haben. Der IGM OJA Heidelberg ist dagegen, bei Daimler Mannheim tritt man für 150 DM ein.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 1 und 2, Mannheim Nov. 1972 bzw. Dez. 1972

01.11.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr. 9 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 3.10.1972, 4.12.1972) heraus. Eingegangen wird auch auf die Lehrlinge bei John Deere Mannheim, BBC-Stotz Heidelberg (120 Lehrlinge), BBC-Süddeutsche Metallwerke Walldorf (35) und Mecano Bundy Heidelberg (32).
Q: Arbeiter-Zeitung Nr. 9, Mannheim Nov. 1972, S. 9

04.12.1972:
Bei Mecano Heidelberg verkauft die KG (NRF) 9 Exemplare ihrer 'Arbeiterzeitung' Nr. 10.
Q: KBW-OG Heidelberg: KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 1, Heidelberg o.J. (1973)

16.04.1973:
Das Kollektiv Heidelberger Metallbetriebe der KG (NRF) gibt einen 'Kommentar für die Kollegen von Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds' (vgl. 26.7.1972, 11.5.1973) heraus unter der Schlagzeile "Keine Entlassung kranker Kollegen!" zur Betriebsversammlung.

Es erscheinen auch die Artikel "Wir brauchen mehr Lohn!" zur innerbetrieblichen Lohnerhöhung bzw. einer Teuerungszulage (TZL) sowie "'Lehrjahre sind keine Herrenjahre…'" zu den Lehrlingen.
Q: Kommentar für die Kollegen Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds Keine Entlassung kranker Kollegen!, Mannheim 16.4.1973; Arbeiter-Zeitung Nr. 6, Mannheim Juni 1973, S. 6

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11.05.1973:
Das Kollektiv Heidelberger Metallbetriebe der KG (NRF) gibt einen 'Kommentar für die Kollegen von Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds' (vgl. 16.4.1973, 15.5.1973) heraus unter der Schlagzeile "Jetzt die -,47 Pfennig durchsetzen!" zur Unterschriftensammlung für eine Teuerungszulage (TZL).
Q: Kommentar für die Kollegen Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds Jetzt die -,47 Pfennig durchsetzen!, Mannheim 11.5.1973; Arbeiter-Zeitung Nr. 6, Mannheim Juni 1973, S. 6

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15.05.1973:
Die KG (NRF) gibt in Heidelberg einen 'Kommentar für die Kollegen von Stotz' (vgl. 28.11.1972, 19.6.1973) heraus unter der Schlagzeile "Für eine neue Tarifrunde zum jetzigen Zeitpunkt! In mehreren BBC-Betrieben: 20 Pfennig mehr Lohn" zur Metalltarifrunde (MTR) bzw. der Teuerungszulage (TZL) von 20 Pfennig bei den BBC-Werken in Eberbach, bei SMW Walldorf und Stotz Heidelberg bzw. den Forderungen nach TZL in Heidelberg bei Mecano und Harvester sowie anderswo.
Q: Kommentar für die Kollegen von Stotz Für eine neue Tarifrunde zum jetzigen Zeitpunkt! In mehreren BBC-Betrieben: 20 Pfennig mehr Lohn, Mannheim 15.5.1973

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15.05.1973:
In Heidelberg beginnt, laut der mit einem Betriebskollektiv dort arbeitenden KG (NRF), um 11 Uhr ein Streik bei Mecano Bundy und Mecano Simmonds für eine Teuerungszulage (TZL) von 47 Pfennig. Der Streik wird morgen um 12 Uhr ergebnislos abgebrochen. Der KAJB (NRF) weist darauf hin, daß auch die Lehrlinge streikten. Der KABD berichtet von einem Streik bei Mecano Bundy, die RFO Saarland von einem Streik von 500 in einem Heidelberger Mannesmann Zweigwerk. Laut AB wird einen halben Tag lang für 45 Pfennig mehr Lohn gestreikt.

