Die Fluglotsenstreiks 1971 und 1973

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Materiallage

Hier werden vor allem zentrale Dokumente verschiedener sich als kommunistisch verstehender Organisationen vorgestellt, die vermutlich allesamt keine Fluglotsen in ihrer Mitgliedschaft haben. Vom Verband deutscher Flugleiter (VdF) wurden keine Dokumente ausgewertet.

Die Organisationen

Diese Darstellung stützt sich wesentlich auf Material der KPD/ML-ZB, der KPD/ML-ZK, später des KBW, der KPD und der KPD/ML.

Wichtige Themen und Ereignisse

Die ersten Dokumente widmen sich dem Fluglotsenstreik 1971, wobei die KPD/ML-ZB sich durchaus solidarisch gibt, auf die Einschränkung des Koalitionsrechts durch die SPD-Regierung hinweist (vgl. 22.4.1971, 25.4.1971, 29.4.1971), aber allein die Koalition der Flugleiter, der Verband der Flugleiter (VdF – vgl. 12.5.1971, 13.5.1971) nach KPD/ML-ZB-Geschmack zu sein scheint, die die SPD-Regierung wiederholt der Schuld an Verkehrstoten anklagt (vgl. 28.5.1971), nicht aber DAG und ÖTV (vgl. 6.5.1971). Die Bundesregierung zeigt sich offenbar innovativ und international kooperativ beim Streikbruch (vgl. 26.5.1971) und geht, nicht faul, mit Disziplinierungen gegen die Fluglotsen vor (vgl. 27.5.1971).

Die Position der DKP zu den Fluglotsen wird hier leider nicht dargestellt (vgl. 21.6.1972), die Freunde des späteren KBW in NRW rechnen die Fluglotsen zumindest offenbar der Arbeiterklasse zu (vgl. 20.4.1973).

Mit dem Fluglotsenstreik 1973 befassen sich sowohl die KPD/ML (vgl. 28.5.1973, 14.7.1973, 21.7.1973, 25.8.1973, 6.10.1973) und die SAG (vgl. Juli 1973), die auch 1976 noch einmal berichtet (vgl. 5.11.1976), als auch die KPD (vgl. 18.7.1973). Im KBW bietet sein diesbezüglicher Artikel Anlass für eine Auseinandersetzung über den Klassencharakter der Fluglotsen und die Berechtigung ihrer Forderungen (vgl. 11.7.1973), die schließlich vom KBW im Vergleich zu den Politikerdiäten als gegeben erachtet wird (vgl. 4.12.1973).

Auch die KPD/ML klassifiziert die Fluglotsen als Bündnispartner der Arbeiterklasse, zeiht gar die KPD des Trotzkismus, da sie dies wohl anders sieht (vgl. 16.3.1974).

Gerade die Einschätzung der Klassenzugehörigkeit der Fluglotsen stellt sich also für die verschiedenen Organisationen als schwierig zu beantwortende Frage dar. Hinzu kommt die Frage der Vergütung, ist diese doch bei den Fluglotsen schon vor ihren Streiks hoch im Vergleich mit anderen Gruppen abhängig Beschäftigter, so dass sich hier Widersprüche zeigen, wie aus Westberlin (vgl. 7.11.1973) dokumentiert.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

22.04.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet (vgl. 25.4.1971):"
STREIK DER FLUGLOTSEN

Der Streik der Fluglotsen, die seit dem 22.4. nur noch 'Dienst nach Vorschrift' machen, ist zu einer offenen Konfrontation der streikenden Beamten (mehr als 90 Prozent der Fluglotsen steht im Beamtenverhältnis) und der SPD-Regierung geworden.

