AStA der Universität Tübingen: 'Rote Notizen' - Forum der Basis- und Projektgruppen und AStA-Informationen (Sommersemester 1969)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 29.9.2015


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Die hier bisher leider nur unvollständig (wir bitten um Ergänzungen) dokumentierten 'Roten Notizen' des AStA der Universität Tübingen erschienen zunächst als aktuelle Ergänzung zu der Studentenzeitschrift 'Notizen' und schließlich als tägliche Streikzeitung. Die Basis- und Projektgruppen standen unter dominierendem Einfluß des SDS.

Im Wintersemester wurden die 'Roten Notizen' vermutlich nicht fortgeführt, da der SDS sich gespalten hatte, wobei die ML-Fraktion den 'Roten Pfeil' herausgab und die Restgruppe namens SDS die 'Kommunistische Studentenzeitung' (KSZ).

Wir danken dem Freiburger Archiv für soziale Bewegungen für die Überlassung der PDF-Ausgaben.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

21.04.1969:
An der Universität Tübingen erscheint vom AStA die Nr. 3 der 'Roten Notizen' (vgl. 29.4.1969) mit dem Leitartikel "Aufruf zur Solidarität mit dem Genossen Vowinckel beim Kampf gegen die Justiz" zum Luftschutzprozeß am 24.4.1969 wegen der Besetzung des Luftschutzbüros durch 124 Psychologiestudenten.

Weitere Artikel sind:
- "Analyse der LSHD-Besetzung und des Wilhelm-Reich-Instituts. Zusammenarbeit bei der Vorbereitung politischer Prozesse";
- "Anarchisten und Staatsschutz" zum Urteil im Prozess in Berlin gegen Gaston Salvatore und Rolf Schwiedrizik (vgl. 28.1.1969) bzw. zur Kommune 1 (KI);
- "Macht aus Germanisten gute Sozialisten!" von der Basisgruppe Germanistik, die auch ein Wochenendseminar für Studienanfänger am 26./27.4.1969 durchführt;
- "Die Revolte der technischen Intelligenz";
- "Dokumente. Wann wirft man Ihnen die Scheiben ein? (Dietmar Rühl in: Junge Wirtschaft, Zeitschrift für fortschrittliches Unternehmertum, 2. Febr. 1969)";
- "Grussadresse an den ersten Parteitag der Deutschen Kommunistischen Partei" (DKP) vom SDS-Bundesvorstand am 12.4.1969;
- "Erlernt den Beruf im Klassenkampf" zur Podiumsdiskussion am 23.4.1969; sowie
- "GOV. Tritt Raiser zurück?" zum studentischen Vertreter von der HTS.

Bekanntgegeben werden die Termine der Basisgruppen Jura, Naturwissenschaften (mit den drei Arbeitskreisen Hochschul-Politik, Militär-Forschung und Spätkapitalismus), Slavistik und Theologie (mit den beiden Arbeitskreisen Rotschuh sowie Militär und Kirche), des Faschismus-Seminars mit seinen vier Arbeitskreisen Gewerkschaften, Sozialisation in der Schule, Klassenjustiz und Hochschule, der Basisgruppe Germanistik, der Projektgruppe Antiautoritärer Kinderlanden und der Projektgruppe Mietwucher.

Aufgefordert wird: "Mitglieder der Basis- und Projektgruppen, macht die Roten Notizen zu Eurem Kampforgan!".

Angekündigt werden die Studentenparlamentswahlen (StPW) vom 12. bis 16.5.1969. Aufgerufen wird auch zu einer Veranstaltung im Amerikahaus am 25.4.1969.
Quelle: Rote Notizen Nr. 3, Tübingen 21.4.1969

29.04.1969:
An der Universität Tübingen erscheint die Nr. 4 der 'Roten Notizen' (vgl. 21.4.1969, 8.5.1969) mit dem Leitartikel "Für einen roten 1. Mai!". Aufgerufen wird: "Kommt zur 1. Mai-Kundgebung und Demonstration der revolutionären Arbeiter, Schüler und Studenten!" in Stuttgart um 10 Uhr an der Liederhalle. In Tübingen trifft man sich um 8 Uhr am Clubhaus. Aufgefordert wird: "Bringt euch Demonstrationskleidung mit!".

