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Wiesbaden: Chemieindustrie

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 18.12.2007

Die Chemieindustrie ist nicht nur in Wiesbaden die beherrschende Branche der Industrie, auch bundesweit wird vor allem Kalle bekannt, wo vermutlich neben der DKP auch die KPD/ML-ZB aktiv ist, hat sie doch im benachbarten Mainz engste Freunde. Die KPD/ML-ZB berichtet in dieser wie immer unvollständigen Darstellung auch von der kommenden Krise, die sich für Kalle in Kurzarbeit ausdrückt (vgl. 1.2.1971), und sodann von der Haltung der DKP, wobei auffällt, dass die Schilderung der DKP-Strategie zwar detailliert erfolgt und Kalle auch ein Großbetrieb ist, der aber doch gegenüber Werken wie Bayer Leverkusen, BASF Ludwigshafen oder Hoechst Frankfurt und auch Merck Darmstadt deutlich abfällt. Von der bundesweit agierenden Partei des Proletariats hätte der geneigte Leser eigentlich mehr an Analyse der DKP-Agitation erwarten dürfen, eventuell gar eine Zusammenfassung der Positionen der verschiedenen DKP-Betriebszeitungen. So aber stützt sich dieser Artikel anfänglich nicht zuletzt auf die bundesweiten Beschuldigungen der DKP (vgl. Apr. 1971, 10.5.1971), eigentlich aber geht es um die Chemietarifrunde 1971 (CTR - vgl. 4.6.1971, 16.6.1971), in der Kalle bundesweit aufgrund der intensiven Gewaltanwendung der Polizei gegen Streikposten bekannt wird, wobei als Ort dieser Maßnahmen in der von uns ausgewerteten linken Publizistik neben Kalle Wiesbaden meist noch Clouth Köln benannt wird, weit seltener nur Glanzstoff Kelsterbach, wo es gar zum Hundeeinsatz kam oder auch Merck Darmstadt (vgl. 28.6.1971).

Rote Folie _ Betriebszeitung der KPD/ML für Kalle, Nr. 8, Februar 1975
Bild vergrößern Betriebszeitung der KPD/ML für Kalle

Bei Kalle Wiesbaden dagegen kommt es vermutlich nicht zur Betriebsbesetzung oder zur Aussperrung, sondern zum Einschluss der griechischen Streikenden im Betrieb mit ergänzender Kontaktsperre und konsekutivem Einsatz staatlicher Gewalt gegen Streikposten (vgl. 18.6.1971). Es ist dies damals kein Einzelfall, sondern offenbar schon fast flächendeckend normal (vgl. 21.6.1971), was naturgemäß zum heftigen Protest in linken Publikationen führt, vor allem in denen betrieblicher Provenienz, wie bei Rhodia Freiburg (vgl. 24.6.1971) oder in Offenbach (vgl. 29.6.1971) bzw. landauf und landab (vgl. Juli 1971, 22.7.1971, Aug. 1971), wobei es aber durchaus keine Toten gab (vgl. 5.7.1971), aber vermutlich doch schwerwiegend Verletzte (vgl. 8.7.1971).

Die bundesdeutsche Linke erinnert sich wiederholt der Erfahrungen von Kalle Wiesbaden (vgl. 23.9.1971, 10.1.1972), u. a. auch anlässlich der nächsten Tarifkämpfe (vgl. 25.10.1971), benutzt diese als Argument gegen die bewaffneten Formationen des Bonner Staates (vgl. 1.11.1971) und angesichts der Bedrohung mit Verbot in Bremen auch als einschlägiges Beispiel für die Brutalität der bürgerlichen Gesellschaft (vgl. 20.9.1972).

Außer diversen regional rührigen Trotzkisten (vgl. März 1973, 5.3.1973) berichtet dann nach unserer kargen Quellenschau wiederum die KPD/ML-ZK (bzw. bald alleinige KPD/ML von bundesweiter Bedeutung) von Kalle (vgl. 27.1.1973, 28.4.1973), während in der Wiesbadener Chemieindustrie, vor allem bei Albert und Kalle, aber doch der KBW, von dem uns die computerisierten Betriebszeitungen vorlagen, die aber noch nicht ausgewertet werden konnten, eher über einen gewissen Einfluss zu verfügen scheint (vgl. 10.10.1973, 24.10.1973, 7.11.1973, 23.11.1973), auch in der Gewerkschaftsjugend der IG Chemie Papier Keramik Wiesbaden, was der Gewerkschaftsführung offenbar unbequem (vgl. 29.11.1973). Der KBW beruft sich auch intern auf seine Beliebtheit bei Kalle Wiesbaden (vgl. 19.2.1974), insuiniert gar intensiv die Herausgeber der 'Roten Folie' (vgl. 19.2.1974, März 1974, 27.4.1974, 26.4.1975).

Während die regional aktiven Trotzkisten auch bzgl. Wiesbadens am Ball bleiben (vgl. Apr. 1974), agitiert nun auch die KPD im örtlichen Wohnbereich bzw. dem Wiesbadener Organisationsbereich der IG Chemie (vgl. 7.8.1974), und auch die Keimzelle der heutigen SAV berichtet von Kalle (vgl. Juni 1975), wo aber auch der KBW immer aktiv bleibt (vgl. 10.4.1975, 26.6.1975), auch von der Solidarität für Seibel Erwitte kündend (vgl. 19.5.1975). Ungeklärt bleibt hier die damalige parteiliche Zuordnung der 1981 gewählten oppositionellen Betriebsratsmitglieder (vgl. Feb. 1981, März 1981).


Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Mai 1969:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, laut IMSF im Mai, eine Ausgabe ihrer 'Heissen Eisen' (vgl. Apr. 1969, Juni 1969) heraus, in der sie sich im ersten Artikel mit den 12 Funktionen des Vorstandsvorsitzenden von Hoesch, Dr. Dr. Friedrich Harders befaßt:"
DIE '12 BEINE' DES DR. DR. HARDERS
...
Aufsichtsrat der Unternehmen: Didier-Werke AG, Wiesbaden".
Q: Heisse Eisen,Dortmund o.J. (Mai 1969)

01.02.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
ZUR LAGE IN DER CHEMIEINDUSTRIE

Durch die verschärfte imperialistische Konkurrenz auf den ost- und westeuropäischen und den US-Märkten hat jetzt auch in der Chemieindustrie eine zyklische Krise begonnen. Anzeichen dafür sind vor allem die Einstellungsstops bei Bayer, Hoechst, BASF (in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz,d.Vf.), CWH (in Marl in NRW,d.Vf.), Boehringer, Kalle Wiesbaden (in Hessen,d.Vf.), zum Teil auch schon Überstundenkürzungen z. B. bei Glasurit, das zu BASF gehört. Weitere Maßnahmen werden möglicherweise von den Kapitalisten noch vor oder in der Tarifrunde (CTR,d.Vf.) zur Erpressung der Arbeiter durchgeführt werden. Das heißt jedoch auf keinen Fall, daß es sich in der Chemieindustrie um eine 'gewollte Rezession' handelt."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.11,Bochum 10.2.1971,S.4

09.03.1971:
Vor dem oder am 9.3.1971 gibt das SALZ Hamburg die Nr.2 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 8.3.1971, 15.3.1971) heraus. KND-Berichte von u.a. Kalle Wiesbaden werden so eingeleitet: "Wie wir von Genossen aus Betriebsgruppen der jeweiligen Betriebe erfahren haben".
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.2,Hamburg März 1971

April 1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet über das Verhalten der DKP in der Chemietarifrunde (CTR), u.a. anhand des bei Kalle Wiesbaden erscheinenden 'Roten Kalleaners' (vgl. **.*.1971, 10.5.1971):"
Hinter dem sozialdemokratischen Geschwafel verbirgt sich der tatsächliche Verrat der D'K'P-Führer. Im 'Roten Kalleaner' von April hatten sie noch angekündigt: 'Eine der Lehren aus der Lohnbewegung des vergangenen Jahres ist, daß die Kollegen in jeder Phase des Kampfes unterrichtet werden müssen'. ...

