Bargeldlose Lohnzahlung

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Die Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung erscheint in dieser, wie immer unvollständigen, Darstellung zunächst trotz bereits vorliegender negativer Erfahrungen (vgl. Apr. 1969, 12.10.1970) teilweise noch als Tariferfolg, mit dem die IG Bergbau sich rühmt (vgl. 3.11.1970), während die linken Betriebsgruppen sich nahezu ausnahmslos kritisch geben.

In Dortmund stellt die DKP zunächst auf der Zeche Fürst Hardenberg die Bevorzugung der Bezahlung per Bargeld durch die Beschäftigten dar, von Hoesch, wo es die bargeldlose Lohnzahlung offenbar bereits gibt (vgl. 23.8.1971), schildert die DKP dann doch wiederholt den Kostenfaktor, der sich in Form der Kontogebühren auftut (vgl. 6.9.1971, 19.1.1972, 13.7.1972), trotz offenbar anfänglich gegenteiliger Versprechungen der Banken und Geldinstitute (vgl. 19.7.1972), so dass nun vielfach die Übernahme der aus den Kontogebühren resultierenden finanziellen Mehrbelastung durch die Arbeitgeber gefordert wird.

Bei Siemens Berlin bzw. auch im dortigen Siemens Wernerwerk engagiert sich die KPD wiederholt gegen die Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung (vgl. 7.8.1973, Okt. 1973, Nov. 1973, 19.12.1973).

Ebenso hält es in München der Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD bei Arnold und Richter (Arri) (vgl. Okt. 1973, 8.4.1974), jenseits aller sonstigen Differenzen mit der Berliner KPD-Aufbauorganisation zumindest in dieser Frage einmal Einigkeit im Interesse der Lohnempfangenden bekundend.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

April 1969:
Bei DWM Berlin erscheint erstmals 'Der rote Weichensteller' (vgl. Juli 1969) mit dem Artikel "Schlangestehn macht Spass oder: Wie ich kämpfen muß, um meinen Lohn zu bekommen" zur bargeldlosen Lohnzahlung.
Quelle: Der rote Weichensteller Nr. 1, Berlin Apr. 1969, S. 8

Berlin_DWM008


12.10.1970:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Bosch Anfang dieser Woche die Nr. 3 des 'Roten Bosch-Zünders' (vgl. 2.10.1970, Dez. 1970) für Oktober heraus mit dem Artikel "Bargeldlose Lohnzahlung: was kostet uns das?".
Q: Roter Bosch-Zünder Nr. 3, Berlin Okt. 1970, S. 6

Berlin_Bosch039


03.11.1970:
Die IGBE (vgl. 15.12.1970) berichtet:"
RHEINISCHE BRAUNKOHLE: FÜR ALLE MITARBEITER NUR NOCH EIN TARIFVERTRAG
HÖHERE EINKOMMEN - MEHR KINDERGELD

Nach überaus langen und harten Verhandlungen einigten sich die Tarifpartner in der Rheinischen Braunkohle in ihrer abschließenden Sitzung ab 3.November 1970 über einen neuen Gehaltstarifvertrag sowohl als auch über einen neuen Manteltarifvertrag. Beide Verträge werden am 1.12.1970 in Kraft treten.

Ab 1. Januar 1971 wird das Gehalt bargeldlos an die Mitarbeiter zur Auszahlung gelangen."
Quelle: Einheit Nr.24,Bochum 15.12.1970,S.1 und 4

Januar 1971:
Die SBG Regensburg befaßt sich in der Nr.4 ihrer 'Arbeitersache' (vgl. Dez. 1970, Feb. 1971) aus dem IGM-Bereich u.a. mit der bargeldlosen Lohnauszahlung beim AEG Sachsenwerk und bei der MF Reinhausen.
Q: Arbeitersache Nr.4,Regensburg Jan. 1971,S.8

Regensburg_SBG 046


Januar 1971:
'Der Hammer' - Betriebszeitung der Roten DEMAG Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK erscheint wahrscheinlich im Januar für DEMAG in Duisburg u.a. mit dem Artikel: "Bargeldlose Zahlung: Vorteile für wen?".
Q: Der Hammer Nr.1,Duisburg 1971

