Landkreis Esslingen: Metallindustrie

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 27.4.2016


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Zu der Metallindustrie im Landkreis Esslingen, der mit Abstand wichtigsten Industrie des Kreises, können hier bisher nur wenige Hinweise erschlossen werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Separate Darstellungen liegen derzeit vor für die Daimler-Benz Werke Brühl und Esslingen-Mettingen, für Index Esslingen und für SEL Esslingen.

Die die Belegschaften der Metallbetriebe im Kreis Esslingen werden sowohl 1970 als auch 1971 in den Metalltarifrunden aktiv, immer wieder kommt es zu Warnstreiks. Agitiert wird dabei sowohl von der RJ/ML des KAB/ML (vgl. Okt. 1970, 26.10.1970, 30.10.1970, Nov. 1970, 29.10.1971, 5.11.1971), die dabei vor allem bei Index Esslingen aktiv wird, aber auch bei Bosch Leinfelden (vgl. Feb. 1971) und ansonsten vor allem an der Berufschule unter den Lehrlingen arbeitet (vgl. 19.3.1971, Juli 1971, Nov. 1971, Dez. 1971), als auch von der Gruppe internationale Marxisten (GIM) (vgl. 8.11.1971, 6.12.1971, 7.12.1971), u.a. mit ihrer 'Was tun im Betrieb' (vgl. Aug. 1970, März 1971).

Berichtet wird auch durch die vermutlich ebenfalls in mehreren Betrieben aktive DKP (vgl. 21.10.1970, 23.10.1970).

Aus späteren Jahren konnten bisher nur wenige Hinweise gefunden werden, wobei vor allem über die drohende Schließung von Bauknecht Plochingen berichtet wird (vgl. Nov. 1975, 11.7.1977), und zwar u.a. durch den dann ebenfalls in der Metallindustrie im Landkreis Esslingen aktiven KBW.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

19.10.1967:
Die KPD/ML-ZB berichtet von der Metalltarifrunde (MTR) in Nordbaden-Nordwürttemberg (NB/NW - vgl. 31.3.1967, 23.10.1967):"
Die Kampfbereitschaft der Metaller war groß, deshalb mußten die IGM-Führer die Verhandlungen für gescheitert erklären, nachdem die Kapitalisten auch im September nicht das kleinste Angebot machten. Die Friedenspflicht lief am 8.10. ab; die Urabstimmung wurde von den IGM-Führern auf den 19. festgesetzt. In dieser Urabstimmung kommt die Kampfentschlossenheit der Metaller deutlich zum Ausdruck: Von 170 000 organisierten Arbeitern stimmten 87,3% für Streik bei einer Wahlbeteiligung von 92,9%. Um den Verrat an den Forderungen doch noch durchzuziehen, wird der Termin für den Streikbeginn auf den 30.10. (also elf Tage nach der Urabstimmung!) gelegt. Die Zwischenzeit wird zur intensiven Zermürbungsarbeit genutzt: die Gewerkschaftsbonzen organisieren eine Reihe von Demonstrationen und Kundgebungen während der Arbeitszeit. Diese Streiks werden befristet und mit der Taktik 'punktueller Streik' durchgeführt, um so eine einheitliche Kampffront für die Durchsetzung der Forderungen zu verhindern. So finden Kundgebungen bei Daimler-Benz in Untertürkheim, bei Bosch in Feuerbach (beide in Stuttgart,d.Vf.), auf dem Marktplatz in Waiblingen, vor dem Eßlinger Rathaus und auf dem Ludwigsburger Marktplatz statt."
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 53, Bochum 14.7.1971, S. 12f

24.04.1969:
Die DKP bringt die Nr. 4 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 17.4.1969, 1.5.1969), in der sie u.a. von Boley und Leinen Esslingen und dem IGM Ortsverein Esslingen berichtet.
Q: Unsere Zeit Nr. 4, Essen 24.4.1969

