Hamburg:
Ölkrise und Notstandsmassnahmen Ende 1973 / Anfang 1974

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 3.7.2013

Die Reaktionen der Hamburger Linken auf die Ölkrise und die Notstandsmassnahmen Ende 1973 und Anfang 1974 werden hier allein geschildert anhand von Dokumenten des KB, der KPD und vor allem des KBW, der auch als einziger versucht, den Protest auf der Straße zu organisieren, dabei aber nicht erfolgreich ist (vgl. 8.12.1973) und überdies der polizeilichen Repression unterliegt (vgl. 14.12.1973).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

01.11.1973:
In Hamburg gibt die Ortsgruppe des KBW vermutlich erstmals ihren 'Motor' als Betriebszeitung für Demag-Conz (vgl. 2.10.1973, 6.11.1973) heraus mit dem Artikel "Heizölpreise steigen - Warum?".
Quelle: Der Motor 1,20 - 1,50 für alle - Weniger kommt nicht in Frage!, Hamburg 1.11.1973, S. 6

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15.11.1973:
Bei Springer Hamburg gibt die Zelle der KPD ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' Nr.21 (vgl. Nov. 1973, 6.12.1973) heraus. Berichtet wird auch über die Hetze der 'Bild' zur Ölkrise.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Springer Nr.21,Hamburg 15.11.1973,S.5

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16.11.1973:
In Hamburg gibt die Ortsgruppe des KBW die Nr. 2 ihres 'Motor' als Betriebszeitung für Demag-Conz (vgl. 12.11.1973, 6.12.1973) heraus mit dem Artikel "Nicht die Araber, sondern die Ölmonopole treiben die Preise".
Q: Der Motor Nr. 2, Hamburg 16.11.1973, S. 7

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22.11.1973:
Die Zelle Reichhold der Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ausgabe ihrer 'Informationen für die Kollegen von RACAG' (vgl. 19.11.1973, 7.12.1973) zum Energiekrisengesetz heraus.
Q: Informationen für die Kollegen von RACAG,Hamburg 22.11.1973

22.11.1973:
Der Kommunistische Bund Westdeutschland Ortsgruppe Hamburg gibt seine 'Informationen für die Kollegen von Hanomag Henschel' (vgl. 19.10.1973, 16.1.1974) heraus mit dem Artikel "Nicht die Araber, sondern die Ölmonopole treiben die Preise in die Höhe!".
Q: KBW-OG Hamburg: Informationen für die Kollegen von Hanomag Henschel Gegen Lohnraub hilft nur unser Lohnkampf!, Hamburg 22.11.1973, S. 5f

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24.11.1973:
Die Branchenzelle Bergbau der KBW OAG Dortmund (vgl. 28.11.1973) berichtet:"
OELSCHWINDEL

Am Samstag wandte sich Kanzler Brandt über Rundfunk und Fernsehen an die Bevölkerung. Mit ernsten Worten forderte der Kanzler Verständnis für die Maßnahmen der Regierung. Er sprach vom Gemeinsinn und der Solidarität des ganzen Volkes bei der Verteilung und Verwendung der geringen Mineralölvorräte.

Solidarisch und widerspruchslos sollen wir hinnehmen
- daß das Benzin täglich teurer wird (z.B. in Essen 1, 04 pro L.),
- daß in den öffentlichen Gebäuden (also auch Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern) die Temperaturen gesenkt werden,
- daß unsere Kinder den wöchentlichen Schulstoff jetzt in 5 Tagen einpauken müssen, damit Heizöl gespart wird,
- daß durch das Sonntagsfahrverbot die Arbeiter nicht mehr am Wochenende zur Erholung aus der Großstadt hinausfahren können.

