Heidelberg: Die Typhus-Epidemie 1974

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 24.3.2016


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Zu der Heidelberger Typhus-Epidemie des Jahres 1974 können hier bisher nur wenige Dokumente erschlossen werden, die ausschließlich vom Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) stammen, der sich anlässlich der Epidemie intensiv mit dem öffentlichen Gesundheitswesen befasst und die sofortige Impfung sowie die Kontrolle der Arbeiterklasse und des Volkes über das Gesundheitswesen fordert.

Weitere Typhus-Epidemien gab es im Jahr 1974 zuerst in Göttingen und zugleich in Stuttgart.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

30.10.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 16.10.1974, 5.11.1974) Nr. 22 heraus und berichtet in "Eine Typhusepidemie ist kein Zufall. Behörde hält Informationen über verdächtige Firma zurück" von der Epidemie im Raum Heidelberg / Stuttgart.
Quelle: Kommunistische Volkszeitung Nr. 22, Mannheim 30.10.1974

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30.10.1974:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 22 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 16.10.1974, 5.11.1974) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Typhusepidemie: Gesundheitsbehörden haben versagt - Bevölkerung wird nicht informiert" sowie der Leserzuschrift "Kinderklinik: Für Typhus nicht vorgesorgt".
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 22, Heidelberg 30.10.1974, S. 1

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November 1974:
Die Gesellschaft zur Unterstützung der Volkskämpfe (GUV) Heidelberg gibt die Broschüre "Typhusepidemie. Geschäft der Kapitalisten contra Gesundheit der Bevölkerung" in einer Auflage von 4 000 Stück heraus zur Heidelberger Typhusepidemie vom Oktober und November 1974, die aufgrund des Verzehrs von Kartoffelsalat der Firma Grenz Neuhofen in der Kantine des Kaufhofs Heidelberg begann.

Enthalten sind die Abschnitte:
- "Vorbemerkung";
- "Der Typhus";
- " Typhus als Krankheitsbild";
- " Typhus als Seuche, Epidemiologie";
- " Gesetzliche Bestimmungen, Aufgaben des öffentlichen Gesundheitswesens";
- "Dokumentation" vom 14.10.1974 bis zum 18.11.1974;
- "Immer wieder dasselbe - Die jetzige Typhusepidemie ist kein Einzelfall", wobei auch berichtet wird von der Göttinger Epidemie von Mai bis Juli 1974;
- "Die jetzige Typhusepidemie enthüllt den Klassencharakter des Gesundheitswesens in der Bundesrepublik"; sowie
- "Seuchenbekämpfung in China".
Q: GUV Heidelberg: Typhusepidemie. Geschäft der Kapitalisten contra Gesundheit der Bevölkerung, Heidelberg Nov. 1974

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05.11.1974:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 30.10.1974, 7.11.1974) heraus unter der Schlagzeile "Die Typhusepidemie breitet sich aus".
Q: Arbeiter-Zeitung Die Typhusepidemie breitet sich aus, Heidelberg 5.11.1974

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07.11.1974:
Der KBW gibt die Nr. 23 seiner 'KVZ' (vgl. 5.11.1974, 14.11.1974) heraus. Aus Heidelberg wird auf der Titelseite gefragt: "Wer ist schuld an der Typhuswelle" und berichtet vom Kaufhof, dessen Geschäftsleitung gegen den KBW die Polizei rief bzw. verwiesen auf den Artikel "Weil sich der Staat vor die Kapitalisten stellt breitet sich die Typhuswelle aus. Behörden halten die Namen der Kaufhäuser geheim, die als Infektionsquellen in Betracht kommen".
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 23, Mannheim 7.11.1974, S. 1 und 3

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07.11.1974:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 23 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 5.11.1974, 14.11.1974) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Typhusepidemie: Lebhafte Diskussionen über Maßnahmen gegen Typhus. Der Unmut über die Versteckspiele der Behörden wächst. Zur Rede gestellt, rufen die Kapitalisten nach der Polizei" zur Schautafel vor dem Kaufhof am Samstag, von der GUV Sektion Sozialpolitik. Es erscheint auch ein "Gespräch mit einer Kollegin von Kaufhof" sowie eine "Korrespondenz. Die hygienischen Bedingungen im Kaufhof sind vollkommen unzureichend. Von einem wirksamen Schutz der Beschäftigten kann keine Rede sein!".
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 23, Heidelberg 7.11.1974. S. 1

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13.11.1974:
Die KHG Heidelberg gibt eine 'Kommunistische Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 5.11.1974, 19.11.1974) heraus mit dem Artikel "Typhus-Epidemie: Staatliche Behörden stellen sich vor Kapitalisten".
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Der Verschlechterung unserer Lebensbedingungen unter den richtigen Forderungen entgegentreten!, Heidelberg 13.11.1974, S. 4

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14.11.1974:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 24 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 7.11.1974, 28.11.1974) als Beilage heraus mit dem Leitartikel "Typhus: Die Epidemie ist nicht gebannt - die Behörden sehen zu. Das Versteckspiel der Behörden verschlimmert die Lage immer mehr. Eine sofortige Schutzimpfung ist notwendig".

Dazu erscheinen auch die Artikel "DKFZ: Belegschaft am Deutschen Krebsforschungszentrum organisiert Bekämpfung des Typhus" von der Zelle DKFZ und "Liese-Meitner-Gymnasium. Stellungnahme des Schülerrates gegenüber dem staatlichen Gesundheitsamt".
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 24, Heidelberg o. J. (1974), S. 1

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05.12.1974:
Die GAW-Aufbauzelle der KBW-Sympathisantengruppe Verden gibt ihre 'Kommunistische Schülerzeitung' Nr. 2 (vgl. 10.4.1975) heraus mit dem Flugblatt der KBW-Sympathisantengruppe Verden, "Die Gesundheitsversorgung gehört in die Hände des Volkes!", zur Typhusepidemie im Raum Heidelberg.
Q: Kommunistische Schülerzeitung Nr. 2, Verden 5.12.1974, S. 5

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12.12.1974:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 28 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 5.12.1974, 19.12.1974) als Beilage heraus mit dem Bildbericht "Die öffentlichen Hygieneeinrichtungen stinken zum Himmel", der feststellt: "Die Typhusepidemie war kein Zufall!".
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung o. Nr. (28), Heidelberg 12.12.1974, S. 2

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Letzte Änderung: 29.06.2016