Im 'Roten Kalleaner' haben die D'K'P-Führer in einem Hetzartikel gegen die KPD/ML demagogisch erklärt: 'Wenn die Gewerkschaft in einer Tarifauseinandersetzung, wie es vorgekommen ist, durch Zurückweichen mögliche Erfolge preisgibt, so werden wir dazu ebenso klar Stellung nehmen.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.38 und 46,Bochum 19.5.1971 bzw. 16.6.1971,S.7 bzw. S.6

10.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche über das Verhalten der DKP in der Chemietarifrunde (CTR), u.a. anhand des vermutlich in dieser Woche bei Kalle Wiesbaden erscheinenden 'Roten Kalleaners' (vgl. Apr. 1971, **.*.1971):"
Die D'K'P-Führer denken auch nicht daran, den Verrat der SPD-Regierung durch Lohnraub und Lohndiktat zu entlarven.

Im 'Roten Kalleaner' heißt es: 'Tariferhöhungen von 15% werden auch nicht die gegenwärtige Regierung in Gefahr bringen, wie das leider von einigen Gewerkschaftsfunktionären zu hören ist. Diese Regierung kann sich durch eine arbeiterfeindliche Politik, wie es z.B. die 'Lohnleitlinien' sind, nur selbst gefährden.'

Die D'K'P-Führer erklären nicht das Wesen der kapitalistischen Krise, sondern wollen diese Krise durch 'Steigerung der Massenkaufkraft' beheben.

Im 'Roten Kalleaner' heißt es: 'Der 'fehlerhafte Kreislauf der kapitalistischen Produktion' (Marx) in Form des Widerspruchs zwischen Produktionsmöglichkeit und kaufkräftiger Nachfrage bricht erneut durch. Lohn- und Gehaltserhöhungen werden so einem Wirtschaftsrückgang in gewissem Maße entgegenwirken.'

Tatsächlich geht aber gerade jeder Krise eine Periode höherer Löhne voraus. Nach der Theorie der Revisionisten dürfte es danach nie zu einer Krise kommen: Auch hier verschweigen die Revisionisten völlig das Wesen der kapitalistischen Krise, nämlich das Sinken der Profitrate, das die Kapitalisten gerade zwingt, durch ein Drücken der Löhne wieder einen Maximalprofit erwirtschaften zu können. ...

Durch das Verhalten der D'K'P-Führer in der Chemietarifrunde können wir klar den Verrat der D'K'P-Führer aufzeigen.

Bisher verraten sie die Forderungen der Arbeiterklasse noch hauptsächlich dadurch, daß sie die Machenschaften der rechten Gewerkschaftsführer verschweigen; je mehr die Revisionisten aber mit den Gewerkschaftsführern auf unterer Ebene verwachsen, desto schneller werden sie auch versuchen, direkt die Kämpfe der Arbeiter zu verhindern.

In jedem Fall werden wir alle Verrätereien sofort und umfassend enthüllen."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.38,Bochum 19.5.1971,S.7f

04.06.1971:
Heute wird, laut KPD, bei Kalle Wiesbaden im Rahmen der Chemietarifrunde (CTR der CPK) gestreikt.
Q: Rote Fahne Nr.21,Berlin Juli 1971

16.06.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet von der Chemietarifrunde (CTR) der CPK:"
In Hessen beteiligten sich am Mittwoch (16.6.) 16 000 Chemiearbeiter an Warnstreiks für die volle Durchsetzung der Streikforderungen."

Eingegangen auf verschiedene Maßnahmen der Kapitalisten, u.a. bei Hoechst Frankfurt (vgl. 14.6.1971) und Kalle Wiesbaden (vgl. 16.6.1971) und vermutlich u.a. über heute fortgefahren:"
Diese massiven Angriffe unterstützen die rechten SPD- und Gewerkschaftsführer durch ihre Spaltungs- und Zermürbungstaktik. Sie versuchen mit allen Mitteln, die Vereinheitlichung des Kampfes zu verhindern, wiegeln vor allem in den Großbetrieben ab (bei Hoechst gab es bisher nur einige kleinere spontane Aktionen der Kollegen), versuchen Firmentarifverträge abzuschließen und verhindern die Urabstimmung (ein Sprecher der hessischen IG CPK: 'Eine Urabstimmung aller 107 000 Chemiearbeiter in Hessen ist zur Stunde noch nicht im Konzept der Gewerkschaft').

Daß ihren umfangreichen Manövern der Verrat folgen wird, zeigt nicht nur der Abschluß in Rheinland-Pfalz (vgl. 24.5.1971,d.Vf.) sondern auch der Verrat vom letzten Jahr (vgl. 24.3.1970, 22.5.1970), über den auch aus Rheinland-Pfalz (vgl. 18.5.1970) und Hessen (vgl. 19.5.1970, 20.5.1970) berichtet und fortgefahren wird:"
Damals wie heute ging es den rechten Gewerkschaftsführern nur um die Durchsetzung der Politik der SPD-Führer. Fabian kam es 1970 vor allem darauf an, bei den gerade stattfindenden Landtagswahlen einen SPD-Sieg zu sichern. In diesem Jahr geht es in erster Linie darum, das Lohndiktat der SPD-Regierung durchzusetzen. Die SPD-Führer betätigen sich genau wie bei der Metalltarifrunde (MTR der IGM,d.Vf.) im letzten Jahr als Schlichter (in Hessen hat sich der Sozialminister Schmidt als Schlichter angeboten, ...) und setzen sogar die Mittel des bürgerlichen Staatsapparates ein, um die Streiks zu zerschlagen: gerade im SPD-regierten Hessen wurde jetzt zum ersten Mal in einem Chemiebetrieb (wahrscheinlich bei Kalle (in Wiesbaden - vgl. 18.6.1971, d.Vf.)) Polizei gegen die Streikposten eingesetzt, um Streikbrechern Einlaß zu verschaffen, ... .

Diese gewaltsamen Maßnahmen zur Zerschlagung der Streiks sind der erste Schritt zum Streikverbot, das die SPD-Regierung plant. Die Vorbereitung dieses Verbots hatte der IG-Druck-Vorsitzende Mahlein bereits vor einigen Wochen enthüllt (...).