Zumindest für ein halbes Jahr sollen wir alle diese Maßnahmen im Interesse der Gesamtheit hinnehmen. Verfolgte man die Presse in den letzten Tagen genau, so konnte man ihr folgende Informationen entnehmen:
- Ein Hamburger Bürgermeister erklärte, in den westdeutschen Häfen komme nicht weniger, sondern mehr Öl als in den Monaten zuvor an,
- Die Überseetanker müssen teilweise bis zu zehn Häfen anlaufen, um freie Tanks für ihre Ladung zu finden,
- Im Dortmunder Hafen liegen sechs Tankschiffe mit Heizöl und Benzin, die nicht entladen werden können, weil die Lagertanks voll sind."
Q: Roter Kumpel, Dortmund 28.11.1973, S. 1f

28.11.1973:
Die KBW Ortsgruppe Hamburg gibt die Nr. 2 ihrer 'Betriebszeitung für die Kollegen vom Bauer-Verlag' (vgl. 19.11.1973, 12.12.1973) heraus mit dem Artikel "Ölkrise, Stillegungen, Arbeitslosigkeit - ein Grund zum Stillhalten".
Q: Betriebszeitung für die Kollegen vom Bauer-Verlag Nr. 2, Hamburg 28.11.1973, S. 2ff

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01.12.1973:
In Hamburg agitiert der KBW in der Innenstadt für seine Demonstration gegen Notstandsmaßnahmen am 8.12.1973 und gegen das Verbot der Iran-Demonstration in Köln.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 9, Mannheim 19.12.1973, S. 9

06.12.1973:
Die Zelle Springer Hamburg der KPD gibt ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) Nr. 22 (vgl. 15.11.1973, 5.2.1974)heraus.
Berichtet wird u.a. von der Behandlung der Ölkrise durch die 'Bild'.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Springer Hamburg Nr. 22, Hamburg 6.12.1973, S. 5f

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06.12.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt die 'Betriebszeitung für die Kollegen von Kolbenschmidt' (vgl. 13.11.1973, 19.12.1973) heraus mit den Artikeln "Im Gefolge der Ölkrise: Spekulationen treiben die Rohstoffpreise hoch", "Ölkrise läßt die englischen Bergleute kalt" und "Keine Solidarität mit den eigenen Ausbeutern. Gegen die Notstandsmaßnahmen der Bundesregierung" mit einem Aufruf zur Demonstration (vgl. 8.12.1973).
Q: KBW Ortsgruppe Hamburg: Betriebszeitung für die Kollegen von Kolbenschmidt Kein Scheinkampf sondern Lohnkampf, Hamburg 6. Dez. 1973, S. 3 und 6ff

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06.12.1973:
In Hamburg gibt die Ortsgruppe des KBW die Nr. 3 ihres 'Motor' als Betriebszeitung für Demag-Conz (vgl. 16.11.1973, 13.12.1973) in einer Auflage von 700 Stück heraus unter der Schlagzeile "Kampf den Notstandsmaßnahmen der Bourgeoisie und ihres Staates", wozu aufgerufen wird zur Demonstration (vgl. 8.12.1973).

In "Kurz notiert" äußert man sich zum Frühstückseinkauf in der Kantine sowie zur Ölkrise bzw. der BfG:"
Wie die Bourgeoisie spart:

'Der Gewerkschaftsbankier Hesselbach (Direktor der Bank für Gemeinwirtschaft) ließ verkünden, er habe die Temperatur in seinem Swimming-pool auf 14 Grad gesenkt, die Junge Union Hof sagte eine Autorallye ab, und der nordrhein-westfälische Finanzminister Wertz hält sich einiges auf seine Verlautbarung zugute, daß seine Beamten künftig auf den Klos frieren müßten.'
Q: Der Motor Nr. 3, Hamburg 6.12.1973, S. 1, 3 und 11f

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07.12.1973:
Die Zelle Reichhold der Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt ein Extra ihrer 'Betriebszeitung für die Kollegen von RACAG' (vgl. 22.11.1973, 19.12.1973) heraus.
Q: Betriebszeitung für die Kollegen von RACAG Extra,Hamburg 7.12.1973

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07.12.1973:
Die Berufstätigensektion der Sozialistischen Studentengruppe (SSG) Hamburg des KBW gibt beim NDR ihre 'Informationen für die Kollegen beim Norddeutschen Rundfunk' (vgl. 30.1.1974) in einer Auflage von 400 Stück unter der Schlagzeile "Kampf den Notstandsmassnahmen der Bourgeoisie und ihres Staates" heraus. Aufgerufen wird zur Demonstration (vgl. 8.12.1973).

