Frankfurt: Adler-Werke

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 1.11.2012

Bei den Adler-Werken waren zahlreiche verschiedene Fraktionen der Frankfurter Linken aktiv, wobei betriebliche Publikationen hier vorerst (wir bitten um Ergänzungen) nur von der KPD/ML-ZK um Ernst Aust dokumentiert werden können.

Einleitend für diese, wie immer unvollständige, Darstellung berichtet wiederholt die DKP (vgl. 26.2.1970, 19.3.1970, 26.3.1970, 4.4.1970), auch vom spontanen Streik (vgl. 13.5.1970, 1.7.1970).

Spätestens ab Mai 1970 sind dann auch sowohl die KPD/ML-ZK (vgl. 13.5.1970, Juni 1970, 30.6.1970) als auch die trotzkistische Sozialistische Arbeitergruppe (SAG - vgl. 1.5.1970) bei Adler vertreten.

Die Rede eines Vertrauensmanns auf der Betriebsversammlung (vgl. 16.7.1970) führt zu dessen Entlassung (vgl. 20.7.1970), wogegen die KPD/ML-ZK agitiert (vgl. 17.8.1970, 24.8.1970, 27.8.1970), dabei die Forderung nach einer Betriebsversammlung erhebend, was auch auf Italienisch und Spanisch geschieht (vgl. 31.8.1970, 7.9.1970), wobei diese Forderung vermutlich nicht durchgesetzt werden konnte.

In der Metalltarifrunde (MTR) 1970 kommt es zum Warnstreik, dessen genaues Datum zumindest in der linken Presse umstritten blieb (vgl. 16.10.1970, 18.10.1970, 19.10.1970).

Aufgrund der nächsten Betriebsversammlung, auf der die KPD/ML-ZK-Genossin Käthe eine Rede hält, die die KPD/ML-ZK in ihren nun erscheinenden Betriebszeitung 'Roter Metaller' (vgl. Dez. 1970) dokumentiert, kommt es dann auch zur Entlassung gegen diese, aber auch gegen einen spanischen Vertrauensmann (vgl. Feb. 1971) und wenig später folgen dann offenbar gar Massenentlassungen (vgl. 21.6.1971, Juli 1971), aber auch weitere politische Kündigungen (vgl. 27.9.1971).

Während die KPD/ML-ZK Ende 1971 zerfällt, gesellen sich nun zu DKP und SAG (vgl. 10.1.1972, Apr. 1972, Sept. 1972) zumindest sporadisch auch die RJ/ML des KAB/ML (vgl. 2.1.1972) und im Jahr darauf auch die Kommunistische Gruppe Frankfurt/Offenbach die sich bald darauf dem KBW anschließt (vgl. Mai 1973, 11.7.1973, 26.9.1973, 10.10.1973, 13.10.1973, 24.10.1973, 7.11.1973, 22.11.1973, 5.12.1973, 19.12.1973), aber auch der Revolutionäre Kampf (RK), der auch vom wilden Streik für eine Teuerungszulage (TZL - vgl. 8.6.1973, 15.6.1973, 28.6.1973) berichtet sowie die KPD, die von Anfang an über eine Betriebszelle bei Adler verfügt, obwohl sie von dort vorher nicht berichtete (vgl. 6.10.1973, 2.11.1973).

In der Metalltarifrunde 1973/74 kommt es erneut zum Warnstreik (vgl. 25.2.1974), während der Fahrpreiskämpfe wird durch die KPD auch bei Adler ein Komitee aufgebaut (vgl. 5.6.1974, 11.6.1974), ein ehemaliger Beschäftigter von Adler kandidiert dann auch für die KPD zu den Landtagswahlen (vgl. 17.7.1974), auch eine Betriebszeitung wird von der KPD veröffentlicht (vgl. Dez. 1974).

Im Jahr 1977 hat der KBW offenbar seine Adler-Zelle bereits wieder verloren (vgl. Jan. 1977), während die SAG immer noch dort aktiv zu sein scheint 8vgl. 14.12.1977).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

26.02.1970:
Die DKP bringt die Nr. 9 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 19.2.1970, 5.3.1970) und berichtet auch von Adler Frankfurt.
Quelle: Unsere Zeit Nr. 9, Essen 26.2.1970

19.03.1970:
Die DKP bringt die Nr. 12 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 12.3.1970, 26.3.1970) und berichtet auch von Adler Frankfurt.
Q: Unsere Zeit Nr. 12, Essen 19.3.1970

26.03.1970:
Die DKP bringt die Nr. 13 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 19.3.1970, 4.4.1970) und berichtet auch von Adler Frankfurt.
Q: Unsere Zeit Nr. 13, Essen 26.3.1970

04.04.1970:
Die DKP gibt die Nr. 14 ihrer 'Unsere Zeit - Regionalausgabe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland' heraus und berichtet auch über den 'Impuls' in Frankfurt-Gallus, der jüngst erschien und sich mit Adler befaßte.
Q: Unsere Zeit - Regionalausgabe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, Essen 4.4.1970

01.05.1970:
In Frankfurt verfaßt, laut SAG, eine Gruppe, aus der später die SAG mit hervorgehen, zum 1.Mai ein Papier "Perspektiven einer sozialistischen Arbeiterpolitik" Darin wird u.a. ausgeführt, daß man im letzten Jahr mit der Agitation und dem Betriebsgruppenaufbau bei Adler (3 Personen), wo auch die DKP tätig ist, begonnen habe.
Q: SAG: Schulungstexte Nr. 1, Frankfurt Feb. 1974

13.05.1970:
Bei Adler Frankfurt streiken, laut KPD/ML-ZK, viele Kollegen kurz und erzwingen damit eine pünktliche Lohnzahlung. Die KPD/ML-ZK veröffentlicht dazu in den folgenden Tagen das Flugblatt "Der Kampfgeist der Belegschaft der Adlerwerke stärkt sich", welches zur Organisierung in KPD/ML und Roter Garde aufruft.

Laut RFO wird Mitte Mai für eine Lohnauszahlung vor Pfingsten (17.5.1970) gestreikt. Laut DKP dauert der Streik einen Tag. Die eigene Betriebsgruppe habe dazu ein Flugblatt herausgebracht.
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 21, Düsseldorf 23.5.1970; Rote Fahne - Röchling Nr. 5, Völklingen 29.5.1970;KPD/ML-ZK OG Frankfurt: Der Kampfgeist der Belegschaft der Adlerwerke stärkt sich, Frankfurt o. J. (Mai 1970)

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Juni 1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler eventuell im Juni das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Lothar Wolfstetter heraus: "
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!

SEIT DER LITTONKONZERN DIE ADLERWERKE GESCHLUCKT HAT, WIRD ES MIT JEDEM TAG SCHLIMMER!

An den Fertigungsmaschinen können wir nicht mehr rechts und links gucken, wollen wir auf unser Geld kommen. In der Galvanik ist die Luft verpestet. Der Stumpfsinn in der Vormontage wird durch den Akkorddruck noch schlimmer. An den Taktbändern sind wir festgenagelt. Wer im Lager schafft, ist auf dem Abstellgleis.

Die Bosse beuten die Jugendlichen und Frauen besonders aus. Sie lassen die Frauen für weniger Geld dasselbe schaffen wie Männer. Sie stellen Jugendliche als Hilfsarbeiter für einen Hungerlohn ein. Sie zwingen uns in allen Abteilungen ein mörderisches Tempo auf. Hauptsache, es kommen Maschinen raus.

Wir spüren die Folgen am eigenen Leib: unsere Nerven gehen immer mehr kaputt. Im Betrieb schreien wir uns an. Die Familie hat nichts mehr von uns. Wir werden 'managerkrank': Herzbeschwerden, Magenentzündungen, Hautausschlag. Wer heute beim Kleyer schafft, der wird nicht alt.