Duisburg_Demag 005


27.01.1971:
Frühestens heute gibt die Rote Opel-Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK bei Opel Bochum die Nr.6 ihrer 'Zündkerze' (vgl. 17.12.1970, 9.2.1971) heraus. In einer Meldung wird festgestellt:"
GANZ SCHÖN KRANK

Für jeden im vergangenen Jahr nicht benutzten Krankenschein zahlt die BKK (Betriebskrankenkasse,d.Vf.) der Adam Opel AG 10 DM aus, d.h. 10 Mark für große Mengen eingesparter Arznei usw. Die Auszahlung dieser 10 DM handhabt die BKK aber nicht so, wie anderswo üblich, nämlich Auszahlung in bar. Nicht aber so die BKK. Sie kassiert den oder die Krankenscheine und wickelt die Rückzahlung über den Lohnweg ab (Konto), worüber bis zu 4 Wochen bis zur Erstattung vergehen."
Q: Zündkerze Nr.6,Bochum o.J. (1971)

22.04.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Gartenfeld der KPD/ML-ZB die Nr.5 ihres 'Roten Gartenfelders' (vgl. 2.4.1971, 14.5.1971) heraus Es wird u.a. auf die bargeldlose Lohnzahlung (wie es sie bereits bei Schering gibt) eingegangen.
Q: Der Rote Gartenfelder Nr.5,Berlin 22.4.1971,S.2f

Siemens_Hausgeraetewerk 038

Siemens_Hausgeraetewerk 039


14.05.1971:
Die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Gartenfeld der KPD/ML-ZB gibt die Nr.6 ihres 'Roten Gartenfelders' (vgl. 22.4.1971, 24.5.1971) heraus, die sich u.a. mit der bargeldlosen Lohnzahlung beschäftigt.
Q: Der Rote Gartenfelder Nr.6,Berlin 14.5.1971,S.10

Siemens_Hausgeraetewerk 056


30.06.1971:
Die DKP berichtet vermutlich von heute über die Zeche Minister Stein/Hardenberg Dortmund:"
UNPLANMÄSSIGE BETRIEBSVERSAMMLUNG IN DER ZW….. (Zentralwerkstatt,d.Vf.)

Berechtigte Empörung gab es bei der vorletzten Lohnabrechnung in der Z.W. Hardenberg. Einige Kollegen stellten fest, daß sie bis zu 250 DM weniger in ihrer Lohntüte hatten. Ein neues Abrechnungsverfahren, das die Direktion der Z.W. für die Belegschaft ausgearbeitet hatte, war der Grund einer unfreiwilligen Belegschaftsversammlung. Die Abrechnungsart ist so kompliziert, daß offensichtlich selbst die, die sich dieses System ausgedacht haben, nicht damit klar kommen. Sonst müßte ja der Lohn gestimmt haben. Bei dieser Arbeitsniederlegung marschierte die Belegschaft zum Betriebsratsbüro. Dort saß der im Anfang von der Belegschaft hoffnungsvoll erwartete PS-Direktor (Personal-Direktor,d.Vf.) Fricke. Aber wie enttäuscht sah sich die Belegschaft von diesem Kollegen! In der Diskussion um das neue Abrechnungssystem verhöhnte er die Kollegen, als er ihnen vorschlug, ihre 2 m langen und 20 cm breiten Abrechnungsscheine zu Hause nachzurechnen. Oder ob es sich um höhere Lohneinstufungen für benachteiligte Kollegen handelte, immer konnte man nur sein Bedauern hören. Viele Kollegen haben bereits Antrag auf eine höhere Lohneinstufung gestellt, z.B. Dreher, Schlosser und Schweißer. Diese qualifizierten Arbeiter würden draußen in der Metallindustrie auf jeden Fall mehr verdienen, auch würde ihre Zukunft besser gesichert sein.
Kollege Fricke scheint vergessen zu haben, wie es in einem Arbeiterhaushalt aussieht. Arbeiter haben kein dickes Bankkonto. Deshalb brauchen sie am Zahltag ihren vollen Lohn.
Erst durch den Protest der Belegschaft wurde erreicht, daß die Betriebsleitung sofort für alle Betroffenen Vorschußscheine ausschrieb, damit die Kollegen den ihnen zustehenden Lohn bekommen konnten."
Q: Kumpel-Post Die 'goldenen siebziger' Jahre für den Bergmann ??,Dortmund Aug. 1971,S.2

