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Dortmund
Der 1. Mai 1971 und die Disziplinierung des mit roter Fahne in Uniform demonstrierenden Bundeswehrsoldaten Rüdiger Raguse

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 15.5.2005

Materiallage

Es lagen zahlreiche Materialien vor.

Die Organisationen

Am Dortmunder 1.Mai 1971 sind neben dem DGB vor allem die SPD und DKP, sowie in einer eigenen Demonstration auch die KPD/ML-ZB und KPD/ML-ZK beteiligt.

Wichtige Themen und Ereignisse

Hier werden nur die drei 1. Maidemonstrationen in Dortmund 1971, deren Vorbereitung und spätere Würdigung, sowohl durch die Bundeswehr als auch die KPD/ML-ZB.

Der Dortmunder Hoeschlehrling Rüdiger Raguse, damals vermutlich Anhänger der SDAJ der DKP, fällt schon Anfang 1971 bei der Bundeswehr auf (vgl. 1.2.1971).

Demonstration gegen Fahrpreiserhöhungen in Dortmund 1971Die Maivorbereitung erfolgt ansonsten erst spät, da die betroffenen linken Gruppen Dortmunds im März und auch Anfang April noch mit den Fahrpreiskämpfen der Aktion Roter Punkt beschäftigt sind.

Sowohl die KPD/ML-ZB als auch die KPD/ML-ZK mobilisieren im gesamten weiteren Ruhrgebiet, jedenfalls zumindest dort, wo sie vertreten sind, wie etwa in Bochum im Ruhrpark (vgl. Apr. 1971) bzw. in der Frauenarbeit (vgl. 26.4.1971), in Bottrop bei Prosper (vgl. 30.4.1971), in Duisburg bei Mannesmann (vgl. Apr. 1971) und gar noch in Münster bei Hamel, Jäger und Winkhaus (vgl. 30.4.1971) für ihre jeweiligen Aktionen.

Bei der Hoesch-Westfalenhütte Dortmund versucht sich die KPD/ML-ZB kurz vor dem 1.Mai gar noch an einer betrieblichen Aktionseinheit mit dem IGM-VLK und den Betriebsgruppen der DKP und SPD, um diese so in Widerspruch zu ihrer jeweiligen Führung zu bringen (vgl. 13.4.1971,19.4.1971). Es wundert nicht wirklich, dass dem kein Erfolg beschieden war, ist doch die einschlägige betriebliche Agitation der KPD/ML-ZB (vgl. 14.4.1971, 16.4.1971) dazu eher wenig geeignet.

Die Rote Garde (RG) Dortmund der KPD/ML-ZK (vgl. 19.4.1971) verbindet den 1.Mai mit dem Vietnamkrieg. Für die KPD/ML-ZK reist auch Ernst Aust zur Maiveranstaltung nach Dortmund an (vgl. 23.4.1971).

Die DKP nimmt in Dortmund auch betrieblich in wohl allen ihrer damaligen regulären Betriebszeitungen ablehnend zum Bündnisangebot der KPD/ML-ZB Stellung (vgl. 26.4.1971), die KPD/ML-ZB dagegen mobilisiert bei Hoesch Dortmund (vgl. 26.4.1971), die KPD/ML-ZK auch im Dortmunder Hochschulbereich (vgl. 26.4.1971), vermutlich eher an der PH als an der Uni, sowie gemeinsam mit der RG (vgl. 26.4.1971) und auch mit einer Maizeitung (vgl. 26.4.1971).

Von den drei Dortmunder 1.Maidemonstrationen war die des DGB mit Abschlusskundgebung im Westfalenpark mit weitem Abstand die größte. An einer der drei Marschsäulen beteiligen sich auch zwei Soldaten in Uniform mit roten Fahnen, wobei wir nur von der späteren Disziplinierung des Hoeschlehrling Rüdiger Raguse aus Lübeck erfahren (vgl.13.7.1971). Es verwundert nicht, dass sich die Betriebsversammlung der Hoesch-Westfalenhütte solidarisiert (vgl. 8.7.1971), ebenso wie die DKP (vgl. 19.7.1971, 5.8.1971), die laut KPD/ML-ZB am 1.Mai selbst das BVG beklatschte.

In Eving, Lindenhorst und der Nordstadt marschierte die KPD/ML-ZB ebenfalls unter roten Fahnen, zwar nicht in Uniform und auch als weit kleinere Gruppe als der DGB, war aber hinterher darauf trotzdem ungemein stolz (vgl.14.6.1971), propagierte diese vorbildliche Aktion noch wiederholt. Im Gegensatz zu der antifaschistischen Demonstration vom Januar 1971 scheint diese Demonstration als Erfolg bewertet worden zu sein.

Roter Morgen (Nr. 2, Februar 1971) zum Entwurf des neuen BVGAuffällig erscheint, dass obwohl das Betriebsverfassungsgesetz (BVG) für große Teile der Linken das zentrale Thema des Jahres 1971 im betrieblichen Bereich darstellt und auch auf zahleichen Maikundgebungen intensiv behandelt wurde und überdies noch der für den Entwurf verantwortliche, Walter Arendt, in Dortmund spricht, die KPD/ML-ZB keine einzige Forderung gegen das BVG propagiert, von allgemeinen Parolen gegen die 'Verrätereien der SPD-Führer' einmal abgesehen.

Vor allem im Gegensatz zu der, wohl kleineren und nicht so arg proletarisch zusammengesetzten, Demonstration der KPD/ML-ZK aber, konnte die KPD/ML-ZB sich zumindest nach eigenem guten Glauben in ihrer Rolle als Vorhut des revolutionären Ruhrproletariats bestätigt fühlen.



Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

01.02.1971:  Die DKP (vgl. 13.2.1971) berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
STRENG VERBOTEN

Über den Pionier Hans-Rüdiger Raguse, Angehöriger eines Pionierbataillons in Lübeck (und Lehrling bei Hoesch Dortmund - IGM-Bereich,d.Vf.), wurde vom Kompaniechef, Hauptmann König, eine Disziplinarstrafe verhängt. Er erhielt einen 'strengen Verweis'. Der Hauptmann gab für sein 'Urteil' folgende Begründung: Raguse habe 'ein Plakat der SDAJ, das zur Bejahung des deutsch-sowjetischen Vertrages (mit der SU,d.Vf.) aufforderte, an der Außenseite seines Spindes für jedermann sichtbar ausgehängt...'

Das wird dem Pionier als 'Werbung für politische Gruppen' ausgelegt, die verboten sei. Mit keinem Wort berücksichtigt der Kompaniechef den politischen Inhalt des Plakates. Somit hat ein Hauptmann der Bundeswehr die Werbung für den Vertrag, den die Bundesregierung in Moskau unterschrieben hat und dessen Ratifizierung in der Öffentlichkeit immer nachdrücklicher gefordert wird, unter Strafe gestellt. Bislang wurde der Offizier disziplinarisch noch nicht belangt."
=Unsere Zeit Nr.7,Düsseldorf 13.2.1971,S. 1

April 1971:  Die Nr.5 des 'Röhrenkieker' - Betriebszeitung der Roten Mannesmann-Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK erscheint vermutlich im April für Mannesmann (MM) in Duisburg (vgl. März 1971, 10.5.1971).

Der Hauptartikel lautet: 'Heraus zum 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterklasse.' Der Artikel enthält die Aufforderung, "an der zentralen Mai-Demonstration der KPD/ML im Ruhrgebiet (Dortmund) teilzunehmen".
=Der Röhrenkieker Nr.5,Duisburg 1971

April 1971:  Das 'Ruhr-Park Info' Nr.5 erscheint in Bochum (vgl. Sept. 1970, Aug. 1971) mit 16 Seiten DIN A 4 für die Einzelhandelsbetriebe im Ruhrpark. Die Betriebszeitung wird herausgegeben von einem Redaktionskollektiv aus Angestellten, Arbeitern, Lehrlingen und Studenten unter Verantwortung von Norbert Otte, Bochum. Die Gruppe, die mit der KPD/ML-ZK sympathisiert, nennt sich Rote Ruhrpark-Gruppe (RRG).

Enthalten ist auch der folgende Beitrag, der u.a. zur Dortmunder Maidemonstration der KPD/ML-ZK aufruft:"
1.MAI - KAMPFTAG DER ARBEITERKLASSE

ERKLÄRUNG DER ROTEN RUHRPARKGRUPPE

Sicher haben viele Kolleginnen und Kollegen festgestellt, daß sich im Titel des RUHRPARK-INFO eine 'Kleinigkeit' geändert hat. Dort steht nicht mehr 'sozialistische Zeitung der Ruhrpark-Betriebe', sondern 'Betriebszeitung der Roten Ruhrpark Gruppe'. Rote Ruhrpark Gruppe (RRG) - was bewog uns zu dieser Umbenennung? Unsere Stellungnahme zum 1.Mai (in der sich die bisherige politische Entwicklung unserer Gruppe teilweise widerspiegelt), sowie die Begründung unserer Teilnahme am Roten Mai-Komitee Bochum werden diese Frage beantworten.

DIE BEDEUTUNG DES 1.MAI

Seit 1889 ist der 1.Mai der internationale Kampftag der Arbeiterklasse. Der internationale Arbeiterkongreß in Paris wählte damals den 1.Mai in Erinnerung an das sog. 'Massaker von Chicago'. Dort war es am 1.5.1986 zum bis dahin größten Massenstreik der Werktätigen gekommen. Die von den Kapitalisten angeforderte und prompt 'gelieferte' Polizei machte die streikenden Männer, Frauen und Jugendlichen mit Bomben, Granaten und Gewehrsalven nieder. Es sollte nicht das einzige von der herrschenden Klasse angerichtete Blutbad bleiben. Hier nur die wichtigsten Tatsachen:

1914 - Junker und Stahlbarone schicken Arbeiter, Angestellte und Bauern in den imperialistischen Raubkrieg; die für diesen Weltkrieg notwendigen Kriegskredite erhalten die Zustimmung der SPD- und Gewerkschaftsbonzen.

1919 - Die Kriegstreiber haben es geschafft: die SPD ist als Bundesgenosse gewonnen. Der SPD-Minister NOSKE hat entscheidenden Anteil an der blutigen Zerschlagung der 18er Revolution.

1920 - Ebenso entscheidend ist sein Anteil am bestialischen Terror gegen die Rote Ruhrarmee, die in der Hauptsache aus Berg- und Stahlarbeitern bestand.

1929 - Am 1.Mai werden 33 Berliner Arbeiter ermordet; verantwortlich: der SPD-Polizeipräsident Berlins, Zörgiebel.

1933 - Aufforderung des ADGB, die Arbeiter sollten sich am '1.Mai' der Nazis beteiligen; kurz danach wandern tausende sozialdemokratischer und kommunistischer Arbeiter in die KZs. Die meisten von ihnen werden nach jahrelangen Folterungen umgebracht; unter ihnen der bei allen fortschrittlichen Arbeitern unvergessene KPD-Führer Ernst 'Teddy' Thälmann.

Dieser sicher zu kurze geschichtliche Rückblick zeigt eines deutlich:

Die Kapitalisten rückten und rücken nichts freiwillig heraus; jede auch noch so kleine Verbesserung ihrer Lage mußten sich die Arbeiter und Angestellten erkämpfen!

Wie diese Kämpfe von Seiten der herrschenden Klasse und ihrem Staats- und Polizeiapparat jeweils beantwortet wurden, zeigten die Beispiele. Dennoch ließ sich die Arbeiterklasse trotz schwerster Niederlagen (z.B. durch den Faschismus) nicht entmutigen. Vielmehr nahm sie nach 1945, wenn auch nach langer Pause, den Klassenkampf, diesmal im 'Wohlfahrtsstaat' BRD, wieder auf:

1952 - Streiks gegen Adenauers reaktionäres Betriebsverfassungsgesetz (BVG,d.Vf.);
1969 - Septemberstreiks;
1970 - Streiks der Metaller.

