KBW: Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 1.9.2016


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In der hier vorgestellten Broschüre des KBW zu den Fahrpreiserhöhungen in Frankfurt wird dokumentiert, wie der KBW, der damals die wohl stärkste Fraktion der Frankfurter Linksradikalen bildete, sich als Volkstribun versuchte, zu diesem Zwecke die Organisierung und Zuspitzung von Massenprotesten unternahm, die dann letztlich im Sturz des Magistrats gipfeln sollten.

Ähnliche Kampagnen fanden statt in Hamburg anlässlich der Tötung von Neset Danis in Norderstedt, wobei der KBW aber in Hamburg im Vergleich zum nicht beteiligten KB, nur eine kleine Gruppe darstellte, so dass dem Projekt trotz außergewöhnlich hoher Mobilisierung kein Erfolg beschieden war.

Nur wenig engagiert in derlei kommunalen Umsturzversuchen zeigte sich der KBW in Bremen anläßlich der dortigen Tariferhöhungen für Strom, Gas und Wasser, wobei diesen allgemein weniger Sprengkraft innewohnt. Geschuldet sein könnte dies allerdings auch der in Bremen damals vermutlich stärker als anderswo beheimateten sogenannten rechten Fraktion im KBW, die Putschismus klar ablehnte.

Auffällig ist das späte Erscheinungsdatum der Broschüre im Februar 1975, als der deutliche Misserfolg dieser Kampagnen in Frankfurt und auch Hamburg längst klar und auch innerorganisatorisch diskutiert worden war. Von einer solchen Kritik aber findet sich im Text nichts, während diese Linie aber wenige Monate später bei den Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg trotz der örtlich starken Verankerung des KBW und der sehr starken Proteste bereits nicht mehr verfolgt wurde.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

März 1974:
Laut KBW dringen Anfang März 1974 erstmalig Einzelheiten über die neue Tarifregelung des Frankfurter Verkehrsverbundes (FVV) an die Öffentlichkeit. Ende März/Anfang April 1974 "ergreift die Ortsgruppe Ffm des KBW die Initiative zur praktischen Zusammenfassung des Widerstandes, der sich überall regt. Initiativgruppen, in denen sich Mitglieder des KBW sowie einzelne Fahrpreisgegner zusammentun, schlagen öffentlich die Gründung von Komitees in den Stadtteilen vor, als demokratisch arbeitende Organe der Menschen, um sich gegenüber dem Stadtparlament und dem Magistrat zusammenzuschließen, einen einheitlichen Willen herauszubilden, Ziel und Formen des Kampfes zu debattieren und festzulegen." Zwischen 30 und 90 Personen kommen zu den Gründungssitzungen (vgl. 28.3.1974).
Quelle: KBW-OG FFM: Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 17

28.03.1974:
Während einer Sitzung des Frankfurter Stadtparlaments, das die neue Tarifregelung beim endgültig bestätigen soll, findet, laut und mit KBW, vor dem Römer eine Protestversammlung statt. Drinnen sprengen ca. 100 Mitglieder des KBW die Sitzung des Stadtparlaments. Mit Sprechchören und Flugblättern demonstrieren sie gegen die geplanten Fahrpreiserhöhungen durch den FVV (vgl. März 1974, 22.4.1974).
Q: KBW-OG FFM: Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 15f

22.04.1974:
Laut KBW wird von ca. 70 Bewohnern der Stadtteile Nordend und Bornheim in Frankfurt ein Komitee gegen die Fahrpreiserhöhungen gegründet (vgl. 28.3.1974, 1.5.1974).
Q: KBW-OG FFM: Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 22