Ein Artikel behandelt das Thema "Der NDR und die Energiekrise".
Q: Informationen für die Kollegen beim Norddeutschen Rundfunk Kampf den Notstandsmassnahmen der Bourgeoisie und ihres Staates, Hamburg 7.12.1973

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08.12.1973:
In Hamburg wird, laut SSG Hamburg (vgl. 10.12.1973), die Demonstration gegen die Notstandsmaßnahmen nicht durchgeführt, stattdessen wird in Sechsergruppen in der Stadt agitiert und eine Kundgebung am Mönckebrunnen durchgeführt. Aufgerufen worden war auch beim NDR (vgl. 7.12.1973), unter Sozialarbeitern (vgl. 5.12.1973) am UKE (vgl. 3.12.1973) und bei Kolbenschmidt (vgl. 6.12.1973).

Der KBW (vgl. 19.12.1973) berichtet:"
Am Samstag früh sammelten sich zunächst etwas über 150 Menschen, darunter 100 Organisierte. In Hamburg gibt es jedoch rund 250 organisierte Kommunisten, die sich auf der Linie des KBW zusammengeschlossen haben."
Q: Informationen für die Kollegen beim Norddeutschen Rundfunk , Hamburg 7.12.1973, S. 2; Informationen für die Kolleginnen und Kollegen der Hamburger Krankenhäuser - UK Eppendorf Gegen %-Abschlüsse auf unserem Rücken den Lohnkampf selber in die Hand nehmen, Hamburg 3.12.1973, S. 3f;Informationen für die Kolleginnen und Kollegen im Bereich Sozialarbeit, Hamburg 5.12.1973, S. 4;KBW Ortsgruppe Hamburg: Betriebszeitung für die Kollegen von Kolbenschmidt Kein Scheinkampf sondern Lohnkampf, Hamburg 6. Dez. 1973, S. 8;Kommunistische Volkszeitung Nr. 9, Mannheim 19.12.1973, S. 9;Rote Presse Extra, Hamburg 10.12.1973, S. 4

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10.12.1973:
Die SSG Hamburg gibt ein Extra ihrer 'Roten Presse' (vgl. 6.11.1973) in einer Auflage von 2 500 Stück mit einem Leitartikel zur Ölkrise bzw. den Notstandsmaßnahmen und den Demonstrationen dagegen (vgl. 8.12.1973) heraus, aufgerufen wird zur Diskussionsveranstaltung "Imperialistische Krise und Notstandsmaßnahmen" (vgl. 13.12.1973). Berichtet wird auch über die Energieeinsparungen in der Universität und den Studentenwohnheimen.
Q: Rote Presse Extra, Hamburg 10.12.1973,S.1ff

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12.12.1973:
Die Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) Ortsgruppe Hamburg gibt ihre 'Informationen für die Kollegen von Broschek' (vgl. 19.11.1973, 9.4.1974) heraus mit dem Artikel "Keine Solidarität mit den eigenen Ausbeutern. Gegen die Notstandsmaßnahmen der Bundesregierung".
Q: Informationen für die Kollegen von Broschek, Hamburg 12.12.1973, S. 4f

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14.12.1973:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt seinen 'Chemiearbeiter' Nr. 32 (vgl. 30.10.1973, Jan. 1974) heraus mit den Artikeln "Oel-Notstand?" zur Ölkrise sowie "Panikmache und Kurzarbeit auf der Phoenix" wegen der Ölkrise.
Q: Der Chemiearbeiter Nr. 32, Hamburg 14.12.1973, S. 3ff