Die Fluglotsen, deren Arbeit darin besteht, landende Flugzeuge auf ihren Standplatz und startende Maschinen hinaus zu dirigieren, haben eine Reihe von Forderungen gestellt:
eine Senkung der Altersgrenze (von 60 auf 50 Jahre), eine einmalige Abfindung beim Ausscheiden von 15 Monatsgehältern (ca. 50 000 DM, bisher 8 000 DM), eine Rentenbemessung von 20 Monaten pro Jahr als Dienstzeit. Außer diesen Forderungen zur Verbesserung ihrer sozialen Lage, fordern sie auch mehr technische und personelle Mittel für die Sicherung des Flugverkehrs und die Aufhebung einer Bestimmung aus dem Jahre 1962, die ihre Ausbildungszeit erheblich verkürzt. Die Fluglotsen sind dienstlich überfordert: es fehlen 30% Personal und eine ausreichende Ausbildung zur Ausübung ihrer sicherheitstechnischen Aufgaben.

Die SPD-Regierung will ihnen jedoch nur eine Senkung der Altersgrenze auf 55 Jahre und eine Abfindung von 12 000 DM zugestehen.

Um ihrem Streik Nachdruck zu verleihen, haben die Lotsen ihre Aktion auf den Zeitpunkt der Hannover Messe gelegt, an dem der Flugverkehr in der BRD am stärksten ist.

Die Flugzeuge können erst mit mehrstündiger Verspätung starten.

Mit übelsten Argumenten und Methoden versucht SPD-Verkehrsminister Leber den Streik zu brechen und die Streikenden zu Verbrechern abzustempeln. LEBER: 'Das sind keine gewerkschaftlichen Maßnahmen, sondern Methoden einer GANGSTERORGANISATION.'"
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.33,Bochum 1.5.1971,S.2

25.04.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vom Fluglotsenstreik (vgl. 22.4.1971, 29.4.1971):"
Nachdem die Bundesanstalt für Flugsicherung am 25.4. eine Urlaubssperre für alle 800 westdeutschen Lotsen verhängt hatte und drei leitende Funktionäre des Verbandes deutscher Flugleiter (VdF, die gewerkschaftliche Selbstschutzorganisation der Lotsen) vom Dienst suspendiert hatte, leitete Leber nun noch ein Disziplinarverfahren gegen die Betroffenen ein. Für die Dauer des Verfahrens erhalten die Funktionäre nur die Hälfte ihres Gehaltes.

Außerdem rief Leber alle Fluglotsen auf, sich nicht von den Funktionären des Verbandes zu 'rechts- und pflichtwidrigem Verhalten' verleiten zu lassen.

Für den Fall, daß die Streikenden ihre Aktion nicht abbrechen, drohte Leber mit dem Einsatz von Flugsicherungskräften der BUNDESWEHR. Leber: 'Die Bundesregierung wird sich nicht unter Druck setzen lassen.'

Der Führer des VdF, Kassebohm, erklärte sich daraufhin bereit, den Lotsen den Streikabbruch zu empfehlen, wenn die SPD-Regierung ernsthafte Schritte zu einem Kompromiß täte.

Die Bedeutung dieses Streiks einer im Vergleich zu anderen Angestellten im Flugverkehr relativ gut gestellten Gruppe liegt nicht so sehr in ihren Forderungen oder Kampfmethoden.

Wichtiger ist die brutale Antwort der SPD-Regierung auf diesen Streik: sie zeigt exemplarisch, mit welchen Methoden die SPD-Führer auf die nächsten Tarifforderungen im Allgemeinen und der Beamten im Besonderen losgehen will.

Lebers bodenlose Hetze ist eine Drohung an alle Werktätigen, die mit den Mitteln des Streiks ihre finanziellen und sozialen Forderungen gegen das Lohndiktat der SPD-Regierung durchsetzen wollen.

Darüberhinaus zeigt die Art der Konfrontation zwischen Fluglotsen und SPD-Regierung, daß auch privilegiertere Teile der werktätigen Massen in den Kampf gegen die wirtschaftlichen Maßnahmen der SPD-Regierung einbezogen werden.