Laut KPD wird für eine Teuerungszulage (TZL) von 47 Pfg. gestreikt.

Der KB Bremen (KBB - vgl. 28.5.1973) berichtet:"
Am 15.5.1973 streikte die Belegschaft von Mecano für eine innerbetriebliche Lohnerhöhung von 47 Pfennig. Mecano gehört zu 60% den Mannesmannkapitalisten. Die Kollegen von Mannesmann-Huckingen (in Duisburg, d.Vf.) hatten sich bereits im Januar mit einem erfolgreichen Streik 47 Pfennig Lohnerhöhung erkämpft. Dem Streik der Mecano-Arbeiter schlossen sich die Kollegen von Simmonds Werkzeugbau, ein Schwesterbetrieb von Mecano, an. Es gelang der Geschäftsleitung, den Streik niederzuschlagen, weil sich der Betriebsrat und ein Teil der Vertrauensleute auf die Seite der Geschäftsleitung stellten."

Die KHG (NRF) berichtet (vgl. 25.5.1973):"
Die Geschäftsleitung hatte den Kollegen mit der fristlosen Entlassung und den ausländischen Kollegen mit der sofortigen Abschiebung gedroht. So konnte der Streik vorläufig zerschlagen werden."
Q: Wahrheit Nr. 5/6, Bremen Mai/Juni 1973, S. 5; Rote Fahne Nr. 22 und 23, Dortmund 29.5.1973 bzw. 6.6.1973;Roter Widerdruck o.Nr. (18), Regensburg o.J. (Juni 1973);Der Rote Weichensteller Nr. 10, München Juli 1973;Arbeiter-Zeitung Nr. 5, Mannheim/Heidelberg Juni 1973;Kommunistische Hochschulzeitung Extrablatt Wer fürchtet das Votum der Studenten?, Heidelberg 25.5.1973, S. 3;Kommunistische Jugendzeitung Nr. 6, Mannheim Juni 1973, S. 4;Rote Fahne Nr. 6, Tübingen Juni 1973;Rote Fahne - Röchling o.Nr. (6 bzw. 7), Völklingen o.J. (Mai 1973 bzw. 1973);Hamburger Arbeiterzeitung Nr. 2, Hamburg 24.5.1973, S. 6

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15.05.1973:
Das Kollektiv Heidelberger Metallbetriebe der KG (NRF) gibt einen 'Kommentar für die Kollegen von Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds' (vgl. 11.5.1973, 16.5.1973) heraus unter der Schlagzeile "Heute Beginn der Verhandlungen: Die 47 Pfennig stehen!" zur Teuerungszulage (TZL). Auf der Rückseite erscheint der Text auf Italienisch.
Q: Kommentar für die Kollegen Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds Heute Beginn der Verhandlungen: Die 47 Pfennig stehen!, Mannheim 15.5.1973; Arbeiter-Zeitung Nr. 6, Mannheim Juni 1973, S. 6

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16.05.1973:
Die KG (NRF) (vgl. 17.5.1973) berichtet aus Heidelberg:"
Mecano

Die Kollegen von Bundy und Simmonds streikten bis gestern Mittag gegen 12 Uhr. Ein Vertreter der Geschäftsleitung ging durch alle Hallen. Er forderte jeden Kollegen auf, die Arbeit wieder aufzunehmen. Den Kollegen drohte er: Ihr werdet sofort an die Grenze abgeschoben, wenn ihr nicht anfangt zu arbeiten. Den deutschen Kollegen kündigte er fristlose Entlassungen an. es gelang der Geschäftsleitung so, den Streik vorläufig kaputtzumachen, weil sich der Betriebsrat und ein Teil der Vertrauensleute statt den Widerstand dagegen zu organisieren, sich auf die Seite der Geschäftsleitung zu stellen."
Q: Arbeiter-Zeitung Extra Breiter Kampf für sofortige Lohnerhöhung!, Mannheim 17.5.1973, S. 1

