Frankfurt:
Spanier und Spanien-Solidarität

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 29.11.2017


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Es können hier nur wenige Dokumente und Hinweise zu den Spaniern und der Spanien-Solidarität in Frankfurt vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Während einleitend die Universität Frankfurt Protest einlegt (vgl. 5.5.1967), sind die späteren Jahre von wiederholten Angriffen auf das spanische Konsulat bzw. Versuchen dazu gekennzeichnet (vgl. Juni 1969, 5.8.1974, 6.9.1975).

Spanische Arbeiter waren in verschiedenen Frankfurter Betrieben wie im Metallbereich bei Adler, Messer Griesheim und Teves sowie in der Chemie bei Hoechst vertreten, wo dann auch die linken Gruppen ihre Publikationen teilweise auf Spanisch herausgaben.

Der DGB Frankfurt führte mehrmals Spanien-Demonstrationen durch, denen sich die linken Gruppen meist anschlossen (vgl. 1.8.1970, 21.12.1970, 18.3.1972) wenn sie nicht eigene Märsche organisierten (vgl. 25.10.1970, 5.12.1970, 9.1.1971, 8.5.1971).

Die KPD/ML-ZK war hierbei im Bündnis mit der PCE/ML (vgl. Nov. 1970, Mai 1971), während die KJO Spartacus und später der Spartacusbund mit der Accion Comunista (vgl. 4.7.1971, Okt. 1971, 18.10.1971, 20.10.1971, 18.3.1972, Nov. 1974, Jan. 1975) zusammenarbeiteten.

Ab Ende 1973 ist auch in Frankfurt die Frente Antifascista y Patriota (FRAP) vertreten, die von der KPD, aber auch der KPD/ML unterstützt wurde und es gibt auch eine Freundschaftsgesellschaft des deutschen und spanischen Volkes (FGDSV - vgl. 9.2.1974).

Im September 1975 wird dann aus Protest gegen die Todesurteile kurzfristig die Paulskirche besetzt (vgl. 26.9.1975) und es gibt weitere militante Aktionen (vgl. 20.9.1975, 27.9.1975), aber auch Demonstrationen.

Frankfurt ist dann wiederholt der Ort zentraler Aktionen (vgl. 19.10.1975, 15.11.1975), später steht vor allem die Solidarität mit den spanischen Arbeiter, wie etwa bei Michelin (vgl. 2.5.1976, 5.5.1976) im Vordergrund.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

05.05.1967:
In Heidelberg gibt der AStA der Universität sein 'Info' Nr. 65 (vgl. 15.12.1966, 29.1.1968) heraus. Berichtet wird:"
Protest gegen Militär-Justiz

Gegen die von der Regierung in Madrid geplante Aburteilung spanischer Studenten und Professoren durch Militärgerichte haben Rektor und Dekane der Universität Frankfurt am Main in einer Erklärung protestiert. Im Universitätsviertel von Madrid war es Ende Januar zu heftigen Straßenschlachten zwischen demonstrierenden Studenten und der Polizei gekommen."
Quelle: AStA Uni: Info Nr. 65, Heidelberg 5.5.1967, S. 16

Juni 1969:
Im Sommer 1969 greifen in Frankfurt, laut GAM Bonn, spanische Arbeiter und deutsche Studenten das spanische Generalkonsulat an.
Q: Arbeitermacht Nr. 7, Bonn o.J. (1970)

01.07.1970:
In der Nr. 3 der 'SBK' (vgl. 1.6.1970, 1.8.1970) wird berichtet, bei Adler in Frankfurt hätten 30 Spanier und später 1 500 Kollegen gestreikt.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr. 3, Offenbach 1.7.1970

01.08.1970:
In Frankfurt findet, laut KPD/ML-ZB, eine Demonstration gegen das spanische Franco-Regime und zur Unterstützung des Streiks der Bauarbeiter in Granada statt, zu der der DGB aufrief. Es hätten sich auch Mitglieder der Arbeiterkommissionen (CCOO), der kommunistischen und sozialistischen Partei Spaniens und des Demokratischen Frauenbunds Spaniens beteiligt. Bei einer Veranstaltung im Frankfurter Gewerkschaftshaus sei dem DGB Nichtstun vorgeworfen worden, was auch die KPD/ML-ZB richtig findet.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 22, Bochum 8.8.1970

24.08.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt "Becker zurück in den Betrieb!" mit einer Seite DIN A 4 auf Deutsch und - bei unserem Exemplar auf der Rückseite dem selben Text auf Spanisch - unter Verantwortung von Lothar Wolfstetter heraus, in dem zunächst berichtet wird von der Betriebsversammlung (BV - vgl. 16.7.1970), der folgenden Entlassung Beckers (vgl. 20.7.1970) und dem eigenen Protest dagegen (vgl. 17.8.1970): "
DIE VERSAMMLUNG IST DER NÄCHSTE SCHRITT.

Wer die Forderung, Becker zurück in den Betrieb, tatkräftig unterstützen will, der muß auf die Versammlung kommen. Besonders die Kollegen, die Becker zum Vertrauensmann gewählt haben. Die gesamte Belegschaft erwartet von ihnen, sie sollen anfangen. Auf der Versammlung legen wir Maßnahmen vor, nach und während der Güteverhandlung (vgl. 31.8.1970, d.Vf.) fest. …

Der Kollege Becker nimmt an der Versammlung teil. Littonspitzel fliegen raus.

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, KOMMT AUF DIE VERSAMMLUNG DER ROTEN BETRIEBSGRUPPE DER KPD/ML" (vgl. 31.8.1970).
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Becker zurück in den Betrieb!, Frankfurt o.J. (Aug. 1970); KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Becker debe retornar a la fabrica!, Frankfurt o.J. (Aug. 1970)

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31.08.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler vermutlich heute oder in dieser Woche das Flugblatt "Unterschriftensammlung für eine ordentliche Betriebsversammlung!" heraus, das uns auch auf Spanisch vorlag.
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Unterschriftensammlung für eine ordentliche Betriebsversammlung!, Frankfurt o.J. (1970); KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Colleccion de firmas para una asemblea regular de fabrica!, Frankfurt o.J. (1970)

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07.09.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Die Unterschriftensammlung erfolgreich vorantreiben!" zur Unterschriftensammlung für eine Betriebsversammlung (vgl. 31.8.1970) heraus, das uns auch Spanisch vorlag:"
DIE UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG ERFOLGREICH VORANTREIBEN!

