Gruppe Internationale Marxisten (GIM):
Vorschlag für eine Arbeitsgrundlage der GIM-Gruppe Frankfurt (1974)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 17.6.2016


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In dem hier dokumentierten Papier der GIM wird eine recht detaillierte Übersicht über die Entwicklung und die Praxis der Frankfurter Linken aber auch über die offenbar bisher bescheidene Intervention der GIM Gruppe Frankfurt gegeben.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

September 1974:
Vermutlich im Spätsommer wird ein "Vorschlag für eine Arbeitsgrundlage der GIM-Gruppe Frankfurt" verfasst. Dieser gliedert sich in die Punkte:
- "Einleitung und allgemeine politische Situation in Frankfurt";
- "Das Wesen der Politik des SPD-Magistrats";
- "Die extreme Linke", wozu es u.a. heißt: "Frankfurt ist wohl die einzigste Stadt der Bundesrepublik, in der alle Strömungen der extremen Linken vertreten sind."
- "Das Wohnungsproblem: Häuserkampf", in der die Rote Zelle Jura, "die politisch am weitest entwickelte Gruppe an der Universität";
- "Studentenbewegung in Frankfurt", in der nach der Spaltung des SDS die KPD/ML "eine beachtliche Stärke erlangte", wobei sich auch der Spontaneismus später z. T. aus ihr bildete. Die meisten Roten Zellen, außer der spontaneistischen Rotzjur gründeten den KSV Frankfurt, "die dominierende Gruppe an der Universität", die aber durch ihr "streikbrecherisches Verhalten im WiWi-Streik 72" dann auf 10 % der Stimmen bei der StuPa-Wahl absank, aber im Sommer 1973 dann umbenannt in KSB eine umfangreiche Selbstkritik herausgab und dessen Vorlesungskollektive den Unistreik initiierten und diesen auch am Fachbereich Wiwi ausschließlich trug, ihn dann auch uniweit nach dem Konzept der Roten Universität organisierte, die den Streik in der Stadt und vor den Betrieben bekanntmachte, während der KSV der KPD nichts Sinnvolles anbot und die SHI zuerst gar keine Rolle spielte, da die Spontis lieber Berufsperspektiven diskutierten. Durch die falsche Fahrpreiskampagne aber habe der KSB des KBW seinen dabei erlangten Einfluß schnell wieder verloren;
- "Öffentlicher Nahverkehr / FVV-Aktionen", wobei zunächst KBW und Spontis als Hauptströmungen der Linken behandelt werden, während die DKP eine bescheidene Nebenrolle gespielt habe. Durch die vom KBW versuchte totale Blockade der Zeil ab dem 26.5.1974 und seinen größenwahnsinnigen Versuch, den Magistrat zu stürzen sei die Bewegung schneller in "totale Konfusion und Demoralisierung" gestürzt worden;
- "Bilanz der Oberschülerarbeit der Schülergenossen der GIM/Ffm", die seit Anfang 1972 von 2 Genossen und seit dem NC-Streik 1973 als Gruppe betrieben werde, wobei die Junge Garde damals den Stadtschülerrat (SSR) führte. Engagiert habe man sich an der Kampagne gegen den Rausschmiß von Peter Schick (KPD) aus der Wöhlerschule im Januar 1974 und im Aktionsrat von KBW und KPD mitgearbeitet. Man gebe eine Zeitung 'Militant' heraus, habe sich Anfang 1974 in SSG umbenannt, die §218-Kampagne mitgetragen und eine Sympathisantengruppe in Offenbach aufgebaut;
- "Frauenbewegung in Frankfurt", einem der Zentren dieser Bewegung mit dem Weiberrat ab 1968, der mittlerweile unabhängigen RK-Frauengruppe, aus der vermutlich auch die Stadtteilfrauengruppen hervorgingen sowie der eher kleinen sozialdemokratischen Frauenaktion 70. Das Frauenzentrum Frankfurt, in dem alle Frauengruppen arbeiten, bestehe seit einem Jahr. Während die KJO mit einem Flugblatt Harakiri begangen habe sei die SAG-Frauengruppe kontinuierlich im Frauenzentrum aktiv, aber auch in Betrieben und habe sich am § 218-Tribunal beteiligt. Das §218-Komitee des KBW habe die Demonstration vom 24.3.1974;
- "Unsere politischen Aufgaben";
- - "1) Unsere Aktivität in innerbetrieblichen Kämpfen", wo man Kontakte zur Postgruppe knüpfe und in der ÖDTR 1974 eine "beispielhafte Initiative" zusammen mit anderen Gruppen zur Streikunterstützung ergriffen;
- - "2. Kampf gegen Wohnraumzerstörung und Bodenspekulation", wofür man Stadtteilkomitees aufbauen solle, die dann auch wieder Fahrpreiskämpfe mittragen könnten;
- - "3. Kampf für die Rechte der Jugend";
- - - "a)Kampf gegen die kapitalistische Ausbildungsmisere", wobei man unabhängige trotzkistische Gruppen an Schule und Hochschule aufbauen und die Schülerarbeit wiederaufbauen solle;
- - - "b) Kampf für die Rechte der Jugend in Freizeit und Familie" zur Jugendzentrumsbewegung, in die man über die Schülerzeitung intervenieren solle;
- - - "c) Antimilitaristische Arbeit" wobei die antimilitaristischen Komitees in den schulen gegründet werden sollen;
- - "4. Unsere Aufgaben in der Frauenbewegung"
- "Einige Bemerkungen zur propagandistischen Arbeit, zur Durchführung von Kampagnen und zur Schulungsarbeit".
Quelle: N. N.: Vorschlag für eine Arbeitsgrundlage der GIM-Gruppe Frankfurt, O. O. (Frankfurt) o. J. (1974)

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Letzte Änderung: 17.06.2016