August 1970:
Die GIM Gruppe Esslingen gibt ihre 'Was tun im Betrieb' Nr. 1 (vgl. März 1971) heraus mit dem Artikel "Merkel & Kienlin, Zimmermann, Scharpf - Wer ist der nächste?" zur angekündigten Stillegung der 'Esslinger Welle', Merkel & Kienlin (730 Besch.) im Frühjahr 1971, der Stillegung der Waschmaschinenfabrik Scharpf in Stuttgart (900 Besch.) am 22.6.1970 und der Schließung der Firma R. Zimmermann (über 300 Arbeiter) in Denkendorf, Landkreis Esslingen, Ende Juni.
Q: Was tun im Betrieb Nr. 1, Esslingen Aug. 1970

September 1970:
Die Nr. 3 der 'Roten Fahne' des KAB/ML (vgl. 10.8.1970, Okt. 1970) erscheint u.a. mit Berichten über die Metallindustrie, in der u.a. die eigene Ortsgruppe (OG) Eßlingen aktiv sei.
Q: Rote Fahne Nr. 3, Tübingen Sept. 1970

24.09.1970:
Heute kommt es, laut 'EXI', bei AEG in Esslingen zu einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR). Das meint auch die KPD/ML-ZB.
Q: Express International Nr. 107, Frankfurt 16.10.1970,S.6; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 37, Bochum 30.9.1970

25.09.1970:
Laut KPD/AO wird heute in Eßlingen bei AEG gestreikt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken ohne Nr. (10), Berlin 5.10.1970

30.09.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 600 bei der Pressenfabrik Müller in Esslingen an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Q: Express International Nr. 107, Frankfurt 16.10.1970, S. 6

30.09.1970:
Heute kommt es, laut 'EXI', zu Warnstreiks im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR) in Esslingen.
Q: Express International Nr. 107, Frankfurt 16.10.1970, S. 6

Oktober 1970:
Die Rote Zelle Bosch Reutlingen verteilt ein Flugblatt, welches u.a. auch auf die Lage in den Bosch-Werken Leinfelden und Stuttgart-Feuerbach eingeht.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr. 6, Offenbach 12.11.1970

02.10.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 800 bei Bosch in Leinfelden an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Q: Express International Nr. 107, Frankfurt 16.10.1970, S. 6

Oktober 1970:
In Esslingen gibt der KAB/ML, der über die RJ/ML-Ortsgruppe Esslingen erreichbar ist, vermutlich im Oktober das Flugblatt "Streik den Metallbossen! Für unserer wirtschaftlichen Lebensinteressen - gegen jegliche Kompromisse!" zur Metalltarifrunde (MTR) heraus mit einem Bild vom Warnstreik bei Werner & Pfleiderer Stuttgart.
Q: KAB/ML: Streik den Metallbossen! Für unserer wirtschaftlichen Lebensinteressen - gegen jegliche Kompromisse!, Esslingen o. J. (1970)

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21.10.1970:
Die DKP berichtet von der Metalltarifrunde (MTR) vermutlich von heute:"
Eßlingen. - DGB-Haus, Kanalstraße: An diesem Mittwochvormittag steht in der IGM-Verwaltungsstelle das Telefon nicht still. Eben meldet sich der Betriebsrat des SEL-Werkes um sich zu erkundigen, ob die Entscheidung der Unternehmer schon bekannt ist. 'Die Stimmung im Betrieb ist sehr gut', berichtet er. 'Die Kollegen sind - falls nötig - zum Kampf bereit.' Ein Funktionär der Verwaltungsstelle: 'Wir haben alle Vorbereitungen für eine Streikurabstimmung getroffen. Wir rechnen mit einer hohen Teilnahme und einer klaren Entscheidung.'"
Q: Unsere Zeit Nr. 44, Düsseldorf 31.10.1970, S. 3

