T. Böhmer / G. Jacob / K. Weber: „Wer gewinnt wen? Die Opportunisten betreiben die Anpassung der Arbeiterbewegung an den Liberalismus“ (1978)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, August 2014

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Vom „Kommunistischen Arbeiterbund - Gruppe Revolutionärer Weg“ in Frankfurt/M. wird im November 1978 das Buch „Wer gewinnt wen? Die Opportunisten betreiben die Anpassung der Arbeiterbewegung an den Liberalismus“ herausgegeben. Bei einem der Verfasser handelt es sich um G. Jacob, der 1976 wegen „Liquidatorentums“ aus dem KABD/RJVD ausgeschlossen wurde und eine eigene Gruppe, den „Kommunistischen Arbeiterbund - Gruppe Revolutionärer Weg“, gründete. Dazu erschien vom KABD der „Revolutionäre Weg 15“ unter dem Titel „Kampf dem Liquidatorentum“. Er wandte sich fast ausschließlich gegen G. Jacob und den von ihm angeblich usurpierten ehemaligen Namen des KABD.

Zum besseren Verständnis, wie es zur Bildung der Gruppe „Revolutionärer Weg“ und zur Herausgabe des Buches kam, sind hier die Datensätze aus der Chronik „Materialien zur Analyse von Opposition“ zu G. Jacob 1976/77 zusammengestellt.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

24.01.1976:
Es beginnt ein zweitägiges Plenum der Zentralen Leitung (ZL) des KABD. Die Zentrale Kontrollkommission (ZKK) brandmarkte, laut MLPD (2), „die Linie der Klausurtagung als linksopportunistisch mit rechten Fehlern und erteilte dem Sekretariat eine Verwarnung wegen Behinderung der Kontrolltätigkeit. Es begann ein Kampf von bisher nicht dagewesener Schärfe. Erstes Ergebnis war eine Spaltung der Zentralen Leitung … Zu den hartnäckigen Verfechtern der Linie der Klausurtagung gehörte auch Günther Jacob”. Laut MLPD (2) gab es „für die Zentrale Kontrollkommission nur eine Lösung zur Vermeidung eines Untersuchungsverfahrens gegen die Zentrale Leitung; die Einbeziehung der Mitglieder aller drei Organisationen in den Verlauf der Untersuchung gegen die falsche Linie der Zentralen Leitung durch Entfaltung einer Kritik-Selbstkritik-Bewegung zuerst im KABD und später auch in den beiden Jugendorganisationen”.

Laut MLZ Neu Isenburg kritisiert die ZKK auch die „Absetzung des ‚Agitatorischen Sturms’ durch die ZL” und stellt u. a. fest: „Wer sich beim Parteiaufbau auf die Aneignung der Theorie beschränkt, wird einseitig, trennt die Theorie von der Praxis … Hauptseite Theorie öffnet dem intellektualistischen Führungsanspruch Tür und Tor.”

Quintessenz der Vorwürfe der ZKK: Die ZL würde die Beschlüsse des 2. ZDT des KABD liquidieren.
Quelle: ML-Zirkel Neu-Isenburg: Analyse der Spaltung des KABD - 1976, Neu-Isenburg, März 1977.

19.03.1976:
Das ZL-Mitglied des KABD, Günther Jacob, stellt, laut MLZ Neu Isenburg, in einem Brief u. a. fest: „Der ZKK- Aufruf stellt nicht die gesamte Situation im KABD in Rechnung, er analysiert nicht grundsätzlich.”
Q: ML-Zirkel Neu-Isenburg: Analyse der Spaltung des KABD - 1976, Neu Isenburg, März 1977, S. 63f.

11.04.1976:
Gegen Günther Jacob, ZL- Mitglied des KABD, wird ein Untersuchungsverfahren der ZKK eingeleitet. Er wird von der ZKK, laut MLZ Neu Isenburg, aller seiner Funktionen enthoben.
Q: ML-Zirkel Neu Isenburg: Analyse der Spaltung des KABD - 1976, Neu Isenburg, März 1977, S. 76; KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 5f,; MLPD-ZK: Geschichte der MLPD, II. Teil, 1.Halbband, Düsseldorf 1986, S. 213ff.; KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 1, o. O., 10.5.1976.

14.05.1976:
Von der ZKK des KABD wird die „ZKK Mitteilung” Nr. 3 herausgegeben. Sie enthält einen Briefwechsel zwischen Günther Jacob und Willi Dickhut.
Q: KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 26ff.; KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 3, o. O., 14.5.1976.

April 1976:
Auf dem April-Plenum der Verbandsleitung (VL) des RJVD des KABD soll, laut MLPD (2), „die Mehrheit der Verbandsleitung … die Jacob-Linie” verurteilt haben.
Q: MLPD-ZK: Geschichte der MLPD, II. Teil, 1.Halband, Düsseldorf 1986, S. 220.

April 1976:
Auf ihrem April-Plenum 1976 verwirft die ZKK des KABD die 21 „Thesen” der ZL des KABD und erklärt, dass sie vom „Marxismus-Leninismus abweichen und der Linie des KABD unversöhnlich gegenüberstehen” würden. G. Jacob sei „mittels eines Untersuchungsverfahrens der ZKK außer Dienst”.
Q: KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 9ff.

