Hamburg: Chilesolidarität – Teil 2: Der Protest gegen den Besuch von Eduardo Frei am 17. Nov. 1973

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

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Gegen den Besuch von Eduardo Frei auf dem CDU-Parteitag protestieren sowohl die KPD als auch aus ganz Norddeutschland der KBW (vgl. 6.11.1973, 7.11.1073, 12.11.1973, 17.11.1973) und weitere Gruppen wie die GIM und die Freunde des KBW aus Berlin und das IK/KHB sowie der KBW aus Göttingen und auch der KBW aus Wolfsburg, während der KB die Teilnahme verweigert, wird ihm doch die eigene Präsenz beschnitten, was er sich offenbar von der kleinen KBW-Ortsgruppe Hamburg nicht bieten lassen wollte. Auch das Chile-Solidaritätskomitee Hamburg von u.a. DKP, Jusos, MSB Spartakus und SHB verweigert die Teilnahme.

Das Chile-Komitee Hamburg dagegen mobilisiert für die Aktion und stellt sich einer breiteren Öffentlichkeit vor.

Beim KBW versucht die neue Ortsgruppe Hamburg sich mit dieser Demonstration nicht nur in der Organisierung von Gruppen im ganzen norddeutschen Raum, sondern diese Demonstration stellt auch die erste Aktion der späteren Region Nord des KBW dar, auch wenn viele der Gruppen noch fehlten.

Zu einer weiteren Demonstration gegen den Besuch von Alwyn und Frei kommt es am selben Tag in Heidelberg.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

30.10.1973:
Die Gruppe Lehrer der SSG Hamburg gibt das Flugblatt "Da machen wir nicht mit, Herr Senator!" zur Suspendierung von M. Hindemith und P. Altenburg in heraus. Aufgerufen wird auch zur Chile-Demonstration am 17.11.1973.
Quelle: SSG Hamburg-Gruppe Lehrer: Da machen wir nicht mit, Herr Senator!, Hamburg 30.10.1973, S. 4

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31.10.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt das Flugblatt "Frei, der Freund der chilenischen Junta, will nach Hamburg" in einer Auflage von 15 000 Stück heraus, das auch den "Aufruf an alle fortschrittlichen Menschen und Organisationen in Hamburg und ganz Norddeutschland: Protestiert gegen den Besuch von Frei, dem Freund der chilenischen Junta, in Hamburg! Demonstriert Eure Solidarität mit dem chilenischen Volk!" enthält und zur Demonstration am 17.11.1973 aufruft.
Q: KBW-OG Hamburg: Frei, der Freund der chilenischen Junta, will nach Hamburg, Hamburg 31.10.1973

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31.10.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt die 'Informationen für die Kollegen der Metall Industrie Hamburgs' (vgl. 2.10.1973, 16.1.1974) heraus mit dem Artikel "Frei - Freund der chilenischen Junta - will nach Hamburg".
Q: KBW-OG Hamburg: Informationen für die Kollegen der Metall Industrie Hamburgs Jetzt müssen wir zupacken: 1,20 - 1,50 für alle - Weniger kommt nicht in Frage!, Hamburg 31. Okt. 1973, S. 3

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01.11.1973:
Die Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) Ortsgruppe Hamburg gibt ihre 'Informationen für die Kollegen der Druck-Industrie Hamburgs' (vgl. 21.9.1973, 16.1.1974) in einer Auflage von 2 500 Stück heraus, aufgerufen wird zur Chile-Demonstration am 17.11.1973, denn: "Frei, Freund der chilenischen Militärjunta - will nach Hamburg".
Q: Informationen für die Kollegen der Druck-Industrie Hamburgs, Hamburg 1.11.1973, S. 4

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06.11.1973:
Die SSG Hamburg gibt die Nr.9 ihrer 'Roten Presse' (vgl. 25.6.1973, 10.12.1973)heraus. Der Leitartikel ruft auf zum Chileprotest gegen den Besuch von Eduardo Frei. Geschildert werden, mit Hilfe der 'KVZ' Nr.4 des KBW (vgl. 10.10.1973), auch "Die Bedingungen des Freiheitskampfes". Geführt wurden ein "Interview mit zwei Genossen, die in Chile waren" sowie ein "Interview mit Luis Badilla (Linkschrist)". Dokumentiert wird das Glückwunschtelegramm von Carlos Altamirano an Mao Tse-tung.
Q: Rote Presse Nr.9,Hamburg 6.11.1973,S.1f und 8ff

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07.11.1973:
Der KBW gibt die Nr. 6 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - 24.10.1973, 22.11.1973) heraus und ruft auf:"
Frei raus aus Hamburg!