Die rote Betriebsgruppe (RBG, d.Vf.) hat über 200 Unterschriften. Spanische Kollegen teilten uns mit, sie haben bisher ebenfalls mehrere hundert Unterschriften gesammelt. Einige fortschrittliche Kollegen unterstützten tatkräftig die Sammlung. Es ist erst ein Teil des Werkes erfaßt. Es geht nicht nur um die 1 000 Unterschriften für die Betriebsversammlung, es geht auch um die Einheit der Belegschaft. Deshalb sammeln wir weiter."
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Die Unterschriftensammlung erfolgreich vorantreiben!, Frankfurt o.J. (Sept. 1970); KPD/ML-ZK-OG Frankfurt: Activar la nomina con suceso!, Frankfurt o.J. (Sept. 1970)

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25.10.1970:
In Frankfurt beteiligen sich, laut KPD/ML-ZK, 700 Spanier und 300 MLer, u.a. von der Roten Garde Ortsgruppe Frankfurt, an einer Spaniendemonstration von KPD/ML-ZK, PCE und PCE/ML. Die Spanier seien später auch im KPD/ML-ZK Block mitmarschiert.
Q: Roter Morgen Nr. 10, Hamburg 1970, S. 1f

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November 1970:
In Frankfurt gibt die PCE/ML eine Ausgabe von 'Vanguardia Obrera' heraus mit dem Leitartikel "Explotacion y miseria de los braceros". Verantwortlich zeichnet, wie sonst für die KPD/ML-ZK, Lothar Wolfstetter.
Q: Vanguardia Obrera Explotatacion y miseria de los braceros, Frankfurt Nov. 1970

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Dezember 1970:
In Frankfurt erscheint erstmals eine Ausgabe Adler des 'Roten Metallers' (vgl. Feb. 1971) der KPD/ML-ZK. Wiedergegeben wird auf Deutsch und Spanisch die "Rede der Genossin Käthe auf der Betriebsversammlung am 30.11.1970".
Q: Roter Metaller Adler, Frankfurt Dez. 1970

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05.12.1970:
In Frankfurt rief die Rote Garde der KPD/ML-ZK mit einem Flugblatt auf deutsch und Spanisch zur Spaniendemonstration gegen den Prozeß in Burgos um 16 Uhr ab Opernplatz auf. Aufgerufen wurde auch vom KSB/ML.

Auf der Demonstration selbst verbreitet die KPD/ML-ZK ein Flugblatt mit Liedtexten und Parolen.
Q: RG: Kolleginnen und Kollegen!, Frankfurt O. J. (1970); N. N.: Die Internationale, O. O. (Frankfurt) O. J. (1970);KSB/ML: Kommilitonen, Genossen, Frankfurt O. J. (1970)

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21.12.1970:
In Frankfurt riefen zur vermutlich heute stattfindenden Spanien-Demonstration des DGB gegen die drohenden Todesurteile im Burgosprozess auch die Betriebsprojektgruppe (BPG), die Marxistische Aufbauorganisation (MAO), die Rote Zelle Pädagogik (Rotzpäd), der Rote Gallus, die Sozialistische Arbeitergruppe (DSAG) und die Roten Panther auf.
Q: BPG, MAO, Rotzpäd, Roter Gallus, SAG, RP: Kampfdemonstration gegen den spanischen Faschismus!, O. O. (Frankfurt) O. J. (1970)

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28.12.1970:
Die Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 29.12.1970) berichtet in Berlin vermutlich von heute, dass eine Stunde nach dem Bekanntwerden der Todesurteile im Burgosprozess in Spanien hunderte Arbeiter und Studenten in Frankfurt spontan dagegen demonstrierten.
Q: Klassenkampf Solidarität, Berlin o. J. (1970)

Februar 1971:
In Frankfurt erscheint die Nr. 2 der Ausgabe Adler des 'Roten Metallers' (vgl. Dez. 1970, 1.6.1971) der KPD/ML-ZK. Berichtet wird im Leitartikel "Kolleginnen und Kollegen!" u.a. über ein Flugblatt gegen die Entlassung des Vertrauensmannes Becker, mittlerweile sei auch 'die Genossin Käthe' entlassen worden sowie der spanische Vertrauensmann Ricardo Arias.
Q: Roter Metaller Adler Nr. 2, Frankfurt Feb. 1971, S. 3

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13.03.1971:
In Frankfurt soll eine Frauen- und Kinderdemonstration für Angela Davis von der Bockenheimer Warte zum US-Generalkonsulat in der Siesmayerstraße stattfinden, zu der u.a. der Frankfurter Arbeitskreis Frauen der DKP, die Gruppe Frankfurt der Demokratischen Frauen Spaniens und die Frauensektion des Komitees für die Beseitigung der Diktatur der Griechenland, die VVN Frankfurt und der Fachgruppenvorstand der HBV-Fachgruppe Buchhandel aufrufen.
Q: Maria Sriepl u.a.: Freiheit für Angela Davis, Frankfurt 1971

04.01.1971:
Bei Hoechst Frankfurt erscheint vermutlich in dieser Woche eine Extranummer der 'Rot Front!' der KPD/ML-ZK (vgl. Dez. 1970, 11.1.1971) mit dem Titel "Stürzt das Franco-Regime" auf Deutsch und Spanisch mit jeweils einer Seite von KPD/ML-ZK und PCE/ML.

Aufgerufen wird zur Spanien-Demonstration am 9.1.1971.
Q: Rot Front! Extranummer Stürzt das Franco-Regime, Frankfurt Jan. 1971

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09.01.1971:
In Frankfurt findet, laut KPD/ML-ZK, eine Demonstration gegen die Burgosprozesse in Spanien durch Nied und Höchst statt, die vom Frankfurter Solidaritätskomitee gegen die Prozesse (vgl. 24.12.1970) organisiert wird. Die 700 Leute sind in drei gleichgroßen Blöcken: Revisionisten, Trotzkisten und KPD/ML-ZK marschiert. Auf der Veranstaltung zieht die KPD/ML-ZK nach einer Redebehinderung aus. Mobilisiert wurde von der KPD/ML-ZK u.a. mit einer Extranummer ihrer 'Rot Front' für die Hoechstbetriebe (vgl. 4.1.1971). Der 'Rotfront'-Ausgabe Werk Höchst und Griesheim entnehmen wir, daß es sich um ca. 1 000 Demonstranten gehandelt und die Route auch noch durch Unterliederbach geführt habe.