Das ist ein deutliches Zeichen für die Tiefe der Krise, in der sich das westdeutsche Kapital und die SPD-Führung befinden."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.33,Bochum 1.5.1971,S.2f

29.04.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vom Fluglotsenstreik (vgl. 25.4.1971, 6.5.1971):"
Der Streik der Fluglotsen dauert immer noch an.

Die SPD-Regierung hat sich offiziell hinter Lebers Attacken auf die Streikenden gestellt (...). Regierungssprecher Ahlers erklärte am 29.4.: die SPD-Regierung habe 'einmütig' beschlossen, den 'Gesetzen Geltung zu verschaffen', weil der Streik der Fluglotsen ERHEBLICHE KOSTEN und UNBEQUEMLICHKEITEN verursacht habe."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.40,Bochum 26.5.1971,S.7

06.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vom Fluglotsenstreik (vgl. 29.4.1971, 12.5.1971):"
Am 6.5. hatten sich auch die DAG-Führer eingeschaltet. 6 - 700 Fluglotsen sind außer im Verband deutscher Flugleiter (VdF) auch in der DAG organisiert.

Heinz Grothegut, Leiter der DAG-Bundesgruppe 'Öffentlicher Dienst', beschreibt die Aufgabe, die ihm die SPD-Regierung aufgetragen hat, folgendermaßen:

Es müsse schnell ein Weg gefunden werden, wie 'weitere Radikalisierung vermieden werden kann'. Denn gerade unter den Fluglotsen sei der Anteil der jungen, politisch engagierten Mitarbeiter groß.

Bei ihm sehen die Maßnahmen gegen die weitere Radikalisierung der Fluglotsen so aus:
er spricht vom 'Extrasüppchen', daß sich die Fluglotsen kochen wollen und bezeichnet sie als 'zaristische Oberschicht'.

Auf diese Weise will er die anderen Berufsgruppen im Flugverkehr gegen die Fluglotsen aufbringen und sie in der Öffentlichkeit anschwärzen.

Ähnlich gehen die ÖTV-Führer vor.
ÖTV-Oberbonze Kluncker will den Fluglotsen zwar 'nicht in den Rücken fallen', aber gleichzeitig nennt er die Forderungen der Lotsen 'überspitzt' und wirft ihnen vor, sie würden ihren Streik 'auf Kosten anderer Gruppen in der Flugsicherung' austragen."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.40,Bochum 26.5.1971,S.7f

12.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vom Fluglotsenstreik (vgl. 6.5.1971, 13.5.1971):"
DIE FORDERUNGEN DER FLUGLOTSEN

In der FAZ vom 12.5. haben die Lotsen ihre Forderungen veröffentlicht:
1. fordern sie den Einsatz von mehr Personal. 'Die Lücke zwischen Personalbestand und Personalbedarf vergrößert sich ständig. Zur Zeit fehlen 30% des Personals.'
2. verlangen sie die Verbesserung der Ausbildung:
'Das Ausbildungssystem und die Durchführung der Ausbildung entsprechen nicht den Anforderungen des Berufes.'
3. sagen sie:
'Die technische Ausstattung für die Durchführung der Flugverkehrskontrolle ist unzureichend.'

Außerdem soll die SPD-Regierung durch eine Herabsetzung der Altersgrenze auf 50 Jahre und durch regelmäßigen bezahlten Kur- und Zusatzurlaub den großen Beanspruchung der Fluglotsen Rechnung tragen.

Die Sicherheit des Flugraums sei nur dann zu garantieren, wenn grundsätzliche Reformen auf dem Gebiet der zivilen Luftsicherung durchgeführt würden.

Konkret sieht die Überbelastung der Fluglotsen so aus: statt zwei oder drei Flugzeuge über Radar zur Landung einzuweisen, müssen die Fluglotsen gleichzeitig bis zu zehn Maschinen bei der Landung dirigieren.

Tun sie das nicht, verringert sich der Abstand der in der Luft auf das Landungssignal wartenden Flugzeuge bis zu einer gefährlichen Grenze.