Die CDU hat Eduardo Frei, den Führer der chilenischen Christdemokraten (PDC) zu ihrem Parteitag eingeladen, der am 18.11. in Hamburg anfängt. Dazu noch die Führung der christdemokratischen Parteien aller anderen lateinamerikanischen Länder, in den meisten von ihnen herrscht der nackte Terror, ebenso wie heute in Chile, und überall stehen die christdemokratischen Parteien auf der Seite der herrschenden Gewalt! Eduardo Frei gehört zum engsten Freundskreis von Chiles Militärjunta. 1964 - 1970 war er Präsident in Chile, als Vorgänger Allendes.

Dreimal in seiner Amtszeit hat dieser üble Reaktionär Militär gegen streikende Arbeiter, Frauen und Kinder eingesetzt und Massaker unter ihnen veranstaltet: 1966, 1967 und 1969. Die CDU hat zusammen mit dem CIA und 'Brot für die Welt' Frei den Wahlkampf finanziert und ihr Präsidiumsmitglied Heck hat vor kurzem der Junta sein 'volles Verständnis' für ihr Terrorregime bekundet.

Freis Besuch in Hamburg ist eine Provokation und Herausforderung für alle fortschrittlichen Menschen, die auf der Seite des chilenischen Volkes stehen und seinen Kampf unterstützen. Deswegen hat die Ortsgruppe Hamburg des KBW zur Demonstration am 17.11., Sa. 11 Uhr, DGB-Haus aufgerufen.

Frei raus aus Hamburg!

Nieder mit der Kumpanei der CDU mit Frei und der chilenischen Militärjunta!

Schluß mit der Unterstützung der Militärjunta durch die Bundesregierung!

Schluß mit Mord und Folterungen!

Sofortige Freilassung aller chilenischen Freiheitskämpfer!

Nieder mit dem Putsch-Regime! Für die bewaffnete Volksmacht!"
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 6, Mannheim 7.11.1973, S. 13

07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die OG Wolfsburg des KBW bis zum 17.11.1973 337 Exemplare:"
Der Stadtverkauf in Salzgitter mußte leider diesmal ganz ausfallen wegen unserer Beteiligung an der Chile Demonstration am 17.11. in Hamburg."
Q: KBW-OG Wolfsburg: Verkaufsbericht der KVZ Nr.6,Wolfsburg 17.11.1973

08.11.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt das Flugblatt "Gegen den Besuch von Frei - für das kämpfende Volk Chiles!" in einer Auflage von 20 000 Stück heraus, das zur Demonstration am 17.11.1973 aufruft und bekanntgibt: "Zu dieser Demonstration wird in verschiedenen Städten Norddeutschlands und auch in Westberlin mobilisiert!".
Q: KBW-OG Hamburg: Gegen den Besuch von Frei - für das kämpfende Volk Chiles!, Hamburg 8.11.1973

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09.11.1973:
Vermutlich die Ortsgruppe Hamburg des KBW und nicht, wie vermutlich fälschlicherweise gedruckt, die SSG, gibt das Flugblatt "Offener Brief an das Chile-Solidaritätskomitee und die im Komitee vertretenen Organisationen DKP, SDAJ, MSB, SHB, Jusos" in einer Auflage von 3 000 Stück heraus, das zur Demonstration am 17.11.1973 aufruft.
Q: SSG bzw. KBW-OG Hamburg: Offener Brief an das Chile-Solidaritätskomitee und die im Komitee vertretenen Organisationen DKP, SDAJ, MSB, SHB, Jusos, Hamburg 8.11.1973

