Die Generaldebatte der Heidelberger Linken am 21./22.11.1970

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 12.8.2015

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Die hier anhand einiger Dokumente und Verweise dargestellte Generaldebatte der Heidelberger Linken bzw. des ehemaligen SDS führte zu dessen Spaltung in die Gruppe, die weiter das 'Neue Rote Forum' (NRF) herausgab und später den Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) mitgründete einerseits sowie die Fraktion um den Allgemeinen Studentenausschuß (AStA) der Universität Heidelberg andererseits.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

21.11.1970:
Auf der heute beginnenden zweitägigen Generalversammlung der Heidelberger Linken kommt es zu fraktionellen Auseinandersetzungen und zur Spaltung in die um den AStA gruppierte Institutsgruppenfraktion A (IGFA) und die Gruppe Neues Rotes Forum (GNRF) mit der Institutsgruppenfraktion B (IGFB).

Ein vollständiges Protokoll der Generaldebatte wird im Oktober 1972 veröffentlicht.

Die GNRF schildert die Angelegenheit so:"
Formal vollzog sich diese Spaltung über die Frage, ob die Versammlung berechtigt sei, die Redaktion des Neuen Roten Forums zu wählen oder nicht. Die Redaktion des Neuen Roten Forums ist personell identisch mit der früheren Redaktion des Roten Forums, das als theoretisches Organ des Heidelberger SDS von dessen Verbot mitbetroffen worden war. Da die Generalversammlung der Heidelberger Linken aus politischen Gründen und keineswegs bloß aus juristischen Gründen nicht mit dem ehemaligen, jetzt verbotenen SDS identisch ist, war diese Frage formal eindeutig: die Versammlung war nicht berechtigt, eine Wahl der Redaktion des NRF durchzuführen."
In dieser Frage manifestierten sich auch die inhaltlichen und organisatorischen Differenzen, die desweiteren auch Ausdruck in der Einschätzung der Generalversammlumg selbst und im Charakter der Anträge fanden. Letztlich fanden sie in der Wahl der Redaktion einen so zugespitzten Ausdruck, daß sie zur Spaltung führen sollten.

"Die Gruppe um den neuen … AStA verstand die Generalversammlung als letzte Möglichkeit, der Gruppe um das NRF einen Schlag zu versetzen, die Gruppe um das Neue Rote Forum verstand die Generalversammlung als Diskussionsforum, auf dem bloß der formale Rahmen beschlossen werden konnte, in dem zukünftig die Institutsgruppen ihre zentralen politischen Fragen entscheiden. Sie ging davon aus, daß nach dem Verbot und der von der anderen Gruppe oftmals lauthals verkündeten tatsächlichen Auflösung des SDS, allererst die Minimalvoraussetzungen geschaffen werden müßten, die wenigstens eine zentrale und einheitliche Politik an der Hochschule erlauben würden".

Die Gruppe um das 'Neue Rote Forum' legte u.a. einen Beschlußantrag vor. Er lautete:"
1. Die Institutsgruppenvollversammlung kontrolliert den ASTA d.h., der AStA ist an die Entscheidung der IGVV gebunden …
2. Die IG sind autonom. Sie geben sich einen Mitgliederstatus."
Später wurde der Antrag um den Punkt 0 ergänzt (eingereicht von der IG Politik):"0. Die IGVV legt die zentrale Politik an der Hochschule fest."
"Die Abstimmung spitzte sich auf folgende Frage zu: Ist die Versammlung berechtigt eine Wahl der Redaktion, die vom ehemaligen AStA gewählt worden war, durchzuführen oder nicht. Für das Recht zur Wahl der Redaktion gab es 207 Stimmen, dagegen 170."
Für Heiner Karuscheit war die Spaltung der Heidelberger Linken eine "Spaltung zwischen kleinbürgerlichen Sozialisten (in Gestalt von Fritz Kramer) und Marxisten-Leninisten". Die leninistische Fraktion nannte sich fortan Gruppe Neues Rotes Forum (GNRF). Die andere Fraktion gruppierte sich um den AStA.

Innerhalb der RKJ der GIM berichtet der Stützpunkt Heidelberg (vgl. 15.2.1971) vor der Darstellung der Standpunkt e der beiden Fraktionen auch:"
Wenn man jetzt von der schon traditionellen Heidelberger Generaldebatte der Heidelberger Linken eine Klärung der verschiedenen Standpunkte erwartet hatte, so sah man sich getäuscht. Die ASTA-Fraktion ging deutlich auf einen Machtkampf aus, als sie die Wahl der Redaktion des Neuen Roten Forums durch die am 21. u. 22. Nov. 1970 versammelten Linken, darunter Mitglieder des 'linksliberalen' HoPoKo und des Heidelberger Patientenkollektivs (SPK, d. Vf.) beantragte. Mit Recht erkannte die NRF-Fraktion die darauf folgende Abstimmung über die Wahl einer neuen NRF-Redaktion nicht an, da sie das Organ der Sozialisten in Heidelberg nicht von einer diffusen, unorganisierten Masse kontrollieren lassen wollte."
Quellen: Karuscheit, Heiner: Zur Geschichte der westdeutschen ml-Bewegung, 2.Aufl., Frankfurt 1983, S. 152; Neues Rotes Forum Nr. 3, Heidelberg 16.12.1970, S. 29ff;Langguth, Gerd: Die Protestbewegung in der Bundesrepublik Deutschland 1968-1976, Köln 1976, S. 166;RKJ-Info Nr. 12, Hamburg 15.2.1971, S. 19ff.;Eckardt, J. v. / Lehmann, I / Marla, S.: Generalspaltung. Von der Studentenbewegung zu den Sekten und Zirkeln, Heidelberg Okt. 1972

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Letzte Änderung: 24.02.2017

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