21.04.1976:
Im KABD erscheint eine „Mitteilung der ZKK an alle Leitungen zur Information der Mitglieder - Aufruf zur Kritik-Selbstkritik-Bewegung.” Dieser Aufruf wird als Fortsetzung des Aufrufs „Kampf gegen Liberalismus und Liquidatorentum” bezeichnet. Die ZKK des KABD gibt auch bekannt, dass gegen das ZL- Mitglied und Jugendbeauftragten G. Jacob ein Untersuchungsverfahren eingeleitet wurde. Laut KAB Saar hatte Jacob die Stellungnahme des KABD zu KSG und RJVD erarbeitet und auf eine selbstkritische Untersuchung des KABD gedrängt. Der Landesinstrukteur Saar protestiert in einem Brief an die ZL gegen die Absetzung von Jacob.
Q: KABD-ZKK: Mitteilung, o. O., 21.4.1976; Arbeiterzeitung, Nr. 1, Völklingen, Juni 1976, S. 8; KABD Frankfurt: Dokumente, Nr. 1, Frankfurt 1976, S. 1; ML-Zirkel Neu Isenburg: Analyse der Spaltung des KABD - 1976, Neu Isenburg, März 1977, S. 77.

Mai 1976:
Im KABD wird von der Landesleitung NRW ein „Arbeitsplan des Landesverbandes NRW” erarbeitet, der Gültigkeit bis zum Januar 1977 hat:
„Mit großem persönlichen Einsatz, der geprägt ist von revolutionärem Schwung, wie ihn unsere Organisation noch nicht kannte, gingen unsere Genossen daran, die Jacob-Fraktion ideologisch-politisch zu zerschlagen. Alle Mitglieder sind der festen Überzeugung , dass wir in einer gesunden zukunftsträchtigen Organisation sind, dass wir fähig und jederzeit bereit sind, alle Angriffe auf den KABD zu zerschlagen, dass wir alle Fehler und Mängel im KABD überwinden können … Der KABD strahlt einen gesunden revolutionären Geist aus. Das ist ein Klima, indem sich die Kader schnell entwickeln, in dem sich die gesamte Tätigkeit unserer Organisation auf ein qualitativ höheres Niveau entwickelt. Die LL-NRW ist bestrebt, diese guten Bedingungen zu nutzen, um die Organisation mit Hilfe aller Mitglieder voranzubringen, um unserer historischen Aufgabe einen Schritt näher zu kommen.”

Der vorliegende Arbeitsplan hat nach Auffassung der LL-NRW folgende Probleme zu lösen:
„1. Welche Bedeutung hat für uns die Kritik-Selbstkritik-Bewegung und wie führen wir sie durch?
2. Welche Bedeutung hat die Schulung zur dialektischen Methode und in welcher Beziehung steht die Schulung zur Kritik-Selbstkritik-Bewegung?
3. Wie packen wir die praktischen Aufgaben der Entfaltung selbständiger Kämpfe an? In welchem Zusammenhang steht dies mit unserer Agitation und Propaganda zur Bundestagswahl und wie verbinden wir diese Aufgaben mit der Kritik-Selbstkritik-Bewegung?
4. Wie verbessern wir im Rahmen der Kritk-Selbstkritik-Bewegung und unserer praktischen Tätigkeit die Zusammenarbeit mit RJVD und KSG?”

Als Hauptaufgabe gilt „die Kritik und Selbstkritik-Bewegung im KABD”. Ursache der Spaltung des KABD ist nach Auffassung der LL „die kleinbürgerliche Jacobgruppe” und der „kleinbürgerliche Zirkelzustand“, der nach wie vor als „vorherrschend” bezeichnet wird.
Q: KABD-LL NRW: Arbeitsplan des Landesverbandes NRW, o. O., Mai 1976.

10.05.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK- Mitteilung Nr. 1”. Sie ist an alle Leitungen des KABD, RJVD und der KSG gerichtet. Sie ist die erste von 40 Mitteilungen, die bis zum 29.7.1976 an alle Zellen und Grundeinheiten von KABD, KSG und RJVD ergehen und den Vermerk ‚Zum Verlesen’ tragen. In den „ZKK- Mitteilungen” werden auch Resolutionen aus allen Ortsgruppen der drei Organisationen des KABD abgedruckt. Sie enthalten ausschließlich eine Verurteilung der ‚Liquidatoren’ und eine Unterstützung des Vorgehens der ZKK des KABD. Insgesamt treffen, laut MLPD (2), „120 Resolutionen bei der Zentralen Kontrollkommission ein. Sie waren eine einzige Anklage gegen den Verräter Günther Jacob und kennzeichneten eine breite und tiefgehende Bewegung der Verurteilung der linksopportunistischen Linie”.

Die ZKK formuliert in der Nr. 1: „Seid wachsam gegen Liquidatorentum in den Reihen unserer Organisation … Was sich jetzt abspielt, ist der bisher gefährlichste Angriff nicht nur auf unsere korrekte Linie, sondern auch auf unsere Organisation. Teilt der ZKK sofort alle Bestrebungen mit, die unsere drei Organisationen schädigen.” Gewarnt wird auch, dass „inzwischen … einzelne Mitglieder der VL Angriffe auf die ZKK” führen.

