AKW Brokdorf
Teil 3: Itzehoe oder Wilster?

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

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Teile dieses Beitrags beziehen sich auch auf Vorgänge des vorhergehenden Teils zum AKW Brokdorf.

Gekennzeichnet ist die Zeit des Jahreswechsels von Repressionen. AKW-Gegner werden von politischen Entlassungen betroffen (vgl. 6.12.1976), können sich aber wieder einklagen (vgl. 3.1.1977), andere wiederum verüben Anschläge gegen die Baufahrzeuge (vgl. 6.12.1976) und gegen zahlreiche Demonstranten werden Verfahren eingeleitet (vgl. 17.1.1977). Trotz des Baustops beginnt bald die Mobilisierung für die nächste Großdemonstration am 19.2.1977 (vgl. Jan. 1977, 15.1.1977, 17.1.1977, 18.1.1977, 19.1.1977, 24.1.1977, 31.1.1977), während weitere Bürgerinitiativen gegründet werden (vgl. 10.1.1977) und sich die Bewegung auch publizistische Strukturen zu schaffen sucht (vgl. 14.1.1977).

Die zahlreichen damals bundesweit zum AKW Brokdorf erschienenen Flugblätter der K-Gruppen werden anhand eines Beispiels von der KPD Ortsleitung Duisburg dargestellt (vgl. 10.1.1977), wo (vgl. 14.1.1977) wie in anderen Orten auch zahlreiche Vorbereitungs- und Mobilisierungsveranstaltungen durchgeführt wurden, wobei im Harz gar studentische Gelder für den Protest eingesetzt werden sollen (vgl. 12.1.1977), während es in Hamburg zum Streit über die zwischenzeitlich noch durchzuführende örtliche Demonstration kommt (vgl. 13.1.1977).

Die Frage der Gewaltanwendung gegen Personen spaltet die Anti-AKW-Begung offenbar in nahezu zwei gleiche Hälften (vgl. 15.1.1977), der KB beruft sich angesichts dessen auf die Bürgerinitiativen, spricht sich gegen die dräuenden Linksradikalen aus, was von diesen in Gestalt des KBW wiederum kritisiert wird (vgl. 17.1.1977, 20.1.1977).

In Hamburg wird eine friedliche Vorbereitungsdemonstration für die Brokdorf-Aktion von der Polizei angegriffen (vgl. 22.1.1977), die die Demonstranten in den Hauptbahnhof trieb, in dem, da das HSV-Spiel im Volksparkstadion gerade vorüber war, im Minutentakt mit Fußballfans völlig überfüllte S-Bahnen eintrafen, von denen sich viele freudig an den Auseinandersetzungen mit der dann arg schnell immer blasser aussehenden Staatsgewalt beteiligten.

Der Ort der geplanten und vielfach vorbereiteten Protestaktion aber scheint immer noch strittig, die KPD zeiht den KB des Zurückweichlertums (vgl. 24.1.1977), beruft sich auf zahlreiche, nicht immer genau benannte örtliche Initiativen oder Versammlungen, bei ihrem Beharren auf der Aktion direkt vor Ort (vgl. 24.1.1977) und fühlt sich angesichts ihrer in der Presse propagierten Rolle als angeblicher Drahtzieher vermutlich pudelwohl.

Die Anti-AKW-Bürgerinitiativen in Schleswig-Holstein allerdings geben sich offenbar so säuberlich in zwei nahezu gleich große Hälften gespalten bezüglich des Schauplatzes des zu organisierenden Protests (vgl. 30.1.1977), wie sich zuvor die bundesweite Anti-AKW-Bewegung bzgl. der Gewaltfrage gab (vgl. 15.1.1977). Nicht einmal gemeinsames sanftes Einreden auf Maschinen und Menschen direkt am Bauplatz des Atomkraftwerks Brokdorf scheint nun noch wirklich konsensfähig, Mehrheiten hängen dabei von der Teilnahme bzw. Entscheidung einer oder doch nur wenigen Bürgerinitiativen auf den jeweiligen Konferenzen ab, die, es ist kein Wunder, natürlich umgehend zu majorisieren oder aus dem Boden gestampft versucht werden von allen, an der Hochkonjunktur der Anti-AKW-Bewegung irgendwie interessierten Investoren verschiedenster ideologischer Provenienz.

Was die MLPD(2) in ihrer exzellenten Märchenausgabe deutscher Geschichte erzählt (vgl. Feb. 1977), halte ich für falsch, sondern finde vielmehr den KB maßgeblich, der in seiner Presse nun massiv berichtet (vgl. Feb. 1977) und die zumindest in Hamburg und vielen Orten des Umlands, aber auch in Schleswig-Holstein meist schwächeren KBWler vermutlich locker bei Seite zu organisieren vermochte, auch wenn dies einige KBW-Autoren in ihrem bescheidenen Größenwahn manchmal anders gesehen haben mögen (vgl. 4.2.1977). Der KPD kommt dabei ebenfalls nur die Rolle des über die Dominanz des KB Beschwerde Erhebenden zu (vgl. 2.2.1977). Die DKP der Region, wie aus Wedel dokumentiert, stellt sich langsam auf die neue Aufgabe ein.

Am 5. Februar findet die von der DKP angesagte Aktion vor Ort nicht statt, dafür aber immerhin eine in Schleswig, während sich Jens Scheer im Rheinland weitere Strafverfahren einhandelt (vgl. 5.2.1977).

Die DKP versucht sich nun offenbar im Verein mit Vertretern der SPD und deren Jusos etwas zu ungestüm in der Vereinnahmung der Bewegung und deren Umdirigierung nach Itzehoe, was offenbar zum entschlossenen und nun wirklich mehrheitsfähigen Protest zumindest in Schleswig-Holstein führt und zur Entscheidung, in Brokdorf zu demonstrieren (vgl. 6.2.1977), was auch örtliche Attacken der DKP auf die Bewegung, wie aus Kiel (vgl. 7.2.1977, 14.2.1977), oder Bürgerinitiativen wie aus Uetersen (vgl. 7.2.1977), aber auch Wedel (vgl. 9.2.1977, 14.2.1977) berichtet wird, nicht zu verhindern vermögen.

Auch in NRW greift die KPD das Vorhaben der Demonstration in Itzehoe frontal an (vgl. 7.2.1977), während sich die KPD/ML zwar zänkisch aber offenbar schwankend gibt (vgl. 8.2.1977, 11.2.1977, 12.2.1977, 13.2.1977, 14.2.1977, 15.2.1977), auch Details über den Itzehoer Aufruferkreis bekannt werden (vgl. 8.2.1977), und es die SAG eindeutig nach Brokdorf zieht (vgl. 9.2.1977).

Die Verlängerung des Baustopps vermag die Demonstrationsvorbereitungen kaum zu beeinträchtigen (vgl. 9.2.1977), bezüglich der Demonstrationsorte gibt man sich nun offenbar angesichts der zu erwartenden Polizeieinsätze flexibel, favorisiert aber deutlich den Bauplatz (vgl. 12.2.1977).

Sowohl die Polizei (vgl. 14.2.1977) als auch die Presse (vgl. 15.2.1977) bereiten die Brokdorf-Demonstration vor, die KPD in NRW (vgl. 16.2.1977) und der KB ebenfalls (vgl. 16.2.1977), während der KBW zwar einerseits auf die 'militärische' Konfrontation am Bauplatz setzt (vgl. 10.2.1977, 13.2.1977), andererseits aber plötzlich zahlreiche lokale bzw. regionale Aktionen organisiert (vgl. 18.2.1977), die Demonstration in Brokdorf aber gerichtlich noch kurzfristig verboten wird (vgl. 18.2.1977).

Die KPD/ML will sich nun offenbar, zumindest in Dortmund, lieber der Solidarität mit ihrer Sektion DDR widmen (vgl. 18.2.1977). Die KPD aber ruft uneingeschränkt zur Aktion auf (vgl. 19.2.1977), während der KBW zumindest in seiner Region Mitte eine Reihe kleinerer Protestaktionen organisiert, in Grohnde schon einmal der AKW Bauplatz besetzt wird, in Itzehoe eine eher kleine Kundgebung auch gar noch mit DDR-kritischen Reden stattfindet und vor Ort in der Wilster Marsch selbst sich eine weitere riesige, die dritte, Demonstration gegen das AKW Brokdorf formiert, auf der es nicht nur zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, sondern auch zwischen den verschiedenen beteiligten K-Gruppen, vor allem KB und KBW kommt, wobei auch die SAG den KB wegen seinem Rückweichlertum anzuprangern scheint. Der KB antwortet auf die wiederholt vorgebrachte Kritik des KBW mit einem Angriff auf dessen Hamburger Büro, später kommt es zu weiteren Attacken aus dem Dunstkreis des KB in Bochum und Hannover.

Zur selben Zeit werden Aktionen in Gorleben am 12.3.1977 und auch in Grohnde am 19.3.1977 vorbereitet, an denen sich auch die Initiativen gegen das AKW Brokdorf beteiligen. Die Auseinandersetzungen über den 19.2.1977 allerdings werden sowohl vor den Gerichten als auch innerhalb der Anti-AKW-Bewegung fortgeführt, was im folgenden Artikel näher geschildert werden wird.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Januar 1977:
Der Kommunistische Jugendverband Deutschlands (KJVD) der KPD gibt die Nr. 1 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. Dez. 1976, Feb. 1977) heraus. Von Jens Scheer erscheint der AKW-Artikel: "Gehen ohne KKW's die Lichter aus?", wozu es auch ein Bild von Brokdorf gibt.
Quelle: Kämpfende Jugend Nr. 1, Köln Jan. 1977, S. 20f

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Januar 1977:
Es erscheint die 'Rote Hilfe' Zeitung der RHD Nr. 1 für Januar (vgl. Dez. 1976, Feb. 1977). Zum Prozess gegen Ernst Aust erscheint auch ein Bild aus Brokdorf.
Q: Rote Hilfe Nr. 1, Dortmund Jan. 1977, S. 5

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Januar 1977:
Die BUU Hamburg gibt vermutlich im Januar ein Flugblatt "Kein Kernkraftwerk in Brokdorf und auch sonst nirgends" in einer Auflage von 20 000 Stück heraus, welches vom am 17.12.1976 verfügten Baustop für das AKW Brokdorf berichtet und zur Demonstration im Februar aufruft.
Q: N. N. (BUU): Kein Kernkraftwerk in Brokdorf und auch sonst nirgends, Hamburg o. J. (1977)

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Januar 1977:
Der KB veröffentlicht frühestens im Januar zu den Anti-AKW-Demonstrationen vom 30.10.1976 und 13.11.1976 eine Broschüre "Brokdorf ein Exempel".
Q: KB: Brokdorf ein Exempel, Hamburg o. J. (1977)

03.01.1977:
In Hamburg erreicht, laut KB, vermutlich in dieser Woche der wegen seiner Beteiligung an der Demonstration gegen das AKW Brokdorf beim TÜV entlassene Ingenieur Jens Pommerenke vor dem Arbeitsgericht seine Wiedereinstellung.
Q: Arbeiterkampf Nr.96,Hamburg 10.1.1977

03.01.1977:
Das Hamburger Soldaten- und Reservistenkomitee (HSRK) des KBW gibt zur heutigen Einberufung ein Extra seiner 'Volksmiliz' (vgl. 20.11.1976, Dez. 1976) heraus mit dem Artikel "Die Bundeswehr dient der Unterdrückung der Volksmassen" zum AKW Brokdorf und der "Resolution von Soldaten aus der Boehn- und Doumont-Kaserne (Donaumont, d. Vf.), Lettow-Vorbeck-Kaserne gegen den Bau des Kernkraftwerks".
Q: Volksmiliz Extra zur Einberufung Bundeswehr - Armee des Volkes?, Hamburg o. J. (1977), S. 4f

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06.01.1977:
Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt ihre Zeitschrift 'Rote Hilfe' Nr. 1 (vgl. 26.11.1976, Feb. 1977) heraus. Aufgerufen wird: "Unterstützt den Ermittlungsausschuß für Brokdorf". Unter der Überschrift "Signale einer faschistischen Gefahr in der BRD" erscheint ein Bild aus Brokdorf.
Q: Rote Hilfe Nr. 1, Köln 6.1.1977,S. 3f

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06.01.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 1 (vgl. 23.12.1976, 13.1.1977) heraus mit dem Leitartikel "Demonstration gegen das KKW Brokdorf am 22.1. in Hamburg. Nieder mit Imperialismus und Reaktion! Kein KKW in Brokdorf!".

Eingeladen wird zu den Stadtteilgruppen der BUU in Altona-Ottensen, Altona-St. Pauli - Fischmarkt, Altona, Barmbek, Bergedorf, Eidelstedt, Eimsbüttel, Eppendorf, Farmsen, Innenstadt / Neustadt, Harburg, Langenhorn-Norderstedt, Mundsburg, St. Georg, Schnelsen-Nord (mit Bönningstedt, Hasloh, Egenbüttel, Ellerbek), Steilshoop, Osdorf / Blankenese, Othmarschen, Winterhude und Geesthacht.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 1, Hamburg 6.1.1977, S. 1 und 3

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10.01.1977:
In Hamburg erscheint vermutlich an Wirtschaftsgymnasien (WG) das Flugblatt "Schüler Alfred E. Neumann erhält Einsicht in den Atomkatastrophenplan…!!", in dem von einer Veranstaltung berichtet wird, auf der 25 Kollegen und WG-Schüler über den Polizeieinsatz in Brokdorf diskutierten. Eingeladen wird zu einem Anti-AKW-Treffen am 13.1.1977 im Alexandra in der Schanzenstraße.
Q: N. N.: Schüler Alfred E. Neumann erhält Einsicht in den Atomkatastrophenplan…!!, Hamburg 10.1.1977

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10.01.1977:
In Duisburg gibt vermutlich die Ortsleitung (OL) der KPD vermutlich Anfang dieser Woche das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von M. Brentzel, Dortmund, Münsterstr.95 heraus, in dem zur eigenen Anti-AKW Veranstaltung (vgl. 14.1.1977) eingeladen wird:"
KEIN ATOMKRAFTWERK IN BROKDORF UND AUCH NICHT ANDERSWO

Der Widerstand gegen die Atomkraftwerke ist gerecht, denn sie bedeuten:
- Heimtückische Spätschäden wie KREBS und höhere SÄUGLINGSSTERBLICHKEIT!
- Radioaktivität und chemische Umweltgifte steigern sich gegenseitig!
- Flugzeugabstürze, Kriegshandlungen können die AKWs wie SUPERATOMMINEN wirken lassen.
- Die Uranvorräte sind gering, es gibt 25mal mehr Kohle, dreimal mehr Öl!
- Die Uranvorräte und ihre Aufbereitung sind im Besitz der Supermächte UdSSR (SU,d.Vf.) und USA daraus folgt größere ABHÄNGIGKEIT der BRD!
- Die Alternative der KPD: Für eine Energiepolitik UNABHÄNGIG von den Supermächten und in ZUSAMMENARBEIT mit der DRITTEN WELT!

Das Beispiel Brokdorf zeigt, der Widerstand der Volksmassen gegen den Bau des AKW geht weiter - trotz des brutalen Einsatzes von Polizei und Bundesgrenzschutz (BGS,d.Vf.), trotz der Durchsetzung des 'inneren Notstands' für ein ganzes Gebiet.

Mit Drohungen und Einschüchterungen versuchten CDU-Landes- und SPD-Bundesregierung vergeblich die Verantwortlichen der Bürgerinitiativen zur Distanzierung von den Kommunisten zu bewegen. Sie erreichten das Gegenteil. Kürzlich wurde der Atomphysiker Prof. Jens Scheer, Mitglied der KPD, wegen seines entschiedenen Kampfes in den Koordinationsausschuß der Bremer Bürgerinitiativen (BBA - vgl. 25.11.1976,d.Vf.) gewählt.

Der Kampf gegen die AKWs läßt sich nicht unterdrücken, denn er ist gerecht. Die KPD unterstützt den Kampf gegen das volksfeindliche Atomprogramm der Schmidtregierung entschieden.

- Warum behauptet die Schmidtregierung, daß 1980 die Lichter ausgehen werden?

Bei dem Atomprogramm geht es um riesige Gewinne, vor allem für Siemens. Für die nächsten Jahre liegt ein Auftragsvolumen von 30 Milliarden DM vor. Siemens als einer der größten Hersteller von AKWs kann sich nur dann bei Auslandsaufträgen gegen die ausländischen Monopole durchsetzen, wenn hier in der BRD Beispiele für funktionierende Kraftwerke vorliegen. Das ist der wahre Hintergrund des Geredes vom 'Gesamtinteresse, dem deutschen Volk die Energieversorgung zu sichern'! In Wirklichkeit sind die natürlichen Energievorräte der Erde unerschöpflich. Im Ruhrgebiet wachsen die Kohlenhalden, Bergarbeiter (IGBE-Bereich,d.Vf.) werden arbeitslos. Die Dritte Welt besitzt unermeßlich Ölquellen, während die Uranvorräte und die Aufbereitungsanlagen vor allem im Besitz der Supermächte UdSSR und USA sind. Das Atomprogramm der SPD-Regierung richtet sich gegen gleichberechtigte Beziehungen mit der Dritten Welt und bedeutet eine verstärkte Abhängigkeit von der UdSSR und den USA. Dagegen tritt die KPD für eine Energiepolitik UNABHÄNGIG von den Supermächten und in ZUSAMMENARBEIT mit der Dritten Welt ein.

- Warum sind die AKWs von tödlicher Gefahr für Mensch und Umwelt?

UNABHÄNGIGE Wissenschaftler im In- und Ausland haben die Gefährlichkeit von AKWs, Atommüllanlagen usw. festgestellt. Schon der Normalbetrieb führt zu Schädigungen. Die natürliche Radioaktivität wird verstärkt, in Verbindung mit chemischen Umweltgiften kann dies zu unvorhersehbaren Wirkungen führen. Mit Sicherheit ist ein Steigen des Krebses und der Säuglingssterblichkeit zu erwarten. Weiterhin wird durch das benötigte Kühlwasser das biologische Gleichgewicht der Flüße noch weiter zerstört. Jeder Flugzeugabsturz, jede Kriegshandlung, jede Naturkatastrophe läßt ein solches AKW wie eine Atommine wirken.

- Warum werden durch den Bau von AKWs keine Arbeitsplätze gesichert?

