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Stuttgart-Zuffenhausen: Standard Elektrik Lorenz (SEL)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 24.7.2008

Hier werden aus dem Betrieb selbst nur wenige Dokumente der DKP erschlossen. Das SEL Kabelwerk in Stuttgart-Zuffenhausen gehörte in den siebziger Jahren zusammen mit den SEL-Werken in Berlin und Dortmund, aber auch mit Intermetall Freiburg und Teves in Frankfurt und Gifhorn, zum ITT-Konzern, so dass auch in den dortigen Betriebszeitungen ab und an von SEL Stuttgart (vgl. 23.2.1972) bzw. dem ITT-Konzern allgemein (vgl. 18.11.1971), der damals offenbar florierte (vgl. 25.6.1972, Juni 1973), und seine Bedürfnisse auch durchzusetzen wusste, wie in Chile, berichtet wird.

Weitere SEL-Werke gab es in Esslingen, Mannheim, Nürnberg und Rastatt. Tochterfirma von SEL war Graetz Bochum.

Im Stuttgarter Stammwerk von SEL, einem der größten Stuttgarter Betriebe der Metallindustrie, dessen Belegschaft sich in der Metalltarifrunde (MTR) 1970 kämpferisch gibt (vgl. 28.9.1970, 2.10.1970, 23.10.1970) scheint vor allem die DKP aktiv (vgl. Juli 1971, Sept. 1971) bzw. ihre SDAJ, wie die KJO kundtut (vgl. 17.12.1972).

Auch in der MTR 1971/72 steht SEL Stuttgart offenbar mit vorn (vgl. März 1972), wobei die Angestellten als vorbildlich herausgestellt werden (vgl. 6.12.1971, 17.1.1972).

Auch an der wilden Streikwelle 1973 scheint sich die SEL-Belegschaft zu beteiligen (vgl. 7.6.1973), auch wenn die Belege dafür hier noch sehr dünn sind.

Ein Jahr später beginnt dann die KPD intensiveres Interesse für SEL zu zeigen (vgl. 10.7.1974, 14.8.1974), hat dann dort eine Betriebszelle (vgl. 11.11.1974), die einzige uns bisher bekannt gewordene linksradikale Betriebsgruppe bei SEL Stuttgart. Während die KPD nun wiederholt von SEL Stuttgart berichtet, dort ihre 'Kabeltrommel' publiziert (vgl. 12.1.1977), kommt es um das Weihnachtsgeld zum Streik (vgl. 22.10.1975, 15.11.1975) und wiederum auch in der MTR 1976 (vgl. 11.2.1976).


Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

28.09.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 200 bei SEL Stuttgart an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
=Express International Nr.107,Frankfurt 16.10.1970,S.6

02.10.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 700 bei SEL in Stuttgart an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
=Express International Nr.107,Frankfurt 16.10.1970,S.6

23.10.1970:
Die DKP berichtet von der Metalltarifrunde (MTR), daß heute bei SEL Stuttgart 2 500 streiken.
=Unsere Zeit Nr.44,Düsseldorf 31.10.1970,S.2

26.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr.13 des 'Klassenkampf - Ausgabe SEL' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 12.4.1971, 28.5.1971) ohne Nummerierung. Von SEL wird u.a. berichtet aus Stuttgart.
=Klassenkampf - Ausgabe SEL o. Nr.,Berlin Apr. 1971

Juli 1971:
Bei SEL Stuttgart gibt die DKP vermutlich im Juli ihre 'Neue Frequenz' Nr.7 für Juli/Aug. im zweiten Jahrgang heraus.
=Neue Frequenz Nr.7,Stuttgart Juli/Aug. 1971

September 1971:
Die DKP Stuttgart beginnt vermutlich im September mit der Herausgabe ihres 'Metallarbeiters' - Informationen der DKP Stuttgart, der zur Metalltarifrunde (MTR) 1971 u.a. bei SEL in schneller Folge zumindest bis Nov. 1971 erscheint.
=Metallarbeiter,Stuttgart Sept. 1971