Das zeigt deutlich, daß das Lohndiktat nicht nur gegen die Höhe der Lohnforderungen gerichtet ist, sondern vor allem ein politischer Angriff ist auf die Organisationen und Kämpfe der Arbeiterklasse. Es bedeutet die staatliche Festlegung der Löhne und damit das Vorantreiben der Verstaatlichung der Gewerkschaften. Das Lohndiktat bereitet so den ärgsten Feinden der Arbeiterklasse, den Faschisten, den Weg, die 1933 die Gewerkschaften auflösten und alle Arbeiter und Kapitalisten in die 'Deutsche Arbeitsfront' (DAF,d.Vf.) zwangen.

Die KPD/ML enthüllt als einzige Partei gerade diesen politischen Charakter des Lohndiktats und zeigt damit den Chemiearbeitern, wer ihr Hauptfeind ist."

Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. 12.10.1972) fragen:"
Oder war es etwa im Interesse der Arbeiterklasse, als im letzten Jahr bei den Chemiearbeiterstreiks in Hessen Polizeihundertschaften den Weg für bezahlte Streikbrecher freiknüppeln und die politische Polizei mit Tonbändern und Teleobjektiven auf Rädelsführer Jagd machte?"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.48,Bochum 23.6.1971,S.9f;
Die Rote Front Nr.1,Dortmund Okt. 1972,S.5;
Das Rote System Nr.15,Berlin 22.6.1971

16.06.1971:
Ab heute streiken, laut KPD, 3 000 bei Kalle Wiesbaden (vgl. 22.6.1971) anläßlich der Chemietarifrunde (CTR).

Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Die rechten Gewerkschaftsführer versuchen, genau wie in Nordrhein sich überall an die Spitze der Bewegung zu stellen. Dies zeigt deutlich der Bericht der Genossen aus Wiesbaden über den Streik der Kalle-Arbeiter: 'Am Mittwoch (16.6.) fand eine V-Leute-Versammlung statt, von der aus zu einer Kundgebung aufgerufen wurde. Zum Entsetzen des Betriebsrats, genauer der Hauptbonzen Fröb und Hartmann (die Kollegen sagten, die beiden seien sichtbar blaß geworden, als sie die Masse der Kollegen sahen) folgten ca. 3 000 Kollegen diesem Aufruf zur Kundgebung vor dem Verwaltungsgebäude. Der Betriebsrat war so perplex, daß er selbst nicht in die Diskussion eingriff und so mehr Kollegen aus der Masse zu Wort kamen. So konnte denn auch der zündende Aufruf eines Kollegen: 'Wir werfen die Riemen hin', der die Stimmung der Kollegen wiedergab, so gewaltigen Anklang finden. Seit Mittwoch wird gestreikt.

Die rechten Gewerkschaftsführer bemühen sich nun natürlich eifrig, die Bewegung unter Kontrolle zu bringen. Das ist ihnen auch gelungen! Die Streikleitung und besonders die lokalen Gewerkschaftsbonzen sind ziemlich Herr der Lage, stellen sich an die Spitze, organisieren Streikposten und machen Flugblätter.'"

Über heute bzw. die folgenden Tage berichtet die KPD/ML-ZB auch"
Bei Kalle in Wiesbaden haben die Kapitalisten die ersten gewaltsamen Schritte zur Zerschlagung des Streiks unternommen: sie haben die Zäune zum benachbarten Werk Albert (das wie Kalle zu Hoechst gehört) niederreißen lassen, um Streikbrechern Einlaß zu verschaffen; außerdem wollen sie Streikbrecher sammeln und mit Hilfe von Werkschutzbegleitung ins Werk bringen."

Später berichtet die KPD/ML-ZB erneut über die Zäune und fährt über heute bzw. die nächsten Tage fort:"
In Großanzeigen in der Lokalpresse behaupten die Kapitalisten, daß 90% der Belegschaft den Streik für sinnlos halten und daß Kalle weiterarbeite (in Wirklichkeit streiken etwa die Hälfte der Kollegen und mindestens 80% der Produktion ist stillgelegt). Weiterhin setzen sie gezielt Gerüchte in Umlauf, daß 'Arbeitswillige' durch Streikposten verletzt worden wären, daß die Streikposten Personenautos demoliert hätten."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.48 und 49,Bochum 23.6.1971 bzw.
26.6.1971,S.9f bzw. S.2;
Rote Fahne Nr.21,Berlin Juli 1971;
Das Rote System Nr.15,Berlin 22.6.1971

18.06.1971:
Von Kalle Wiesbaden berichtet der KJVD Wiesbaden der KPD/ML-ZB:"
Am Freitag und Samstag weitete sich der am Mittwoch begonnene Streik der Kollegen weiter aus. Nachdem im Werk bekannt wurde, daß die Werksleitung angedroht hatte, jeden streikenden Lehrling aus dem Lehrverhältnis zu entlassen, verließen die ca. 250 Lehrlinge geschlossen das Werk und schlossen sich dem Streik der älteren Kollegen an."

Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Bei Kalle in Wiesbaden haben die Kapitalisten aber auch bereits zu offenen Erpressungs- und Terrormaßnahmen gegriffen: 'ein Teil der der griechischen Arbeiter wird seit Freitag, dem 18.6., im Werk festgehalten; ihnen wurde von der Werksleitung gedroht, wenn sie das Werk verließen, würden sie nach Griechenland zurückgeschickt. Nachdem es gelang, einen der Griechen durch seine Frau aus dem Betrieb zu holen, dürfen ab Samstag auch die Frauen dieser Arbeiter nicht mehr mit ihren Männern in Kontakt treten.' (KND-Korrespondentenbericht)"

Vom Polizeieinsatz berichtet die KPD/ML-ZB:"
Sechs bis sieben Polizisten in Zivil fuhren auf die Streikposten vor der Kalle AG zu; sie verletzten dabei einen griechischen Arbeiter, den sie anschließend beschimpften und verprügelten und, als er sich über die Schläge beschwerte, anschrien: 'Ist die Polizei in Griechenland besser?'"

Eingegangen wird auch auf den Polizeieinsatz bei Clouth Köln und zu beiden fortgefahren:"
Diese Ereignisse zeigen klar: die SPD-Führer sind gewillt, den Kampf der Chemiearbeiter gewaltsam zu brechen. Der Polizeieinsatz war kein Zufall oder Willkürakt von einzelnen Polizisten, sondern ein von den Kapitalisten geplanter und von den SPD-Führern durchgeführter Angriff auf die kämpfende Arbeiterklasse.

Der Polizeieinsatz beweist deutlich, daß die SPD-Führer ihre sozialfaschistischen Maßnahmen gegen die Arbeiterklasse verstärken. 'Stabilitätsgesetz' und Konzertierte Aktion waren die Mittel, die sich die SPD-Führer in der Krise 1966/1967 geschaffen hatten, um die wachsenden Abwehrkämpfe des Proletariats zu disziplinieren. Inzwischen reichen diese Mittel längst nicht mehr aus; das Lohndiktat soll jetzt der Arbeiterklasse selbst im Lohnkampf Fesseln anlegen; es soll die Löhne staatlich festlegen und ist damit ein weiterer Schritt zur Verstaatlichung der Gewerkschaften. Das Lohndiktat ist genau wie die Schaffung des neuen 'Superministeriums' ein weiterer Schritt zur Zentralisierung der Staatsgewalt, die sich im staatsmonopolistischen Kapitalismus ja die Monopole untergeordnet haben. Ein weiterer Schritt zur Zentralisierung sind die von IG-Druck-Führer (DruPa - vgl. **.*.1971,d.Vf.) Mahlein enthüllten Pläne der SPD-Regierung, bei Nichteinhaltung des Lohndiktats ZWANGSSCHLICHTUNG UND STREIKVERBOT einzuführen.

