Frankfurt: Rot Front! Betriebszeitung der KPD/ML für die Hoechstbetriebe im Raum Ffm. Ausgabe: Cassella

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 30.10.2013

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Die hier leider bisher nur lückenhaft (wir bitten um Ergänzungen) dokumentierte 'Rot Front!' der KPD/ML-ZK für die Hoechst-Tochter Cassella wurde ausgegliedert aus der zunächst für Cassella und die Farbwerke Hoechst in Frankfurt Griesheim und Höchst gemeinsam erscheinenden Ausgabe der 'Rot Front!'.

Während der Chemietarifrunde 1971 wurden dann wieder einige Ausgaben gemeinsam erstellt, die teilweise auch an weiteren Betrieben der chemischen Industrie im Raum Frankfurt verteilt wurden (vgl. 21.6.1971, 5.7.1971).

Nach dem Zerfall der Ortsgruppe Frankfurt der KPD/ML-ZK Ende 1971 erschien auch die 'Rot Front!' nicht mehr.

Für Cassella wurde dann ab 1973 die Betriebszeitung 'Der rote Kessel' herausgegeben.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

11.01.1971:
In Frankfurt erscheint die 'Rot Front!' der KPD/ML-ZK für die Hoechstbetriebe im Raum Frankfurt (vgl. 4.1.1971) frühestens heute erstmals in verschiedenen Ausgaben. Wir haben die Ausgaben Cassella (vgl. Feb. 1971), und Höchst und Griesheim (vgl. Feb. 1971). Die zehnseitige Ausgabe für Cassella beschäftigt sich u.a. mit den Lehrlingen, der benachbarten Hoechst-Tochter Curta und Michelin in Bad Kreuznach. Zu Wort kommt die Rote Garde, es existiert auch eine Rote Betriebsgruppe (RBG). Zuvor wurde bei Cassella bereits ein zweiseitiges Flugblatt der KPD/ML-ZK "Kolleginnen und Kollegen! Hoechst übernimmt Cassella und wir sind wieder die Dummen." herausgegeben, in dem festgestellt wurde, daß eine Rote Betriebsgruppe aufgebaut wird.
Quellen: Rot Front! - Ausgabe Cassella Nr. 1, Frankfurt Jan. 1971; KPD/ML-ZK: Kolleginnen und Kollegen! Hoechst übernimmt Cassella und wir sind wieder die Dummen, Frankfurt o. J.

Februar 1971:
In Frankfurt gibt die KPD/ML-ZK die Nr. 2 der Ausgabe Cassella ihrer 'Rot Front!' (vgl. 11.1.1971, 8.3.1971) mit 10 Seiten unter Verantwortung von Lothar Wolfstetter heraus mit dem Leitartikel "Wieviel ist unser Lohn noch wert? Die Wahrheit über das Arbeiterleben heute".

Weitere Artikel sind:
- "Unsere Forderung für die nächste Lohnrunde muß sein: 15 % mehr Lohn effektiv - und Absicherung der übertariflichen Zulagen";
- "Die Krise kommt…";
- "Fragen an den Betriebsrat"; sowie
- "Warum Studenten Flugblätter verteilen und was sie an der Uni machen", wobei festgestellt wird , daß die Verteiler Studenten sind, die z.B. Volksschullehrer werden wollen. Der KSB/ML berichtet u.a.:"
In den Semesterferien arbeiten wir in den Betrieben. Wir verteilen Flugblätter, machen Untersuchungen und klären die Kollegen über die Ziele der KPD/ML auf. Damit helfen wir, den Aufbau der Partei der Arbeiterklasse voranzutreiben".
An den Hochschulen betreibe man die Kritik der Metaphysik der bürgerlichen Theorien: "
So gewinnen wir unter den fortschrittlichen Studenten viele Bündnispartner für den Kampf der Arbeiterklasse gegen die Kapitalisten".

Ein Kasten fordert zur DLH: "Keine Studenten als Streikbrecher zum Flughafen - Solidarität mit den streikenden Lufthansa-Arbeitern!"

Uns lag diese Ausgabe auch auf Italienisch vor, wobei eine weitere Extraausgabe auf Italienisch vom 8.3.1971 beigeheftet wurde.
Q: ML-Hochschulpresse Sdr.Nr. , Frankfurt o.J. (1971), S. 33; Rotfront - Ausgabe Cassella Nr. 2, Frankfurt Feb. 1971

08.03.1971:
In Frankfurt gibt die KPD/ML-ZK eine Extraausgabe "Nostra richiesta: 1 marco in piu per ora e uomo" der Ausgabe Cassella ihrer 'Rot Front!' (vgl. Feb. 1971, 6.4.1971) auf Italienisch heraus, welches bei uns an eine 6-seitige italienische Ausgabe der Nr. 2 (vgl. Feb. 1971) angeheftet ist.
Q: Rot Front! - Ausgabe Cassella Extraausgabe Nostra richiesta: 1 marco in piu per ora e uomo, Frankfurt 8.3.1971

06.04.1971:
In Frankfurt gibt die KPD/ML-ZK nach eigenen Angaben heute die Nr. 3 ihrer 'Rot Front!' Ausgabe Cassella (vgl. 8.3.1971, 19.4.1971) heraus, für deren 4 Seiten Lothar Wolfstetter verantwortlich ist, mit dem Leitartikel "Hippmann und Konsorten: schwach in Taten, stark in Worten!" zur Gewerkschaftsversammlung vom 25.3.1971.