16.05.1973:
Das Kollektiv Heidelberger Metallbetriebe der KG (NRF) gibt einen 'Kommentar für die Kollegen von Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds' (vgl. 15.5.1973) heraus unter der Schlagzeile "Die Streikfront steht: 47 Pfennig und keinen Pfennig weniger" zur Teuerungszulage (TZL).
Q: Kommentar für die Kollegen Mecano-Bundy und Mecano-Simmonds Die Streikfront steht: 47 Pfennig und keinen Pfennig weniger, Mannheim 16.5.1973

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16.05.1973:
Das Betriebskollektiv John Deere Mannheim der KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt einen 'Kommentar für die Kollegen von John Deere' Mannheim (vgl. 14.5.1973, 21.5.1973) heraus mit dem Artikel "Seit gestern Streik bei Mecano in Heidelberg für innerbetriebliche Lohnerhöhung" bzw. für eine Teuerungszulage (TZL).
Q: Kommentar für die Kollegen von John Deere Heute Jugendversammlung, Mannheim 16.5.1973, S. 2

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16.05.1973:
In Walldorf gibt das Betriebskollektiv SMW der KG (NRF) Mannheim / Heidelberg einen 'Kommentar für die Kollegen vom SMW' (vgl. 14.6.1972) heraus mit dem Artikel "Letzte Meldungen", worin es heißt:"
Bei Mecano Heidelberg streiken die Kollegen ab gestern 11 Uhr für ihre Forderung nach 47 Pfennig innerbetriebliche Lohnerhöhung.

Bei der Schnellpresse Wiesloch streiken seit gestern früh die ausländischen Kollegen gegen eine von den Schnellpresse-Kapitalisten geplante Urlaubszeitverkürzung und für 6 Wochen urlaub für alle!

Bei BBC-Stotz-Kontakt begannen gestern die Kollegen damit, Unterschriften dafür zu sammeln, daß auch die Angestellten und Lehrlinge 20 Pfennig mehr bekommen -

MACHEN WIR DES DEN STOTZ-KOLLEGEN NACH!"
Q: Kommentar für die Kollegen von SMW 20 Pfennig mehr - auch für die Angestellten und Lehrlinge!, Mannheim 16.5.1973, S. 4

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Juni 1973:
Die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD gibt die Nr.4 ihrer 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' (RGO - vgl. Mai 1973, Aug. 1973) heraus. Zum Kampf für Teuerungszulagen (TZL) gab die KPD ein Flugblatt "Sofortige Kündigung der Tarifverträge - 60 Pfg. mehr für alle!" heraus, in dem u.a. aus NRW Mannesmann Duisburg-Huckingen und Mannesmann (Mecano Bundy) Heidelberg erwähnt werden.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 4, Dortmund Juni 1973

05.06.1973:
Bei DTW Berlin gibt die KPD die Nr. 8 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 30.4.1973, 9.7.1973) heraus, die auch über die jüngste Streikwelle u.a. bei Mannesmann Heidelberg berichtet.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe DeTeWe Nr. 8, Dortmund 5.6.1973

11.06.1973:
Vermutlich erscheint zu Beginn dieser Woche die Nr. 11 der 'Roten Front' (vgl. 4.6.1973, 27.6.1973) - Zeitung der Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop-Rauxel) Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei' (KFR). Der Artikel 'NUR WIR SELBST KÖNNEN DEN REAL-LOHNABBAU STOPPEN' führt u.a. aus:"
Die Kollegen im Raum Mannheim/Heidelberg haben hier den richtigen Weg gezeigt. Sie haben den selbständigen Kampf um die betrieblichen Lohnerhöhungen organisiert. Der Erfolg: Bei Brown, Boveri und Cie in Mannheim haben 1. 500 Kollegen mit einem eintägigen Streik eine Teuerungszulage von 20 Pfennig pro Stunde durchgesetzt. Innerhalb einer Woche folgten die Arbeiter der Motorenwerke Mannheim und Bopp und Reuter, ebenfalls Mannheim, die 20 bzw. 15 Pfennig erstreikt haben. Auch in Hockenheim erreichten die Kollegen eines Großbetriebes 20 Pfennig, während in Heidelberg ein Streik bei Mecano und Bundy nach einem Tag zusammenbrach, weil es der Geschäftsleitung durch Bedrohung der ausländischen Arbeiter gelang, die Kampffront zu spalten."
Q: Die Rote Front Nr. 11, Dortmund/Castrop-Rauxel Juni 1973