Polizeieinsatz gegen streikende Arbeiter durch SPD-Stadträte sind die Schritte zu diesen sozialfaschistischen Maßnahmen. Jeder, der nicht diesen politischen Charakter des Polizeieinsatzes klarmacht, unterstützt damit diese Maßnahmen.

Die SOZIALDEMOKRATISCHEN GEWERKSCHAFTSFÜHRER gehören dazu: sie haben während der ganzen Tarifrunde alles darangesetzt, das Lohndiktat durchzusetzen; mit dem Herunterdrücken der Forderungen der fortgeschrittensten Chemiearbeiter, mit dem Heruntergehen bei den Verhandlungen und bei der Schlichtung, mit ihrem Verrat in Rheinland-Pfalz und mit ihren Manövern in Hessen und Nordrhein arbeiten sie den SPD-Führern direkt in die Hände. Sie sind deshalb das entscheidende Glied zur Durchsetzung der sozialfaschistischen Maßnahmen; gerade jetzt, in Hessen und Nordrhein versuchen sie den POLITISCHEN Kampf der Arbeiter zu verhindern.

Das zeigt sich deutlich an ihrer Haltung zum Polizeieinsatz: sie stellen das Vorgehen der Polizei als 'Übergriffe' dar und wenden sich AN DIE SPD-FÜHRER selbst mit der Bitte, die betreffenden Beamten vom Dienst zu suspendieren und 'SICH FÜR DAS IM GRUNDGESETZ GESICHERTE STREIKRECHT EINZUSETZEN' (diese Bitte leitete IG-Chemie-Bezirksleiter und SPD-Landtagsabgeordneter Fabian in Hessen an Justizminister Hemfler und Ministerpräsident Osswald weiter). Sie wenden sich also genau an diejenigen, die für diese Angriffe verantwortlich sind, weil in ihren Händen die Polizeigewalt liegt. Damit stellen sie sich schützend vor die SPD-Führer, um zu verhindern, daß die Arbeiterklasse erkennt, wer zur Zeit das größte Übel, wer zur Zeit ihr schlimmster Feind ist."

Über die DKP und deren 'Unsere Zeit' (UZ Nr.37 - vgl. 3.7.1971) berichtet die KPD/ML-ZB:"
UZ ZUM POLIZEIEINSATZ

Als die SPD-Führer in Hessen und NRW Polizei gegen die streikenden Chemiearbeiter einsetzten, forderte der hessische Landesvorsitzende der D'K'P die hessische Landesregierung auf, 'den Einsatz der Polizei zugunsten der Streikbrecher zu unterbinden und das Lohndiktat der Konzerne zu verurteilen.' (UZ 27)

In der gleichen UZ versuchen die D'K'P-Führer den Chemiearbeitern einzureden, es seien gar nicht die SPD-Führer gewesen, die die Polizei zur Durchsetzung des Lohndiktats geschickt haben: 'In diesem Lohnkampf hat die Polizei in Streikende hineingeschlagen. So in Wiesbaden vor dem Chemiebetrieb Kalle. Vor dem Werkstor... hat sich... dargestellt, was wissenschaftlich als Staatsmonopolismus bezeichnet wird. Der Wiesbadener CDU-Fraktionsvorsitzende Fresenius hat den Polizeieinsatz verlangt. Dieser Fresenius arbeitet eng mit den Managern eines Unternehmens zusammen. Von den Managern führt der Draht direkt zu Franz Josef Strauß...'

Zu direkten Verdrehungen greifen die Führer der D'K'P, wenn sie ihre Theorie, die SPD-Führer seien doch das kleinere Übel gegenüber der CDU, verbreiten wollen: Damit verschweigen sie, daß der Einsatz bei Kalle in Wiesbaden nur vom SPD-Oberbürgermeister Rudi Schmitt eingeleitet werden kann, daß es der hessische Innenminister ist, der den Einsatz der Polizei bei Merck in Darmstadt, bei Glanzstoff in Kelsterbach (vgl. 23.6.1971 bzw. 28.6.1971,d.Vf.) angeordnet hat.

'Konzerne, CDU und CSU sprechen' von Recht und Ordnung 'und meinen die Sicherung der Höchstprofite, den Einsatz der Klassenjustiz und Polizeiknüppel gegen Streikende.' So schreibt Ludwig Müller vom Parteivorstand der D'K'P in der gleichen UZ. Auch hier 'vergißt' Müller wieder die SPD-Führer."

Der Kölner 'Express' berichtet, laut BKA Freiburg, über heute:"
Bei einem Streikzwischenfall in Wiesbaden haben nach Darstellung der Gewerkschaft mehrere Kriminalbeamte den griechischen Gastarbeiter Elias Kalogeropoulos (30) zusammengeschlagen. Zuvor hätten sie ihn, ohne als Kriminalbeamte erkennbar zu sein, mit ihrem Wagen angefahren und zu Boden gerissen. Dabei sollen die Beamten ihm zugerufen haben: 'Dreckiger Kanacke, dreckiger Ausländer, wir werden dich in dein dreckiges Kanackenland abschieben.'"

In der 'Süddeutschen Zeitung' heißt es, laut BKA Freiburg:"
Einzelheiten über diesen Vorfall, der sich bereits am Freitagabend ereignet hatte, teilten der Bezirksleiter der hessischen IG Chemie, Franz Fabian, und der Rechtsberater der Gewerkschaft, Kurt Thon, am Montagnachmittag der Presse in Frankfurt mit. Danach befanden sich etwa 15 Streikposten, darunter der Grieche, vor dem Werkstor des Wiesbadener Chemieunternehmens Kalle AG, als ein Personenwagen mit zwei Zivilisten ohne anzuhalten in das Werksgelände fuhr und kurz darauf ein zweites Auto mit sechs bis acht Insassen vor den Streikposten stoppte. Plötzlich, so berichteten die Arbeiter später, sei der Wagen auf die Gruppe losgefahren, habe den Griechen mit der Stoßstange in Kniehöhe getroffen und auf den Kühler geschleudert. Daraufhin seien die Wageninsassen, die die Streikenden zunächst für ein von der Unternehmensleitung 'bestelltes Schlägerkommando' hielten, aus dem Auto gesprungen und hätten den Gastarbeiter mit den Worten 'Du dreckiger Kanacke, du dreckiger Ausländer, wir werden dich schon in dein Kanackenland abschieben' verprügelt. Erst als die anderen Streikposten zu Hilfe eilen wollten, hätten sich die Männer als Kriminalbeamte ausgewiesen und ihre Dienstmarken vorgezeigt. Wie sich später herausstellte, hatte das Chemieunternehmen Polizeikräfte angefordert, weil angeblich auf dem firmeneigenen Parkplatz Autoreifen zerstochen und Wagen beschädigt worden wären.