Diese Tatsachen (u.a.) bestätigen den 1.Mai als Kampftag der Arbeiterklasse.

Damit sind wir beim ersten wichtigen Grund, warum wir uns am Roten Maikomitee beteiligen:

- weil der 1.Mai nach wie vor der Kampftag der Arbeiterklasse ist, ist es die Pflicht aller fortschrittlichen Werktätigen, diese Tatsache wieder ins Bewußtsein aller Kolleginnen und Kollegen zu rücken; besonders bei denjenigen Kolleginnen und Kollegen, die durch den 'Tag der Arbeit'-Schwindel hereingelegt wurden und werden.

Wer die Hereinleger sind?

REAKTIONÄRE UND ARBEITERVERRÄTER

Schauen wir uns einmal die politische Situation an. Ist es nicht erstaunlich, daß sich, was den 'Tag der Arbeit' angeht, alle Bonzen so blendend einig sind, von den Reaktionären der CDU/CSU bis hin zu den Arbeiterverrätern der SPD- und DGB-Führung? Jawohl, Reaktionäre und ... (eine Zeile nicht mitgedruckt,d.Vf.) talistenagentur CDU/CSU weiß man ja mittlerweile, was man zu halten hat. Anders bei der Einschätzung der SPD- und DGB-Führung und den von diesen Herren gehandhabten und 'gewarteten' Partei- und GewerkschaftsAPPARATEN. Da sind viele nicht so sicher. Viele GLAUBEN ncoh immer, die entscheidenden Männer, Vorstände und Bürokratien dieser Organisationen würden im Interesse der Arbeiter und Angestellten handeln. Daß dies nicht der Fall ist, dafür gibt es eine große Unzahl unmittelbarer Erfahrungen, die Kolleginnen und Kollegen z.B. mit den DGB-Apparatschiks gemacht haben (Siehe z.B. den Bericht über die HM-Betriebsversammlung.)

Ebenso bekannt sind die allgemeinen Tatsachen, z.B. die Teilnahme an der 'Konzertierten Aktion', der 'Rückzug' bei den NS-Gesetzen (NSG - vgl. 30.5.1968,d.Vf.), die 'Geheimverhandlungen' jetzt bei der IG Bergbau (IGBE in der BETR,d.Vf.), oder die 'hervorragende' Unterstützung der 1969er und 1970er Streiks (damals machten die Bonzen für die Arbeiter keinen Finger krumm; vielmehr redeten die meisten von ihnen wie die Unternehmer von 'wilden' Arbeitsniederlegungen); nicht zu vergessen, das 'neue' BVG des 'Kollegen' Arendt.

SPD - ARBEITERPARTEI?

Wie arbeiterfreundlich die SPD ist, zeigt sich z.B. an der Verabschiedung der Notstandsgesetze, an der KZ (Konjunktur-Zuschlag)-Steuer (vgl. 11.7.1970,d.Vf.), am 'neuen' BVG, das demnächst kommt, am Berliner Handgranatengesetz, usw. Resultat: DGB- und SPD-Bonzokratie haben aus dem 1.Mai ein 'Friede- Freude-Eierkuchen'-Fest gemacht. Sie lassen Sonntagserden halten, wie z.B. in Dortmund, sie tanzen in den Mai und machen eine Tombola wie z.B. der DGB-Fan-Club, DKP genannt, in Essen, oder 'feiern' gar im Saal vor auswerwählten Funktionären, wie z.B. in Berlin.

Durch machtvolle Kundgebungen und Demonstrationen die Stärke und den Kampfeswillen der Arbeiter und Angestellten zu zeigen, - das kommt diesen Herren gar nicht in den Sinn, darf auch nicht, denn was sie wollen, ist alles andere als eine starke Arbeiterklasse. Diese feigen Herren wollen stattdessen 'mündige Arbeitnehmer', die sich in Ruhe und Ordnung ausbeuten, ausmisten und übers Ohr hauen lassen.

Wir sind der Meinung, daß mit dieser Art, den 1.Mai kaputtzufeiern, endlich Schluß sein muß.

Deshalb unterstützen wir das Rote Mai-Komitee Bochum, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, 'die revolutionäre Tradition des 1.Mai zu wahren und fortzusetzen.' Und zu dieser (jawohl) REVOLUTIONÄPREN Tradition bekennen wir uns.

Kolleginnen und Kollegen!

Lest und diskutiert die Artikel der Zeitung des Roten Mai-Komitees (vgl. 12.4.1971,d.Vf.)!
Lest und diskutiert Ruhrpark-Info!

KRITISIERT!

KOMMT ZUR ZENTRALEN ROTEN MAI-DEMONSTRATION DES RUHRGEBIETS IN DORTMUND!

(Beginn um 14 Uhr; Aufstellung Ecke Yorckstr. / Landwehr)

HERAUS ZUM 1.MAI!

ZUM KAMPFTAG DER ARBEITERKLASSE ALLER LÄNDER!

HERAUS ZUR ZENTRALEN MAI-DEMONSTRATION DES RUHRGEBIETS!"
=Ruhr Park Info Nr.5,Bochum Apr. 1971

13.04.1971:  Die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe Hoesch Westfalenhütte Dortmund berichtet:"
Folgendes BÜNDNISANGEBOT richteten wir an den V-Leute-Körper (VLK der IGM,d.Vf.) der Westfalenhütte,
an die DKP-Betriebsgruppe der Westfalenhütte
an die SPD-Betriebsgruppe der Westfalenhütte

Betriebsgruppe Westfalenhütte der KPD/ML Dortmund, den 13.4.1971

Werte Genossen!

Am 1. Mai muß die Arbeiterklasse in Westdeutschland und Westberlin gegen die verschärften Angriffe der SPD-Regierung auf die Lage der Arbeiterklasse mit einer geschlossenen Demonstration ihrer Stärke und Kampfkraft antworten. Jedermann sieht, daß angesichts der neuen zyklischen Krise die Lage der Arbeiterklasse sich verschlechtert. Hier bei Hoesch planen die Kapitalisten, noch in diesem Jahr die Fusion mit Hoogovens durchzuführen. Das bedeutet langfristig für einen Großteil der Kollegen, daß sie auf die Straße fliegen.

Voriges Jahr haben die Hoesch-Kollegen durch ihr entschlossenes Auftreten erreicht, daß die Fusionspläne vorläufig zurückgezogen wurden. Doch war das kein endgültiger Erfolg.

Jetzt soll die Fusion hinter dem Rücken der Kollegen ausgemauschelt werden und zwar mit Hilfe der rechten Gewerkschaftsführer wie Troche und Pfeiffer. Sie wollen einen erneuten Kampf der Hoesch-Kollegen hintertreiben, indem sie keinerlei Informationen über die Pläne der Betriebsleitung herausgeben.

Deshalb ist es notwendig, daß die V-Leute, DKP-Genossen, sozialdemokratischen Kollegen, ALLE KOLLEGEN geschlossen sich zur Wehr setzen.

Genauso geschlossen müssen wir gegen das Lohndiktat der SPD-Regierung kämpfen. Schiller hat mit den rechten Gewerkschaftsführern im Interesse der Monopole hier einen versteckten Angriff auf die gewerkschaftlichen Rechte der Arbeiterklasse gestartet. Mit allen Mitteln der Zwangsschlichtung versucht die SPD-Regierung, den Lohn der Arbeiterklasse zu drücken. Durch Steuererhöhungen und Preistreiberei rauben die SPD-Führer der Arbeiterklasse einen Teil des niedrigen Lohns. Aber nicht nur an der wirtschaftlichen Front gilt es, die einheitliche Front der Arbeiterklasse herzustellen.

Nicht nur das Lohndiktat, sondern auch zahlreiche Notstandsmaßnahmen fügen der Arbeiterklasse schweren Schaden zu. So rüstet die SPD-Regierung in unverschämter Weise ihr Bürgerkriegsheer auf, den Bundesgrenzschutz (BGS,d.Vf.). So wird sie das KPD-Verbot gegen alle revolutionären Organisationen der Arbeiterklasse anwenden und bedroht damit alle fortschrittlichen Werktätigen. Das Gefährliche ist, daß die SPD-Regierung eine unglaubliche Demagogie gegenüber der Arbeiterklasse zur Tarnung ihrer Vorbereitung auf den offenen Angriff gegen die Arbeiterklasse benutzt. Nur sie war in der Lage, den Widerstand der Arbeiterklasse gegen as reaktionäre Adenauer-BVG zu brechen, nur sie war in der Lage, durch unglaubliche Lügen die Bewegung gegen die Notstandsgesetze (NSG,d.Vf.) ins Leere laufen zu lassen; heute versucht die Sozialdemokratie, ihre 'Reformen' an den Mann zu bringen. Dabei kommt ein BVG heraus, was das alte Adenauer-BVG noch übertrifft und ein Durchführungsgesetz zu den Notstandsgesetzen ist. Alle sozialdemokratischen Arbeiter sollten den Kampf gegen ihre verräterische Führung aufnehmen und entschlossen für ihre Interessen, für die Interessen aller Werktätigen eintreten.

Aber auch auf dem Gebiet der imperialistischen Politik übertrifft die SPD-Regierung die reaktionäre Außenpolitik der Adenauer-CDU. Nur sie ist in der Lage, die Völker Osteuropas über ihre wahren Absichten zu täuschen, weil sie sich in verlogener Weise auf den heroischen Kampf der sozialdemokratischen Arbeiter gegen die faschistische Blutherrschaft über die Völker Osteuropas beruft. So erschleicht sich die SPD-Regierung das Vertrauen der Völker Osteuropas. Im troß der SPD-Regierung ziehen aber immer ihre wahren Auftraggeber, die Krupps und Thyssen, die Profiteure des Hitlerkrieges.

Am 1. Mai muß sich der Kampf aller fortschrittlichen Kräfte gegen Lohndiktat und Lohnraub richten. Er muß sich weiter gegen Imperialismus und imperialistischen Krieg und gegen die wachsende faschistische Gefahr wenden. Gleichzeitig muß der 1. Mai ein Tag der kämpferischen Solidarität mit den Völkern Indochinas und Palästinas sein, die einen großartigen Kampf gegen die US-Imperialisten führen.

Der 1. Mai ist aber auch ein Kampftag der Arbeiterklasse für den Sozialismus, für den Kampf gegen die Diktatur des Kapitals, für einen Arbeiter- und Bauernstaat, für die Diktatur des Proletariats. Die KPD/ML veranstaltet auf dieser Grundlage am 1. Mai in Dortmund eine Demonstration und Kundgebung unter der Parole:
Kampf dem Lohnraub! Kampf dem Lohndiktat! Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung die geschlossene Front der Arbeiterklasse!
Wir fordern euch auf, im Sinne der Einheit der Arbeiterklasse für diese Kampfziele mit uns zu demonstrieren. Wir bitten euch, am 19. April um 20 Uhr im Robert-Eck um ein Gespräch, in dem wir über dieses Angebot diskutieren können. Wir sind auch gerne bereit, auf einen Termin und Ort, den Ihr vorschlagt, einzugehen.

Es lebe die Einheit der Arbeiterklasse!
Es lebe der rote 1. Mai!"
=Die Rote Westfalenwalze Heraus zum 1.Mai!,Dortmund o.J. (Apr. 1971),S.5f

14.04.1971:  Von der KPD/ML-ZB herausgegeben erscheint bei Hoesch-Westfalenhütte Dortmund frühestens heute eine 'Rote Westfalenwalze' (vgl. 31.3.1971, 16.4.1971) mit 8 Seiten DIN A 4:"
HERAUS ZUM 1. MAI!