Der Besitzer des Litton-Konzerns heißt Thornton. Er ist ein enger Freund von Nixon. Beide sind Vertreter des US-Imperialismus.

Bereits vor 70 Jahren haben die Imperialistengruppen die Welt in ihre Reiche aufgeteilt. Seitdem können sie sich nur noch um die vorhandenen Arbeitskräfte und Märkte streiten. Mal feilschen sie, mal führen sie Krieg.

Thornton verdient durch Waffenproduktion am Vietnamkrieg. Er will aber auf zwei Beinen stehen. Deshalb feilscht er um Hotels und Büromaschinenfabriken. Mit gerissenen Tricks hat sich Thornton Adler und Triumph angeeignet. Damit hat er seinen Büromaschinenanteil damals in den USA sofort von 40 auf 44% erhöht, in Deutschland hat er damit schon den größten Marktanteil.

Thornton ist unermeßlich raubgierig. Sein Anteil langt ihm noch nicht. Wie treibt er ihn hoch? Er teilt die Arbeitsgänge idiotensicher auf, sodaß er die Leute schnell reinholen und wieder rauswerfen kann. Wen holt er sich? Die Ausländer, weil sie gezwungen sind, den niedrigsten Lohn anzunehmen, Überstunden und alle Dreckarbeiten zu machen. Die deutschen Arbeiter müssen mitziehen.

Auf diese Tour hat Thornton 1969 den Umsatz bei Adler von 77 Mio. auf 107 Mio., also um 40% hochgetrieben. Die deutschen Handlanger des Herrn Thornton nennen diese Schinderei vornehm RATIONALISIERUNG.

Was ist, wenn in den USA die Krise kommt?

Dann kann der Herr Thornton die Maschinen nicht mehr absetzen. Dann wirft er uns auf die Straße.

Vor der Krise will jede Imperialistengruppe möglichst viel raffen, in der Hoffnung, in der Krise gehen die anderen eher pleite und müssen sich schlucken lassen.

Sie pressen uns jetzt maßlos aus, nur weil sie darum kämpfen, wer von ihnen uns in Zukunft auspreßt.

Wir sind scheinbar hilflos. Viele Kollegen hoffen, sie können sich allein durchwurschteln. Viele Kollegen der alten Stammbelegschaft kündigen. Andere buckeln und betteln um einen Antreiberposten. Die meisten Kollegen sind ratlos. Sie wissen, nur organisierte Arbeiter können sich wehren. Doch welche Organisation kann uns helfen?

Hilft uns die IG Metall?

Die IG-Metall-Führer sind von den Kapitalisten gekaufte Bonzen, wie die Führer aller DGB-Gewerkschaften. Mit ihrer 'Mitbestimmung' betteln sie nur um einen Anteil an der Macht der Kapitalisten und um einen größeren Anteil an den von den Arbeitern geschaffenen Werten. Den wollen sie in den Aufsichtsräten abkassieren.

Hilft uns die D'K'P (DKP, d.Vf.)?

In der Betriebszeitung 'Impuls' nennt sie einiges beim richtigen Namen: Spitzel am Krankenbett, Lehrlingsausbeutung, ungerechte Frauenlöhne, Adlerbosse pfeifen auf Recht und Gesetz. Diese Mißstände sieht die D'K'P und nennt sie Unverschämtheiten. Sie fordert die Kapitalisten und ihre Handlanger auf, sie sollen sich an ihre Gesetze halten. Uns fordert sie auf, wir sollen die IG Metall unterstützen, 'unsere Gewerkschaft'.

Das ist Verrat!

Jeder Kommunist weiß, solange die Kapitalisten die Macht im Staat haben, sind solche 'Unverschämtheiten' die Regel. Die Kapitalisten biegen ihre Gesetze gerade so hin, wie sie es brauchen. Da hilft kein Gerenne zum Betriebsrat. Da hilft kein D'K'P-Gewinsel.

Die D'K'P-Führer können gar nicht anders, sie müssen Verräter sein. Sie werden von der Ulbricht-Clique (SED der DDR, d.Vf.) bezahlt. Das sind aber selbst Arbeiterverräter. Im Auftrag der Ulbricht-Clique schmieren uns die D'K'P-Führer Honig ums Maul, damit wir ihre Hauptfoirderung unterstützen: unsere Kapitalisten sollen die Ulbricht-Clique als gleichberechtigte Kapitalisten anerkennen.

Wir brauchen eine Arbeiterpartei ohne bezahlte Funktionäre.

Sie muß die Schandtaten der Kapitalisten und all ihrer Handlanger schonungslos aufdecken.

Sie muß die klassenbewußten Arbeiter organisieren. und die schwankenden Kollegen beeinflussen und stärken.

Sie muß Schlag auf Schlag den Kampf gegen die gesamte Kapitalistenklasse aufnehmen.

Das kann nur die kommunistische Partei.

Das kann nur die KPD/ML.

Wir bauen eine rote Betriebsgruppe (RBG, d.Vf.) bei Adler auf. Unterstützt uns, sagt uns, was die Ausbeuter gegen euch unternehmen.

KLASSENBEWUSSTE ARBEITER
ORGANISIERT EUCH IN DER KPD/ML

KLASSENBEWUSSTE ARBEITERJUGEND
ORGANISIERT EUCH IN DER ROTEN GARDE" (RG).
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Kolleginnen und Kollegen! Seit der Littonkonzern die Adlerwerke geschluckt hat, wird es mit jedem Tag schlimmer!, Frankfurt o. J.

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30.06.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt vermutlich heute, vermutlich bei Adler das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Lothar Wolfstetter heraus: "
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!
NIEDER MIT DEM LOHNSYSTEM!

Heute ist Zahltag. Das ist immer eine Überraschung. Jeder kann jetzt sehen, was hat er nun davon, daß er den ganzen Juni geschafft hat.

Die Frauen sind es schon gewohnt: sie schaffen genauso wie die Männer, oft sogar am selben Arbeitsplatz, trotzdem haben sie im Monat bald 100 Mark weniger wie die Kollegen.

Die Zeitlöhner, ausgenommen die Facharbeiter, sind besonders schlecht dran. Sie müssen auch immer schneller schaffen, ähnlich wie im Akkord, trotzdem liegt ihr Stundenlohn etwa eine Mark tiefer.

Die Akkordarbeiter untereinander sind nochmal in soundsoviele Lohngruppen und -stufen aufgeteilt. Nach Arbeitsleistung geht es dabei nicht.

Kurz gesagt: Das ganze Lohnsystem ist von vorn bis hinten ungerecht!

DAS KAPITALISTISCHE LOHNSYSTEM KANN NIEMALS GERECHT SEIN

Früher konnte ein Arbeiter seine Familie ernähren. Dafür mußte er auch 10, 12 Stunden am Tag schaffen. Dann hat sich die Arbeiterklasse die 40-Stundenwoche erkämpft. Das war ein harter Schlag für die Kapitalisten. Denn sie machen weniger Profit, wenn die Arbeiter jeden Tag kürzer schaffen.

Was taten also die Kapitalisten? Sie drückten die Löhne runter. Heute kann eine Arbeiterfamilie nur anständig leben, wenn der Mann Überstunden schafft wie verrückt oder die Frau auch arbeiten geht.

Unsere Forderung: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit bringt also nur dann etwas, wenn der Arbeiter in 40 Stunden die Woche so viel verdient, daß er mit seiner Familie davon leben kann. Geht die Frau auch arbeiten, soll sie genauso viel verdienen.

Aber was werden die Kapitalisten tun? Sie werden gleichen Lohn für Frauen und Männer nur zulassen, wenn dann beide zusammen so wenig verdienen, daß es gerade für die Familie langt.