21.10.1970:
Für die DKP berichtet F. P. von der Metalltarifrunde (MTR) aus Plochingen:"
Hier im Bauknecht-Werk, haben am heutigen Mittwoch, den 21. Oktober, mehrere Kollegen aufmerksam die Rundfunkmeldungen verfolgt. Mit Spannung wurde die Entscheidung der Metallunternehmer zum Schlichtungsvorschlag erwartet. Um 12 Uhr 30 ist es soweit. Der Rundfunk meldet, daß der Schlichtungsvorschlag von den Metallunternehmern einstimmig abgelehnt wurde. Wie ein Lauffeuer geht diese Nachricht durchs Werk und löst starke Empörung aus. Ab 13 Uhr 15 ruht die Arbeit. Mit einem Warnstreik von einer Stunde und in erregten Diskussionen unterstreichen die 600 Arbeiter ihre Entschlossenheit, nunmehr ihre alte Forderung nach 15prozentiger Lohn- und einer tariflich abgesicherten Leistungszulage von durchschnittlich 25 Prozent durch Streik durchzusetzen."
Q: Unsere Zeit Nr. 44, Düsseldorf 31.10.1970, S. 3

23.10.1970:
Die DKP berichtet von der Metalltarifrunde (MTR):"
In den Kreisen Eßlingen und Nürtingen traten in fünf Firmen zusammen rund 4 200 Arbeiter in Warnstreiks.

Berichtet wird auch den KAB/ML (vgl. 26.10.1970).
Q: Unsere Zeit Nr. 44, Düsseldorf 31.10.1970, S. 2; KAB/ML: Metaller im Kampf, Esslingen o. J. (1970)

26.10.1970:
In Esslingen gibt der KAB/ML, der über die RJ/ML-Ortsgruppe Esslingen erreichbar ist, vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Metaller im Kampf" zur Metalltarifrunde (MTR) heraus, in dem von den Warnstreiks (vgl. 23.10.1970) in den Kreisen Esslingen und Nürtingen bei SEL, AEG, Fritz Müller und Daimler-Benz Werk Brühl berichtet wird.
Q: KAB/ML: Metaller im Kampf, Esslingen o. J. (1970)

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30.10.1970:
In Esslingen gibt der KAB/ML, der über die RJ/ML-Ortsgruppe Esslingen erreichbar ist, vermutlich Ende dieser Woche das Flugblatt "12 % sind zu wenig" zur Metalltarifrunde (MTR) bzw. der Urabstimmung heraus, bei der am 27.10.1970 in Esslingen 94,91 % gegen das Ergebnis stimmten.

Berichtet wird von Hirschmann Esslingen über Preiserhöhungen, die mit der MTR begründet wurden.
Q: KAB/ML: 12 % sind zu wenig, Esslingen o. J. (1970)

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November 1970:
Die Nr. 5 der 'Roten Fahne' des KAB/ML (vgl. Okt. 1970, Dez. 1970) wird berichtet über ein KAB/ML Flugblatt in Eßlingen bei Hirschmann.
Q: Rote Fahne Nr. 5, Tübingen Nov. 1970

Februar 1971:
Bei Bosch Leinfelden, Reutlingen und Stuttgart gibt die RJ (ML) vermutlich im Februar ihren 'Bosch-Lehrling' Nr. 2 (vgl. Jan. 1971, 1.4.1971) heraus mit dem Leitartikel "Werk Leinfelden: Sind Bosch-Lehrlinge Freiwild für Ausbilder?".

Weitere Artikel sind:
- "In eigener Sache" zur Ausdehnung des Vertriebs vom Werk Stuttgart-Feuerbach auf die Werke Leinfelden und Reutlingen.
Q: Bosch-Lehrling Nr. 2, Stuttgart 1971, S. 1f

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März 1971:
Die GIM Gruppe Esslingen gibt ihre 'Was tun im Betrieb' Nr. 3 (vgl. Aug. 1970, 21.8.1972) heraus. Im Artikel "Kurzarbeit" heißt es auch:"
In Esslingen wird bei Fa. HIRSCHAMNN seit dem 8. März für 3 Monate kurzgearbeitet; für über die Hälfte der Belegschaft fällt der Freitag weg. Trotzdem beträgt der maximale Verdienstausfall nicht mehr als 6,17 %.