'IST DIE POLIZEI IN GRIECHENLAND BESSER?'

Für den Griechen war mit diesen Prügeln, nach Darstellung der IG Chemie, die ungewöhnliche Polizeiaktion indessen noch nicht beendet. Kalogeropoulos wurde auf das Werksgelände in die Pförtnerloge gezerrt, im Nebenraum auf einen Stuhl geworfen, der dabei zerbrach, und dann auf dem Tisch weiter geschlagen. 'Ist die Polizei in Griechenland besser?' soll ihm ein Kriminalbeamter zynisch zugerufen haben, als er sich über die Schläge beschwerte. Als dem Griechen später übel wurde, lehnten die Beamten die Bitte um Konsultation des Hausarztes ab, sorgten aber dann auf Anraten des Werksarztes für eine kurze Untersuchung in einer Klinik. Das ärztliche Attest, durch Fotos ergänzt, erwähnt Blutergüsse an Armen und Brustkorb sowie mehrere Schürfwunden."

Berichtet wird auch in:
- Bremen durch den KB Bremen (KBB - vgl. 20.9.1972);
- NRW durch die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. 16.10.1972).
Q: Die Rote Front Extra Polizei verhaftet 5 Streikposten bei Opel-Bochum! und Nr.2,Dortmund Okt. 1972,S.2 bzw. S.9;
Klassenkampf - Rhodia Extrablatt,Freiburg 24.6.1971,S.1;
Klassenkampf Nr.10,Freiburg 30.6.1971,S.3;
Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.7,Bochum Juli 1971;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.49 und 51,Bochum 26.6.1971 bzw. 7.7.1971,S.1ff bzw. S.6f

21.06.1971:
An den Streiks der Chemietarifrunde für die Bezirke Hessen, Nordrhein, Westfalen und Hamburg beteiligen sich, laut KPD/ML-ZB, von diesem Tage bis zum 26.6. täglich über 25 000 Kollegen.

Der BKA Freiburg berichtet über die Chemietarifrunde:"
Am Montag und am Dienstag riefen bei mehreren Betrieben die Kapitalisten die Polizei um Streikpostenketten der Kollegen brutal auseinanderprügeln zu lassen. Sogar einige der bürgerlichen Zeitungen, die sonst immer die Streikkämpfe der Arbeiter verschweigen, kamen jetzt nicht darum herum über die Ereignisse zu berichten."
Dies taten sie zumindest bei Clouth Köln heute und bei Kalle Wiesbaden (vgl. 18.6.1971).
Q: Klassenkampf - Rhodia Extrablatt,Freiburg 24.6.1971,S.1;
Rote Fahne Nr.13,Bochum 5.7.1971

21.06.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich u. a. aus dieser Woche von der Chemietarifrunde (CTR):"
Die Streikbewegung in der Chemieindustrie Nordrheins und Hessens weitet sich aus. Die Geschlossenheit, mit der die Chemiearbeiter für die Durchsetzung der Forderungen kämpfen, nimmt zu.

Die Arbeiterjugend, die Lehrlinge und Jungarbeiter, stehen dabei in vorderster Front".
Eingegangen wird auch auf die Polizeieinsätze bei Kalle Wiesbaden (vgl. 18.6.1971) und Clouth Köln (vgl. 21.6.1971):"
Die SPD-Führer stehen bei der gewaltsamen Zerschlagung der Streiks in vorderster Front. Um von ihrer wahren Rolle abzulenken, enthalten sie sich zur Zeit jeder Äußerung zu den Ereignissen; doch ihre Taten sprechen eine deutliche Sprache:
In Köln und Wiesbaden haben sie ihre Polizeieinheiten auf die streikenden Arbeiter gehetzt."

Später berichtet die KPD/ML-ZB vermutlich ebenfalls noch aus dieser Woche:"
SPD-REGIERUNG SETZT LOHNDIKTAT GEGEN CHEMIEARBEITER DURCH

Die Auseinandersetzungen zwischen SPD-Regierung, Chemiekapitalisten und Gewerkschaftsführern auf der einen und den Chemiearbeitern auf der anderen Seite nehmen an Schärfe zu: die Chemiekapitalisten setzen im Verein mit den SPD-Führern jetzt alle Mittel ein, um die Streiks zu zerschlagen. Und die Gewerkschaftsführer erweisen sich dabei als die besten Handlanger. Die Streikentwicklung ist durch die gestiegene Kampfbereitschaft der Chemiearbeiter gekennzeichnet: an vielen Orten traten in den letzten Tagen die Streikposten aus den Betrieben den Streikbrechern, häufig Angestellten, entgegen und verwehrten ihnen den Zutritt zum Werksgelände. ... Die Kapitalisten gehen deshalb jetzt auf breiter Front gegen die Chemiearbeiter vor:
Mit Hilfe der bürgerlichen Justiz erklären sie die Streikaktionen für 'illegal' und 'verpflichten' die Streikposten, den Streikbrechern nicht den Weg zu versperren. Folgende Urteile wurden gefällt: ... (vgl. Aachen 21.6.1971, Darmstadt 21.6.1971, Düsseldorf 21.6.1971, Köln 21.6.1971, Krefeld 21.6.1971,d.Vf.).

Falls diese Urteile nicht ausreichen, um die kampfbereiten Chemiearbeiter zurückzudrängen, haben die Kapitalisten immer noch die Polizeieinheiten, die die SPD-Führer gegen die Arbeiter schicken."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.49 und 50,Bochum 26.6.1971 bzw. 3.7.1971,S.1f bzw. S.1ff

21.06.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr.15 des 'Klassenkampf - Ausgabe Spinne' für Juni als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 28.5.1971, 17.7.1971) für das Spinnstoffwerk Zehlendorf. Berichtet wird von der Chemietarifrunde (CTR) u.a. auch von Kalle Wiesbaden.
Q: Klassenkampf Ausgabe Spinne Nr.15,Berlin Juni 1971

21.06.1971:
Vermutlich heute gibt die RAG bei Hoechst Offenbach eine 'Rote Arbeiter Zeitung' (vgl. 25.5.1971, 28.6.1971) mit dem Titel "Statt Nadelstiche - Nägel mit Köpfen!" heraus, in der von Tarifaktionen u.a. bei Kalle Wiesbaden.
Q: Rote Arbeiter Zeitung - Hoechst Statt Nadelstiche - Nägel mit Köpfen!, Offenbach o.J. (1971)