In der Nr. 1, die als vertraulich kursiert, wird auch bekanntgegeben, dass ein Untersuchungsverfahren (am 11.4. eingeleitet) gegen das ZL- Mitglied und Jugendbeauftragten Günther Jacob eingeleitet worden ist. Günther Jacob wird später vor allem mit dem KAB(RW) bekannt. Heftigst wird er des weiteren von W. Dickhut im RW 15 („Kampf dem Liquidatorentum“) bekämpft.
Q: KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 5f.; ML-Zirkel Neu Isenburg: Analyse der Spaltung des KABD - 1976, Neu-Isenburg, März 1977, S. 85ff.; MLPD-ZK: Geschichte der MLPD, II. Teil, 1. Halbband, Düsseldorf 1986, S. 221 und S.228ff.; KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 1, o. O., 1976.

17.05.1976:
Im KABD erscheinen die „ZKK Mitteilungen” Nr. 5 und 6. Günther Jacob wird in der Nr. 5 vorgeworfen, dass er zur „Bildung einer organisationsfeindlichen Fraktion” übergehe.

In der Nr. 6 gibt die ZKK bekannt: „Jetzt ist es soweit! Die Liquidatoren unter Führung von Günther Jacob haben den Schritt der Spaltung vollzogen, indem die Ortsgruppe des RJVD Frankfurt und die Ortsgruppen des Saargebiets ihren Austritt aus dem Jugendverband erklärt haben. Auch die Ortsgruppe der KSG/Ffm. hat ihren Austritt erklärt.”

Die ZKK gibt des weiteren bekannt, dass das ZL- Mitglied „Günther … ohne weiteres Verfahren aus dem KABD mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen” wird.
Q: KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 5 und 6, o. O., 17.5.1976; MLPD-ZK: Geschichte der MLPD, II. Teil, 1. Halbband, Düsseldorf 1986, S. 222; KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 46 bzw. S.66

18.05.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK- Mitteilung” Nr. 7. Hier versucht die ZKK, laut MLZ Neu Isenburg, u. a., die Theorie von der „lang vorbereiteten Spaltung” des KABD aufzustellen. Günther Jacob habe die Spaltung „von langer Hand vorbereitet”.
Q: ML-Zirkel Neu Isenburg: Analyse der Spaltung des KABD - 1976, Neu Isenburg, März 1977, S. 90; KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 70

20.05.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK Mitteilung” Nr. 9. Nach dieser Mitteilung soll G. Jacob bereits eine fest organisierte Gruppe gebildet haben, die mit „Lügen und Fälschungen” arbeitet und auch vor Diebstahl nicht zurückschreckt. Laut MLZ Neu Isenburg verschwindet der sachliche Ton in den Auseinandersetzungen. Beschimpfungen und Hetze kennzeichnen jetzt die „ZKK- Mitteilungen”.
Q: ML-Zirkel Neu Isenburg: Analyse der Spaltung des KABD - 1976, Neu Isenburg, März 1977, S. 92; KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 79f.; KABD-ZKK: Mitteilung, o. O., 20.5.1976.

26.05.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK- Mitteilung” Nr. 15. Die ZKK des KABD versucht, laut MLZ Neu Isenburg, „die Geschichte vom Karrieristen Gü. und seines von langer Hand vorbereiteten Liquidatorentums” zu beweisen. Günther Jacob wird unterstellt, dass er seine Karriere im KABD zielstrebig aufgebaut und die „Usurpierung der Führung im KABD … von langer Hand vorbereitet” habe.
Q: KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 15, o. O., 26.5.1976; KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 111f.; ML-Zirkel Neu Isenburg: Analyse der Spaltung des KABD - 1976, Neu Isenburg, März 1977, S. 97.

29.05.1976:
Im KABD findet eine zentrale Funktionärskonferenz statt.
Dem Referat eines Mitgliedes der Zentralen Kontrollkommission (ZKK) zufolge sind die Angriffe des „Karrieristen G. Jacob und seiner Anhänger … die bisher gefährlichsten … auf unsere proletarische Organisation seit ihrem Bestehen.” Das Referat soll aufzeigen, wie „G. Jacob zu einem Verräter an unserer Sache” geworden ist.
Q: KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 14ff.; KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 21, o. O., 4.6.1976.

31.05.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK Mitteilung” Nr. 19: „Von allen linksopportunistischen Gruppen, von der KPD/ML bis zu den Trotzkisten sind die führenden Leute der Jacob-Gruppe die größten Demagogen. Sie haben die Methoden der konterrevolutionären Parteifeinde in China übernommen.”