Berichtet wird:"
Neues von der Front der Reaktionäre:

SAU-Mitglied Ebel, ehem. HTS-Rädelsführer, Initiator der 9.- DM-Verweigerungskampagne gegen den AStA, hat in der GOV die Erweiterung der Relegationsfrist von 2 auf 5 Jahre beantragt…

Relegiert die Relegateure!"

Weitere Artikel sind:
- "Streiken allein genügt nicht, um die Ziele des Streiks zu erreichen! Philosophische Politik" von der Basisgruppe Philosophie;
- "Resolution der am 8.7.69 zur Zwischenprüfung versammelten Philosophiestudenten";
- "'Die Justiz ist eines der Mittel, deren sich die herrschende Klase in ihrem latenten Kampf gegen das Proletariat bedient' (E. Fraenkel 1927)" zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVG) zum Demonstrationsrecht;
- "Forschung und Ausbildung im Dienst der Unterdrückung" von der Basisgruppe Naturwissenschaften;
- "Schülerprojektgruppe. Bericht von der Arbeit Januar bis April 1969", die sich "bisher weitgehend im Verborgenen" abgespielt habe und sich zunächst auf Gymnasiasten beschränkte, aber nicht auf Tübingen, denn:"
Einige Beispiele zeigen, daß Schülergruppen in Provinzstädten die besten äußeren Voraussetzungen haben, zum Ausgangspunkt dieser Organisationsbewegung zu werden; von ihnen kann die Initiative zur Bildung von Lehrlings- und Jungarbeitergruppen ausgehen. Zudem bietet ein engmaschiges Netz von Schülergruppen die Möglichkeit zu überregionalen Aktionen, die den Nahmen von überregionalen SDS-Aktionen weit überschreiten.";
- "Dokumentation. Rede des Amtsmeisters Günther. Grundsätzliches zur Mitbestimmung der nicht akademischen Bediensteten an der Universität"; sowie
- "Nochmal GOV" zur erneuten Beteiligung der Assistenten an der Grundordnungsvertretung.

Bekanntgegeben werden die Termine der Basisgruppen Jura, Naturwissenschaften und Theologie sowie des Faschismus-Seminar, aber auch des Republikanischen Clubs (RC). Angekündigt werden die Studentenparlamentswahlen (StPW) vom 12. bis 16.5.1969.

Beigeklebt ist eine Sondernummer 1 unter der Schlagzeile "Analyse der traditionellen Hochschulgruppen (HSU und HTS)",
Q: Rote Notizen Nr. 4, Tübingen 29.4.1969

05.05.1969:
In Hamburg erscheint die Nr. 8 der 'Apo press' - Hamburger Informationsdienst (vgl. 21.4.1969, 19.5.1969). Herausgeber ist der SDS Hamburg. Berichtet wird über die SDS-Arbeitskonferenz in Frankfurt / Bereich Publikationen, wozu eine Aufstellung linker Infos erscheint, u.a.:
- Stuttgart: 'Rebell' über Wotan Brass Tübingen; und
- Tübingen: 'Rote Notizen' über Holger Klotzbach.
Q: Apopress Nr. 8, Hamburg 5.5.1969

08.05.1969:
An der Universität Tübingen erscheint die Nr. 5 der 'Roten Notizen' (vgl. 29.4.1969, 19.5.1969) mit dem Leitartikel "Urabstimmung gegen die GO" zur Grundordnungsvertretung (GOV), in der allein der HTS mitarbeitet, bzw. zum Landeshochschulgesetz (LHG - vgl. 21.3.1968), gegen die eine Urabstimmung organisiert werden soll. Angekündigt wird: "Der SDS wird ab morgen die notwendigen 1200 Unterschriften für die Urabstimmung sammeln. Stände: neue Aula, Neue Mensa, Clubhaus."