'Dortmund ist rot!' hieß es Ende der 20er Jahre 1928/29. Damals, als die Weltwirtschaftskrise die Arbeiterklasse in ungeheures Elend stürzte. Weil die Monopolherren zu niedrige Profite machten, blieben die Lager voll- und tausende Kumpels und Kollegen lagen auf der Straße. Für die Kollegen in der Schwerindustrie führten die sozialdemokratischen Führer zusammen mit den rechten Gewerkschaftsführern die Arbeitszeitverlängerung ein: 50 - 60- Stundenwoche. Als die Stahlarbeiter 15 Pfg. mehr forderten, fertigten die sozialdemokratischen Führer sie mit dem 2 Pfg.-Schiedsspruch ab. Die Dortmunder Kumpels und Kollegen kämpften gegen das Übel an der Wurzel: Gegen den Kapitalismus und die Arbeiterverräter.

Am 1. Mai beherrschten rote Fahnen das Bild von Dortmund. Die Arbeiter waren bei den Demonstrationen der KPD. Im Süden Dortmunds machten die sozialdemokratischen Führer ihre verräterischen Versammlungen 'ungestört' von Arbeitern.

1971: Die Krise schreitet voran. Die Lebensinteressen der Hoesch-Arbeiter sind bedroht. Die SPD-Regierung hat nichts anderes im Sinn, als die Arbeiter auszunehmen, die Krise auf ihrem Rücken auszutragen. Der DGB holt zum 1. Mai Arendt nach Dortmund, der die Arbeiter auf einer Staatsfeier beschwatzen und ablenken soll. Kollegen, dort habt ihr nichts zu suchen, dort wird der Verrat an euch gefeiert. Dort ist der Platz eines Arbeiterverräters vom Schlage Pfeiffer, Troche und Co.

KOLLEGEN, DEMONSTRIERT AM 1. MAI MIT DER KPD/ML

unter der Losung
KAMPF DEM LOHNDIKTAT!
KAMPF DEM LOHNRAUB!
GEGEN DIE VERRÄTEREIEN DER SPD-REGIERUNG DIE GESCHLOSSENE FRONT DER ARBEITERKLASSE!

Die neue Wirtschaftskrise in fast allen kapitalistischen Ländern verschlechtert die Lage Arbeiterklasse zusehends. Die SPD-Regierung ist im Bunde mit den rechten Gewerkschaftsführern und im Auftrag des Großkapitals dazu übergegangen, die Notstandsgesetze (NSG,d.Vf.) Stück für Stück in die Tat umzusetzen. Gegen die Kämpfe der Arbeiterklasse zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Lage, die von den Krisenangriffen der Kapitalisten bedroht ist, versucht die SPD-Regierung das Lohndiktat von 7% durchzusetzen. Das ist ein eindeutiger Schlag gegen die gewerkschaftlichen Rechte der Arbeiterklasse. Hier zeigt die SPD-Regierung ein weiteres Mal ihre Rolle als Handlanger des Kapitals. Sie verbindet diese Maßnahmen mit einer ganzen Reihe von anderen reaktionären Taten, die nur dem Zweck dienen, die Arbeiterklasse niederzuhalten. Solche Maßnahmen sind: das neue BVG, das Abhörgesetz, die militärische Aufrüstung der Polizei, der Ausbau des Bundesgrenzschutzes (BGS,d.Vf.) zur Bürgerkriegsarmee und die verstärkte Förderung faschistischer Banden durch die SPD-Regierung.

Was sollen alle diese Maßnahmen anderes bedeuten als die aktive Vorbereitung einer faschistischen Machtergreifung? Die SPD-Regierung spielt, ob sie will oder nicht, die Rolle einer aktiven Vorbereiterin des Faschismus.

DIE SPD-REGIERUNG IST DER WEGBEREITER DES FASCHISMUS!

SCHLUSS MIT DER BEZAHLUNG FASCHISTISCHER BANDEN DURCH DIE SPD-REGIERUNG!

AUFLÖSUNG DES BUNDESGRENZSCHUTZES!

Dieser Weg der SPD-Regiereung ist nur möglich, wenn die Arbeiterklasse nicht den revolutionären Ausweg aus der Krise kennt, wenn sie nicht den gewaltigen Betrug erkennt, den die SPD-Regierung im Auftrag des Monopolkapitals begeht. Nur durch den Verrat der SPD-Führer konnte 1952 das reaktionäre BVG verabschiedet werden. Nur durch den Verrat der SPD-Führer konnte die Kriegspolitik der Monopolherren weitergehen und die Bundeswehr geschaffen werden. Nur durch den Verrat der SPD-Führer bei der Verabschiedung der Notstandsgesetze (NSG - vgl. **.*.1968,d.Vf.) kann nun die Bundeswehr ganz 'legal' gegen die Arbeiterklasse eingesetzt werden. Nur durch den Verrat der SPD-Führer wird den Faschisten durch die Notstandsgesetze der Weg bereitet. Das sind die Taten der SPD-Führer und ihrer Helfer. Taten im Dienst des Monopolkapitals, Taten zur Unterdrückung und Ausplünderung der Arbeiterklasse und aller Werktätigen.

Aber auch auf dem Gebiet der Großmachtpolitik übertrifft die SPD-Regierung die reaktionäre Adenauer-CDU. Sie beruft sich in verlogener Weise auf den heldenhaften Kampf vieler sozialdemokratischer Arbeiter gegen die faschistische Blutherrschaft. So erschleicht sich die SPD-Regierung im Bündnis mit den neuen Zaren im Kreml, die den Sozialismus verraten haben, das Vertrauen der Völker Osteuropas. Im Troß der SPD-Regierung ziehen aber immer ihre wahren Auftraggeber mit: Krupp und Thyssen, die Profiteure des Hitlerkrieges. In ihrem maßlosen Drang, andere Völker auszupressen, führen die Großkapitalisten einen erbitterten Kampf um die Märkte, um die Neuaufteilung der Welt. Die SPD-Regierung ist ein treuer Handlanger bei dieser räuberischen Politik.

GEGEN DIE AUFRÜSTUNGSPOLITIK DER SPD-REGIERUNG

Wo ist der Ausweg der Arbeiterklasse und der unterdrückten Völker aus dieser Lage?

Für die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker ist das der revolutionäre Kampf unter Führung ihrer kommunistischen Partei um die politische Macht.

Die unterdrückten Völker Asiens, Lateinamerikas und Afrikas haben den bewaffneten Kampf für ihre nationale Unabhängigkeit aufgenommen und versetzen dem US-Imperialismus harte Schläge. Die Siege der indochinesischen Völker sind ein großartiges Beispiel für die Fäulnis des Imperialismus und für die Kraft, die den unterdrückten Völkern innewohnt, wenn sie einig und entschlossen kämpfen. Im Gegensatz zu den sowjetischen Führern (der SU,d.Vf.), die den Weg des Kapitalismus gehen, unterstützt das chinesische Volk, das mit großem Erfolg den Sozialismus aufbaut, rückhaltlos die kämpfenden Völker. Auch die westdeutsche Arbeiterklasse muß den Kampf der Völker um ihre nationale Unabhängigkeit unterstützen.

Auch in Europa schwillt die Flut der revolutionären Kämpfe an. In Polen kämpft die Arbeiterklasse gegen die neuen bürgerlichen Diktatoren vom Schlage Gomulkas und Giereks für die Wiederherstellung der Diktatur des Proletariats.

Auch die englische Arbeiterklasse (in Großbritannien,d.Vf.) hat den Kampf für den Sozialismus aufgenommen. Die englische Kapitalistenklasse versucht mit Hilfe der sozialdemokratischen Führer und der reaktionären bürgerlichen Regierung Staatsgewerkschaften nach faschistischem Muster einzuführen. 3 Mio. Arbeiter haben dagegen gestreikt. Und der Kampf geht weiter.

Auch die westdeutsche Arbeiterklasse muß den Kampf für den Sozialismus aufnehmen. Auch sie muß den Arbeiter- und Bauernstaat errichten, um die Kapitalistenklasse, ihren Ausbeuter und Unterdrücker, niederzuwerfen.

Dazu braucht die Arbeiterklasse eine starke kommunistische Partei.

GEGEN DEN KAPITALISMUS - FÜR EINEN ARBEITER- UND BAUERNSTAAT!

STÄRKT DIE KPD/ML
ORGANISIERT EUCH IN DER BETRIEBSGRUPPE WESTFALENHÜTTE

ES LEBE DER ROTE 1. MAI!"

Dokumentiert wird u.a. auch das eigene Bündnisangebot zum 1. Mai an DKP- und SPD-Betriebsgruppe sowie den IGM-VLK der Westfalenhütte (vgl. 13.4.1971), das zunächst, dem Leitartikel höchst ähnlich, zum 1. Mai referiert und dann zum 19.4.1971 zur Aktionseinheit einlädt.
=Die Rote Westfalenwalze Heraus zum 1.Mai!,Dortmund o.J. (Apr. 1971)

16.04.1971:  Bei Hoesch Westfalenhütte geben die Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB und der KJVD ein Extrablatt ihrer 'Roten Westfalenwalze' (vgl. 14.4.1971, 19.4.1971)
mit zwei Seiten DIN A 4 heraus:"
HARDERS ENTHÜLLT KRISENPROGRAMM!
...

KAMPF DEM LOHNDIKTAT
KAMPF DEM LOHNRAUB
GEGEN DIE VERRÄTEREIEN DER SPD-REGIERUNG DIE GESCHLOSSENE FRONT DER ARBEITERKLASSE

Kollegen, unter diesen Losungen demonstriert die KPD/ML und der KJVD am 1.Mai. Kollegen, boykottiert die Arendt-Feier, wo der Verrat an euch gefeiert werden soll. Demonstriert mit der KPD/ML, denn 1971 in der Krise müssen wir am Kampftag der Arbeiterklasse gegenüber den Kapitalisten und den SPD-Verrätern unsere Geschlossenheit und Kampfkraft demonstrieren.

HERAUS ZUM 1.MAI"
=Die Rote Westfalenwalze Harders enthüllt Krisenprogramm!,Dortmund o.J. (16.4.1971)

19.04.1971:  Die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe Hoesch Westfalenhütte Dortmund rief den IG Metall (IGM) Vertrauensleutekörper (VLK) der Westfalenhütte, die DKP Betriebsgruppe der Westfalenhütte und die SPD-Betriebsgruppe der Westfalenhütte dazu auf, zu einem Vorbereitungsgespräch zum 1. Mai mit der KPD/ML-ZB und KJVD in Dortmund um 20 Uhr im Robert-Eck zu kommen (vgl. 13.4.1971).
=Die Rote Westfalenwalze Heraus zum 1.Mai!,Dortmund o.J. (Apr. 1971),S.6

19.04.1971:  In einer undatierten Ausgabe der 'Roten Westfalenwalze' der KPD/ML-ZB bei Hoesch Dortmund, wahrscheinlich aus dieser Woche (vgl. 16.4.1971, 30.5.1971), wird dazu aufgerufen: *
"Kollegen heraus zur 1. Mai-Demonstration der KPD/ML! Es lebe der Rote 1. Mai!"
Der 1.Mai 1971 soll u.a. unter den Parolen stehen:
"Kampf dem Lohndiktat! Kampf dem Lohnraub! Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung - die geschlossene Front der Arbeiterklasse!"
Die DKP lehne in Dortmund ein Bündnis mit der KPD/ML-ZB zum 1. Mai ab. Berichtet und aufgerufen wird auch von den Bemühungen um eine betriebliche Mai-Aktionseinheit (vgl. 13.4.1971, 19.4.1971).
=Die Rote Westfalenwalze,Dortmund o.J. (1971)

19.04.1971:  Vermutlich erscheint zu Beginn dieser Woche das folgende Flugblatt der Roten Garde (RG der KPD/ML-ZK) Dortmund mit zwei Seiten DIN A4:"
ROTE GARDE - JUGENDORGANISATION DER KPD/MARXISTEN-LENINISTEN:

KÄMPFT MIT DER ROTEN GARDE FÜR EINEN REVOLUTIONÄREN 1.MAI!