Die Anweisungen, die sich die Fluglotsen im Kontrollraum geben, geschehen im Lärm des Flugverkehrs durch Zuruf. Zur telephonischen Verständigung ist nicht genug Zeit.

In leitende Positionen kommen im Flugsicherungsdienst nicht praxiserfahrene Kollegen, sondern Diplomingenieure, die aufgrund ihrer Ausbildung mit den konkreten Aufgaben wenig vertraut sind.

Der Mangel an technischer Ausrüstung tut das seine zur Verringerung der Sicherheit.

Im Jahr 1970 gab der VdF bereits eine Dokumentation heraus, in der auf diese Mißstände hingewiesen wurde.

Wichtige Punkte wurden von der Bundesregierung einfach ignoriert.

Das war der Anlaß des Streiks. Obwohl die Fluglotsen sich wiederholt bereit erklärt hatten, auch mit überhöhtem Einsatz weiterzuarbeiten, wenn die SPD-Regierung ernsthafte Schritte zur Verbesserung der der Situation in der Flugsicherung einleiten würde, antwortete die SPD-Regierung nur mit ... Erpressungsmanövern.

Im Verein mit den Gewerkschaftsbonzen kriminalisiert und verhetzt die SPD-Regierung diesen Streik, der sich objektiv gegen die vom Staat aus Profitgründen aufrechterhaltenen Mißstände im Flugverkehr richtet.

Wie jeder Kapitalisten verfährt der monopolkapitalistische Staat unter der SPD-Regierung: er verschärft die Arbeitshetze und spart Geld ein, wo immer er das kann.

Diese Politik der SPD-Regierung hat vor wenigen Monaten beim Eisenbahnunglück in Aitrang (vgl. 22.2.1971,d.Vf.) 29 Menschen das Leben gekostet. Obwohl seit zwanzig Jahren bekannt war, wie groß das Unfallrisiko auf einem Teilstück der Gleise war, unternahm die Bundesbahn nichts, die Strecke zu sichern (...)."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.40,Bochum 26.5.1971,S.8

13.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vom Fluglotsenstreik (vgl. 12.5.1971, 26.5.1971):"
Leber hat seine Hetze fortgesetzt. In der Bild-Zeitung vom 13.5. antwortete er auf die Frage, ob der Streik überhaupt zulässig sei:

'Nein. Die Fluglotsen sind überwiegend Beamte, die rechts- und pflichtwidrig handeln.

Es ist eine kleine Gruppe von Spezialisten, die ihre Macht demonstriert, um weitere persönliche Vorteile zu erreichen... Ich appelliere an die Fluglotsen, wieder normal zu arbeiten, dann können wir über Sachfragen miteinander reden.'

Wie die SPD-Regierung die Fluglotsen in die Knie zwingen will, hatte sie bereits vorher demonstriert:

Sie veranlaßte die Flughafen GmbH Hannover, die je zu einem Drittel dem Bund, den Ländern und Gemeinden gehört, dem Verband der Fluglotsen (VdF,d.Vf.) die Geschäftsräume fristlos zu kündigen. Die Telephone wurden auf der Stelle gesperrt."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.40,Bochum 26.5.1971,S.7

26.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vom Fluglotsenstreik (vgl. 13.5.1971, 27.5.1971) u.a. über heute:"
STREIK DER FLUGLOTSEN

Um den Streik der Fluglotsen zu brechen, will die SPD-Regierung FLUGLOTSEN AUS DEN USA holen und ALS STREIKBRECHER EINSETZEN. Wolfgang Schmidt, SPD-Bundestagsabgeordneter und Betriebsratsvorsitzender der Lufthansa (DLH,d.Vf.), war bereits in den USA, um die amerikanischen Fluglotsen zu besorgen. Wenn die US-Regierung zustimmt, können die Fluglotsen Anfang August kommen.

Damit greifen die SPD-Führer zu der bisher schärfsten Methode, um einen Streik zu brechen.