Die hochautomatisierten AKWs schaffen keine neuen Arbeitsplätze. Im Gegenteil, tausende von Bauern und Landarbeitern verlieren ihre Existenz. Der gesteigerte Energieaufwand dient der verstärkten Anwendung von Maschinerie, für Rationalisierungsinvestitionen und führt zu weiteren Entlassungen und höherer Arbeitslosigkeit

Kolleginnen und Kollegen, kommt zur Veranstaltung der KPD, diskutiert mit uns, wie das reaktionäre Atomprogramm der Schmidtregierung zu Fall gebracht werden kann.

Der Kampf dagegen ist nicht nur eine Sache der Bauern in Brokdorf oder der Winzer in Wyhl. Die AKWs werden über die ganze BRD verstreut sein - und von besonderer Gefährdung ist der geplante Bau eines AKWs in der Nähe von Duisburg.

Entscheidend für den Kampf ist, wer unsere wahren Freunde und Feinde sind. Verbal behauptet die D'K'P (DKP,d.Vf.) gegen AKWs zu sein, in der Praxis sabotierte sie den Kampf. In Hamburg stimmten ihre Betriebsräte (in der IGM - vgl. 8.11.1976,d.Vf.) für AKWs. In der DDR und UdSSR sind die AKWs noch gefährlicher, da sie ohne Notkühlung sind. Jeder Widerstand wird dort faschistisch niedergeschlagen."
Q: KPD:Kein Atomkraftwerk in Brokdorf und auch nicht anderswo, o.O. (Duisburg) o.J. (Jan. 1977)

12.01.1977:
Laut KB "beschlossen die Sozialistische Basisgruppe Clausthal (SBC), Jusos, SHB, KSB und Teile des LHV gegen die Stimmen des RCDS und SLH im Studentenrat der TU Clausthal, daß der AStA die Busfahrt zur Demo am 19.2. in Brokdorf organisiert und zum großen Teil auch finanziert".
Q: Arbeiterkampf Nr. 97, Hamburg 24.1.1977, S. 40

13.01.1977:
Laut KB findet in Hamburg eine Plenums-Sitzung der Hamburger Anti-AKW Bürgerinitiativen statt (vgl. 20.1.1977). Dort wird u.a. das Projekt der Demo am 22.1. in Hamburg von der KPD als "ein Trick des KB-Nord" dargestellt, "der damit bloß von der Brokdorfer Februar-Aktion ablenken wolle". Das Verhalten der KPD wird vom KB heftigst kritisiert:"
Insbesondere wetterten die KPD-Sprecher gegen die Vorstellungen vieler Delegierten aus den Stadtteilgruppen, die mit der Demo die Hamburger Bewegung festigen und verbreitern wollten. Die KPD wendet sich seit langem gegen jeden Versuch einer Verbreiterung der Bewegung, gegen jeden Versuch, neue Kräfte in sie hineinzuziehen. Sie befürchtete davon … eine noch stärkere Isolierung ihrer Vorstellungen und Positionen."
Q: Arbeiterkampf Nr. 97, Hamburg 24.1.1977, S. 6

13.01.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 2 (vgl. 6.1.1977, 13.1.1977) heraus mit dem Artikel "KB Nord: 'zwei, drei, viele Brokdorf' - Fernhaltung vom Klassenkampf führt zur Spaltung".
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 2, Hamburg 13.1.1977, S. 1

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14.01.1977:
In Duisburg rief die KPD (vgl. 10.1.1977) für heute zum Besuch ihrer Anti-AKW Filmveranstaltung um 19 Uhr im 'Goldenen Stern' in Neudorf, Sternbuschweg Ecke Karl-Lehr-Straße auf, wo der Film "Lieber heute aktiv als morgen radioaktiv" von Nina Gladitz über den Kampf gegen das AKW Wyhl gezeigt werden soll.

Laut 'Rote Fahne' (RF - vgl. 19.1.1977) wurde die Veranstaltung von der KPD-Ortsleitung (OL) organisiert.
Q: Rote Fahne Nr.3,Köln 19.1.1977; KPD:Kein Atomkraftwerk in Brokdorf und auch nicht anderswo,o.O. (Duisburg) o.J. (Jan. 1977),S.1

14.01.1977:
Die Redaktion Nachrichtendienst der Regionalgruppe Hamburg-Altona der Bürgerinitiativen Umweltschutz Unterelbe (BUU) gibt erstmals ihren 'Nachrichtendienst gegen Atomenergie und Umweltverschmutzung' heraus. Ob weitere Ausgaben erschienen ist unbekannt. Enthalten sind Beiträge zum AKW Brokdorf:
- "'Baustop' per Verwaltungsgerichtsentscheid";
- "Schlepperdemonstration vom 18.12" und
- "sonstiger Widerstand".
Geworben wird für die "Augenzeugenberichte aus Brokdorf" der BUU. Berichtet wird von der Gründung der BUU Borsfleth, von den Elmshorner Katastrophenplänen und von der Entlassung von Jens Pommerenke beim TÜV Hamburg. Dokumentiert wird die Presseerklärung der BUU Altona vom 13.1.1977 zum Angriff auf ihr Büro.
Q: Nachrichtendienst gegen Atomenergie und Umweltverschmutzung Nr. 1, Hamburg 14.1.1977, S. 1ff

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15.01.1977:
Laut KB beginnt in Wilster die zweitägige bundesweite 1.Wilster Konferenz zur Vorbereitung der Demonstration gegen das AKW Brokdorf (vgl. 12.2.1977). Laut KB ist sie eine "zwangslose, nicht repräsentative Beratung von BI-Vertretern und sonstigen AKW- Gegnern".
Auf dieser Konferenz hätten sich auch "die Vertreter der Westküsten-Konferenz für strikte Gewaltfreiheit und Verzicht auf einen erneuten Besetzungsversuch im Februar ausgesprochen …
Eine Resolution der Gewaltfreien, die am Ende des zweiten Beratungs-Tages vorgelegt wurde und bei einem erneuten Besetzungsversuch 'Gewalt gegen Personen' … ausdrücklich ablehnte, erzielte immerhin 88 Für-Stimmen bei nur 90 Gegenstimmen. Diese 90 Gegenstimmen kamen im wesentlichen aus Flensburg, Bremen, sowie Hamburg und Umgebung (Geesthacht, Elmshorn, Itzehoe etc.), darunter waren allein etwa 30 - 40 Mitglieder und enge Sympathisanten der KPD aus Bremen und Hamburg, die sich im wesentlichen bloß selbst repräsentierten … Für hellen Wahnsinn halten wir in diesem Zusammenhang das Vorgehen insbesondere der KPD, die die Befürworter der 'gewaltlosen Aktion' pauschal als 'Feinde der Bewegung', als 'Befürworter des BRD-Atomprogramms' oder gar als 'Sozialfaschisten' und 'Agenten des Sozialimperialismus' hinstellt und öffentlich diffamiert. Ein solches Vorgehen der KPD kann nur als Versuch gewertet werden, die bestehenden Differenzen innerhalb der Anti-AKW-Bewegung bis zur - auch organisatorischen - Spaltung zu vertiefen."

In einem Artikel "Schafft zwei, drei, viele Brokdorf!" hieß es vom KB zuvor zur Tendenz, den Kampf gegen das AKW wegen des Baustop-Urteils aufzugeben u.a.:"
Demgegenüber müssen wir daran festhalten, trotz Baustop-Urteil den Kampf weiterzuführen - für die Entfernung aller Baugeräte etc. vom Platz, für die Beseitigung aller Absperrungen am Bauplatz, für die sofortige Einstellung aller polizeilichen und hilfspolizeilichen 'Sicherungsmaßnahmen' in Brokdorf und Umgebung, für den endgültigen Abbruch der Bauarbeiten."
Der KB "unterstützt diese Aktivitäten nach Kräften - und wird insbesondere mit seinen Gruppen im norddeutschen Raum zur Brokdorfkundgebung breit mobilisieren."

Zu den ML'ern führt der KB aus:"
Von den MLern und einigen Spontis wird die Besetzung des Bauplatzes in Brokdorf und dessen systematische Zerstörung (Zerstörung der Maschinen, Abriß der Befestigung etc.) als ohne weiteres realisierbares Ziel angegeben … Am 19.Februar wollen zweifellos noch stärker als beim letzten Mal, mehrere tausend MLer und Spontis aus dem gesamten Bundesgebiet am Brokdorfer Bauplatz in Aktion treten, um den Platz zu besetzen, und zwar unabhängig von der endgültigen Entscheidung der Bürgerinitiativen … Sollten die Bürgerinitiativen beschließen, am 19.Februar nur eine Kundgebung durchzuführen und auf den Versuch einer Bauplatzbesetzung zu verzichten, so würden wir uns diesem Beschluß unterordnen."
Festgestellt wird auch:"
Bisher ist Brokdorf für die Polizei-Führung im wesentlichen nichts anderes als ein großes Übungs-Objekt".

Laut SAG nehmen 400 Mitglieder von 150 BIs teil.

Die KPD (vgl. 19.1.1977) berichtet in der 'Roten Fahne' von einem Treffen von über 300 Mitgliedern von über 100 (Titelseite) bis 150 (Innenteil) BIs. Ca. ein Drittel sei von DKP, KB und SPD gestellt worden.

Der KB habe behauptet, der KPD-Vertreter Jens Scheer sei für die Atomwaffen der NATO.

Eingegangen wird auch auf die Aktionstage (vgl. 26.1.1977).
Laut KBW (vgl. März 1977) beginnt ein zweitägiger internationaler Kongreß zur Vorbereitung des 19.2. Auf dem Kongreß wird mit 90:88 Stimmen der Beschluß vom 27.12. bestätigt.
Q: Kommunismus und Klassenkampf Nr.3,Mannheim März 1977 (Beilage); Rote Fahne Nr.3,Köln 19.1.1977;Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.16,Frankfurt 26.1.1977;Arbeiterkampf Nr.96 und 97,Hamburg 10.1.1977 bzw. 24.1.1977,S.3 bzw. S.6f

15.01.1977:
Die Regionalgruppe Hamburg-Altona der Bürgerinitiativen Umweltschutz Unterelbe (BUU) gibt ein Flugblatt "Erneut: Schwerer Unfall im Atomkraftwerk Grundremmingen!" heraus, welches aus Gundremmingen berichtet sowie zu Demonstrationen in Hamburg (vgl. 22.1.1977) und Brokdorf (vgl. 19.2.1977) aufruft.
Q: BUU Altona: Erneut: Schwerer Unfall im Atomkraftwerk Grundremmingen!, Hamburg 15.1.1977

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15.01.1977:
Die Hamburger Initiative Harburg gegen Atomanlagen der Bürgerinitiativen Umweltschutz Unterelbe (BUU) gibt ein Flugblatt "Kein KKW in Brokdorf - Einstellung der Bauarbeiten!" heraus, welches mit einer Auflage von 1 000 Stück zu Demonstrationen in Hamburg (vgl. 22.1.1977) und Brokdorf (vgl. 19.2.1977) aufruft.
Q: Initiative Harburg gegen Atomanlagen: Kein KKW in Brokdorf - Einstellung der Bauarbeiten!, Hamburg 15.1.1977

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17.01.1977:
In Hamburg erscheint vermutlich durch die Bürgerinitiativen Umweltschutz Unterelbe (BUU) vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt "Brokdorf: Der Kampf geht weiter!", welches zu Demonstrationen in Hamburg (vgl. 22.1.1977) und Brokdorf (vgl. 19.2.1977) aufruft, aber auch auf den Beginn des Prozesses in Wyhl am 26.1.1977 hinweist.
Q: N. N. (BUU): Brokdorf: Der Kampf geht weiter!, Hamburg o. J. (1977)

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17.01.1977:
Die Regionalgruppe Hamburg-Altona der Bürgerinitiativen Umweltschutz Unterelbe (BUU) gibt vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt "Atomkraftwerke bedrohen unser Leben!" heraus, welches zu Demonstrationen in Hamburg (vgl. 22.1.1977) und Brokdorf (vgl. 19.2.1977) aufruft.
Q: BUU Altona: Atomkraftwerke bedrohen unser Leben!, Hamburg o. J. (1977)

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17.01.1977:
Die Sozialistische Studentengruppe (SSG) Hamburg gibt eine Ausgabe ihrer 'Roten Presse' (vgl. 24.11.1976, 12.4.1977) heraus mit dem Artikel "KB Nord: 'zwei, drei, viele Brokdorf' - Fernhaltung vom Klassenkampf führt zur Spaltung". Aufgerufen wird zur Brokdorf-Demonstration in Hamburg am 22.1.1977.
Q: Rote Presse, Hamburg 17.1.1977, S. 1 und 3

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17.01.1977:
Die KPD (vgl. 26.1.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß es fast 150 Ermittlungsverfahren wegen der Demonstrationen gegen das AKW Brokdorf am 30.10.1976 und 13.11.1976 gebe.
Q: Rote Fahne Nr.4,Köln 26.1.1977

18.01.1977:
Die Hamburger Initiative Harburg gegen Atomanlagen der Bürgerinitiativen Umweltschutz Unterelbe (BUU) gibt ein Flugblatt "Kein KKW in Brokdorf - Einstellung der Bauarbeiten!" heraus, welches mit einer Auflage von 4 000 Stück zu Demonstrationen in Hamburg (vgl. 22.1.1977) und Brokdorf (vgl. 19.2.1977) aufruft.
Q: Initiative Harburg gegen Atomanlagen: Kein KKW in Brokdorf - Einstellung der Bauarbeiten!, Hamburg 18.1.1977

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19.01.1977:
Die BUU Stadtteilgruppe Hamburg-Eimsbüttel gibt ihre 'Atom-Information' Nr. 6 (vgl. 18.12.1976) in einer Auflage von 8 000 Stück heraus mit dem Aufruf zur Hamburger Brokdorfdemonstration am 22.1.1977.
Q: BUU Eimsbüttel: Atom-Information Nr. 6, Hamburg 19.1.1977

Hamburg_AKW188

Hamburg_AKW189


19.01.1977:
In einem vermutlich in Hamburg erschienenem Flugblatt dessen Überschrift teilweise unleserlich ist, bis auf "[…] Brokdorf so alles erleben kann" wird von heute berichtet über die Fortführung der Bauarbeiten am AKW.
Q: N. N.: Brokdorf so alles erleben kann, o. O. o. J. (1977)

Brokdorf236


20.01.1977:
Der KBW gibt die Nr. 3 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 13.1.1977, 27.1.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Artikel "'Wir wehren uns solange, wie wir können.' Warum die Bauern den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf bekämpfen". Berichtet wird auch aus Hamburg vom Einsatz von Beschäftigten der HEW in Brokdorf, die jetzt vom Betriebsrat abgelehnt wird.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 3, Mannheim 20.1.1977, S. 9

KVZ_Nord_1977_03_17

KVZ_Nord_1977_03_18


20.01.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 3 (vgl. 13.1.1977, 20.1.1977) heraus mit dem "Aufruf des KBW Hamburg-Unterelbe: Den nächsten Angriff auf die KKW-Baustelle in Brokdorf vorbereiten!" zur Demonstration in Hamburg am 22.1.1977.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 3, Hamburg 20.1.1977, S. 1

Unterelbe_KVZ015


20.01.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Extra-Bezirksbeilage (vgl. 20.1.1977, 20.1.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) heraus mit einer Auflage von 14 000 Stück und dem Leitartikel "Den nächsten Angriff auf die KKW-Baustelle in Brokdorf am 19.2. vorbereiten!". Aufgerufen wird darin zur Demonstration in Hamburg am 22.1.1977. Festgestellt wird: "der Gerichtsbeschluß ist Betrug und soll spalten". Berichtet wird über die Internationale Konferenz in Wilster am 15./16. Januar, dokumentiert wird aus dem HBV-Bereich der "Brief der Beschäftigten der Buchhandlung Frentsche, Rathausmarkt / Schlüterstraße an die BUU-Hamburg". Weitere Artikel sind:
- "KB Nord: 'zwei, drei, viele Brokdorf' - Fernhaltung vom Klassenkampf führt zur Spaltung";
- "Gerichtsmanöver können die Bauern der Wilster Marsch nicht vom Kampf abhalten"; sowie
- "Energieprogramm - imperialistisches Programm gegen die Arbeiterklasse".
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Extra Den nächsten Angriff auf die KKW-Baustelle in Brokdorf am 19.2. vorbereiten!, Hamburg 20.1.1977

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21.01.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 3 (vgl. 14.1.1977, 28.1.1977) heraus. Unter der Überschrift "Entstanden aus dem Kampf in Brokdorf" werden vorgestellt das "Spottlied gegen Stoltenberg" und die "Brokdorf-Ballade"

Berichtet wird vom Kampf gegen das AKW Brokdorf über "Faschistenterror gegen Bürgerinitiative" am 9.1.1977 gegen die BUU Hamburg-Altona.
Q: Roter Morgen Nr. 3, Dortmund 21.1.1977, S. 8 und 12

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22.01.1977:
Laut KB "demonstrieren in Hamburg 8 000 bis 10 000 Menschen für die Ziele der Anti-AKW-Bewegung. Aufgerufen dazu hatten alle Hamburger Bürgerinitiativen sowie verschiedene politische Organisationen (KB, KBW, KPD, Anarchos). Die kämpferische Demonstration endete mit einer friedlichen Kundgebung … Nach dem Willen der Hamburger Bürgerinitiativen sollte diese Demonstration sowohl einer Stabilisierung und Verbreiterung der Bewegung in Hamburg dienen, als auch konkret die Brokdorf Februar-Aktion mit vorbereiten helfen. Insgesamt konnte die Hamburger Demo nur in scharfer Auseinandersetzung mit und im Kampf gegen die KPD-Vertreter auf dem Delegierten-Plenum der Hamburger Bürgerinitiativen überhaupt durchgesetzt werden."

Laut KBW (vgl. 7.2.1977) sind es 8 000 Demonstranten.

Laut KPD (vgl. 26.1.1977) kommt es zu einem Polizeiüberfall auf die Demonstration von nahezu 8 000 Menschen. Sie erwähnt auch eine heutige Veranstaltung der Gewerkschafterinitiative gegen Atomkraftwerke mit ca. 700 Menschen. Zu dieser wurde mit einem Flugblatt "Aufruf zur Veranstaltung" mobilisiert.

Laut KPD/ML demonstrieren 7 000 gegen das AKW Brokdorf.