Weitere Artikel sind:
- "Curta: Akkord ist Mord!"; sowie
- "Eine Warnung an alle Radfahrer bei Cassella!".
Q: Rot Front! - Ausgabe Cassella Nr. 3, Frankfurt Apr. 1971

19.04.1971:
Vermutlich in dieser Woche gibt in Frankfurt die KPD/ML-ZK die Nr. 4 der Ausgabe Cassella ihrer 'Rot Front!' (vgl. 6.4.1971, 27.5.1971) heraus mit dem Leitartikel "Chemietarifrunde 1971: Hinhaltemanöver der Bonzen" zur CTR, der eine Nebenstellen-Versammlung der IG Chemie für den 22.4.1971 ankündigt.

Weitere Artikel sind:
- "Babenhausen: Kunststofffabrik soll zum 30. Juni stillegelegt werden" zu Conti Babenhausen (vgl. 15.4.1971);
- "Heraus zum 1. Mai", wobei zur Maidemonstration aufgerufen und von Phrix Okriftel berichtet wird;
- "Absturz eines Radfahrers" bzw. eines Meisters, der versuchte vom Fahrrad aus den Verteilern der 'Rotfront' die Zeitungen zu entreissen.
Q: Rot Front! - Ausgabe Cassella Nr. 4, Frankfurt Apr. 1971

27.05.1971:
Heute gibt die KPD/ML-ZK ein Extra "Jetzt muß gehandelt werden: Warnstreik!" ihrer 'Rot Front!' bei Cassella Frankfurt (vgl. 19.4.1971, 28.5.1971) heraus, in dem vom Abschluß der Chemietarifrunde (CTR) in Rheinland-Pfalz berichtet und für morgen zum Warnstreik aufgerufen wird.
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt-RBG Hoechst, RBG Cassella: Chemiearbeiterkampf 1971 Analyse Bericht Dokumentation, Frankfurt o.J. (1971), S. 42 und 101f

28.05.1971:
Heute gibt die KPD/ML-ZK ein Extra "Unruhestifter am Werk?" ihrer 'Rot Front!' bei Cassella Frankfurt (vgl. 27.5.1971, 8.6.1971) heraus, in dem zum Warnstreik bzw. der Verlängerung der Frühstückspause und der Mittagspause aufgerufen wird.
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt-RBG Hoechst, RBG Cassella: Chemiearbeiterkampf 1971 Analyse Bericht Dokumentation, Frankfurt o.J. (1971), S. 42 und 103f

08.06.1971:
Die KPD/ML-ZK Ortsgruppe Frankfurt gibt für die hessische Vertrauensleutekonferenz eine Ausgabe "Vertrauensleute!" ihrer 'Rot Front!', die sonst in Ausgaben für Cassella (vgl. 28.5.1971, 21.6.1971) sowie für Hoechst Werk Höchst und Griesheim (vgl. 2.6.1971, 14.6.1971) erscheint, heraus. Die Vertrauensleute werden aufgerufen, für die Chemietarifrunde (CTR) auf der Forderung "Keinen Pfennig weniger als 120 DM!" zu beharren.
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt-RBG Hoechst, RBG Cassella: Chemiearbeiterkampf 1971 Analyse Bericht Dokumentation, Frankfurt o.J. (1971), S. 2; Rot Front! Vertrauensleute!, Frankfurt o. J. (8.6.1971)

21.06.1971:
Die KPD/ML-ZK Ortsgruppe Frankfurt gibt eine Ausgabe "Habt Mut zu kämpfen! Habt Mut zu siegen!" ihrer 'Rot Front!', die sonst in Ausgaben für Cassella (vgl. 8.6.1971, 21.6.1971) sowie für Hoechst Werk Höchst und Griesheim (vgl. 18.6.1971, 28.6.1971) erscheint, zur Chemietarifrunde (CTR) heraus. Berichtet wird von Hoechst sowie: "Die Kollegen der 3 Degussa-Betriebe stehen im Vollstreik. Seit gestern Nacht stehen an den Toren des Höchstbetriebes Casella Streikposten."
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt-RBG Hoechst, RBG Cassella: Chemiearbeiterkampf 1971 Analyse Bericht Dokumentation, Frankfurt o.J. (1971), S. 33; Rot Front! Habt Mut zu kämpfen! Habt Mut zu siegen!, Frankfurt 21.6.1971

21.06.1971:
Heute gibt die KPD/ML-ZK die Nr. 5 ihrer 'Rot Front!' bei Cassella Frankfurt (vgl. 21.6.1971, 28.6.1971) heraus mit dem Leitartikel "Für den geschlossenen Streik aller Chemiearbeiter! zur Chemietarifrunde (CTR).