KOMMT ZUR INFORMATIONSVERANSTALTUNG UND ZUR MAIDEMONSTRATION DER KPD/ML UND DER ROTEN GARDE

Täglich kämpft die vietnamesische Jugend in der ersten Reihe gegen Unterdrückung und Ausbeutung des vietnamesischen Volkes durch den Imperialismus. Täglich werden junge revolutionäre Amerikaner in den USA von den Polizeitruppen der faschistischen Nixon-Regierung ermordet, weil sie auch im eigenen Land den Kampf gegen diesen Imperialismus aufgenommen haben. Überall haben die Volksmassen in Südostasien, Lateinamerika, den USA, Afrika, Polen und Palästina den gemeinsamen Feind erkannt:

DIE INTERNATIONALE KAPITALISTENKLASSE UND IHRE BEIDEN HAUPTSTÜTZEN, DEN US - UND DEN SU-IMPERIALISMUS!

Gerade die Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt kämpfen immer erfolgreicher gegen diesen weltweiten Angriff. In Südostasien stehen die US-Truppen auf verlorenem Posten.

Immer mehr Soldaten verweigern sogar schon den Einsatz!

Die Kapitalisten versuchen deshalb, doch noch einen Teil der erhofften Extraprofite wieder im eigenen Land herauszuschlagen.

Und das bekommen wir dann zu spüren, besonders wenn die Kapitalisten wie in diesem Jahr mal wieder in eine Wirtschaftskrise geraten sind. davon sollen natürlich ihre Profite möglichst nichts abbekommen! Damit diese feinen Herren die schmutzige Arbeit nicht selbst zu tun brauchen, bedienen sie sich ihrer Helfershelfer in SPD und DGB, um uns durch eine geschickte Lohnraubpolitik wieder das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Überall werden die Preise erhöht, die Fahrpreiserhöhungen bekommen wir ja täglich am eigenen Leibe zu spüren. Und nicht nur die neuen Fahrpreise, sondern auch den Polizeiterror eines Herrn Sondermann und seines SPD-Stadtrates haben wir gespürt, der die Politik unserer 'Bürgervertreter' GEGEN die Bevölkerung mit Gewalt verteidigen mußte.

Immer mehr Lehrlinge werden in der Produktion beschäftigt, ohne 'natürlich' einen Pfennig mehr zu bekommen.

Immer mehr Betriebe stellen Lehrlinge und Jungarbeiter ein, die ihnen als billige Arbeitskräfte dienen, aus denen man noch mehr Profit herausschlagen kann als aus den älteren Kollegen, weil die Kapitalisten sie niedriger bezahlen können.

Und nach drei Lehrjahren werden wir dann wieder entlassen!

Wer von uns Überstunden macht ist den Kapitalisten nur willkommen; denn auch hier bekommen wir wieder nur einen Bruchteil des Lohns der älteren Kollegen.

Auch aus einem anderen Grund sind wir für die Kapitalisten besonders interessant: als Streikbrecher!

Denn das ist immer ihr letztes Mittel: Sie müssen uns gegen die älteren Kollegen ausspielen, um die Einheit der Arbeiterklasse zu spalten!

Ihre besten Verbündeten sind dabei die Gewerkschaftsbonzen, die für uns zum Beispiel getrennte Jugendtarifkommissionen schaffen wollen, damit wir uns nicht mit den Kollegen solidarisieren.

Oder sie fangen einfach an abzuwiegeln, wenn wir wie im November in Frankfurt die Lehrlinge der Städtischen Betriebe (LAW, ÖTV-Bereich - vgl. 23.11.1970,d.Vf.) für unsere Forderungen streiken.

Aber wir werden uns nicht mehr übers Ohr hauen lassen!

Immer mehr Jungarbeiter und Lehrling erkennen, das endloses Demokratisierungs- und Reformgeschwätz kein Deut an der Unterdrückung und an der Ausbeutung ändert, daß nur die Zerschlagung des kapitalistischen Systems und der Aufbau eines sozialistischen Staates das Übel bei der Wurzel packt!

Sie sehen aber auch, daß das politische Ziel der Arbeiterklasse nur erreicht werden kann, wenn Arbeiterjugend und ältere Kollegen sich nicht voneinander trennen lassen und gemeinsam unter der Führung ihrer revolutionären Partei den Kampf entschlossen führen.

Deswegen haben sich auch schon viele Jungarbeiter und Lehrlinge in der ROTEN GARDE, der Jugendorganisation der KPD/Marxisten-Leninisten zusammengeschlossen, um den Kapitalisten zu zeigen, daß wir uns nicht verschaukeln lassen!

Der Imperialismus kämpft also an zwei Fronten: Einmal gegen die Befreiungsbewegungen der Völker der dritten Welt und zum anderen gegen die werktätige Bevölkerung im eigenen Land.

Dabei ist die internationale Kapitalistenklasse in eine weltweite Krise geraten; denn an der ersten Front muß sie schon jetzt laufende Niederlagen einstecken, während sich der Klassenkampf im eigenen strategischen Hinterland weiter verschärft.

DIE HAUPTTENDENZ IN DER HEUTIGEN WELT IST REVOLUTION!

WAS HAT DER 1.MAI DAMIT ZU TUN?

Schon immer in der Geschichte der Arbeiterbewegung vereinte der erste Mai als Kampftag der internationalen Arbeiterklasse die beiden Fronten des Klassenkampfes gegen den Imperialismus.

Wenn die revolutionären Arbeiter aller Länder ihre Maidemonstrationen und Kundgebungen durchführten, dann muß die Bourgeoisie um ihre Macht fürchten. 1929 z.B. war der Schrecken der Kapitalisten und ihrer SPD-Regierung so groß, daß sie versuchten die Maidemonstrationen zu verbieten. Sie scheuten sich auch nicht, durch den Polizeipräsidenten Zörgiebel und seine Polizei ein Blutbad unter den Berliner Arbeitern anzurichten, als sie trotz des Verbots auf die Straßen zogen.

Auch heute bemühen sich die Kapitalisten und ihre Helfershelfer vom DGB wieder, die internationale Solidarität und die Forderungen des nationalen Klassenkampfes zu zerstören, indem sie aus dem Kampftag der Arbeiterklasse ein Volksfest mit Festreden von sozialem Frieden, Chancengleichheit und Mitbestimmung machen wollen. Und DKP und SDAJ helfen noch fleißig dabei mit. Gerade uns, die wir die revolutionären Mai-Demonstrationen der KPD vor dem Krieg nicht mehr kennen, wollen sie die Unterdrückung und Ausbeutung durch die Kapitalistenklasse als das natürlichste Ding der Welt vorgaukeln. In diesem Jahr haben sich die Gewerkschaftsbonzen eine besonders große Unverschämtheit geleistet: Der SPD-Arbeiterverräter Walter Arendt soll im Westfalenpark sprechen! Dieser Provokation müssen wir eine entsprechende Antwort geben! Gerade Lehrlinge, Jungarbeiter und Schüler waren mit die ersten, die sich in den antiimperialistischen Demonstrationen der letzten Jahre mit dem Befreiungskampf der Völker der Dritten Welt solidarisierten und gleichzeitig erkannten, daß wir im eigenen Land gegen denselben Feind kämpfen müssen. Wir müssen dem Imperialismus sein Fundament entreißen!

Unsere Entschlossenheit können wir am besten schon an diesem 1.Mai demonstrieren. Deshalb wird die revolutionäre Jugend in Dortmund und in vielen anderen Städten der Bundesrepublik mit der KPD/ML und der ROTEN GARDE auf die Straße gehen um eigene revolutionäre Mai-Demonstrationen und Kundgebungen durchzuführen.

MACHEN WIR DEN 1.MAI WIEDER ZU EINEM ROTEN 1.MAI!!

Zur Vorbereitung des 1.Mai veranstalten KPD/ML und ROTE GARDE AM FREITAG, dem 23.4.1971 um 19 UHR IN DER GASTSTÄTTE 'UHLANDSHOF' AN DER UHLANDSTRAßE EINE DISKUSSIONS- UND INFORMATIONSVERANSTALTUNG zu der der Genosse ERNST AUST, ehemaliger Herausgeber der kommunistischen Zeitung 'Blinkfuer' in Hamburg und Mitglied des Zentralkomitees der KPD/ML nach Dortmund kommen wird.

Kommt zu dieser Veranstaltung und diskutiert mit uns über die Fragen unseres gemeinsamen Kampfes gegen die Kapitalistenklasse.

VERGESST ABER VOR ALLEM NICHT DIE DEMONSTRATION UND KUNDGEBUNG AM 1.MAI!!

Beginn der Demonstration: 14 UHR

Aufstellung: Wiese zwischen Yorckstraße. und Landwehrstraße,

Kundgebung: Parkplatz zwischen Hecken/Leopold/Mallinckrodtstr.

Beginn der Kundgebung: etwa 16 Uhr.

Lest ROTER MORGEN, Zentralorgan der KPD/ML,

Lest DER ROTGARDIST, Zentralorgan der ROTEN GARDE.

Wendet euch an unsere Kontakt- und Bestelladresse:
Reinhard Wagner (presserechtlich verantwortlich), Dortmund-Barop,Stockumerstr. 370."
=RG Dortmund: Kämpft mit der Roten Garde für einen revolutionären 1.Mai! Kommt zur Informationsveranstaltung und zur Maidemonstration der KPD/ML und der Roten Garde,Dortmund o.J. (1971)

23.04.1971:  Die KPD/ML-ZK will in Dortmund um 19 Uhr eine Veranstaltung zum 1.Mai in der Gaststätte Uhlandshof in der Uhlandstraße durchführen. Sprechen soll Ernst Aust, Mitglied des ZK der KPD/ML-ZK.

Aufgerufen wurde auch durch die RG Dortmund (vgl.19.4.1971).
=KPD/ML-ZK:Verraten und verkauft,Bochum o.J. (Apr. 1971);
RG Dortmund: Kämpft mit der Roten Garde für einen revolutionären 1.Mai! Kommt zur Informationsveranstaltung und zur Maidemonstration der KPD/ML und der Roten Garde,Dortmund o.J. (1971),S.2


26.04.1971:  In Bochum gibt die Rote Frauen Gruppe (RFG) vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Stephan Bock, Bochum, heraus, der sonst für die KPD/ML-ZK verantwortlich zeichnet, heraus und ruft darin auf, sich an der 1.Mai-Demonstration der KPD/ML-ZK in Dortmund zu beteiligen. Neben einem Foto von Rosa Luxemburg steht die Überschrift:"
WERKTÄTIGE FRAUEN!

HAUSFRAUEN!

Der 1.Mai ist der internationale Kampftag der Arbeiterklasse. Er wurde im Jahre 1889 von den Arbeitern hart erkämpft. An diesem Tag gehen in allen Ländern der Erde Millionenmassen von Arbeiterinnen, Arbeitern und Hausfrauen auf die Straße, um gegen Ausbeutung und Unterdrückung und für ihre Interessen zu demonstrieren. In allen Ländern der Welt, wo es Ausbeutung gibt, werden die Interessen der Frauen und Männer, die den Herrschenden den Reichtum schaffen, mit Füßen getreten. Überall dort, wo die Arbeiterbewegung wieder erstarkt ist, wird ihr Protest oft sogar mit Waffengewalt niedergeschlagen.

Hier in Deutschland war es im Mai 1929, als die reaktionäre SPD-Clique in Berlin in die demonstrierenden Arbeitermassen schießen ließ. Auch auf Frauen wurde geschossen. Es waren damals u.a. viele Frauenbetriebe, die aus Protest gegen diese blutige Metzelei die Arbeit niederlegten. Damals war die Arbeiterbewegung sehr stark.