Der KJVD Hoechst der KPD/ML-ZB berichtet ebenfalls:"
EZRISTEN VERPRÜGELN KJVD-GENOSSEN

Am 9.1. veranstaltete die 'KPD/ML' (Ezristen) in Frankfurt gemeinsam mit einem 'Deutsch-Spanischen Solidaritätskomitee' eine Demonstration gegen das Franco-Regime aus Anlaß des Burgos-Prozesses.

An der Demonstration beteiligten sich außerdem noch D'K'P und einige trotzkistische Gruppen, die KP Italiens und die KP Spaniens.

Vom KJVD waren drei Genossen erschienen, die den KAMPF DER ARBEITERJUGEND und die ROTE FAHNE verkaufen wollten. Die Ezristen drohten uns an, uns zu verprügeln, wenn wir unser 'Spalterblättchen' verkaufen würden. Wir ließen uns davon nicht beeindrucken, setzten uns von den Schwarzen, die am Ende des Zuges marschierten, ab, und verkauften etwa 20 Zeitungen. Als wir infolge eines Gespräches mit einem Passanten wieder an das Ende des Zuges gerieten, fielen mehrere Ezristen über uns her, rissen uns die Tüten mit etwa 100 KdAJ und 30 Roten Fahnen aus der Hand, und wollten uns verprügeln. Wir konnten uns nur durch Flucht retten. "
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 6, Bochum 23.1.1971, S. 5; Roter Morgen Nr. 2, Hamburg Feb. 1971, S. 6f;Rotfront-Ausgabe Werk Höchst und Griesheim Nr. 1, Frankfurt Jan. 1971, S. 9f;Rotfront Extranummer Stürzt das Franco-Regime, Frankfurt Jan. 1971

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Mai 1971:
In Frankfurt gibt die KPD/ML-ZK die Nr. 3 der Ausgabe Messer ihres 'Roten Metallers' (vgl. Juni 1971) heraus. Ein spanischer Maiaufruf kommt von der PCE/ML.
Q: Roter Metaller - Ausgabe Messer Nr. 3, Frankfurt Mai 1971, S. 8

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08.05.1971:
In Frankfurt findet eine Spaniendemonstration statt, von der die RJ/ML des KAB/ML berichtet:"
Am 8. Mai fand in Frankfurt eine Protestdemonstration gegen den Ausnahmezustand in Spanien statt. An ihr beteiligten sich mehr als 500 spanische und deutsche Werktätige, darunter auch viele Mitglieder und Sympathisanten der RJ/ML-Ortsgruppe Frankfurt. Denn gerade die westdeutsche Kapitalistenklasse und die der USA halten durch Waffenlieferungen und wirtschaftliche Unterstützung die spanischen Faschisten über Wasser." Propagiert werden die Arbeiterkommissionen (CCOO).

Ihrem ZK berichtet die OG der RJ/ML:"
Durch ein Mitglied unserer Ortsgruppe gerieten wir in Kontakt mit der Kommunistischen Jugend Spaniens, die eine Exiltätigkeit in Westdeutschland ausübt. Dadurch wurden wir auf eine Demonstration aufmerksam gemacht (8. Mai), zu der auch wir dazu aufgefordert wurden, teilzunehmen. Bei einer Vorbesprechung zu dieser Demonstration machten wir den Vorschlag zur Schaffung eines Aktionskomitees, daß auch weitere Aktionen planen soll" (vgl. 15.5.1971).

Die OG der RJ/ML verteilt ein zweiseitiges Flugblatt "Für ein unabhängiges und demokratisches Spanien", in dem es u.a. heißt:"
Heute am 8. Mai demonstrieren in vielen Städten Westdeutschlands spanische Demokraten, um ihren Protest gegen das faschistische Franco-Regime Nachdruck zu verleihen. …
Auch in Westdeutschland ruft der Franco-Terror immer größere Empörung hervor. Spanische Arbeiter und Emigranten sowie westdeutsche Werktätige unterstützen sich gegenseitig in ihrem Kampf um mehr demokratische Rechte und Beseitigung des Faschismus. … Aber die wirksamste Hilfe für das freiheitsliebende spanische Volk ist der Kampf gegen das hiesige Monopolkapital und seine SPD-Regierung."
Q: Jungarbeiter und Lehrlingspresse Nr. 4/5, Frankfurt/Groß Gerau Mai/Juni 1971, S. 8; RJ/ML-OG Frankfurt: Gruppenbericht für die Zeit vom 7.4.1971-17.7.1971, S. 3;Der T&N-Arbeiter Nr. 3/4, Frankfurt Mai/Juni 1971, S. 6f;RJ/ML-OG Frankfurt: Für ein unabhängiges und demokratisches Spanien, Frankfurt o.J. (8.5.1971)

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28.06.1971:
Die Betriebsgruppen Cassella und Hoechst Frankfurt der KPD/ML-ZK berichten von der Chemietarifrunde (CTR - vgl. 25.6.1971, 30.6.1971):"
Die Farbwerke Hoechst drohen allen streikenden ausländischen Arbeitern, sie bei ihren Konsulaten zu denunzieren. das kann für die ausländischen Kollegen die Ausweisung und speziell für die Spanier und Griechen Verurteilung in ihren Heimatländern bedeuten."
Q: KPD/ML-ZK-OG Frankfurt-RBG Hoechst, RBG Cassella: Chemiearbeiterkampf 1971 Analyse Bericht Dokumentation, Frankfurt o.J. (1971), S. 3

04.07.1971:
Anfang Juli endet die Chemietarifrunde.
Die Gewerkschaftskommission Rhein-Main der KJO Spartacus verfaßt später ein internes Bulletin darüber, in dem diese Tarifrunde analysiert wird. Im Einzelnen wird ausgeführt:
"Unsere Intervention … in F.(rankfurt, d.Vf.) beschränkte sich im großen und ganzen auf Hoechst". Dort habe man gemeinsam mit der spanischen Accion Communista ein zweisprachiges Flugblatt herausgegeben.