Von der Harburger Initiative gegen Kernkraftwerke (BUU) wurde auch ein DIN A3-Plakat für die heutige Demonstration und die vom 19.2.1977 in Brokdorf herausgegeben.
Q: Arbeiterkampf Nr. 96 und 97, Hamburg 10.1.1977 bzw. 24.1.1977, S. 3 bzw. S. 6; Rote Fahne Nr. 4, Köln 26.1.1977;Roter Morgen Nr. 4, Dortmund 28.1.1977, S. 6;Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Extra Öffentlicher Dienst Den Zusammenschluß gegen die Regierung auf 170/180 DM voranbringen. Aktionen für den 1. Verhandlungstag vorbereiten, Hamburg 7.2.1977, S. 1;KB: Brokdorf ein Exempel, Hamburg o. J. (1977), S. 36f;Hamburger Gewerkschaftsinitiative gegen Atomkraftwerke: Aufruf zur Veranstaltung, Hamburg o. J. (1977);Harburger Initiative gegen Kernkraftwerke: Kein AKW in Brokdorf und auch nicht anderswo, Hamburg o. J. (1977)

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24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß der KB jetzt doch für eine Demonstration direkt in Brokdorf eintrete, nachdem er zuvor in Bremen und Kiel dagegen eingetreten sei.

Bereits am 30.10.1976 habe der KB nur 'Arbeiterkampf'-Verkäufer geschickt und sei gegen eine Besetzung gewesen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.97 (vgl. 10.1.1977, 7.2.1977) heraus. Im Artikel "Den 19. Februar vorbereiten! Die Bewegung stabilisieren und verbreitern, am Prinzip der Aktionseinheit festhalten!", heißt es u.a.:"
Am 19. Februar wollen die westdeutschen AKW-Gegner erneut eine Massenaktion am Bauplatz in Brokdorf organisieren. Für dieses Ziel setzen sich eine Vielzahl linker Organisationen und Gruppen und die Bürgerinitiativen aus den städtischen Zentren (Hamburg, Bremen, Kiel u.a.) ein. Demgegenüber steht eine eher zurückweichlerische Haltung von Bürgerinitiativen aus einigen ländlichen Gebieten an der Unterelbe und aus Schleswig-Holstein (insbesondere die Westküste). … Innerhalb der norddeutschen Bewegung, die die Hauptlast der Brokdorfer Februar-Aktion zu tragen hat, sind verschiedene spalterische Tendenzen aufgetreten, die das Projekt einer neuen Massenaktion in Brokdorf zum vorgeschlagenen Zeitpunkt gefährden. …Es sind dies zum anderen 'linke', sektiererische Strömungen innerhalb der Bewegung - vor allem die sogenannte KPD - die mit allen Mitteln der Manipulation, Spaltung, moralischen Erpressung, des offenen und versteckten Betrugs der Bewegung unbedingt den Stempel ihrer wahnwitzigen Vorstellungen aufdrücken will. Die Zersetzungstätigkeit dieser Kräfte ist für die Realisierung des Projekts einer neuen Massendemonstration in Brokdorf nicht minder gefährlich, als die offenen Versuche einer Zerschlagung der Bewegung durch die Bourgeoisie."

Vom Verhalten der KPD in der Hamburger Anti-AKW Bewegung (vgl. 13.1.1977) wird kundgetan:"
Um von den eigenen Methoden einer ständigen Bevormundung und Manipulation der Bewegung abzulenken, hat die KPD zur massiven Diffamierung ihrer politischen Gegner, vorzugsweise den KB gegriffen, wobei sie drolligerweise diesen eben das unterstellt, was sie selbst … praktiziert. Angeblich habe der KB diverse Bürgerinitiativen unterwandert, bzw. eigene (KB-) Gruppen als Bürgerinitiativen ausgegeben, um seinen Einfluß im Plenum zu vergrößern. … Neben der Diffamierung des KB, dient das Unterwanderungsgeschrei der KPD auch der Flucht vor einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit anderen Vorstellungen und als Mittel zur Verhinderung der Bewegung. … Allgemein versucht die KPD das Gerücht zu verbreiten, der KB sei gegen militante Aktionen, speziell gegen einen erneuten Bauplatz-Besetzungs-Versuch und versuche insgesamt, die Bewegung gegen die AKW's abzuwiegeln."
Q: Arbeiterkampf Nr.97,Hamburg 24.1.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Heidelberg für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
In Seligenstadt führt die Rote Garde (RG) der KPD/ML einen Treff für die Demonstration gegen das AKW Brokdorf (vgl. 19.2.1977) durch.
Q: Roter Morgen Nr.8,Dortmund 25.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Bremen für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Hannover für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche über ein gefälschtes Flugblatt des KPD/ML-LV Wasserkante zum AKW Brokdorf.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Hamburg für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hamburg des KBW gibt vermutlich in dieser Woche seine 'Volksmiliz' (vgl. 9.1.1977, 13.2.1977) Nr. 2 heraus mit dem Leitartikel "19. Februar in Brokdorf - Der Angriff auf den Bauplatz muß jetzt vorbereitet werden." Bekanntgegeben werden die Termine der BUU-Stadtteilgruppen Bergedorf, Harburg und Wandsbek-Farmsen. Ein Artikel berichtet über eine "Offiziersübung gegen KKW-Gegner". Dokumentiert wird vom 22.1.1977 die "Ansprache eines Soldaten auf der Demonstration gegen das Kernkraftwerk".
Q: Volksmiliz Nr. 2, Hamburg 1977, S. 1 und 5f

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24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Flensburg für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Kiel für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die
AKW-Gegner in Lübeck für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Elmshorn für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Pinneberg für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Uetersen für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche daß in der Presse sie selbst und ihr Mitglied Jens Scheer als Drahtzieher der Aktionen gegen das AKW Brokdorf benannt würden.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Bochum für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Dortmund für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Essen für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

24.01.1977:
Die KPD (vgl. 2.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß sich die AKW-Gegner in Köln für Aktionen direkt am AKW Brokdorf aussprechen.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

25.01.1977:
In Frankfurt gibt die Sozialistische Betriebsgruppe Degussa - Werk II ihren 'Mitmischer' Nr. 14 (vgl. 26.10.1976, 23.2.1977) heraus mit dem Artikel "Lieber aktiv als radioaktiv" zu den Demonstrationen gegen das AKW Brokdorf am 13.11.1976 und 19.2.1977.
Q: Mitmischer Nr. 14, Frankfurt 25.1.1977, S. 7

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27.01.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage (vgl. 24.1.1977, 31.1.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 4 heraus mit dem Artikel "Gegen Spaltung und parlamentarische Manöver am 19.2. den Willen des Volkes gegen das KKW Brokdorf durchsetzen".

Berichtet wird:"
Reynolds: Brokdorf-Initiative gegründet

Bei Reynolds haben die Vertrauensleute der IGM letzte Woche eine Veranstaltung gegen den Bau des KKW in Brokdorf durchgeführt. Ca. 50 Kollegen nahmen daran teil. Es wurde festgelegt, daß eine Besetzung des Bauplatzes gerechtfertigt ist. Eine Initiativgruppe wurde gegründet, die in der BUU mitarbeitet. Der größere Teil der Anwesenden war der Ansicht, daß unabhängig davon, ob das Gericht den Baustop aufhebt oder nicht am 19.2. in Brokdorf mit dem Ziel angetreten werden muß, den Bau zu verhindern, da man sich nicht auf Gerichte stützen kann, sondern nur auf die eigene Kraft. Die Kollegen berieten, wie man sich am zweckmäßigsten ausrüsten muß, um dieses Ziel zu erreichen."
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 4, Hamburg 27.1.1977, S. 1f

Unterelbe_KVZ019

Unterelbe_KVZ020


28.01.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 4 (vgl. 21.1.1977, 4.2.1977) heraus. Berichtet wird vom Kampf gegen das AKW Brokdorf aus Hamburg von der Demonstration (vgl. 22.1.1977), aber auch aus Itzehoe von der Norddeutschen Rundschau: "Staatsanwalt droht Journalisten mit Beugehaft" über die verlangte Herausgabe von Filmnegativen.
Q: Roter Morgen Nr. 4, Dortmund 28.1.1977, S. 7

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30.01.1977:
Auf der Anti-AKW Landeskonferenz Schleswig-Holstein (vgl. 27.12.1976, 6.2.1977) in Rendsburg sprechen sich, laut KPD (vgl. 2.2.1977), 20 BI's für and 19 gegen Aktionen direkt am Bauplatz des AKW Brokdorf aus.

Laut KBW (vgl. März 1977) geht es auf der Landeskonferenz um die endgültige Bestätigung des Beschlusses vom 27.12. Die Abstimmung über den Beschluß verläuft mit 20:19 Stimmen für den Beschluß. Eine erneute Konferenz wird für den 6.2. einberufen.
Q: Kommunismus und Klassenkampf Nr.3,Mannheim März 1977 (Beilage); Rote Fahne Nr.5 und 6,Köln 2.2.1977 bzw. 9.2.1977

31.01.1977:
Die in der ESG ansässigen Hamburger Initiativgruppen der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) geben vermutlich in dieser Woche ihren "Aufruf zur Großkundgebung am 19.2. in Brokdorf!" heraus, der von dem Beschluss dafür auf der BUU-Landeskonferenz am 30.1.1977 berichtet.
Q: BUU-Hamburger Initiativgruppen: Aufruf zur Großkundgebung am 19.2. in Brokdorf!, Hamburg o. J. (1977)

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31.01.1977:
Das Soldaten und Reservistenkomitee (SRK) Speyer gibt vermutlich erstmals seine 'Speyrer Soldatenzeitung' als Nr. 1 (vgl. 3.8.1977) heraus. Dokumentiert wird eine von mehreren Soldaten der Kurpfalzkaserne unterstützte "Resolution zur Unterstützung des Kampfes gegen die Kernkraftwerke - Gegen den Einsatz der Bundeswehr in diesen Kämpfen", die gerichtet ist an den Sanitätssoldaten Schulze 7. / SanBtl. 2 in Marburg und die Bürgerinitiativen gegen Kernkraftwerke in Wyhl /Brokdorf und Frankenthal und auch eingeht auf die Unfälle in Biblis und Gundremmingen.
Q: Speyrer Soldatenzeitung Nr. 1, Speyer 31.1.1977, S. 4

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Februar 1977:
Es erscheint die 'Rote Hilfe' Zeitung der RHD Nr. 2 für Februar (vgl. Jan. 1977, März. 1977). Ein Artikel erklärt: "Die RHD wird weiter die Kämpfer von Brokdorf unterstützen".
Q: Rote Hilfe Nr. 2, Dortmund Feb. 1977, S. 6

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Februar 1977:
Es erscheint 'Der Hessische Landbote' Nr. 3 für Februar (vgl. Nov. 1976) als Regionalzeitung des Kommunistischen Bundes für Südhessen mit dem Artikel "'Die Linke vor Brokdorf' - oder wie man den Marxismus 'verbessert'" zu einem Artikel zum AKW Brokdorf im 'diskus' Nr. 6 vom 20.12.1976.
Q: Der Hessische Landbote Nr. 3, Frankfurt Feb. 1977, S. 11f

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Februar 1977:
Der KB gibt die uns bisher leider nur unvollständig vorliegende Nr. 10 seiner Zeitung für Schleswig-Holstein, 'Blinkfüer' (vgl. Okt. 1976) für Februar heraus mit den Leitartikeln "Brokdorf: Landesregierung setzt auf Provokation" und "Am 19. Februar alle nach Brokdorf". "Nachrichten vom Widerstand" gegen AKW kommen aus Ahrensbök, Bad Segeberg, Eckernförde, Elmshorn, Eutin, Flensburg, Kiel, Lübeck-Marli, Niebüll, Pinneberg und Süderlügum. Enthalten sind auch die Artikel und Meldungen:
- "Rotes Kreuz will KKW-Gegner kriminalisieren" zum DRK;
- "Brokdorf: Trotz 'Baustop' - der Bau geht weiter";
- "VS-Bullen; Jagd auf KKW-Gegner" mit einem Bericht von der Bauplatzbesichtigung im Anschluss an eine Konferenz der BIs in Wilster am 15./16. Januar;
- "Ermittlungsverfahren wegen Teilnahme an Brokdorf-Demo";
- "Beiträge zur 'Versachlichung' der Diskussion";
- "Nützen 'gewaltfreie Aktionen'?";
- "Zum KBW: 'Entscheidungsschlacht um Brokdorf'?"; sowie
- "Nicht auf das Gericht vertrauen!".
Q: Blinkfüer Nr. 10, Kiel Feb. 1977, S. 1ff

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Februar 1977:
Der Ermittlungsausschuss der BUU gibt die Broschüre "Augenzeugenberichte aus Brokdorf" heraus, die von den Polizeieinsätzen am 30.10.1976 und 13.11.1976 am Bauplatz des AKW Brokdorf berichtet. Uns lag die 3. Auflage vor, mit der insgesamt 15 000 Exemplare gedruckt wurden. Enthalten sind die Beiträge:
- "Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf",
- Presseerklärung der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe nach der Bauplatzräumung am 30.10.1976 und vom 3.12.1976, in der zur Demonstration am 19.2.1977 aufgerufen wird;
- "Presseerklärung der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe betreffend verletzte KKW-Gegner" vom 20.1.1976;
- "Augenzeugenberichte vom 30.10.1976";
- "Augenzeugenberichte vom 13.11.1976";
- Flugblatt vom 13.11.1977: "Verhalten bei Festnahmen";
- "Aus der Strafanzeige wegen versuchten Totschlags gegen Polizeibeamte von B. Woitalla";
- Auszüge aus einem "'vertraulichen' Erfahrungsbericht" der Polizei;
- "Vorläufige Liste von Solidaritätsadressen";
- "Presseerklärung der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe Verfolgung von Atomkraftsgegnern", die mit einer Auflage von 10 000 erschien.

Berichtet wird auch von der Hamburger Brokdorf-Demonstration am 22.1.1977.
Bildlich wird auch der Protest der Elbfischer dargestellt.
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Augenzeugenberichte aus Brokdorf, Feb. 1977

Februar 1977:
Der KB gibt vermutlich im Februar die Anti-AKW Broschüre "Brokdorf ein Exempel" heraus, die sich mit den Polizeieinsätzen am 30.10.1976 und vor allem am 13.11.1976 sowie den diesen zugrunde liegenden Polizeikonzepten befasst. Enthalten ist auch ein Vergleich der Befestigungen in Brokdorf und Wyhl.

Berichtet wird auch von der Hamburger Brokdorf-Demonstration am 22.1.1977.
Q: KB: Brokdorf ein Exempel, Hamburg o. J. (1977)

Februar 1977:
Der KBW beteiligt sich, laut MLPD (2), führend an den Auseinandersetzungen um das in Bau befindliche AKW. U. a. ruft er zum Sturmangriff auf, da die Polizeitruppe zersetzt und die Armee nicht einsatzbereit sei.
Q: MLPD(2)-ZK:Geschichte der MLPD, I. Teil,Stuttgart 1985, S.334

02.02.1977:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.5 (vgl. 26.1.1977, 9.2.1977) heraus.
Eingegangen wird auf die Anti-AKW-Politik des KB (vgl. 24.1.1977), zu der auch eine Gegendarstellung der 'Arbeiterkampf'-Redaktion erscheint zu der Behauptung, daß der KB eine Bauplatz-Besetzung in Brokdorf ablehne.
Q: Rote Fahne Nr.5,Köln 2.2.1977

02.02.1977:
Die DKP Ortsgruppe Wedel führt ihre Jahreshauptversammlung (JHV) durch. Zum Thema AKW wird von der Tagung berichtet:"
Die Mitgliederversammlung solidarisierte sich mit der Bürgerinitiative Unterelbe (gemeint ist die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe-BUU,d.Vf.) gegen Atomkraftwerke und unterstützt die Losung: Rettet die Unterelbe - Kein Kernkraftwerk in Brokdorf."
Q: Die Meinung Nr.2,Wedel März 1977,S.8

03.02.1977:
Der KBW gibt die Nr. 5 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 27.1.1977, 10.2.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit einem Aufruf zur Demonstration in Brokdorf am 19.2.1977.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 5, Mannheim 3.2.1977, S. 2

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03.02.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage (vgl. 31.1.1977, 4.2.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 5 heraus mit den Artikel:
- "Bericht von der Konferenz in Rendsburg: Die Spaltung zurückweisen, gemeinsam die Demonstration in Brokdorf vorbereiten!";
- "Brokdorf: Weg mit den Strafverfahren!";
- "Das Energieprogramm des Senats dient den Profiten der Kapitalisten".
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 5, Hamburg 3.2.1977, S. 1f

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04.02.1977:
Laut KBW (vgl. März 1977) tagt eine Vollversammlung der Hamburger Anti-AKW-Bürgerinitiativen. Auf der Vollversammlung mit ca. 800 Teilnehmern, auf der auch der KB anwesend ist (der den Ablauf der Versammlung zu verhindern sucht), wird eine Resolution verfaßt, in der es u. a. heißt: "Die Vollversammlung der Hamburger Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe fordert alle Menschen in der BRD und im Ausland auf, am 19.2.77 zu einer Großkundgebung am Bauplatz des geplanten Atomkraftwerkes Brokdorf zu kommen und unverzüglich verstärkt mit den Vorbereitungen zu dieser Kundgebung fortzufahren … Wir haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen kein Atomkraftwerk, und davon werden wir uns auch nicht durch Gerichtsbeschlüsse abbringen lassen."
Q: Kommunismus und Klassenkampf Nr.3,Mannheim März 1977 (Beilage)

04.02.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Extra-Bezirksbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) heraus mit einer angegebenen Auflage von 500 Stück und dem Leitartikel "Demonstration gegen das KKW Brokdorf am 19.2. von Kieler Initiative angemeldet", wobei es sich um die BI "Kein Kernkraftwerk an der Eckernförder Bucht" handelt. Weitere Artikel sind:
- "Offener Brief an Stoltenberg";
- "Brokdorf: Gegen Spaltung und parlamentarische Manöver am 19.2. den Willen des Volkes durchsetzen";
- "Soldaten kämpfen gegen das KKW in Brokdorf" in Heide in der Wulf-Isebrand-Kaserne;
- "Das Energieprogramm des Senats dient den Profiten der Kapitalisten";
- "Reynolds: Brokdorf-Initiative gegründet";
- "Beschluss von 14 ÖTV-Kollegen von 'Jugend hilft Jugend' Hamburg";
- "Beschluss von Soldaten der Flensburger Grenzlandkaserne (Auszug)", bis zum 1.2. von 5 Soldaten unterschrieben; sowie
- "Erklärung der BUU-Geesthacht zur Demonstration am 19.2.77 in Brokdorf".
Berichtet wird auch von einem Brief von 12 Berufsschülern der Klasse 5 M 3 der Gewerbeschule 1.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Extra, Hamburg 4.2.1977

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04.02.1977:
Der BBU übergibt heute der Presse eine Erklärung, in der dazu aufruft, sich nicht an der Demonstration am Bauplatz des AKW Brokdorf zu beteiligen, aber Bereitschaft bekundet einen Aufruf nach Wilster, Itzehoe oder anderswo zu unterstützen.
Q: BBU: Liebe Freunde, O. O. 4.2.1977

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Brokdorf184


05.02.1977:
Laut KB findet in Schleswig eine von der Ostküstenkonferenz der Anti-AKW BI einberufene Demonstration mit ca. 1 000 Personen (u.a. auch vom KB), aus Anlaß des Gerichtsverfahrens um den Bau des AKW Brokdorf statt.
Q: Arbeiterkampf Nr. 98, Hamburg 7.2.1977, S. 5

05.02.1977:
Zu einer Großkundgebung in Brokdorf wurde, laut DKP, von der BUU aufgerufen. Aufgerufen wurde auch von der DKP Schleswig-Holstein im Dezember.
Q: DKP-Report, Kiel Dez. 1976

05.02.1977:
In Köln findet eine Anti-AKW-Veranstaltung der Bürgerinitiative KKW-Nein Köln statt, auf der auch Jens Scheer (KPD) spricht. Weil dieser zur Demonstration nach Brokdorf (vgl. 19.2.1977) aufruft, wird er später angeklagt (vgl. März 1979).
Q: Arbeiterkampf Nr. 151, Hamburg 2.4.1979, S. 6

06.02.1977:
Laut KB beschloß die Landeskonferenz Schleswig-Holstein der Anti-AKW Bürgerinitiativen in Wilster nahezu einstimmig eine Demonstration am 19.2. in Brokdorf durchzuführen.