01.05.1974:
Einem Aufruf der Komitees gegen die Fahrpreiserhöhungen folgend ziehen, laut KBW, ca. 300 - 400 FahrpreisgegnerInnen (vgl. 22.4.1974, 7.5.1974) in drei Zügen zur DGB-Demonstration, an der ca. 6 000 Menschen teilnehmen:
"Die Mitglieder des KBW und seiner Massenorganisationen hatten jeweils mit ihren Kollegen gemeinsam Transparente angefertigt und demonstrierten mit ihnen unter den vereinbarten Forderungen und Losungen. Mehrere hundert Menschen gingen allein im Block der Frankfurter "Komitees gegen die Fahrpreiserhöhung", die auf Initiative des KBW hin mittlerweile in 10 Stadtteilen gegründet worden sind. … Nicht dabei waren (abgezählt) 130 Anhänger der Gruppe Rote Fahne, die gleich zu Beginn ihrem "Parteiführer" Horlemann zu einer eigenen "Revolutionären Maikundgebung" ins Frankfurter Nordend folgten. Dort sammelten sich Augenzeugen zufolge noch insgesamt etwa 250 bis 300 Sympathisanten dieser Gruppe, allerdings auch aus anderen Städten in Hessen." Der Block des KBW soll zum Kristallisationspunkt der "allgemeinen Aufmerksamkeit" geworden sein, "als kurz vor Schluß die Transparente rumgedreht wurden und in Sprechchören aufgefordert wurde: 'Alle zur Kundgebung des KBW!' … bildete sich ein Demonstrationszug von über 1 000 Menschen, die unter unserer Hauptparole und lautstarker Agitation der umstehenden Menschenmassen langsam zum Liebfrauenberg hochzogen. Auf dem kleinen Platz drängten sich die Tausend dicht und hörten sehr aufmerksam den beiden Redebeiträgen zu, die vom Genossen Joachim Töws (Mitglied des Zentralen Komitees des KBW) und vom Genossen Gerd Koenen (Sekretär der Frankfurter Ortsgruppe) gehalten wurden. Häufig gab es Beifall und wurden neue Sprechchöre angestimmt. Im Anschluß sprach noch eine Vertreterin der Fahrpreiskomitees, denen der DGB verweigert hatte, auf seiner Kundgebung zu sprechen. Auch hier gab es viel Beifall, vor allem, als die Sprecherin zum Schluß rief: 'Die Fahrpreiserhöhung muß fallen - und wenn der Magistrat mitfällt.'"
Q: KBW-OG FFM: Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 25

07.05.1974:
Laut KBW wird im Frankfurter Haus Gallus auf einer öffentlichen Beratung das Komitee gegen die Fahrpreiserhöhung/Gallus gegründet. Ähnliche Komitees entstehen auch in Rödelheim, Bockenheim, Nordend-Bornheim, Fechenheim, Sachsenhausen (Zeitung 'Sachsenhäuser Zeitung gegen Fahrpreiserhöhungen'), Heddernheim-Nordweststadt und Höchst (vgl. 1.5.1974, 11.5.1974).
"Das Ziel des Komitees ist es, die Fahrpreiserhöhungen zu verhindern."
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 19

11.05.1974:
In Frankfurt findet, laut KBW, eine weitere Demonstration der Komitees gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 7.5.1974, 21.5.1974) statt, an der sich ca. 3 000 bis 4 000 beteiligen.
In einer gemeinsamen Erklärung rufen folgende Organisationen ebenfalls zu dieser Demonstration auf: KBW, Häuserrat, KPD, SAG, RK, GIM, Spartacusbund (SpB), Frankfurter Marxisten-Leninisten (FML), Lotta Continua (LC), AStA der J. W. Goethe Universität, SHI, KSB, KSV, Gesellschaft zur Unterstützung der Volkskämpfe (GUV), Rote Hilfe e.V., Liga gegen den Imperialismus (LgdI), KSG, Schülervertretung, die Lehrlingszeitung Nullpunkt und die Jusos.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 12, Mannheim 12.6.1974, S. 9f; Klassenkampf Nr. 35, Frankfurt Mai 1974;KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 29