Aufschlußreich zu diesem Thema ist auch noch eine Ausarbeitung der KJO Spartacus: "Die Intervention anderer linker politischer Gruppierungen in die Chemie-Tarifauseinandersetzung 1971 (R-M)", die das Flugblatt "Wer hat uns verraten?" (von der KJO Frankfurt/Offenbach und der Comision Autonoma de Hoechst) erwähnt.
Q: KJO Spartacus-GKRM: Bulletin Chemietarifrunde 1971, o.O. 21.4.1972; KJO Spartacus: Die Intervention anderer linker politischer Gruppierungen in die Chemie-Tarifauseinandersetzung 1971 (R-M), o.O. o.J.

Oktober 1971:
In Frankfurt gibt das BVG-Komitee von Spartacus KJO, Accion Comunista, Arbeitskreis junger Mitglieder der IG-Chemie, Mitgliedern der Drupa-Jugendgruppe, spanischen Vertrauensleuten in der IGM sowie den Autonomen Kommissionen von Höchst und Bornheim vermutlich im Oktober das Flugblatt "Kampf dem arbeiterfeindlichen Betriebsverfassungsgesetz" auf Deutsch und Spanisch heraus.
Q: BVG-Komitee: Kampf dem arbeiterfeindlichen Betriebsverfassungsgesetz, Frankfurt O. J. (1971)

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18.10.1971:
In Frankfurt wurde zur Diskussionsveranstaltung des DGB KJA über das BVG auch aufgerufen mit einem Flugblatt "Wie gegen das BVG kämpfen?" des BVG-Komitee von Spartacus KJO, Accion Comunista, Arbeitskreis junger Mitglieder der IG-Chemie, Mitgliedern der Drupa-Jugendgruppe, spanischen Vertrauensleuten in der IGM sowie den Autonomen Kommissionen von Höchst und Bornheim. Auf der Rückseite erscheint der Text "Contra la represion!" auf Spanisch.
Q: BVG-Komitee: Wie gegen das BVG kämpfen?, O. O. (Frankfurt) O. J. (1971)

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20.10.1971:
In Frankfurt gibt das BVG-Komitee von Spartacus KJO, Accion Comunista, Arbeitskreis junger Mitglieder der IG-Chemie, Mitgliedern der Drupa-Jugendgruppe, spanischen Vertrauensleuten in der IGM sowie den Autonomen Kommissionen von Höchst und Bornheim vermutlich Mitte dieser Woche das Flugblatt "Demonstration gegen das arbeiterfeindliche Betriebsverfassungsgesetz" auf Deutsch und Spanisch heraus mit dem Aufruf für den 22.10.1971.
Q: BVG-Komitee: Demonstration gegen das arbeiterfeindliche Betriebsverfassungsgesetz, O. O: (Frankfurt) O. J. (1971)

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18.03.1972:
In Frankfurt führen, laut KB, die spanischen Arbeiterkomitees eine Demonstration mit 1 500 Teilnehmern durch. Unterstützt worden sei die Aktion durch KB, KG, RK, SAG, RJ/ML und eine DKP-Abordnung. Die Route sei vom Opernplatz zum DGB Haus gegangen, wo noch eine Veranstaltung stattgefunden habe.

In Frankfurt rufen zur Spanien-Demonstration des DGB um 16 Uhr 30 ab Opernplatz auch SAG, RK, Spartacus KJO und Rotzsoz mit einem gemeinsamen Flugblatt auf, auf dessen Rückseite der Aufruf des Lokalkomitees von Accion Comunista abgedruckt wird.
Q: Arbeiterkampf Nr. 17, Hamburg Apr. 1972; SAG, RK, Spartacus KJO, Rotzsoz: Solidarität mit der spanischen Arbeiterklasse, O. O. (Frankfurt) O. J. (1972)

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30.04.1972:
In Frankfurt führt die PCE, laut KG (NRF) Mannheim/Heidelberg, eine zentrale Spanienkundgebung gegen die Ausweisung ihres Vorsitzenden Carillo durch, zu der sich 7 000 Spanier auf dem Unigelände einfinden.

Laut RKJ der GIM sind es über 3 000 Spanier.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr. 5, Mannheim Juni 1972, S. 3; Was Tun Nr. 5, Mannheim 1972, S. 6

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31.10.1972:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf für die Kollegen der Druckindustrie' Nr. 1 (vgl. 13.10.1972, 26.1.1973) heraus und berichtet aus Frankfurt über die Verlagerung der Schriftenhersteller Bauersche Gießerei nach Spanien.
Q: Klassenkampf für die Kollegen der Druckindustrie Nr. 1, Freiburg 31.10.1972, S. 7

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01.05.1973:
Die KLG (vgl. 7.5.1973) schildert:"
Die Sache mit der Bombe

Während vor dem Gewerkschaftshaus das Rote 1. Mai-Komitee seine Kundgebung abhielt, versammelten sich die spanischen Kollegen zu ihrer traditionellen Mai-Feier im Gewerkschaftshaus-Saal. Auch hier herrschte eine klassenkämpferische Stimmung. reichlich niedergeschlagen saß Willi Reiss, DGB-Vorsitzender von Frankfurt, auf dem Podium und mußte die temperamentvolle Kritik der Kollegen an der DGB-Spitze über sich ergehen lassen. Just zu diesem Zeitpunkt, als die Spanier die Haltung des DGB zu den Ausländergesetzen der Bundesregierung lautstark verurteilten, wurde - angeblich von einem 'Demonstranten' - der Polizei gemeldet, es läge eine Bombe im Saal. Natürlich wurde nichts gefunden, auch ließen die spanischen Kollegen sich nicht zur Räumung des Saales bewegen. selbstverständlich liegt uns die Vermutung fern, der DGB selbst habe die Polizei gerufen."
Q: Der Föhn Nr. 1, Frankfurt 7.5.1973, S. 3