Trotz dieser Drohungen der SPD-Führer streiken die Fluglotsen weiter (...). Am Mittwoch, den 26.5. hatte die Bundesanstalt für Flugsicherung (BFS) drei weitere Fluglotsen vom Dienst suspendiert.

Der oberste Chef der Bundesanstalt, Leber, erklärte sich für diese Maßnahme voll verantwortlich. Den Fluglotsen wird vorgeworfen, 'sich an organisierten Maßnahmen zur Verzögerung des Luftverkehrs zu beteiligen' (Westfälische Rundschau (WR,d.Vf.) vom 27.5.)."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.42,Bochum 2.6.1971,S.4

27.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtete vom Fluglotsenstreik über die gestrigen Suspendierungen:"
Durch diese Maßnahmen verschärft Leber den Kampf gegen die Forderungen der Fluglotsen weiter: Am Donnerstag (27.5.) untersagte er allen sechs bisher suspendierten Fluglotsen die Teilnahme an einer Diskussionsveranstaltung, auf der Leber seine Position erläutern wollte. Als er diese Entscheidung vor den 200 versammelten Fluglotsen wiederholte, verließ der größte Teil der Anwesenden den Saal. Leber auf dieser Versammlung: solange die Kampfmaßnahmen andauerten, würden die Bundestagsausschüsse für Reformen im Flugverkehr nicht arbeiten. Da der Verband Deutscher Fluglotsen zu illegalen Maßnahmen aufgerufen habe, will Leber nicht mit ihm verhandeln.

Um die öffentliche Meinung noch stärker gegen die Fluglotsen aufzuhetzen, kündigte Leber für den Fall der Fortdauer des 'illegalen' Streiks an, daß die 'BRD notfalls ohne Flugverkehr leben müsse.'

Die Fluglotsen ließen sich jedoch auch von dieser Drohung des Ministers nicht einschüchtern: sie beschlossen, den Streik fortzusetzen, bis die SPD-Regierung sich zu Reformen bereit erklärt."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.42,Bochum 2.6.1971,S.4

28.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet von der DB:"
BUNDESBAHN-UNGLÜCK BEI RADEVORMWALD
...
Die Brutalität mit der Leber die für die Sicherheit des Flugverkehrs streikenden Fluglotsen bekämpft, beweist, wie 'ernst' der SPD-Regierung die Sicherheit des Verkehrswesens wirklich ist (...), wenn sie etwas kostet."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.42,Bochum 2.6.1971

21.06.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 17.5.1972, 19.7.1972) u.a. mit einem Artikel zu den Fluglotsen heraus.
Q: Heisse Eisen Die ESTEL-Bosse greifen an,Dortmund Juni 1972

20.04.1973:
Vermutlich erscheint Ende dieser Woche die 'Mai-Zeitung der Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop-Rauxel) Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei' (KFR), in der es u.a. heißt:"
KÄMPFE DER INTERNATIONALEN ARBEITERKLASSE

Auch in unseren europäischen Nachbarländern machte die Arbeiterbewegung stürmische Fortschritte. In vielen Ländern kam es zu breit entfalteten Arbeitskämpfen: Bergarbeiter (England), Fluglotsen (Frankreich), Metaller (Italien) und Tarifarbeiter (Niederlande), Metaller und Transportarbeiter (Dänemark)."
Q: Mai-Zeitung der Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop Rauxel) Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei,Dortmund/Castrop-Rauxel 1973

28.05.1973:
Die KPD/ML (vgl. 9.6.1973) berichtet vermutlich aus dieser Woche vom Fluglotsenstreik in München.
Quelle: Roter Morgen Nr. 22,Dortmund 9.6.1973, S. 3

RM_1973_22_03


28.05.1973:
Die KPD/ML (vgl. 9.6.1973) berichtet vermutlich aus dieser Woche vom Fluglotsenstreik in Hannover.
Q: Roter Morgen Nr. 22,Dortmund 9.6.1973