Die Kapitalisten sind unermeßlich raubgierig. Es reicht ihnen nicht, wenn wir Überstunden machen und die Frauen auch arbeiten. Wir sollen vor allem auch schneller arbeiten. Deshalb drücken sie den Zeitlohn eines Ungelernten so stark runter, daß die meisten Arbeiter bereit sind Akkord zu schaffen. Das kostet den Kapitalisten zwar mehr Lohn, dafür verdient er an jedem Stück noch mehr. Den Mehrlohn treiben sie durch Preiserhöhungen wieder bei. Außerdem schraubt jeder Kapitalist den Akkord nach und nach höher. Bei der Schinderei wird kaum einer älter als 65.

Die unterschiedlichen Einstufungen sind noch so ein Trick: Einmal dienen die Stufen als Bremse. Die machen ja schon für vier Pfennige eine extra Stufe! Wird man also endlich mal höher eingestuft, hat man ein paar Pfennige mehr und es ist erstmal für längere Zeit nichts drin.

Und schließlich ist die Stufenleiter noch ein billiges Mittel, die Kollegen untereinander auszuspielen, einige besonders zu bestechen und so die Solidarität zu verhindern.

Wir sehen also: Es bringt nichts, einzeln um höhere Einstufung zu betteln. Die halten einen hin und wollen einen nur zu Radfahrern machen.

Es bringt nichts, schneller zu schaffen, man macht sich kaputt, zwingt Andere zum Nachziehen und schließlich wird der Akkord ja doch raufgesetzt.

DER LOHNKAMPF IST EIN ENDLOSER VERTEIDIGUNGSKAMPF

Das Ziel der Kapitalisten ist: Die Arbeiter sollen mit Mann, Frau und Kind jeden Tag so lange und so schnell wie möglich schaffen und dafür so viel verdienen, daß sie gerade davon leben können. Dann haben die Kapitalisten ihren höchsten Profit.

Die Kapitalisten setzen Frauen und Ungelernte ein und drücken damit die durchschnittliche Lohnhöhe. Ein Kampf um höhere und gleiche Löhne ist ein Verteidigungskampf dagegen.

Die Kapitalisten steigern das Arbeitstempo und schrauben den Akkord immer höher. Der Lohnkampf hinkt hinterher.

Die Kapitalisten steigern Preise und Mieten. Wenn wir nicht mit Überstunden nachziehen wollen, müssen wir kämpfen.

Im reinen Lohnkampf bleibt der Arbeiter immer der Dumme. Der Kampf der Arbeiterklasse gegen das kapitalistische Lohnsystem besteht seit Geburt des Kapitalismus und endet erst mit der Zerschlagung des Kapitalismus.

Sollen wir also auf Streiks um Lohnerhöhungen verzichten? Nein. Streiks sind eine notwendige Kampfform der Arbeiterklasse.

NUR DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI KANN DEN KAMPF DER ARBEITERKLASSE ERFOLGREICH FÜHREN!

Unter der Führung der verbotenen SPD erkämpfte die Arbeiterklasse Sozialleistungen wie Rente und Krankenfürsorge gegen die Kapitalisten und deren Handlanger Bismarck.

Mit Hilfe der KPD erkämpfte die Arbeiterklasse die 40-Stundenwoche gegen die Kapitalistenklasse und deren Handlanger, die SPD.

Die Arbeiterklasse hatte Erfolg, weil sie eine Partei hatte, die nicht auf halbem Weg stehen blieb, sondern kompromißlos für die Diktatur des Proletariats kämpfte.

Bisher ist es der Kapitalistenklasse in Deutschland immer wieder gelungen, die Partei der Arbeiterklasse zu zerschlagen, durch faschistische Unterdrückung und Bestechung der Führer.

Nach diesem Sieg konnte die Kapitalistenklasse immer wieder die Erfolge der Arbeiterklasse rückgängig machen, so wie sie es heute wieder tut.

Heute ist der erste Schritt der Aufbau der neuen Partei der Arbeiterklasse, einer Partei ohne bezahlte Funktionäre, der KPD/ML.

Endgültigen Erfolg haben wir erst, wenn wir den Staat der Kapitalisten zerschlagen und die Kapitalisten enteignen.

Wenn wir einen Arbeiterstaat schaffen, in dem es Demokratie für das Volk gibt und Diktatur gegen die Kapitalisten.

Diesen Staat müssen wir verteidigen gegen alle Angriffe der unterdrückten Kapitalistenklasse. Dann verhindern wir solche Rückfälle in das kapitalistische System wie in der Sowjetunion (SU, d.Vf.) und den von ihr beherrschten Satelliten. Erst in einem solchen Staat kann es einen gerechten Leistungslohn geben, denn es gibt keine Profite mehr. Die Kapitalisten werden unterdrückt.

Das ist das Ziel der KPD/ML.

KLASSENBEWUSSTE ARBEITER
ORGANISIERT EUCH IN DER KPD/ML"
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Kolleginnen und Kollegen! Nieder mit dem Lohnsystem!, Frankfurt o.J. (1970)

01.07.1970:
In der Nr. 3 der 'SBK' (vgl. 1.6.1970, 1.8.1970) wird berichtet, bei Adler in Frankfurt hätten 30 Spanier und später 1 500 Kollegen gestreikt.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr. 3, Offenbach 1.7.1970

16.07.1970:
Bei Adler Frankfurt findet, laut KPD/ML-ZK (vgl. 24.8.1970), eine Betriebsversammlung statt, die zum Rausschmiß des Kollegen Becker führt (vgl. 20.7.1970):"
Die Belegschaft hat ihre Forderungen auf der Betriebsversammlung am 16.7. aufgestellt. Am deutlichsten sprach Becker:
Frauen in die gleichen Lohngruppen wie die Männer!
Weg mit der Akkordschere!
Statt Überstunden Lohnerhöhungen, bei 40 Stunden muß das Geld langen!
Menschliche sanitäre Anlagen!
Schriftliche Bekanntmachung aller Verhandlungen des Vertrauensleutekörpers und des Betriebsrats!
13. Monatsgehalt.

So einig war die Adlerbelegschaft seit Jahren nicht mehr."
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Becker zurück in den Betrieb!, Frankfurt o.J. (Aug. 1970), S. 1

20.07.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK (vgl. 17.8.1970, 24.8.1970) berichtete von Adler über die Betriebsversammlung (vgl. 16.7.1970), auf der Kollege Becker redete und fährt, vermutlich aus dieser Woche fort: "
So einig war die Adlerbelegschaft seit Jahren nicht mehr. Da stand für die Littonhandlanger fest: Diese Einheit müssen wir zerschlagen, ein Kopf muß rollen, Becker muß raus. Zuckerbrot und Peitsche, das ist die Taktik der Littonhandlanger und aller Imperialisten. Kommen sie mit scheinheiligen Versprechungen nicht mehr durch, wenden sie Gewalt an. Ob Litton oder Grundig: Sprecher der Belegschaft schmeißen sie raus, damit sie wieder eine Weile ungestört die Ausbeutung verschärfen können.

Jakobi, Neuland, Passert, Glorim.

Diesmal wagten sie es erst eine halbe Stunde vor Betriebsurlaub. Das war ihnen noch nicht sicher genug. Aus Angst vor der Belegschaft ließen sie Becker aus dem Personalbüro durch den Werkschutz abführen und erteilten Hausverbot.