11.10.1971:
In Berlin erscheint die Nr.19 des 'Klassenkampf - Ausgabe SEL' vermutlich in dieser Woche für Oktober als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. Sept. 1971, 1.11.1971). Berichtet wird u.a. von der Verlagerung des Richtfunks, der vor zwei Jahren von Stuttgart nach Berlin kam, nach Wernau.
=Klassenkampf - Ausgabe SEL Nr.19,Berlin Okt. 1971

01.11.1971:
Die Rote Opel Betriebsgruppe (RBG) Bochum der KPD/ML-ZK gibt vermutlich in dieser Woche ihre 'Zündkerze' Nr.12 (vgl. 11.10.1971, 22.11.1971) heraus.
In der Rubrik "Informationen aus Betrieb und Gewerkschaft" finden sich zunächst Auszüge aus der 'Capital' (vgl. S6.**.1971), wo ausgeführt wird:"
GESUNDHEITSKONTROLLE

TÜV FÜR MANAGER

Das Volkswagenwerk sorgt sich um seinen achtköpfigen Vorstand. IBM, Mannesmann, Ford oder SEL setzen mehr ein: 1 000 bis 2 400 Führungskräfte können alle ein bis zwei Jahre auf Kosten der Firma zum Arzt gehen. Die medizinische Inspektion wird unterschiedlich betrieben. Die Skala reicht vom praktischen Werksarzt über Fachärzte und Universitäts-Professoren bis zu hochtechnisierten Diagnose-Zentren. Capital befragte 40 Großunternehmen nach ihrer Praxis. 15 typische Beispiele enthält die Tabelle, u.a. von SEL für 2 400 Führungskräfte ab 40 Jahren alle 2 Jahre durch Werks- und Hausärzte und ab 60 Jahren jährlich in Diagnosezentren.
=Zündkerze Nr.12,Bochum Nov. 1971

18.11.1971:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf' Nr.15 (vgl. 16.11.1971, 23.11.1971) heraus.
In "Der Kampf der spanischen Arbeiterklasse gegen den Franco-Faschismus" heißt es u.a.:"
AUSBEUTUNG DURCH DIE INTERNATIONALEN MONOPOLE ...

Der Stundenlohn eines Facharbeiters beträgt 2 - 3 DM, Hilfsarbeiter und Frauen verdienen 1 DM! Kein Wunder, wenn neben den amerikanischen Kapitalisten auch die westdeutschen Konzerne seit langer Zeit in Spanien mit seiner 'stabilen Ordnung' investieren und z.T. sogar Arbeitsplätze von Deutschland nach Spanien verlagern (z.B. Bosch und SEL-ITT). Wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter gegen die brutale Ausbeutung durch die internationalen Monopole kämpfen, können die AEG-, Siemens-, ITT- usw. Kapitalisten auf Francos Militär und Polizei vertrauen."
=Klassenkampf Nr.15,Freiburg 18.11.1971

06.12.1971:
Die ABG München geben vermutlich in dieser Woche die Nr.12 ihres 'Metallarbeiters' (vgl. 29.11.1971, 13.12.1971) heraus. Bei der Behandlung der Angestellten wird u.a. auf die Stuttgarter Firma SEL verwiesen.
=Metallarbeiter Nr.12,München 1971

17.01.1972:
Die Münchner Siemens Betriebsgruppe der ABG berichtet in der Nr.10 ihrer 'Auf Draht' (vgl. 13.12.1971, 1.2.1972), die vermutlich in dieser Woche erscheint, u.a. von der Solidarität der Angestellten mit den Streiks in der Metallrunde u.a. bei SEL Stuttgart, wo 5 000 DM gesammelt wurden.
=Auf Draht Nr.10,München Jan. 1972