Aber wie sieht es heute aus?

Die SPD hat im Verein mit den Gewerkschaften die Interessen des Volkes schon längst verraten. Gemeinsam setzen sie sich nur für die Interessen der Unternehmer ein. Aus dem Kampftag der Arbeiterinnen und Arbeiter, dem 1.Mai, machen sie Friede-Freude-Eierkuchen-Feste. Ihre 'Parolen' heißen: 'Tanz in den Mai' - 'Mensch im Mittelpunkt' - 'Mitbestimmung'. Aber kein Wort von 'Kampf gegen Preiserhöhungen, Lohnabbau, Kurzarbeit und Entlassungen.' Und das in einer Zeit, wo das Krisenbarometer 'unserer' kapitalistischen Gesellschaft wieder auf Sturm steht.

Wie spüren wir Frauen die Wirtschaftskrise?

Brandt und Schiller wollen zwar noch mit ihrem Geschwätz von Preisstabilität und Vollbeschäftigung die Krise vertuschen, aber gerade wir Frauen spüren am eigenen Leibe, daß das schamlose Lügen sind. Mit den Frauen, so meinen sie, könne man es ja machen. Sie betrachten uns Frauen als eine Arbeiterreservearmee. Eine Reservearmee setzt man immer nur dann ein, wenn Not am Mann ist. Sie brauchten so viele Frauen wie möglich in ihren Betrieben. Die Frauen als billige Arbeitskräfte zu bekommen, ist keine Schwierigkeit für die Kapitalisten, denn:

94% aller verheirateten Arbeiterfrauen sind aufs Mitverdienen angewiesen, weil der Lohn des Mannes nicht ausreicht, um Miete, Möbel und manchmal sogar das Mittagessen bezahlen zu können. (Spiegel vom 25.1.1971)

Jetzt aber ist der Markt übersättigt. Und das erste, was die Kapitalisten tun, ist die Reservearmee aufs 'Abstellgleis' zu schieben. Das heißt, daß die Krise damit beginnt, daß zunächst wir Frauen entlassen werden und Kurzarbeit machen müssen. Allein in Hessen sind schon über die Hälfte aller Arbeiterinnen arbeitslos.

Das heißt aber nicht, daß der Lohn unserer Männer plötzlich ausreicht. Im Gegenteil: Öffentliche Nahverkehrsmittel und Bundesbahn erhöhen ihre Preise! Mieten steigen! Benzinpreise steigen! Lebensmittelkosten steigen! usw. usf.

Daran sieht man, daß sich die Kapitalisten während der Krise gesundstoßen, ausschließlich auf unsere Kosten.

Gleichzeitig wollen sie uns täglich in ihren Zeitungen und ihren Fernsehprogrammen einreden, daß es uns doch noch nie so gut gegangen ist wie heute. Wir würden in einer Wohlstandsgesellschaft leben. Wenn sie ihren eigenen Wohlstand damit meinen, so stimmt das genau! In der kapitalistischen Gesellschaft ist es in Wirklichkeit so, daß Millionen schuften müssen, damit einige in Genüssen schwelgen können. Gemessen an dem technischen Fortschritt unseres hochindustrialisierten Landes sind der Besitz von Waschmaschine, Kühlschrank oder Fernseher wahrhaftig kein Zeichen von Wohlstand, sondern gerade die notwendigsten Dinge.

Wie versucht man, uns Frauen vom Kampf gegen den Kapitalismus abzuhalten?

Damit dieses ganze Ausbeutungssystem bestehen bleibt, haben die Kapitalisten und ihr Staat dafür gesorgt, uns bei der Stange zu halten. Eines der Mittel dazu sind ihre Zeitungen. Ein Beispiel:

In der Bildzeitung hieß es im letzten Sommer (vgl. S2.*.1970,d.Vf.), also während der Hochkonjunktur: 'Meist sind Ehen, in denen beide Partner arbeiten, glücklicher.'

Jetzt, ein dreiviertel Jahr später (vgl. S2.*.1971,d.Vf.), schreibt die gleiche Zeitung:
'Kümmern Sie sich mehr um Ihren Haushalt und die Kinder.'

Besonders auf uns Frauen hat man ein ganzes Heer von Pfaffen, Journalisten und anderen Meinungsmachern angesetzt. In den Kirchen hören wir ständig: wir sollten dem 'Herrn dienen', in den Frauenzeitschriften heißt es, wir sollten dem Mann 'gefallen', das heißt wieder, dem Herrn dienen.

Dieses Einreden von 'Dienerei' soll bezwecken, daß wir den wirklichen Sachverhalt, nämlich unsere DOPPELTE Ausbeutung bloß nicht erkennen. In Wirklichkeit ist es so, daß die meisten von uns Frauen im Betrieb ihre Ware Arbeitskraft zu einem billigen Preis verscherbeln müssen. Und zu Hause dürfen wir dann die Arbeitskraft unseres Mannes wiederherstellen, indem wir den Haushalt versorgen, einkaufen, kochen, spülen usw. Unsere Kinder sollen wir zu 'ordentlichen Staatsbürgern' erziehen. 'Ordentliche Staatsbürger' heißt für den Staat: Willige Arbeiter für die Betriebe der Unternehmer. Diese Wartung der jetzigen und zukünftigen Arbeitskraft machen wir gratis. Keinen Pfennig kriegen wir dafür! Das ist ein 'sauberes' Spielchen, das da mit uns getrieben wird.

Wir müssen uns wieder daran erinnern, daß nicht nur Männer, sondern auch Frauen - denken wir nur an die bekanntesten: Rosa Luxemburg und Clara Zetkin - bereits gegen dieses ganze System der kapitalistischen Ausbeutung gekämpft haben. An diese Tradition müssen wir wieder anknüpfen. Gerade jetzt, am 1. Mai, sollten wir den Anfang machen!

Arbeiterinnen und Hausfrauen - Heraus zum ersten Mai - Zum Kampftag der Arbeiterklassen aller Länder! Machen wir gemeinsame Sache mit unseren Männern! Nehmen wir auch unsere Kinder mit!

Heraus zur zentralen roten Mai-Demonstration der KPD/Marxisten-Leninisten im Ruhrgebiet!

Arbeiterinnen, Arbeiter und Hausfrauen aller Länder vereinigt euch!

Rote Mai-Demonstration der KPD/Marxisten-Leninisten am Samstag in DORTMUND - YORCKSTR./LANDWEHR. 14 UHR."
=Rote Frauen Gruppe Bochum:Werktätige Frauen! Hausfrauen!,Bochum o.J. (Apr. 1971)

26.04.1971:  Laut KPD/ML-ZB wird in einer Sonderausgabe der DKP-Betriebszeitung 'Informationen' auf der Zeche Hansa Dortmund (vgl. 8.3.1971, 30.7.1971) zum 1. Mai 1971, das spätestens in dieser Woche erscheint, auch zu einem Bündnisangebot der KPD/ML-ZB Stellung bezogen:"
Die Deutsche Kommunistische Partei, DKP, wendet sich an alle Arbeiter, Angestellte und Beamte, an die arbeitende und lernende Jugend, auch in diesem Jahr den 1. Mai einheitlich und geschlossen als einen Kampftag für die Rechte der arbeitenden Menschen zu begehen. Es gibt in Dortmund Versuche, das einheitliche Handeln aller Werktätigen zu verhindern. Unter Mißbrauch solcher Begriffe, wie 'kommunistisch', 'Marxisten-Leninisten', 'KPD/ML' und anderer aus der Geschichte der noch immer widerrechtlich verbotenen KPD bekannter Begriffe, versuchen bestellte Provokateure, einheitliches Handeln der Werktätigen zu verhindern. Dabei mißbrauchen diese sich 'kommunistisch' nennenden Provokateure auch den Namen Ernst Thälmanns, jenes Kommunisten also, der wegen seines Eintretens für die Einheit aller Arbeiter von den NAZIS im KZ-Buchenwald ermordet wurde. Es war und ist das Anliegen von Kommunisten, von Marxisten-Leninisten, die Aktionseinheit aller Arbeiter und Angestellten gegen das Großkapital herzustellen. Demgegenüber wollen die sich KPD/ML nennenden Schreihälse durch scheinradikale Forderungen das einheitliche Auftreten der Gewerkschaftsmitglieder verhindern. Die Hauptaufgabe aller Menschen besteht gegenwärtig darin, einheitlich die gemeinsamen Interessen gegen das Großkapital wahrzunehmen. Darum ruft die DKP dazu auf, die Spaltungsversuche solcher Provokateure, wie der sogenannten KPD/ML zurückzuweisen...

Darum ruft die Deutsche Kommunistische Partei dazu auf, an den Demonstrationen und Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes teilzunehmen und dort für die gewerkschaftlichen Forderungen für Mitbestimmung kontra Großkapital, für sozialen Fortschritt auf Kosten der Millionäre, für Frieden und Sicherheit zu demonstrieren."
=KPD/ML-ZB-ZB-Propagandaabteilung:Vorwärts im Geiste des 1. Mai. Aus der Arbeit der KPD/ML. Eine Broschüre für Arbeiter,Westberlin 1971;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.35,Bochum 8.5.1971,S.9f


26.04.1971:  Auf der Zeche Minister Stein Dortmund gibt die DKP, laut KPD/ML-ZB, spätestens in dieser Woche ein Extrablatt ihrer 'Kumpel-Post' (vgl. 8.3.1971, 21.6.1971) heraus, das uns leider noch nicht vorlag. Laut KPD/ML-ZB wird ein ebensolches Extrablatt auch auf der Zeche Hansa (vgl. 26.4.1971) und bei Hoesch (vgl. 26.4.1971) verbreitet.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.35,Bochum 8.5.1971,S.9f

26.04.1971:  Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP laut KPD/ML-ZB spätestens in dieser Woche ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 8.3.1971, 1.7.1971) heraus, welches textgleich mit Extrablättern der DKP-Zeitungen auf den Zechen Hansa (vgl. 26.4.1971) und Minister Stein sei.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.35,Bochum 8.5.1971,S.9f

26.04.1971:  Bei Hoesch Dortmund geben die KPD/ML-ZB und der KJVD vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Norbert Oßwald, Bochum, heraus, in dem eingeladen wird zur Maiveranstaltung (vgl. 29.4.1971) und zur Maidemonstration:"
Am 1. Mai

GEGEN DIE ARBEITERFEINDLICHEN MASSNAHMEN DER SPD-REGIERUNG

Frauen und Männer, Kollegen von Hoesch!

Seit 1969 steht an der Spitze der BRD eine SPD-Regierung. 'Wenn wir erst an der Macht sind, dann gibt es Reformen und soziale Gerechtigkeit' so versprachen es uns Willy Brandt und die anderen SPD-Führer Schiller, Wehner und Schmidt.

Viele von uns Arbeitern und Arbeiterfrauen gaben auf dieses Versprechen der SPD unsere Stimme, in der Hoffnung, eine SPD-Regierung würde die Lage der Arbeiter verbessern und der dreisten Unternehmerpolitik der CDU/CSU ein Ende setzen.

Heute, ein Jahr nachdem die SPD-Regierung in Bonn an der Macht ist, spüren gerade die Arbeiter, wie diese angekündigten Reformen aussehen. Dort wo die SPD-Führer regieren, in Bund, Land und Stadt, treiben sie selbst die Preise in die Höhe:

So sind z.B. die Preise bei der Bahn, Post gestiegen oder sollen noch weiter steigen.

In bester Erinnerung ist uns die unverschämte Preiserhöhung um 33% des Dortmunder SPD-Stadtrates für Straßenbahn und Bus (vgl. 1.3.1971,d.Vf.).

Ebenso gehen die Steuern in die Höhe. Der SPD-Konjunkturzuschlag wird uns immer noch abgeknöpft und weitere Steuererhöhungen hat Bundesfinanzminister Möller angekündigt.