Bei AEG ist 4 Wochen lang Kurzarbeit. bei SEL sollen die meisten Arbeiter an Ostern 8 Arbeitstage frei nehmen. In allen 3 Firmen hat man falsch kalkuliert und vor den letzten Tarifabschlüssen zuviel auf Lager produzieren lassen."

Weitere Artikel sind "'Gewisse Eingewöhnungsschwierigkeiten' zur Umstellung der Lohnabrechnung bei SEL auf EDV und "Boleys Beitrag zum Kampf gegen die Umweltverschmutzung" zum Abwasser aus Druckerei und Fräserei der Boley GmbH.
Q: Was tun im Betrieb Nr. 3, Esslingen März 1971, S. 2 und 4

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19.03.1971:
Die RJ/ML Esslingen gibt vermutlich Ende dieser Woche die Broschüre "Unsere Rechte im Betrieb. Teil 1. Wir fordern: Bezahlung aller Ausbildungsmittel" heraus, die uns vermutlich leider nur teilweise vorlag und Ergebnisse einer Umfrage vorstellt und zur Lehrlingsversammlung am 25.3.1971 in der Gaststätte Graf Moltke einlädt.

Enthalten sind die Abschnitte:
- "Unsere Lage in den Betrieben" wobei auf SEL, Index, Eberspächer, Hirschmann, Junkers Wernau, die Neckarwerke, Bosch Plochingen, Elektro-Bauer, Fritz Müller, Delmag, Traub und Mahr eingegangen wird;
- "Wie sieht es in Kleinbetrieben aus?" wobei auf Kfz-Werkstätten eingegangen wird;
- "Wie sieht es bei den Elektrolehrlingen aus?" in den Kleinbetrieben;
- "Gutachten zur Bezahlung der Ausbildungsmittel im Betrieb" von der RJ/ML Esslingen, als "sachlich richtig" befunden von Rechtsanwalt Ulrich Cassel, Stuttgart; sowie
- "Vorschlag eines Briefes an den Betriebsrat"; sowie
- "Zum Namen der Gruppe" der RJ/ML.

Der im Inhaltsverzeichnis angekündigte Abschnitt "Warum werden uns unsere Rechte vorenthalten?" lag uns nicht vor.

Die in der Broschüre erwähnte Umfrage wurde mit einem Stadtteilfragebogen mit 68 Fragen und einem Lehrlingsfragebogen mit 32 Fragen durchgeführt.
Q: RJ/ML: Unsere Rechte im Betrieb. Teil 1. Wir fordern: Bezahlung aller Ausbildungsmittel, Esslingen o. J. (1971)

April 1971:
Die Nr. 4 der 'Roten Fahne' des KAB/ML (vgl. März 1971, Mai 1971) berichtet u.a. von Hirschmann in Eßlingen und Neckartenzlingen.
Q: Rote Fahne Nr. 4, Tübingen Apr. 1971

Juli 1971:
Die RJ/ML Esslingen gibt ihre 'Aktuelle Lehrlingspresse' Nr. 2 (vgl. Nov. 1971) heraus mit den Artikel "Bericht aus einem Stuttgarter Betrieb", der Schwabengarage, wo die Betriebszeitung 'Der Motor' erschien, "Streikrecht für Lehrlinge durchsetzen", und "Für unsere Forderungen müssen wir kämpfen" zur Metalltarifrunde (MTR).
Q: Aktuelle Lehrlingspresse Nr. 2, Esslingen Juli 1971

15.07.1971:
Die RKJ Esslingen gibt die Nr. 1 ihrer 'Was tun in der Schule' - Esslingen Schülerzeitung heraus mit dem Artikel "Wie es in Hannover war" mit einem Brief des Aktionskomitees Roter Punkt an die IGM Esslingen.
Q: Was tun in der Schule Nr. 1, Esslingen 15.7.1971, S. 3