Laut KPD (vgl. 9.2.1977) trafen sich in Wilster rund 400 Menschen. Die DKP sei über eine BI Solidarität mit Brokdorf aus Kiel vertreten gewesen und habe eine Demonstration in Itzehoe gefordert. Die rechten BIs seien ausgezogen, aber fünf BIs aus der Wilster Marsch seien dageblieben. Eine Presseerklärung der BUU-Landeskonferenz für die Demonstration in Brokdorf habe 15 Ja- und nur eine Nein-Stimme erhalten, von den direkt betroffenen BIs der Marschen hätten sich alle vier für diese Erklärung ausgesprochen. Einem Zusatz gegen die DKP hätten bei einer Enthaltung alle BIs, auch aus den Marschen, zugestimmt.

Das KPD-RK NRW (vgl. 7.2.1977) berichtet:"
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe hat am letzten Wochenende mit großer Mehrheit beschlossen, am 19.2. in Brokdorf zu demonstrieren.

Sie erklärt: (Presseerklärung der BUU)
'ALLE ehrlichen AKW-Gegner, unabhängig von ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit und Orientierung - und unabhängig von ihren jeweiligen Vorstellungen zu den Formen des Protestes - sind aufgerufen, durch ihre Teilnahme an der Großkundgebung ihren Willen zu bekunden, auch weiterhin für die Erfüllung unserer Forderung zu kämpfen:
- KEIN AKW IN BROKDORF UND AUCH NICHT ANDERSWO!
- SCHLUSS MIT DEN BÜRGERKRIEGSMANÖVERN DER POLIZEI!
- KEINE WIEDERAUFBEREITUNGSANLAGE (WAA,d.Vf.) UND ATOMMÜLLDEPONIEN!
- ABZUG DER POLIZEI, DES WERKSCHUTZES UND DER BAUMASCHINEN!
- EINSTELLUNG ALLER ERMITTLUNGS- UND STRAFVERFAHREN!
- DER BAUPLATZ MUSS WIEDER ZUR WIESE WERDEN! …'

WER RUFT NACH ITZEHOE AUF UND WELCHES ZIEL VERFOLGT DIESE SPALTER-KUNDGEBUNG?

Nachweislich sind die Drahtzieher der Kundgebung von Itzehoe unter SPD- und Juso-Führern sowie unter stadtbekannten D'K'P-Funktionären (DKP,d.Vf.) zu suchen. Ohne Auftrag der Bürgerinitiativen verhandelten sie mit der Landesregierung, ohne je in den Bürgerinitiativen gearbeitet zu haben stellten sich D'K'P-Funktionäre am Wochenende plötzlich als große Kernkraftwerksgegner hin, verleumdeten alle entschiedenen AKW-Gegner und riefen in einem genau geplanten Coup zum Auszug aus der Landeskonferenz der Bürgerinitiativen und zur Kundgebung in Itzehoe auf."

Der KBW (vgl. März 1977) berichtet, vor allem die DKP habe dazu aufgerufen, nicht in Brokdorf, sondern in Itzehoe zu demonstrieren. Beschlossen wird endgültig: "Demonstriert wird in Brokdorf und nicht anderswo."
Q: BUU: Erklärung zum 19. Februar 1977, Wilster 6.2.1977; Kommunismus und Klassenkampf Nr. 3, Mannheim März 1977 (Beilage);Arbeiterkampf Nr. 98, Hamburg 7.2.1977, S. 1;KPD-RK NRW:19.2.: Atomkraftwerksgegner für Kundgebung in Brokdorf!, Dortmund o.J. (Feb. 1977), S. 1f;Rote Fahne Nr. 6 und 7, Köln 9.2.1977 bzw. 16.2.1977

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07.02.1977:
Die KPD (vgl. 16.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß der KB den Auftrag erhalten habe, ein zentrales Flugblatt der BUU zur Demonstration gegen das AKW Brokdorf (vgl. 19.2.1977) zu drucken. Angeblich "aus Versehen" habe er dabei den Absatz gegen die DKP und gegen die AKWs in DDR und SU "vergessen".
Q: Rote Fahne Nr. 7, Köln 16.2.1977

07.02.1977:
Das Regionalkomitee Wasserkante der KPD gibt vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Auf zum 19.2. in Brokdorf. Weg mit dem volksfeindlichen Atomprogramm der Bundesregierung!" heraus, das von der BUU-Landeskonferenz am 6.2.1977 berichtet und die DKP angreift.
Q: KPD-RK Wasserkante: Auf zum 19.2. in Brokdorf. Weg mit dem volksfeindlichen Atomprogramm der Bundesregierung!, Hamburg o. J. (1977)

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07.02.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Extra-Bezirksbeilage (vgl. 4.2.1977, 7.2.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) heraus mit einer angegebenen Auflage von 5 000 Stück und dem Leitartikel "Aufruf zur Demonstration in Brokdorf am 19.2." der BUU Landeskonferenz vom 6.2.1977. Weitere Artikel sind:
- "Die Aktionseinheit zum 19.2. herstellen!";
- "Bericht von der Landeskonferenz in Wilster", auf der keine Vertreter aus den Marschen anwesend waren; sowie
- "'Bonner Perspektiven'. Bundesregierung verspricht 'Überraschungen' bei der Durchführung des Energieprogramms".
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Extra Aufruf zur Demonstration in Brokdorf am 19.2., Hamburg 7.2.1977

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07.02.1977:
Die KPD (vgl. 16.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche über das Verteilen von Flugblättern der DKP für eine Demonstration gegen das AKW Brokdorf nicht am Bauplatz sondern in Itzehoe, durch "Schläger" in der Mensa der Uni Kiel.
Q: Rote Fahne Nr. 7, Köln 16.2.1977

07.02.1977:
Die KPD (vgl. 16.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche über das plötzliche Auftreten der DKP in der Anti-AKW-Bewegung, u.a. durch das Erscheinen mit 12 Personen bei der BUU Uetersen.
Q: Rote Fahne Nr. 7, Köln 16.2.1977

07.02.1977:
Das KPD-RK NRW gibt vermutlich Anfang dieser Woche das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Marianne Brentzel, Dortmund, Münsterstr.95, heraus:"
DEN DKP-SPALTERN EINE ABFUHR ERTEILEN!

19.2.: ATOMKRAFTWERKSGEGNER FÜR KUNDGEBUNG IN BROKDORF!

Der Volkswiderstand gegen das Atomprogramm der Schmidtregierung strebt einem neuen Höhepunkt zu.

Die KOMMUNISTISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS (KPD) ruft alle Menschen auf, am 19.2. die Großkundgebung der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe am Bauplatz des geplanten Atomkraftwerkes in Brokdorf zu unterstützen.

Seit dem brutalen Überfall der Polizei auf die Demonstration der Atomkraftgegner in Brokdorf (vgl. 13.11.1976,d.Vf.) ist die Empörung der Massen in der BRD über die volksfeindliche Energiepolitik des Monopolkapitals und seiner SPD-Regierung sprunghaft gewachsen. Vielen Menschen wurde klar: der gerechte Widerstand gegen den Bau von Atomkraftwerken wird unterdrückt, um die Milliarden-Geschäfte der Energiekonzerne nicht zu gefährden. 'WO RECHT ZU UNRECHT WIRD, DA WIRD WIDERSTAND ZUR PFLICHT.' - diese Kampfansage wurde zur Losung zahlreicher Bürgerinitiativen und für die Bundesregierung zum Alarmzeichen. Denn nichts fürchtet die herrschende Klasse mehr als das Vertrauen der Massen in ihre eigene Kraft. Wer auf die eigene Kraft vertraut, setzt nicht mehr auf die Parlamentarier und die Gerichte.

So verwundert es nicht, daß in Presse, Funk und Fernsehen eine überschäumende Hetze gegen die Atomkraftwerksgegner eingesetzt hat.

Seit Tagen werden wir durch die Presse darüber informiert, daß es jetzt zwei Lager von Kernkraftwerksgegnern gäbe: die friedlichen, ordentlichen, ehrlichen Gegner, die in Itzehoe demonstrieren - und die K-Gruppen, ewigen Krawallmachern und Gewaltprediger, die am 19.2. in Brokdorf demonstrieren.

WAS IST DIE WAHRHEIT?

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe hat am letzten Wochenende (vgl. 5.2.1977,d.Vf.) mit großer Mehrheit beschlossen, am 19.2. in Brokdorf zu demonstrieren.

Sie erklärt: (Presseerklärung der BUU)
'ALLE ehrlichen AKW-Gegner, unabhängig von ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit und Orientierung - und unabhängig von ihren jeweiligen Vorstellungen zu den Formen des Protestes - sind aufgerufen, durch ihre Teilnahme an der Großkundgebung ihren Willen zu bekunden, auch weiterhin für die Erfüllung unserer Forderung zu kämpfen:
- KEIN AKW IN BROKDORF UND AUCH NICHT ANDERSWO!
- SCHLUSS MIT DEN BÜRGERKRIEGSMANÖVERN DER POLIZEI!
- KEINE WIEDERAUFBEREITUNGSANLAGE (WAA,d.Vf.) UND ATOMMÜLLDEPONIEN!
- ABZUG DER POLIZEI, DES WERKSCHUTZES UND DER BAUMASCHINEN!
- EINSTELLUNG ALLER ERMITTLUNGS- UND STRAFVERFAHREN!
- DER BAUPLATZ MUSS WIEDER ZUR WIESE WERDEN! …'

WER RUFT NACH ITZEHOE AUF UND WELCHES ZIEL VERFOLGT DIESE SPALTER-KUNDGEBUNG?

Nachweislich sind die Drahtzieher der Kundgebung von Itzehoe unter SPD- und Juso-Führern sowie unter stadtbekannten D'K'P-Funktionären zu suchen. Ohne Auftrag der Bürgerinitiativen verhandelten sie mit der Landesregierung, ohne je in den Bürgerinitiativen gearbeitet zu haben stellten sich D'K'P-Funktionäre am Wochenende plötzlich als große Kernkraftwerksgegner hin, verleumdeten alle entschiedenen AKW-Gegner und riefen in einem genau geplanten Coup zum Auszug aus der Landeskonferenz der Bürgerinitiativen und zur Kundgebung in Itzehoe auf. Allen entschiedenen Gegnern der Atomkraftwerke ist durch die undemokratischen und spalterischen Machenschaften der D'K'P-Revisionisten klargeworden, was unsere Partei von Anfang an betonte:

Die modernen Revisionisten der DKP wollen den Kampf gegen die Atomkraftwerke überhaupt nicht ehrlich führen. Sie haben sich in die Bewegung einzuschleichen versucht, um die Bewegung zu zersetzen und mit Forderungen wie 'Mitbestimmung' auf die Mühlen ihrer Politik der Klassenversöhnung und der Eroberung von Positionen in Staats- und Gewerkschaftsapparat zu lenken. Nur die Angst vor völliger Isolierung läßt die D'K'P noch nicht offen aussprechen, was ihre Oberherren in Moskau bereits unverfroren tun, nämlich die AKW-Gegner als 'Entspannungs- und Abrüstungsfeinde' beschimpfen, während in der Sowjetunion (SU,d.VF.) und in der DDR ein Atomkraftwerk nach dem anderen gebaut wird.

Die Spalterdemonstration von Itzehoe ist das Werk der D'K'P-Revisionisten und einiger SPD- und Juso-Führer, die insgeheim das Atomprogramm der SPD-Regierung wärmstens unterstützen und die Kundgebung in Itzehoe nur durchführen, um den Protest abzuwürgen und zum demokratischen Aushängeschild für die Ziele der Monopolkapitalisten zu machen.

Die Forderung aller entschiedenen Atomkraftwerksgegner aber bleibt:
KEIN AKW IN BROKDORF UND AUCH NICHT ANDERSWO!

Die KPD ist mit allen entschiedenen Atomkraftwerksgegnern der Auffassung, daß das gesamte Atomprogramm der Bundesregierung verhindert werden muß.

- Atomkraftwerke bedrohen das Leben von Millionen Menschen, ihre technische Entwicklung ist in keiner Weise 'ausgereift', wie die Atomindustrie uns weismachen will. Nur die Profitgier der Atomindustrie treibt die Monopolkapitalisten und die Schmidt-Regierung zu solchen plumpen Lügen, während in Wirklichkeit sowohl Kraftwerke als auch Mülldeponien und Wiederaufbereitungsanlagen eine riesige Gefährdung der Bevölkerung darstellen.

- Angesichts der wachsenden Gefahr eines neuen Weltkrieges durch das Ringen der beiden Supermächte USA und Sowjetunion um die Weltherrschaft stellen die AKW's 'schalfende' Atombomben dar; schon mit konventionellen Waffen wird jedes AKW zu einer gigantischen Atombombe.

- Die Energieversorgung unseres Landes ist auf der Grundlage der vorrangigen Förderung der einheimischen Energievorräte (Kohle) und der gleichberechtigten Beziehungen zu den Ländern der dritten Welt mit ihren gigantischen Reserven an Erdöl und Erdgas möglich. Unabhängigkeit in der Energieversorgung unseres Landes bedeutet gerade: Unabhängigkeit von dem Monopol der Supermächte für die Urananreicherung.

Arbeiter, Werktätige!

Schließen wir uns mit allen entschiedenen Atomkraftwerksgegnern zusammen, demonstrieren wir am 19.2. in Brokdorf die Entschlossenheit der Volksmassen, das Atomprogramm der Schmidt-Regierung zu verhindern!

- Weg mit dem volksfeindlichen Atomprogramm der Bundesregierung!

- Für eine Energierversorgung unabhängig von den Supermächten, in Zusammenarbeit mit der Dritten Welt!

- Kein Atomkraftwerk in Brokdorf, Wyhl oder anderswo!

- Kein Atomkraftwerk in Greifswald, Magdeburg oder anderswo!"
Q: KPD-RK NRW:19.2.: Atomkraftwerksgegner für Kundgebung in Brokdorf!,Dortmund o.J. (Feb. 1977)

08.02.1977:
Laut KB "rief die KPD/ML noch ganz auf super-links zur Demonstration in Brokdorf auf. In dem Flugblatt wurde so getan, als ob neben der DKP auch der KB nach Itzehoe aufrufen würde, was der üblichen Verleumdungspraxis der KPD/ML voll entsprach" (vgl. 11.2.1977).
Q: Arbeiterkampf Nr.99,Hamburg 21.2.1977,S.6

08.02.1977:
In Hamburg (vgl. 10.2.1977) berichtet ein Jungdemokrat (Judo) der FDP, laut KPD (vgl. 16.2.1977) vom heutigen Treffen in Quickborn zur Vorbereitung der Demonstration gegen das AKW Brokdorf in Itzehoe (vgl. 19.2.1977), an dem u.a. die Landesvorsitzenden von FDP und SPD, Jusos und Judos, der SSW, Bauern aus Brokdorf, ein IGM-Vertrauensmann aus Kiel, ein Pastor aus Norderstedt, BUU-Mitglieder u.a. aus Krempe und die DKP-beherrschte Initiative zur Unterstützung der AKW-Gegner in Brokdorf teilgenommen hätten.

Nur die Judos seien gegen die Spaltung eingetreten.
Q: Rote Fahne Nr.7,Köln 16.2.1977

09.02.1977:
Die SAG gibt ihre 'Sozialistische Arbeiterzeitung' Nr.17 (vgl. 26.1.1977, 23.2.1977) heraus. Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von den geplanten Demonstrationen gegen das AKW Brokdorf (vgl. 19.2.1977) in Brokdorf bzw. Itzehoe. Die SAG ruft nach Brokdorf auf.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.17,Frankfurt 9.2.1977

09.02.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Extra-Bezirksbeilage (vgl. 7.2.1977, 10.2.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) für Polizisten und BGS-Soldaten heraus mit einer angegebenen Auflage von 2 300 Stück und dem Leitartikel "Soldaten beschließen: Im Ernstfall an der Seite der KKW-Gegner". Weitere Artikel sind "Aufruf der Landeskonferenz der BUU vom 6.2.77 zur Demonstration in Brokdorf am 19.2.77" und "'Wir wehren uns solange, wie wir können.' Warum die Bauern den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf bekämpfen".