23.02.1972:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf' Nr.18 (vgl. 18.2.1972, 2.3.1972) heraus. Berichtet wird u.a. über die ITT-Tochterfirma:"
INTERMETALL
...
Der ITT-Konzern hat das letzte Jahr gut überstanden, er ist jetzt sogar durch den Aufkauf neuer Betriebe groß in die deutsche Autozubehörindustrie eingestiegen. Mit dem gleichen Mittel des 'Gesundschrumpfens' durch Verschärfung der Ausbeutungsmethoden (von den Kapitalisten Rationalisierung genannt) gelang es z.B. Ende letzten Jahres der Texas Instruments trotz sinkender Umsätze (um 6%) die Gewinne um 28% zu steigern. Die ITT bekam für SEL Stuttgart noch einen Riesenauftrag aus Griechenland dazu."
=Klassenkampf Nr.18 und 21,Freiburg 23.2.1972 bzw. 17.5.1972,S.1ff bzw. S.10

März 1972:
In Berlin erscheint die Nr.23 des 'Klassenkampf - Ausgabe SEL' für März (vgl. Dez. 1971, Juni 1972) nun ohne den bisherigen Untertitel "Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative" (PL/PI). Berichtet wird von der Metalltarifrunde (MTR) aus Nordbaden/Nordwürttemberg (NB/NW) u.a. über den Streik bei SEL Stuttgart.
=Klassenkampf - Ausgabe SEL Nr.23,Berlin März 1972

25.06.1972:
In Berlin beginnt der 9.ordentliche Bundeskongreß des DGB, der bis zum 1.7.1972 dauert. Für den der DKP nahestehenden 'Mittelstandskurier' (vgl. 14.8.1972) berichtet Robert Nonnenmacher u.a.:"
48 Prozent Gewinn für die SEL-Aktionäre, zu der die Standard-Elektrik-Lorenz-AG (IGM-Bereich,d.Vf.) in Stuttgart gehört, ist nur ein Beispiel von vielen. Keine Frage: 'In der Wirtschaft wird wieder mehr verdient', wie es die 'Süddeutsche Zeitung' (SZ,d.VF.) am 7.August 1972 brav registrierte."
=Mittelstandskurier H.4,Köln Juli/Aug. 1972,S.10f

September 1972:
Die SAG geben vermutlich diesen Monat die Nr.15 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Aug. 1972, Okt. 1972) heraus, die u.a. von SEL Stuttgart berichtet.
=Klassenkampf Nr.15 und Extra,Frankfurt 1972 bzw. o.J. (1972)

17.12.1972:
Die Ortsgruppe Stuttgart der KJO Spartacus verfaßt ein Papier "Ergebnisse und Perspektiven der Arbeit der Stgt. OG", welches u.a. einen Lagebericht aus der linken und gewerkschaftlichen Szene beeinhaltet.
Der IG Metall Ortsverein habe 100 000 Mitglieder. Jugendgruppen gäbe es bei Bosch (20 000 Beschäftigte), die RJ/ML dominiere die von Daimler (12 000), die SDAJ die von SEL (10 000).
=KJO Spartacus-OG Stuttgart:Ergebnisse und Perspektiven der Arbeit der Stgt. OG,Stuttgart 17.12.1972

Juni 1973:
Die Nr.6 der 'Roten Fahne' des KABD (vgl. 1.5.1973, Juli 1973) beschäftigt sich u.a. mit der jüngsten Streikwelle für Teuerungszulagen (TZL). Dazu heißt es auf Seite 1:
EXPLOSION DER PREISE UND PROFITE
...
Die Arbeitshetze in den Betrieben wird immer unmenschlicher. So stieg bei dem Elektrokonzern SEL der Umsatz je Beschäftigtem um 11,6%."
=Rote Fahne Nr.6,Tübingen Juni 1973

07.06.1973:
Bei SEL Stuttgart findet, laut AB, ein Streik von 2 000 Beschäftigten für eine Teuerungszulage (TZL) statt.
=Roter Aufmucker Nr.28,München Juli 1973;
Roter Weichensteller Nr.10,München Juli 1973;
Roter Widerdruck Nr.24,München Juli 1973


10.07.1974:
In der Nr.28 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.7.1974, 17.7.1974) berichtet die KPD u.a. von SEL Stuttgart (IGM-Bereich).
=Rote Fahne Nr.28,Dortmund 10.7.1974

14.08.1974:
In der Nr.33 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 7.8.1974, 21.8.1974) berichtet die KPD u.a. von SEL Stuttgart.
=Rote Fahne Nr.33,Dortmund 14.8.1974