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29.10.1971:
Die RJ/ML Ortsgruppe Esslingen gibt vermutlich Ende dieser Woche das Flugblatt "Lohnkampf ist Klassenkampf" zum Angebot der Arbeitgeber von 4,5% in der Metalltarifrunde (MTR) heraus mit der Einladung zur Filmveranstaltung "Lohnkampf ist Klassenkampf" von KAB/ML und RJ/ML am 211.1971 in der Gaststätte Palmscher Bau, Esslingen, Innere Brücke 2.
Q: RJ/ML: Lohnkampf ist Klassenkampf, Esslingen o. J. (1971)

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November 1971:
Die RJ/ML Esslingen gibt vermutlich im November ihre 'Aktuelle Lehrlingspresse' Nr. 4 (vgl. Juli 1971, Dez. 1971) heraus mit den Artikeln "Metalltarifrunde" zur MTR, "Quist KG. 15 Mill. Gewinn in wenigen Jahren" und "Merkel u. Co. Ein Wohltäter der Stadt Esslingen".
Q: Aktuelle Lehrlingspresse Nr. 4, Esslingen o. J. (1971), S. 3 und 6f

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05.11.1971:
Die RJ/ML Ortsgruppe Esslingen gibt vermutlich Ende dieser Woche das Flugblatt "Metaller, lassen wir uns nicht für 7,5% verkaufen" zum am 2.11.1971 vorgelegten Schlichtungsergebnis von 7,5% in der Metalltarifrunde (MTR).

Festgestellt wird: "11% ist unsere Mindestforderung". Aufgerufen wird zur "Kampfeinheit der Metaller für mindestens 11%".
Q: RJ/ML: Metaller, lassen wir uns nicht für 7,5% verkaufen, Esslingen o. J. (1971)

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08.11.1971:
Die GIM und RKJ berichten von ihrer Intervention in der Metalltarifrunde (MTR) Nordbaden-Nordwürttemberg im Raum Esslingen vor dem Streik, also vermutlich in dieser und der nächsten Woche, daß "im Raum Esslingen, wo wir die einzige nennenswerte linke Kraft darstellen, unsere Flugblätter großen Anklang finden - die Arbeiter stehen vor den Verteilern Schlange und diskutieren mit ihnen".
Q: Was Tun Nr. 11/12, Mannheim Dez. 1971, S. 18

Dezember 1971:
Die RJ/ML Esslingen und die RJ/ML Kirchheim geben ihre 'Aktuelle Lehrlingspresse' Nr. 5 (vgl. Nov. 1971, Jan. 1972) für Dezember heraus mit dem Leitartikel "Lehrlingstarifrunde '72" zur Lehrlingsmetalltarifrunde (LMTR).

Weitere Artikel sind:
- "550,- Unterhaltsgeld. Ist das eine Forderung für uns?";
- "Umsonst gestreikt?", ein vermutlich auch separat als Flugblatt der RJ (ML) Esslingen verbreiteter Text zur Metalltarifrunde (MTR);
- "Handwerk hat goldenen Boden: z. B. KFZ-Gewerbe" zu einem Autohaus in Oberesslingen;
- "Ausbildung = produktive Arbeit?" zu Daimler in Köngen, Traub in Reichenbach und Boley in Esslingen; sowie
- "Lehrlinge - Mädchen für alles?" zu Getriebe-Bauer und Junkers Wernau.

Aufgerufen wird zur Veranstaltung am 15.12.1971 in Esslingen und zur Demonstration am 18.12.1971 in Stuttgart.
Q: Aktuelle Lehrlingspresse Nr. 5, Esslingen Dez. 1971

06.12.1971:
Im Raum Stuttgart gibt die GIM vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Solidarität mit den streikenden Metallarbeitern!" heraus, das die Studenten aufruft, sich am 8.12.1971 an der Kundgebung der IGM auf dem Karlsplatz zu beteiligen.