24.06.1971:
Bei Rhodia Freiburg gibt der BKA ein Extrablatt seines 'Klassenkampfes' zur Chemietarifrunde (CTR) heraus, unter dem Titel:"
In Hanau, Darmstadt, Wiesbaden, Köln: POLIZEI GEGEN STREIKENDE ARBEITER!"
Berichtet wird vom 18. und 21./22.6.1971, besonders aus Köln und Wiesbaden (vgl. 18.6.1971) und sodann fortgefahren:"
Diese Terrorakte der Polizei gegen die Arbeiterklasse sind keine 'versehentlichen Übergriffe' oder 'Entgleisungen', wie uns die Presse und auch der hessische IG Chemie-Führer Fabian gerne weismachen wollen. Sie zeigen uns Arbeitern dagegen, WEM die Polizei und der Staatsapparat dienen, WEN sie beschützen:
Die Polizei ist genauso wie das Militär und die ganze BÜrokratie ein Instrument der Kapitalistenklasse und des kapitalistischen Staates zur Unterdrückung der arbeitenden Bevölkerung, zur Aufrechterhaltung der Macht der Kapitalistenklasse und zur Verteidigung des Eigentums der Kapitalisten an den Produktionsmitteln, an Fabriken, Maschinen, an Grund und Boden. Sie ist ein Instrument zur gewaltsamen Aufrechterhaltung der kapitalistischen Gesellschaft. Es ist also kein Wunder, wenn jetzt, wo Chemiearbeiter zum ersten Mal seit 40 Jahren zum Kampf zur Durchsetzung ihrer dringendsten wirtschaftlichen Forderungen antreten, die Unternehmer bloß zu winken brauchen, und schon rückt die Polizei an und verprügelt streikende Kollegen, um einigen Streikbrechern eine Gasse in die Fabrik freizuknüppeln."
Q: Klassenkampf - Rhodia Extrablatt,Freiburg 24.6.1971

28.06.1971:
Im Raum Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Rüsselsheim erscheint in dieser Woche ein Flugblatt , herausgegeben vom Solidaritätskomitee Theo Klems:"
KAMPF EINER ARBEITERFAMILIE GEGEN DIE BUNDESWEHR
...
Bei den Kurzstreiks jetzt im Lohnkampf (Chemietarifrunde - CTR der CPK,d.Vf.) ist es noch die Polizei:
- Bei Kalle Wiesbaden wurde ein Streikposten von der Kripo angefahren und zusammengeschlagen (vgl. 18.6.1971,d.Vf.)!
- Bei Merck Darmstadt ging Polizei gegen die Streikposten vor, um die Streikbrecher ins Werk zu bringen (vgl. **.*.1971,d.Vf.)!
- Bei Glanzstoff Kelsterbach kam die Polizei sogar mit Hunden (vgl. **.*.1971,d.Vf.).

Diese Erfahrungen zeigen uns, welchen Charakter Polizei und Bundeswehr haben: sie dienen nicht den Interessen des Volkes, sondern den Interessen der Kapitalisten."
Q: Solidaritätskomitee Theo Klems:Kampf einer Arbeiterfamilie gegen die Bundeswehr,Frankfurt 1971

29.06.1971:
In Offenbach gibt die Rote Arbeiter Gruppe (RAG) frühestens heute und vermutlich noch in dieser Woche eine gemeinsame Sdr.ausgabe ihrer 'Roten Arbeiter Zeitungen' bei Faber und Schleicher (vgl. Juni 1971, Juli 1971) und Collet und Engelhardt (vgl. März 1971) heraus. Berichtet wird u.a. von der Chemierunde u.a. bei Kalle Wiesbaden.
Q: Rote Arbeiter Zeitung Sdr.ausg. F+S und C+E,Frankfurt o.J. (1971)

Juli 1971:
Die Nr.7 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Juni 1971, Aug. 1971) berichtet ausführlich von der Chemietarifrunde (CTR) der CPK, u.a. bei Kalle Wiesbaden.
Q: Roter Morgen Nr.7,Hamburg Juli 1971

Juli 1971:
Die Nr.7 der 'Roten Fahne' des KAB/ML (vgl. Juni 1971, Aug. 1971) berichtet u.a. über die Chemietarifrunde (CTR) der CPK u.a. von Kalle Wiesbaden.
Q: Rote Fahne Nr.7,Tübingen Juli 1971

Juli 1971:
In Regensburg erscheint die 'Arbeitersache' Nr.10 (vgl. Juni 1971, Aug. 1971) der SBG, die u.a. von der Chemietarifrunde (CTR) u.a. bei Kalle Wiesbaden berichtet.
Q: Arbeitersache Nr.10,Regensburg Juli 1971

05.07.1971:
In Berlin berichtet die PL/PI (vgl. 5.7.1971) vermutlich heute mit einem Extrablatt ihres 'Klassenkampf' unter der Schlagzeile "Die Ereignisse von Köln und wie es zu dem Gerücht von dem toten Streikposten kam" u.a. auch von Kalle Wiesbaden.
Q: Klassenkampf Extrablatt Die Ereignisse von Köln und wie es zu dem Gerücht von dem toten Streikposten kam,Berlin o.J. (1971)

05.07.1971:
Die Betriebsgruppe Hoesch Westfalenhütte Dortmund der KPD/ML-ZB gibt vermutlich in dieser Woche eine 'Rote Westfalenwalze' (vgl. 17.6.1971, 10.7.1971) heraus:"
WEHRT EUCH GEGEN DAS LOHNDIKTAT DER SPD-REGIERUNG
STÄRKT DIE KPD/ML
...
Die Aufgabe der Kommunistischen Partei ist es, den Arbeitern ihren Feind zu zeigen und nicht von ihm abzulenken, wie es die DKP im 'Heißen Eisen' macht. Dort wird geredet von der 6,1% - Grenze, die die Arbeitgeber-Verbände verkündigten und daß man dagegen jetzt mit der 'Organisierung des Lohnkampfes' beginnen müsse.

Kollegen, das genügt eben nicht! Wir müssen mit der Organisierung des politischen Kampfes beginnen!

Das tut die DKP nicht, ja SIE DECKT SOGAR DIE SPD-REGIERUNG. Denn wer hat das Lohndiktat erlassen? - Das war doch die SPD-Regierung. Wer hat denn während der Chemiestreiks (CPK-Bereich,d.Vf.) Streikposten durch Polizei krankenhausreif schlagen lassen? - Das waren doch die SPD-Regierten Köln, Wiesbaden (in Hessen,d.Vf.) usw. Wer hat denn von drohendem Streikverbot geredet? - Das war doch IG-Druck-Vorsitzender Mahlein (DruPa - vgl. **.*.1971,d.Vf.).

Kollegen, der Feind steht im Lager der SPD-Regierung. Auf diesen Feind werden wir auf der Belegschaftsversammlung stoßen! Es sind diejenigen, die die KPD/ML verteufeln müssen, weil sie die Partei ist, die den Kampf der Arbeiterklasse führen kann und führen wird.

KOLLEGEN, NEHMT DEN POLITISCHEN KAMPF AUF, INDEM IHR DIE KPD/ML STÄRKT

Die Kommunistische Partei ist die stärkste Waffe in eurer Hand.