21.05.1974:
Laut KBW kommt es in Frankfurt erneut zu Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen durch den FVV (vgl. 11.5.1974, 26.5.1974). Ca. 5 000 bis 6 000 Menschen die "durch die Stadtteilkomitees und die politischen Organisationen mobilisiert wurden", nehmen daran teil. Nach der Kundgebung "folgen über die Hälfte der Kundgebungsteilnehmer dem Zug der Komitees auf die Zeil. … Die Zeil ist schwarz von Menschen. Es kommt zu einer ersten großen Verkehrsblockade". Laut SAG will heute der DGB eine Kundgebung durchführen.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 29

26.05.1974:
Heute wird der Frankfurter Verkehrs-Verbund (FVV) eingeführt.
Es handellt sch hierbei um einen Verkehrsverbund für den Raum Rhein/Main. Vor allem werden drastische Erhöhungen der Fahrpreise zwischen 30% und 230% beschlossen. Gegen diese Tariferhöhungen kommt es zu heftigem Widerstand. Einem Bericht des KBW ist dazu zu entnehmen:"
Ihren Höhepunkt erreichte die Rebellion großer Teile der Bevölkerung gegen die Politik des Frankfurter Magistrats in der Woche nach Einführung der FVV Ende Mai, als es zu harten Zusammenstößen zwischen den in der Innenstadt versammelten Massen und starken Polizeikräften kam" (vgl. 21.5.1974, 27.5.1974).
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 7

27.05.1974:
In Frankfurt beginnt, laut KBW, die heiße Phase der Fahrpreiskämpfe (vgl. 26.5.1974, 28.5.1974), die bis zum 1.6.1974 dauert und sich gegen die gesamte Magistrats-Politik gerichtet habe:"
Diese Auseinandersetzungen wurden ausgelöst durch die drastische Erhöhung der Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel durch den Magistrat." Der KBW ist maßgeblich an der Konstituierung von Komitees gegen die Fahrpreiserhöhungen in 9 Stadtteilen Frankfurts beteiligt. Heute, am "ersten Werktag mit der neuen Tarifregelung", kommen ca. 8 000 Menschen unter der Losung "Die Fahrpreiserhöhung muß fallen" zusammen. Die Demonstration wird von der Polizei militant aufgelöst. An anderer Stelle nennt der KBW als schon heute aufgebrachte Losung: "Die Fahrpreiserhöhung muß fallen - und wenn der Magistrat mitfällt!" und berichtet:"
Bereits schon am frühen Vormittag ziehen ca. 700 Schüler aus sieben Schulen auf die Zeil. Ein kleinerer Demonstrationszug wird von der Polizei aufgelöst. Ab ca. 16 Uhr beginnen Mitglieder der Fahrpreiskomitees und des KBW damit, Kundgebungen und Demonstrationszüge durchzuführen, an denen bis zu 5 000 Menschen teilnehmen. Die Polizei versucht die sich immer neu formierenden Demonstrationszüge aufzulösen. Dabei kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen mit Demonstranten. Die Auseinandersetzungen dauern bis zum späten Abend.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 42

28.05.1974:
In Frankfurt kommt es, laut KBW, wiederum zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei während Demonstrationen und Kundgebungen gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 27.5.1974, 29.5.1974) auf der Zeil. Ansammlungen von Demonstranten werden mit Wasserwerfereinsätzen auseinandergetrieben. Ca. 1 000 Demonstranten liefern sich in der Innenstadt mit der Polizei heftige Gefechte. Der KBW gibt die Losung aus "Dieser Magistrat ist reif - Dieser Magistrat muß weg!" Die Auseinandersetzungen dauern bis zum Abend an. Im Verlaufe der Demonstration setzt die Polizei auch das Tränengas Chloracetophenon (CN) ein.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 44