Weitere Artikel sind:
- "Streikrecht für Lehrlinge!" von zwei Lehrlingen der Roten Garde (RG);
- "Selbstkritik" zu den beiden letzten Warnstreik-Flugblättern der 'Rotfront' (vgl. 27.5.1971, 28.5.1971); sowie
- "Was will die Rote Betriebsgruppe Cassella".
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt-RBG Hoechst, RBG Cassella: Chemiearbeiterkampf 1971 Analyse Bericht Dokumentation, Frankfurt o.J. (1971), S. 46 und 105; Rot Front! - Ausgabe Cassella Nr. 5, Frankfurt o. J. (1971)

28.06.1971:
In Frankfurt geben die Roten Betriebsgruppen Cassella und Hoechst der KPD/ML-ZK ein gemeinsames Extra "Fuer Urabstimmung und Vollstreik" ihrer 'Rot Front!' (vgl. 21.6.1971, 30.6.1971), die sonst in Ausgaben für Cassella (vgl. 21.6.1971) sowie für Hoechst Werk Höchst und Griesheim (vgl. 30.7.1971), wo sie als Nr. 6 gezählt wird, erscheint, zur Chemietarifrunde (CTR) heraus.

Enthalten sind auch die Artikel:
- "Nieder mit dem Terror der SPD Polizei!", wobei berichtet wird von Hoechst, aus Köln, von Merck Darmstadt, Glanzstoff Kelsterbach und Kalle Wiesbaden; sowie
- "Gemeinsame Streikfront der Arbeiter und Lehrlinge!", wobei auch auf die Demonstration in Höchst vom 23.6.1971 sowie den Streik bei den LAW Frankfurt Bezug genommen wird.

Beigeheftet ist das Flugblatt der Roten Garde (RG): "Arbeiterjugend - Kanonenfutter für die Kapitalisten!" mit dem Aufruf zur Solidaritätsdemonstration für den Bundeswehrdeserteur Theo Klems (vgl. 2.7.1971).
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt-RBG Hoechst, RBG Cassella: Chemiearbeiterkampf 1971 Analyse Bericht Dokumentation, Frankfurt o.J. (1971), S. 34; Rot Front! Extra Fuer Urabstimmung und Vollstreik, Frankfurt 28.6.1971;RG: Arbeiterjugend - Kanonenfutter für die Kapitalisten!, Frankfurt o. J. (1971)

30.06.1971:
Die KPD/ML-ZK Ortsgruppe Frankfurt gibt eine gemeinsame Ausgabe "Eine Festung nimmt man am besten von innen!" ihrer 'Rotfront' (vgl. 28.6.1971, 5.7.1971), die sonst für Cassella und für Hoechst erscheint, heraus, die "in mehreren Chemiebetrieben verteilt" wird, offenbar auch in Offenbach und Raunheim.

Abschließend wird festgehalten:"
Die Parole der Chemiearbeiter muß sein:
WEG MIT DER STAATLICHEN SCHLICHTUNG1

Offenbacher, Cassellaner, Caltex- und Degussa-Arbeiter und alle Streikenden in Hessen: Kämpft weiter gegen die Festung Farbwerke von außen. Hoechster: der Kampf ist noch nicht zu Ende. Draußen streiken die Kollegen weiter. Kämpft weiter für volle 120 Mark auf 12 Monate und das 13. Monatsgehalt. Wir brauchen es dringend."
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt-RBG Hoechst, RBG Cassella: Chemiearbeiterkampf 1971 Analyse Bericht Dokumentation, Frankfurt o.J. (1971), S. 35; Rot Front! Eine Festung nimmt man am besten von innen!, Frankfurt 30.6.1971

05.07.1971:
Die KPD/ML-ZK Ortsgruppe Frankfurt gibt eine gemeinsame Ausgabe "Kampf dem Verrat der IG-Chemie-Bonzen" ihrer 'Rotfront' (vgl. 30.6.1971), die sonst für Cassella und für Hoechst (vgl. 30.7.1971) erscheint, als letzte Ausgabe zur Chemietarifrunde (CTR) heraus.

Aufgerufen wird:"
Die fortschrittlichen Gewerkschafter müssen sich zusammenschließen, um in den Gewerkschaften gegen die Diktatur der Bonzen zu kämpfen. Es muß eine starke Gewerkschaftsopposition gebildet werden, die gegen jede Spaltung und Verrat auf der Seite der Arbeiterklasse in ihrem Kampf gegen die Kapitalisten steht."
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt-RBG Hoechst, RBG Cassella: Chemiearbeiterkampf 1971 Analyse Bericht Dokumentation, Frankfurt o.J. (1971), S. 35; Rot Front! Kampf dem Verrat der IG-Chemie-Bonzen, Frankfurt 5.7.1971

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