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14.12.1973:
Der KBW (vgl. 19.12.1973) berichtet:"
Polizei löst Kundgebung auf
Verhaftungen und Verfahren in Hamburg

Hamburg, 14.12. Die Polizei löste eine Kundgebung gegen die Notverordnungen der Regierung, die in der belebten Innenstadt Hamburgs von der Sozialistischen Studentengruppe Hamburg abgehalten wurde, mit Gewalt auf. Die Polizei hatte zunächst den platz für die Kundgebung freigeräumt. 10 Minuten nach Beginn der Kundgebung teile die Polizei den bis dahin etwa 500 Zuhörern mit: 'Diese Kundgebung ist nicht angemeldet und folglich nicht gestattet.' Als die Polizei dann die Lautsprecherkabel zerriß, richtete sich der Unmut der Bevölkerung einmütig gegen die Polizei. Ein Passant schrie zum Beispiel einen Polizisten an: 'ich bin kein Kommunist, ich bin ein bürgerlicher, aber ich paß hier auf, daß Sie nicht zuschlagen.'

Wenig später wurde der Sprecher der Kundgebung von der Polizei festgenommen und abgeführt. Dann ein weiterer Sprecher, der sich über ein Megaphon an die Bevölkerung wenden wollte. Darüberhinaus sechs Kundgebungsteilnehmer, als sie das Vorgehen der Polizei kritisierten. Den Festgenommenen wurden Verfahren wegen Rädelsführerei auf einer illegalen Versammlung und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und Widerstand gegen die Staatsgewalt angekündigt."
Von der 'KVZ' Nr. 8 (vgl. 5.12.1973) verkauft die SSG Hamburg des KBW heute auf der Kundgebung 15 Exemplare ("nicht mehr dabei gehabt!").
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 9, Mannheim 19.12.1973, S. 3; KBW-OG Hamburg:Statistik KVZ Nr. 8, Hamburg 17.12.1973;KBW Ortsgruppe Hamburg: Betriebszeitung für die Kollegen von Kolbenschmidt Gegen die Notstandsmassnahmen der Bourgeoisie und ihres Staates, Hamburg 19. Dez. 1973, S. 5

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17.12.1973:
Die Sektion Lehrer der Sozialistischen Studentengruppe (SSG) Hamburg des KBW gibt ihre 'Kommunistische Schulzeitung' Nr. 2 (vgl. 12.11.1973, 18.1.1974) heraus mit dem Leitartikel "Statt 'Notgemeinschaft': Kampf den Notstandsmaßnahmen!" zur Ölkrise mit dem Aufruf zur Demonstration am 20.12.1973.
Q: Kommunistische Schulzeitung Nr. 2, Hamburg 17.12.1973, S. 1f und 15f

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18.12.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt die 'Informationen für die Kollegen von HDW' (vgl. 7.12.1973, 5.2.1974) in einer Auflage von 1 900 Stück heraus unter der Schlagzeile "Keine Notgemeinschaft mit den Kapitalisten!" zur Ölkrise mit einem Aufruf zur Demonstration am 20.12.1973.
Q: KBW-OG Hamburg: Informationen für die Kollegen von HDW und B&V Kampf den Notstandsmaßnahmen der Bourgeoise und ihres Staates!, Hamburg 18. Dez. 1973

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18.12.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt ihre 'Informationen für die Kollegen im Hafen' (vgl. 8.11.1973) unter der Schlagzeile "Kampf den Notstandsmassnahmen der Regierung!" in einer Auflage von 2 000 Stück heraus.
Augerufen wird zur Demonstration (vgl. 20.12.1973).
Q: Informationen für die Kollegen im Hafen Kampf den Notstandsmassnahmen der Regierung!, Hamburg 18.12.1973