So haben sie sich bisher halten können, nach der Methode, einen rauswerfen - viele einschüchtern. Das machen wir nicht mehr mit."
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Becker zurück in den Betrieb!, Frankfurt o.J. (Aug. 1970)

13.08.1970:
In Offenbach gibt die Betriebsgruppe Voigt und Haeffner (BG V+H) vermutlich in dieser Woche, frühestens aber am 13.8., die auf August datierte Nr. 4 ihrer 'Arbeitersache' (vgl. Jan. 1971) heraus und berichtet auch von Adler Frankfurt über die Entlassung des Kollegen, der auf der Betriebsversammlung redete.
Q: Arbeitersache Nr. 4, Offenbach Aug. 1970, S. 3

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17.08.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK (vgl. 24.8.1970) berichtet bei Adler vermutlich u.a. aus dieser Woche vom Protest gegen die Entlassung Beckers (vgl. 20.7.1970) und von ihrem Flugblatt "Dir. Zulaufs Antwort an den Vertrauensmann Becker: Rausschmiß", welches, zu einer Versammlung am 19.8.1971 aufruft:"
DEN KAMPF ORGANISIEREN!

Die Littonhandlanger haben sich den besten Zeitpunkt im Jahr ausgesucht. Sogar jetzt sind noch nicht alle aus dem Urlaub zurück. Der Betriebsrat unterstützt die Littonhandlanger voll und ganz. Tage vorher stimmte er der Entlassung zu und hielt sie geheim. Sogar der D'K'P-Betriebsrat (DKP, d.Vf.) Glorim ließ sich kaufen und schwieg. Diesem arbeiterfeindlichen Komplott begegnen wir Schritt für Schritt: In unserem ersten Flugblatt informierten wir die Belegschaft und deckten die Machenschaften auf. Die Genossen der roten Betriebsgruppe (RBG, d.Vf.) und die Genossen am Propagandastand der KPD/ML erfuhren, die Kollegen wollen den Kündigungsvorwand wissen. Daraufhin haben wir das Kündigungsschreiben veröffentlicht. Das war ein harter Schlag gegen die Diffamierungskampagne der Littonhandlanger.

Wir fragten viele Kolleginnen und Kollegen und stellten fest: der überwiegende Teil im Werk 2 will streiken. Der überwiegende Teil in Werk 1 will den Streik nicht mitmachen.

Alle warten auf eine organisierte Führung."
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Becker zurück in den Betrieb!, Frankfurt o.J. (Aug. 1970), S. 1; KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Dir. Zulaufs Antwort an den Vertrauensmann Becker: Rausschmiß, Frankfurt o.J. (Aug. 1970)

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24.08.1970:
Bei Adler Frankfurt rief die KPD/ML-ZK (vgl. 17.8.1971) für heute zu einer Versammlung nach Feierabend auf.
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Dir. Zulaufs Antwort an den Vertrauensmann Becker: Rausschmiß, Frankfurt o.J. (Aug. 1970), S. 2

24.08.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt "Becker zurück in den Betrieb!" mit einer Seite DIN A 4 auf Deutsch und - bei unserem Exemplar auf der Rückseite dem selben Text auf Italienisch - unter Verantwortung von Lothar Wolfstetter heraus, in dem zunächst berichtet wird von der Betriebsversammlung (BV - vgl. 16.7.1970), der folgenden Entlassung Beckers (vgl. 20.7.1970) und dem eigenen Protest dagegen (vgl. 17.8.1970): "
DIE VERSAMMLUNG IST DER NÄCHSTE SCHRITT.

Wer die Forderung, Becker zurück in den Betrieb, tatkräftig unterstützen will, der muß auf die Versammlung kommen. Besonders die Kollegen, die Becker zum Vertrauensmann gewählt haben. Die gesamte Belegschaft erwartet von ihnen, sie sollen anfangen. Auf der Versammlung legen wir Maßnahmen vor, nach und während der Güteverhandlung (vgl. 31.8.1970, d.Vf.) fest. …

Der Kollege Becker nimmt an der Versammlung teil. Littonspitzel fliegen raus.

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, KOMMT AUF DIE VERSAMMLUNG DER ROTEN BETRIEBSGRUPPE DER KPD/ML" (vgl. 31.8.1970).
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Becker zurück in den Betrieb!, Frankfurt o.J. (Aug. 1970); KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Becker debe retornar a la fabrica!, Frankfurt o.J. (Aug. 1970)

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27.08.1970:
Die Rote Betriebsgruppe (RBG) Adler der OG Frankfurt der KPD/ML-ZK (vgl. 24.8.1970, 31.8.1970) rief für heute 16 Uhr zur Versammlung im Haus Gallus, Clubraum 4, gegen die Entlassung Beckers bei Adler (vgl. 16.7.1970) auf, u.a. um die Arbeitsgerichtsverhandlung (vgl. 31.8.1970) vorzubereiten.

Von den, laut KPD/ML-ZK, 27 Anwesenden wird eine Unterschriftensammlung für eine Betriebsversammlung beschlossen.
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Becker zurück in den Betrieb!, Frankfurt o.J. (Aug. 1970), S. 1; KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Unterschriftensammlung für eine ordentliche Betriebsversammlung!, Frankfurt o.J. (1970), S. 1f

31.08.1970:
Vermutlich vor dem (Landes-) Arbeitsgericht Frankfurt in der Adickesallee 36 soll, laut KPD/ML-ZK bei Adler (vgl. 24.8.1970), um 8 Uhr 45 die Güteverhandlung über die Entlassung Beckers bei Adler (vgl. 16.7.1970, 20.7.1970) stattfinden, gegen die u.a. die KPD/ML-ZK protestierte (vgl. 24.8.1970, 27.8.1970).
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Becker zurück in den Betrieb!, Frankfurt o.J. (Aug. 1970), S. 1

31.08.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler vermutlich heute oder in dieser Woche das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Lothar Wolfstetter heraus, das uns auch auf Italienisch und Spanisch vorlag: "
UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG FÜR EINE ORDENTLICHE BETRIEBSVERSAMMLUNG!

Dieser Vorschlag wurde auf der Versammlung der Roten Betriebsgruppe (RBG, d.Vf.) der KPD/ML vom 27.August 1970 von den anwesenden Kollegen angenommen. Für diese Betriebsversammlung wurde folgende Tagesordnung vorgeschlagen:

Frauen in die gleichen Lohngruppen wie die Männer!
Weg mit der Akkordschere!
Statt Überstunden Lohnerhöhungen, bei 40 Stunden muß das Geld langen!
Menschliche sanitäre Anlagen!
Schriftliche Bekanntmachung aller Verhandlungen des Vertrauensleutekörpers und des Betriebsrats!
13. Monatsgehalt!
Vertrauensmann Becker zurück in den Betrieb!

Dazu reichen 1 000 Unterschriften. Dann ist der Betriebsrat nach Paragraph 42, 2 Betriebsverfassungsgesetz (BVG, d.Vf.) verpflichtet, diese Betriebsversammlung einzuberufen. Wir fordern eine ORDENTLICHE BETRIEBSVERSAMMLUNG! In diesem Jahr hatten wir erst eine Betriebsversammlung (BV - vgl. 16.7.1970, d.Vf.). Der Betriebsrat ist aber gesetzlich verpflichtet, vier Betriebsversammlungen durchzuführen.

Wenn die 1 000 Unterschriften nicht zusammenkommen, kriegt der Betriebsrat natürlich keine einzige zu sehen.

Auf die Versammlung kamen 27 Kollegen. Alle waren sich darüber einig, daß Becker rausgeflogen ist, weil er die Forderungen der Belegschaft ausgesprochen hat.

Die Rote Betriebsgruppe der KPD/ML hatte folgende vier Möglichkeiten von Kampfmaßnahmen vorgeschlagen mit dem Ziel, zu einer gemeinsamen Resolution zu kommen:

1. Die kampfbereiten Kollegen bilden ein Streikkomitee und rufen den Streik aus.

2. Die kampfbereiten Kollegen überzeugen die Schwankenden und gehen mit ihnen zur öffentlichen Güteverhandlung (vgl. 31.8.1970, d.Vf.).