Berichtet wird von der Verweigerung der Vereidigung durch 22 Soldaten der 11. des Luftwaffenausbildungsregiments 11 (LAR 11), Solidaritätserklärungen werden dokumentiert von Soldaten der Boehn-Kaserne in Hamburg-Rahlstedt sowie von Tischlerlehrlingen (GHK-Bereich) der Klasse TI H4 76 der Gewerbeschule 6.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Extra für Polizisten und BGS-Soldaten, Hamburg 9.2.1977

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09.02.1977:
Die KPD (vgl. 16.2.1977) berichtet über das plötzliche Auftreten der DKP in der Anti-AKW-Bewegung, u.a. durch das Erscheinen mit 24 Personen bei der BUU Wedel.
Q: Rote Fahne Nr.7,Köln 16.2.1977

09.02.1977:
Vom Verwaltungsgericht Schleswig wird, laut KPD (vgl. 16.2.1977), der Baustop für das AKW Brokdorf verlängert.Trotzdem aber solle dieses gebaut werden.
Q: Rote Fahne Nr.7,Köln 16.2.1977

10.02.1977:
Der KBW gibt die Nr. 6 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 3.2.1977, 16.2.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Artikel "Am 19. Februar wird in Brokdorf demonstriert". Im "Aufruf zur Demonstration in Brokdorf" werden Detailinformationen über den Bauplatz und dessen Befestigung gegeben.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 6, Mannheim 10.2.1977, S. 1 und 9

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10.02.1977:
In Hamburg wird, laut KPD (vgl. 16.2.1977), auf dem heutigen Plenum der BUU u.a. von der Vorbereitung (vgl. 8.2.1977) der Demonstration gegen das AKW Brokdorf in Itzehoe (vgl. 19.2.1977) berichtet.
Q: Rote Fahne Nr.7,Köln 16.2.1977

10.02.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage (vgl. 9.2.1977, 15.2.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 6 heraus mit dem Leitartikel "Demonstration am 19.2. in Brokdorf oder Itzehoe - daran entscheidet sich, ob man für oder gegen das Energieprogramm ist" und dem Artikel "1. Mai Kundgebung: Matthöfer ausladen!", da er für Brokdorf eintrete.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 6, Hamburg 10.2.1977, S. 1f

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11.02.1977:
Laut KB will jetzt die KPD/ML "weder in Brokdorf noch in Itzehoe demonstrieren. Die Begründung dafür habe der Genosse Ernst (Aust) in einer Rede geliefert" (vgl. 8.2.1977, 12.2.1977).
Q: Arbeiterkampf Nr.99,Hamburg 21.2.1977,S.6

12.02.1977:
Laut KB "meldete sich auf der Bundeskonferenz der BI's in Wilster ein KPD/MLer zu Wort, um eine wichtige Erklärung der Partei zu verkünden: Die KPD/ML werde nicht nach Brokdorf fahren, um dem Feind nicht ins offene Messer zu laufen, sondern werde in Itzehoe eine Gegendemonstration machen" (vgl. 11.2.1977, 13.2.1977).

Die KPD/ML spricht sich, laut KBW (vgl. März 1977) für Aktionen in Itzehoe aus, da dort "der Staat schwach sei", in "Brokdorf aber mächtig". Die KPD und der KB setzen durch, "daß für den Fall des Verbots und für den Fall von weitläufigen Absperrungen alles sich in Itzehoe sammeln soll, um geschlossen durchzumarschieren". Weiter wird beschlossen, "auf jeden Fall eine Kundgebung und Demonstration am Bauplatz durchzuführen". Für die Leitung der Demonstration schlägt der KBW gemeinsam mit Vertretern der Ostküstenkonferenz vor, Vertreter der Landeskonferenzen zu wählen. Die Bildung eines Sprecherrates wurde beschlossen, der jedoch keine "beschließende oder anweisende Funktion haben sollte". Im siebenköpfigen Sprecherrat sind unter anderem vertreten: Günter Hopfenmüller (KB), Heino Kolbe (KPD), F. Storim (BUU Hamburg). Der Aufruf der Wilster Konferenz wird von 80 Initiativen in der BRD unterstützt.

Laut KPD (vgl. 16.2.1977) waren auf der zweitägigen Bundeskonferenz ca. 80 BI's aus ca. 50 Orten vertreten, u.a. aus:
- Baden-Württemberg aus Emmendingen, Freiburg, Tübingen und Wyhl;
- Bayern aus München;
- Bremen und Bremerhaven, Hamburg (30 Stadtteilgruppen);
- Hessen aus Frankfurt, Gießen und Wiesbaden;
- Niedersachsen aus Clausthal-Zellerfeld, Cuxhaven, Emden und Osnabrück;
- NRW aus Bielefeld, Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Hagen und Wuppertal;
- Rheinland-Pfalz aus Mainz;
- Schleswig-Holstein aus Eckernförde, Elmshorn, Flensburg, Geesthacht, Heide, Kiel, Lübeck, Neumünster, Rendsburg, Schleswig und Wedel.

Der Aufruf der Landeskonferenz Schleswig-Holstein vom 6.2.1977 für eine Demonstration direkt am Bauplatz sei gegen drei Gegenstimmen bei drei Enthaltungen unterstützt worden. Die KPD/ML sei für Itzehoe eingetreten.

Der Aufruf für die "Grosskundgebung in Brokdorf am 19.2." wird verbreitet in einem Flugblatt mit einer Auflage von 150 000 Stück. Für Hamburg-Harburg wird per Stempelaufdruck eine gemeinsame Abfahrt angegeben.

Von der Bundeskonferenz wird auch berichtet durch das KPD-ZK (vgl. 16.2.1977) bzw. die KPD (vgl. 9.2.1977) und in:
- NRW durch das KPD-RK NRW (vgl. 14.2.1977).
Q: KPD-RK NRW: 19.2.: Atomkraftwerksgegner für Kundgebung in Brokdorf!, Dortmund o.J. (Feb. 1977), S. 1f; KPD-RK NRW: Heraus nach Brokdorf!, Dortmund o.J. (Feb. 1977),S.1;Arbeiterkampf Nr. 99, Hamburg 21.2.1977, S. 6;Rote Fahne Nr. 6 und 7, Köln 9.2.1977 bzw. 16.2.1977;Kommunismus und Klassenkampf Nr. 3, Mannheim März 1977 (Beilage);Bundeskongress von Bürgerinitiativen gegen Atomkraftwerke: Grosskundgebung in Brokdorf am 19.2., Wilster 12.2.1977

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13.02.1977:
Laut KB meldete sich am zweiten Tag der Bundeskonferenz der Anti-AKW BI's in Wilster "wieder der KPD/MLer zu Wort, um eine neue ganz wichtige Erklärung der Partei vorzutragen: die KPD/ML werde nun, angesichts der allgemeinen Stimmung, doch mit nach Brokdorf fahren, um die Bewegung nicht im Stich zu lassen" (vgl. 12.2.1977, Hamburg 14.2.1977).
Q: Arbeiterkampf Nr.99,Hamburg 21.2.1977,S.6

13.02.1977:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hamburg des KBW gibt seine 'Volksmiliz' (vgl. 24.1.1977, 14.3.1977) Nr. 2 heraus mit dem Leitartikel "Aufruf zur Demonstration in Brokdorf am 19.2.". Festgestellt wird: "Die Demonstration am 19.2. muß in Brokdorf durchgesetzt werden!" und auch "Das Energieprogramm ist imperialistisch". Gefragt wird: "Was will Olt. Tolls in Brokdorf?", dokumentiert wird die Resolution von 24 Rekruten der 2./72 in der Röttiger-Kaserne für die Brokdorfdemonstration. Enthalten ist auch ein "Lageplan des Bauplatzes".
Q: Volksmiliz Nr. 2, Hamburg 13.2.1977, S. 1ff

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14.02.1977:
Die KPD (vgl. 23.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß der KBW im Kaiserstuhl der DKP beim Eintreten für die Demonstration in Itzehoe (vgl. 19.2.1977) und nicht direkt am AKW Brokdorf geholfen habe.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

14.02.1977:
In Berlin erscheint spätestens in dieser Woche eine anonymes Flugblatt "Brokdorf" mit praktischen Überlegungen zur Bauplatzbesetzung.
Q: N. N.: Brokdorf, o. O. (Berlin) o. J. (1977)

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14.02.1977:
Vermutlich durch die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) erscheint heute das Flugblatt "Bundeskongress von Bürgerinitiativen gegen Atomkraftwerke rufen auf zur Grosskundgebung in Brokdorf am 19.2." in einer Auflage von 150 000 Stück unter Verantwortung von Fitz Storim, Hamburg.
Q: N. N.: Bundeskongress von Bürgerinitiativen gegen Atomkraftwerke rufen auf zur Grosskundgebung in Brokdorf am 19.2., Hamburg 14.1.1977

14.02.1977:
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) / Hamburg gibt, unter Verantwortung von Günter Hopfenmüller, eine Presseerklärung zum Verbot der Demonstration gegen das AKW Brokdorf am 19.2.1977 heraus. Es wird dem zum Trotz der Versuch einer Aktion am Bauplatz angekündigt.
Q: BUU / Hamburg: Presseerklärung, Hamburg 14.2.1977

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14.02.1977:
Laut KB stimmen die fünf KPD/MLer in der Anti-AKW BI Hamburg-Barmbek als einzige für eine Gegenkundgebung in Itzehoe (vgl. 13.2.1977, 15.2.1977).
Q: Arbeiterkampf Nr. 99, Hamburg 21.2.1977, S. 6

14.02.1977:
Die KPD (vgl. 23.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß die KPD/ML in der Anti-AKW BI Altona zusammen mit der GIM für Itzehoe gestimmt habe.
Q: Rote Fahne Nr. 8, Köln 23.2.1977

14.02.1977:
Die Kieler Bürgerinitiative Solidarität mit Brokdorf gibt in dieser Woche erstmals ihre Zeitung 'Atomkraft?' heraus mit dem Leitartikel "Alternativen zur Kernenergie!". Dokumentiert wird der Beschluss der Marschenkonferenz der BUU vom 13.2.1977. es werden Unterschriften unter einen Aufruf gegen das AKW Brokdorf gesammelt. Zu den NSG erscheint der Artikel "Notstandsgesetze in Anwendung!", berichtet wird in "Abenteuerliche Pläne!" über geplante 180 AKW in der EG bis zum Jahr 2000. Dokumentiert werden Auszüge aus einem Interview von Freimut Duve, welches in den 'Husumer Nachrichten' vom 12.2.1977 erschien.

Aufgerufen wird für den 19.2. nach Itzehoe, wozu auch auf einen Aufruf von 60 Jugendfunktionären verwiesen wird.
Q: Atomkraft? Nr. 1, Kiel o. J. (1977)

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14.02.1977:
Die KPD (vgl. 23.2.1977) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß die DKP nunmehr mit 35 Leuten versuche die Anti-AKW BI in Wedel, die BUU, zu dominieren.
Q: Rote Fahne Nr. 8, Köln 23.2.1977

14.02.1977:
Die KPD (vgl. 16.2.1977) berichtet, daß die Polizei in der Wilster Marsch Anfang dieser Woche Flugblätter zur Demonstration gegen das AKW Brokdorf am 19.2.1977 verteilt habe.
Q: Rote Fahne Nr. 7, Köln 16.2.1977

15.02.1977:
Das KPD-ZK (vgl. 16.2.1977) zitiert aus der heutigen 'FAZ' zur Frage ob in Itzehoe oder Brokdorf gegen das AKW Brokdorf demonstriert wird:"
Ob die Entmischung der terroristischen Gruppen und der Kommunisten auf der einen Seite, der wirklichen Kernkraftgegner auf der anderen Seite, tatsächlich so gelingt, wie es die Beschlüsse der Bürgerinitiative zunächst hoffen ließen ist jetzt zweifelhafter geworden."
Q: KPD-RK NRW: Heraus nach Brokdorf!, Dortmund o.J. (Feb. 1977), S. 2

15.02.1977:
Laut KB stimmt die von der KPD/ML dominierte Anti-AKW BI Hamburg-Langenhorn für eine Gegenkundgebung in Itzehoe (vgl. 14.2.1977).

Die KPD (vgl. 23.2.1977) berichtet vermutlich von dieser Sitzung, daß die KPD/ML in der BI aufgetaucht sei und für Itzehoe gestimmt habe.
Q: Arbeiterkampf Nr. 99, Hamburg 21.2.1977, S. 6; Rote Fahne Nr. 8, Köln 23.2.1977

15.02.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Extra-Ausgabe (vgl. 10.2.1977, 15.2.1977) der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) heraus mit einer angegebenen Auflage von 15 000 Stück und der Schlagzeile "Wilster: Demonstration am 19.2. in Brokdorf von 80 Initiativen bekräftigt!".
Q: Kommunistische Volkszeitung Extra Wilster: Demonstration am 19.2. in Brokdorf von 80 Initiativen bekräftigt!, Hamburg 15.2.1977

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16.02.1977:
Das Zentralkomitee der KPD veröffentlicht frühestens heute den folgenden Aufruf zur Demonstration gegen das AKW Brokdorf am 19.2.1977:"
ALLEN SPALTUNGS- UND VERBOTSVERSUCHEN ZUM TROTZ: HERAUS NACH BROKDORF!

Arbeiter, Werktätige, AKW-Gegner!

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) und die Bundeskonferenz der Bürgerinitiativen in Wilster (am 12./13.2.) haben zu einer Großkundgebung am 19.2. am Bauplatz des AKW Brokdorf aufgerufen. Die KPD ruft euch auf, diese Kundgebung gegen den Bau des Atomkraftwerkes in Brokdorf und gegen das volksfeindliche Atomprogramm der Schmidt-Regierung mit allen Kräften zu unterstützen. Seit dem brutalen Überfall der Polizei auf die Demonstration der Atomkraftwerksgegner in Brokdorf (vgl. 13.11.1976,d.Vf.) ist die Empörung über die volksfeindliche Energiepolitik des Monopolkapitals und seiner SPD- Regierung sprunghaft angestiegen. Vielen Menschen ist klar geworden: Der gerechte Widerstand gegen den Bau von Atomkraftwerken wird unterdrückt, um die Milliardengeschäfte der Energiekonzerne nicht zu gefährden. 'Wo Recht zu Unrecht wird, da wird Widerstand zur Pflicht!' - Diese Kampfansage wurde zur Losung vieler Bürgerinitiativen. Für die Bundesregierung wurde sie zum Alarmzeichen. Denn nichts fürchtet die herrschende Klasse mehr als das Vertrauen der Massen auf ihre eigene Kraft. Wer auf die eigene Kraft vertraut, setzt nicht mehr auf die Parlamentarier und die Gerichte. Deshalb haben sie die größten Anstrengungen unternommen, die Bewegung gegen den Bau von Atomkraftwerken zu spalten, zu bedrohen, gewaltsam zu unterdrücken.

Seit Wochen schäumen Rundfunk, Presse und Fernsehen über von Hetztiraden gegen die Atomkraftwerksgegner. Der Eindruck soll erweckt werden, es gäbe hier die friedlichen und ehrlichen AKW-Gegner (die würden jetzt in Itzehoe demonstrieren) und dort die Kommunisten, ewigen Krawallmacher und Gewaltprediger und die würden sich in Brokdorf versammeln. Welches Interesse haben plötzlich die Befürworter, die Unterstützer des Atomprogramms der Schmidt-Regierung, die angeblichen ehrlichen AKW-Gegener zu loben? Warum rufen plötzlich selbst die Bundesregierung, die Führung der SPD, die für deren Atomprogramm mitverantwortlich ist, und sogar die Polizei auf, in Itzehoe zu demonstrieren? Der Grund ist einfach. Die Drahtzieher der Demonstration in Itzehoe sind keine AKW-Gegner, sondern AKW-Befürworter. Ihnen geht es gerade darum, die Anti-AKW-Bewegung von innen heraus zu spalten und zu zersetzen. Deshalb finden sie so viele Freunde in der Bundesregierung, in der schleswig-holsteinischen Landesregierung und bei den Atomenergiemonopolen. Und war es nicht Stoltenberg, der Itzehoe als Demonstrationsort vorgeschlagen hat?

Der Hauptdrahtzieher des Versuchs, die Bürgerinitiativen zu spalten und der Demonstration in Itzehoe war die D'K'P (DKP,d.Vf.). Die D'K'P ist in Wirklichkeit ein Befürworter des Baus von Atomkraftwerken. Das geht aus ihrem 'Energieprogramm' (vgl. S2.**.197*,d.Vf.) hervor. Und die Atomkraftwerke in der DDR und in der UdSSR (SU,d.Vf.), deren Bau die D'K'P unterstützt, sind noch schlechter als in der BRD und sie haben noch unzureichendere Sicherheitsbestimmungen. Die D'K'P hat sich als Gegner der Anti-AKW-Bewegung in diese Bewegung eingeschlichen. Sie hat gegen den Beschluß der Bürgerinitiativen zu einer Demonstration nach Itzehoe aufgerufen und dies lügnerisch als Beschluß der BUU ausgegeben. Sie hat in ihrer Zeitung UZ eine massive Lügenpropaganda entfaltet und eine Hetzkampagne gegen die Anti-AKW-Bewegung durchgeführt, die nur mit faschistischer Pogromhetze verglichen werden kann. Doch das Spaltungsmanöver der D'K'P hat sein Ziel nicht erreicht. Mehr als hundert Bürgerinitiativen aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich entschieden, in Brokdorf am Bauplatz zu demonstrieren. Und selbst die FAZ mußte 'enttäuscht' feststellen: 'Ob die Entmischung der terroristischen Gruppen und der Kommunisten auf der einen Seite, der wirklichen Kernkraftgegner auf der anderen Seite, tatsächlich so gelingt, wie es die Beschlüsse der Bürgerinitiative zunächst hoffen ließen (Anmerkung: Wobei mit diesen Beschlüssen die Beschlüsse der D'K'P gemeint sind) ist jetzt zweifelhafter geworden.' (FAZ vom 15.2.) Was da 'entmischt' worden ist (um in der Sprache der FAZ zu bleiben), sind die AKW-Gegner und die AKW-Befürworter. Jetzt ruft schon der Bürgermeister von Worpsflet zur Demonstration in Itzehoe auf, ein in der ganzer Wilster Marsch bekannter militanter AKW-Befürworter.

Das Spaltungsmanöver ist mißglückt. Die Bürgerinitiativen werden in ihrer Mehrheit in Brokdorf demonstrieren. Deshab bleibt denen, die immer nur davon reden, sie wollten Gewalt verhindern, nur das altbekannte Mittel, die Gewalt des Staatsapparates. Die Demonstration in Brokdorf soll verboten werden, um die Bedingungen für ein längst vorbereitetes Bürgerkriegsmanöver der Polizei zu schaffen. Aus allen Teilen der BRD werden Bundesgrenzschutztruppen (BGS,d.Vf.) zusammengekarrt. Allein aus Nordbayern 1 000. Nicht die AKW-Gegner suchen die gewaltsame Demonstration, es sind die Atomenergiemonopole, es ist der Staatsapparat, der eine umfangreiche Gewaltmaschine auffährt und einsetzen will, um die Anti-AKW-Bewegung zu zerschlagen, denn es ist nicht eine Kundgebung oder eine Demonstration, vor der sie eine solche Furcht haben, es ist die Entschlossenheit den Kampf zu führen und mit der sie das Atomprogramm der Bundesregierung zu Fall bringen werden.