02.05.1973:
Der ehemalige KSV Frankfurt gibt erstmals unter dem neuen Namen Kommunistischer Studentenbund (KSB) Frankfurt die Nr. 8 seiner 'Kommunistischen Hochschulpresse' (KHP - vgl. 24.4.1973, 29.5.1973) heraus mit dem Artikel "Solidarität mit dem Kampf des Spanischen Volkes".
Q: Kommunistische Hochschulpresse Nr. 8, Frankfurt 2.5.1973, S. 11

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08.06.1973:
Die 'Wir wollen alles' (WWA - vgl. 27.7.1973) berichtet aus Frankfurt von Adler, dass es in den letzten Jahren Entlassungen von SAGlern, linken Spaniern und MLern sowie von Türken im Werk 1 gegeben habe.
Q: Wir wollen alles Nr. 6, Gaiganz 27.7.1973

07.09.1973:
An einer Veranstaltung der KPD-Sympathisantengruppe Frankfurt zur Streikwelle nehmen, nach eigener Schätzung, ca. 150 Personen, darunter rund 40 Arbeiter, teil. Anwesend sind auch Mitglieder der FRAP Spanien.
Q: Rote Fahne Nr. 37, Dortmund 12.9.1973, S. 4

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08.12.1973:
In Frankfurt riefen die Arbeiterkommission Hoechst, der MSB Spartakus, der SHB, der VVN-BdA, der Ausländerarbeitskreis der SPD, die DFG-IdK, die Jungdemokraten und die PAK Griechenland auf zur Spanien-Veranstaltung um 19 Uhr in der Uni.
Q: Arbeiterkommission Hoechst et al.: Solidaritätsveranstaltung mit Spanien!!, O. O. (Frankfurt) O. J. (1973)

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08.12.1973:
In Frankfurt findet, laut und mit KPD, abends eine Demonstration zum spanischen Konsulat zur Unterstützung der FRAP Spanien statt. "Sie richtete sich gegen die am 6.12. verhängten zwei Todesurteile gegen spanische Patrioten. Auch diese Demonstration wurde von unseren Genossen unterstützt."
Q: Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 12.12.1973, S. 7

15.12.1973:
In Frankfurt findet, laut und mit KPD, ein bundesweites Vietnam-Solidaritätsfest mit über 2 000 Personen statt. Anwesend sind u.a. auch die MCE Spanien und die FRAP Spanien.
Q: Alles für den Sieg der kämpfender Völker Indochinas - Zeitung Nr. 1, Bonn Jan. 1974, S. 4f; Kämpfende Jugend Nr. 11, Dortmund Dez. 1973, S. 8;Kommunistische Arbeiterpresse - Hoechst Nr. 2, Frankfurt Dez. 1973, S. 1;Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 12.12.1973;Schulkampf Nr. 12, Dortmund Dez. 1973, S. 9;Vietnam Kurier Nr. 3, Dortmund Jan. 1974, S. 3

12.01.1974:
In Frankfurt beteiligen sich, laut KPD, 2 000 an der verbotenen Demonstration (vgl. 9.1.1974) im Rahmen des Weltkongresses der Conföderation Iranischer Studenten (CIS bzw. CISNU). Laut KPD/ML sind es 600 bis 800 Leute, u.a. von CISNU und FRAP Spanien.
Q: Roter Morgen Nr. 3 und 4, Dortmund 19.1.1974 bzw. 26.1.1974; Rote Fahne Nr. 3, 4 und 10, Dortmund 16.1.1974, 23.1.1974 bzw. 6.3.1974

09.02.1974:
Zur heutigen Salvador Puig Demonstration in Frankfurt-Bornheim rufen, laut KPD, sie selbst, die FRAP, die FIS Iran, die Organisation Griechischer ML (OGML), die KPD/ML und die Freundschaftsgesellschaft des deutschen und spanischen Volkes (FGDSV) auf, nicht aber der KBW. Es beteiligen sich dann, laut KPD, mehrere hundert, u.a. spanische Arbeiter und Studenten sowie Anhänger von FRAP, PCE/ML, KPD und LgdI.

Einige Stunden später habe der KBW zusammen mit der PCE und spanischen Opportunisten nur 100 Leute auf die Beine gebracht.

Laut KBW (vgl. 20.2.1974) beteiligen sich in Frankfurt 300 an der Demonstration gegen die Hinrichtung von Salvador Puig, zu der MCE, PCE, die Arbeiterkommissionen (CCOO) u.a. von Hoechst Frankfurt und Opel Rüsselsheim sowie als einzige deutsche Gruppe der KBW aufgerufen hatten.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 4, Mannheim 20.2.1974, S. 15; Rote Fahne Nr. 6 und 7, Dortmund 6.2.1974 bzw. 13.2.1974, S. 1 und 6 bzw. S. 7

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09.03.1974:
In Frankfurt beteiligen sich, laut und mit KBW (vgl. 20.3.1974), ca. 350 Menschen an der verbotenen Demonstration gegen die Ermordung von Salvador Puig in Spanien.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 6, Mannheim 20.3.1974, S. 2

20.03.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 6.3.1974, 3.4.1974) Nr. 6 heraus. In "Francos Mord" wird berichtet von den Demonstrationen gegen die Ermordung von Salvador Puig in Spanien, die in Berlin, Hannover, Mannheim und Frankfurt stattfanden.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 6, Mannheim 20.3.1974, S. 2

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13.04.1974:
In Frankfurt findet heute oder morgen, laut und mit KPD/ML, eine Veranstaltung zur Unterstützung der spanischen FRAP statt.
Q: Roter Morgen Nr. 16, Dortmund 20.4.1974, S. 4

05.08.1974:
In Frankfurt besetzen u.a. die CCOO und die CSL das spanische Konsulat aus Protest gegen die Vorfälle in Carmona (Sevilla).

