Ulm: Flugblätter der Kommunistischen Studentengruppen (KSG)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 16.6.2016


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Von den Kommunistischen Studentengruppen (KSG) Ulm liegen uns die folgenden Flugblätter vor:

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

19.04.1977:
Von der OG Ulm der KSG erscheint das Flugblatt "Solidarität mit den Druckern von Ellwangen", das sich mit dem Druckerstreik aus dem Jahr 1976 beschäftigt, u. a. mit Streikbrechern, Aussetzung des Streiks, "Rädelsführerschaft", dem Tarifabschluss von 1976 und den Forderung nach der "35-Stunden-Woche" bei vollem Lohnausgleich und einem gesetzlichen Streikrecht.

Aufgerufen wird zu einem Forum über diese Fragen am 20.4. in der Uni Ulm.
Quelle: OG Ulm der KSG: Solidarität mit den Druckern von Ellwangen, Flugblatt, Ulm, 19. April 1977.

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07.11.1977:
Von der OG Ulm der KSG erscheint das Flugblatt "Kampf der politischen Entrechtung", das die "Terrorismusbekämpfung" nur als "Vorwand" bezeichnet und sich gegen eine "massive Entrechtung der Arbeiterklasse und breiter Teile der Zwischenschichten" wendet. Agitiert wird gegen das LHG und die SPD-Führung, gegen "Regelstudienzeit" und "Prüfungsverschärfungen", gegen das "Ordnungsrecht" und: "Kampf dem Abbau demokratischer Rechte und der Faschisierung des Staatsapparates." Aufgerufen wird zum "Bündnis mit der Arbeiterklasse und fortschrittlicher Intelligenz im Kampf gegen den Imperialismus!"

Aufgerufen wird noch dazu, am 8.11. zum Büchertisch der KSG in der Uni (Forum) zu kommen. Eine Demo gegen das LHG soll am 9.11.1977 in Stuttgart stattfinden.
Q: OG Ulm der KSG: Kampf der politischen Entrechtung, Flugblatt, Ulm, 7. November 1977.

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19.04.1978:
Von der OG Ulm der KSG erscheint das Flugblatt "Zum Studienabbruch gezwungen - aber was dann? ", das sich u. a. mit dem Studiengang Chemie, einem Studienabbruch wegen der Einführung "der 5-Semester-Regelstudienzeit" beschäftigt, dem Arbeitsmarkt, den Lohnforderungen der Arbeiter, Lohnerhöhungen, und dem Klassenkampf. Aufgerufen wird zum 1. Mai, "dem Kampftag der Arbeiterklasse gegen die Angriffe der Monopol." Forderungen sind: "35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!", "Allseitiges und vollständiges gesetzliche Streikrecht!" Diese Parolen würden sich "gegen die Rechtlosigkeit der Arbeiter" wenden. Geworben wird für die "Rote Fahne" des KABD.

Eine Veranstaltung der KSG soll am 20.4. stattfinden (Ort: Chaussee/Söflingen).
Q: OG Ulm der KSG: Zum Studienabbruch gezwungen -aber was dann?, Flugblatt, Ulm, 19. April 1978.

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16.10.1978:
Von der OG Ulm der KSG erscheint das Flugblatt "Anfängerinfo. Wofür studieren wir?", das sich mit der Studiensituation und den Perspektiven von Studenten nach ihrem Studium beschäftigt. Zu den Intellektuellen meint man: "Die Intellektuellen sind nur dann gefährlich, wenn sie sich nicht kaufen und bestechen lassen, sondern Stellung beziehen für die unterdrückte Klasse in diesen System… Der Hebel, an den Ursachen ansetzend etwas zu verändern, kann nur die Hauptkraft in der Produktion, die Arbeiterklasse sein."

Aufgerufen wird zum Büchertisch an der Uni. Geworben wird für die "Rote Fahne" des KABD.
Q: OG Ulm der KSG: Anfängerinfo. Wofür studieren wir?, Flugblatt, Ulm, 16. Oktober 1978.

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06.11.1978:
Von der OG Ulm der KSG herausgegeben, erscheint das Flugblatt "Bald wieder autofreie Sonntage?", das sich mit den Streiks "in der persischen Ölraffinerie in Abaden" und der "bundesdeutschen Ölversorgung" beschäftigt. Da der Iran zum "wichtigsten Erdöllieferanten der BRD aufgerückt" sei, wären durch eine Fortsetzung der Streiks die Folgen einer Ölkrise für die deutsche Industrie schlecht. Im Folgenden wird über die Lebensbedingungen der Arbeiter bei der Erdölförderung berichtet. Die Angst der Herrschenden sei es, dass die "zunehmende Politisierung des Aufstandes immer mehr an Bedeutung gewinnt".
Q: OG Ulm der KSG: Bald wieder autofreie Sonntage?, Flugblatt, Ulm, 6. November 1978.