Verbot, Drohung und Spaltung werden die AKW-Gegner nicht hindern am 19.2. in Brokdorf zu demonstrieren. Sie werden ihr demokratisches Recht, am Bauplatz zu demonstrieren, verteidigen. Sie werden ihre Einheit und Geschlossenheit demonstrieren. Sie werden zeigen, daß die Organisatoren der Demonstration in Itzehoe keine AKW-Gegner, sondern AKW-Befürworter sind. Sie werden zeigen, daß sie entschlossen sind, den Kampf gegen das Atomprogramm der Schmidt-Regierung, fortzusetzen. Wir Kommunisten halten daran fest: NIRGENDWO IN DER BRD, IN WESTBERLIN UND IN DER DDR DARF EIN WEITERES ATOMKRAFTWERK ERRICHTET WERDEN. DIE UNTERSUCHUNGEN UND ERKENNTNISSE UNABHÄNGIGER WISSENSCHAFTLER HABEN ZU GENÜGE BEWIESEN, DASS UNTER DEN GEGEBENEN GESELLSCHAFTLICHEN VERHÄLTNISSEN UND AUF DEM BISHERIGEN TECHNISCHEN ENTWICKLUNGSSTAND DIE ATOMENERGIE EINE UNTRAGBARE, TÖDLICHE GEFAHR FÜR DIE BEVÖLKERUNG UND FÜR DIE KOMMENDEN GENERATIONEN DARSTELLT. DIE ATOMKRAFTWERKE MÜSSEN VERSCHWINDEN, DENN SIE SIND EINE BESONDERS UNERTRÄGLICHE BEDROHUNG ANGESICHTS DER WACHSENDEN GEFAHR EINES KRIEGES DURCH DAS RINGEN DER BEIDEN SUPERMÄCHTE UM DIE WELTHERRSCHAFT. SIE SIND 'SCHLAFENDE ATOMBOMBEM', DIE ES JEDEM ANGREIFER ERMÖGLICHEN EINEN ATOMKRIEG OHNE EINSATZ VON ATOMWAFFEN GEGEN UNSER LAND ZU FÜHREN UND ERPRESSUNG VORZUNEHMEN.

Die Energieversorgung ist auf der Grundlage vorrangiger Förderung der einheimischen Energievorräte, der Freundschaft und der gleichberechtigten Beziehungen zur dritten Welt mit ihrem unerschöpflichen Reichtum an Erdöl und Erdgas, ohne jede Unterstützung rassistischer Regimes, zu entwickeln, auf der Grundlage der Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Energiequellen, unabhängig von den Supermächten und ihrem Monopol in der für die Verwirklichung des Atomprogramm entscheidenden Urananreicherung. Für dieses Ziel gilt es mit langem Atem zu kämpfen. Auch wenn wir davon ausgehen, daß es am 19.2. nicht möglich sein wird, den Bauplatz zu besetzen, so muß doch grundsätzlich unser Widerstandsrecht verteidigt werden, zur Verhinderung des Baus von Atomkraftwerken, die dafür vorgesehenen Bauplätze zu besetzen. Es muß das Recht verteidigt werden, sich gegen brutale und gezielte Gewalt des Staates, gegen den Polizeiterror, zur Wehr zu setzen. Der Kampf der AKW-Gegner muß sich zugleich gegen die Einschüchterungs- und Verfolgungsmaßnahmen seitens der staatlichen Organe, der Polizei und Klassenjustiz richten. Die uneingeschränkte Solidarität aller AKW-Gegner muß allen wegen ihres Kampfes verfolgten AKW-Gegnern, wie dem Kommunisten und AKW-Gegner Professor J. Scheer, gelten. Entschieden muß den Spaltungsmanövern zwischen Umweltschützern, Demokraten und Kommunisten,zwischen Arbeitern und Bauern entgegengetreten werden.

Der Zusammenschluß der AKW-Gegner auf diesen Grundlagen wird mitentscheidend für den Erfolg dieses Kampfes sein. Denn wir wissen: Die Bundesregierung wird das Atomprogramm nicht durchsetzen können, wenn die Volksmassen einheitlich, geschlossen und mit langem Atem Widerstand leisten.

- KEIN ATOMKRAFTWERK IN BROKDORF, WYHL UND ANDERSWO!
- KEIN ATOMKRAFTWERK IN GREIFSWALD, MAGDEBURG UND ANDERSWO!
- WEG MIT DEM VOLKSFEINDLICHEN ATOMPROGRAMM DER BUNDESREGIERUNG!
- SCHLUSS MIT DEN BÜRGERKRIEGSMANÖVERN VON POLIZEI UND BUNDESGRENZSCHUTZ!
- TROTZ ALLER SPALTUNGS- UND VERBOTSVERSUCHE: HERAUS NACH BROKDORF!"
Q: KPD-RK NRW:Heraus nach Brokdorf!,Dortmund o.J. (Feb. 1977)

16.02.1977:
Der KB gibt sein 'Anti-AKW-Info' Nr.2 (vgl. **.**.197*, **.**.197*) mit dem Titel "Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt!" in einer Auflage von 30 000 heraus, in dem für die Brokdorf Demonstration am 19.2.1977 mobilisiert wird.
Q: Anti-AKW-Info Nr.2,Hamburg 16.2.1977

16.02.1977:
Der KBW gibt ein Extrablatt seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Ausgabe Nord (vgl. 10.2.1977, 17.2.1977) heraus unter der Schlagzeile "Der KBW ruft auf, am Samstag, den 19. Februar nach Brokdorf zu gehen". Weitere Artikel sind:
- "'Akzeptable Schädigung'";
- "Das Energieprogramm soll Höchstprofite sichern";
- "Die Bourgeoisie ruft nach Itzehoe";
- Arbeiter, Bauern, Schüler und Studenten am 19. Februar nach Brokdorf";
- "Die Entwicklung des Kampfes in der Wilster Marsch"; sowie
- "Interview mit einem Mitglied der Bürgerinitiative Eckernförde".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Extrablatt Der KBW ruft auf, am Samstag, den 19. Februar nach Brokdorf zu gehen, Mannheim 16.2.1977

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16.02.1977:
Das KPD-RK NRW gibt frühestens heute ein Flugblatt mit zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Marianne Brentzel, Dortmund, Münsterstr.95, mit dem zentralen Aufruf (vgl. 16.2.1977) der KPD zur Demonstration gegen das AKW Brokdorf (vgl. 19.2.1977) heraus.
Q: KPD-RK NRW: Heraus nach Brokdorf!, Dortmund o.J. (Feb. 1977)

16.02.1977:
Die Branchenzelle Metall des KBW Bezirk Trier hat heute Redaktionsschluß für ihre 'Informationen für Trierer Metallkollegen' (vgl. 24.1.1977, 25.4.1977) mit dem Artikel "Unterstützt den Kampf in Brokdorf!", aus der 'KVZ'.
Q: Informationen für Trierer Metallkollegen Moselstahlwerk: Wittmann will tricksen, Trier o. J. (1977), S. 8

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17.02.1977:
Der KBW gibt die Nr. 7 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 16.2.1977, 24.2.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit den Artikeln "Am 19. 2. Demonstration in Brokdorf", "Demonstration in Brokdorf" und "Polizeitaktik. Gesichtspunkte zur Lage in Brokdorf".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 7, Mannheim 17.2.1977, S. 1f und 11

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17.02.1977:
In Göttingen rief der KBW heute in Vorbereitung der Demonstration gegen das AKW Brokdorf (vgl. 19.2.1977) zur Kundgebung "Gegen das Kernenergieprogramm der Bundesregierung" um 17 Uhr auf dem Markt auf.
Q: Der Schrittmacher Nr. 65, Göttingen 17.2.1977, S. 4

17.02.1977:
Die Zelle Unikliniken des KBW Bezirksgruppe Südniedersachsen gibt den 'Schrittmacher' Nr. 65 (vgl. 10.2.1977, 1.3.1977) heraus mit den Artikeln "Am 19. Februar wird in Brokdorf demonstriert" aus der 'KVZ' und "Aufruf zur Demonstration in Brokdorf" sowie zur heutigen Kundgebung und morgigen Veranstaltung in Göttingen.
Q: Der Schrittmacher Nr. 65, Göttingen 17.2.1977, S. 1 und 3f

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17.02.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage (vgl. 15.2.1977, 19.2.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 7 heraus mit dem Leitartikel "Das Verbot wird bekämpft - Die Demonstration in Brokdorf findet statt!". Aufgerufen wird zur Vorbereitungsveranstaltung am 18.2.1977 im Hörsaal A des Phil-Turms der Uni.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 7, Hamburg 17.2.1977, S. 1

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18.02.1977:
Der KBW gibt, laut KPD (vgl. 23.2.1977) ein Extrablatt der 'KVZ' - Ausgabe Mitte (vgl. **.*.1977, **.*.1977) heraus und ruft darin für morgen statt zur bundesweiten Demonstration gegen das AKW Brokdorf zu Kundgebungen auf in:
- Hessen in Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Lahn und Wiesbaden;
- NRW in Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Köln und Münster;
- Rheinland-Pfalz in Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Trier;
- im Saarland in Saarbrücken.
Q: Rote Fahne Nr. 8, Köln 23.2.1977

18.02.1977:
In Göttingen rief der KBW in Vorbereitung der Demonstration gegen das AKW Brokdorf (vgl. 19.2.1977) zur Veranstaltung um 19 Uhr im ZHG der Universität auf.
Q: Der Schrittmacher Nr. 65, Göttingen 17.2.1977, S. 4

18.02.1977:
Die KPD (vgl. 23.2.1977) berichtet vom heutigen Verbot der morgigen Demonstration gegen das AKW Brokdorf.
Q: Rote Fahne Nr. 8, Köln 23.2.1977

18.02.1977:
In Dortmund wird, laut und mit KPD (vgl. 23.2.1977), eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durchgeführt.

Anstatt zur morgigen bundesweiten Demonstration in Brokdorf aufzurufen habe die KPD/ML in einem Flugblatt aufgefordert, morgen vor der DDR-Vertretung in Bonn-Bad Godesberg gegen das Verschwinden eines KPD/MLers in der DDR zu demonstrieren.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
Das ZK der KPD gibt folgende Presseerklärung heraus:"
PRESSEERKLÄRUNG DES ZENTRALKOMITEES DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS (KPD) vom 19.2.1977 20 Uhr

Die KPD erklärt: Der 19.2. ist ein bedeutender Sieg für alle Gegner der volksfeindlichen Energiepolitik der Schmidt-Regierung und der Atommonopole, deren Interessen sie vertritt. 30 000 AKW-Gegner unter Führung der BUU, der sich mehr als 200 Bürgerinitiativen (BI,d.Vf.) angeschlossen haben, versammelten sich, den vielfältigsten Polizeischikanen, Kontrollen, Durchsuchungen und massiver Einschüchterung trotzend am Nachmittag in Wilster und führten in Neufeld angesichts der riesigen Militärmaschinerie des Bundesgrenzschutzes (BGS,d.Vf.) und der Polizeieinheiten aus der gesamten BRD eine kämpferische und geschlossene Abschlußkundgebung durch.

Den Veranstaltern der Kundgebung und Demonstration in Itzehoe, fast alle geschworene Anhänger der Atompolitik der Schmidt-Regierung, gelang es nicht, die AKW-Gegner zu spalten. Während der Kundgebung in Itzehoe war die Solidarität mit den AKW-Gegnern, die entschlossen waren, in Brokdorf zu demonstrieren, allgemein. Während und nach Beendigung der Demonstration stießen tausende ehrlicher AKW-Gegner zu den Demonstranten in Wilster.

Der 19.2. ist eine schwere Niederlage für die Schmidt, Stoltenberg, Mies und Co. Die SPD/FDP-Regierung hatte in den Tagen vor der Demonstration eine zügellose Hetze gegen die AKW-Gegner entfacht und sie in faschistischer Manier als 'irrational' und 'gewalttätig', als 'Chaoten' diffamiert. Sie hatte eine riesige Bürgerkriegsmaschinerie aufgefahren und wollte durch deren brutalen und blutigen Einsatz das gesamte Terrorarsenal der 'Inneren Sicherheit' rechtfertigen. Daraus ist nichts geworden.

Manipulierten Meldungen über Waffenarsenal etc. zum Trotz stieß die Praxis der Polizei, die Vorbeugehaft anzuwenden, und willkürliche Kontrollen und Durchsuchungen vorzunehmen, auf heftige Kritik, während die Disziplin und kämpferische Geschlossenheit der unter Leitung der BUU stehenden Demonstranten selbst von bürgerlichen Journalisten anerkannt werden mußte. Nicht die angebliche Blutrünstigkeit der Demonstranten, sondern der totale Polizeistaat entlarvte sich.

DIE KPD FORDERT DIE SOFORTIGE FREILASSUNG ALLER INHAFTIERTEN!

Die Leitung der BUU hat um 19 Uhr 30 den organisierten Rückzug von Neufeld beschlossen. Die KPD unterstützt vollständig diesen Beschluß, der eine erfolgreiche Aktion erfolgreich beendet. Der 19.2. stellt den Widerstand gegen die Atomenergiepolitik der SPD/FDP-Regierung und den Widerstand gegen die faschistische Gefahr in der BRD auf eine noch breitere Basis.

Schließen wir uns noch enger zusammen um die Parolen

KEIN AKW IN BROKDORF, WYHL UND ANDERSWO!
KEIN AKW IN GREIFSWALD, MAGDEBURG UND ANDERSWO!
WEG MIT DEM VOLKSFEINDLICHEN ATOMPROGRAMM DER SPD/FDP-REGIERUNG!
FÜR EINE ENERGIEVERSORGUNG UNABHÄNGIG VON DEN SUPERMÄCHTEN IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER 3.WELT!"
Verbreitet wird dieser Text u.a. in NRW durch das KPD-RK (vgl. 19.2.1977).
Q: KPD-RK NRW:Aktuelle Information: Großer Erfolg in Brokdorf!Dortmund o.J. (Feb. 1977),S.1

19.02.1977:
Die KPD (vgl. 23.2.1977) berichtet, daß der KBW heute nur mit geringen Kräften an der Demonstration gegen das AKW Brokdorf teilnimmt und stattdessen über 40 Kundgebungen in der gesamten 'BRD' durchführt, u.a. in:
- Hessen in Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Lahn und Wiesbaden;
- NRW in Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Köln und Münster;
- Rheinland-Pfalz in Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Trier;
- im Saarland in Saarbrücken.

Aufgerufen worden sei u.a. mit einem gestrigen Extrablatt der 'KVZ' - Ausgabe Mitte.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Darmstadt führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Frankfurt führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Wiesbaden führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Lahn führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Kassel führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
Laut KB demonstrieren ca. 1 500 vorwiegend niedersächsische AKW-Gegner am Bauplatz Grohnde und besetzen diesen. Laut SAG besetzen 2 000, u.a. Soldaten aus Hildesheim, den Bauplatz des AKW.

Berichtet wird auch durch die KPD (vgl. 23.2.1977).
Q: Arbeiterkampf Nr.100,Hamburg 7.3.1977,S.1; Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977;Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.18,Frankfurt 23.2.1977

19.02.1977:
Aus Hannover beteiligen sich, laut KPD (vgl. 23.2.1977), ca. 1 000 Personen an der bundesweiten Demonstration gegen das AKW Brokdorf.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
Vermutlich der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt ein Informationsblatt der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) heraus zur Demonstration gegen das AKW Brokdorf mit Karten von Hamburg, der Wilster Marsch und der Gegend um den Bauplatz. Eingeladen wird zur morgigen Auswertungsveranstaltung in der 'Jarrestadt' in Hamburg-Jarrestadt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Informationsblatt, o. O. 19.2.1977

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19.02.1977:
Die DKP Preetz berichtet von der örtlichen Beteiligung an der heutigen Kundgebung gegen das AKW Brokdorf in Itzehoe:"
Auch aus Preetz waren zahlreiche Demonstranten dem Aufruf der hiesigen Bürgerinitiative gefolgt. Sie beteiligten sich mit eigenen Transparenten".

Berichtet wird vom KBW-Vorgehen in Wilster und sodann fortgefahren:"
KBW-Anhänger hatten vorher auch in Preetz versucht, die Bürgerinitiative zu spalten und sie auf einen Provokationskurs festzulegen. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Preetz wies diese Versuche entschieden zurück. Die in der Bürgerinitiative verbündeten Umweltschützer - zu denen auch die Mitglieder der DKP gehören - werden auch künftig nicht zulassen, daß die Aktionen für den Schutz der Bevölkerung zum Abenteuerspielplatz umfunktioniert werden. … Die Front der Bürgerinitiativen wird stärker und einheitlicher werden, trotz der Schafe im maoistischen Wolfspelz und trotz der Drohungen von Stoltenberg und Co."
Q: B 76 Nr.2,Preetz März 1977,S.1f

19.02.1977:
Laut KB demonstrieren ca. 30 000 Menschen in der Wilster Marsch gegen den geplanten Bau eines AKW bei Brokdorf. Etwa gleichzeitig versammeln sich rund 20 000 Menschen in Itzehoe auf einer Kundgebung, zu der verschiedene Bürgerinitiativen, DKP, linke Sozialdemokraten u.a. aufgerufen hatten, die sich gegen eine Demonstration vor Ort aussprachen.

Verteilt wird ein Flugblatt von der offenbar in Hamburg ansässigen Initiative Weg mit der 'Spaltung' unter der Schlagzeile "An alle Demonstranten des 19.2.. Willkommen in Brokdorf?", dessen Auflage mit 10 000 angegeben wird.

Verteilt wird auch ein Flugblatt "An alle Sonderzugfahrer mit roten Fahrkarten!!!!", welches von der Nichteinhaltung der Vereinbarungen seitens der Deutschen Bundesbahn (DB) berichtet.

Die BUU Stadtteilgruppe Hamburg-Mundsburg veröffentlicht einen "Marsch für die Marsch".

Die Hamburger Gruppe Kirchliche Mitarbeiter und die Gewaltfreie Aktion verteilen ein Flugblatt "Liebe Mitbürger!" zum Stromzahlungsboykott welches auf die drei Infostände und die Veranstaltung in Itzehoe um 10 Uhr 30 hinweist.

Vermutlich in Hamburg wird auch ein mehrseitiges anonymes Spiritcarbonflugblatt veröffentlicht, welches beginnt: "Der Widerstand gegen das Atomenergieprogramm hat sich enorm erweitert." Enthalten sind Hintergrundinformationen zur Atomkraft.

