Frankfurt/Offenbach/Wiesbaden:
Schulkampf - Kommunistische Schülerzeitung

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Der zunächst von der Oberschülerkommission (OSK) des KSV Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Initiativgruppe für den Aufbau einer Kommunistischen Oberschülergruppe Frankfurt/Offenbach (IG/KOG - vgl. Dez. 1972) und bald allein durch die IG/KOG (vgl. 22.1.1973) herausgegebene 'Schulkampf', der von Anfang auch aus Wiesbaden berichtet, wohin sich die IG/KOG dann auch zwischenzeitlich ausdehnt (vgl. 25.2.1973, Apr. 1973, 17.5.1973), sich aber dann wieder zurückziehend zu Gunsten der örtlichen Kommunistischen Schülergruppe Wiesbaden, und in Offenbach scheiternd, stellte eine der wichtigsten Schülerzeitungen im Vorfeld und der ersten Zeit nach der Gründung des KBW dar. Initiativ greift die nun in Kommunistische Schülergruppe (KSG) Frankfurt umbenannte Gruppe nicht nur in die örtliche Schülerbewegung und deren Vertretungen ein (vgl. 6.9.1973, 1.11.1973, 10.12.1973), sondern auch in die theoretische Auseinandersetzung mit den Anhängern der KPD und um das Programm der KBW-Schülergruppen (vgl. Nov. 1973)

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Dezember 1972:
Die Oberschülerkommission (OSK) des KSV Frankfurt gibt in Zusammenarbeit mit der Initiativgruppe für den Aufbau einer Kommunistischen Oberschülergruppe Frankfurt/Offenbach (IG/KOG) erstmals den 'Schulkampf' (vgl. 22.1.1973) als kommunistische Schülerzeitung heraus. Die Verantwortung trägt Manfred Geier in der Adalbertstr. 7a (POLIBULA). Die Auflage beträgt 1 400, der Preis 50 Pfennig. Nach eigenen Angaben werden alle Exemplare verkauft. Zur Begründung der Herausgabe wird u.a. auf die Geschichte der IG/KOG eingegangen (vgl. Juli 1972). An Frankfurter Gymnasien werde "seit einiger Zeit keine kontinuierliche Politik" mehr betrieben. Über sich selbst schreibt die IG/KOG bezüglich Frankfurts:
"Wir arbeiten … z.Z. an nur sehr wenigen Frankfurter Schulen und viele unserer Gen. sind noch recht unerfahren."
Die IG/KOG organisiert sich in Schulkollektiven und interessiert sich auch für die Unterrichtsagitation.

Zur Wehrkunde-Erlaß (WKE) Kampagne (vgl. 15.1.1973) stützt man sich auf die Broschüre des Stuttgarter Aktionskomitees Weg mit dem Wehrkundeerlaß der MLSG und des RJVD, berichtet aus Düsseldorf und aus Frankfurt vom Freiherr vom Stein Gymnasium.

Berichtet wird von der bundesweiten Vietnamkampagne, die in Rhein/Main von KG Frankfurt/Offenbach, KSV Frankfurt, IG/KOG und dem Politzentrum (PZ) Wiesbaden unterstützt worden sei. Veranstaltungen habe man in Frankfurt (schwach besucht) und Wiesbaden durchgeführt, demonstriert in Frankfurt (vgl. 28.10.1972). Am Hessenkolleg Wiesbaden habe die IG/KOG die Rote Zelle Hessenkolleg Wiesbaden (Rotz HKW) angeleitet. Aus einer Schulungsgruppe der Rotz HKW sei ein Vietnamausschuß (VA) mit 12 Mitgliedern gebildet worden, der eine Vietnamwoche durchführte. Zu einem teach in kamen 100, man demonstrierte mit in Frankfurt und mobilisierte 70 vom HKW zu einer Filmveranstaltung des Politzentrums (PZ) Wiesbaden.