Ihre Umbenennung in Kommunistischer Arbeiterbund (Revolutionärer Weg) - KAB(RW) - wird zum Anlass genommen, ihnen einen „revisionistischen Weg” zu unterstellen: „In ihrer unerhörten Demagogie will die Jacob-Gruppe so weit gehen, die Namen unserer Organe, REVOLUTIONÄRER WEG und REBELL zu stehlen, um unsere Organe in der Öffentlichkeit durch eine linksopportunistische Linie in Misskredit zu bringen und die Arbeiter zu verwirren, sie dem Klassenfeind gegenüber wehrlos zu machen. Das ist eine konterrevolutionäre Handlung im kleineren wie in China im größeren Umfang angewandt wurde.”
Q: KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 19, o. O., 31.5.1976; KAB(RW): Arbeitshefte, Nr. 3, Frankfurt 1977, S. 13.

04.06.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK Mitteilung” Nr. 21. Inhalt ist eine „Zusammenfassung des bisherigen Kampfes gegen die linksopportunistische Jacob-Gruppe” in einem Referat von einer zentralen Funktionärskonferenz.
Q: KAB(RW): Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf, Frankfurt 1976, S. 14ff.; KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 21, o. O., 4.6.1976.

12.06.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK Mitteilung” Nr. 25. Die ZKK des KABD verurteilt darin die „Jacob-Liquidatoren” und ruft zur „völligen Zerschlagung der Jacob-Gruppe” auf. Ergebenheitsadressen werden von folgenden OGs abgedruckt:
- KABD OG Neustadt/Coburg,
- RJVD-LMK Bayern,
- KABD- Zelle Schwäbisch Gmünd,
- KSG OG Darmstadt,
- KABD Sympathisantengruppe Berlin (West).
Q: KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 25, o. O., 12.6.1976.

21.06.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK Mitteilung” Nr. 29. Danach wird das „Jacob-Liquidatorentum” von folgenden OGs verurteilt:
- KABD-Mahle-Zelle Stuttgart,
- RJVD-OG Schwäbisch-Gmünd,
- KABD-OG Nürnberg,
- RJVD-Ortsleitung Aschaffenburg,
- KSG-OG Mannheim,
- Montagekollektiv Tübingen,
- KSG-GE Geschichte Berlin,
- RJVD-OG Tübingen,
- RJVD-OG Esslingen,
- KABD-GE Zanker Tübingen
- KSG-OG Bochum/Essen,
- KSG-OG Köln,
- Unterstützungskollektiv Oberhausen-Essen.
Q: KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 29, o. O., 21.6.1976.

03.07.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK Mitteilung” Nr. 34. Inhalt: „Die Jacob-Gruppe hat es geschafft, sie hat den ungeteilten Beifall der Linksopportunisten der KPD(AO) und der Rechtsopportunisten des KB(Nord).”
Q: KAB(RW): Arbeitshefte, Nr. 3, Frankfurt 1977, S. 27f.; KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 34, o. O., 3.7.1976.

06.07.1976:
Im KABD erscheint die „ZKK Mitteilung” Nr. 35. Dieser ZKK- Mitteilung zufolge wird das „Jacob-Liquidatorentum” von folgenden OGs verurteilt:
- KABD Zelle Schwäbisch Gmünd,
- RJVD OG Ratingen,
- RJVD OG Darmstadt,
- KSG Grundeinheit 3 Tübingen,
- Lichtsatzkollektiv Tübingen.
Q: KABD-ZKK: Mitteilung, Nr. 35, o. O., 6.7.1976

29.07.1976:
Im KABD erscheint mit der Nr. 40 die letzte „ZKK- Mitteilung. Dabei geht die ZKK von folgender Position aus: „Die Jacob-Gruppe hat sich nicht nur ideologisch-politisch, sondern auch moralisch selbst erledigt … Die ZKK wird hiermit von weiteren Mitteilungen Abstand nehmen, sie haben ihren Dienst getan und den Liquidatoren pausenlos Schläge versetzt.”
Q: KABD-ZKK: Mitteilung, o. O., 29.7.1976.

18.12.1976:
Der KABD beginnt, nach eigenen Angaben, mit seinem 3. Zentralen Delegiertentag (ZDT), der bis zum 20.12.1976 dauert und dann vertagt wird. Die Tagesordnung für den ZDT ist in folgende Punkte gegliedert:
- Rechenschaftsbericht der Zentralen Leitung,
- Rechenschaftsbericht der ZKK,
- Diskussion und Beschlussfassung über die Resolution der ZL und ZKK,
- Beschlussfassung über Statut und ZKK- Richtlinien,
- Bericht des Kassierers und der Revisionskommission,
- Geheime Wahl für die Zentralen Gremien,
- Entschließungen,
- Bekanntgabe der Wahlergebnisse.