29.05.1974:
In Frankfurt findet, laut KBW, eine weitere Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 28.5.1974, 30.5.1974) statt, an der sich bis zu 3 000 Menschen beteiligen. Im Verlaufe dieser Demonstrationen wird auf dem offenen Römerberg (Platz vor dem Römer) der 17-jährige Schüler Thomas Hytrek von einem Wasserwerfer überfahren und schwer verletzt. Der KBW schlug angesichts seiner Einschätzung, daß in Frankfurt die Menschen bereit sind, weiter gegen die Fahrpreiserhöhungen zu kämpfen, vor, den Kampf fortzusetzen. Die Losung soll nun heißen: "Keine Fahrpreiserhöhung! Dieser Magistrat ist reif - Dieser Magistrat muß weg!" Auf der Zeil sammeln sich wieder Tausende. Ein Demonstrationszug mit ca. 3 000 Demonstranten gelangt bis zum Römer. Die Polizei greift erneut diese Demonstration brutal mit Wasserwerfern an. Im Verlaufe weiterer Auseinandersetzungen mit der Polizei werden ca. 100 Menschen verhaftet. Auf einer öffentlichen Versammlung der Stadtteilkomitees wird beschlossen, für den kommenden Samstag erneut zu einer Demonstration aufzurufen. Laut und mit KPD demonstrieren 3 000 gegen die Fahrpreiserhöhungen vom Bahnhofsviertel über den Schaumainkai zur Zeil, wo noch 1 500 bis 2 000 Demonstranten übriggeblieben sind.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 47

30.05.1974:
Laut KBW gehen heute in Frankfurt die Aktivitäten gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 29.5.1974, 31.5.1974) auf der Zeil selbst zurück. Jedoch gibt es verschiedene kleinere Kundgebungen und Demonstrationen.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 51

31.05.1974:
In Freiburg werden ca. heute, laut und mit KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf Informationsstände organisiert.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
In Heidelberg wird ca. heute, laut und mit KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf eine Demonstration mit 1 000 Personen organisiert. Eine Protestresolution wird von 700 Teilnehmern einer KBW-Kundgebung verabschiedet.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
In München werden ca. heute, laut und mit KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf Informationsstände organisiert und Flugblätter verteilt.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
In Berlin rufen heute, laut und mit KBW, verschiedene linke Gruppen zu einer Solidaritätskundgebung mit dem "gerechten Kampf der Frankfurter Bevölkerung gegen Fahrpreiserhöhung und Polizeiterror" auf.

An dieser Kundgebung beteiligen sich ca. 1 000 Personen.

Der KBW führt in zwei Stadtteilen insgesamt 4 Kundgebungen durch, an denen sich bis zu 100 Menschen beteiligen.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
In Darmstadt werden ca. heute, laut und mit KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf verschiedene Stadtagitationen durchgeführt.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
Laut KBW gehen auch heute in Frankfurt die Aktivitäten gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 30.5.1974, 1.6.1974) weiter. Es gibt verschiedene kleinere Kundgebungen und Demonstrationen.

Zu Solidaritätsveranstaltungen mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf kommt es, laut und unter Beteiligung des KBW, heute in Berlin sowie in diesen Tagen (vgl. 31.5.1974) in Hamburg, Bremen, Osnabrück, Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden, Gießen, Friedberg, Heidelberg, Freiburg und München.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 51 und 58

31.05.1974:
In Offenbach werden ca. heute, laut und mit KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf Informationsstände organisiert und Flugblätter verteilt.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
In Wiesbaden nehmen ca. heute, laut und mit KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf ca. 250 an einer Kundgebung teil.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
In Friedberg wird ca. heute, laut und vom KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf u.a. die Ortsbeilage Frankfurt der 'KVZ' verteilt.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
In Gießen ruft die KBW Ortsgruppe für ca. heute zu einer Kundgebung der Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf auf.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
In Osnabrück werden ca. heute, laut und mit KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf Informationsstände organisiert.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

31.05.1974:
In Hamburg wird ca. heute, laut und mit KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf eine Demonstration organisiert.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

01.06.1974:
In Frankfurt findet, laut KBW, eine weitere Demonstration zum Römer gegen die Fahrpreiserhöhungen trotz Verbot durch den Magistrat (vgl. 31.5.1974) statt.