Berichtet wird vom NC für Lehrerstudenten an der Uni Frankfurt, geworben für die "Arbeitsmaterialien zu Bildungspolitik und Berufsbeamtentum" des Projekt Lehrer FFM / Frankfurter Lehrergruppe. Aufgerufen wird zum NC-Hearing am 12.12.1972. Zur Bundestagswahl (BTW) heißt es: "Das waren nicht unsere Wahlen". Die IG(KOG entwickelte zu den BTW einen Leitfaden für die Unterrichtsagitation.
Quelle: Schulkampf Nr. 1 und 2, Frankfurt Dez. 1972 bzw. 22.1.1973

22.01.1973:
Die IG/KOG Frankfurt/Offenbach gibt die Nr. 2 ihres 'Schulkampf' (vgl. Dez. 1972, 25.2.1973) für 30 Pf. in einer Auflage von 1 600 heraus. Berichtet wird vom heute beginnen sollenden NC-Streik in Frankfurt (vgl. 18.12.1972) und dem ersten (vgl. 19.1.1970). Für einen Streik von heute bis zum 27.1.1973 liegen Streikbeschlüsse vor von der Ernst Reuter Schule und den Gymnasien Bettina, Wöhler, Helene Lange in Höchst, Freiherr vom Stein. Urabstimmungen sollen mindestens am Ziehen Gymnasium und am Gagern Gymnasium, wo die IG/KOG ein Schulkollektiv hat, stattfinden.

Die Position der Kommunistischen Oberschüler Organisation Frankfurt (KOF) der KPD zum NC wird als moralisch kritisiert. Sie wolle Kampfaktivs gegen den NC für Lehrer- und Medizinerausbildung gründen (vgl. 12.1.1973). Den NC für die anderen Fächer findet sie richtig. Nichtsdestotrotz wird in "Für freie politische Betätigung und Freiheit der Diskussion" auch das Kommunistische Schülerkollektiv (KSK) am Wöhlergymnasium in Frankfurt in Schutz genommen. Festgestellt wird: "Das KSK Wöhler ist weitgehend identisch mit der KOF". Weitere politische Repressionen gab es, vor allem während der Vietnamkampagne, an den Wiesbadener Gymnasien Elly Heuss, Oranien, Gutenberg, Leibniz, am Mosbacher Berg und Dilthey, wo das Politzentrum eine Basisgruppe hat, sowie am Hessenkolleg und gegen die Sozialistische Schülergruppe Wiesbaden. In diesem Zusammenhang wird auch eingegangen auf den AJLE Offenbach-Land und die Ernst Reuter Gesamtschule in Dietzenbach sowie auf Ulli Topp und das Bunsengymnasium in Heidelberg. Eingegangen wird auf den 54. Todestag von Karl Liebknecht und den Auftritt eines Jugendoffiziers am Frankfurter Gagerngymnasium. Frankfurter Schulberichte kommen vom Elisabethen Gymnasium und vom Freiherr vom Stein, von wo ein IG/KOG Mitglied berichtet. In Offenbach sei die DKP zum Vietnamausschuß, der die Demonstration vorbereitete, eingeladen worden, aber nur einmal gekommen.
Q: Schulkampf Nr. 2 und 3, Frankfurt 22.1.1973 bzw. 25.2.1973

25.02.1973:
Die bisherige IG/KOG Frankfurt/Offenbach hat ihren Namen für die Nr. 3 des 'Schulkampf' (vgl. 22.1.1973, Apr. 1973) nun um Wiesbaden erweitert, was aber bald wieder aufhört. Die Auflage beträgt 1 800 Stück. Berichtet wird für 30 Pf. aus Wiesbaden vom Oraniengymnasium, dem Hessenkolleg, der Gründung des Vietnamkomitees (vgl. 2.1.1973) und mit dem Protokoll einer mehr als stadtweiten (plus Pestalozzi Gymnasium Idstein und Rheingau Gymnasium Geisenheim) Direktorenkonferenz.
Aus Frankfurt und Offenbach ist der jüngste NC-Streik Thema Nr.1 (vgl. 29.1.1973).
Zumindest in Frankfurt griff auch die Kommunistische Oberschüler Organisation Frankfurt (KOF) der KPD, die "keinerlei nennenswerten Einfluß auf die Frankfurter Schüler (außer eben an der Wöhlerschule) hat", massiv ein. Diese "setzt sich weitgehend aus Schülern von zwei Frankfurter Gymnasien zusammen" und arbeitet mit der Kommunistischen Hochschul Organisation Frankfurt (KHF) der KPD zusammen. Diese KHF sei u.a. aus der Fachschaften-Arbeitsgemeinschaft ausgestiegen.
Erwähnt wird auch noch der Stadtschülerrat "SSR (sprich Junge Garde)". Aktiv waren man selbst und andere auch am Frankfurter Gagern Gymnasium (vgl. 20.1.1973) und in Dietzenbach (vgl. 17.2.1973).
Q: Schulkampf Nr. 3, Frankfurt 25.2.1973