3. Bei Beginn der Güteverhandlung, 8 Uhr 45, versammeln sich die kampfbereiten Kollegen im Werkzeugbau, um solidarische Maßnahmen zu beschließen.

4. Unterschriftensammlung zur Einberufung einer ordentlichen Betriebsversammlung.

WARUM KONNTE NUR DIE ZAHMSTE MASSNAHME BESCHLOSSEN WERDEN?

Vom Werkzeugbau waren nur drei Kollegen da. Der Werkzeugbau ist nicht mehr das rote Herz von Adler. Den Litton-Handlangern ist es nämlich gelungen, die Werkzeugmacher von der breiten Masse der Adlerbelegschaft abzuspalten: Durch höhere Löhne und einige Privilegien. So kämpfen sie nur noch für ihre eigenen Interessen und nicht mehr für die Forderungen der gesamten Belegschaft. Warum? Aus Angst, ihre Privilegien zu verlieren. Wie die Litton-Imperialisten einen Keil zwischen die Werkzeugmacher und die Adlerbelegschaft treiben, betreiben sie es im nationalen und internationalen Maßstab: Die Imperialisten wissen: Nur die Konkurrenz der Arbeiter untereinander, nur die Spaltung der Arbeiterklasse garantiert die Profite.

DIE SPALTER DER ARBEITERKLASSE BEKÄMPFEN!

Die Einheit über Kampfmaßnahmen kam erst zustande, als sich die D'K'P-Clique (DKP, d.Vf.) unter Führung ihres Chefs, Rudi Maurer, aus dem Versammlungssaal geschlichen hatte.

Warum hauten sie ab?

In Worten sagen sie auch: Becker ist rausgeflogen, weil er die Forderungen vertreten hat. Doch in Taten waren sie gegen Resolution und Kampfmaßnahmen. Die Taten zählen! Die D'K'P will auch eine Betriebsversammlung. Aber vertritt die D'K'P auf Betriebsebene die Interessen der Arbeiterklasse?

Nein!

Die D'K'P ist ein bezahltes Anhängsel der Ulbrichtclique (SED der DDR, d.Vf.) und der sowjetischen Sozialimperialisten (SU, d.Vf.). Wir nennen sie Sozialimperialisten, weil sie Sozialismus nur in Worten betreiben. In Taten aber wollen sie ein Imperium, d.h. ein Weltreich errichten. Sie wollen andere Völker wie das tschechoslowakische (CSSR, d.Vf.) Volk unterdrücken und ausbeuten.

Deshalb verteidigt die D'K'P jede Schandtat der Sozialimperialisten und versucht verbissen, die großartigen Erfolge der wirklichen Kommunisten in China und Albanien totzuschweigen. Auf Betriebsebene will die D'K'P durch Groschenpolitik die Arbeiterklasse vom politischen Kampf gegen die Kapitalistenklasse und ihren Staat ablenken.

Die D'K'P ist der Agent des Sozialimperialismus in den Reihen der Arbeiterklasse.

DIE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE IST IHRE STÄRKE!

Der Kampf gegen die Spalter in den eigenen Reihen führt zur Einheit. In der Arbeiterklasse gibt es eine kleine Gruppe von linken fortschrittlichen Kollegen. Eine große Mitte, die schwankt. Eine kleine rückständige rechte Gruppe.

Die KPD/ML wird die fortschrittlichen Kollegen schulen und organisieren. Dann können sie die Arbeiterverräter entlarven und aus ihren Reihen verjagen. Sie werden das Bewußtsein der Schwankenden heben und vereint unter der Führung ihrer Partei, der KPD/ML, den Kampf gegen die gesamte Kapitalistenklasse aufnehmen und die Diktatur des Proletariats errichten.

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, UNTERSCHREIBT DIE UNTERSCHRIFTENLISTE!

KLASSENBEWUSSTE ARBEITER, UNTERSTÜTZT DEN AUFBAU DER KAMPFPARTEI DER ARBEITERKLASSE!

KLASSENBEWUSSTE ARBEITER, ORGANISIERT EUCH IN DER ROTEN BETRIEBSGRUPPE UND IN SCHULUNGSZIRKELN DER KPD/ML!"
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Unterschriftensammlung für eine ordentliche Betriebsversammlung!, Frankfurt o.J. (1970); KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Raccolta di firme per un' assemblea ordniaria di fabbrica, Frankfurt o.J. (1970);KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Colleccion de firmas para una asemblea regular de fabrica!, Frankfurt o.J. (1970)

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07.09.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Lothar Wolfstetter zur Unterschriftensammlung für eine Betriebsversammlung (vgl. 31.8.1970) heraus, das uns auch auf Italienisch und Spanisch vorlag: "
DIE UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG ERFOLGREICH VORANTREIBEN!

Die rote Betriebsgruppe (RBG, d.Vf.) hat über 200 Unterschriften. Spanische Kollegen teilten uns mit, sie haben bisher ebenfalls mehrere hundert Unterschriften gesammelt. Einige fortschrittliche Kollegen unterstützten tatkräftig die Sammlung. Es ist erst ein Teil des Werkes erfaßt. Es geht nicht nur um die 1 000 Unterschriften für die Betriebsversammlung, es geht auch um die Einheit der Belegschaft. Deshalb sammeln wir weiter.

'DER USA-IMPERIALISMUS SIEHT WIE EIN UNGEHEUER AUS, IST ABER IN WIRKLICHKEIT EIN PAPIERTIGER UND FÜHRT NUN DEN LETZTEN VERZWEIFLUNGSKAMPF. WER FÜRCHTET DENN WEN IN DER HEUTIGEN WELT? NICHT DAS VIETNAMESISCHE VOLK, DAS LAOTISCHE VOLK, DAS KAMBODSCHANISCHE VOLK, DAS PALÄSTINENSISCHE VOLK, DIE ANDEREN ARABISCHEN VÖLKER UND DIE VÖLKER ALLER LÄNDER DER WELT FÜRCHTEN DEN USA-IMPERIALISMUS, SONDERN DER USA-IMPERIALISMUS FÜRCHTET DIE VÖLKER ALLER LÄNDER DER WELT, UND SOBALD DIE BLÄTTER IM WIND RASCHELN GERÄT ER SCHON IN PANIK UND VERWIRRUNG.'
(Mao Tse-tung am 20.5.1970 in der Rede: 'Völker der ganzen Welt vereinigt Euch, besiegt die USA-Aggressoren und alle ihre Lakaien!')

Genauso die Littonhandlanger, auch sie sind Lakaien des USA-Imperialismus. Sie setzen ihren Spitzelapparat ein. Jeden wollen sie erwischen, der außerhalb der unbezahlten Pausen sammelt oder unterschreibt. Teilweise verbieten sie schon, daß man mit Kollegen aus anderen Abteilungen spricht. Da die Pausen verscheiden sind, erschweren sie damit die Sammlung. Die Mitglieder der Roten Betriebsgruppe, soweit sie bekannt sind, stehen auf der Abschußliste.

Einige Studenten arbeiten im Betrieb. In den Ferien verdienen sie das Geld für ihr Studium. Die meisten sind fortschrittlich, solidarisch mit der Belegschaft.

Die Littonhandlanger fürchten jede Solidarität. Heimtückisch reden sie den Studenten schon bei der Einstellung ein: 'Die Arbeiter sind stumpfsinnig und minderwertig, man kann sie nur für die einfachen Handgriffe gebrauchen, besser man gibt sich nicht mit ihnen ab.'