Und was die Lebensmittel- und Mietsteigerungen betrifft, da läßt die SPD-Regierung dem Preiswucher freien Lauf, um den Unternehmern ihre riesigen Profite zu garantieren.

Aber die SPD-Regierung zieht uns das Geld nicht nur aus der Tasche, sondern sie sorgt auch dafür, daß noch weniger in unsere Taschen reinkommt. Zu den Krisenangriffen der Hoesch-Kapitalisten Harders und Abs kommt die Lohnleitlinie von Schiller: 7 - 8% will dieser famose Wirtschaftsminister dieses Jahr den Arbeitern noch zugestehen.

Die Folgen dieses Lohndiktats haben zuletzt die Kumpel im Bergbau zu spüren bekommen. 7,3% wurden in den Geheimverhandlungen zwischen IGBE-Führern und den Zechenherren ausgehandelt (BETR - vgl. 2*.4.1971,d.Vf.).

Und auch die IGM-Führer sind bereit, sich an das Lohndiktat zu halten. Brenner redet jetzt schon davon, daß angesichts der wirtschaftlichen Lage die Löhne sowieso geringer ausfallen als das letzte Jahr.

Willy Brandt sagte am 24.3. zynisch: 'Ich zweifle nicht an der Opferbereitschaft unserer Bevölkerung'. Damit meint er, wir Arbeiter sollen den Riemen noch enger schnallen. Wir Arbeiter aber fragen Willy Brandt: 'Wie sollen wir bei den unverschämten Preissteigerungen und drohender Lohnkürzung mit unseren Familien überhaupt noch über die Runden kommen?'

Aber was kümmern Brandt und Schiller mit ihren dicken Gehältern unsere Sorgen?? Damit wir stille halten und weiter opferbereit sein sollen, schicken sie uns am 1. Mai Arendt nach Dortmund. Er soll uns mit seinem Geschwätz vom sozialen Fortschritt über die rauhe Wirklichkeit hinwegtäuschen.

DAS KANN ER ABER NICHT ! ! !

Und das müssen wir der SPD-Regierung am 1. Mai, dem Kampftag der Arbeiterklasse zeigen. Dort müssen wir unsere Geschlossenheit im Kampf gegen diejenigen demonstrieren, die täglich neue Angriffe auf unsere
Lebensinteressen starten.

Frauen und Männer, Kollegen von Hoesch, demonstriert am 1. Mai mit der KPD/ML unter der Hauptlosung:

KAMPF DEM LOHNDIKTAT!
KAMPF DEM LOHNRAUB!
GEGEN DIE VERRÄTEREIEN DER SPD-REGIERUNG DIE GESCHLOSSENE FRONT DER
ARBEITERKLASSE!"
=KPD/ML-ZB und KJVD:Am 1. Mai gegen die arbeiterfeindlichen Maßnahmen der SPD-Regierung,Dortmund o.J. (Apr. 1971)

26.04.1971:  Vermutlich in dieser Woche rufen KSB/ML Dortmund und KPD/ML-ZK mit einem Flugblatt dazu auf, an der 1. Mai Demonstration der KPD/ML-ZK in Dortmund teilzunehmen. Über die Aufgabe der Kommunisten an den Hochschulen wird ausgeführt:"
An der Hochschule richtet sich der Hauptschlag in unserem antiimperialistischen Kampf gegen die bürgerliche Wissenschaft. Diesen Kampf führt der KSB/ML. Das ist die Massenorganisation der KPD/ML an der Universität. Der KSB/ML kämpft für den Sieg der proletarischen Revolution und die Errichtung der Diktatur des Proletariat.
=KPD/ML-ZK und KSB/ML Dortmund:******,Dortmund o.J. (1971)

26.04.1971:  Vermutlich in dieser Woche erscheint in Dortmund ein Flugblatt der KPD/ML-ZK und der RG unter Verantwortung von Reinhart Wagner:"
STRASSE FREI AM 1. MAI!!

Seit Ende des vorigen Jahrhunderts gilt der 1.Mai als Kampftag der internationalen Arbeiterklasse. In machtvollen Demonstrationen und Kundgebungen kämpften die klassenbewußten Arbeiter Jahr für Jahr für die Durchsetzung ihrer Tagesforderungen und unter der Führung der KPD für ihr langfristiges Ziel: die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft. Dieser Gefahr begegnete die herrschende Klasse immer wieder mit brutaler Gewalt. Beim 'Blutmai 1929' ließ der SPD-Polizeipräsident Zörgiebel 35 Arbeiter niederschießen, 1952 wurde in Essen ein Arbeiter hinterrücks von der Polizei erschossen. Vereint bereiteten Adenauer und Schumacher durch ihre antikommunistische Hetze dann das Verbot der KPD vor. Doch die in den letzten Jahren wieder aufflammenden Klassenkämpfe konnten dadurch nicht verhindert werden. Auch nicht dadurch, daß die DGB/SPD-Führung solche Arbeiterverräter wie Kühn und Arendt in den Kohlenpott schickte, die für ihr abwiegelndes Gerede von 'erweiteter Mitbestimmung' von der herrschenden Kapitalistenklasse mit Ministersesseln belohnt werden, weil sie deren Geschäfte betreiben. Solchen Herren wie Walter Arendt müssen wir auf der DGB-Kundgebung am 1.Mai ganz klar sagen, daß sie nicht zu uns gehören, daß wir Gewerkschaften brauchen, in denen die Arbeiter bestimmen, und die ihre Interessen vertreten! Darum gilt es jetzt, am Vorabend der Krise, unter der Drohung von Entlassungen, Kurzarbeit und starken Preiserhöhungen, unsere Kräfte zu konzentrieren.

FÜR EINEN ROTEN 1. MAI!!

STÄRKT DIE KPD/MARXISTEN-LENINISTEN - STÄRKT DIE ROTE GARDE!

Beginn der Demonstration : 14 Uhr!
Aufstellung: Wiese zwischen Yorckstr. und Landwehrstraße.

Demonstrationsroute: Yorckstr.-Fichtestr.-Feldherrnstr.-Westerbleichstr.-Leibnitzstr.-Schillerstr.-Fritz-Reuter-Str.-Mozartstr.-Haydnstr.-Stollenstr.-Alsenstr.-Mallinckrodtstr.-Borsigstr.-Borsigplatz-Österholzstr.-Bleichmärschstr.-Jägerstr.-Heiligegartenstr.-Nordstr.-Heroldstr.-Münsterstr.-Heckenstr.-Leopoldstr. Kundgebung: Parkplatz zwischen Hecken/Leopold/Mallinckrodtstr.
Beginn der Kundgebung: etwa 16 Uhr."
=KPD/ML-ZK, RG:Straße frei am 1.Mai!!,Dortmund o.J. (Apr. 1971);
N.N.(ex KPD/ML-ZK):Agitprop der OG Dortmund 1971 (ohne RG und KSB/ML),Dortmund o.J. (1972)


26.04.1971:  Vermutlich in dieser Woche erscheint eine Flugschrift bzw. Maizeitung der Ortsgruppe Dortmund der KPD/ML-ZK.
=N.N.(ex KPD/ML-ZK):Agitprop der OG Dortmund 1971 (ohne RG und KSB/ML),Dortmund o.J. (1972)

30.04.1971:  Nach eigenen Angaben erscheint eine Extraausgabe des 'Hobel' - Zeitung der Betriebsgruppe Prosper der KPD/ML-ZB in Bottrop (vgl. 25.4.1971, 3.5.1971) mit einem Aufruf zur Maidemonstration in Dortmund.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.37,Bochum 15.5.1971,S.9

30.04.1971:  Die Nr.6 des 'Roten Metall Arbeiters' - Zeitung der Betriebsgruppen Hamel, Jäger und Winkhaus Münster der KPD/ML-ZB (vgl. 12.4.1971, 10.5.1971) erscheint mit 12 Seiten DIN A 5 unter Verantwortung von M. Schulte, Bochum:"
HERAUS ZUM ROTEN 1.MAI

DEMONSTRATION DER KPD/ML IN DORTMUND

Abfahrt des Busses in Münster: 7 Uhr 45, Gummi-Bhf.

DAS 7% LOHNDIKTAT WIRD DURCHGESETZT

1.MAI 1971: KAMPF DEM LOHNDIKTAT!

In den letzten Wochen haben es vor allem die Kollegen von Hamel erfahren
müssen: Sehen die Unternehmer ihre Profite in Gefahr, werden wir Arbeiter noch mehr getreten - Kürzung der Akkordzeiten, Verschärfung von Antreiberei und Arbeitshetze.

Bei Winkhaus wurden ältere und sog. 'überflüssige' Kollegen entlassen. Neue Lohnsysteme sollen die Kollegen noch intensiver ausquetschen.

BERGBAU: DER NEUESTE VERRAT!

Die Krisenangriffe im Betrieb sind den Kapitalisten aber nicht genug: Schiller hat sein Lohndiktat im Auftrag der Kapitalistenklasse nun auch im Bergbau (BETR - vgl. 20.4.1971,d.Vf.) durchgesetzt. Wie vorher beim Öffentlichen Dienst (ÖD,d.Vf.) und in der Bauindustrie (BSE-Bereich,d.Vf.). 7,3% - das ist der neueste Verrat. Das angesichts der steigenden Preise! Nun soll uns auch noch das Recht genommen werden, uns gegen Preiswucher und Lohndiktat mit Lohnkämpfen und Streiks zu wehren. Schiller drohte offen 'Maßnahmen' an: Streiks zur Erzwingung von Lohnerhöhungen, die über die amtlichen 'Leitlinien' hinausgehen, sollen für gesetzwidrig erklärt werden. Durch Zwangsschlichtung soll das Lohndiktat durchgesetzt werden. Die Kapitalistenklasse insgesamt will also auf dem Rücken der ganzen Arbeiterklasse ihre Profite heil durch die Krise bringen, sie womöglich noch vergrößern.

Dafür setzt sie ihre ganze Staatsmacht gegen die Arbeiterklasse in Bewegung. Dieser Schlag gegen alle Arbeiter gemeinsam wird im Auftrag der Monopole von der SPD-Regierung geführt. Die kann das zur Zeit am besten machen, da sie durch die rechten Gewerkschaftsführer und ihr ganzes soziales Gerede noch viele Kollegen von uns täuschen und vom Kampf abhalten kann.

Die rechten Gewerkschaftsführer entlarven sich aber von Tag zu Tag mehr als Handlanger bei dieser arbeiterfeindlichen Politik...

Mit dem neuen Leistungsbewertungssystem für Zeitlöhner (siehe Roter Metallarbeiter Nr.4 (vgl. März 1971,d.Vf.)) haben sie den Kapitalisten ein Mittel in die Hand gegeben, die 11% Lohnerhöhung vom Herbst durch größere Arbeitshetze wieder aus uns rauszuschlagen. Jetzt setzen sie auf breiter Front Schillers Lohndiktat durch!!

Die KPD/ML hat immer betont: Wir können geeint und organisiert die übelsten Auswirkungen der Krise auf unsere Lage bekämpfen! Doch immer wieder wird die Kapitalistenklasse versuchen, uns mit Lohnraub, Entlassungen und Verschärfung der Arbeitshetze zu drohen und ihre Staatsmacht gegen uns einzusetzen. Darum können wir konsequent unsere Lage nur verändern, wenn wir die kapitalistische Staatsmacht zerschlagen und einen Staat der Arbeiter und Bauern aufbauen.

Auch reicht es nicht, wenn wir über die Angriffe im Betrieb von Kollege zu Kollege unsere Meinung sagen. Damit allein ändern wir die Situation nicht.

Ihr wißt: Die KPD/ML und ihre Betriebsgruppen bei Hamel, Jäger und Winkhaus sind noch jung. Darum:

STÄRKT DIE KPD/ML!
ORGANISIERT EUCH IN DEN BETRIEBSGRUPPEN HAMEL, JÄGER, WINKHAUS DER KPD/ML!