23.08.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 16.8.1971, 30.8.1971) heraus, in dem neben der These 41 des Düsseldorfer Parteitages der DKP (vgl. 25.11.1971) unter der Überschrift "Gemeinsam sind wir stärker! Unser Recht, über die Lohnrunde 1971 zu sprechen!" eine Leserzuschrift von der Westfalenhütte abgedruckt wird, in der es u.a. heißt:"
Gezielte Orientierungsdaten sind vom Vorstand der IG Metall noch nicht erstellt, zumindest aber noch nicht veröffentlicht worden. Wir wissen, daß hier bei uns im Lande NRW die Preise um 5,9% gegenüber dem Vorjahr angestiegen sind. Wir wissen, daß dieser Preisverfall von 5,9% durch Lohn- und Gehaltsforderungen aufgefangen werden muß.
Wir wissen, daß wir wenn wir rund 6% mehr auf unser Konto überwiesen haben wollen, 8% mehr verdienen müssen; denn 2% gehen durch Abgaben wie Steuer und Sozialversicherung wieder baden."
Q: Heisse Eisen Gemeinsam sind wir stärker!,Dortmund o.J. (1971)

06.09.1971:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund vermutlich in dieser Woche eine auf September datierte Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 30.8.1971, 20.9.1971) heraus. Berichtet wird auch von den Gebühren für das Lohnkonto.
Q: Heisse Eisen Realeinkommen sichern - durch gemeinsame Aktionen,Dortmund Sept. 1971

Oktober 1971:
Bei DWM Berlin erscheint 'Der rote Weichensteller' Nr. 19 (vgl. 9.9.1971, 5.10.1971) als Betriebszeitung der Betriebsgruppe DWM mit dem Artikel "Bericht eines Kollegen von der Varta" über die bargeldlose Lohnzahlung.
Q: Der rote Weichensteller Nr. 19, Berlin Okt. 1971, S. 5f

Berlin_DWM071

Berlin_DWM072


November 1971:
Die Nr.14 des 'Röhrenkieker' - Betriebszeitung der Roten Mannesmann-Betriebsgruppe der KPD/ML) erscheint vermutlich im November für Mannesmann in Duisburg (vgl. 11.10.1971, Sept. 1972). Ein Leserbrief erhebt Beschwerde über die bargeldlose Lohnzahlung.
Q: Der Röhrenkieker Nr. 14, Duisburg o. J. (1971), S. 7

Duisburg_Mannesmann092


19.01.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP frühestens heute nachmittag oder abend eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 15.1.1972, 7.2.1972) heraus. U.a. verbreitet die DKP auch einen Leserbrief:"
BLAUER BRIEF AN ALLE HOESCH-KUMPEL BEWEIST: HOESCH-BOSSE IN HARNISCH!

DAS GESCHÄFT MIT UNSEREM GELD!

Erst machten die Unternehmer unter Anwendung leichten Drucks die bargeldlose Lohnzahlung schmackhaft und setzten sie durch, jetzt sollen die Kollegen dafür bei den Banken bezahlen. Die Verflechtung der Großbanken und der Konzerne ermöglicht es den Herren immer, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Erst scheffeln sie Riesenbeträge, die durch die übermäßig langen Wartezeiten bei der Lohnauszahlung an Zinsen entstehen sowie durch eingesparte Personalkosten in den Lohnbüros. Jetzt möchten sie von unseren paar Kröten noch etwas mehr für sich abzwacken. So, liebe Kollegen, geht es nicht weiter. Wenn die Unternehmer nicht bereit sind, diese Kosten zu übernehmen, die sie in der Endkonsequenz heraufbeschworen haben, kann es für uns nur eine Schlußfolgerung geben:
Zurück zur alten Entlohnungsform.