11.11.1974:
Bei SEL Stuttgart, wo der Betriebsrat von der SPD beherrscht werde, werden laut KPD, vermutlich in dieser Woche 100 Ingenieure und Techniker entlassen, was auch die eigene Betriebszelle nicht verhindern konnte (vgl. 18.11.1974).
=Rote Fahne Nr.48,Dortmund 27.11.1974

18.11.1974:
Die Ortsleitung Stuttgart der KPD beginnt, nach eigenen Angaben, sich in ihrer Arbeitslosenarbeit auch um Ingenieure und Techniker zu bemühen, was vor allem durch die Entlassungen bei SEL (vgl. 11.11.1974) nötig wird.
=Rote Fahne Nr.48,Dortmund 27.11.1974

18.12.1974:
In der Nr.51/52 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 11.12.1974, 8.1.1975) berichtet die KPD aus Stuttgart u.a. von der Lage der jugendlichen Arbeitslosen und auch der Lehrlinge, u.a. bei SEL.
=Rote Fahne Nr.51/52,Dortmund 18.12.1974

05.03.1975:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.9 (vgl. 26.2.1975, 12.3.1975) heraus. Zu den Kommunalwahlen (KW - vgl. 20.4.1975) will man in Baden-Württemberg kandidieren in Karlsruhe, Mannheim und Stuttgart. Eingegangen wird dabei bezüglich Stuttgarts u.a. auf SEL Zuffenhausen (IGM-Bereich).
=Rote Fahne Nr.9,Köln 5.3.1975

12.03.1975:
In der Nr.10 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 5.3.1975, 19.3.1975) berichtet die KPD u.a. von SEL Stuttgart (IGM-Bereich).
=Rote Fahne Nr.10,Köln 12.3.1975

19.03.1975:
Die KPD gibt die Nr.11 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 12.3.1975, 26.3.1975) heraus. Aus Stuttgart wird u.a. eingegangen auf SEL.
=Rote Fahne Nr.11,Köln 19.3.1975

09.04.1975:
In der Nr.14 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 2.4.1975, 16.4.1975) berichtet die KPD aus Stuttgart u.a. von SEL (IGM-Bereich).
=Rote Fahne Nr.14,Köln 9.4.1975

28.05.1975:
In der Nr.21 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 21.5.1975, 4.6.1975) berichtet die KPD u.a. von SEL Stuttgart.
=Rote Fahne Nr.21,Köln 28.5.1975

04.06.1975:
In der Nr.22 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 28.5.1975, 11.6.1975) berichtet die KPD u.a. von der eigenen Zelle SEL Stuttgart (IGM-Bereich).
=Rote Fahne Nr.22,Köln 4.6.1975

22.10.1975:
Bei SEL Stuttgart streiken, laut AB, 1 000.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.74,München 16.11.1975

15.11.1975:
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.51 (vgl. Nov. 1975, 15.12.1975) heraus und berichtet u.a. vom Streik um das Weihnachtsgeld bei SEL Stuttgart, wo 1 000 der 5 000 Beschäftigten gegen eine zehnprozentige Kürzung streikten.
=Klassenkampf Nr.51,Frankfurt 15.11.1975

11.02.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.6 (vgl. 5.2.1976, 18.2.1976) heraus und berichtet über die Metalltarifrunde (MTR - IGM-Bereich) u.a. vom Streik bei SEL Stuttgart-Zuffenhausen.
=Rote Fahne Nr.6,Köln 11.2.1976

20.10.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.42 (vgl. 13.10.1976, 27.10.1976) heraus. Eingegangen wird auch auf die Psychologen bei SEL Stuttgart (IGM-Bereich).
=Rote Fahne Nr.42,Köln 20.10.1976

12.01.1977:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.2 (vgl. 5.1.1977, 19.1.1977) heraus, in der u.a. berichtet wird aus Stuttgart aus dem IGM-Bereich von SEL, wo die eigene Zelle 'Die Kabeltrommel' herausgibt.
=Rote Fahne Nr.48,Köln 1.12.1976

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