Am Arbeitsplatz ziehen die Vorgesetzten die Studenten vor. Sogar der Herr Betriebsleiter verweilt und erkundigt sich höflich nach dem Wohlbefinden bei der ungewohnten Arbeit.

Klar, das ärgert die Kolleginnen und Kollegen.

Diese Taktik nennt man 'Teile und Herrsche', das ist die Taktik aller Imperialisten und ihrer Lakaien.

Einige Studenten sammelten Unterschriften und zwar legal in den unbezahlten Pausen. Wahllos warfen die Littonhandlanger an die 20 Studenten raus, ohne Begründung, während der Probezeit. Kein Wort mehr sollten sie mit den Kollegen reden. Einige wurden vom Werkschutz abgeführt und erhielten Hausverbot.

'WER EINE GERECHTE SACHE VERTRITT, DER KANN BREITE UNTERSTÜTZUNG FINDEN, WER EINE UNGERECHTE SACHE VERTRITT, DER KANN NUR GERINGE UNTERSTÜTZUNG FINDEN' Mao Tse-tung 20.5.1970

Alle Verleumdungen und Rausschmisse können unseren Vormarsch nicht verhindern. Die Imperialisten und ihre Handlanger beweisen nur immer wieder, sie selber sind stumpfsinnig und minderwertig. Am besten, man verjagt sie. Es hilft auch nichts mehr, wenn einige Kollegen von der D'K'P (DKP, d.Vf.) winseln: 'Die Kollegen sind nicht kampfbereit, in meiner Abteilung kriege ich keine zwei Unterschriften'. Die Tatsachen beweisen: die Adlerbelegschaft erwacht. Die rote Betriebsgruppe wächst und erstarkt.,

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, UNTERSCHRIEBT DIE UNTERSCHRIFTENLISTE!

KLASSENBEWUSSTE ARBEITER ORGANISIERT EUCH IN DER ROTEN BETRIEBSGRUPPE UND IN SCHULUNGSZIRKELN DER KPD/ML!"
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Die Unterschriftensammlung erfolgreich vorantreiben!, Frankfurt o.J. (Sept. 1970); KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Portare avanti con successo la raccolta di firme, Frankfurt o.J. (Sept. 1970);KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Activar la nomina con suceso!, Frankfurt o.J. (Sept. 1970)

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16.10.1970:
In Frankfurt streiken, laut KPD/ML-ZB, ca. 200 Arbeiter bei Adler vier Stunden lang gegen die teilweise Anrechnung der zehnprozentigen Tariflohnerhöhung auf die übertariflichen Zulagen: "
Die Arbeiter in den drei Abteilungen Werkzeugbau, Versuchswerkstatt und Reparaturabteilung forderten die Zurücknahme der Lohnkürzungen, das heißt, den vollen Zuschlag der tariflichen Lohnerhöhung auf die Effektivverdienste sowie die schriftliche Absicherung dieser Forderungen zwischen Betriebsrat und Werksleitung. Die Kollegen sind entschlossen, weiterzustreiken, um ihre Forderungen durchzusetzen."

Laut MBB wird in der Kleyerstraße zum Teil vier Stunden lang, von mittags bis Feierabend um 16 Uhr gestreikt, u.a. im Werkzeugbau, der Versuchswerkstatt und der Reparaturabteilung (vgl. 19.10.1970).
Q: Marburger Betriebsbote Nr. 9, Marburg 22.10.1970; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 43, Bochum 21.10.1970, S. 2f

18.10.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 200 bei den Adler-Werken in Frankfurt an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Q: Express International Nr. 108, Frankfurt 30.10.1970, S. 4

19.10.1970:
Bei Adler Frankfurt wird, laut RFO, vier Stunden lang gegen eine Kürzung der außertariflichen Zulagen gestreikt (vgl. 16.10.1970).
Q: Rote Fahne Arbed Nr. 5, St.Ingbert 5.12.1970

Dezember 1970:
In Frankfurt erscheint erstmals eine Ausgabe Adler des 'Roten Metallers' (vgl. Feb. 1971) der KPD/ML-ZK, für deren 8 Seiten Lothar Wolfstetter verantwortlich zeichnet. Wiedergegeben wird auf Deutsch und Spanisch die "Rede der Genossin Käthe auf der Betriebsversammlung am 30.11.1970".
Q: Roter Metaller Adler, Frankfurt Dez. 1970

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Februar 1971:
In Frankfurt erscheint die Nr. 2 der Ausgabe Adler des 'Roten Metallers' (vgl. Dez. 1970, 1.6.1971) der KPD/ML-ZK, für deren 8 Seiten Lothar Wolfstetter verantwortlich zeichnet. Berichtet wird im Leitartikel "Kolleginnen und Kollegen!" u.a. über ein Flugblatt gegen die Entlassung des Vertrauensmannes Becker, mittlerweile sei auch 'die Genossin Käthe' entlassen worden sowie der spanische Vertrauensmann Ricardo Arias.

Ein Mitglied der Roten Garde (RG) stellt in "Viele Kollegen fragen uns: 'Was habe ihr eigentlich mit Stalin?'" fest, daß Stalin auch Fehler gemacht habe.

Ein Artikel schildert "Generaldirektor Weers und die Forderungen der Lehrlinge".
Q: Roter Metaller Adler Nr. 2, Frankfurt Feb. 1971

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01.06.1971:
In Frankfurt erscheint die Nr. 4 der Ausgabe Adler des 'Roten Metallers' (vgl. 21.6.1971) der KPD/ML-ZK in einem Umfang von 8 Seiten (VISP: Lothar Wolfstetter) unter der Überschrift "Die Vertrauensleute fordern uns auf: 'Kämpft mit uns für diese Ziele!'".
Weitere Artikel sind:
- "Hetzjagd auf alle aufrechten Kollegen der Firma Teves (Ate);
- "Kritik der Busfahrer";
- eine Anzeige der Adlerwerke für neue Lehrlinge;
- "…und so geht's den Lehrlingen wirklich!"; sowie
- "Auch die Adlerbosse können die Krise nicht aufhalten".
Q: Roter Metaller - Ausgabe Adler Nr. 4, Frankfurt 1.6.1971

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21.06.1971:
In Frankfurt erscheint ein Extrablatt "Massenentlassungen bei Adler" der Ausgabe Adler des 'Roten Metallers' (vgl. 1.6.1971, Juli 1971) der KPD/ML-ZK in einem Umfang von 2 Seiten (VISP: Lothar Wolfstetter).
Q: Roter Metaller - Ausgabe Adler Extrablatt Massenentlassungen bei Adler, Frankfurt 21.6.1971

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Juli 1971:
Vermutlich im Juli geben in Frankfurt die Roten Betriebsgruppen Adler (vgl. 21.6.1971), Messer (vgl. Juni 1971, Sept. 1971), Naxos (vgl. Juni 1971, 25.8.1971), Samson (vgl. Apr. 1971) und Teves (vgl. Mai 1971, Juli 1971) der KPD/ML-ZK ein gemeinsames 8-seitiges Extrablatt "Lohndiktat von Kapital, Staat und DGB-Führung auch gegen Chemie-Arbeiter durchgesetzt!" des 'Roten Metallers' zur Chemietarifrunde (CTR) heraus. Verantwortlich ist Lothar Wolfstetter.
Q: Roter Metaller - Ausgaben Adler, Messer, Naxos, Samson, Teves Extrablatt Lohndiktat von Kapital, Staat und DGB-Führung auch gegen Chemie-Arbeiter durchgesetzt!, Frankfurt o.J. (1971)