Ein Kollege aus dem Stahlbau."
Q: Heisse Eisen Stellungnahme der DKP Dortmund,Dortmund Jan. 1972; DKP-Kreisvorstand Dortmund-Rudi Skott:Stellungnahme der DKP Dortmund zum Brief des Hoesch-Vorstandes an alle Belegschaftsmitglieder der Hoesch-Hüttenwerke in Dortmund,Dortmund o.J. (Jan. 1972)

Februar 1972:
Bei AEG Regensburg gibt die SBG die Nr.3 ihres 'Roten Sachsenwerkers' (vgl. Jan. 1972, März 1972) heraus, die sich u.a. mit der bargeldlosen Lohnzahlung bzw. den Kontogebühren befaßt.
Q: Roter Sachsenwerker Nr.3,Regensburg Feb. 1972,S.12

Regensburg_AEG_Sachsenwerk 032


14.02.1972:
In Regensburg gibt die Druck-Betriebsgruppe der SBG vermutlich in dieser Woche die Nr. 2 des 'Roten Widerdrucks' (vgl. 26.1.1972, März 1972) heraus. Zur bargeldlosen Lohnzahlung wird gefragt "Kontokosten aus unserer Tasche?".
Q: Roter Widerdruck Nr. 2, Regensburg Feb. 1972, S. 3 und 7

Regensburg_Druck017

Regensburg_Druck021


April 1972:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr. 3 seines 'Druckarbeiters' (vgl. März 1972, Juli 1972) heraus Artikel "Aus den Betrieben", wobei von Springer berichtet wird über die Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung bzw. die Kontogebühren.
Q: Der Druckarbeiter Nr. 3, Hamburg Apr. 1972, S. 12

Hamburg_Druck022


27.06.1972:
In Regensburg gibt die Betriebsgruppe AEG Sachsenwerk der SBG ihren 'Roten Sachsenwerker' Nr.7 (vgl. 10.6.1972, 25.7.1972) für falsch datiert als Nr.5 für April heraus, der aus dem eigenen Betrieb u.a. über die bargeldlose Lohnzahlung bzw. die Kontokosten berichtet.
Q: Roter Sachsenwerker Nr.7,Regensburg Juni 1972,S.1

Regensburg_AEG_Sachsenwerk 073


Juli 1972:
Die AG Weser Betriebsgruppe des KB Bremen gibt die Nr. 11 ihres 'Brenner' (vgl. Mai 1972, Sept. 1972) heraus mit dem Artikel "Beispielhafte Aktion im Kampf gegen Kontogebühren" zur bargeldlosen Lohnzahlung bei Schünemann.
Q: Der Brenner Nr. 11, Bremen Juli 1972, S. 3

Bremen_AGW048


03.07.1972:
Die Zelle Druckindustrie des KB Bremen gibt vermutlich Anfang dieser Woche ihre Zeitung 'Das Fundament' Nr. 4 (vgl. Apr. 1972, 30.10.1972) für Juli heraus mit dem Leitartikel "Schünemann: Für die Einheit der Belegschaft im Kampf gegen die Abwälzung der Kontogebühren auf den Rücken aller Kollegen".
Q: Das Fundament Nr. 4, Bremen Juli 1972, S. 1f

Bremen_KBW_Druckindustrie043

Bremen_KBW_Druckindustrie044


08.07.1972:
Bei Nordmende Bremen hat heute der KB Bremen (KBB) Redaktionsschluß für seine 'Antenne' Nr. 9 (vgl. Juli 1972, 17.9.1972) mit dem Artikel "Für die Einheit der Belegschaft im Kampf gegen die Abwälzung der Kontogebühren auf den Rücken aller Kollegen" zur bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Die Antenne Nr. 9, Bremen Juli 1972, S. 8f

Bremen_Nordmende086

Bremen_Nordmende087


13.07.1972:
Auf der Hoesch Westfalenhütte findet eine Vollversammlung der Vertrauensleute der IGM statt. In einem Bericht der DKP, den wir - unautorisiert - im Interesse unserer auswärtigen und ausländischen Leserschaft ins mehr oder minder Hochdeutsche übersetzt haben, heißt es:"
DIE ROTEN ZAHLEN DES DR. HARDERS

Aber was der Harders dann über die Geldtüten gesagt hat: 'Auch in Zukunft möchte ich die Geldtüten gefüllt wissen, Eure und meine!!' Ich dachte, mich trifft der Schlag. Und Josef Becker hat gar den 'Messias' gesehen. Bloß, ob der Harders überhaupt weiß, was in unseren Geldtüten drin ist?