ORGANISIERT EUCH IN DER BETRIEBSGRUPPE WESTFALENHÜTTE DER KPD/ML!"
Q: Die Rote Westfalenwalze Wehrt Euch gegen das Lohndiktat der SPD-Regierung. Stärkt die KPD/ML,Dortmund o.J. (1971)

08.07.1971:
Es erscheint der 'Marburger Betriebsbote' (MBB) Nr.13 (vgl. 24.6.1971, 22.7.1971). Aus der Chemietarifrunde (CTR) wird u.a. berichtet von Kalle Wiesbaden sowie aus der Uni München, wo an einem Abend 500 DM für den bei Kalle verletzten griechischen Streikposten gesammelt wurden.
Q: Marburger Betriebsbote Nr.13,Marburg 8.7.1971

22.07.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die Nr.6 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 2.7.1971, Sept. 1971) heraus. Eingegangen wird auch auf die Chemietarifrunde (CTR) u.a. bei Kalle Wiesbaden.
Q: Der rote Schaltwerker Nr.6,Berlin 22.7.1971

August 1971:
Die Nr.8 des 'Der Kampf der Arbeiterjugend' (KDAJ) (vgl. Juli 1971, 16.8.1971) des KJVD der KPD/ML-ZB erscheint und berichtet u.a. von Kalle Wiesbaden.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.8,Bochum Aug. 1971

August 1971:
Vermutlich im August gibt die Rote Fahne Organisation (RFO) Saarland bzw. die Sozialistische Betriebsgruppe der Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke Völklingen (SBG RESW) ihre 'Rote Fahne' Nr.13 (vgl. Nov. 1970, 30.9.1971) unter dem Titel "Tarifverhandlungen" heraus, in der u.a. auf die abgeschlossene Chemietarifrunde u.a. in Hessen (Kalle Wiesbaden) eingegangen wird.
Q: Rote Fahne - Röchling o.Nr.(13),Völklingen o.J. (1971)

23.09.1971:
In Mannheim gibt die KG (NRF) einen 'Kommentar' (vgl. 8.9.1971, 23.6.1972) heraus. In "Bürgerentscheid gegen die Verstaatlichung der Polizei" geht's u.a. um die Chemierunde in Köln, Düsseldorf und bei Kalle Wiesbaden.
Q: Kommentar,Mannheim 23.9.1971

25.10.1971:
Der Kommunistische Bund (KB) Wolfsburg gibt vermutlich in dieser Woche erstmals sein Organ 'Klassenkampf' (vgl. 10.1.1972) heraus. Zur Metalltarifrunde (MTR) äußert man sich in:"
11% UND KEINEN PFENNIG WENIGER!
...
Was das neue BVG erwarten läßt, hat sich ja bereits in der Chemie-Tarifrunde gezeigt: Kriminalpolizei bespitzelte streikende Arbeiter, bewaffnete Polizisten verprügelten in Köln und Wiesbaden Kollegen, die Streikbrechern den Weg versperren wollten. Das zeigt uns: die Kapitalistenklasse verspürt die wachsende Kampfkraft der Arbeiterklasse, und der Staat und seine Polizei, ist ein Instrument mit dem die Kapitalisten unserer wachsenden Kampfkraft begegnen wollen."
Q: Klassenkampf Nr.1,Wolfsburg Okt. 1971

01.11.1971:
Die Rote Opel Betriebsgruppe (RBG) Bochum der KPD/ML-ZK gibt vermutlich in dieser Woche ihre 'Zündkerze' Nr.12 (vgl. 11.10.1971, 22.11.1971) heraus. Im Jugendteil der Opel-Jugend-Betriebsgruppe der Roten Garde (RG) heißt es u.a.:"
'WEHRRECHTSREFORM'
ARBEITERJUGEND ALS KANONENFUTTER FÜR DIE IMPERIALISTEN!
ZUNEHMENDER WIDERSTAND GEGEN DIE BUNDESWEHR...
...
1971 Ein Gesetz wird verabschiedet, daß der Bundesgrenzschutz (BGS - vgl. S20*.1971,d.Vf.) gegen Demonstranten eingesetzt werden kann.

1919 zerschlug die Armee unter Führung der SPD die Revolution aufständischer Soldaten, Arbeiter und Bauern.

1920 zerschlug im Ruhrgebiet die Armee die ROTE ARMEE der revolutionären Arbeiter.

1971 Polizei wird gegen streikende Chemiearbeiter (in der CTR der CPK - vgl. u.a. Wiesbaden 18.6.1971, Köln 21.6.1971,d.Vf.) eingesetzt.

Auch diese Reihe der Beispiele könnte man unendlich fortsetzen. Die wichtigste Aufgabe der Bundeswehr liegt damit klar auf der Hand:

SIE IST EIN INSTRUMENT DER KAPITALISTEN ZUR UNTERDRÜCKUNG DER ARBEITER UND WERKTÄTIGEN IM EIGENEN LAND!

Sie hat, wie jede kapitalistische Armee, aber auch noch eine andere Aufgabe:

...UND GEGEN ALLE ANDEREN VÖLKER DER WELT"
Q: Zündkerze Nr.12,Bochum Nov. 1971

10.01.1972:
In der Nr.1/72 der 'SBK' (vgl. 10.11.1971, 10.2.1972) wird auch von Kalle über die Chemietarifrunde 1971 berichtet.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.1,Offenbach 10.1.1972

20.09.1972:
Gegen den CDU-Antrag auf Verbot des KB Bremen (KBB - vgl. 18.9.1972) demonstrieren heute in Bremen, laut KB Bremen, an die 3 000, laut SSB Hamburg und KB, ca. 2 000. In der 'Wahrheit' des KBB heißt es u.a.:"
REDE AUF DER DEMONSTRATION AM 20.9.1972
...
Immer wahnsinniger geht der US-Imperialismus gegen die Völker, die den Befreiungskampf führen, vor - so in Vietnam. Mit Polizei- und Militärgewalt gegen die um ihre Interessen streikenden Arbeiter. So hat man auch in der BRD in der Chemie-Tarifrunde 1971 streikende Arbeiter durch Spitzel verprügelt (CTR der CPK - vgl. u.a. Wiesbaden 18.6.1971, Köln 21.6.1971,d.Vf.). Polizei und Bundesgrenzschutz werden auf diese Aufgabe getrimmt. Wofür sie rüsten, beweisen ihre Pläne, die sie mit den Notstandsgesetzen absichern."
Q: Sozialistisches Schüler Forum Nr.10/11,Hamburg 1972,S.22;
Arbeiterkampf Nr.22,Hamburg Okt. 1972,S.14;
Wahrheit Nr.9,Bremen Okt. 1972,S.16ff

27.01.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr.3 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 20.1.1973, 3.2.1973) heraus. Berichtet wird u.a. über Kalle Wiesbaden.
Q: Roter Morgen Nr.3,Hamburg 27.1.1973

März 1973:
Die SAG gibt die Nr.21 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Feb. 1973, Apr. 1973) heraus, in der u.a. aus dem IG Chemie Bezirk Hessen die Verwaltungsstelle Wiesbaden erwähnt wird.
Q: Klassenkampf Nr.21,Frankfurt März 1973

05.03.1973:
Spartacus Bolschewiki/Leninisten gibt seinen 'Spartacus' Nr.3 (vgl. Jan. 1973, 14.4.1973) heraus. Berichtet wird u.a. von Kalle Wiesbaden.
Q: Spartacus Nr.3,Mainz 5.3.1973