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10.11.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt das Flugblatt "Gegen den Besuch von Frei in Hamburg! Für das kämpfende Volk Chiles!" in einer Auflage von 20 000 Stück heraus, das zur Demonstration am 17.11.1973 aufruft und bekanntgibt: "Wir rufen nicht nur in Hamburg, sondern in allen Städten Norddeutschlands zur Teilnahme an dieser Demonstration auf. Wenn aus kleineren Städten Gruppen von Menschen an der Demonstration teilnehmen wollen, dann ist es häufig schwierig, eine gemeinsame Anfahrt zu organisieren. Ruft uns einfach … an. Wir werden Euch dann in der Organisierung unterstützen. Wir können euch auch, wenn ihr selber im Kreis von Kollegen, Freunden etc. diese Demonstration propagieren wollt, weitere Flugblätter, Materialien und Informationen zur Verfügung stellen."
Q: KBW-OG Hamburg: Gegen den Besuch von Frei in Hamburg! Für das kämpfende Volk Chiles!, Hamburg 10.11.1973

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12.11.1973:
Es erscheint der "Aufruf: An alle fortschrittlichen Menschen und Organisationen in Hamburg und ganz Norddeutschland: Protestiert gegen den Besuch von Frei, dem Freund der chilenischen Junta, in Hamburg! Demonstriert Eure Solidarität mit dem chilenischen Volk!" zur Demonstration am 17.11.1973 in einer Auflage von 2 000 Stück, der unterzeichnet ist vom Afghanischen Studentenverband, vom Chile-Komitee Hamburg, von den Eritreans for Liberation, von der Kommunistischen Partei Spaniens, von den KBW Ortsgruppen Göttingen und Hamburg, von der Lateinamerikanischen Studentenvereinigung, der Sozialistischen Studentengruppe und dem Komitee für wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Kuba.
Q: Afgh SV, C-K Hamburg, EFL, ISV, PCE, KBW, AELA, SSG, KOWIZUKU: Aufruf: An alle fortschrittlichen Menschen und Organisationen in Hamburg und ganz Norddeutschland: Protestiert gegen den Besuch von Frei, dem Freund der chilenischen Junta, in Hamburg! Demonstriert Eure Solidarität mit dem chilenischen Volk!, Hamburg 12.11.1973

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12.11.1973:
Vermutlich die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt das Flugblatt "'Als unsere Kinder starben, habt ihr nicht gestreikt!'" in einer Auflage von 3 000 Stück heraus, das einen Brief der Slumbewohner aus Santiago de Chile dokumentiert, der am 3.10.1973 in der 'Frankfurter Rundschau' erschien.
Q: N. N. <KBW-OG Hamburg>: 'Als unsere Kinder starben, habt ihr nicht gestreikt!', Hamburg 12.11.1973

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12.11.1973:
Die Sektion Lehrer der Sozialistischen Studentengruppe (SSG) Hamburg des KBW gibt ihre 'Kommunistische Schulzeitung' Nr. 1 (vgl. 17.12.1973) heraus mit den Artikeln "Chile, organisierter Widerstand", aus der 'KVZ', "Gegen den Besuch von Frei - für das kämpfende Volk Chiles!" und "Putschisten-Freund Frei will nach Hamburg!" (vgl. 17.11.1973).
Q: Kommunistische Schulzeitung Nr. 1, Hamburg 12.11.1973, S. 11f

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13.11.1973:
Zur heutigen Chile-Veranstaltung der SSG-Zelle Medizin im Psychiatrie-Seminarraum im UKE, u.a. mit einem Arzt, der während des Putsches in Chile war, wurde durch die Zelle Gesundheitswesen der Berufstätigensektion der SSG auch vor Hamburger Krankenhäusern eingeladen (vgl. 12.11.1973).
Q: Informationen für die Kolleginnen und Kollegen der Hamburger Krankenhäuser Den Lohnkampf müssen wir selbst in die Hand nehmen!, Hamburg o. J. (1973), S. 4

13.11.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt für die Demonstration am 17.11.1973 die Zeitung 'Chile kämpft' in einer Auflage von 3 000 Stück heraus mit dem Leitartikel "Solidaritätsdemonstration mit dem Kampf des chilenischen Volkes!".