April 1973:
Die IG/KOG Frankfurt/Offenbach/Wiesbaden gibt vermutlich im April eine 1. Mai Zeitung ihres 'Schulkampf' (vgl. 25.2.1973, 17.5.1973) heraus. Enthalten ist auch die Plattform der Maikomitees.
Q: Schulkampf 1. Mai-Zeitung, Frankfurt o. J. (1973)

17.05.1973:
Die IG/KOG Frankfurt/Offenbach/Wiesbaden gibt die Nr. 4 ihres 'Schulkampf' (vgl. Apr. 1973, 6.9.1973) heraus. Der Leitartikel berichtet vom 1. Mai. In "Neue Angriffe auf die demokratische Schülerbewegung" wird auf Bremen (vgl. 23.3.1973), Wiesbaden (vgl. 10.3.1973) und Wiesloch (vgl. 16.3.1973) eingegangen. Berichtet wird über "Die Lage in Kambodscha", Angola, die Umbenennung des KSV Frankfurt in KSB Frankfurt, aus Frankreich vom Gesetz Debré, vom Urteil gegen Horst Mahler (RAF), mit Hilfe der 'Wahrheit' des KB Bremen bzw. dessen ZK von der Rathausbesetzung in Bonn (vgl. 10.4.1973), über das "Programm der Kommunisten" bzw. bald des KBW und aus der Zeit von 1830 bis 1848 über die "Kunst im Dienst der bürgerlichen Revolution".
Q: Schulkampf Nr. 4, Frankfurt Mai 1973

06.09.1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Frankfurt gibt die Nr. 7 ihres 'Schulkampf' (vgl. Mai 1973, Nov. 1973) heraus. Zur eigenen Namensänderung von Initiativgruppe / Kommunistische Oberschülergruppe Frankfurt-Offenbach (IG/KOG) heißt es einerseits, dass nicht nur Oberschüler organisiert werden sollen, andererseits sei auch die Aufbauarbeit in Offenbach gescheitert. Die Auflage der Nummer 5/6 wird mit 1 100 angegeben. Die Auflage dieser Nummer beträgt ebenfalls 1 100.

Der Leitartikel "Hessische Rahmenrichtlinien: 'Marx statt Rechtschreibung?'" behandelt den Streit um die RRL, gegen die die Junge Union (JU) der CDU eine Kampagne durchführe. Eingegangen wird auch auf den Numerus Clausus (NC), protestiert gegen die Wertung der Religionsnote für die Versetzung.

Von der Welle wilder Streiks für Teuerungszulagen (TZL) wird berichtet in "Der heiße Herbst begann im August". Berichtet wird auch aus Mosambik.

Aufgerufen wird: "Wählt fortschrittliche Schülervertreter", wobei Bezug genommen wird aus Frankfurt auf das Gagerngymnasium, wo die KSG auf einer Liste mit Judos der FDP und Jusos der SPD kandidieren wolle, arbeite man doch auch gemeinsam im 'Schulkollektiv Gagern' zusammen. Eingegangen wird auch auf das Klinger-Wirtschaftsgymnasium (WG), das Lessinggymnasium sowie auf die KMK-Erklärung vom 25.5.1973.