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19.12.1973:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 5.12.1973, 9.1.1974) Nr.9 heraus. Berichtet wird aus Hamburg in "Polizei löst Kundgebung auf".
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 9, Mannheim 19.12.1973

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19.12.1973:
Die Zelle Reichhold der Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt ein Extra ihrer 'Betriebszeitung für die Kollegen von RACAG' (vgl. 7.12.1973, 21.12.1973) heraus.
Q: Betriebszeitung für die Kollegen von RACAG Extra,Hamburg 19.12.1973

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19.12.1973:
Die Zelle Post der Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt erstmals ihre Zeitung 'Fas rote Posthorn' (vgl. 24.11.1973, 21.1.1974) heraus mit dem Leitartikel "Krise und Notstandsmassnahmen - 'Jetzt kommt es knüppelhageldick'" und dem Artikel "In der jetzigen Situation gilt es den Lohnkampf mit dem Kampf um unsere demokratischen Rechte zu verbinden" zur Tarifrunde im Öffentlichen Dienst (ÖDTR) bzw. zur Demonstration gegen die Notstandsmassnahmen am 20.12.1973.
Q: Das rote Posthorn Nr. 1, Hamburg 19.12.1973, S. 1ff und 8ff

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19.12.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Lokalbeilage für Hamburg und Umgebung zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 9 (vgl. 9.1.1974) heraus. In "Metall: Tarifkommission fordert 18 %" heißt es zur Ölkrise bzw. der Metalltarifrunde (MTR - vgl. 7.12.1973):"
Daß der westdeutsche Imperialismus in eine äußerst schwere Krise stürzt, kriegen inzwischen immer mehr Kollegen in den Hamburger Metallbetrieben am eigenen Leib zu spüren. Nicht nur, daß in vielen Betrieben die Kollegen mit Heizung auf 15 Grad und Licht aus in den Pausen (Hanomag) schikaniert werden, vom 'fetten Auftragspolster über Jahre hinaus' und 'sicheren Arbeitsplätzen' kann nirgendwo die Rede sein."
Q: Kommunistische Volkszeitung Lokalbeilage für Hamburg und Umgebung Nr. 9, Hamburg 19.12.1973, S. 2

19.12.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Lokalbeilage für Hamburg und Umgebung zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 9 (vgl. 9.1.1974) heraus. Aus Wentorf wird berichtet von der Ölkrise:"
Kriegshetze bei der Bundeswehr

Im politischen Unterricht für Soldaten der Bismarck-Kaserne bei Bergedorf kloppte der 'unterrichtende' Offizier sinngemäß folgende Sprüche: 'Wenn das so weiter geht mit dem Öl, werden wir die Araber mal kurz eingemeinden - da war Israels Blitzkrieg nichts dagegen.'"
Q: Kommunistische Volkszeitung Lokalbeilage für Hamburg und Umgebung Nr. 9, Hamburg 19.12.1973, S. 2

20.12.1973:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW berichtet von der Ölkrise:"
Am 20.12.73 wurde den Kollegen von Valvo, Lokstedt, durch Anschlag am schwarzen Brett empfohlen 'sich mit geeigneter Kleidung zu versehen.' Der Grund: 'Damit die Kontinuität unserer (?) Produkte und die Sicherheit der Arbeitsplätze gewährleistet sind' wurden Maßnahmen ergriffen, die 'zwangsläufig dazu führen, daß die Heizungen etwas gedrosselt werden und daß Räume, die nicht dem unmittelbaren Aufenthalt dienen (wie z. B. Treppenhäuser), vorläufig nicht mehr direkt beheizt werden.' Darüber hinaus wird um Verständnis geworben, 'daß das aufheizen der Räume zeitweilig n- z. B. nach Sonn- oder Feiertagen - etwas länger als gewohnt dauert und daß insgesamt die Räume etwas niedriger temperiert sein werden' (Zitate aus der Mitteilung) Der Betriebsrat hatte das Schreiben mitunterschrieben, obwohl viele Kollegen bei ständig steigendem Akkord Fummelarbeit machen müssen, was weder mit steifen Fingern, noch mit Handschuhen zu machen ist."
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage für Hamburg und Umgebung Nr. 2, Hamburg 23.1.1974, S. 2