Laut KPD wird das spanische Konsulat von über 200 spanischen Arbeitern, meist Anhängern der FRAP, besetzt.
Q: Rote Fahne Nr. 32, Dortmund 7.8.1974, S. 6; Solidaridad y Lucha Nr. 13, O. O. Nov. 1974, S. 6

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November 1974:
Im Raum Frankfurt gibt der Spartacusbund (SpB) erstmals seine 'Hoechst Analyse' (vgl. Feb. 1975) heraus. Im Vorwort heißt es:"
Kollegen!
Unsere Zeitschrift ist die sechste, die sich gegenwärtig speziell an die Kollegen von Hoechst richtet. … Auch Beiträge befreundeter ausländischer Organisationen, besonders von den Genossen der spanischen 'Accion Comunista' werden voraussichtlich in der 'Hoechst-Analyse' erscheinen."
Q: Hoechst Analyse Nr. 1, Frankfurt Nov. 1974, S. 2

Januar 1975:
Bei Hoechst Frankfurt gibt der Spartacusbund seine 'Hoechst Analyse' Nr. 2 für Januar (vgl. Nov. 1974, Feb. 1975) heraus mit dem Artikel "Am Rande bemerkt" zur "Unfähigkeit der Linken zur Zusammenarbeit", die bei Hoechst nur zwischen der spanischen Accion Comunista, GIM und Spartacusbund erfolge, aber nicht mit der SAG und diversen maoistischen Gruppen.
Q: Hoechst Analyse Nr. 2, Frankfurt Jan. 1975, S. 2

02.04.1975:
Der KB/Gruppe Frankfurt gibt heute eine Betriebsausgabe Teves seines 'Metallarbeiters' (vgl. 15.7.1974) in einer Auflage von 900 Stück als Extra "Betriebsrätewahlen 1975: Kandidaten-Vorstellung soll verhindert werden!" zu den BRW heraus, deren text auch auf Spanisch erscheint.
Q: Der Metallarbeiter Betriebsausgabe Teves Extra "Betriebsrätewahlen 1975: Kandidaten-Vorstellung soll verhindert werden!, Frankfurt 2.4.1975, S. 3f

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Mai 1975:
Bei Hoechst Frankfurt gibt der Spartacusbund seine 'Hoechst Analyse' Nr. 6 für Mai (vgl. Apr. 1975, 13.6.1975) heraus mit dem Artikel "Wieder Todesurteile in Spanien?", wozu ein Text "Kollegen! Wir aus den Kali-Minen…" dokumentiert wird.
Q: Hoechst Analyse Nr. 6, Frankfurt Mai. 1975, S. 7

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18.05.1975:
In Frankfurt besuchen, laut und mit KPD, über 500 Leute eine Veranstaltung der FRAP Spanien.
Q: Rote Fahne Nr. 20, Dortmund 21.5.1975, S. 11

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21.06.1975:
Laut KBW findet eine Spaniendemonstration in Frankfurt mit 700 Teilnehmern, zur Hälfte Spanier, statt. Ein spanisches Einheitskomitee gegen die Todesstrafe sowie ein deutsches Unterstützungskomitee, in dem auch der KBW mitarbeitet, hatte zur Demonstration gegen die Todesurteile für Garmendia, Eva Forest und Antonio Duran aufgerufen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 26.6.1975, S. 14

26.06.1975:
In Frankfurt gibt die Sozialistische Betriebsgruppe Degussa - Werk II ihren 'Mitmischer' Nr. 5 (vgl. 27.5.1975, 5.9.1975) heraus mit dem Artikel "Spanien. Freiheitskämpfer sollen hingerichtet werden" sowie zwei Zeitungsmeldungen zu Spanien.
Q: Mitmischer Nr. 5, Frankfurt 26.6.1975, S. 11

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06.09.1975:
In Frankfurt beteiligen sich, laut und mit KPD/ML, 300 an einer Demonstration für die fünf vom Todesurteil in Spanien bedrohten Anhänger der FRAP. Das Konsulat sei von der Polizei abgeriegelt worden.

Aufgerufen zur Demonstration um 12 Uhr ab Opernplatz wurde auch durch die Sozialistische Betriebsgruppe Degussa - Werk (vgl. 5.9.1975).
Q: Mitmischer Nr. 6, Frankfurt 5.9.1975, S. 6; Roter Morgen Nr. 37, Dortmund 13.9.1975, S. 6

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06.09.1975:
Für diesen Tag ruft das Sozialistische Spanien Solidaritätskomitee zum Besuch seiner Veranstaltung in Frankfurt auf. Laut 'Voran' (vgl. Okt. 1975) beteiligen sich 25 Jungsozialisten.
Q: Voran Nr. 10 und 11, Köln Juni/Juli 1975 bzw. Okt. 1975

20.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 38 (vgl. 13.9.1975, 27.9.1975) heraus und berichtet über die Solidarität mit der FRAP Spanien in Frankfurt, wo "bei Niederlassungen des spanischen Faschismus die Scheiben zu Bruch" gingen.
Q: Roter Morgen Nr. 38, Dortmund 20.9.1975, S. 8

26.09.1975:
In Frankfurt beteiligen sich, laut und mit KBW, 3 000 bis 4 000 an der Demonstration des Komitees gegen die Todesurteile in Spanien.

Laut SAG besuchen 1 000 Personen eine Diskussionsveranstaltung im Volksbildungsheim, von wo aus eine Demonstration gegen die Todesurteile in Spanien (vgl. 27.9.1975) zur Paulskirche durchgeführt wird. Die Paulskirche wird besetzt. Laut AK-Fraktion (vgl. 30.10.1975) steckte u.a. der KSV hinter der Besetzung der Paulskirche.

Laut KB besuchen 500 die Solidaritätsveranstaltung zu Portugal. Laut SpB demonstrieren um 22 Uhr 30 der KBW und die Teilnehmer einer Portugal-Veranstaltung mit zusammen 2 000 Personen zum spanischen Konsulat um gegen die Todesurteile in Spanien zu protestieren.

Laut KPD beginnt aus Protest gegen die drohende Hinrichtung von fünf Genossen der FRAP und ETA in Spanien eine zweitägige Besetzung der Paulskirche. Es kommt zum Polizeieinsatz und anschließend zu 50 Strafbefehlen (vgl. 13.9.1976).