Von der MLPD (2) heißt es dazu: „Der 3. Zentrale Delegiertentag des KABD legte als Hauptaufgabe die Entfaltung der Kämpfe der Arbeiterklasse fest … Der 3. Zentrale Delegiertentag hatte die Weichen für den weiteren Parteiaufbau entsprechend dem Rechenschaftsbericht gestellt. Dennoch traten im Rechenschaftsbericht auch erhebliche Fehler auf, die einige Delegierte veranlassten, einen Antrag auf Ablehnung zu stellen. Hauptkritik bestand darin, dass die Zusammenfassung der ideologischen, politischen und organisatorischen Tätigkeit der Mitglieder so gut wie gar nicht bewältigt worden war. Dieser Ablehnungsantrag löste eine Debatte über die grundlegenden Gesichtspunkte einer Rechenschaftslegung aus, vor allem über die Frage, wann ein Rechenschaftsbericht abgelehnt werden muss.” Schließlich wird nach langer Diskussion doch der Rechenschafsbericht angenommen. Gegen Mitglieder der ZL des KABD wird eine strenge Rüge als Parteistrafe ausgesprochen. „Mit Ablauf des 3. Zentralen Delegiertentages schied auch Willi Dickhut aus der Zentralen Kontrollkommission aus, um sich vornehmlich auf die Aufgabe als Leiter des theoretischen Organs Revolutionärer Weg zu konzentrieren.”

In den veröffentlichten Dokumenten wird u. a. berichtet, dass die zentrale Ebene des KABD im Sommer nach NRW (Düsseldorf) umgezogen sei. Momentan gebe es die Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern und NRW. Die Landesaufbaugruppe Nord sei im Frühjahr wieder neu gebildet worden. Die OG Frankfurt der KSG/ML bestehe seit ca. sechs Monaten zu über 60% aus berufstätigen Intellektuellen, von diesen verfüge man auch in Berlin über ca. 50 und über weitere in Freiburg.

Laut AB befasst sich der KABD vor allem mit dem Kampf gegen den Ökonomismus und die „seminarmarxistischen … parteifeindlichen” Jacob-Leute. Der AB äußert sich positiv zum KABD, im Gegensatz zu „kleinbürgerlichen Opportunisten und Liquidatoren” wie den Führern des KB, KBW und der KPD/ML bzw. der Jacob-Gruppe.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung, Nr. 108, München, 20.3.1977; KABD: Dokumente des 3. Zentralen Delegiertentages des KABD, 1.Teil und 2.Teil, o. O., o. J.; MLPD-ZK: Geschichte der MLPD, II. Teil, 1. Halbband, Düsseldorf 1986, S. 243ff.; KABD: Einladung zum 3. Zentralen Delegiertentag des KABD, o. O., 1976.

12.03.1977:
Ein Plenum der Verbandsleitung des RJVD des KABD findet statt. Laut MLPD (2) beschloss die ZKK des KABD zuvor „die allgemeine Untersuchung der Tätigkeit der Verbandsleitung seit der Spaltung durch die Jacob-Liquidatoren. Bei dieser Untersuchung merkte die Zentrale Kontrollkommission bald, dass es mit der Untersuchung der Verbandsleitung nicht allein getan war, sondern dass es um Widersprüche im gesamten Verband ging und letztlich um die Politik des KABD gegenüber seinem Jugendverband … Das Plenum der Verbandsleitung am 12. März 1977 war wohl die bisher längste und härteste Auseinandersetzung. Aber am Ende stand ein neues Sekretariat, und zum politischen Leiter des RJVD wurde Stefan Engel gewählt. Eine Wende in der Leitungstätigkeit wurde eingeleitet. Dies schlug sich praktisch nieder in der Ausrichtung des Verbandes zur 35-Stundenwoche, zum Streikrecht, zur 1.Mai-Kampagne sowie zur Durchführung von Sommerzeltlagern 1977 und zur Erarbeitung des Rechenschaftsberichtes für den Verbandsdelegiertentag”.
Q: MLPD-ZK: Geschichte der MLPD, II. Teil, 1. Halbband, Düsseldorf 1986, S. 288.

April 1977:
Erstmals erscheint in Frankfurt der „Revolutionäre Weg” als Organ des „Kommunistischen Arbeiterbundes - Revolutionärer Weg”, d.h. fast der gesamten ehemaligen Anhängerschar des KABD am Ort, die von diesem u. a. als „Jacob-Gruppe” bezeichnet werden. Berichtet wird u. a. vom Austritt einer Gruppe aus KBW und GUV Frankfurt.
Q: Revolutionärer Weg, Nr. 1, Frankfurt, April 1977.

November 1978:
Von T. Böhmer, G. Jacob und K. Weber erscheint das Buch: „Wer gewinnt wen? Die Opportunisten betreiben die Anpassung der Arbeiterbewegung an den Liberalismus“. Herausgegeben wird es von der „Gruppe Revolutionärer Weg“ in Frankfurt am Main im Selbstverlag.

In der Vorbemerkung heißt es: „Dieses Buch leistet eine Kritik an aktuell verbreiteten opportunistischen Ansichten anhand der Kritik einiger kleiner Zirkel. (Gruppen um ‚Volk und Wissen‘ ) Die Kritik der Linie der Anpassung des Kampfes der Arbeiterbewegung an den Liberalismus, an der Linie der Abstumpfung des feindlichen Gegensatzes zwischen Bourgeoisie und Proletariat ist der Leitgedanke dieses Buches.