Weitere Artikel sind:
- "Der Schlag der Herrschenden gegen den AStA muß ein Schlag ins Wasser werden!!" zum Flugblatt des HTS, "Der ASTA ist jetzt überflüssig", wozu es heißt: "Der extra aus Hamburg angereiste Wanderprediger der SPD für demokratische Hochschulreform und 'fundierte Kenner der Hochschulrevolte' Jens Litten sekundierte dem HTS bei seinen Bemühungen um Absicherung der Staatsinteressen mit der Parole: '… ASTA und Studentenparlament sind überflüssig und sollten - unter der Voraussetzung wirksamer Mitbestimmung - schnellstens aufgelöst werden'." Angekündigt werden die Studentenparlamentswahlen (StPW) vom 12. bis 16.5.1969;
- "Basisgruppe Germanistik: Reformismus mit Faustschlägen" zu den Go-Ins in der Mittelhochdeutsch-Vorlesung von Prof. Mohr im Wintersemester. Die bisherige Perspektivlosigkeit der BG müsse überwunden werden: "Von der antiautoritären Hochschulpolitik zur antikapitalistischen Praxis". Eingeladen wird zum studentischen Seminar "Sozialisation und Schule";
- "Faschismus-Seminar oder Wie linke Politologen endlich praktisch werden und dabei aufhören, nur Politologen zu sein";
- "Basisgruppe Naturwissenschaften" mit einem Bericht über ihr Go-In gegen den Numerus Clausus (NC) im letzten Semester bei der Fakultätssitzung;
- "Zerschlagt den Numerus Clausus" in der Sektion Biologie wogegen in ganz Baden-Württemberg vorgegangen werden soll (vgl. 10.5.1969);
- "Streik der Ingenieur-Studenten";
- "Das Ordnungsrecht produziert mehr Kämpfer als es bekämpfen kann"; sowie
- "Dokumentation zum Ordnungsrecht".

Aufgerufen wird zum heutigen SDS teach-In sowie: "Soziologen! Laßt Euch von Tenbrucks Lakaien nicht länger verdummen! Organisiert Euch! Basisgruppe: Mo, 20 h, RC".

Bekanntgegeben werden die Termine der Basisgruppen Germanistik, Geschichte, Jura, Medizin, Naturwissenschaften, Politik, Psychologie, Slavistik, Theologie und Volkswirtschaft sowie des Faschismus-Seminars und der Schülerarbeit (vgl. 13.5.1969).
Q: Rote Notizen Nr. 5, Tübingen 8.5.1969

19.05.1969:
An der Universität Tübingen erscheint die Nr. 6 der 'Roten Notizen' (vgl. 8.5.1969, 28.5.1969) mit dem Leitartikel "Zum Wahlergebnis" zu den Studentenparlamentswahlen (StPW) vom 12. bis 16.5.1969 mit der seit Kriegsende niedrigsten Wahlbeteiligung.

Von den Listenstimmen erhielten die Basisgruppen 8 %, EFS 4,8 %, HSU 20 %, HTS 22,4 %, RCDS 18,7 %, SHB 11,1 % und der SDS 14,8 %. Durch die Zweitstimmen wurden gewählt 2 von den Basisgruppen, 1 von den EFS, 5 von der HSU, 6 vom HTS, 5 vom RCDS, 3 vom SHB und 4 vom SDS.

Weitere Artikel sind:
- "Bayerns Kultus-Huber stärkt die Wehrkraft!" zur Vorverlegung des Abiturtermins um eine Woche, so daß die Abiturienten dann am 1.7.1969 zur Bundeswehr eingezogen werden können;
- "Die Ware Filosofie" zum Numerus Clausus (NC) in der Philosophie;
- "Nicht durch Mehrheit zum revolutionären Kampf, sondern durch revolutionäre Taktik zur Mehrheit. Rosa" zur Vorlesung von Beyme bzw. zum Faschismus-Seminar und zur Fachschaft Politik;
- "Die Theologen proben den Aufstand" (vgl. 18.5.1969);
- "Gegen den Mietwucher!" zur Projektgruppe Mietwucher;
- "Schülerprojektgruppe II (Fortsetzung aus Heft 4)" mit den "Arbeitsmethoden, die in der Schülerprojektgruppe im letzten Vierteljahr erprobt wurden." Berichtet wird aus Böblingen, Heilbronn, Karlsruhe und aus Rottweil vom PAO. Man habe sich nicht auf Kontakte zu AUSS, USG und USSB-Gruppen beschränkt, sondern auch solche wie den PAO angesprochen; sowie
- "Roter Turm Karlsruhe" wo am 27.5.1969 das Urteil im Kündigungsprozeß gefällt wird.