Die Ortsgruppe Frankfurt des Spartacusbundes (SpB) erstattet folgenden:"
Bericht über die Ereignisse am Freitag und Samstag

Am Freitag, den 26.9., fand um 22.30 Uhr eine vom KBW initiierte Demonstration gegen die Todesurteile in Spanien statt. Die Besucher einer an diesem Abend stattfindenden Portugal-Veranstaltung schlossen sich der Demonstration an. Es beteiligten sich ca. 2 000 Personen. Die Abschlußkundgebung vor dem spanischen Konsulat, das von starken Polizeikräften abgeriegelt war, benutzte der KBW, um sich noch schnell an die Demonstration zur Unterstützung der portugiesischen Revolution am Samstag ranzuhängen. Die Rede des KBW-Vertreters wurde mehrfach durch revolutionäre Parolen unterbrochen. Nach dem offiziellen Ende der Kundgebung versuchte ein Teil der der Demonstranten, die Paulskirche zu besetzen. Die Polizei griff diesen Zug an. Die Genossen, die in die Paulskirche eingedrungen waren, wurden schon nach kurzer Zeit überwältigt und verhaftet."
Q: Rote Fahne Nr. 38, Köln 22.9.1976, S. 11; Spartacus Nr. 21, Essen Okt. 1975, S. 5;Klassenkampf Nr. 50, Frankfurt 15.10.1975;Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Frankfurt Nr. 7, Frankfurt 19.2.1976;Marxistische Studenten Zeitung Nr. 7, München 30.10.1975;Arbeiterkampf Nr. 67, Hamburg 2.10.1975, S. 5

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27.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 39 (vgl. 20.9.1975, 4.10.1975) heraus und berichtet über die FRAP-Spanien-Solidarität in Frankfurt, wo der spanische Stand auf der Automobil-Ausstellung zerstört wurde.
Q: Roter Morgen Nr. 39, Dortmund 27.9.1975, S. 2

27.09.1975:
In Frankfurt findet eine Portugal-Solidaritätsdemonstration statt, an der, laut KB, ca. 2 500 Menschen teilnehmen. Auch viele Spanier nehmen an der Demonstration teil. Laut SAG beteiligen sich 5 000 an der Demonstration.

Die Ortsgruppe Frankfurt des Spartacusbundes (SpB) erstattet folgenden:"
Bericht über die Ereignisse am Freitag und Samstag

Die Demonstration am Samstag stand ganz unter dem Zeichen des Protests gegen die 5 Ermordungen spanischer Freiheitskämpfer durch das Franco-Regime. Nur die Transparente und Sprechchöre von KB und SPARTACUSBUND erinnerten noch an den eigentlichen Zweck dieser Aktion: die Demonstration der Solidarität mit der portugiesischen Revolution. Der offizielle Teil endete mit einer kurzen Kundgebung am Römer, nach deren Abschluß sich der Zug zum spanischen Konsulat in Marsch setzte. Bei der Abschlußkundgebung wurden 5 rote Rosen vor dem Konsulat niedergelegt."

Aufgerufen zu den fünf Demonstrationen bundesweit wurde auch von den SSKs Kassel (vgl. 15.9.1975).

Laut den 'Portugal-Nachrichten' demonstrieren über 5 000, wobei die Portugalkomitees Heidelberg und Tübingen mit Bussen anreisen.
Q: Auseinandersetzung Schülerausgabe Nr. 15, Kassel Sept. 1975; Spartacus Nr. 21, Essen Okt. 1975, S. 5;Klassenkampf Nr. 50, Frankfurt 15.10.1975;Arbeiterkampf Nr. 67, Hamburg 2.10.1975, S. 5;Portugal-Nachrichten Nr. 5, Frankfurt 2.10.1975, S. 10

02.10.1975:
Die Kommunistische Arbeitergruppe (KAG) Göttingen des KB (vgl. 3.10.1975) berichtet:"
Nieder mit der Franco-Diktatur

Fünf spanische Antifaschisten sind am letzten Wochenende von der Franco-Diktatur ermordet worden. Weitere Hinrichtungen werden noch für diese Woche geplant.

Diese terroristischen Todesurteile haben weltweite Protestaktionen ausgelöst. So demonstrierten 70.000 in Rom, 50.000 in Frankreich, Tausende in Stockholm, über 4 000 in Frankfurt usw.

In Göttingen fand am 2. Oktober um 17 Uhr eine Demonstration gegen den Franco-Faschismus mit ca. 800 Menschen statt. Unter den Losungen:
'Freiheit für die Völker Spaniens!'
'Freiheit für alle politischen Gefangenen!'
'Keine Unterstützung der Franco-Diktatur durch die Bundesregierung!'
'Nieder mit der Franco-Diktatur!' zogen die Demonstranten durch die Stadt.

Die Demonstration wurde getragen von folgenden Organisationen: AStA der Uni, GIM, Juso-Hochschulgruppe, SB, LHV, KBW, KSB, IK/KHB, KAG.

Im Anschluß wurde von diesen Organisationen eine Informations- und Diskussionsveranstaltung im vollen Audimax durchgeführt."
Q: Barrikade Nr. 10, Göttingen 3.10.1975, S. 6

04.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 40 (vgl. 27.9.1975, 11.10.1975) heraus und berichtet von der FRAP-Spanien-Solidaritätskundgebung in Frankfurt.
Q: Roter Morgen Nr. 40, Dortmund 4.10.1975, S. 9

17.10.1975:
In Frankfurt gibt die Sozialistische Betriebsgruppe Degussa - Werk II ihren 'Mitmischer' Nr. 7 (vgl. 5.9.1975, 27.11.1975) heraus mit dem Artikel "Franco Mörder" zu Spanien.
Q: Mitmischer Nr. 7, Frankfurt 17.10.1975, S. 6f

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19.10.1975:
In Frankfurt beteiligen sich, laut SAG, 4 000 an einer Veranstaltung gegen den Faschismus in Spanien. Heute beschließen, laut SpB, die spanischen Gruppen LO, MCE, UTE, FRAP Frankfurt, PCE Frankfurt, PSOE Frankfurt und UGT Frankfurt sowie GIM, KBW, SBü Frankfurt, AI, SpB und Komitees aus mehreren Städten eine Spaniendemonstration in Frankfurt durchzuführen (vgl. 26.10.1975).
Q: Spartacus Nr. 22, Essen Nov. 1975; Klassenkampf Nr. 51, Frankfurt 15.11.1975