28.04.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.16 (vgl. 21.4.1973, 5.5.1973) heraus und berichtet von der CTR der CPK über Streiks u.a. bei Kalle Wiesbaden.
Q: Roter Morgen Nr.16,Dortmund 28.4.1973

10.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.4 des KBW verkauft in Wiesbaden die Grundeinheit Chemie der KB/AG oder der KG(I) 21 Exemplare, davon 4 an die eigenen Mitglieder und 17 an Sympathisanten oder interessierte Kollegen.
Q: N.N.:Verkaufsstatistik KVZ Nr.4,o.O. (Wiesbaden) o.J. (1973)

24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft die Grundeinheit Chemie der KBW OAG Wiesbaden 50 Exemplare, davon 4 an die eigenen Mitglieder, 5 an Sympathisanten oder interessierte Kollegen und 41 vor den Betrieben.
Q: KBW-OAG Wiesbaden:Verkaufsstatistik KVZ Nr.5,o.O. (Wiesbaden) o.J. (1973)

07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die Grundeinheit Chemie der KBW OAG Wiesbaden 120 Exemplare, davon 4 an die eigenen Mitglieder, 12 an Sympathisanten oder interessierte Kollegen und 104 vor den Betrieben Albert und Kalle.
Q: KBW-OAG Wiesbaden:Verkaufsstatistik KVZ Nr.6,o.O. (Wiesbaden) o.J. (1973)

23.11.1973:
In Wiesbaden führt die OAG des KBW in der Elly Heuß Schule eine Solidaritätsveranstaltung zur Unterstützung des Kampfes der arabischen Völker durch, deren Besucher u.a. von Kalle kommen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.8,Mannheim 5.12.1973

29.11.1973:
In Wiesbaden wird, laut KBW, von der IG Chemie (CPK) der Arbeitskreis junger Gewerkschafter (AJG), mit Teilnehmern von Kalle und Albert, aufgelöst.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.8,Mannheim 5.12.1973

19.02.1974:
Innerhalb des KBW verfaßt der Regionalbeauftragte des Ständigen Ausschusses des ZK des KBW für Südwest, d.h. Südhessen, Rheinland-Pfalz und die badischen Teile Baden-Württembergs, vermutlich in dieser Woche einen Bericht zur Erstellung des Berichts des ZK an die erste ordentliche DK des KBW (vgl. 12.4.1974):"
Zum Masseneinfluß der Ortsgruppen (ich mache den ganzen Bericht über noch keinen Unterschied zwischen Ortsgruppen und befreundeten Organisationen, das kommt erst zum Schluß und dann auch nicht viel, weil die Liebe groß ist. Man kann jedenfalls sagen, daß sich der Bekanntheitsgrad beträchtlich erhöht hat. Eine Schätzung ist mir nach Prozent überhaupt nicht möglich. Dazu ein Indiz. Die Wiesbadener Genossen berichten, daß ihnen bei Kalle und Albert (10 000 Beschäftigte) es nicht geschadet hat, als der Rote Morgen (KPD/ML-ZK,d.Vf.) anfing, daß die Masse der Kollegen sie gut von diesen Trotteln unterscheiden kann und auch unterscheidet, genauso wie sie von der DKP positiv unterschieden werden."
Q: N.N. [KBW-Regionalbeauftragter Südwest]:ohne Titel, o.O. [Mannheim] o.J. (1974)

März 1974:
Bei Kalle Wiesbaden gibt die KPD/ML ihre 'Rote Folie' Nr.2 heraus.
Q: Roter Morgen Nr.17,Dortmund 27.4.1974

April 1974:
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.34 (vgl. März 1974, Mai 1974) heraus, in dem sie sich ausführlich mit der IG Chemie befaßt. Eingegangen wird hierbei u.a. auf die Verwaltungsstelle Wiesbaden (Kalle, Albert).
Q: Klassenkampf Nr.34,Frankfurt Apr. 1974

27.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.17 (vgl. 20.4.1974, 4.5.1974) heraus. Nachgedruckt werden die Titelköpfe einer Reihe von Zeitungen der KPD/ML, u.a. die 'Rote Folie' bei Kalle Wiesbaden.
Q: Roter Morgen Nr.17,Dortmund 27.4.1974

07.08.1974:
In der Nr.32 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 31.7.1974, 14.8.1974) berichtet die KPD aus Wiesbaden wird von einem Arbeiterviertel am Möhneberg berichtet, in dem u.a. Kollegen von Albert und von Dyckerhoff Zement (beide CPK-Bereich) wohnen.
Q: Rote Fahne Nr.32,Dortmund 7.8.1974

10.04.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.14 (vgl. 3.4.1975, 17.4.1975) heraus, in der er u.a. berichtet aus Wiesbaden aus dem CPK-Bereich.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975

26.04.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.17 (vgl. 19.4.1975, 3.5.1975) heraus. Nachgedruckt werden die Titelköpfe einer Reihe von Zeitungen der KPD/ML, u.a. die 'Rote Folie' bei Kalle Wiesbaden.
Q: Roter Morgen Nr.17,Dortmund 26.4.1975

19.05.1975:
Der KBW (vgl. 29.5.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche von der IG Chemie Jugendmitgliederversammlung Wiesbaden, auf der es zu Solidaritätsaktionen mit Seibel Erwitte (CPK-Bereich) kommt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.21,Mannheim 29.5.1975

Juni 1975:
Die Nr.10 der trotzkistischen 'Voran' (vgl. Feb. 1975, Juni 1975) für Juni/Juli erscheint vermutlich im Juni und berichtet u.a. von Kalle Wiesbaden.
Q: Voran Nr.10,Köln Juni/Juli 1975

26.06.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.25 (vgl. 19.6.1975, 3.7.1975) heraus. Berichtet wird u.a. aus Wiesbaden aus dem CPK-Bereich von Kalle, welches mit ca. 7 280 Beschäftigten der größte Industriebetrieb in Wiesbaden sei.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.25,Mannheim 26.6.1975

27.06.1976:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.90 (vgl. 13.6.1976, 11.7.1976) heraus und berichtet u.a. aus der IG Chemie (CPK) Verwaltungsstelle Wiesbaden.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.90,München 27.6.1976

November 1976:
Bei Kalle Wiesbaden befaßt sich die KPD/ML in ihrer 'Roten Folie' u.a. mit dem Ausländerwohnheimen im Westend, in Biebrich und der Mainzer Neustadt sowie mit der Cellophanproduktion.
Q: Roter Morgen Nr.3,Dortmund 21.1.1977

Februar 1981:
Laut RGO kandidieren bei Kalle Wiesbaden zu den Betriebsratswahlen (BRW) 1981 Gewerkschafter der IG Chemie auf einer breiten oppositionellen Liste.
Q: RGO:Nachrichten Nr.3,Vellmar März 1981,S.5

März 1981:
Bei den Betriebsratswahlen (BRW) bei Kalle Wiesbaden erhält vermutlich im März eine oppositionelle Liste 8 Sitze.
Q: RGO:Nachrichten Nr.5,Kassel Mai 1981,S.1f;
Arbeiterkampf Nr.199 und 204,Hamburg 13.4.1981 bzw. 22.6.1981,S.18 bzw. S.19

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