28.05.1973:
Die KPD/ML (vgl. 9.6.1973) berichtet vermutlich aus dieser Woche vom Fluglotsenstreik in Düsseldorf.
Q: Roter Morgen Nr. 22,Dortmund 9.6.1973

Juli 1973:
Vermutlich im Juli gibt die SAG ihren 'Klassenkampf' Nr.25/26 für Juli und August (vgl. Juni 1973, 12.9.1973) heraus. Aus Frankfurt wird u.a. berichtet von Fluglotsen.
Q: Klassenkampf Nr.25/26,Frankfurt Juli/Aug. 1973

11.07.1973:
Die Nr.1 der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ), des KBW, erscheint ab heute auf Juli datiert und berichtet vom Streik der Fluglotsen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim Juli 1973, S. 16

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11.07.1973:
Die Nr.1 der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ), des Zentralorgans des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW), erscheint ab heute. Eine Zusammenfassung der Kritiken aus den einzelnen Orten (vgl. auch dort) wird von einem Mitglied des Ständigen Ausschuß (StA) am 12.9.1973 für das ZK des KBW (vgl. auch dort) erstellt, in der es u.a. heißt:"
DIE KRITIK AN DER KVZ NR.1
...
Gleichzeitig wird bemängelt, daß eine Tendenz vorgeherrscht habe, bloß zu berichten (insbesondere am Fluglotsen-Artikel, aber auch am Steiner-Wienand- und am Watergate-Artikel). darüber würde die Propagierung der sozialistischen Alternative und die 'Anleitung in Fragen des kommunistischen Standpunktes und des Eingreifens und der Aufgabe von Kommunisten' vernachlässigt (Klöckner VZ Bremen).
...
Einhellig kritisiert wird der Artikel zum Fluglotsenstreik. Dahinter steckt in den meisten Fällen wohl eine falsche politische Beurteilung des Streiks als einer Aktion von Privilegierten, gegen die man Stellung nehmen müsse. Hildesheim kritisiert dagegen das Programm: Bezahlung aller beamteten Personen nach Facharbeiterlohn. An diesem Fall wird auch durchweg demonstriert, was die Genossen meinen, wenn sie ausführlichere Anleitung vom kommunistischen Standpunkt aus erwarten: Die Beleuchtung einer Erscheinung, über deren Bedeutung man sich nicht klar ist, vom wissenschaftlichen Sozialismus aus."

Dieser Text wird leicht abgewandelt auch im Rundbrief an die Ortsgruppen und befreundeten Organisationen vom 18.9.1973 verbreitet. Dort heißt es u.a.:"
4. Der Artikel zum Fluglotsenstreik
Hinter der Kritik an dessen Kürze steckt wohl in den meisten Fällen eine falsche politische Beurteilung des Streiks als einer Aktion von Privilegierten, gegen die man Stellung beziehen müsse. Die Ortsleitung Hildesheim stellt dagegen das Programm: 'Die Bezahlung aller beamteten Personen wird in einer Höhe festgesetzt, die den Durchschnittslohn eines Facharbeiters nicht übersteigt.' Daß der Streik der Fluglotsen sich u.a. gerade gegen ihre Zwangsverbeamtung richtet, die ihnen das Streikrecht geraubt hat, darüber wird nicht nachgedacht. Im Grunde ist diese Argumentation gegen den Streik keine andere als die der Bundesregierung selbst, deren Pläne auf eine umfassende Einschränkung des Koalitions- und Streikrechts im öffentlichen Dienst hinauslaufen."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim Juli 1973;
KBW-ZK-StA:Rundbrief an ZK-Mitglieder,Mannheim 12.9.1973,S.2;
KBW-ZK-StA:Rundbrief,Mannheim 18.9.1973,S.13ff.;
KBW-StA-1 Mitglied:Die Kritik an der KVZ Nr.1,o.O. 12.9.1973