Weitere Artikel sind:
- "An das Chile Solidaritätskomitee", welches nicht teilnehmen will;
- "Freis Bündnis mit der Reaktion";
- "Wessen Interessen vertritt die BRD in Chile?";
- "Erfahrungen mit dem Reformismus der UP-Regierung";
- "Volksmacht in Maipu";
- "Die DKP und die Solidarität mit Chile" aus der 'KVZ';
- "Aus zwei Augenzeugenberichten"; sowie
- "Bericht eines Arbeiterpriesters".
Q: KBW-OG Hamburg: Chile kämpft, Hamburg 13.11.1973

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14.11.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt das Flugblatt "Gegen den Besuch von Frei - Für das kämpfende Volk Chiles!" in einer Auflage von 16 000 Stück heraus, das zur Demonstration am 17.11.1973 aufruft, fragt: "Kommt Frei wirklich nicht?", auffordert: "Die Gewerkschaften müssen Chiles Volk unterstützen!", feststellt: "Das Chile-Solidaritätskomitee hat die Solidarität mit Chile gespalten!" und schildert: "Die Stellung des KB-Nord zur Aktionseinheit", der auf eigenem Block, eigener Rede und eigenem Lautsprecherwagen beharrte und deshalb nicht teilnimmt.
Q: KBW-OG Hamburg: Gegen den Besuch von Frei in Hamburg! Für das kämpfende Volk Chiles!, Hamburg 14.11.1973

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15.11.1973:
In Göttingen gibt das IK/KHB die Nr. 16 seiner 'Roten Tribüne' (vgl. 29.10.1973, 11.12.1973) heraus mit dem Artikel "Chilenische Putschisten - raus aus der BRD!".
Q: Rote Tribüne Nr. 16, Göttingen 15.11.1973, S. 11f

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17.11.1973:
In Hamburg rief das Chile-Komitee auf zur Demonstration gegen den CDU-Parteitag und den Auftritt des Chilenen Frey auf diesem. Auf der Demonstration selbst verteilt das Chile-Komitee einen Aufruf zur Mitarbeit.

Es demonstrieren, laut KPD, rund 1 200 Menschen. Es beteiligen sich u.a. KPD, LgdI Landesverband Nord, EKKE Griechenland und der KBW, der von der KPD beschuldigt wird, gegen eine Kritik an der Unidad Popular (UP) eingetreten zu sein, um eine Aktionseinheit mit der DKP zu ermöglichen. An der Demonstration von Jusos der SPD und DKP nehmen, laut KPD, lediglich 400 teil. KPD, KSV und LgdI riefen u.a. mit einem zweiseitigen Flugblatt "Kein Vertreter der faschistischen Bluthunde Chiles kann in Hamburg geduldet werden!" unter Verantwortung von Klaus Landeck auf, welches u.a. am 15.11.1973 bei Springer verbreitet wurde und in einer vermutlich früheren Version auch zur Kundgebung für Uli Kranzusch am 15.1.1973 aufruft. Diese Flugblatt wird in einer dritten Version vermutlich auch während der Demonstration selbst verteilt.

Im KBW gab der Ständige Ausschuß des ZK (StA) am 12.11.11973 bekannt:"
BETR.: CHILEDEMONSTRATION ANLÄSSLICH DES FREIBESUCHS IN HAMBURG AM SAMSTAG, DEN 17.11.1973 UM 11.00 UHR SAMMELN am Besenbinderhof vor dem DGB-Haus.

Wie Ihr wißt und aus der KVZ Nr. 6 (vgl. 7.11.1973, d.Vf.) entnehmen konntet, führt die Hamburger Ortsgruppe anläßlich der Einladung Freis zum Parteitag der CDU eine Demonstration durch. Sie hat dazu eine örtliche Aktionseinheit gebildet an der bisher die PCE (Spanien, d.Vf.), die CISNU (Iran, d.Vf.), die Befreiungsfront Eritrea, der Afghanische Studentenverein und die AELA (Lateinamerika, d.Vf.) teilnehmen. Der KB Nord hat sich bisher noch nicht entschieden. Gruppe Rote Fahne und KPD/ML werden sich wohl mit eigenen Blöcken anschließen. DKP, MSB, Jusos dagegen rufen für Freitag zu einer Demonstration auf, weil die DKP, wie unseren Genossen erklärt wurde, mit dem KBW grundsätzlich keine Aktionseinheit eingeht.