Gegenübergestellt werden die "Bundeswehr: eine imperialistische Armee" und die "Volksbefreiungsarmee in Albanien".

Geworben wird für 'der Föhn' von der kommunistischen Lehrergruppe Frankfurt/Offenbach.
Q: Schulkampf Nr. 7, Frankfurt Sept. 1973

28.09.1973:
In Wiesbaden demonstrieren, laut KSG Frankfurt, 600 bis 800 SchülerInnen der Hessenkollegs Frankfurt, Kassel, Rüsselsheim, Wetzlar und Wiesbaden sowie der Abendgymnasien Frankfurt (vgl. 3.10.1973) und Neu Isenburg.
Q: Schulkampf Nr.8,Frankfurt o.J. (1973)

03.10.1973:
Am Abendgymnasium Frankfurt beginnt, laut KSG des KBW, ein Streik (vgl. 26.9.1973, 4.10.1973).
Q: Schulkampf Nr. 8, Frankfurt o.J. (1973)

04.10.1973:
Am Abendgymnasium Frankfurt wird, laut KSG des KBW, der Streik (vgl. 3.10.1973) heute u.a. durch eine Demonstration mit ca. 150 Leuten fortgesetzt. Morgen aber ist der letzte Streiktag.
Q: Schulkampf Nr. 8, Frankfurt o.J. (1973)

04.10.1973:
In Frankfurt tagt der neue Stadtschülerrat (SSR - vgl. 29.11.1973), laut KSG des KBW (vgl. 10.12.1973), ohne einen Vorstand zu wählen oder über Geschäftsordnung und Struktur zu beschließen. Die nächste Sitzung soll in den neugebildeten Bezirkskonferenzen vorbereitet werden.
Q: Schulkampf Nr. 9, Frankfurt Dez. 1973, S. 1

13.10.1973:
Der KBW berichtet über die Beschlüsse seiner heutigen ZK-Sitzung:"
Als Ortsgruppe wurden die ehemaligen Mitglieder der Kommunistischen Gruppe Frankfurt/Offenbach aus Frankfurt. Die Ortsgruppe arbeitet vor und in Betrieben der Metall-, Chemie- und Druckindustrie (IGM-, CPK- bzw. DruPa-Bereich,d.Vf.), hat die Arbeit unter der Arbeiterjugend und den Schülern begonnen und leitet eine Studentenorganisation an. Die Ortsgruppe hat in Frankfurt bisher etwa 1 500 KVZ verkauft."

Die Ortsgruppe Frankfurt des KBW verfügt, laut KSG, über die Aufbauzellen Nordend/Bornheim, Degussa, Druck und ÖD sowie Adler, wo sich bereits DKP, SAG, RK und KB tummeln. Bald sollen auch Zellen bei Hoechst und Cassella sowie ein Kommunistischer Arbeiterjugendbund (KAJB) gegründet werden. Die eigene Gründung wird öffentlich am 23.11.1973 gefeiert. Von der 'KVZ' wurden bisher stets 1 500 bis 1 600 in Frankfurt verkauft.
Q: Schulkampf Nr. 8, Frankfurt o.J. (1973); Kommunistische Hochschulpresse Nr. 11, Frankfurt 30.10.1973;Kommunistische Volkszeitung Nr. 5, Mannheim 24.10.1973, S. 14

13.10.1973:
Der KBW berichtet über die Beschlüsse seiner heutigen ZK-Sitzung:"
Als Ortsaufbaugruppe wurden die Mitglieder der ehemaligen KG Frankfurt/Offenbach aus Offenbach aufgenommen. Die Ortsgruppe arbeitet vor und in Betrieben der Metall- und Chemieindustrie. Die Ortsaufbaugruppe hat in Offenbach bisher etwa 250 KVZ verkauft."