Bekanntgegeben werden die Termine des Faschismus-Seminar sowie der Basisgruppen Anglistik, Germanistik, Geschichte, Jura, Math.-Nat., Medizin, Politik, Psychologie, Slavistik, Soziologie, Theologie und Volkswirtschaft.

Angekündigt wird die erste Sitzung des Studentenparlaments am 20.5.1969, auf der der AStA-Vorstand gewählt werden soll.
Q: Rote Notizen Nr. 6, Tübingen 19.5.1969

28.05.1969:
An der Universität Tübingen erscheint die Nr. 7 der 'Roten Notizen' (vgl. 19.5.1969, 11.6.1969) mit dem Leitartikel "Vietnam-Prozess II oder wie die BRD von der Ausbeutung der Dritten Welt profitiert" zur Berufungsverhandlung im Prozeß wegen der Vietnamdemonstration vom 8.2.1968 gegen Behnken, Winterhagen und Wolf, der am 29.5.1969 beginnt. Bekanntgegeben wird:"
Wir nehmen den 2. Vietnam-Prozess zum aktuellen Anlass, in konzentrierter Form über die Ausbeutung der Dritten Welt zu berichten und die internationale Strategie der Konterrevolution, an der die Bundesrepublik maßgeblich beteiligt ist, zu analysieren.

Die Basisgruppe Naturwissenschaften und der Arbeitskreis Dritte Welt haben eine Reihe von Analysen erarbeitet, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden." Aufgerufen wird zur Vietnamveranstaltung um 20 Uhr.

Weitere Artikel sind:
- "Forschung und Ausbildung im Dienst der Unterdrückung - II. Waffen für den Heiligen krieg: BV + C-Waffen" von der Projektgruppe Verwertung der Basisgruppe Naturwissenschaften, die ankündigt: "Umfangreiche Dokumentation über B+C-Waffen erscheint demnächst.";
- "Erklärung des AStA-Kollektivs" zum Hissen der roten Fahne auf dem Clubhaus während der Sitzung des Kleinen Senats bzw. zur AStA-Programmatik, der "Effektivierung der Basis-, Projekt- und Betriebsgruppenarbeit mit besseren Mitteln" aus dem AStA-Haushalt;
- "Raisers Pressekonferenz (Hände weg von der GO!)";
- "Linke Soziologie ist noch keine revolutionäre Praxis!" zur Agitation der Basisgruppe Soziologie im Seminar von Riegel, Assistent von Tenbruck, wozu es heißt: "Es genügt nicht, gegen Tenbruck zu sein - man muß die bürgerliche Soziologie überwinden!"; sowie
- "Prof. Göppinger droht mit Abbruch seiner Kriminologie-Vorlesung" von der Projektgruppe Kriminologie / Strafvollzug, deren Flugblätter auch in die Landes-JVA Rottenburg gelangten.

Bekanntgegeben werden die Termine des Faschismus-Seminar sowie der Basisgruppen Anglistik, Germanistik, Geschichte, Jura, Math.-Nat., Medizin, Politik, Psychologie, Slavistik, Soziologie, Sport, Theologie und Volkswirtschaft.