Ich wüßte jedenfalls nicht, daß meine schon einmal voll war. Bloß eines weiß ich, daß die Arbeit mehr geworden ist, und meine Geldtüte auf dem Konto jetzt mit einer 'Kontoführungsgebühr' versehen werden soll. Aber das macht ja nur 20 Mark im Jahr. Für Herrn Dr. Friedrich Harders sicher nicht viel!"
Q: Heisse Eisen Nr.12,Dortmund Juli 1972,S.1 und 3f

19.07.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche, laut Herausgabeplan (vgl. 14.2.1972) heute, ihre 'Heisse Eisen' Nr.12 (vgl. 13.7.1972, 16.8.1972) auf Juli heraus. Einige Meldungen finden sich in der Rubrik:"
VERSCHIEDENES

Die Geldinstitute setzten jetzt endgültig zum Angriff auf unsere Pfennige an. Nachdem zur Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung die tollsten Versprechungen in punkto kostenlos gemacht wurden, wollen die Kassen jetzt, nachdem je Buchung bereits 50 Pfennig Gebühr erhoben werden, die Kontenführung mit 20 DM pro Jahr belasten. Es ist an der Zeit, daß die zur Kasse gebeten werden, die der Belegschaft die bargeldlose Lohnzahlung aufgezwungen haben."
Q: Heisse Eisen Nr.12,Dortmund Juli 1972

27.07.1972:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt einen vierseitigen 'Kommentar für die Kollegen der Metallindustrie' (vgl. 13.7.1972, 17.8.1972) heraus, der sich in "Zahlung der Kontogebühren durch die Kapitalisten" mit der Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung u.a. bei Klambt in Speyer und Teldix, BBC Stotz, International Harvester und dem Öffentlichen Dienst in Heidelberg befasst.
Q: Kommentar für die Kollegen der Metallindustrie,Heidelberg/Mannheim 27.7.1972

24.09.1972:
Laut IGBE (vgl. 15.12.1971, 15.5.1972) soll heute in Hannover ihr 10. Gewerkschaftskongreß (vgl. 30.9.1971) beginnen (vgl. 3.1.1972), der am 28.9.1972 abgeschlossen sein soll.

Die IGBE dokumentiert in ihrer 'Einheit' (vgl. 1.8.1972) u.a. folgende Anträge:"
86. Ortsgruppen Alt-Heide; Billmerich; Hemmerde; Lenningsen; Lünern; Mühlhausen; Nordbögge; Langendreer-Kaltehardt; Langendreer-Ost; Langendreer-Wilhelmshöhe; Langendreer; Chemische Betriebe Amalia; Elversberg; Kley; Lütgendortmund-Süd-Ost; Castrop Rauxel 12, 13, 14, 15; Dortmund-Kley; Lütgendortmund-Süd-Ost; Castrop-Rauxel.

Antrag:
Der 10.Gewerkschaftskongreß möge beschließen:

Der Hauptvorstand wird beauftragt, sich dafür einzusetzen, daß bei der bargeldlosen Lohn-, Gehalts- und Rentenzahlung den Kontoinhabern keine Kosten entstehen.

Begründung:
Bei der Einführung der bargeldlosen Lohn-, Gehalts- und Rentenzahlung sind von Arbeitgebern, Rententrägern und Geldinstituten gebührenfreie Abwicklung zugesichert worden."