Die Existenz und die konkreten Ergebnisse dieser Linie werden bewiesen und aufgezeigt anhand der Behandlung wichtiger Grundfragen der revolutionären Bewegung und aktueller Ereignisse. Diese Linie wird zurückverfolgt zu ihren wichtigsten Quellen, darunter dem Opportunismus wichtiger Vertreter der II. Internationale. Die Vertreter der in diesem Buch kritisierten Ansichten propagieren politisch die Verteidigung der kapitalistischen Republik, lehnen es ab, den Kampf um Demokratie entschieden revolutionär zu führen. Sie kommen nicht umhin, die Programmatik der Marxisten-Leninisten anzugreifen, und den Parteiaufbau zu sabotieren. Eine - von uns auch aufgezeigte - Grundlage des Schwankens etlicher Gruppierungen besteht in der Beschränkung der Kritik auf die Kritik des Imperialismus bzw. die Kritik von Faschismus und Krieg bei Auslassung der Kritik der Warenproduktion als der Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise.“

Inhaltlich gliedert sich das Buch in:
Teil A
1. Veteranentreffen überall. Die Polarisierung zwischen Marxismus-Leninismus und Opportunismus wird beklagt. Neue Angriffe auf den Marxismus-Leninismus werden vorbereitet.
1) Vom Marxist- Leninist zum Antifaschist. Vom Antifaschist zum
Antibarbar
2) Einiges über Anhänger und Linie der Gruppen um ‚Volk und Wissen‘ - eine Initiative aus Bonn
- eine Initiative aus Wuppertal
- eine Initiative aus Frankfurt
- der dazugehörige Gegenpol
- Überblick über das ideologische Spektrum
3) Das Bild der Gruppe ‚Volk und Wissen‘ von der westdeutschen marxistisch-leninistischen Bewegung und von ihrer Rolle darin

II. Zur Kritik der Plattform der Gruppe ‚Volk und Wissen‘

III. Parteiaufbau, Programm und Klassenanalyse
1) Der Aufbau der Kommunistischen Partei muss vorangetrieben werden
2) Die Einheit der Marxisten-Leninisten muss auf programmatisch richtiger Grundlage beruhen
3) Über einige Versuche, die Einheit der Marxisten-Leninisten zu hintertreiben
a)Erfindung einer neuen Etappe im Parteiaufbau
b) Die Gruppe ‚Volk und Wissen‘ über Programm und Klassenanalyse
c) Einschub: Kurzer Überblick über die Broschüre ‚Deus ex machina‘ der Gruppe ‚Volk und Wissen‘
d) Mystifizierung der Klassenanalyse
4) Die Klassenanalyse ist eine fundamentale Methode des Marxismus-Leninismus zur Erkenntnis der Verhältnisse

IV. Ohne Kritik der Politischen Ökonomie versumpft die Kritik an den Erscheinungsformen des Imperialismus
1) Ein Scheinangriff auf die eurorevisionistischen und Kathedersozialistischen Ökonomen soll die Kritik der Politischen Ökonomie per Definition verdrängen und damit die genaue Kennzeichnung der verderblichen Folgen des Kapitalismus verhindern
2) Falsche Darlegung der allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitalismus. Die Gruppe ‚Volk und Wissen‘ über Produktion und Reproduktion
3) Die Kritik am Imperialismus kommt von rechts, weil die Kritik am Kapitalismus nicht geleistet ist
4) Großes Lob für die Bourgeoisie, die ‚unerwartet‘ die Produktivkräfte steigert und die Produktion meistert.
a) Wachsen die Produktivkräfte im Imperialismus ‚ungeahnt‘ insgesamt sprunghaft an?
b) Einschub: Die ‚wesentlich korrekte Darstellung‘ des Kapitalismus in der Schrift ‚Deus ex machina‘ der Gruppe ‚Volk und Wissen‘
5) Das Monopol - Übergang vom Kapitalismus zu einer höheren Ordnung 6) Das ständige Anwachsen des Staatsapparates im Imperialismus wird auf jede Weise bagatellisiert
7) ‚Materialien gegen die Fabrikgesellschaft‘ von der Gruppe
‚Volk und Wissen‘
8) Die Marxsche Kritik der Politischen Ökonömie ist keine ökonomische Theorie im üblichen Sinn
9) Politische Ökonomie und theoretische Aufgaben

V. Demokratie und Imperialismus
1) Über die Rolle des Proletariats in den bürgerlichen Revolutionen und die demokratischen Aufgaben der proletarischen Revolution
a) Das Proletariat in den frühen bürgerlichen Revolutionen
b) Das Proletariat in der Revolution von 1848 in Deutschland
c) Das Proletariat in der Revolution von 1905 in Russland
d) Was war der Klassencharakter der ‚wilhelminischen Herrschaft‘?
e) Die Jagd nach ‚Besonderheiten‘ entspringt dem Unverständnis über das Grundlegende
2) Die Anhänger des imperialistischen Ökonomismus verwechseln Politik und Ökonomik des Imperialismus
3) Kann man heute ‚Radikaldemokrat‘ sein, wenn man Angst vor dem Sozialismus hat?
a) Die ‚demokratischen Persönlichkeiten‘ und die Arbeiterklasse. Wer gewinnt wen?
b) Russell-Tribunal: Gericht ohne staatliche Gewalt. Die reine Rechtsidee soll die demokratische und revolutionäre Bewegung zersetzen
c) Grüne Listen: Mit der ‚radikaldemokratischen Opposition‘ in ‚die Arbeiterklasse vorstoßen‘
4) Der ‚demokratische Kampf‘ dieser Richtung ist Anpassung des Kampfes der Arbeiterklasse an den Liberalismus
a) Der ‚demokratische Kampf‘ wird nur als Abwehrkampf gegen Faschismus und Krieg propagiert
b) Vorwürfe an die Volksmassen vom Standpunkt eines Verfassungsrichters
c) Der Einfluss des modernen Revisionismus
5) Imperialistischer Ökonomismus und Fatalismus
a) Der ‚nutzlose‘, aber notwendige Kampf für einen Friedensvertrag
b) Einschub: Einige Hinweise zu der Broschüre ‚Krieg und Frieden in Europa und die Ostpolitik der BRD‘