11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 verkauft die Initiative zur Kommunistischen Gruppe Westberlin (IzKG/WB) des KBW mindestens 629 Exemplare. Formuliert wird folgende:"
Kritik an der ersten Nummer:
Im Artikel über den Fluglotsenstreik fehlt vollkommen die Seite ihrer Sonderstellung und ihrer Privilegien, weit über 2 000 Mark zu verdienen und dann noch über 500 Mark zu fordern."
Q: IzKG Westberlin:Statistik des Verkaufs der KVZ Nr.1 der Initiative zur KG/WB,Berlin o.J. (1973);
KBW-ZK-StA:Rundbrief an ZK-Mitglieder,Mannheim 12.9.1973,S.2;
KBW-ZK-StA:Rundbrief,Mannheim 18.9.1973,S.13

14.07.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.27 (vgl. 14.7.1973, 28.7.1973) heraus und berichtet u.a. von den Fluglotsen.
Q: Roter Morgen Nr.27,Dortmund 14.7.1973

18.07.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.29 (vgl. 11.7.1973, 25.7.1973) heraus. Aus Berlin wird u.a. berichtet von den Fluglotsen, die außer in der ÖTV auch im DBB organisiert sind.
Q: Rote Fahne Nr.29,Dortmund 18.7.1973

21.07.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.28 (vgl. 21.7.1973, 28.7.1973) heraus. Eingegangen wird auch auf die Fluglotsen in Frankfurt.
Q: Roter Morgen Nr.28,Dortmund 21.7.1973

25.08.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.33 (vgl. 18.8.1973, 1.9.1973) heraus, in dem sie u.a. berichtet über die Fluglotsen.
Q: Roter Morgen Nr.33,Dortmund 25.8.1973

Oktober 1973:
Der KB gibt die Nr.5 seines 'Metaller' für die Kieler Metallkollegen (vgl. 30.7.1973, 27.11.1973) heraus. Berichtet wird auch über "Rechte Salven gegen Fluglotsen".
Q: Metaller Nr.5,Kiel Okt. 1973,S.9f

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06.10.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.39 (vgl. 29.9.1973, 13.10.1973) heraus. Berichtet wird u.a. über die Fluglotsen.
Q: Roter Morgen Nr.39,Dortmund 6.10.1973

17.10.1973:
Die Roten Zellen Kiel (RZK) geben die Nr.5 (vgl. 29.6.1973, 16.1.1974) ihrer 'Kommunistischen Studentenzeitung' heraus. Man äußert sich auch zu den Fluglotsenstreiks.
Q: Kommunistische Studentenzeitung Nr.5,Kiel 17.10.1973,S.15

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04.12.1973:
Für den KBW berichtet über Schleswig-Holstein H.N. aus Rendsburg:"
50 PROZENT DIÄTENERHÖHUNG - LANDTAG BESCHLIESST: 800 DM PRO MONAT MEHR FÜR ABGEORDNETE
...
- Die gleichen Parteien, die gegen die Höhe der Fluglotsenforderungen und sogar gegen die 15%-ÖTV-Forderungen hetzten, genehmigen sich selbst Steigerungen bis zu 50%.

Diese scheinbaren Gegensätze sollen jedoch keinen wundern, denn die Landtagsparteien sind politische Vertreter der bürgerlichen Klasse."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim 9.1.1974,S.9

16.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.11 (vgl. 9.3.1974, 23.3.1974) heraus. Im Artikel "Die Linie der Gruppe Rote Fahne - Eine Mixtur aus Revisionismus und Trotzkismus" erklären die Verfasser u.a.:"
Trotzkistisch ist die von der GRF betriebene Diffamierung der Kämpfe von Bündnispartnern des Proletariats - wie z.B. der Bauern und der Fluglotsen."
Q: Roter Morgen Nr.11,Dortmund 16.3.1974

05.11.1976:
Die SAG gibt die Nr.12 ihrer 'Sozialistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 20.10.1976, 17.11.1976) heraus und berichtet von den Fluglotsen in Bremen und München.
Q: Sozialistische Arbeiter Zeitung Nr.12,Frankfurt 5.11.1976

Letzte Änderungen: 9.10.2011

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