Verbreitete wird das Flugblatt vermutlich auch an Hochschulen in Esslingen.
Q: GIM: Solidarität mit den streikenden Metallarbeitern!, O. O. (Stuttgart) o. J. (1971)

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07.12.1971:
Die RKJ und die GIM berichten vermutlich heute von ihrer Intervention in der Metalltarifrunde (MTR) Nordbaden-Nordwürttemberg im Raum Stuttgart, zu dem sie teilweise u.a. auch Esslingen und Reutlingen zählen:"
Die Intervention der RKJ und GIM im Raum Stuttgart in der diesjährigen IG-Metall-Tarifbewegung hat auf mehreren Ebenen zum Durchbruch geführt. Einmal gegenüber anderen linken Gruppen wie KAB, KSG, KPD/ML und Spartacus (KAB/ML, KSG/ML, KPD/ML-ZB und KJO Spartacus,d.Vf.) die wir zurückdrängen konnten aufgrund unserer richtigen Analyse der diesjährigen Tarifbewegung, aufgrund unserer wesentlich qualitativeren Forderungen, die zum einen genau an der jeweiligen Situation anknüpften, zum anderen, wie sich gezeigt hat, tatsächlich den Tarifkampf weitertrieben, und nicht zuletzt aufgrund unseres einheitlichen Auftretens im ganzen Tarifgebiet, das erneut die Überlegenheit der demokratisch zentralisierten Organisation auf nationaler Ebene demonstriert hat. Wir waren z.B. nicht die einzige Gruppe, die 'Betriebsbesetzung' propagierte, aber wir waren die einzige Organisation, die in der Lage war, diese Forderung ins Bewußtsein zu heben. Zum anderen hat unsere Taktik, uns durch 'Sandwichmann'-Demonstrationen und Verteilen der IGM-Streikzeitung direkt an die Bevölkerung zu wenden, um den Streik in weiteren Kreisen populär zu machen und einer Demobilisierung der nach Hause entlassenen streikenden und ausgesperrten Metallarbeiter entgegenzuwirken, die Gewerkschaft gezwungen, nachzuziehen. Sie verteilte jetzt ebenfalls massiv in Stuttgart an den wichtigsten Verkehrspunkten die Streikzeitung. Die Zahl der von uns verteilten Streikzeitungen wurde binnen 2 Tagen von 500 auf 2 000 ausgedehnt. Dadurch, daß wir als revolutionäre Organisation diese Aufgabe anpackten, die eigentlich die IG Metall hätte durchführen müssen, gewannen wir einerseits in den Augen der streikenden Kollegen Glaubwürdigkeit, und zeigten wir andererseits der in dieser Hinsicht anfangs sehr zögernden IGM-Ortsverwaltung einen Ausweg, wie sie dem Druck der bürgerlichen Presse entgegenwirken kann. … Insgesamt haben wir durch unsere Intervention in den Streik viele neue Kontakte, auch auf Gewerkschaftsebene bekommen und dadurch eine qualitativ höhere Stufe für unsere weitere Betriebsagitation erreicht, da wir uns in den Augen vieler Arbeiter 'bewährt' haben."
Q: Was Tun Nr. 11/12, Mannheim Dez. 1971, S. 18

07.12.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 6 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 4.1.1972) heraus. Sowohl zur Metalltarifrunde (Schuler Göppingen, Karlsruhe) als auch zum Weihnachtsgeld (Zinser Ebersbach, Concordia Sprecher Schaltgeräte Sielmingen) bezieht man sich stets auf Nordbaden-Nordwürttemberg.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Nr. 6, Berlin 7.12.1971; Rote Fahne Sonderdruck Zur Ermordung Georg von Rauchs, Berlin Dez. 1971

April 1972:
Die RJ/ML Ortsgruppe Esslingen gibt vermutlich im April das Flugblatt "Jugendvertreterwahlen '72" heraus zu den JVW vom 1.5. bis 30.6.1972, wobei berichtet wird von Index, u.a. über die Härterei.
Q: RJ/ML: Jugendvertreterwahlen '72, Esslingen o. J. (1972)