20.12.1973:
In Hamburg rief zur Demonstration gegen die Notstandsmaßnahmen um 16 Uhr 30 ab Moorweide auch die Zelle Gesundheitswesen der Berufstätigensektion der Sozialistischen Studentengruppe (SSG) Hamburg des KBW (vgl. 19.12.1973) auf, u.a. am UKE (vgl. 17.12.1973, 20.12.1973). Der KBW mobilisierte im Hafen (vgl. 18.12.1973), bei HDW und Blohm und Voss (vgl. 18.12.1973), bei der Post (vgl. 19.12.1973) und unter den Lehrern (vgl. 17.12.1973).
Q: Betriebszeitung für die Kolleginnen und Kollegen des UK-Eppendorf Nr. 1 und Extra Der Widerstand vermehrt sich!, Hamburg 17.12.1973 bzw. 20.12.1973, S. 5ff bzw. S. 2; Das rote Posthorn Nr. 1, Hamburg 19.12.1973, S. 10;Informationen für die Kollegen im Hafen Kampf den Notstandsmassnahmen der Regierung!, Hamburg 18.12.1973, S. 1;Informationen für die Kolleginnen und Kollegen der Hamburger Krankenhäuser Kampf der politischen Disziplinierung am U.K.E!, Hamburg 19.12.1973, S. 4;KBW Ortsgruppe Hamburg: Betriebszeitung für die Kollegen von Kolbenschmidt Gegen die Notstandsmassnahmen der Bourgeoisie und ihres Staates, Hamburg 19. Dez. 1973, S. 1;KBW-OG Hamburg: Informationen für die Kollegen von HDW und B&V Kampf den Notstandsmaßnahmen der Bourgeoise und ihres Staates!, Hamburg 18. Dez. 1973;Kommunistische Schulzeitung Nr. 2, Hamburg 17.12.1973, S. 16

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Januar 1974:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt seinen 'Chemiearbeiter' Nr. 33 (vgl. 14.12.1973, 23.1.1974) heraus mit dem Leitartikel "Ölkrise? Bluff".
Q: Der Chemiearbeiter Nr. 33, Hamburg Jan. 1974, S. 1ff

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23.01.1974:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage für Hamburg und Umgebung zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 2 (vgl. 9.1.1974, 6.2.1974) heraus.

In "Für 'unsere Wirtschaft' frieren und zahlen?" wird berichtet über die Ölkrise von Valvo (vgl. 20.12.1973) sowie aus Ellerau von den Erlhoff-Häusern und aus Norderstedt von den Häusern der Firma Plambeck im Möhlenbarg, Windmühlenstieg und Schmiedegang.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage für Hamburg und Umgebung Nr. 2, Hamburg 23.1.1974, S. 2

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27.03.1974:
Die Zelle Kolbenschmidt der Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt die 'Betriebszeitung für die Kollegen von Kolbenschmidt' (vgl. 27.2.1974, 24.4.1974) heraus mit dem Artikel "Ölkonzerne in Belgien bestehen auf Preiserhöhung".
Q: KBW Ortsgruppe Hamburg - Zelle Kolbenschmidt: Betriebszeitung für die Kollegen von Kolbenschmidt Wer steht auf welcher Seite?, Hamburg 27. März 1974, S. 7

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14.11.1974:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage Hamburg zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 24 (vgl. 7.11.1974, 21.11.1974) heraus. In "Gerichtsurteil gegen Versammlungsfreiheit" wird berichtet von einem Verfahren wegen der Kundgebung gegen die Notstandsgesetze am 14.12.1973, in dem am 6.11.1974 ein Kundgebungsteilnehmer zu 300 DM verurteilt wurde.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 24, Hamburg 14.11.1974, S. 3

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