Angekündigt wird eine Veranstaltungsreihe zum Thema "Arbeitssituation der Studenten" (vgl. 28.5.1969, 2.7.1969). Geworben wird u.a. für das Paper der Schülerprojektgruppe Tübingen "Bildungs- Ökonomie, -Planung, -Politik" mit 60 Seiten für 2 DM.
Q: Rote Notizen Nr. 7, Tübingen 28.5.1969

11.06.1969:
An der Universität Tübingen erscheint die Nr. 8 der 'Roten Notizen' (vgl. 28.5.1969, 19.6.1969) mit dem Leitartikel "Ein Pogrom in Karlsruhe-Durlach" zum AAJ Roter Turm (vgl. 28.3.1969, 27.5.1969) von einem Arbeitskollektiv aus dem Faschismusseminar, das bekanntgibt "In einer Woche Basisarbeit in KA haben Tübinger genossen mehr über Faschismus und die Methoden seiner Bekämpfung gelernt, als in einem Semester Faschismus-Seminar." . Zur Besetzung des Jugendamts heißt es: "Der tübinger ASta beglückwünscht die Karlsruher Genossen zu ihrer revolutionär-entschlossenen Handlung". Angekündigt wird eine Veranstaltung dazu am 12.6.1969.

Weitere Artikel sind:
- "Hochschulgesamtplan: Industrialisierung der Uni" zum HGP;
- "Verkappter Numerus Clausus für alle Fakultäten" zum NC bzw. der nun benötigten Voranmeldung zur Immatrikulation;
- "Was Riegel von Tenbruck lernte: Soziologie-Seminar abgebrochen" mittels Brief vom 7.6.1969;
- "Kampf dem Mietwucher!" von der Projektgruppe Mietwucher; sowie
- "Zeugen gesucht" zum Prozeß wegen der Ereignisse vor der Ersatzdienststelle in der Herrenberger Straße 34 am 10.1.1969.

Bekanntgegeben werden die Termine des Faschismus-Seminar, der Projektgruppe Strafvollzug sowie der Basisgruppen Anglistik, Germanistik, Geschichte, Jura, Math.-Nat., Medizin, Pädagogik, Politik, Psychologie, Slavistik, Soziologie, Theologie und Volkswirtschaft. Die Projektgruppe Verwertung arbeitet mit den BG Naturwissenschaften in Marburg und Heidelberg zusammen. Aufgerufen wird zum heutigen Teach-In "Verwertung wissenschaftlicher Forschung" der BG Naturwissenschaften.
Q: Rote Notizen Nr. 8, Tübingen 11.6.1969

19.06.1969:
An der Universität Tübingen erscheint eine Sondernummer der 'Roten Notizen' (vgl. 11.6.1969, 23.6.1969) von Faschismus-Seminar und SDS zum Thema "Zum richtigen Gebrauch der Begriffe" bzw. der Bezeichnung der APO und des als 'faschistisch'.
Q: Rote Notizen Sondernummer Zum richtigen Gebrauch der Begriffe, Tübingen 19.6.1969

23.06.1969:
An der Universität Tübingen erscheint die Nr. 9 der 'Roten Notizen' (vgl. 19.6.1969, 26.6.1969) mit dem Titelbild "Streik gegen Zerschlagung des AStA gegen Disziplinierung der Studenten gegen HGP, Ordnungsrecht und GO und dem Leitartikel "Baden-Württemberg streikt. Resolution der Studentenschaften des Landes Baden-Württemberg zur Zerschlagung der Asten, zum Ordnungsrecht und zu den Maßnahmen des Kultusministeriums zur Durchsetzung des Hochschulgesamtplans. (verabschiedet auf einer Aktionskonferenz der Asten und Basisgruppen Baden-Württ.)", die unterzeichnet ist vom VDS, von den Basisgruppen sowie den ASten der Uni Tübingen, der PH Reutlingen, der TU Karlsruhe, der SIS Karlsruhe, der HfbK Stuttgart, der Uni Freiburg, der PH Heidelberg, der Uni Heidelberg, der SIS Ulm, der SIS Konstanz, der SIS Reutlingen, der PH Freiburg und der Uni Konstanz.