Wir fordern nun die norddeutschen Ortsgruppen, Ortsaufbaugruppen und befreundeten Organisationen dazu auf, an ihren Orten für die Demonstration in Hamburg entsprechend ihren Möglichkeiten zu mobilisieren und fordern alle Ortsgruppen, Ortsaufbaugruppen und befreundeten Organisationen auf, den Freibesuch in Hamburg und die Einladung Freis durch die CDU in ihre Agitation und Propaganda aufzunehmen, sowie wenn möglich parallel zu der Hamburger Demonstration, wenn möglich eigene Veranstaltungen oder Demonstrationen zu organisieren. In Heidelberg wird ebenfalls eine Demonstration stattfinden.

Die organisatorische Koordination der Hamburger Demonstration übernimmt die Hamburger Ortsgruppe. Wenn irgendwelche Schwierigkeiten oder Differenzen auftauchen, nehmt sofort Rücksprache mit dem Ständigen Ausschuß auf (mit den Gen. X. oder Y.)."

Der KBW (vgl. 22.111.1973) berichtet:"
In Hamburg demonstrierten 2 500 Menschen, darunter 600 aus den umliegenden Städten, gegen die Unterdrückung des chilenischen Volks und gegen die Einladung der CDU an chilenische christdemokratische Politiker, die das Terrorregime in Chile unterstützen, zu ihrem Hamburger Parteitag. Der KBW hatte zu einer Aktionseinheit aufgerufen, unter anderem unter den Parolen 'Nieder mit der Kumpanei der CDU mit Frei und der chilenischen Militärjunta', 'Schluß mit der Unterstützung der Militärjunta durch die Bundesregierung!', 'Sofortige Freilassung aller chilenischen Freiheitskämpfer!', 'Nieder mit dem Putsch-Regime! Für die bewaffnete Volksmacht in Chile!

Teil nahmen unter anderem die AELA (Lateinamerikanische Studentenvereinigung), Chile-Komitee, CISNU (Persische Studentenvereinigung), Afghanische Studentenvereinigung, Befreiungsfront Eritrea (Äthiopien), Cuba-Komitee, KP Spaniens. Die DKP, aufgefordert zur Aktionseinheit, lehnte ab, da sie ihre Spalterpolitik aufgrund des Unvereinbarkeitsbeschlusses gegen eine Aktionseinheit mit Kommunisten fortsetzte. An ihrer spalterischen Demonstration, AStA und Juso riefen mit auf, beteiligten sich 700 Menschen. Auch der KB Nord lehnte eine Aktionseinheit ab, obwohl er nicht einmal die Plattform der Aktionseinheit kannte. Auf der Kundgebung wurde auch eine Griechenland-Resolution zur Unterstützung des Freiheitskampfes des griechischen Volkes verabschiedet."

Auf der Demonstration verkauft der KBW 163 Exemplare seiner 'KVZ' Nr. 6 (vgl. 7.11.1973). An der Demonstration beteiligt sich auch die KBW OG Wolfsburg, die deswegen den Verkauf der 'KVZ' Nr. 6 in Salzgitter ausfallen läßt.

Aufgerufen und auch berichtet wurde auch in Hamburg durch den KBW beim Bauer-Verlag (vgl. 1.11.1973, 28.11.1973), im Hafen (vgl. 8.11.1973), an den Krankenhäusern (vgl. 12.11.1973), bei Conz (vgl. 2.11.1973, 16.11.1973), bei Hanomag Henschel (vgl. 22.11.1973) und im Chemiebereich (vgl. 1.11.1973) sowie durch die SSG-Gruppe Lehrer (vgl. 30.10.1973).

Aufgerufen wurde auch durch den KBW in Bremen (vgl. 15.11.1973).