Laut KSG verkaufte die OAG 250 bis 300 KVZ, verfügt über eine Aufbauzelle bei Faber und Schleicher (F+S, IGM-Bereich) und will bald Zellen bei Hoechst im CPK-Bereich und für die Metallindustrie sowie einen KAJB aufbauen. Sie kann sich im GEW-Bereich stützen auf die Kommunistische Lehrergruppe (KLG) Offenbach, die auch im Landkreis arbeitet.
Q: Schulkampf Nr. 8, Frankfurt o.J. (1973); Kommunistische Hochschulpresse Nr. 11, Frankfurt 30.10.1973;Kommunistische Volkszeitung Nr. 5, Mannheim 24.10.1973, S. 14

November 1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Frankfurt des KBW gibt vermutlich im November die Sondernummer 1 ihres 'Schulkampf' (vgl. 6.9.1973, 1.11.1973) mit Beiträgen zu ihrem Statut, einer Kritik des KOV der KPD, der "Resolution zum demokratischen Kampf, zur SV und zu den Aufgaben der Kommunisten" sowie "Die Auseinandersetzung um das Aktionsprogramm der kommunistischen Schülergruppen führen!", wobei es sich um eine Kritik des Heidelberger "Vorschlags für ein Aktionsprogramm für die Schulen" handelt, der bisher nur durch die SSG Krefeld diskutiert worden sei, heraus.
Q: Schulkampf Sdr.Nr. 1, Frankfurt o.J. (1973)

01.11.1973:
Heute ist für die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Frankfurt Redaktionsschluss für ihren 'Schulkampf' Nr. 8 (vgl. Nov. 1973, 10.12.1973). Die Auflage beträgt 1 222 Exemplare. Berichtet wird u.a. über die Gründung der Ortsgruppen Frankfurt und Offenbach des KBW (vgl. 13.10.1973, 23.11.1973), von den Streiks an Hessenkollegs (vgl. 26.9.1973) und Abendgymnasien (vgl. 3.10.1973), wofür u.a. die Rote Zelle Hessenkolleg Wiesbaden zuständig ist, und über den Stadtschülerrat (SSR), in dessen Vorstand zwei Mitglieder der Jungen Garde (JG) der lambertistischen Internationalen Arbeiterkorrespondenz (IAK) sitzen sollen. Dokumentiert wird ein eigener "Offener Brief an alle Schülervertreter".

Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) an der Klingerschule (Wirtschaftsgymnasium) habe sich aufgelöst und der KSG Frankfurt bzw. dem Schulkollektiv (SK) angeschlossen. Nun gebe die Zelle Klinger der KSG den 'Roten Schülerdruck' heraus.

An der Wöhlerschule seien 2 Sympathisanten der Kommunistischen Oberschüler Organisation Frankfurt (KOF) der KPD eventuell rausgeschmissen worden.

Ein SK der KOF gäbe es auch am Bettina Gymnasium, wo eine Vollversammlung zur Solidarität mit den Wöhlerschülern verboten wurde.

Neben dem SK Anna Schmidt berichtet auch das SK Heinrich von Gagern, das außer aus 2 Mitgliedern und 2 Sympathisanten der KSG auch aus Mitgliedern von Juso und DKP und aus Unorganisierten besteht. Eine rechte Opposition organisiere sich in der UCDS.

Unter den 14 Mitgliedern des SK Elisabethen sind 2 KSG-Mitglieder. Die SDAJ gibt dort den 'Filou' als Schülerzeitung heraus.

Über den KVZ-Verkauf durch die KSG wird kundgetan, daß an Anna Schmidt, Gagern und der FOS Hedwig Heyl ca. 15, am Elisabethen 25, an der Ernst Reuter Schule (ERS) 30 und am Klinger 35 verkauft wurden. Von der Nr.1 im Juli habe man 60, von der Nr.5 am 24.10.1973 150 Exemplare vertrieben.

Meldungen über Lehrer und aus der GEW kommen über den Lehrermangel im Gallusviertel, von der Werner von Siemens Berufsschule und aus Dietzenbach.

Aufgerufen wird zur "Solidarität mit dem Häuserkampf!" und zur "Solidarität mit den Schulsekretärinnen!" (ÖTV-Bereich), berichtet aus Chile und zum Nahostkrieg heißt es mit Hilfe der 'KVZ' es KBW: "Israel ist der Aggressor".