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September 1973:
Die Nr. 9 der 'Roten Fahne' des KABD (vgl. Aug. 1973, Okt. 1973) beschäftigt sich wiederum mit der Streikwelle. Berichte behandeln u.a. Bosch Leinfelden.
Q: Rote Fahne Nr. 9, Tübingen Sept. 1973

November 1975:
Bei Bauknecht Plochingen streiken 370, laut AB, vermutlich im November oder Anfang Dezember zwei Tage lang.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 76/77, München 14.12.1975

11.07.1977:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt zur heutigen Nr. 28 die 'Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar' (vgl. 12.6.1977, 18.7.1977) zur KVZ heraus mit dem Artikel "Bauknecht Plochingen: Werkschließung geplant. Über 200 Arbeiter sollen auf die Straße gesetzt werden".
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar Nr. 28, Stuttgart 10.7.1977, S. 3

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29.08.1977:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt die 'Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar' Nr. 35 (vgl. 22.8.1977, 5.9.1977) zur KVZ heraus mit dem Artikel "Unterschriftensammlung gegen den § 218 zum Gewerkschaftstag der IG Metall" u.a. bei AEG Esslingen, wo 11 unterschrieben.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar Nr. 35, Stuttgart 29.8.1977, S. 2

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05.09.1977:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt die 'Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar' Nr. 36 (vgl. 29.8.1977, 12.9.1977) zur KVZ heraus mit dem Artikel "Die einzige richtige und notwendige Forderung gegen die Angriffe der Kapitalisten auf den Acht-Stunden-Tag: 7-Stunden-Tag! 35-Stunden-Woche! Verbot der Überstunden! Voller Lohnausgleich"!" zur Druckerei Belser Stuttgart und Daimler Sindelfingen bzw. der IGM-Verwaltungsstelle Esslingen, von der Zelle West.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar Nr. 36, Stuttgart 5.9.1977, S. 3

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12.09.1977:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt die 'Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar' Nr. 37 (vgl. 5.9.1977, 25.9.1977) zur KVZ heraus. In "Einnahmen und Ausgaben" zur Haushaltsbefragung in Baden-Württemberg wird auch berichtet:"
AEG-Esslingen: Familie, beide Eltern schaffen. Sie wissen nicht wo sie die Kinder unterbringen sollen. Ein Platz im städtischen Kinderhört kostet ca. 200 - 300 DM."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar Nr. 37, Stuttgart 12.9.1977, S. 1

18.09.1977:
Vom 18. bis 24.9.1977 findet der 12. Gewerkschaftstag der IG Metall (IGM - vgl. 15.9.1974) statt.

Anträge für die 35-Stundenwoche werden, laut SAG, von den Verwaltungsstellen Berlin, Hamburg und Bremen, Esslingen in Baden-Württemberg, Augsburg in Bayern, Frankfurt in Hessen sowie Aachen und Duisburg in NRW gestellt.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr. 31 und 32, Frankfurt 14.9.1977 bzw. 28.9.1977

Dezember 1977:
Ab diesen Monat gibt die Verbandsleitung (VL) des RJVD des KABD ein innerorganisatorisches Organ 'Bahnbrecher' (vgl. Jan. 1978) heraus. U.a. stellt die Zelle Bosch-Junkers der Ortsgruppe Esslingen, die auch einen 'Rebell'-Leserkreis hat, u.a. fest, "die Grundlage der Erziehung der Arbeiterjugend ist und bleibt der Kampf."
Q: Bahnbrecher Nr. 1, o.O. Dez. 1977

05.12.1977:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt die 'Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar' Nr. 49 (vgl. 28.11.1977, 12.12.1977) heraus mit dem Leitartikel "Zu hohe 'Lohnkosten'? Nur im heftigen ideologischen Kampf gegen die Kapitalisten und ihre Handlanger ist ein Vorankommen im Lohnkampf möglich" zur Metalltarifrunde (MTR), wobei berichtet wird von Kuris Fellbach, Bosch Feuerbach und Bauknecht Plochingen, von der Stadtteilzelle Nord.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar Nr. 49, Stuttgart 5.12.1977, S. 1 und 3