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08.11.1978:
Von der OG Ulm der KSG erscheint das Flugblatt "Die Quellen sichern", das sich mit der Golfregion und den Ölquellen, deren "Sicherung" durch die Ölkonzerne, dem Erdölgeschäft, dem Iran und der politischen Lage in der erdölexportierenden Ländern am Golf beschäftigt. Dazu heißt es: "Die 'Quellen' für die Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Wohlstandes' der Industriebosse sind eben dieselben Quellen für Armut, Unterdrückung und faschistischer Terror gegenüber dem iranischen Volk." Angehängt ist der Auszug eines Artikels aus der "Roten Fahne" des KABD: "Imperialisten fürchten um Profit im Iran. Weg mit dem Schah-Regime."

Aufgerufen wird zur Veranstaltung "Zur Lage im Iran", am 8.11.1978 im Gasthaus Chaussee, Söflingen.
Q: OG Ulm der KSG: Die Quellen sichern, Flugblatt, Ulm, 8. November 1978.

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16.01.1979:
Von der OG Ulm der KSG erscheint das Flugblatt "Sind die deutschen Arbeiter fauler geworden?", das sich mit der "35-Stunden-Woche beschäftigt, der ökonomischen Situation in der Stahlindustrie, der Vernichtung der Arbeitsplätze durch Rationalisierung beschäftigt. Angehängt ist der Auszug eines Artikels aus der "Roten Fahne" des KABD über Streiks bei Thyssen, Edelstahlwerke Witten.

Aufgerufen wird zur Diskussion über die Tarifrunden, allgemein und die "vergangene Stahltarifrunde im Besonderen", am 17.1.1979 in der Wirtschaft "Stadt Heidenheim".
Q: OG Ulm der KSG: Sind die deutschen Arbeiter fauler geworden?, Flugblatt, Ulm, 16. Januar 1979.

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11.12.1979:
Von der OG Ulm der KSG erscheint das Flugblatt "Von Allah allein lässt sich nicht leben …", das sich mit dem "verrückten Fanatiker KHOMEINI" beschäftigt, die Botschaftsbesetzung, und ob sie "im Rahmen einer antiimperialistischen Politik der im Iran Herrschenden" stehen würde. Weiter sie sei sie als "Ablenkungsmanöver von inneriranischen Schwierigkeiten" zu bezeichnen. Angehängt ist der Auszug eines Artikels aus der "Roten Fahne": "Die USA wollen Iran wirtschaftlich strangulieren."

Eine Veranstaltung soll sich u. a. mit der Frage beschäftigen: "Wo stehen die Linken, haben sie es geschafft, in vereinigter Front sich für einen sozialistischen Iran einzusetzen?", am 11.12.1979 in der Sportgaststätte Neu-Ulm.
Q: OG Ulm der KSG: Von Allah allein lässt sich nicht leben …, Flugblatt, Ulm, 11. Dezember 1979.

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22.01.1980:
Von der OG Ulm der KSG erscheint das Flugblatt "Truppen der Sowjetunion überfallen Afghanistan: Einmarsch wurde seit Jahren vorbereitet!", das sich mit dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan beschäftigt. Erklärt wird u. a.: "der Hauptstoß des Sowjeteinmarsches richtet sich nicht gegen Amin, sondern gegen das kämpfende afghanische Volk, mit dem Amin nicht mehr fertig wurde und daher für die Sozialimperialisten wertlos wurde".

Einen Büchertisch der KSG soll es "heute" (22.1.) in der Uni geben.
Q: OG Ulm der KSG: Truppen der Sowjetunion überfallen Afghanistan: Einmarsch wurde seit Jahren vorbereitet!, Flugblatt, Ulm, 22. Januar 1980.

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28.01.1980:
Von der OG Ulm der KSG erscheint das Flugblatt "Was ist los bei AEG-Telefunken?", das sich mit der AEG beschäftigt, der Vernichtung von Arbeitsplätzen in der Elektroindustrie, der Gewerkschaftsführung, die die Schuld bei der Nichtdurchsetzung der Mitbestimmung sieht und den Ausweg für diese Lage in der "35-Stunden-Woche" und einem "Allseitigen und vollständigen gesetzlichen Streikrecht" sieht.

Eine Veranstaltung der KSG Ulm soll stattfinden am 29.1. im TSV-Heim Neu-Ulm. Thema: "Was ist los bei AEG-Telefunken?"
Q: OG Ulm der KSG: Was ist los bei AEG-Telefunken?, Flugblatt, Ulm, 28. Januar 1980.

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Letzte Änderung: 29.06.2016