07.07.1973:
Es findet die zweite Sitzung des ZK des KBW (vgl. 16.6.1973, 15.9.1973) statt. Vorgelegt wird auch der folgende Beschlußantrag:"
In Ausführung der Beschlüsse der Gründungskonferenz, die die Notwendigkeit einer gründlichen Auswertung der Streikerfahrungen der einzelnen Betrieb festgestellt hat, beschließt das ZK die Herstellung und Veröffentlichung einer Broschüre, in der die Streiks bei Mecano Bundy, Harvester, John Deere, Vulkan, Klöckner (alle IGM-Bereich in Bremen, Heidelberg und Mannheim,d.Vf.) ausgewertet werden sollen. Die betreffenden Kollektive werden beauftragt bis spätestens Ende August ausführliche Berichte anzufertigen, die unabhängig von Charakter und Gliederung des Berichts folgende Informationen enthalten sollen: Charakterisierung des Betriebs, Organisationsgrad, Vorgeschichte des Streiks, Auslösung des Streiks, Verhalten des Betriebsrats und des VLK. Besonders sorgfältig soll das Vorgehen des örtlichen Gewerkschaftsapparats und der Geschäftsleitung untersucht werden. Nachgeschichte des Streiks. Auswirkungen auf die Belegschaft, Verschiebungen in BR und VLK. Politik der Zelle vor, während und nach dem Streik. Die Kollektive sollen sofort an die Ausarbeitung ihres Beitrags zur Broschüre gehen. Mit dem Vorwort zur Broschüre werden die Genossen B. und A. beauftragt. Das Vorwort wird vom Ständigen Ausschuß geprüft und verabschiedet. Der Ständige Ausschuß zeichnet für die Broschüre verantwortlich."
Im Protokoll heißt es dazu:"
TOP 8 Streikbroschüre wird gemäß dem Antrag, mit Zusatz: Karmann und Schnellpresse (IGM-Bereich in Osnabrück bzw. Wiesloch, d.Vf.) wird im Anhang untersucht, einstimmig angenommen."
Q: KBW-ZK-StA: ZK-Sitzung vom 7.7.1973, o.O. o.J. (1973); KBW-N.N.: ZK-Sitzung 7.7.1973 Protokoll, o.O. o.J. (1973)

09.07.1973:
Wahrscheinlich heute erscheint im Raum Mannheim/Heidelberg die Nr. 7 der 'Kommunistischen Jugendzeitung' (vgl. Juni 1973, 15.9.1973) und berichtet von den Lehrlingen u.a. bei Mecano Heidelberg, die ein eigenes Transparent auf der Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen trugen.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 7, Mannheim Juli 1973, S. 4

09.07.1973:
Vermutlich heute erscheint eine Ausgabe von 'Die Rote Front - aktuell' - Aktuelle Informationen für die Kumpel der Kokerei und der Zeche Hansa (vgl. 4.6.1973, 23.7.1973) zur Bergbautarifrunde (BETR), in der es auch heißt:"
Nur eine für alle Kollegen gleiche und selbständig als Ziel gesetze Forderung wird die starke Kampffront schaffen, die zu ihrer Durchsetzung gegen den Lohnraub der Kapitalisten und aller Abwiegeleien notwendig ist.