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Juli 1971:
In Frankfurt gibt die Rote Betriebsgruppe Teves der KPD/ML-ZK die Nr. 4 der Ausgabe Teves ihres 'Roten Metallers' (vgl. Juli 1971) heraus mit dem Artikel "Die Krise ist schon im Kamerun. bei Adler wackelt's!" zu Adler Frankfurt, wo die dortige Rote Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK ein Solidaritätskomitee gegen Entlassungen gegründet habe, welches am Tage der Verteilung dieser Zeitung eine Kundgebung vor dem Tor durchführen wolle.
Q: Roter Metaller - Ausgabe Teves Nr. 4, Frankfurt Juli 1971, S. 11

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September 1971:
Die Sozialistischen Arbeitergruppen (SAG) Frankfurt geben die Nr. 3 ihres 'Klassenkampf' (vgl. 15.6.1971, 11.10.1971) heraus. Berichtet wird auch von Adler Frankfurt.
Q: Klassenkampf Nr. 3, Frankfurt Sept. 1971

27.09.1971:
Bei Opel Rüsselsheim gibt die KPD/ML-ZK ein Extrablatt "Die Kampffront der Metaller wächst" ihrer 'Zündkerze' (vgl. 18.8.1971, Okt. 1971) heraus, welches auch von Adler Frankfurt berichtet.
Q: Zündkerze Extrablatt Die Kampffront der Metaller wächst, Rüsselsheim 27.9.1971

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02.01.1972:
In Frankfurt ist, laut RJ/ML, eine chinesische Tischtennisdelegation zu Besuch, die u.a. von der RJ/ML begrüßt wird.

Anläßlich dieses Besuchs führt die RJ/ML, nach eigenen Angaben, Infostände vor mehreren Betrieben durch. Zu heute gibt die OG Frankfurt der RJ/ML des KAB/ML die Sondernummer 1 ihrer 'Aktuellen Reihe' unter dem Titel "Zum Besuch der chinesischen Tischtennisdelegation in Westdeutschland" heraus, in der ein Infostand der RJ/ML an der Ecke Kleyer/Kriegkstr. (gegenüber Adlerwerke) angekündigt wird.
Q: RJ/ML-OG Frankfurt: Aktuelle Reihe Nr. 2, Frankfurt o.J.

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10.01.1972:
Frühestens heute geben die SAG Frankfurt die Nr. 7 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Dez. 1971, Feb. 1972) heraus. Eingegangen wird auch auf die Kurzarbeit in Frankfurt bei Adler.
Q: Klassenkampf Nr. 7, Frankfurt Jan. 1972

April 1972:
Die SAG geben die Nr. 10 ihres 'Klassenkampf' (vgl. März 1972, Juni 1972) heraus, in der u.a. aus Frankfurt von Adler berichtet wird.
Q: Klassenkampf Nr. 10, Frankfurt Apr. 1972

September 1972:
Die SAG geben vermutlich diesen Monat die Nr. 15 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Aug. 1972, Okt. 1972) heraus, die auch von Adler Frankfurt berichtet.
Q: Klassenkampf Nr. 15 und Extra, Frankfurt 1972 bzw. o.J. (1972)

Dezember 1972:
Die SAG geben die Nr. 18 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Nov. 1972, 5.1.1973) heraus, in der auch berichtet wird von Adler Frankfurt.
Q: Klassenkampf Nr. 18, Frankfurt Dez. 1972

Mai 1973:
Von der Nr. 3 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (AZ) verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bei Adler 15 Exemplare.
Q: KG Frankfurt/Offenbach: Überblick über den Verkauf der KVZ Nr. 1, o. O. (Frankfurt) o. J. (Juli 1973)

08.06.1973:
Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 27.7.1973) berichtet aus Frankfurt von Adler, dass es in den letzten Jahren Entlassungen von SAGlern, linken Spaniern und MLern sowie von Türken im Werk 1 gegeben habe. Eingegangen wird auch auf das Werk 2.
Heute sei von den Richtern und Schweißern 20 Minuten lang für eine Teuerungszulage (TZL) von 50 DM rückwirkend für 1973 gestreikt worden (vgl. 15.6.1973).
Q: Wir wollen alles Nr. 6, Gaiganz 27.7.1973

15.06.1973:
Bei Adler Frankfurt streiken, laut SAG, 1 000, hauptsächlich im Werk 2. Davon berichten auch der AB und der KBW.

Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 27.7.1973) berichtet aus Frankfurt von Adler (vgl. 8.6.1973, 28.6.1973), dass dort heute 45 Minuten lang für eine Teuerungszulage (TZL) 300 DM gestreikt worden sei, was von der DKP organisiert wurde. Laut KBW wurde die TZL vom Betriebsrat in eine Treueprämie umgewandelt.
Q: Wir wollen alles Nr. 6, Gaiganz 27.7.1973; Klassenkampf Nr. 25/26, Frankfurt Juli/Aug. 1973;Kommunistische Arbeiter Nachrichten Nr. 3, Clausthal-Zellerfeld Juni/Juli 1973, S. 2;Kommunistische Volkszeitung Nr. 1, Mannheim Juli 1973, S. 5;Der Rote Weichensteller Nr. 10, München Juli 1973

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28.06.1973:
Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 27.7.1973) berichtet aus Frankfurt von Adler, dass heute ein Flugblatt der Kommunistischen Gruppe (KG) Frankfurt/Offenbach des KBW die endgültige Ablehnung der Forderung nach 300 DM (vgl. 15.6.1973) bekanntgibt, woraufhin es zu einem viertelstündigen Streik kommt.
Q: Wir wollen alles Nr. 6, Gaiganz 27.7.1973

11.07.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Frankfurt/Offenbach gibt zum letzten Mal ihre 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. Mai 1973) heraus. Im Leitartikel wird ausgeführt:"
AUS DEN STREIKBEWEGUNGEN LERNEN!
NIEDERLAGEN IN SIEGE VERWANDELN!

Eine Welle von heftigen Arbeitskämpfen geht durch die Betriebe in Westdeutschland. Hoesch, Mannesmann, John Deere, Vulkan, Karmann, AEG und Klöckner - diese Namen stehen jeweils für kraftvolle Streikaktionen tausender Kollegen, die auch von der Unternehmerpresse nicht totgeschwiegen werden konnten. Neben diesen großen, oft eine Woche oder länger dauernden Kämpfen fanden hunderte kleinerer Streiks statt, oder wurde auf andere Weise Lohnforderungen Nachdruck verliehen. So auch in Frankfurt und Umgebung, bei Adler, bei Messer, Klimsch, Honeywell (in Dörnigheim, d.Vf.)… Praktisch IN ALLEN Betrieben wurde und wird über solche Forderungen diskutiert.

Und keineswegs nur Lohnforderungen wurden erhoben. Vor allem gegen die immer unerträglichere Arbeitshetze gingen die Kollegen auf die Barrikaden.

Wen kann das wundern? Die Lohnraubabschlüsse der sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer in diesem Jahr und das immer drückendere Preisdiktat von Kapital und 'sozialliberaler' Regierung lasten schwer auf den arbeitenden Massen. Ihre Realeinkommen sinken im gleichen Augenblick, wo sich die Konzerne und Monopole durch immer brutalere Auspressung der Arbeitskraft in Fabrik und Büro gesundstoßen und neue riesige Reichtümer beiseite schaffen.

Dagegen haben sich zehntausende Arbeiter und Angestellte zur Wehr gesetzt. Das war notwendig.

Aber fast alle diese Streiks, auch diejenigen, die mit größter Einmütigkeit und Entschlossenheit von den Kollegen geführt worden sind, sind zunächst durch die 'konzertierte Aktion' von Kapitalisten, Staat und reaktionären Gewerkschaftsführern gewaltsam zerschlagen und niedergetreten worden. Die Lohnzugeständnisse, die die Kapitalisten den Kollegen hingeworfen haben, waren lächerliche Almosen - eine Beleidigung für die arbeitenden Menschen.