Bis zu ca. 5 000 bis 6 000 Demonstranten versammeln sich auf der Zeil:"
Auf Initiative des KBW beginnt um 11.30 Uhr eine Demonstration, die rasch auf 1 500 Teilnehmer anwächst. … Es schließen sich immer mehr Menschen an, bald sind es 3 000. … Gegen 13 Uhr ist der Zug auf 5 000 Teilnehmer angeschwollen, der die ganze Breite der Zeil einnimmt."

Der KBW sprach sich bei der Vorbereitung für diese Demonstration, für eine Aktionseinheit aus. Sie sollte unter den Losungen stehen:
"Weg mit der Fahrpreiserhöhung!
Schluß mit den Polizeieinsätzen und Demonstrationsverboten!
Dieser Magistrat muß weg!"
Auf einer Veranstaltung, bei der mehr als 500 Teilnehmer gezählt wurden, sprach sich eine Mehrheit für eine Aktionseinheit aus, aber die "spontaneistischen Gruppen, die Gruppe Rote Fahne (KPD), die trotzkistischen Organisationen u.a. weigern sich, öffentlich über die Losungen zu beraten und lehnen die Aktionseinheit ab."
Die KPD wird vom KBW heftigst kritisiert. Sie habe "fernab vom Kampfplatz mit Hilfe ihrer Studentenorganisation Demonstrationen von 'betrieblichen Kampfkomitees', die auf dem Papier und mithilfe einer Handvoll Mitglieder und Sympathisanten in zwei Frankfurter Betrieben gegründet worden waren" veranstaltet. KPD Vertreter hätten sich am Straßenrand passiv verhalten und distanzierten sich ebenso wie Trotzkisten und Spontaneisten "von der Forderung nach dem Sturz des Magistrats". Höhepunkt der Aktivitäten der KPD soll lediglich die Ankündigung weiterer Demonstrationen und die "Gründung eines Komitees gegen Polizeiterror und Demonstrationsverbote" gewesen sein. Im Zentralorgan 'Rote Fahne' habe die KPD das Gros der Demonstranten als "kleinbürgerliche Bewegung" gekennzeichnet. Revolutionärer Kampf (RK) und Häuserrat hätten sich kaum anders verhalten. "Das große Wort führten sie im wesentlichen auf den abendlichen Veranstaltungen in der Universität." Ihre Parolen: Nulltarif, Blockade und Roter Punkt, seien keine Parolen gewesen, um "den politischen Kampf gegen die diktatorischen Entscheidungen des Magistrats" zu führen. Der KBW zieht sich in den folgenden Tagen von der Zeil in die Stadtteile zurück. Als entscheidende Schwäche der Fahrpreis- und Magistratssturzaktionen hebt der KBW hervor:
"Die Massen in den Betrieben und in den Stadtteilen konnten weitgehend aus dem Kampf herausgehalten werden - das war die entscheidende Schwäche des Kampfes."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 12, Mannheim 12.6.1974, S. 9f; KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 59ff

01.06.1974:
In Bremen wird, laut KBW, zur Solidarität mit dem Frankfurter Fahrpreiskampf von seiner eigenen Ortsgruppe eine Demonstration von ca. 700 Personen um 11 Uhr ab Hauptbahnhof und eine Abschlußkundgebung mit ca. 1 000 Zuhörern organisiert.
Q: KBW-OG FFM: Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt 1975, S. 58

Februar 1975:
Im Verlag Jürgen Sendler erscheint die Broschüre "Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974" die von einem Kollektiv der KBW Ortsgruppe Frankfurt verfasst wurde in einer Auflage von 3 000 Stück zum Preis von 5 DM.

Berichtet wird von den Protesten gegen den FVV und den Frankfurter Magistrat von März 1974 bis zum 1. Juni 1974.
Q: KBW-OG FFM: Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung und den Magistrat in Frankfurt Mai/Juni 1974, Plankstadt Feb. 1975

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Letzte Änderung: 01.09.2016