Geworben wird für die soeben erschienene 'Schulkampf' Sondernummer 1 (vgl. Nov. 1973).
Q: Schulkampf Nr. 8, Frankfurt Nov. 1973

12.11.1973:
In Südhessen beginnt, laut KSG Frankfurt des KBW (vgl. 10.12.1973), ein Streik der Lehrbeauftragten in Kelsterbach, Raunheim, Rüsselsheim und Frankfurt an Ernst Reuter Schule 1 und 2, Lersner, Goethegymnasium, Grundschule Rödelheim, Salzmann und Arndt.
Q: Schulkampf Nr. 9, Frankfurt Dez. 1973,S.1f

12.11.1973:
In Hessen finden, laut KSG Frankfurt des KBW (vgl. 10.12.1973), Mitte November, also vermutlich in dieser Woche oder am vorhergehenden Wochenende Neuwahlen zum Landesschülerrat (LSR) statt, bei denen der Landesschülersprecher aus Hadamar und einer seiner beiden Stellvertreter, der aus Marburg kommt, durch die SDAJ der DKP gestellt werden, was zu Angriffen seitens der Presse führt.
Q: Schulkampf Nr. 9, Frankfurt Dez. 1973, S. 4

14.11.1973:
An der Gesamtschule Lampertheim im Kreis Bergstraße ist heute, laut KSG Frankfurt des KBW (vgl. 10.12.1973), der Verfassungsschutz zu Besuch.
Q: Schulkampf Nr. 9, Frankfurt Dez. 1973, S. 3f

29.11.1973:
In Frankfurt tagt der Stadtschülerrat (SSR - vgl. 4.10.1973), laut KSG des KBW (vgl. 10.12.1973), erneut ohne einen Vorstand zu wählen oder über Geschäftsordnung und Struktur zu beschließen. Die Bezirkskonferenzen waren mangelhaft bzw. im Bezirk Süd gar nicht durchgeführt worden.
Q: Schulkampf Nr. 9, Frankfurt Dez. 1973, S. 1

10.12.1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Frankfurt des KBW beginnt mit dem Verkauf ihres 'Schulkampf' Nr. 9 (vgl. 1.11.1973), in dem sie im Leitartikel aufruft: "Den Kampf für das politische Mandat aufnehmen!", in einem weiteren Artikel auch: "Erkämpfen wir die finanzielle Absicherung der SV!", zur Ölkrise zum "Kampf den Notstandsmaßnahmen der Bourgeoisie!" und zum BAFöG auch "Sozialkampf: Studenten und Schüler: - eine Kampffront!", wozu eine Korrespondenz eines Erstsemester der Wirtschaftwissenschaften der Universität Frankfurt erscheint und auch von der TU Braunschweig berichtet wird (vgl. 14.11.1973), aus Griechenland, vom Stadtschülerrat Frankfurt (SSR - vgl. 4.10.1973, 29.11.1973), dem Landesschülerrat (LSR - vgl. 12.11.1973) Hessen, dem Streik der Lehrbeauftragten in Südhessen (vgl. 12.11.1973), der "Verletzung des Postgeheimnisses an den Schulen", den Gesamtschulen Bockenheim-Süd in Frankfurt und Lampertheim im Kreis Bergstraße (vgl. 14.11.1973), der Kleyer Berufsschule, der Ludwig-Richter Hauptschule, der eigenen Zelle am Wirtschaftsgymnasium Klinger, dem KOF-Schulkollektiv Bettina des KOV der KPD, dem Leibniz Gymnasium Offenbach und der Ernst Reuter Schule berichtet, an der außer der KSG u.a. auch die SDAJ der DKP tätig ist. Festgestellt wird: "Der Kampf für Wandzeitungen wird immer breiter!", wobei berichtet wird von der Wöhlerschule.
Von der vergriffenen ersten Auflage der Sondernummer 1 des 'Schulkampf' (vgl. Nov. 1973) werde eine Neuauflage vorbereitet.
Q: Schulkampf Nr. 9, Frankfurt Dez. 1973

Letzte Änderung: 05.11.2016