125. Ortsgruppen Jungferntal; Kirchlinde-Süd; Marten-Hangeney; Eving-Ost; Eving-Nord-Ost; Eving-Fredenbaum; Obereving; Brechten; Lindenhorst; Eving-Nord, Dorstfeld-Oberndorf-West; Dorstfeld-Oberndorf-Süd; Dortmund-Süd-West; Versuchsgrube; Derne; Boy; Welheim; Johannestal; Bottrop-Ost; Eigen; Eschweiler-Wetterschacht; Alsdorf-Busch; Dürwiß; Eschweiler-Mitte; Herten 1; Röllinghausen; Eickel 1, 2 und 3; Horst 8/2; Buer 1/2 und 3; Horst 8/2; Buer 1/2; 1/8 und 9; 1/3 und 5; Buer 1/10; 1/4 und 6; Buer 1/7; Resse 3/1, 3/2-3; Atenbögge; Bergkamen-Mitte; Kamen; Wölfersheim; Hemmingstedt/Heide; Ebel/Welheimer Mark.

Antrag:
Der 10.Gewerkschaftskongreß möge beschließen:

Der Hauptvorstand wird beauftragt, sich dafür einzusetzen, daß die Kontengebühren für Lohn- und Gehaltsempfänger vom Unternehmen getragen werden.

Begründung:
Durch die bargeldlose Lohnzahlung haben die Arbeitgeber Kosten eingespart, so daß sie die Kosten der Kontoführung übernehmen sollten."
Q: Einheit Nr.24, 10, 15 und 19,Bochum 15.12.1971, 15.5.1972, 1.8.1972 bzw. 1.10.1972,S.1, S.3, S.4 und 6ff bzw. S.1ff

07.08.1973:
In Berlin gibt die KPD die Nr.5 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der Siemens Werkszelle Wernerwerk Gebäude 1 heraus. Eingegangen wird auch auf die geplante bargeldlose Lohnzahlung, die es bei SEL schon gibt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Siemens Wernerwerk Gebäude 1 Nr.5,Berlin 7.8.1973

Oktober 1973:
In München gibt die Betriebsgruppe Arnold und Richter (Arri) des AB (ex-ABG) ihre 'Rote Optik' Nr.25 (vgl. Sept. 1973, 19.11.1973) für Okt./Nov. vermutlich im Oktober heraus. Berichtet wird u.a. über die bargeldlose Lohnzahlung.
Q: Rote Optik Nr.25,München Okt./Nov. 1973,S.1 und 3

Muenchen_Arri 126

Muenchen_Arri 128


Oktober 1973:
In Berlin besuchen, nach eigenen Angaben, 35 eine Veranstaltung der Konzernzellenleitung (KZL) Siemens der KPD gegen die Einführung der bargeldlosen Lohnauszahlung.
Q: Rote Fahne Nr.50,Dortmund 12.12.1973

23.10.1973:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt einen 'Kommentar für die Kollegen von Salamander/Speyer' (vgl. 26.9.1973, 28.2.1974) heraus mit dem Artikel "Aus den Abteilungsversammlungen: Wie kriegen wir den Lohn bezahlt?" zur bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Kommentar für die Kollegen von Salamander/Speyer Jetzt eine Gewerkschaftsmitgliederversammlung fordern, Mannheim 23.10.1973, S. 3

Speyer_Salamander014


November 1973:
Die Zelle Siemens Wernerwerk der KPD führt vermutlich im November eine Veranstaltung gegen die Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung durch.
Q: Rote Fahne Nr.47,Dortmund 20.11.1973

19.12.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.51/52 (vgl. 12.12.1973, 3.1.1974) heraus. Von Siemens Berlin wird u.a. berichtet von der bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Rote Fahne Nr.51/52,Dortmund 19.12.1973

08.04.1974:
Bei Arnold und Richter (Arri) München gibt die Betriebsgruppe des AB ihre 'Rote Optik' Nr.31 (vgl. März 1974) vermutlich in dieser Woche heraus. Eingegangen wird u.a. auf die bargeldlose Lohnzahlung.
Q: Rote Optik Nr.31,München Apr. 1974,S.4

Muenchen_Arri 159


Letzte Änderungen: 2.5.2014

Valid HTML 4.01 Transitional   Valid CSS


[ Zum Seitenanfang ]   [ Zur nächsten Zwischenübersicht ]   [ Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO ]