KBW: 1. Ordentliche Delegiertenkonferenz der Ortsgruppe Frankfurt des KBW. Rechenschaftsbericht der Ortsleitung (Oktober 1973 bis März 1974)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 7.11.2016


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Mit dem hier vorgestellten Rechenschaftsbericht wurde die Ortsgruppe Frankfurt des KBW ausgerichtet für die damals gerade beginnenden Auseinandersetzungen um die Fahrpreiserhöhungen des Frankfurter Verkehrsverbundes (FVV), in deren Verlauf sich der KBW in krasser Überschätzung seines Einflusses am Sturz des von Rudi Arndt geführten Magistrats versuchen sollte.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Mai 1974:
Die Ortsleitung Frankfurt des KBW verfasst die Vorbemerkung für die Broschüre "1. Ordentliche Delegiertenkonferenz der Ortsgruppe Frankfurt des KBW. Rechenschaftsbericht der Ortsleitung (Oktober 1973 bis März 1974)" zur DK vom 30./31.3. und 6.4.1974, auf der neben nicht stimmberechtigten Vertretern von Zellen, die nur oder mehrheitlich aus Kandidaten bestehen, auch 12 Delegierte der Zellen stimmberechtigt waren, die den Rechenschaftsbericht in einer ersten Abstimmung mit 7 : 5 Stimmen ablehnten, ihn aber nach einer erneuten Debatte einstimmig annahmen, ebenso wie sie mehrheitlich Zusatzanträgen der Zelle in der GUV und der Druck-Zelle zustimmten, aber die Anträge aus der Adler-Zelle und der Degussa-Zelle ablehnten.

Der Rechenschaftsbericht gliedert sich in die Abschnitte:
- "Die Aufgaben der westdeutschen Kommunisten sind im Programm des KBW grundlegend richtig bestimmt worden. Sie sind in den taktischen Resolutionen durch eine großteils korrekte Einschätzung der Lage ergänzt worden. Sie sind durch die Berichte, Stellungnahmen und Beschlüsse des ZK weiter präzisiert worden";
- - "Die Aufgaben der westdeutschen Kommunisten stellen sich den Kommunisten in Frankfurt besonders umfassend, scharf und aktuell";
- - "Das Eingreifen der Ortsgruppe in die Kämpfe der Arbeiter und übrigen Lohnabhängigen";
- - - "Der Adler-Streik", der das erste Eingreifen der alten KG in einen wirtschaftlichen Kampf gewesen sei;
- - - "Die Welle der 'wilden' Streiks im Sommer" für Teuerungszulagen (TZL);
- - - "Der Tarifkampf im öffentlichen Dienst im Februar", wo an die 40 KBW-Genossen arbeiten, u.a. in der Zelle Stadtverwaltung, mit einem Zusatzantrag zum Flugblatt vom 22.1.1974 zur ÖDTR und einem Zusatzantrag "Die Betriebliche Agitation";
- - - "Zusammenfassung";
- "Das Eingreifen der Ortsgruppe in die Kämpfe des Volkes";
- - "Diese Kämpfe können nur auf der Linie des Kampfs um die proletarische Demokratie zusammengefasst und mit Erfolg geführt werden" mit einem Zusatzantrag zur Stadtteilarbeit, in dem auch auf die Nordend-Bornheim-Zelle eingegangen wird;
- - "Unsere Stellung zum 'Frankfurter Häuserkampf'";
- - "Eine entschiedene Vorwärtsbewegung kann nur eintreten, wenn die Kommunisten entschlossen die Initiative ergreifen und die Führung übernehmen";
- - "Unsere Möglichkeiten, in die Initiative zu kommen, sind günstig!" u.a. zu den Fahrpreiserhöhungen des FVV und der Stadtautobahn durch Nordend und Bornheim mit dem Zusatzantrag "Den Opportunismus in der antiimperialistischen Arbeit schlagen, die Solidarität verstärken, das Niveau der antiimperialistischen Bewegung in Frankfurt heben". Festgehalten wird, man müsse angesichts der Entschlossen von Rudi Arndt "tiefe Tunnel graben und Getreidevorräte anlegen" bzw. "müssen die vorhandene Kader 'das Waffenhandwerk erlernen'";
- - "Zusammenfassung"
- "'Das Waffenhandwerk erlernen!'" zum Kampf - Kritik - Selbstkritik-Prozeß;
- - "Eine kühne Umorganisierung vornehmen, die persönliche Verantwortlichkeit stärken, und so an die Kaderfrage herangehen" mit einem Zusatzantrag zur 'KVZ';
- - "Die Schulungsbewegung voranbringen" mit dem Zusatzantrag "Die Massenorganisationen stärken und aus ihnen ein großes Reservoir revolutionärer Kader machen"; sowie
- - "Einen kommunistischen Arbeitsstil entwickeln, die Arbeit in Frankfurt als Teil eines einheitlich geleiteten Kampfverbandes anpacken".

Enthalten ist auch der "Bericht über die organisatorische Entwicklung der Ortsgruppe Frankfurt" mit den Abschnitten:
- "1. Die Mitglieder", die sich von 29 auf nun 80 Mitglieder und Kandidaten vermehrt haben;
- "2. Die Zellen", die sich von 8, darunter 5 Betriebszellen, auf 18 vermehrten, darunter 9 Betriebszellen für Siemens Schaltwerk, VDM, Hartmann & Braun, Samson, Degussa und die Stadtverwaltung, sowie zwei Zellen an der Uniklinik, die Branchenzelle Druckindustrie, die 5 Stadteilzellen für Nordend / Bornheim, Bockenheim, Heddernheim / Nordweststadt, Fechenheim und Höchst, die Jugendzelle sowie die Zellen in GUV, KSB und KSG. Aufgelöst wurden de Buchladenzelle, die Adlerzelle und die Aufbauzelle Cassella;
- "3. Die soziale Zusammensetzung", die sich von 5 Arbeitern und Angestellten auf 32 bzw. von über 17 % auf 40 % verbesserte;
- "4. Die Massenorganisationen", mit dem KSB mit ca. 220 Mitgliedern, der KSG mit etwas über 30 und der im Februar gegründeten GUV mit etwa 70 Mitgliedern und Kandidaten, so dass man insgesamt ca. 400 Kommunisten organisiere; sowie
- "5. Der KVZ-Verkauf", der von 1 700 auf 2 500 Stück gesteigert wurde.
Quelle: KBW: 1. Ordentliche Delegiertenkonferenz der Ortsgruppe Frankfurt des KBW. Rechenschaftsbericht der Ortsleitung (Oktober 1973 bis März 1974), Frankfurt Mai 1974

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Letzte Änderung: 07.11.2016