Demonstrieren wir am 1.Mai in Dortmund für die gemeinsamen Interessen aller Arbeiter - gegen Lohnraub und Lohndiktat!!"

In einem weiteren nächsten Artikel heißt es:"
1.MAI 1930: KAMPFDEMONSTRATION DER MÜNSTERISCHEN ARBEITER

Auch in Münster gab es zum 1.Mai Arbeiterdemonstrationen. Auch in Münster wurden am 1.Mai, wenn die Arbeiter in aller Welt ihre vereinte Stärke und Kampfkraft demonstrierten, die gemeinsamen Forderungen aller Arbeiter dem Unternehmer-Staat entgegengesetzt.

Vom Jahre 1906 an wurde in Münster am 1.Mai gestreikt. Damals war der 1.Mai noch kein gesetzlicher Feiertag. Die münsterischen Arbeiter aber blieben an diesem Tage aus ihren Betrieben weg und hielten stattdessen eine gemeinsame Kundgebung ab. Doch seit dem 1. Weltkrieg waren die SPD- und Gewerkschaftsführer ins Lager der Kapitalisten übergelaufen. Auch in Münster erwiesen sie dem Kapitalismus gute Dienste. Sie taten sich besonders darin hervor, kämpferische Mai-Demonstrationen zu verhindern.

In Berlin ließ der SPD-Innenminister Zörgiebel die Arbeiterdemonstrationen verbieten. Als trotzdem Tausende von Arbeitern auf die Straße gingen, ließ er das Feuer eröffnen. 33 Arbeiter wurden brutal erschossen.

ROTE FAHNEN IN DEN STRASSEN MÜNSTERS...

Es war die Kommunistische Partei, die gegen alle Drohungen die Kampftradition des 1.Mai aufrechterhielt. In Münster veranstaltete die Ortsgruppe der KPD 1930 auf dem Hindenburgplatz eine mächtige Kundgebung: Als in der großen Krise 1930 überall die Löhne gekürzt und Kollegen auf die Straße gesetzt wurden. Dann zog ein geschlossener Demonstrationszug von 1 000 Arbeitern durch die Straßen von Münster zum Gasthof Schleuse. Viele hatten rote Fahnen und Transparente mitgenommen, eine Musikkapelle spielte Arbeiterlieder. Die Internationale, das Kampflied der Arbeiter der ganzen Welt, wurde gesungen.

Gegen alle Versuche der SPD- und Gewerkschaftsführer die einheitliche Front der Arbeiter in Münster aufzuspalten und den 1.Mai an die Kapitalistenklasse zu verraten, hatte sich die gemeinsame Aktion von sozialdemokratischen, christlichen und kommunistischen Kollegen durchgesetzt. Sie war eine großartige Demonstration der münsterischen Arbeiter gegen die Angriffe der reaktionären Brüning-Regierung gegen die Abwälzung der Krise auf die Rücken der Arbeiter, gegen die heraufziehende Gefahr des Faschismus und des Krieges.

KOLLEGEN! STELLEN WIR ZUM 1.MAI 1971 DIE ARBEITERIENHEIT HER GEGEN DIE KRISENANGRIFFE DER SPD-REGIERUNG! GEGEN ALLE VERSUCHE, DIE GESCHLOSSENE FRONT AUFZUSPALTEN!!!

ES LEBE DIE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE!

FAHRT MIT ZUR DEMONSTRATION DER KPD/ML NACH DORTMUND

ABFAHRT DES BUSSES 7 UHR 45
ORT: BREMER PLATZ (GUMMIBHF.)

BEGINN IN DORTMUND: 9 UHR 45
SCHLUSS: 12 UHR"
=Roter Metall Arbeiter Nr.6,Münster o.J. (30.4.1971)

01.05.1971:  Die KJO Spartacus hat auf der DGB-Kundgebung in Dortmund unter den 10 000 Teilnehmern Propaganda betrieben. Das SALZ Hamburg weiß zu berichten, daß zu dieser Kundgebung ca. 15 000 in drei Säulen von den Hoeschwerken Union, Phoenix und Hörder Hütte losgezogen sind. Vom DGB berichtet die KPD/ML-ZB:"
In Dortmund wagte es Arendt, als Mairedner aufzutreten. Er hatte schon als Chef der IG Bergbau (IGBE,d.Vf.) die Kumpel gründlich verraten. 1966 beispielsweise waren sie zum Streik bereit. Aber unter Arendts Führung wurde in der Nacht vor Streikbeginn (vgl. **.**.1966,d.Vf.) ein Kompromiß ausgehandelt, der nur 4 Prozent Lohnerhöhung brachte. Dafür haben ihn die SPD-Führer zum Minister in Bonn gemacht.

Und Arendt spielte seine Rolle vor 5 000 bis 7 000 Leuten im Dortmunder Westfalenpark gut. Er lobte den Entwurf der SPD-Regierung für ein neues Betriebsverfassungsgesetz (BVG,d.Vf.), das den Wandlungen der Wirtschaft Rechnung trage. Dabei ist das neue BVG nur die Durchführung der Notstandsgesetze (NSG,d.Vf.) für den Betrieb, das den Gewerkschaftsführern ein paar Posten mehr sichert und die ohnehin schon geringen Rechte der Kollegen noch mehr einschränkt.

Arendt schämte sich auch nicht zu behaupten, die SPD-Regierung habe seit ihrem Amtsantritt das Einkommen der Arbeiter um Milliarden verbessert! Die Arbeiter erfahren es täglich anders. Deshalb waren sie auf der Dortmunder Kundgebung kaum vertreten. Dafür die Arbeiterbürokraten und Pöstchenjäger, deren Frauen teilweise sogar in Nerz erschienen. Sie klatschten den Ausführungen Arendts zum neuen BVG Beifall.

Die Verfälschung des 1. Mai zu einem Phrasentag der rechten SPD- und DGB-Führer haben die D'K'P-Führer (DKP,d.Vf.) an allen Orten unterstützt. In Dortmund hatte UZ-Chefredakteur Däumlich vorher angekündigt, daß die D'K'P manch klares Arbeiterwort auf der DGB-Veranstaltung sagen werde. Als es soweit war, gaben sie den Phrasen des Walter Arendt durch rote Fahnen auch noch den Schein des Klassenkampfes. Opposition war von den D'K'P-Führern nicht zu hören."

An der Dortmunder Demonstration der KPD/ML-ZB durch Eving und Lindenhorst beteiligen sich, nach eigenen Angaben, rund 1 000 Personen, wobei es sich hauptsächlich um proletarische Jugendliche gehandelt haben soll. Daneben haben sich auch noch Griechen, Iraner und Palästinenser beteiligt. Die Demonstration soll um 9 Uhr 45 an der Barbara-Kirche beginnen und soll um 11 Uhr 30 am Kundgebungsplatz eintreffen: Ecke Bornstraße/Missundestraße. Die Kundgebung soll von 11 Uhr 30 bis höchstens 12 Uhr dauern.

Aufgerufen wurde u.a. auch vor Metallbetrieben in Münster (vgl. 30.4.1971) sowie im IGBE-Bereich bei Prosper Bottrop (vgl. 30.4.1971). Laut KJO Spartacus wird die Demonstration von KPD/ML-ZB und KJVD von 500 Personen besucht, von denen ein Drittel Arbeiter gewesen seien.

Zum Ablauf der eigenen Demonstration wird vom ZB intern erklärt:"
So war der 1. Mai 1971 tatsächlich ein politischer Kampftag der Arbeiterklasse, wenn die Partei auch noch nicht breite Massen mobilisieren kann. So war der 1. Mai 1971 aber auch ein Kampftag gegen den Opportunismus. So war der 1. Mai 1971 schließlich auch ein internationaler Kampftag, ein Tag der Solidarität mit den Proletariern aller Länder und den unterdrückten Völkern. Sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung der 1.Mai-Demonstration waren von daher ein Erfolg. Wir haben den Arbeitermassen, anknüpfend an ihren Kampf, unsere politische Linie breit erläutert und dabei besonders die fortschrittlichen Arbeiter näher an die Partei herangeführt."

Öffentlich äußert man sich in der 'RF' so:"
Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung.
Die Mai-Demonstration der KPD/ML in Dortmund zeigte das Kampfziel der Arbeiterklasse.

Gegen Lohnraub und Lohndiktat! Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung! Für die Einheit der Arbeiterklasse im Kampf gegen die Handlanger der Krupp und Thyssen! Das waren die Ziele, für die die KPD/ML zusammen mit ihrer Jugendorganisation, dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD), in Dortmund mit einem eigenen Maizug und anschließender Kundgebung demonstrierte.

Rund 1 000 Mitglieder, Sympathisanten der KPD/ML und des KJVD, Kollegen aus Dortmunder Betrieben und aus anderen Orten waren dem Aufruf des Zentralbüros der KPD/ML 'Heraus zum Roten 1. Mai' gefolgt. Sie sammelten sich am Vormittag gegen 10 Uhr im nördlichen Stadtteil Eving/Lindenhorst, in dem viele Kumpel der nahegelegenen Zeche 'Minister Stein' (IGBE-Bereich,d.Vf.) wohnen.

Von Anfang an bestätigte sich die Richtigkeit des Entschlusses, eine eigene Mai-Demonstration unter den richtigen Losungen und Parolen zu veranstalten. Nur so konnte einheitlich und geschlossen die Politik und die Ziele der KPD/ML und des KJVD proklamiert werden. Und Hunderte von Roten Fahnen und große rote Stofftransparente widerspiegelten auch durch das äußere Bild den Inhalt und Charakter dieser Demonstration: der Rote 1. Mai.

In Blöcken und Sechserreihen geordnet zog der Zug über zwei Stunden durch die Dortmunder Arbeiterviertel Eving/Lindenhorst und Nordviertel, immer wieder unterbrochen durch kurze Reden über den Lautsprecherwagen, die auf die Verratspolitik der SPD-Regierung und ihrer Helfershelfer, der rechten Gewerkschaftsführer, auf den Raub erkämpfter Rechte der Arbeiterklasse durch Schillers Lohndiktat hinwiesen.

Im Mittelpunkt stand der Bergbautarifabschluß von 7,3 Prozent, ausgehandelt in Geheimverhandlungen von den verräterischen Führern der IG Bergbau und Energie. An diesem Abschluß zeigt sich, daß Schillers Lohndiktat mit allen Mitteln durchgesetzt werden soll. Auch in anderen Branchen, wie Chemie und Metall, steht das Lohndiktat bevor. Gegen diesen Angriff auf erkämpfte Rechte der Arbeiterklasse gilt es, mit der KPD/ML zu demonstrieren. Gegen diesen Angriff gilt es den Kampf aufzunehmen!

Den Zug begleitete deutlich sichtbare Sympathie, teilweise offen gezeigte Zustimmung der Kollegen, die am Straßenrand standen oder aus Fenstern zusahen. Einzelne Arbeiter und eine Gruppe von ausländischen Arbeitern grüßten mit dem alten kommunistischen Kampfgruß, der geballten Faust, oder sangen die 'Internationale' mit. Als der Zug an der Zeche Minister Stein vorbeizog, grüßten und winkten Kumpel vom Zechengelände.

Auf der Abschlußkundgebung faßten Sprecher des KJVD und der KPD/ML noch einmal die Verratspolitik der SPD-Führer zusammen, stellten sie in Zusammenhang ihrer gesamten Politik nach innen und nach außen und zeigten den Ausweg aus dieser Lage für die Arbeiterklasse (...).