VI. über den Zusammenhang von Ökonomismus und Chauvinismus
1) Die Bourgeoisie spaltet mit Chauvinismus - die Opportunisten weichen zurück
a) Die Bourgeoisie versucht die Kampfeinheit zwischen der Arbeiterklasse und den unterdrückten Völkern mit Hilfe der Arbeiteraristokratie zu sabotieren
b) Die Bourgeoisie schwingt die Peitsche. Die Ökonomisten gehen immer mehr zum Chauvinismus über

VII. Bürgerliche Skizze der Klassenwidersprüche und Klassenkämpfe in China, Apologetik des Imperialismus und Zurückweisung der Erfahrungen des Weltproletariats
1) Vertuschung der Klassengegensätze in China
2) Spießerweisheiten über die sogenannte ‚Anti-Konfuzius-Kampagne‘ 3) Die Verteidigung der Maotsetungideen ist aktuell notwendig
4) Inwiefern stehen in den imperialistischen Ländern ‚andere Fragen im Vordergrund‘ als in den Ländern der 3. Welt?

Teil B
I. Plechanow - Mitbegründer des Bolschewismus?
1) Einige neue Entdeckungen über den Parteiaufbau in Russland
2) Die Ersetzung des Materialismus durch Objektivismus verwischt
die Klassenfronten
3) Zwei Arten, das Proletariat zum Kampf um Demokratie aufzufordern

II. Die Haltung zum Revisionismus ist eine Scheidelinie zwischen Marxismus und Opportunismus
1) Durch Auflösen des Kampfes in akademischen Disput kann man den Revisionismus nicht schlagen
2) Ausweichen vor der Staatsfrage bedeutet Sieg des Revisionismus

III. Zwei Linien in der demokratischen Revolution
1) Ökonomismus heißt politisch Unterordnung unter die liberale Bourgeoisie
2) Wird die Revolution geschwächt, wenn die Liberalen abschwenken? 3) Bußfertige Reden eines entkräfteten Intellektuellen

IV. Vom Opportunismus zum Sozialchauvinismus

V. Leninismus oder Plechanowerei?

VI. Auflösung aller Grenzen zum Revisionismus

Anhang: Die seltsamen Quellen der ‚Gegner von Plagiaten‘ Anmerkungen.

In der Vorbemerkung des Buches heißt es u. a.: „Die internationale Lage ist weiterhin gut für die revolutionären Kräfte und schlecht für den Imperialismus. Die internationale Lage ist jedoch komplizierter geworden. Der Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat ist unversöhnlich.

Die Fesselung und Unterdrückung der Arbeiterklasse durch Reformismus und Revisionismus erschwert aber den Kampf der Dritten Welt, die die Hauptkraft im Kampf gegen Imperialismus, Kolonialismus und Hegemonismus bildet. Die Imperialisten, vor allem die beiden Supermächte nutzen dies und auch die inneren Widersprüche der Dritten Welt selbst, um die Dritte Welt anzugreifen. Die Grundlage der Herrschaft von Reformismus und Revisionismus liegt im Imperialismus, in der Ausbeutung und Unterdrückung fremder Länder. Der Kampf der Befreiungsbewegungen und alle anderen anti-imperialistischen Maßnahmen der Völker und Nationen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas verbessern daher die Bedingungen für die Sprengung der reformistischen und revisionistischen Fesseln. Auch der Druck der imperialistischen Konkurrenz der Supermächte auf die Länder der Zweiten Welt wirkt in diese Richtung. Die Imperialisten, vor allem die beiden Supermächte bereiten den Krieg um Europa vor, in dem sie die Entscheidung über die Weltherrschaft suchen müssen.

Diesem Krieg durch die Revolution zuvorzukommen, oder - wenn das nicht gelingt - ihn durch die Revolution zu beenden - ist die Aufgabe der Arbeiterklasse.