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26.12.1977:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt einen Bezirksteil (vgl. 19.12.1977, 1.1.1978) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 52 heraus mit dem Artikel "Dick-Feilenfabrik / Esslingen. 'Konkurrenz, das ist deren Geschäft, das geht uns nichts an!'" von der Stadtzelle Esslingen.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksteil Mittlerer Neckar Nr. 52, Stuttgart 26.12.1977, S. 17

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01.01.1978:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt einen Bezirksteil (vgl. 26.12.1977, 9.1.1978) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 1 heraus mit dem Leitartikel "Die zwei Seelen der Bosch-Kapitalisten. Ihre Abhängigkeit von der Automobilindustrie und ihre Zusammenarbeit mit Siemens und AEG im Lohnkampf nutzen" von der Stadtteilzelle Stuttgart-Nord, der auch berichtet vom Aufkauf der Firma Hesser in Stuttgart-Cannstatt durch Bosch, wohin nun auch die Fertigung von Höfliger und Karg, Waiblingen, verlagert werden solle. Berichtet wird auch:"
Bei Junkers (Gas- und Heißwasserbereiter, Bademöbel, Wärmepumpen) in Wernau hat es Umsetzungen gegeben. Kollegen wurden nach Plochingen und Feuerbach versetzt. das Zentrallager in Feuerbach wird 1978 geräumt und nach Karlsruhe verlegt. 400 Kolleginnen und Kollegen sind jetzt angehalten worden, sich deshalb selbständig nach einem neuen Arbeitsplatz im Bosch-Konzern umzusehen."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksteil Mittlerer Neckar Nr. 1, Stuttgart 1.1.1978, S. 17

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09.01.1978:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt einen Bezirksteil (vgl. 1.1.1978, 16.1.1978) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 2 heraus mit dem Artikel "Dick Esslingen: Die Arbeiter beraten Aktionen zur Führung des Lohnkampfes" zur Metalltarifrunde (MTR).
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksteil Mittlerer Neckar Nr. 2, Stuttgart 9.1.1978, S. 19

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20.03.1978:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt einen Bezirksteil (vgl. 6.3.1978, 27.3.1978) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 12 heraus mit dem Artikel "Roto-Frank Leinfelden. Kapitalisten und Betriebsrat vereinbaren 6,1. Wenn die Arbeiter in der Urabstimmung ablehnen, kann Frank zu mehr gezwungen werden" zur Metalltarifrunde (MTR).
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksteil Mittlerer Neckar Nr. 12, Stuttgart 20.3.1978, S. 19

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10.04.1978:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt einen Bezirksteil (vgl. 3.4.1978, 24.4.1978) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 15 heraus mit den Artikeln "Modellversuch Esslingen: Abbau des 'Mädchenberges'. Immer mehr Jugendliche sollen als billige Arbeitskräfte in die Fabriken gepreßt werden" zu den jugendlichen Arbeitslosen bzw. dem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) für ausländische jugendliche Arbeitslose, von der Stadtzelle Esslingen, worin es auch heißt: "'Kaum ein Arbeiter hält es länger als 10 Jahre im Fernsehröhren-Werk SEL-ITT in Esslingen aus, wo Akkord in 3er Schicht gearbeitet wird', hat uns ein türkischer Kollege berichtet.".
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksteil Mittlerer Neckar Nr. 15, Stuttgart 10.4.1978, S. 19

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März 1982:
Bei AEG Brunnenstraße in Berlin-Wedding gibt die KPD ihren 'AEG-Arbeiter' (vgl. Nov. 1981, 10.8.1982) heraus mit dem Artikel "Lohnraub in der KFO" zur KF bzw. der Schließung der Motorenfertigung in Eßlingen.
Q: Der AEG-Arbeiter Vorsicht! Rationalisierer am Werk!, Berlin März 1982, S. 6

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Letzte Änderung: 29.06.2016