Hockenheim und Schwetzingen:
Protest gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im öffentlichen Dienst

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 25.3.2017


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Es können hier nur wenige Dokumente und Hinweise zum Protest gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im öffentlichen Dienst in Hockenheim und Schwetzingen vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Im Frühjahr 1973 wird nach einem ersten Protest gegen das Berufsverbot von Ulli Topp (vgl. 5.4.1973) auch hier, wie in einer Reihe anderer Orte in Baden, ein Komitee gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im Öffentlichen Dienst gegründet (vgl. 29.4.1973), das aber vermutlich nur kurz aktiv war.

Schon im Herbst 1974 ist es dann nicht ein Komitee, sondern der KBW, der die Veranstaltung gegen die Berufsverbote organisiert (vgl. 2.10.1974).

Ebenfalls der KBW ist dann auch von der politischen Entlassung seines Gemeinderatskandidaten Henninger am Kreiskrankenhaus Schwetzingen betroffen (vgl. 7.8.1975, 1.3.1976).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

12.02.1970:
Die DKP bringt die Nr. 7 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 5.2.1970, 19.2.1970). Ein Leserbrief der VVN Kreisgruppe Heidelberg berichtet von Lehrern in Hockenheim.
Quelle: Unsere Zeit Nr. 7, Essen 12.2.1970

05.04.1973:
Das Vögele-Kollektiv der KG (NRF) Mannheim / Heidelberg gibt seinen 'Kommentar für die Kollegen von Vögele' (vgl. 19.3.1973, 25.4.1973) heraus mit dem Artikel "Berufsverbote" zu Ulli Topp bzw. der Veranstaltung in Hockenheim am 9.4.1973.
Q: Kommentar für die Kollegen von Vögele 'Emil und die Detektive', Mannheim 5.4.1973, S. 2

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29.04.1973:
Die Komitees gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im Öffentlichen Dienst Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe geben spätestens Anfang dieser Woche eine Ausgabe ihrer Zeitung 'Kampf der politischen Entrechtung im Öffentlichen Dienst' (vgl. 19.3.1973, Juni 1973) heraus mit dem "Bericht Hockenheim", wo die KG/NRF und die Schülerbasisgruppe die Initiative zur Gründung eines Komitees mit mittlerweile 20 Mitgliedern ergriffen, am Gauss-Gymnasium, bei Vögele und in der Stadt agitierten und einem Bericht aus Schwetzingen, wo ein Teil des AK Jugendzentrum wieder aus dem Komitee ausgetreten sei.
Q: Kampf der politischen Entrechtung im Öffentlichen Dienst Heraus zum 1. Mai, Heidelberg o. J. (1973), S. 2f

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02.10.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 18.9.1974, 16.10.1974) Nr. 20 heraus. In "Sein eigenes Schulwesen braucht das Volk. Die Solidarisierung mit den 4 entlassenen Lehrern nimmt immer mehr zu" wird berichtet über Veranstaltungen in Heidelberg mit über 300 Menschen, mit ca. 45 Menschen in Sinsheim und über 60 in Schwetzingen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 20, Mannheim 2.10.1974, S. 10

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07.08.1975:
Die Ortsgruppe Heidelberg des KBW gibt zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 31 eine 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 4.8.1975, 14.8.1975) als Beilage heraus mit dem Artikel "Kommunistischer Arzt gekündigt. Die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst lassen sich die politische Knebelung nicht gefallen - über 100 Unterschriften gegen Entlassung aus politischem Grund" zu Jochen Henninger am Kreiskrankenhaus Schwetzingen, der für den KBW zu den Gemeinderatswahlen kandidierte.
Q: Arbeiter-Zeitung - Ortsbeilage Heidelberg zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 31, Heidelberg 7.8.1975, S. 2

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01.03.1976:
Der KBW gibt in Baden-Württemberg spätestens Anfang dieser Woche zu den Landtagswahlen (LTW) die Broschüre "Weg mit dem Schieß-Erlaß! Weg mit dem KPD-Verbot!" heraus mit dem Abschnitt "Autokorso gegen politische Entlassung" am Kreiskrankenhaus Schwetzingen.
Q: KBW: Weg mit dem Schieß-Erlaß! Weg mit dem KPD-Verbot! mit Beilage Tübingen, Mannheim o. J. (1976), S. 20

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Letzte Änderung: 20.05.2017