Das IK/KHB Göttingen (vgl. 11.12.1973) rief auf und meldet ca. 2 500 Teilnehmer, darunter ca. 100 aus Göttingen. Laut KSB Göttingen (vgl. 28.11.1973) sind ca. 150 der 2 500 Demonstranten aus Göttingen. Aufgerufen wurde vom Chile Komitee Göttingen (vgl. 15.11.1973), welches ebenfalls 2 500 Leute, darunter 100 aus Göttingen meldet, aber auch vom KBW Göttingen (vgl. 15.11.1973), u.a. an den Unikliniken (vgl. 16.11.1973).

In Berlin wird der "Aufruf. Protestiert gegen den Besuch von Frei, dem Freund der chilenischen Junta, in Hamburg! Demonstriert Eure Solidarität mit dem chilenischen Volk!" unterzeichnet vom BdWi, dem Chile-Komitee Westberlin, der GIM, der KG Westberlin, der KHG Westberlin und der Sozialistischen Assistentenzelle am OSI.
Q: BdWi, C-K, GIM, KG, KHG, SAZ/OSI: Aufruf. Protestiert gegen den Besuch von Frei, dem Freund der chilenischen Junta, in Hamburg! Demonstriert Eure Solidarität mit dem chilenischen Volk!, Berlin o. J. (1973); Betriebszeitung für die Kollegen vom Bauer-Verlag Nr. 1 und 2, Hamburg 1.11.1973 bzw. 28.11.1973, S. 10 bzw. S. 8;Chile-Komitee: Chile kämpft! - zwei Versionen, Hamburg o. J. (1973);Der Metallarbeiter Nr. 15 und 16, Göttingen 15.11.1973 bzw. 3.12.1973, S. 7 bzw. S. 8;Der Motor 1,20 - 1,50 für alle - Weniger kommt nicht in Frage! und Nr. 2, Hamburg 1.11.1973 bzw. 16.11.1973, S. 10 bzw. S.10;Der Schrittmacher Nr. 16, Göttingen 16.11.1973, S. 11f;Informationen für die Kollegen im Hafen Jetzt zupacken: Den Lohnkampf müssen wir selbst in die Hand nehmen!, Hamburg 8.11.1973, S. 4;Informationen für die Kolleginnen und Kollegen der Hamburger Krankenhäuser Den Lohnkampf müssen wir selbst in die Hand nehmen!, Hamburg o. J. (1973), S. 4;KBW-OG Bremen: Die 'Energiekrise' ist das Ergebnis imperialistischer Politik! Erfüllung der gerechten Forderungen der arabischen Völker!, Bremen 15.11.1973;KBW OG Hamburg: Informationen für die Kollegen der Chemischen Industrie Hamburgs, Hamburg 1.11.1973, S. 4;KBW-OG Hamburg: Informationen für die Kollegen von Hanomag Henschel Gegen Lohnraub hilft nur unser Lohnkampf!, Hamburg 22.11.1973, S. 7;KBW-OG Wolfsburg: Verkaufsbericht der KVZ Nr. 6, Wolfsburg 17.11.1973;KBW-ZK-StA: Rundbrief Nr. 17, Mannheim 12.11.1973, S. 1;KBW-OG Hamburg: Statistik KVZ Nr. 6, Hamburg 21.11.1973;Kommunistische Volkszeitung Nr. 7, Mannheim 22.11.1973, S. 12;Poder Popular Nr. 1 und 2, Göttingen 15.11.1973 bzw. 10.12.1973, S. 6 und 12 bzw. S. 9f;Rote Fahne Nr. 47, Dortmund 20.11.1973;KPD, KSV, LgdI: Kein Vertreter der faschistischen Bluthunde Chiles kann in Hamburg geduldet werden! - drei Versionen, Hamburg o. J. (1973);Roter Kurs Nr. 43, Göttingen 28.11.1973, S. 12;Rote Tribüne Nr. 17, Göttingen 11.12.1973, S. 8;SSG Hamburg-Gruppe Lehrer: Da machen wir nicht mit, Herr Senator!, Hamburg 30.10.1973, S. 4

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Letzte Änderungen: 22.3.2015

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