15.11.1975:
In Frankfurt findet, laut KB, "eine Demonstration gegen den spanischen Faschismus statt, an der rund 2 500 bis 3 000 Menschen teilnehmen" (vgl. 26.10.1975).
Zur Demonstration ab 12 Uhr hatten aufgerufen: Accion Comunista, FRAP, Lucha Obrera (LO), MCE, PCE, PSOE, UGT, UTE, Spanien Komitees aus 14 Orten der 'BRD' (Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hannover, Heidelberg, Köln, Krefeld, Mannheim, Nürnberg, Offenbach, Rheinhausen), die CISNU Iran, Freundschaftsgesellschaft des deutschen und spanischen Volkes (FGDSV), ESG, GIM, Junge Europäische Föderalisten (JEF), KB, KBW, Katholische Studentengemeinde (KSG), RK, SAG und Spartacusbund (SpB):"
Die Demonstration setzte sich für einen Sturz der Diktatur, mit oder ohne Franco, ein und forderte u.a. die Freiheit aller politischen Gefangenen, die Auflösung sämtlicher Repressionsorgane des spanischen Faschismus durch die Bundesregierung."
Es ruft auch der SpB auf, der 3 000 Demonstranten zählt.

Laut GIM (vgl. 27.11.1975) waren es 3 000. "Obwohl eine Reihe von Komitees aus Nordrhein-Westfalen und aus dem Südwesten sich beteiligten, stellt die Aktion keineswegs die von den Initiatoren geplante nationale Demonstration dar. Die beteiligten Organisationen der westdeutschen Linken (KBW, SAG, RK, Spartacusbund, GIM) waren im wesentlichen nur lokal vertreten."

Aufgerufen wurde auch von der GIM Mannheim, vom Spartacusbund - Ortsgruppe Darmstadt (vgl. Nov. 1975) und vom KBW bei Westinghouse Hannover (vgl. 10.11.1975).

Der KB rief mit einem Flugblatt "Freiheit für Spanien - sofort!" seiner Gruppe Frankfurt, der Sympathisanten in Heidelberg, Karlsruhe, Marburg und Schweinfurt sowie des BDJ Darmstadt in einer Auflage von 20 000 Stück auf.

Die KPD/ML verteilt, vermutlich u.a. auf der Demonstration, ein Flugblatt "Tod dem Faschismus in Spanien - Für die föderative Volksrepublik" mit dem Aufruf zu ihrer Spanien-Veranstaltung um 19 Uhr 30.
Q: Arbeiterkampf Nr. 70, Hamburg 2.12.1975, S. 10; Der Bohrer Nr. 11, Hannover 1975, S. 6;GIM: Nein zum Franquismus ohne Franco! Vorwärts zum revolutionären Generalstreik! Für den Sieg der sozialistischen Revolution in Spanien, Frankfurt O. J. (1975);KB: Freiheit für Spanien - sofort!, Frankfurt O. J. (1975);KPD/ML: Tod dem Faschismus in Spanien - Für die föderative Volksrepublik; Frankfurt O. J. (1975);Rote Retorte Nr. 7, Darmstadt Nov. 1975, S. 4;Spartacus Nr. 22, Essen Nov. 1975;Was tun Nr. 88 und 90, Frankfurt 30.10.1975 bzw. 27.11.1975, S. 8 bzw. 11

Was tun Extra Solidarität mit dem spanischen Widerstand, Mannheim O. J. (1975)
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20.11.1975:
In Frankfurt lud der AStA der Universität für heute zur Informationsveranstaltung über Spanien ein.
Q: AStA Uni: Leben - kämpfen - Solidarität, O. O. (Frankfurt) O. J. (1975)

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28.01.1976:
In Frankfurt findet ein Konzert der VSK der KPD und der Union Popular Artistas Spanien mit Pedro Faura statt.
Q: Rote Fahne Nr. 3, Köln 21.1.1976, S. 11; Rote Fahne Pressedienst Nr. 4, Köln 27.1.1976, S. 4

28.02.1976:
Laut KBW besuchen 200 Menschen die "Informationsveranstaltung mit einem Vertreter der demokratischen Militärunion" aus Spanien in Frankfurt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 9, Mannheim 4.3.1976, S. 11

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04.03.1976:
Die 'Portugal-Nachrichten' Nr. 24 (vgl. 16.2.1976, 19.3.1976) erscheinen mit dem Artikel "Veranstaltung mit Hauptmann Dominguez von der UMD" am 28.2.1976 in Frankfurt.
Q: Portugal-Nachrichten Nr. 24, Frankfurt 4.3.1976, S. 14

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29.03.1976:
In Frankfurt findet, laut und mit KPD, vermutlich in dieser Woche eine Spaniendemonstration statt.
Q: Rote Fahne Nr. 14, Köln 7.4.1976, S. 9

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10.04.1976:
In Frankfurt besuchen, laut KBW, 600 die Veranstaltung von FRAP Spanien und FGDSV.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Frankfurt Nr. 15, Frankfurt 15.4.1976, S. 4

02.05.1976:
In Frankfurt führt die UTE, laut und mit Unterstützung des KBW, ein Fest für die KollegInnen von Michelin Spanien durch.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Frankfurt Nr. 18, Frankfurt 6.5.1976, S. 4

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05.05.1976:
In Frankfurt gibt die Sozialistische Betriebsgruppe Degussa - Werk II ihren 'Mitmischer' Nr. 12 (vgl. 15.3.1976, 26.10.1976) heraus mit dem Artikel "Internationale Solidarität. Michelin Reifenwerke" zu Spanien bzw. der Solidarität in Bad Kreuznach.
Q: Mitmischer Nr. 12, Frankfurt 5.5.1976, S. 3

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24.10.1976:
In Frankfurt soll eine Spanien-Veranstaltung mit der Politsängerin Mari Cruz und dem Film "Alle oder keiner" zum Streik in Barcelona 1976 stattfinden.
Q: Spanien aktuell Nr. 5, Frankfurt 21.10.1976, S. 9

13.11.1976:
An der FIS bzw. CISNU-Demonstration in Frankfurt beteiligen sich, laut KPD/ML, über 1 300 Iraner sowie Anhänger von GUAFS Afghanistan, ATIF und ATÖF Türkei, FRAP Spanien und KPD/ML.
Q: Roter Morgen Nr. 49 und 50, Dortmund 3.12.1976 bzw. 10.12.1976

Letzte Änderung: 29.11.2017