Ebenfalls aus Hamburg stammt ein Flugblatt "Für die Einheit und Solidarität aller ehrlichen AKW-Gegner!", welches in Itzehoe verteilt wird.

Der KB berichtet:"
Innerhalb der KPD/ML wurde ebenfalls - und zwar hauptsächlich von seiten der Führung dieser Gruppe - mit der Blutbad-Argumentation gearbeitet. Ähnlich wie die GIM argumentierte die ML-Führung in der Organisation, daß man nicht in eine Falle laufen dürfe, daß man sich auf der Brokdorf-Demo nur unnötig blutige Köpfe holen würde etc., ebenso wie die GIM unterlag die KPD/ML-Führung dem massiven Propaganda-Feldzug der Bourgeoisie, ohne jeden Blick für die wirkliche Massenbewegung gegen die AKW's und für den erreichten Stand des politischen Bewußtseins innerhalb dieser Bewegung, was den sektiererischen Charakter dieser beiden Organisationen gleichermaßen hervorhebt. (Wir wollen nicht verschweigen, daß einzelne Mitglieder beider Organisationen trotzdem auf der Brokdorf-Demo dabei waren, die MLer sogar demonstrativ mit Parteifahne - etwa 50 Leute)."

"Die KPD/ML hatte vor dem 19.2. kein gutes Bild abgegeben: Am 5.2. erklärte sie auf der Bundeskonferenz der BI's in Wilster, in Brokdorf würde man 'dem Feind ins offene Messer laufen und daher werde die Partei in Itzehoe demonstrieren, am 6.2. hieß es dann: die Partei habe es sich überlegt und wolle doch mit nach Brokdorf kommen. Nichtsdestotrotz stimmten die KPD/ML-Vertreter in den BI's bei den nächsten Treffen gegen Brokdorf, für Itzehoe oder irgendwelche 'dezentralen Aktionen' … Nach dem 19.2. steht die KPD/ML natürlich wieder da, wo sie als Avantgarde der gesamtdeutschen Arbeiterklasse hingehört: nicht bloß auf der Seite der Sieger, sondern sogar an ihrer Spitze: 'Erfolgreiche Demonstration gegen KKW Brokdorf' lautete die Schlagzeile des 'Roten Morgen' vom 25.2."

"Der KBW bestätigt bei der dritten Brokdorf-Aktion seinen Ruf hirnloser Großmäuligkeit. So waren die KBW-ler die einzigen, die trotz eines mit überwältigender Mehrheit gefaßten Beschlusses der Demonstrationsleitung der Meinung waren, auf den Bauplatz durchstürmen zu müssen und vor allem … zu können … Bereits beim Abmarsch aus Wilster Richtung Brokdorf begannen die Provokationen des KBW, indem er sich mit sechs bis sieben Autos, KBW-Fahne frech vorneweg, an die Spitze des Zuges setzte …

Es gelang dann der Demonstrationsleitung, die vorher vereinbarte Zugordnung durchzusetzen und den KBW nach hinten abzudrängen. An der Polizeisperre angekommen, wollte der KBW am liebsten gleich durchbrechen …

Von hinten andrängelnd, versuchte der KBW, die vorderen Demonstrationsteile in die Polizei-Absperrung zu schubsen. KBW-ler mit Megaphonen liefen unterdessen am Zug entlang und forderten zum Sturm auf. Die Lage wurde aber rasch geklärt, indem feste Ketten gegen die Provokateure gebildet wurden und einigen Schreihälsen die Megaphone abgenommen wurden … Auf der Demonstration selbst marschierte der KBW - als einzige Organisation - in einem geschlossenen Block von vielleicht 600 - 700 Leuten. Dazu kamen noch ein paar KBW-ler im Zug verstreut, zusammen weniger als 1 000 KBW-ler insgesamt … Nachdem dieser provokatorische Unfug von dem Rest der Teilnehmer abgewiesen worden war, versuchte der KBW bei der Rückkehr in Wilster erneut sein Glück als Provokateur. So streute er zunächst das Gerücht aus, in der Wilstermarsch seien auf dem Rückzug einige tausend Demonstranten abgeschnitten worden - man müsse jetzt umkehren und sie befreien. Nachdem dieser Versuch, die Demonstranten zu einer Nachtübung zu überreden, gescheitert war, versuchte der KBW einige Zeit darauf, die allmählich aus Wilster abrückenden Demonstranten noch zu einer Fahrt bzw. Marsch nach Itzehoe zu gewinnen, wo angeblich KBW-Führer Fochler und weitere KBW-Prominenz in Haft genommen worden seien. Auch dieser Versuch, die Leute auf Reisen zu schicken, scheiterte. Zuguterletzt versuchte der KBW noch, den Lautsprecherwagen der Demonstrationsleitung zu stürmen, um sich Gehör zu verschaffen. Ein Ordnertrupp aus Westberliner KB Genossen und Eimsbüttler Spontis (Hamburg) machte der Provokation ein handfestes Ende … Der KBW spielt in der Bewegung die Rolle, die die Bourgeoisie oft ihren bezahlten Provokateuren überträgt. Wenn man solche Leute nicht rechtzeitig erkennt und lahmlegt, kann es schlecht aussehen."

"Der KBW hat für den 19.2. insgesamt nur schwach mobilisiert. Außerhalb Norddeutschlands hatte der KBW sogar ausdrücklich eine Mobilisierung nach Brokdorf abgelehnt … und örtliche Alternativ-Veranstaltungen durchgeführt. Aber selbst in Norddeutschland machte der KBW in den meisten Städten erst ein, zwei Tage vor dem 19.2. überhaupt nennenswerte 'Anstrengungen'. So kam es auch, daß der KBW am 19.2. mit weniger als 1 000 Leuten auf der Demonstration vertreten war."

Zur SAG heißt es:"
Die SAG (Sozialistische Arbeitergruppe), die in Norddeutschland im wesentlichen nur in Hannover und Hildesheim auftritt, spricht in einem ersten Flugblatt von einer 'Kapitulation in Brokdorf'. Die Demonstration durch die Wilster Marsch habe 'an eine klassische sozialdemokratische Massenveranstaltung' erinnert. Schuld daran sei, wie kann es anders sein, 'insbesondere der KB'. Konsequent wird dann auch sogar von den 'KB-Organisatoren der Brokdorfer-Demonstration' gesprochen."

Zur KPD heißt es:"
Die KPD hatte am 19.2. eine relativ positive Rolle gespielt, indem sie die kollektiven Beschlüsse der Demonstrationsleitung, die umfassende Konfrontation mit der Polizei möglichst zu vermeiden, voll mitgetragen hat."

Die KPD stellt fest:"
Unsere Partei hatte wesentlichen Anteil daran, daß eine der größten illegalen Demonstrationen der Nachkriegszeit … mit einem Sieg von weitreichender Bedeutung endete."

Die KPD gab am 16.2.1977 bekannt, daß Treffs der Brokdorf-Demonstranten in Hamburg, Kiel und der Raststätte Harburger Berge abgemacht seien und berichtet auch von der Vorbereitung der Itzehoer Aktion (vgl. 8.2.1977).

Am 23.2.1977 berichtet die KPD von 35 000 Menschen, die dem Verbot (vgl. 18.2.1977) trotzten, davon 450 aus Bielefeld und ca. 1 000 aus Hannover:"
Noch mehr wären es gewesen, hätten nicht die KPD/ML und der KBW der Schmidt-Regierung offen in die Hände gearbeitet."

Die Demonstrantenzahl sei in den Medien verfälscht worden.

Die KPD/ML sei gegen Brokdorf gewesen und ihr LV NRW habe nur Beobachter in den Brokdorfbussen gehabt und als es auf dem Hamburger Heiligengeistfeld hieß, die Polizei habe Schießbefehl, sei der größte Teil in Hamburg ausgestiegen.

In Wilster hätten 40 - 50 KPD/ML'er eine Gegenkundgebung gegen die Aktion in Brokdorf gemacht und sich daraufhin zurückgezogen.

Der KBW habe über 40 Kundgebungen in der ganzen 'BRD' durchgeführt, in Brokdorf sei er feige gewesen und habe einen eigenen Lautsprecherwagen gehabt.

Polizisten wurden eingesetzt aus Mannheim, Münster, Reutlingen, Nürnberg, Karlsruhe, Heidelberg, Frankfurt, Butzbach, Tübingen, Freiburg, Stuttgart, Würzburg, Bochum und München.

Über 90 Personen seien festgenommen und 6 000 nicht zur Demonstration gelassen worden.

In Itzehoe zählte die KPD 10 000, von denen sich noch über 3 000 nach Brokdorf aufgemacht hätten. Auf der Kundgebung habe sich Heinz Brandt auch gegen die AKWs in der DDR ausgesprochen. Auf der Kundgebung in Brokdorf habe die BUU geredet und es sei eine Solidaritätsresolution für Fritz Storim verabschiedet worden.

Die DKP Preetz berichtet:"
Stoltenberg und Springers 'Bild', Kanzler Schmidt und Innenminister Maihofer können reden und schreiben was sie wollen: Ihr Kernenergieprogramm hat in Itzehoe und Wilster erneut eine schwere Niederlage erlitten. Allein Itzehoe demonstrierten rund 40 000 Bürger gegen den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf."
Auch aus Preetz beteiligte sich die BI (vgl. dort) "an der größten Demonstration und Kundgebung, die Schleswig-Holstein nach Kriegsende erlebt hat.

Die Atomlobby hatte bei den Regierungen des Bundes und der Länder durchgesetzt, daß fast 7 000 Bereitschaftspolizisten und Angehörige des Bundesgrenzschutzes die Wilstermarsch in eine waffenstarrende Festung verwandelten. Doch diese bisher größte Notstandsübung scheiterte an der Disziplin der Demonstranten. Sie haben Stoltenberg und Springer nicht den Gefallen getan, sich durch die Zurschaustellung staatlicher Macht provozieren zu lassen. Und Stoltenbergs Helfershelfer im maoistischen 'KBW' wurden im Raum Wilster daran gehindert, der Polizei den Vorwand für Knüppelorgien und Gasangriffe zu liefern. …

Was sich in den Demonstrationen gegen die Atomlobby ausdrückte, war der Widerstand gegen eine Politik, die mit einem Riesenaufgebot Polizisten, mit Wasserwerfern und chemischen Keulen glaubte, das Profitstreben einiger Energiekonzerne gegen die Interessen der Bevölkerung durchsetzen zu können. Der Kampf gegen Kernkraftwerke - in Brokdorf und anderswo - wird weitergehen."

Laut DKP Wedel beteiligen sich in Itzehoe mehr als 40 000.

Die SAG rief nach Brokdorf auf, wo sie 30 000 Demonstranten ausmachte.

Die Gruppe Arbeiterstimme-Mehrheitsgruppe (vgl. 9.3.1977) rief nach eigenen Angaben mit einem Flugblatt "Gegen einen Amoklauf in Brokdorf" nach Itzehoe auf.

Berichtet bzw. aufgerufen wird auch durch das ZK der KPD (vgl. 16.2.1977, 19.2.1977), durch den KJVD der KPD (vgl. Feb. 1977, März 1977), durch die RH e. V. der KPD (vgl. Feb. 1977, März 1977) und in:
- Berlin bei Solex (vgl. 23.3.1977).
- NRW durch das KPD-RK (vgl. 7.2.1977, 16.2.1977, 19.2.1977) und die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD in Köln (vgl. März 1977) sowie durch das RK NRW des KJVD, welches sich mit einem Demonstrationsbericht bzw. einem Offenen Brief an die Mitglieder der SJD – Die Falken wendet.
Q: RH e.V.: Die Polizei bei Karstadt, Köln o.J. (1977),S.3; Rote Hilfe Nr. 2 und 3, Köln Feb. 1977 bzw. März 1977, S. 4f bzw. 1 und 8;Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.17 und 18,Frankfurt 9.2.1977 bzw. 23.2.1977;Die Meinung Nr.2,Wedel März 1977,S.3;B 76 Nr.2,Preetz März 1977,S.1f;Arbeiterkampf Nr. 96, 99 und 100, Hamburg 10.1.1977, 21.2.1977 bzw. 7.3.1977, S.*, S. 1ff bzw. S. 7;Arbeiterstimme Nr. 1/2, Nürnberg 9.3.1977;Aust, Stefan: Brokdorf, Hamburg 1981, S. 42;BUU Altona: Erneut: Schwerer Unfall im Atomkraftwerk Grundremmingen!, Hamburg 15.1.1977, S. 2;BUU Altona: Atomkraftwerke bedrohen unser Leben!, Hamburg o. J. (1977), S. 1;KJVD-RK NRW: Offenen Brief an die Mitglieder der SJD – Die Falken, Dortmund o. J. (1977);Kämpfende Jugend Nr. 2 und 3, Köln Feb. 1977 bzw. März 1977, S. 18ff bzw. S. 1 und 16ff;KPD-ZK:II.Parteitag der KPD. Rechenschaftsbericht des ZK, Dortmund 1977,S.278;KPD-RK NRW:19.2.: Atomkraftwerksgegner für Kundgebung in Brokdorf!, Dortmund o.J. (Feb. 1977),S.1;KPD-RK NRW: Heraus nach Brokdorf!, Dortmund o.J. (Feb. 1977),S.1f;KPD-RK NRW: Aktuelle Information: Großer Erfolg in Brokdorf!, Dortmund o.J. (Feb. 1977),S.1;Rote Fahne Nr.7,Köln 16.2.1977;Solex Arbeiterzeitung – Isci Gazetesi – Radnicki List Nr. 5, Berlin 23.3.1977, S. 6

Initiative Weg mit der 'Spaltung': An alle Demonstranten des 19.2.. Willkommen in Brokdorf?, Hamburg o. J. (19.2.1977) N. N.: An alle Sonderzugfahrer mit roten Fahrkarten!!!!, O. O. o. J. (19.2.1977); BUU Stadtteilgruppe Hamburg-Mundsburg: Marsch für die Marsch, o. O. (Hamburg) o. J. (1977); Gruppe Kirchliche Mitarbeiter / Gewaltfreie Aktion: Liebe Mitbürger!, Hamburg o. J. (19.2.1977); N. N.: Der Widerstand gegen das Atomenergieprogramm hat sich enorm erweitert, O. O. (Hamburg) o. J. (1977); N. N.: Für die Einheit und Solidarität aller ehrlichen AKW-Gegner!, Hamburg o. J. (1977)
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19.02.1977:
Das KPD-RK NRW gibt vermutlich in den heutigen späten Abendstunden ein Flugblatt von einer Seite DIN A4 unter Verantwortung von Marianne Brentzel, Dortmund, Münsterstr.95, mit der Überschrift "Aktuelle Information: Großer Erfolg in Brokdorf!" heraus, in dem die heutige Presserklärung des ZK der KPD abgedruckt wird.
Q: KPD-RK NRW:Aktuelle Information: Großer Erfolg in Brokdorf!Dortmund o.J. (Feb. 1977)

19.02.1977:
In Bochum führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Dortmund führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
Aus Bielefeld beteiligen sich heute, laut KPD (vgl. 23.2.1977), 450 Menschen an der Demonstration gegen das AKW Brokdorf in Brokdorf. Der KBW habe in Bielefeld eine Kundgebung durchgeführt.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Düsseldorf führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Duisburg führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Essen führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Aachen führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Köln führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Münster führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Mainz führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

23.03.1977:
In Edenkoben führt die IGM, laut SAG, eine Kundgebung gegen die Entlassung eines Betriebsrates bei Gillet durch.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.21,Frankfurt 13.4.1977

19.02.1977:
In Koblenz führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Saarbrücken führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977:
In Trier führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das AKW Brokdorf durch.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

20.02.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.106 (vgl. 6.2.1977, 6.3.1977) heraus. Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über die Anti-AKW-Aktionen (vgl. 19.2.1977) in Brokdorf und Itzehoe, wobei man selbst Brokdorf besser findet.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.106,München 20.2.1977

20.02.1977:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.34 (vgl. 20.12.1976, März 1977) heraus. Berichtet wird vom Kampf gegen die AKWs in Brokdorf in und Wyhl.
Q: Spartacus Nr.34,Essen 20.2.1977

20.02.1977:
Vom KBW (vgl. 19.2.1977) wurde eingeladen zur Auswertungsveranstaltung der gestrigen Brokdorfdemonstration um 19 Uhr in der 'Jarrestadt' in Hamburg-Jarrestadt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Informationsblatt, o. O. 19.2.1977

23.02.1977:
Die Bezirksleitung Rheinhessen / Pfalz des KBW gibt für BASF und Knoll Ludwigshafen sowie Röhm Worms ihren 'Chemiearbeiter' (vgl. BASF: 21.1.1977, 9.3.1977; Röhm: 12.4.1976, 9.3.1977) heraus mit dem Artikel "Das Kernenergieprogramm der Bundesregierung muß fallen!" zur Demonstration gegen das AKW Brokdorf am 19.2.1977, wobei aufgerufen wird zu Veranstaltungen am 24.2.1977 in Frankenthal und am 25.2.1977 in Germersheim, Ludwigshafen, Speyer und Worms.
Q: Chemiearbeiter Tarifkampf Chemie: Die Sozialdemokraten setzen auf Spaltung durch Prozentforderung und neues Lohnsystem. Für 170 Mark läßt sich einheitlich kämpfen!, Ludwigshafen 23.2.1977, S. 7f

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24.02.1977:
Der KBW Bezirk Bodensee gibt die 'KVZ-Bezirksbeilage Bodensee' Nr. 8 (vgl. 17.2.1977, 1.3.1977) mit dem Leitartikel "Breite Solidarität mit den Demonstranten in Brokdorf!" zum AKW-Protest heraus. Dokumentiert wird:"
Konstanz. Telegramm nach Brokdorf. 'Wir 35 Besucher der Gaststätte 'Beeses Wiggle' in Konstanz unterstützen den Kampf gegen das KKW in Brokdorf. Wir halten die Besetzung des Bauplatzes für notwendig.'
Sammlung von 18 DM in dieser Gaststätte für das Telegramm. Der Rest wurde auf einem Hausball gesammelt."

