Materialien zur Studentenbewegung und Hochschulpolitik in Heidelberg

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Die Materialien zur Universität Heidelberg werden hier vorerst nur provisorisch vorgestellt, laufend ergänzt und später genauer analysiert. Zahlreiche separat dokumentierte Materialien werden dabei hier lediglich durch Verweise erschlossen.

Die Dokumente gliedern sich derzeit wie folgt:

Die Darstellung beginnt mit dem Thema des politischen Mandats der Studentenschaften bzw. der Hochschulen allgemein. Diese von der Heidelberger Uni-Spitze erarbeitete Dokumentation ist ein Zeugnis für deren Liberalität (vgl. Juni 1970, 8.6.1970) und vor allem eine recht umfassende Darstellung zu dem Themenkomplex der politischen Universität.

Ansatzweise wird im Dokumententeil der Einfluss des SDS Heidelberg innerhalb des Bundesverbandes dokumentiert (vgl. 12.9.1968, 17.4.1969) und besonders die bundesweite Solidaritätskampagne gegen das Verbot des SDS Heidelberg wird anhand von verschiedenen örtlichen Aktivitäten dargestellt. Es wird auch deutlich, wie sich in den Organen des SDS Heidelberg eine theoretische Position entwickelt (vgl. 1968, 25.7.1969), die zu einem der entscheidenden Bezugspunkte innerhalb der Diskussion der marxistisch-leninistischen Bewegung wird. Die Artikel von Joscha Schmierer und anderen Heidelberger SDS-Autoren werden weit in der Studentenbewegung und auch später in der ML-Bewegung rezipiert. Dadurch wurde einer der beiden Grundsteine für die spätere Gründung des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands gelegt. Der SDS hatte sich daneben auch örtlich über die Studentenbewegung und Hochschulpolitik hinaus entwickelt.

Neben dem theoretischen Einfluss entwickelt der SDS Heidelberg allerdings auch eine relativ militante Praxis (vgl. 27.1.1968), die wir vor allem anhand der Verbotsverfügung dokumentieren. Das Verbot des SDS Heidelberg, das erste Verbot einer linken Gruppe seit dem KPD-Verbot ist dann auch das letzte hier behandelte Thema welches wir vor allem anhand der Verbotsverfügung selber sowie von einigen Artikeln der DKP und Materialien aus anderen Städten darstellen.

Es zeigt sich hier in der Regel an fast allen Orten noch eine breite Solidarität über die beginnende bzw. längst vollzogene Spaltung hinweg. So beteiligt sich auch die DKP noch an den Aktionen gemeinsam mit Gruppen der radikalen Linken und klärt sogar vor den Betrieben auf (vgl. Juli 1970). Wie auch vom SDS Hannover, der sich intensiv mit dem Verbot befasst.



Letzte Änderung: 12.02.2017