Weitere Artikel sind:
- "Kleinfamilie und Kindergärten = Treibhäuser autoritärer Charaktere" von der Projektgruppe antiautoritäre Vorschulerziehung, die am 26.6.1969 im Studentenparlament Mittel für eigene Räume beantragen wird;
- "Zur Unmöglichkeit 'linker' Colloquien und den Möglichkeiten linker Arbeits- und Schulungskollektive";
- "Schlagt die Faschisten wo ihr sie trefft!" zur Veranstaltung der Deutsch-Südafrikanischen Gesellschaft am 12.6.1969; sowie
- "Basisgruppe Slavistik: Bericht über die bisherige Arbeit", wobei auch die anderen bisher existierenden vier BG Slavistik in Frankfurt, Berlin, Bonn und Bochum erwähnt werden.

Bekanntgegeben werden die Termine Projektgruppen Schülerarbeit, Technologie und Soziales sowie der Basisgruppen Germanistik, Geschichte, Jura, Pädagogik, , Psychologie, und Sport.

Aufgerufen wird zur Vollversammlung aller Basis- und Projektgruppe am 23.6.1969, zur Streik-VV am 25.6.1969.
Q: Rote Notizen Nr. 9, Tübingen 23.6.1969

26.06.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 1 der 'Roten Notizen' (vgl. 26.6.1969, 27.6.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA) mit der "Streikresolution der Vollversammlung vom 25.6.69", die von ca. 4 500 Studenten mit wenigen Gegenstimmen verabschiedet worden sei, und den "Informationen der Streikzentrale Do. 26.6.".
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 1, Tübingen 26.6.1969

27.06.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 2 der 'Roten Notizen' (vgl. 26.6.1969, 30.6.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA) mit den Artikeln:
- "Aktiver Streik heißt (zum Beispiel): Kontrolliert das Studentenwerk!" u.a. zu den Studentenwohnheimen;
- "Konflikte" in Jura, wo kaum gestreikt wurde, auf der Fakultätssitzung Math-Nat., wo 60 Studenten, hauptsächlich Biologen, protestierten, und in der VWL, wo der Streikbeschluß auch in der Vorlesung von Pohmer durchgesetzt wurde;
- "Hahn dreht den Hahn zu. Neue Honnef-Kürzung" vom Deutschen Studentenwerk e.V. vom 9.6.1969;
- "Tenbruck: Vorreiter des Ordnungsrechts (…stolpert bald)";
- "An streikwillige Mütter und Väter" zur provisorischen Kita im Clubhaus;
- ein Bericht über den Streik in Biologie, Geographie, Geschichte, Mathematik, Medizin, Physik, Psychologie und Zahnmedizin; sowie
- "Informationen der Streikzentrale Fr. 27.6.".
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 2, Tübingen 27.6.1969

30.06.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 3 der 'Roten Notizen' (vgl. 27.6.1969, 1.7.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA) mit einem Hahn-Comic und den Artikeln:
- "Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen (Karl Marx, 1844)", der feststellt: "Die Jur. Fak. ist der wahre Streikbrecher";
- "Was wir tun müssen";
- "Das Neueste von der Studentenwerk-Front";
- "Resolution von über 100 Ausländern";
- "Verjagt Gernhuber!" in der Jura;
- eine Solidaritätsresolution vom Institut für Sonderpädagogik Reutlingen;
- "'Zusammenarbeit' oder: Die da glauben, dagegen zu sein" vom Bloch-Seminar;
- "Das wahre Gesicht der Professoren = Streikbrecher!";
- "Arbeitsbericht der Sozialpädagogen"; sowie
- "Informationen der Streikzentrale Mo. 30.6.", die erstmals Außentermine enthalten mit Diskussionen an den HGP Esslingen und Ludwigsburg, dem Schülerprojekt in Saulgau und dem Schulstreik in Nürtingen.