Eine solche gemeinsame Forderung kann aber nur eine in 'Mark und Pfennig' sein. Den Kampf um die Existenzsicherung selbst in die Hand zu nehmen, sich gemeinsam das Ziel zu setzen, ist richtig und beispielhaft. Eine 15%-Forderung spaltet jedoch wie wir oben aufgezeigt haben auch die Kollegen und ist deshalb keine Alternative zu den 12%. Ebensowenig wie die 12% wird sie die Bereitschaft der großen Mehrheit der Kumpel wecken, gemeinsam für ihre Durchsetzung einzutreten. Die Kollegen im Stahl- und Metallbereich haben uns ein praktisches Beispiel gegeben. Bei Klöckner in Bremen, Mecano in Heidelberg, AEG und John Deere in Mannheim und bei Hoesch in Dortmund haben die Kollegen gezeigt, wie es allein geht um unsere Interessen durchzusetzen. Sie führten den selbständigen Arbeitskampf für klare Forderungen z. B. 60 Pfennig für alle! Um diese Forderung scharte sich die einheitliche Front der Kollegen. Von diesem Beispiel der Metaller müssen die Kumpel lernen. Der jetzige und auch die spontanen Kämpfe werden nur erfolgreich sein, wenn lineare Forderungen zum Ziel gesetzt werden und die Kumpel nicht auf die Verhandlungstaktik der IGBE-Führer vertrauen und harren, sondern den Kampf selbständig unter Führung der klassenkämpferischen Betriebsräte und Vertrauensleute in die Hand nehmen.

GEGEN SPALTERISCHE PROZENTFORDERUNGEN - FÜR EINE AUSREICHENDE EINHEITLICHE LOHNERHÖHUNG IN MARK UND PFENNIG!"
Q: Die Rote Front aktuell Für lineare Forderung - die einheitliche Kampffront, Dortmund/Castrop-Rauxel o. J. (1973)

11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr. 1 verkauft der KBW bei Mecano Heidelberg 10 Exemplare an Betriebsangehörige und 20 an andere Werktätige.
Q: KBW-OG Heidelberg: KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 1, Heidelberg o.J. (1973)

15.09.1973:
Es beginnt die zweitägige 3. Sitzung des ZK des KBW (vgl. 7.7.1973, 13.10.1973). Vorgelegt wird auch ein Bericht des Sekretärs des Ständigen Ausschusses (StA):"
TOP 1: ÜBERPRÜFUNG DER BESCHLÜSSE

Beschluß zur Streikbroschüre:
Die beauftragten Zellen haben bis jetzt mit Ausnahme der Zelle bei Mecano in Heidelberg nichts von sich hören lassen."
Q: KBW-N.N. (StA-Sekretär):Überprüfung der Beschlüsse, o.O. o.J. (Sept. 1973); KBW-ZK-N.N.: ZK-Sitzung 15.Sept., o.O. o.J. (Sept. 1973)

13.10.1973:
Es beginnt die zweitägige 4.Sitzung des ZK des KBW (vgl. 15.9.1973, 10.11.1973). Protokolliert wird:"
Streikbroschüre:
Nach wie vor Misere. Vulkan, Klöckner (beide IGM-Bereich in Bremen, d.Vf.) fehlt. Laut B. sind Berichte losgeschickt und lang auf Tonband, Harvester (IGM-Bereich in Heidelberg, d.Vf.) gibt es noch nicht. Streikbroschüre noch auf dem gleichen Stand.

Z.: Verschlampen der Broschüre ist Ausdruck von nach wie vor existierenden Mängeln in der Organisation; Zellen noch nicht selbständig handelnde Organe der Organisation."
Q: KBW-ZK-N.N.: Protokoll vom 13.10.1973, o.O. o.J. (1973)

05.12.1973:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 8 (vgl. 22.11.1973, 19.12.1973) heraus. Es wird auch berichtet durch die Zelle Mecano Heidelberg aus der örtlichen IG Metall über die Jugendvertretungen bei Schmitthelm, Daimler-Benz, Schnellpresse und Mecano-Bundy, die sich alle für eine Forderung von 250 DM für alle eingesetzt hätten, was den IGM OJA aber nicht hinderte, nur 170 DM zu fordern.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 8, Mannheim 5.12.1973