Natürlich war es trotzdem richtig zu streiken und die Zähne zu zeigen, ganz egal, wieviel jetzt durchgesetzt werden konnte. Die Erbitterung und Entschlossenheit der Arbeiter ist in den meisten Fällen nur noch größer geworden.

Aber unter den jetzigen günstigen Bedingungen können die Kollegen selbst in einem einzelnen Betrieb mehr erreichen, wenn sie ihren kampf richtig führen! Und vor allem müssen sie lernen, wie die vielen betrieblichen Kämpfe zum EINEN großen gewerkschaftlichen und politischen Kampf, zum Kampf KLASSE GEGEN KLASSE zusammengefaßt werden können.

Dazu müssen sie jedoch wissen, wer ihre Feinde und wer ihre Freunde sind. Sie müssen nicht nur den Klassengegner, die Kapitalisten, klar im Auge haben, sondern sie müssen auch wissen, wer die Helfershelfer der Kapitalisten in ihren eigenen Reihen sind.

Die letzten großen Streikbewegungen in Westdeutschland geben über diese Fragen wichtige Aufschlüsse."
Q: Arbeiter-Zeitung Extra, o.O. (Frankfurt) 11.7.1973

11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr. 1 des KBW verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bei Adler 21 Exemplare.
Q: KG Frankfurt/Offenbach: Überblick über den Verkauf der KVZ Nr. 1, o.O. (Frankfurt) o.J. (1973)

26.09.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 3 des KBW verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bei Adler 8 Exemplare.
Q: KBW-OG Frankfurt: Vorläufige Verkaufsstatistik KVZ Nr. 4 - Frankfurt, o.O. (Frankfurt) o.J. (Okt. 1973)

06.10.1973:
In Frankfurt setzt die KPD, nach eigenen Angaben, an diesem Wochenende eine Ortsleitung ein, die sich auf Betriebszellen bei Adler und Hoechst stützen kann, sich aber auch für Cassella, Degussa und die GI's der US Armee interessiert.
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 10.10.1973

10.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 4 verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bzw. ab 13.10.1973 die OG Frankfurt des KBW bei Adler 14 Exemplare.
Q: KBW-OG Frankfurt: KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt, o.O. (Frankfurt) o.J. (1973)

13.10.1973:
Der KBW berichtet über die Beschlüsse seiner heutigen ZK-Sitzung:"
Als Ortsgruppe wurden die ehemaligen Mitglieder der Kommunistischen Gruppe Frankfurt/Offenbach aus Frankfurt. Die Ortsgruppe Frankfurt des KBW verfügt, laut KSG, auch über die Aufbauzelle Adler, wo sich bereits DKP, SAG, RK und KB tummeln.
Q: Schulkampf Nr. 8, Frankfurt o.J. (1973); Kommunistische Hochschulpresse Nr. 11, Frankfurt 30.10.1973;Kommunistische Volkszeitung Nr. 5, Mannheim 24.10.1973, S. 14

24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 5 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler 10 Exemplare.
Q: KBW-OG Frankfurt: KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt, o.O. (Frankfurt) o.J. (1973)

02.11.1973:
Eine Veranstaltung der KPD in Frankfurt zu den Häuserräumungen wird, laut eigenen Angaben, von 150 Personen, u.a. von Adler, Cassella und Hoechst besucht.
Q: Rote Fahne Nr. 45, Dortmund 7.11.1973

07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 6 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler 10 Exemplare.
Q: KBW-OG Frankfurt: KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt, o.O. (Frankfurt) o.J. (1973)

22.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 7 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler 8 Exemplare.
Q: KBW-OG Frankfurt: KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt, o.O. (Frankfurt) o.J. (1973)

05.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 8 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler 17 Exemplare.
Q: KBW-OG Frankfurt: KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt, o.O. (Frankfurt) o.J. (1973)

19.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 9 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler mit 5 bis 6 Verkäufern ca. 13 Exemplare.
Q: KBW-OG Frankfurt: Verkaufsstatistik der KVZ Nr. 9 Ortsgruppe Frankfurt, o.O. (Frankfurt) o.J.

25.02.1974:
In Frankfurt kommt es in dieser Woche, laut RJVD zu Warnstreiks. Laut AB finden diese bei Adler, Wörner und im Siemens-Schaltwerk statt, wo sich 800 beteiligen.
Q: Arbeitersache Nr. 41, Regensburg Feb. 1974

05.06.1974:
In der Nr. 23 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 29.5.1974, 12.6.1974) berichtet die KPD über die Proteste gegen den Polizeiterror in Hessen in Frankfurt. So wurden u.a. vier Personen vor Adler verhaftet, die Proteste aber gingen trotzdem weiter. Während die KPD Komitees bei Adler und Hoechst aufbaute, setzte der KBW auf Stadtteilkomitees, während die ebenfalls beteiligten Gruppen Häuserrat und Revolutionärer Kampf (RK) gar keine Komitees wollen.
Q: Rote Fahne Nr. 23, Dortmund 5.6.1974

11.06.1974:
Der KOV der KPD gibt seinen 'Schulkampf' Nr. 5 (vgl. Mai 1974, 28.8.1974) heraus und berichtet aus Frankfurt vom Fahrpreiskampf (vgl. 25.5.1974, 27.5.1974), wobei auch berichtet wird:"
Bisher hat die Polizei rund 100 Demonstranten verhaftet, ungefähr die Hälfte davon wegen Flugblattverteilens. So wurden 3 unserer Genossen verhaftet, nur weil sie vor 'Adler', einem Frankfurter Metallbetrieb, morgens Flugblätter an die Kollegen verteilt hatten."
Q: Schulkampf Nr. 5, Dortmund 11.6.1974, S. 8

17.07.1974:
In der Nr. 29 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 10.7.1974, 24.7.1974) berichtet die KPD u.a. über den Landtagswahl (LTW) Kandidat Gerhard J. Link (22 Jahre), der sich 1968 der KPD/ML (später KPD/ML-ZK) anschloß und dann 1973 zur KPD übertrat. Er sei Orthopädiemechaniker und bei Adler Frankfurt (IGM-Bereich) entlassen worden.
Q: Rote Fahne Nr. 29, Dortmund 17.7.1974

Dezember 1974:
Die Zelle Adler Frankfurt der KPD gibt eine 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) heraus.
Q: Rote Fahne Nr. 51/52, Dortmund 18.12.1974

Januar 1977:
Aus dem KBW und dessen GUV treten in Frankfurt eine Reihe von Mitgliedern aus. Später tritt diese Gruppe unter dem Namen Frankfurter Zirkel auf. Zur Entwicklung der Frankfurter Ortsgruppe des KBW führen die Ausgetretenen u.a. aus:"
Festzustellen ist weiterhin, daß dem Anwachsen der Stadtteilzellen nicht nur kein Anwachsen von Betriebszellen entspricht, sondern im Gegenteil die Ortsgruppe seit ihrer Gründung vor genau 3 Jahren die Betriebszellen Adler, Degussa, Cassella, Siemens Schaltwerk, Hartmann & Braun, Samson, Industriezelle Hanauer Landstraße und VDM aufgebaut und wieder verloren hat".
Q: Revolutionärer Weg Nr. 1, Frankfurt Apr. 1977; Beiträge zur revolutionären Theorie Nr. 8, Bochum März 1977, S. 48ff

14.12.1977:
Die SAG gibt ihre 'Sozialistische Arbeiterzeitung' Nr. 37 (vgl. 30.11.1977, 11.1.1978) heraus und berichtet von den Forderungen zur Metalltarifrunde (MTR) auch bei Adler Frankfurt.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr. 37, Frankfurt 14.12.1977

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