Aufgerufen wird zum Teach-In über das Kinderladen-Projekt um 10 Uhr und zum Teach-In zur Übernahme der neuen Aula um 20 Uhr, zum Teach-in mit Ulrike Marie Meinhof am 1.7.1969 sowie zu Politfilmen über die Münchner Polizeiaktionen und die SDS-Anti-Notstandsaktionen am 2.7.1969.
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 3, Tübingen 30.6.1969

01.07.1969:
An der Universität Tübingen erscheint die Streik-Zeitung Nr. 4 der 'Roten Notizen' (vgl. 30.6.1969, 2.7.1969) der Streikzentrale und des Politischen AStA (PAStA) mit den "Informationen der Streikzentrale". Außentermine gibt es um 14 Uhr bei den Politologen bei der Diskussion mit Landtagsabgeordneten in Reutlingen und um 17 Uhr von der Schülerprojektgruppe mit dem Teach-In im Gymnasium Geislingen.
Q: Rote Notizen Streik-Zeitung Nr. 4, Tübingen 1.7.1969

02.07.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 4 der 'Roten Notizen' (vgl. 1.7.1969, 3.7.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA).

Enthalten sind die Artikel:
- "Jur. Fak. geschlossen…";
- "Der Streik geht weiter…;
- "Beschlüsse von Vollversammlungen" der Anglisten und Slavisten und an der Math.-Nat. Fak.; sowie
- "Informationen der Streikzentrale Mi. 2.7.". Die Schülerprojektgruppe führt ein Seminar in Reutlingen durch, das Wohnheim Sonnenscheinhaus will massenhaft nach Rottenburg zum Bischofsbesuch fahren.
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 4, Tübingen 2.7.1969

03.07.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 5 der 'Roten Notizen' (vgl. 2.7.1969, 4.7.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA).

Enthalten sind die Artikel:
- "Streikresolution" von der zweiten VV mit etwa 4 000 Teilnehmern;
- "Kollektiven Widerstand gegen die Planung der Herrschenden!";
- "Resolution der VV der Germanisten vom 2.7.69";
- "Beschlüsse der VV der Kath.-theol. Fak. vom 2.7.69";
- "Divide et impera! Zur VW-Klausur bei Buchholz" in der VWL;
- "Resolution der Mediziner"; sowie
- "Informationen der Streikzentrale Do. 3.7.". Die Schülerprojektgruppe führt ein Seminar in Reutlingen durch.
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 5, Tübingen 3.7.1969

04.07.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 6 der 'Roten Notizen' (vgl. 3.7.1969, 7.7.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA).

Enthalten sind die Artikel:
- "Schließt die Klausuren!" mit dem Aufruf zum Teach-In zur VWL-Klausur um 12 Uhr;
- "Informationen der Streikzentrale Fr. 4.7.". Die Schülerprojektgruppe hat eine Vorbesprechung für die Agitation in Nürtingen;
- "Resolution der Mediziner";
- "Zionistische Propaganda - auch in Tübingen" zum Überfall auf die Veranstaltung der Matzpen in Frankfurt am 11.6.1969 und der heutigen Diskussion in Tübingen mit Jochanan Bloch, an der auch die Al-Fatah teilnehmen möchte; sowie
- "Tübingen feiert die Restaurierung des Rathauses. Wir feiern mit!" am 5. und 6.7.1969.
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 6, Tübingen 4.7.1969

07.07.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 7 der 'Roten Notizen' (vgl. 4.7.1969, 8.7.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA).

Enthalten sind die Artikel:
- "Lehrer = revolutionäre Berufspraxis?" zum Projektbereich Ausbildung / Schule, für angehende Lehrer, die sich um den Aufbau von Schülergruppen bemühen sollen;
- "Verjagt die Propagandisten des Nationalzionismus" zur Diskussion mit Jochanan Bloch, die nicht stattfand;
- "Beschluß der VV des IfLÜ vom 3.7.";
- "Laßt die Ehrenausschußknaben selber um die Rennbahn traben (Flugblatt der BG Sport)";
- "Uni-Besetzung in Amsterdam: Nervenzentrum gereizt" aus den Niederlanden; sowie;
- "Informationen der Streikzentrale".
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 7, Tübingen 7.7.1969

08.07.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 8 der 'Roten Notizen' (vgl. 7.7.1969, 9.7.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA).

