Baden-Württemberg - Zentrales Aktionskomitee: 'ZAK-Info' 1 (1969)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 11.9.2015


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Die hier dokumentierte Ausgabe des 'ZAK-Info', die vermutlich die einzige überhaupt war, erschien zur Zeit der Herausbildung der ML-Linie im SDS Tübingen, wobei das ZAK eine Koordinationsfunktion für die durch den SDS Tübingen betreuten Gruppen in Städten ohne Universität einnahm.

Das ZAK, welches sich vermutlich teilweise auch über die Landesgrenzen Baden-Württembergs hinweg ausdehnte, spielte eine entscheidende Rolle beim Aufbau der revolutionären Jugend (ML) und des Kommunistischen Arbeiterbundes / ML (KAB/ML).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Mai 1969:
Vermutlich im Mai erscheint erstmals das 'ZAK-Info' als Mitteilung für die Gruppen des Zentralen Aktionskomitees. Es wird verantwortet von Thomas Quest in Tübingen (später KAB (ML), danach KABD-ZKK Mitglied). Im Vorwort heißt es auch: "Während die marxistisch-leninistische Monatsschrift 'Rebell' (zu bestellen bei Rainer Strähle …) mehr langfristige Analysen erarbeiten will, dient das ZAK-Info zur zusätzlichen Information und zum Ausbau der Zusammenarbeit".

Enthalten sind die Artikel:
- "Zur Lage des Sozialistischen Club Esslingens", dessen Lehrlingsgruppe von 4 - 5 Genossen gegründet wurde, die in den Bussen nach Köln agitierten, so dass zur nächsten Sitzung 10 Lehrlinge aus 7 Großbetrieben kamen. Es gibt die Arbeitskreise Parlamentarismus, Leistungsprinzip, Sexualität, Rotes Theater, SMV / Religionsunterricht, Technologie, Koordination der verschiedenen Schülerbasisgruppen, Emanzipation der Frau und Wehrdienstverweigerung sowie eine Betriebsgruppe;
- "Solidarität an der Basis. Die Zusammenarbeit von Lehrlingen Arbeitern Schülern Studenten", die vorangetrieben werden müsse;
- "Kaderschulung in Tübingen", um "Arbeiter heranzubilden";
- "Betriebsprojektgruppe Tübingen", die sich nach den Aktionen gegen die Notstandsgesetze (NSG, d.Vf.) in Tübingen, als etwa 100 Arbeiter zum DGB-Haus marschierten, konstituierte. Das ZAK soll dem Bericht folgend Informations- und Koordinationszentrale werden, da sich die Gruppen aus Esslingen und Reutlingen mehrmals an den SDS Tübingen gewandt hatten. Berichtet wird vom ersten Seminar im Februar sowie: "Das sektiererische Verhalten der Trotzkisten im ZAK (sie bekämpfen z. B. die 1. Mai-Kundgebung der Linken in Mannheim, warfen ihnen 'Handwerkelei' und 'Abenteurertum' vor, und ließen sich durch Mittelsmänner entschuldigen, an der Kundgebung gegen die gewerkschaftliche Mitbestimmungsforderung nicht teilnehmen zu können. Der Grund für dieses Verhalten liegt wohl darin, daß sie, ähnlich wie die Revisionisten, prinzipiell innerhalb der Gewerkschaften arbeiten und deshalb schlecht öffentlich Kritik an der DGB-Politik üben können), führte z. B. im Esslinger RC zu einer Abgrenzung gegenüber den Trotzkisten." Festgehalten wird: "Die Zielgruppe der Tübinger Betriebsgruppe sind die Lehrlinge und Jungarbeiter."; sowie
- "Bericht aus Karlsruhe" zu dem aus dem AAJ Roter Turm übrig gebliebenen Kern, der an der Gewerbeschule ein Flugblatt "Ausbildungsterror Beispiel: IWK" herausgab, was zur Gründung der Interessengruppe Karlsruher Lehrlinge (IKL) führte, die in vielen Betrieben Fragebögen verteilte, was auch die HBV getan hatte, deren Filmabend durch die ganze IKL besucht wurde, die dort die beiden Fragebögen verglich. Eine Zusammenarbeit besteht mit der Basisgruppe Jura Tübingen.

Weitere 'ZAK-Infos' wurden uns bisher nicht bekannt.
Quelle: ZAK-Info 1, Tübingen o. J. (1969)

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Letzte Änderung: 29.06.2016