10.12.1973:
Vermutlich in dieser Woche gibt der KAJB Mannheim/Heidelberg/Wiesloch die Nr. 11 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (vgl. 13.11.1973, 6.1.1974) für Dezember heraus mit dem Artikel "Jugendvertreter: 250,- DM mehr für alle!" zur Metalltarifrunde (MTR) bzw. der Versammlung am 19.11.1973, an der sich Jugendvertreter und Auszubildende von Schmitthelm, Mecano-Bundy, Daimler-Benz und Schnellpresse trafen.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 11, Mannheim Dez. 1973, S. 6

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06.03.1974:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 5 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 20.2.1974, 20.3.1974) als Beilage heraus mit dem Artikel "Viele sind empört" ein Brief von zwei Kollegen von Gebr. Hein und Mecano zur Metalltarifrunde (MTR).
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 5, Heidelberg 1974, S. 2

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15.05.1974:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 10 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. Mai 1974, 29.5.1974) als Beilage heraus mit dem Artikel "Mecano-Bundy: Jugendvertreterwahl wird behindert" zu den JVW am 16.5.1974, von der Betriebszelle Hein / Mecano des KBW.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 10, Heidelberg 1974, S. 3f

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30.10.1974:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 22 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 16.10.1974, 7.11.1974) als Beilage heraus mit dem Artikel "Mecano: Lehrlinge fordern 200.- DM mehr!" zur Metalltarifrunde (MTR), von der Hein- / Mecano-Zelle.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 22, Heidelberg 30.10.1974, S. 2

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06.02.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 5 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 30.1.1975, 13.2.1975) als Beilage heraus mit dem Artikel "Kampf der kapitalistischen Rationalisierung" mit dem Bericht "Mecano: 35 Kollegen entlassen" von der Zelle Mecano.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 5, Heidelberg 6.2.1975, S. 1f

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07.05.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 18 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 30.4.1975, 15.5.1975) als Beilage heraus mit dem Artikel "Entlassungen und Lohnkürzungen bei Mecano. Die Mannesmann-Kapitalisten wollen ihre Profite auf dem Rücken der Kollegen sanieren." zur Betriebsversammlung am 22.4.1975, von einem Kollegen von Mecano.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 18, Heidelberg o. J. (1975), S. 1

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26.06.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 25 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 19.6.1975, 30.6.1975) als Beilage heraus mit dem Artikel "DGB zu Demonstrationen aufgefordert" zur HSB durch die Lehrlinge von Mecano, aus dem 'Kommentar' für Mecano.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 25, Heidelberg o. J. (1975), S. 1

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21.08.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 33 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 14.8.1975, 28.8.1975) als Beilage heraus mit dem Artikel "Mecano - Frontalangriff der Geschäftsleitung" zur Betriebsversammlung am 26.8.1975.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 33, Heidelberg 21.8.1975, S. 2

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06.02.1976:
Die Ortsgruppen Heidelberg und Wiesloch des KBW sowie die Sympathisantengruppen Hockenheim und Schwetzingen geben ein Extra für die Kollegen der Metallindustrie der 'Kommunistischen Volkszeitung' in einer Auflage von 7 000 Stück zur Metalltarifrunde (MTR) heraus unter der Überschrift "Gestern 70 000 Metaller im Warnstreik! Kampfmaßnahmen auch in Heidelberg. Ein Signal gegen die Kapitalisten". Berichtet wird auch von Harvester, Eltro und Mecano.
Q: Kommunistische Volkszeitung Extra für die Kollegen der Metallindustrie Gestern 70 000 Metaller im Warnstreik! Kampfmaßnahmen auch in Heidelberg. Ein Signal gegen die Kapitalisten, Heidelberg 6.2.1976

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Letzte Änderung: 13.02.2017