Enthalten sind die Artikel:
- ein Aufruf zur Kundgebung "Vietnam siegt" mit Delegierten der Revolutionsregierung Südvietnam (PRR) am 12.7.1969 in Frankfurt und am 13.7.1969 in Berlin;
- "Gmelins Prügeljubiläum" zum Polizeieinsatz;
- "Die Schein-Universität ist eine hohle Form - sprengt sie auf und ihr findet Fäulnis!" von einem Assistenten am Psychologischen Seminar; sowie
- "Informationen der Streikzentrale", die auch aufrufen zu Prozessen "gegen Studentin, die Polizisten 8 Tage lang ausser Gefecht setzte" um 9 Uhr am Amtsgericht Tübingen und gegen Lehrlinge um 13 Uhr in Stuttgart-Bad Cannstatt.
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 8, Tübingen 8.7.1969

09.07.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 9 der 'Roten Notizen' (vgl. 8.7.1969, 10.7.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA).

Enthalten sind die Artikel:
- "Streiken allein genügt nicht, um die Ziele des Streiks zu erreichen!" von der Basisgruppe Philosophie;
- "Resolution der am 8.7.69 zur Zwischenprüfung versammelten Philosophiestudenten";
- "Psychologen - Statistokraten";
- "Arbeitsbericht der Projektgruppe Test"; sowie
- "Informationen der Streikzentrale".

Berichtet wird: "In Freiburg wurden alle Klausuren gesprengt!".

Aufgerufen wird zur Veranstaltung um 20 Uhr im Audimax mit Chaim Makiba (Matz Pen) zum Thema "Die sozialistische Opposition in Israel".
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 9, Tübingen 9.7.1969

10.07.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 10 der 'Roten Notizen' (vgl. 9.7.1969, 11.7.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA).

Enthalten sind die Artikel:
- "Psychologen - Statistokraten", fortgesetzt aus der Nr. 9;
- "Zeugen gesucht" zum Prozess wegen dem Protest gegen die Kundgebung der 70. Sturmdivision am 8.9.1968;
- "Informationen der Streikzentrale".
- "Ev. theol.: Gemeindeveranstaltung - exempl. Bericht" wobei außerhalb Tübingens 65 Leute zu der in der Lokalpresse angekündigten Veranstaltung zur Hochschulpolitik kamen, zu der aus Tübingen 7 Studenten anreisten. "Die Fortsetzung des Gesprächs mit den Studenten wurde von den Beteiligten ausnahmslos gefordert." Vorgeschlagen wird eine weitere Veranstaltung zur Dritten Welt.
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 10, Tübingen 10.7.1969

11.07.1969:
An der Universität Tübingen erscheint das Streik-Info Nr. 11 der 'Roten Notizen' (vgl. 10.7.1969) der Basisgruppen und des Politischen AStA (PAStA). Bekanntgegeben wird: "Der Streik geht unbefristet weiter! Die 'Streikzeitung' Nr. 12 erscheint nach den Sommerferien."

Enthalten sind die Artikel:
- "Wenn Raiser rot sieht, sieht er richtig" zum Kinderladen im Clubhaus;
- "Tenbrucks Notstand" zur Basisgruppe Soziologie bzw. der Einstellung des Lehrbetriebs am Soziologischen Seminar;
- "Die Denunziationen beginnen…" zur Biochemie-Klausur der Mediziner;
- "Aufhebung der Aufnahmebeschränkung bei den Psychologen ?!" zum NC;
- "Aufhebung des NC bei den Psychologen II";
- "Psychologen - Statistokraten ( Teil 3)";
- "Vietnam-Kundgebung: Die angekündigte Kundgebung findet nicht statt", da die PRR kurzfristig abgesagt hat;
- "Informationen der Streikzentrale"; sowie
- "Macht aus Buchholz -> Kleinholz" zur Volkswirtschaftsklausur der Juristen.
Q: Rote Notizen Streik-Info Nr. 11, Tübingen 11.7.1969

Letzte Änderung: 29.06.2016