Vom Misserfolg oder Erfolg beim Aufbau der Kommunistischen Partei in Westdeutschland hängt es ab, ob diese Aufgabe erfüllt wird. Um die Partei aufzubauen, ist es nötig, die Konkurrenz auf dem Weltmarkt, die Grundlage also der Bewegungen in den Beziehungen zwischen den Ländern und der Widersprüche in den einzelnen Ländern selbst zu analysieren. Ebenso ist es notwendig den konkreten Verlauf der Verschärfung der Ausbeutung, der absoluten Verelendung, der imperialistischen Expansion, der Ausplünderungspläne der Regierung, usw. zu analysieren …

In allen Ecken und Winkeln setzen sich die Opportunisten fest, bezeichnen die Verschärfung des Klassengegensatzes als Zunahme der ‚Repression‘, ersetzen den Kampf gegen die Bourgeoisie durch den Kampf gengen ‚rechts‘. verbreiten sich über die ‚Krise des Marxismus‘ und beschreiben die ‚Stärke der Bourgeoisie‘ in leuchtenden Farben. Seitjeher sucht der aktuelle Opportunismus Waffen in dem Opportunismus der Vergangenheit. Soweit er im Gewande des Marxismus-Leninismus auftritt, bieten die Halbheiten und Abweichungen bestimmter revolutionärer (oder zeitweise revolutionärer) Führer der II. Internationale einen guten Ansatzpunkt. Ebenso bestimmte Fehler der revolutionären Parteien der III. Internationale. Sozialchauvinismus und Kautskyanertum, das offene oder versteckte Abschwenken von den Maotsetungideen, all das hat die ideologisch-politische Spaltung zwischen den gegebenen Gruppen der revolutionären Bewegung Westdeutschlands vertieft … Dieser Prozess führt unter anderem zur Entstehung kleiner und kleinster Zirkel. In diesem kompliziert verlaufenden Polarisierungsprozess entstand auch unsere Gruppe wie auch die Gruppen um ‚Volk und Wissen‘. Dieses Buch leistet eine Kritik an aktuell verbreiteten opportunistischen Ansichten anhand der Kritik einiger kleiner Zirkel. Die Kritik der Linie der Anpassung des Kampfes der Arbeiterbewegung an den Liberalismus, an der Linie der Abstumpfung des feindlichen Gegensatzes zwischen Bourgeoisie und Proletariat ist der Leitgedanke dieses Buches …

Dass wir diese Kritik anhand einiger kleiner Zirkel leisten, erklärt sich allein aus unserer Entwicklung seit dem Austritt aus dem KABD, die uns in Berührung mit diesen Zirkeln brachte und dazu führte, dass wir zeitweise einige ihrer Positionen teilten … Die Zirkel, anhand derer wir unsere Kritik leisten, reflektieren und übernehmen andererseits verschiedene aufkommende Strömungen und "Stimmungen" schneller und ‚unbefangener‘, als andere, die ihre Schritte mehr öffentlich rechtfertigen müssen. Auf jeden Fall: auch die kleinen Gruppen, die von dem Polarisierungsprozess in der revolutionären Bewegung hervorgebracht werden, erweisen sich als weniger untypisch als man denken mag, wenn man alle vordergründigen, verschrobenen Besonderheiten wegräumt und dahinter die Anleihe an die Hauptströmungen sichtbar macht …

Um wen handelt es sich bei den Gruppen um ‚Volk und Wissen‘? Organisatorisch- personell handelt es sich um eine kleine Gruppe. Das Zentrum besteht aus ehemaligen Mitgliedern des ‚Zentralbüros‘ (KPD/ML-RF) bzw. der ‚KPD‘ und sitzt in Gelsenkirchen. Darum herum gibt es mehr oder weniger fest eine Reihe von rechten Opportunisten, wie die IKG in Bonn (ehemalige ‚KPD‘ler), eine Gruppe ehemaliger KBW-Anhänger aus Frankfurt, denen wegen rechtem Opportunismus der KBW zu links war, eine Gruppe ehemaliger Anhänger der KPD/ML (Roter Morgen) aus Wuppertal und eine Reihe weiterer sogenannter ‚Einzelpersönlichkeiten‘ zumeist aus dem Lager des imperialistischen Ökonomismus, darunter ein ehemaliges Mitglied des ZK's der KPD/ML. Die Theoretiker dieser Strömung sind unumstritten die Gelsenkirchener Karuscheit/Schröder. Die Namen sind Pseudonyme. Heiner Karuscheit (der auch als Heinz Seefeld schreibt) und Alfred Schröder (der auch als Franz Kaminski schreibt), haben einige Broschüren veröffentlicht, die über eine Buchhandlung und Antiquariat ‚Volk und Wissen‘ in Gelsenkirchen vertrieben werden. Außerdem haben sie mehrere Aufsätze bei einer Initiative in Bonn (IKG) veröffentlicht … Von Programmfragen über Diplomatie, China, Dialektik, Wissenschaft, Produktivkräfte, russische Erfahrungen, Spaltung Deutschlands, Klassenanalyse, bis zum Faschismus behandeln sie alles ohne zu vergessen, ein paar Worte über die Marine, die Mathematik, Heinrich Böll und die Verwendung von Düngemittel zu sagen. Auch in literarischer Hinsicht sind ihre Werke beachtenswert …
Q: T. Böhmer/G. Jacob/K. Weber: Wer gewinnt wen? Die Opportunisten betreiben die Anpassung der Arbeiterbewegung an den Liberalismus, hrsg. von der Gruppe Revolutionärer Weg, Frankfurt/M., November 1978.

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