Berichtet wird auch von der Brokdorf-Solidarität bzw. Aktionen durch die Zellen Weingarten, Ravensburg und Sigmaringen sowie durch die ZF-Zelle:"
12 Kollegen der SABA Werke haben eine Solidaritätserklärung unterschrieben, die die Besetzung des Bauplatzes als notwendigen Schritt gegen das Kernkraftwerk hervorhebt."
Q: Kommunistische Volkszeitung – Bezirksbeilage Bodensee Nr. 8, Ravensburg 24.2.1977, S. 1f

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24.02.1977:
Der KBW gibt eine Bezirksbeilage Mittelfranken zur 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 8 (vgl. 10.2.1977, 3.3.1977) heraus mit den Artikeln:
- "Plan des KWU-Betriebsrats scheiterte: Schweigemarsch für Kernkraftwerke fiel ins Wasser", was geplant war als Antwort auf die Demonstration gegen das AKW Brokdorf, zu dem sich nur 200 bereit erklärten, woraufhin er abgesagt wurde;
- "Was sind das für KKW-Gegner" zum KOMM Nürnberg; und
- "Nürnberg: Gegen die Hetze und Lügenpropaganda der örtlichen Presse entwickelt sich der Kampf der Massen gegen das Kernenergieprogramm der Kapitalisten" zur Brokdorf-Berichterstattung der 'Nürnberger Nachrichten'.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittelfranken Nr. 8, Nürnberg 24.2.1977, S. 1ff

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24.02.1977:
Der KBW Bezirk Oberbayern / Schwaben gibt die 'KVZ-Bezirksbeilage Oberbayern/Schwaben' Nr. 8 (vgl. 17.2.1977, 3.3.1977) heraus. Über die Solidarität mit dem Kampf gegen das AKW Brokdorf wird berichtet aus Augsburg, Ingolstadt und München.
Q: Kommunistische Volkszeitung – Bezirksbeilage Oberbayern/Schwaben Nr. 8, München o. J., S. 4

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24.02.1977:
Der KBW gibt die Nr. 8 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 17.2.1977, 3.3.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Leitartikel "Der steckengebliebene Marsch nach Brokdorf" sowie den Artikeln "Kein Kernkraftwerk in Brokdorf und auch nicht anderswo", "Ein böser Fehler - Kein böser Fehler" zum Verhalten von KB und KPD in Brokdorf und "Die Operation gegen den Kernkraftwerksbau Brokdorf".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 8, Mannheim 24.2.1977, S. 1f, 4 und 10f

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24.02.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 8 (vgl. 17.2.1977, 3.3.1977) heraus mit dem Leitartikel "Das Kernkraftwerk in Brokdorf wird nicht gebaut werden!". In "Der Glasschaden wird bezahlt!" wird berichtet vom Angriff des KB auf das KBW-Büro im Zuge der Auseinandersetzungen wegen Brokdorf.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 8, Hamburg 24.2.1977, S. 1

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24.02.1977:
Die Bezirksleitung Rheinhessen / Pfalz des KBW rief auf zur Veranstaltung "Im Kampf gegen Kernkraftwerke aus Brokdorf lernen! Das Kernenergieprogramm der Bundesregierung muß fallen!" in Frankenthal.
Q: Chemiearbeiter Tarifkampf Chemie: Die Sozialdemokraten setzen auf Spaltung durch Prozentforderung und neues Lohnsystem. Für 170 Mark läßt sich einheitlich kämpfen!, Ludwigshafen 23.2.1977, S. 8

24.02.1977:
Zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 8 gibt der Bezirk Trier des KBW seine 'Trierer Volksstimme' (vgl. 17.2.1977, 17.3.1977) als Bezirksbeilage heraus mit dem Artikel "Das Kernenergieprogramm der Bundesregierung wird durch den Zusammenschluß der Volksmassen zu Fall gebracht werden!" zur Demonstration gegen das AKW Brokdorf am 19.2.1977, zu der es in der Trierer Initiative gegen Atomenergie (IGA) zwei Positionen gab, wobei der KBW örtliche Kundgebungen am 19.2. statt einer bundesweiten Demonstration befürwortete. Ein Teil der IGA führte am 19.2. einen Stand in Trier durch.
Q: Trierer Volksstimme Nr. 8, Trier 1977, S. 6

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25.02.1977:
Der Ermittlungsausschuß der BUU Hamburg veröffentlicht frühestens heute unter dem Titel "Privatjustiz der AKW-Betreiber mit Hilfe von 'Bild-Zeitung', Schulbehörde und 'unabhängiger' Gerichte gegen entschiedenen AKW-Gegner!" eine Unterschriftenliste gegen die Verurteilung des Lehrers Dr. Fritz Storim und die angestrebte Entlassung aus dem Schuldienst sowie eine Pressedokumentation dazu.
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Privatjustiz der AKW-Betreiber mit Hilfe von 'Bild-Zeitung', Schulbehörde und 'unabhängiger' Gerichte gegen entschiedenen AKW-Gegner!, Hamburg o. J.

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25.02.1977:
Die Bezirksleitung Rheinhessen / Pfalz des KBW rief auf zur Veranstaltung "Im Kampf gegen Kernkraftwerke aus Brokdorf lernen! Das Kernenergieprogramm der Bundesregierung muß fallen!" in Germersheim um 19 Uhr 30 im Nebenraum der Stadthalle.
Q: Chemiearbeiter Tarifkampf Chemie: Die Sozialdemokraten setzen auf Spaltung durch Prozentforderung und neues Lohnsystem. Für 170 Mark läßt sich einheitlich kämpfen!, Ludwigshafen 23.2.1977, S. 8

25.02.1977:
Die Bezirksleitung Rheinhessen / Pfalz des KBW rief auf zur Veranstaltung "Im Kampf gegen Kernkraftwerke aus Brokdorf lernen! Das Kernenergieprogramm der Bundesregierung muß fallen!" in Ludwigshafen um 19 Uhr 30 im Schnitzelparadies.
Q: Chemiearbeiter Tarifkampf Chemie: Die Sozialdemokraten setzen auf Spaltung durch Prozentforderung und neues Lohnsystem. Für 170 Mark läßt sich einheitlich kämpfen!, Ludwigshafen 23.2.1977, S. 8

25.02.1977:
Die Bezirksleitung Rheinhessen / Pfalz des KBW rief auf zur Veranstaltung "Im Kampf gegen Kernkraftwerke aus Brokdorf lernen! Das Kernenergieprogramm der Bundesregierung muß fallen!" in Speyer.
Q: Chemiearbeiter Tarifkampf Chemie: Die Sozialdemokraten setzen auf Spaltung durch Prozentforderung und neues Lohnsystem. Für 170 Mark läßt sich einheitlich kämpfen!, Ludwigshafen 23.2.1977, S. 8

25.02.1977:
Die Bezirksleitung Rheinhessen / Pfalz des KBW rief auf zur Veranstaltung "Im Kampf gegen Kernkraftwerke aus Brokdorf lernen! Das Kernenergieprogramm der Bundesregierung muß fallen!" in Worms in der Bahnhofsgaststätte.
Q: Chemiearbeiter Tarifkampf Chemie: Die Sozialdemokraten setzen auf Spaltung durch Prozentforderung und neues Lohnsystem. Für 170 Mark läßt sich einheitlich kämpfen!, Ludwigshafen 23.2.1977, S. 8

März 1977:
Der KBW gibt vermutlich im März seine 'Informationen für die Kollegen der Betriebe in Kaiserslautern' Nr. 3 (vgl. 27.1.1977, 22.4.1977) heraus mit Meldungen zum AKW Brokdorf.
Q: Informationen für die Kollegen der Betriebe in Kaiserslautern Nr. 3, Kaiserslautern 1977, S. 6

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03.03.1977:
Der KBW gibt die Nr. 9 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 24.2.1977, 10.3.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Leitartikel "'Totalitärer Atomstaat'? Maihofers Wanzen und der Kursverfall der Siemens-Aktien" zur Abhöraffäre Traube und der Aussage von Robert Jungk über den Atomstaat auf der Kundgebung in Itzehoe gegen das AKW Brokdorf am 19.2.1977. In "'Handlungsfähig'" geht es um den Polizeieinsatz in Brokdorf. In "Brokdorf: Der Bauplatz hätte besetzt werden können" wird berichtet von Protesten gegen die Demonstrationsleitung in Elmshorn und Itzehoe sowie durch die Fachschaftsgruppen Agrar und Medizin an der Uni Kiel. Ein Artikel widmet sich dem Thema "Brokdorf und die Linke. Der 'riesige Erfolg' der Opportunisten ist äußerst kurzlebig". Enthalten sind zu diesem Thema auch die Artikel "Zwei Bemerkungen zu zwei unfreiwilligen Enthüllungen" und "Dem KB Nord zur Kenntnis: Der Glasschaden muß bezahlt werden!" zu dessen Angriff auf das KBW-Büro. Dokumentiert wird vom Arbeitskreis für Politische Ökologie Hamburg die "Einschätzung der Kundgebung vom 19.2.1977 in Brokdorf".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 9, Mannheim 3.3.1977, S. 1f, 9 und 15

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03.03.1977:
Der KBW gibt zur heutigen Nr. 9 eine Bezirksbeilage Mittelfranken zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (vgl. 24.2.1977, 10.3.1977) heraus. Zur Haltung der MG zu den AKWs äußert sich der Artikel "'Marxistische Gruppe' zu Brokdorf: Diese Hunde beissen nicht".
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittelfranken Nr. 9, Nürnberg 1.3.1977, S. 5f

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03.03.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage (vgl. März 1977, 3.3.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 9 heraus mit den Artikeln "Ohne Auswertung des 19.2. kann die Einheit gegen die Bourgeoisie nicht hergestellt werden" und "HAW: Ofendurchbruch - Ursache: Profitwirtschaft", der auch von der Vorbereitung der Brokdorf-Demonstration berichtet.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 9, Hamburg 3.3.1977, S. 1ff

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03.03.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Extra-Bezirksbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - 3.3.1977, 3.3.1977) heraus mit einer angegebenen Auflage von 5 000 Stück und dem Leitartikel "'Dar set wie us to Wehr'" zur geplanten Atommülldeponie in Gorleben. Weitere Artikel sind:
- "Ohne Auswertung des 19.2. kann die Einheit nicht hergestellt werden" zur Brokdorfdemonstration;
- "Energiedebatte im Bundestag: parlamentarisches Manöver zur Durchsetzung des Energieprogramms"; sowie
- "Brokdorf: Der Bauplatz hätte besetzt werden können".
Dokumentiert wird die Solidarität der BUU Hamburg mit dem Berliner Protest gegen das Kraftwerk Oberjägerweg, aber auch mit dem Kampf gegen das AKW Grohnde, wo am 19.3.1977 demonstriert wird.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Extra 'Dar set wie us to Wehr', Hamburg 3.3.1977

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05.03.1977:
Laut KB beschließen in Kirchohsen ca. 50 niedersächsische BI's eine Kundgebung am Bauplatz des AKW Grohnde (vgl. 19.3.1977).
Dem stimmt auch der KBW zu "und wollte sich auch nicht davon abhalten lassen, die Kundgebung gleich selbst anzumelden". Laut SAG sind 40 BIs anwesend.

Der KBW (vgl. 3.3.1977) kündigte an:"
Hameln. Die Regionalkonferenz der Bürgerinitiativen Weserbergland hat beschlossen, am 19.3. in Grohnde am Bauplatz zu demonstrieren. Am 5.3. soll eine Bundeskonferenz aller Bürgerinitiativen in Emmerthal bei Hameln stattfinden. Ihr wird von einer Vorbereitungsgruppe von sechs Bürgerinitiativen ein Aufruf vorgeschlagen, eine Bauplatzbesetzung soll nicht ausgeschlossen werden, dazu soll die Bundeskonferenz die militärische Lage am Bauplatz erörtern. Die Demonstrationsleitung in Brokdorf wurde kritisiert. In Grohnde soll daraus gelernt werden."
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 9, Mannheim 3.3.1977, S. 9; Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.19,Frankfurt 16.3.1977;Arbeiterkampf Nr.101,Hamburg 21.3.1977,S.4

05.03.1977:
Die Anti-AKW BIs Harburg und Wilhelmsburg der BUU luden mit einem Flugblatt in einer Auflage von 3 000 Stück für heute 18 Uhr ins Ausländerzentrum Harburg, Gottschalckring 1, ein zum AKW-NEE Fest um die Demonstration der 30 000 in Wilster am 19.2.1977, was ein Erfolg gewesen sei, zu feiern.
Q: BUU Harburg und Wilhelmsburg: AKW-Nee-Fest, Hamburg o. J. (1977)

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10.03.1977:
Der KBW gibt die Nr. 10 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 3.3.1977, 17.3.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit den Artikeln "Aus den Fehlern in Brokdorf lernen! Den Zusammenschluß gegen das imperialistische Energieprogramm stärken", "Wilster. Gruppe Rote Fahne für imperialistisches Energieprogramm" und "Den ersten Orden hat der KB (Nord)" zu dessen Fischmehlangriffen auf den KBW in Hamburg und Hannover. Es erscheint der zweite Teil des Artikels "Brokdorf und die Linke", der sich der KPD/ML widmet. Ergänzt wird dieser durch Meldungen und Zitate "Ausgezogen um den Bauplatz von ferne im Scheinwerferlicht zu sehen? Trotzkistische Erlebnisse in der Wilster Marsch" zur GIM und zum Spartacusbund, sowie weitere Meldungen zur KPD und ihrem KJVD und unter dem Titel "Von dumpfen Ängsten umgetrieben" auch zu einem Angriff auf das KBW-Büro in Bochum wegen der 'Fischmehl'-Äußerung.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 10, Mannheim 10.3.1977, S. 9 und 16

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10.03.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage (vgl. 3.3.1977, 12.3.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 10 heraus mit dem Aufruf zur Demonstration am 12.3.1977 in Gorleben unter den Parolen "Kein Kernkraftwerk in Brokdorf! Keine Wiederaufbereitungsanlage in Gorleben und auch nicht anderswo!". Eingeladen wird zum KBW-Seminar gegen das imperialistische Energieprogramm am 11. und 13.3.1977.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 10, Hamburg 10.3.1977, S. 1

12.03.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Extra-Bezirksbeilage (vgl. 10.3.1977, 12.3.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) heraus mit einer angegebenen Auflage von 20 000 Stück und dem Leitartikel "Den Zusammenschluß gegen das imperialistische Energieprogramm stärken! Das Bündnis der Arbeiter und Bauern wird KKWs und Wiederaufbereitungsanlagen zu Fall bringen!" zur geplanten Atommülldeponie WAA in Gorleben. Weitere Artikel sind:
- "Ergebnisse der Marschenkonferenz und der BUU Hamburg" zur Brokdorfdemonstration vom 19.2.1977, wozu in Meldungen sowohl KB als auch KPD angegriffen werden;
- "Bourgeoisstreit um den Standort der Wiederaufbereitungsanlage"; sowie
- "Aus dem Memorandum der BBC-Kapitalisten" verfasst am 4.2.1977 in Mannheim.
Nur am Rande findet die Demonstration in Grohnde am 19.3.1977 Erwähnung.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Extra Den Zusammenschluß gegen das imperialistische Energieprogramm stärken! Das Bündnis der Arbeiter und Bauern wird KKWs und Wiederaufbereitungsanlagen zu Fall bringen!, Hamburg 12.3.1977

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12.03.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt vermutlich im IG BSE-Bereich bzw. der Bauindustrie eine Extra-Bezirksbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) heraus mit den Artikeln "Das Energieprogramm soll Höchstprofite sichern" und "Vorschlag des KBW. Aufruf zum weiteren Kampf gegen das Kernkraftwerk in Brokdorf."
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Extra Tarifinformation für Bau - Steine - Erden, Hamburg 12.3.1977, S. 2

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14.03.1977:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hamburg des KBW gibt seine 'Volksmiliz' (vgl. 13.2.1977, 28.3.1977) Nr. 5 heraus. In "Kampf dem imperialistischen Energieprogramm!" wird berichtet aus der Röttiger-Kaserne von der Absetzung eines Vertrauensmannes, der versucht hatte, Unterschriften für den Aufruf der BIs nach Brokdorf zu sammeln.
Q: Volksmiliz Nr. 5, Hamburg 14.3.1977, S. 6

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21.03.1977:
Laut KB "erhielt der presserechtlich Verantwortliche des Kommunistischen Bundes mit Datum vom 21.3.1977 einen Strafbefehl vom Amtsgericht Itzehoe. Für ein Flugblatt über den Polizeieinsatz am 30.10.1976 in Brokdorf, der zur Räumung des Platzes führte, sollen wir 1 800 DM bezahlen oder Kai Ehlers (der presserechtlich Verantwortliche für den KB) soll für 60 Tage ersatzweise in den Knast gehen. Begründung: Mit dem Flugblatt hätten wir am 9.11. andere beleidigt … Wir werden … in Itzehoe zum Prozeß gegen Kai mobilisieren und Gegenöffentlichkeit schaffen" (vgl. 31.5.1977).
Q: Arbeiterkampf Nr.104,Hamburg 16.5.1977,S.18

24.03.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 12 (vgl. 17.3.1977, 31.3.1977) in einer Ausgabe Nord heraus. Dokumentiert wird ein "Offener Brief der Bürgerinitiative Eckernförde an den DGB" vom 17.3.1977 zum 1. Mai, der sich auch gegen das AKW Brokdorf richtet.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 12, Mannheim 24.3.1977, S. 9

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24.03.1977:
Zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 12 gibt der Bezirk Trier des KBW eine Bezirksbeilage (vgl. 17.3.1977, 31.3.1977) heraus mit dem Artikel "Polizei in Brokdorf: Ratlos und zersetzt" zu einem Gespräch mit einem Bereitschaftspolizisten.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Trier Nr. 12, Trier 23.3.1977, S. 2

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29.03.1977:
Der KB veröffentlicht die Broschüre "Polizeiterror gegen AKW-Gegner" in einer Auflage von 10 000 Stück, in der von den Demonstrationen in Brokdorf (vgl. 19.2.1977) und Grohnde (vgl. 19.3.1977) berichtet wird.

Enthalten ist die "Erklärung des Kommunistischen Bundes zu den Kriminalisierungs- und Verbotsdrohungen gegen die AKW-Gegner".
Q: KB: Polizeiterror gegen AKW-Gegner, Hamburg 29.3.1977

31.03.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage (vgl. 21.3.1977, 7.4.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 13 heraus mit dem Artikel "Stromboykott: 'Kein AKW mit unserem Geld' - Eine Pfarreridee zur Vernebelung der Ziele der Bewegung gegen Kernkraftwerke" zum STROBO, für den am 19.2.1977 das erste Flugblatt verteilt worden sei, während ein Mitglied der Gruppe Kirchlicher Mitarbeiter sich einige Tage zuvor im Radio über die zu erwartende Gewalt in Brokdorf beklagt habe.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 13, Hamburg 31.3.1977, S. 2

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Letzte Änderung: 28.08.2015

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