Die Länge und Geschlossenheit des Zuges, die Losungen und Parolen, von deren Richtigkeit sich die Kollegen tagtäglich überzeugen können und die Richtigkeit für den Kampf der Arbeiterklasse zeigen die unverkennbare Sympathie der Kollegen. All das wird ein Ansporn sein, die noch schwachen Kräfte der Partei zu stärken. All das wird für ein Ansporn sein, größere Teile der fortschrittlichen Arbeiter für die KPD/ML zu gewinnen und noch breitere Teile der Arbeiterklasse von der Richtigkeit unserer Politik zu überzeugen.
Vorwärts im Geiste des Roten 1. Mai 1971!"

Im 'KND' schreibt die KPD/ML-ZB:"
VORWÄRTS IM GEIST DES ROTEN 1.MAI!

Die 1.Mai Demonstration der KPD/ML und des KJVD in Dortmund stand im Zeichen des Kampfes gegen die Verrätereien der SPD-Regierung und ihrer Agenten.

Rund tausend Mitglieder und Sympathisanten der Partei und des Jugendverbandes demonstrierten diszipliniert und siegesgewiß durch die Arbeitersiedlungen der Zeche 'Minister Stein' und die Arbeiterviertel um die Hoesch-Werke.

Dreizehn Blöcke hatten sich hinter den zentralen Transparenten formiert.

Auf den Transparenten wiesen die vom Zentralbüro der KPD/ML ausgegebenen Parolen den Weg der westdeutschen Arbeiterklasse zur Diktatur des Proletariats und die Aufgaben für die nächste Zukunft:

KAMPF DEM LOHNDIKTAT, KAMPF DEM LOHNRAUB!
GEGEN DIE VERRÄTEREIEN DER SPD-REGIERUNG DIE GESCHLOSSENE FRONT DER ARBEITERKLASSE!

GEGEN DEN KAPITALISMUS - FÜR DEN ARBEITER- UND BAUERNSTAAT!

WEG MIT DEM BETRIEBSFRIEDENSGESETZ!

GEGEN VERSCHÄRFTE ARBEITSHETZE - 7-STUNDENTAG BEI VOLLEM LOHNAUSGLEICH!

SCHLUSS MIT DER BEZAHLUNG DER FASCHISTISCHEN BANDEN DURCH DIE SPD-REGIERUNG!

SCHLUSS MIT DER AUFRÜSTUNGSPOLITIK DER SPD-REGIERUNG!

FÜR DEN VOLLSTÄNDIGEN SIEG DER INDOCHINESISCHEN VÖLKER!

FÜR DIE WIEDERHERSTELLUNG DER DIKTATUR DES PROLETARIATS IN POLEN!

SOLIDARITÄT MIT DER KÄMPFENDEN ENGLISCHEN ARBEITERKLASSE!

ARBEITER, JUNGARBEITER UND LEHRLINGE IN EINER KAMPFFRONT!

NIEDER MIT DEM FRIEDENSGEREDE DER SPD-FÜHRER!
KAMPF DEM AUSBAU DER IMPERIALISTISCHEN ARMEE!

JUNGARBEITER UND LEHRLINGE - HINEIN IN DEN KJVD!

STÄRKT DIE KPD/ML - ORGANISIERT EUCH IN DEN BETRIEBSGRUPPEN DER KPD/ML!

In Kurzreden vom Lautsprecherwagen wurde die Politik der Verräter und Spalter der Arbeiterklasse, der SPD-Regierung und ihrer Helfershelfer, die rechten Gewerkschaftsführer, entlarvt.

Die Dortmunder Arbeiter zeigten viel Sympathie und Aufmerksamkeit für die Demonstration und ihre politischen Ziele.

Nur ganz vereinzelt wurde Kritik oder Mißfallen geäußert.

Das ist umso höher zu bewerten, weil die Demonstration vor allem von jugendlichen Revolutionären getragen wurde (wobei die große Mehrheit von proletarischen Jugendlichen gestellt wurde).

Leider war nur ein Teil der älteren Kollegen aus den verschiedenen Städten des Ruhrgebiets bei der Demonstration dabei, die vorher ihre Beteiligung zugesagt hatten.

Von der breit und intensiv entfalteten Agitation im Bergbau hatten wir eine größere Mobilisierung und Teilnahme von Teilen fortschrittlicher Kumpel an der Demonstration erwartet. Diese Hoffung hat sich in Dortmund nicht erfüllt.

Auch die großartigen Verkaufsergebnisse, die die Agittrupps in der Woche vor dem 1.Mai allein in Dortmund erzielt hatten (mehr als 200 RF-Extrablätter wurden täglich verkauft!), schlugen sich nicht unmittelbar in der Teilnehmerzahl älterer Kollegen nieder.

Auf der Schlußkundgebung an der Bornstraße wurden Grußtelegramme der Bruderorganisationen aus Persien (Iran,d.Vf.), Griechenland und ein Bericht belgischer Genossen über die augenblicklichen Kämpfe der belgischen Bergarbeiter verlesen.

Ein palästinensischer Marxist-Leninist betonte in einer kurzen spontanen Ansprache die gemeinsamen Ziele der westdeutschen Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Partei und der revolutionären palästinensischen Befreiungsbewegung.

Im Anschluß daran sprach der Vertreter des Zentralbüros der KPD/ML.

Der Redner der KPD/ML entlarvte die Verrätereien der SPD-Regierung, der Führer des DGB und der D'K'P-Führer. Er erklärte:

'Die SPD-Regierung, die Führer des DGB und ihr Anhang, die D'K'P-Führer, gehen längst den Weg des Verrats, gehen längst den Weg von Krupp und Thyssen.'

Er entlarvte den Verrat an dem Beispiel des 7,3% Lohndiktatabschlusses der IGBE-Führer.

Weiter zeigte der Redner, wie die SPD-Regierung direkt die Rolle des aktiven Wegbereiters des Faschismus spielt.

Der Redner schloß mit dem Aufruf zum revolutionären Kampf:

'Kollegen Genossen!

(der nun folgende Teil wird auch in der 'RF' veröffentlicht,d.Vf.)
Wo ist der Ausweg der Arbeiterklasse und der unterdrückten Völker aus dieser Lage?

Für die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker ist das der revolutionäre Kampf unter Führung ihrer kommunistischen Partei um die politische Macht.

Die unterdrückten Völker Asiens, Lateinamerikas und Afrikas haben den bewaffneten Kampf für ihre nationale Unabhängigkeit aufgenommen und versetzen dem US-Imperialismus heftige Schläge. Die Siege der indochinesischen Völker sind ein großartiges Beispiel für die Fäulnis des Imperialismus und für die Kraft, die den unterdrückten Völkern innewohnt, wenn sei einig und geschlossen kämpfen.

Im Gegensatz zu den sowjetischen Führern, die den Weg des Kapitalismus gehen, unterstützt das chinesische Volk und seine kommunistische Partei rückhaltlos die kämpfenden Völker. Auch die westdeutsche Arbeiterklasse muß den Kampf der Völker um ihre nationale Unabhängigkeit unterstützen.

In Europa schwillt die Flut der revolutionären Kämpfe an. In Polen kämpft die Arbeiterklasse gegen die neuen bürgerlichen Diktatoren vom Schlage Gomulkas und Giereks für die Wiederherstelllung der Diktatur des Proletariats. Das ist gleichzeitig ein Angriff der polnischen Arbeiter auf die westdeutsche und sowjetische Politik der Ausbeutung und Unterwerfung der osteuropäischen Völker.

An der Spitze des Kampfes der polnischen Arbeiterklasse steht die marxistisch-leninistische KPP.

Auch die englische (britische,d.Vf.) Arbeiterklasse hat den Kampf für den Sozialismus aufgenommen. Die englische Kapitalistenklasse versucht, mit Hilfe der sozialdemokratischen Führer und der reaktionären bürgerlichen Regierung Staatsgewerkschaften nach faschistischem Muster einzuführen. Drei Millionen Arbeiter haben dagegen gestreikt. Und der Kampf dagegen geht weiter.

Auch die westdeutsche Arbeiterklasse muß den Kampf für den Sozialismus aufnehmen.

Auch sie muß den Arbeiter- und Bauernstaat errichten, um die Kapitalistenklasse, ihren Ausbeuter und Unterdrücker, niederzuwerfen.

Dazu braucht die Arbeiterklasse eine starke kommunistische Partei. (hier endet der in der 'RF' verbreitete Text,d.Vf.)

Kollegen, Genossen!

Der Kampf muß unter den Parolen stehen:

Kampf dem Lohndiktat - Kampf dem Lohnraub!

Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung die geschlossene Kampffront der Arbeiterklasse!

Gegen den Kapitalismus, für den Arbeiter- und Bauernstaat!

Stärkt die KPD/ML!

Kollegen, Genossen!

So sicher der Untergang des Imperialismus ist, so gewiß ist auch der weltweite Sieg des Sozialismus.

Es lebe der gemeinsame Kampf der Proletarier aller Länder und der unterdrückten Völker!

Es lebe der Rote 1.Mai!'

Daran schloß sich die Rede des Vertreters des KJVD an:

'Der 1.Mai ist der Tag, an dem die Arbeiterjugend ihren Kampf immer besonders in zwei Richtungen geführt hat: gegen den Lohnraub, gegen die Hungerlöhne für Jungarbeiter und Lehrlinge und gegen den imperialistischen Krieg. Auch heute steht dieser Kampf auf der Tagesordnung.'

Im Folgenden bewies er, daß sich auch der Hauptstoß des Jugendverbandes und der revolutionären Arbeiterjugend gegen die SPD-Regierung und ihre Handlanger richten muß:

Das Lohndiktat Schillers trifft die mit einem Hungerlohn abgespeiste Arbeiterjugend besonders hart;

die IG Bergbau-Führer haben u.a. die Einführung des Stufenplanes im Bergbau mit der neuen Lohnordnung unterstützt;

er entlarvte die Lügen von SPD- und Gewerkschaftsführern über die Verbesserung der Ausbildung für die arbeitende Jugend;

er deckte auf, wie SPD- und Gewerkschaftsführer einen Keil zwischen jugendliche und ältere Arbeiter treiben und rief zur Einheit der Arbeiterklasse auf;

Außerdem deckte er die Rolle der SDAJ-Führer (der DKP,d.Vf.) auf, die den SPD- und Gewerkschaftsführern dabei in die Hände arbeiten.

Zum Abschluß verwies er auf die Rolle der kommunistischen Organisation für den entscheidenden Kampf gegen Ausbeutung und Militarismus:

'Nur eine Organisation, die klar sagt: das Ziel der Arbeiterjugend kann nur ein Arbeiter- und Bauernstaat sein' kann diesen Kampf zum siegreichen Ende führen.

'Denn nur in einem solchen Staat kann die Arbeiterjugend frei von Lohnraub und Kriegsgefahr arbeiten und lernen.

Nur eine Organisation, die dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, kann auch hier und heute den Kampf der Arbeiterjugend gegen alle Spalter, gegen Lohnraub und imperialistische Kriege führen.'

Die Demonstration der KPD/ML und ihres Jugendverbandes war sicher ein Erfolg.

Sie hat deutlich bewiesen, welche gewaltigen politischen und organisatorischen Fortschritte die revolutionäre Organisation in den vergangenen Monaten gemacht hat.

Andererseits hat sie uns aber auch gezeigt, wie groß die Aufgaben sind, die noch vor uns liegen.

Gerade darum wird die 1.Mai-Demonstration ein großer Ansporn für alle Genossen sein, die junge und noch schwache Partei zu festigen, zu stärken und die Verankerung in der Arbeiterklasse mit größtem Einsatz weiter voranzutreiben."

Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Mai 1971) berichtet von den aufgrund der Bergbautarifrunde der IGBE (BETR in NRW - vgl. 20.4.1971) Teilnehmenden und auch so:"
HOCH DAS BANNER DES ROTEN 1.MAI

BERICHT ÜBER DIE DEMONSTRATION DER KPD/ML UND DES KJVD IN DORTMUND

Schon seit Wochen ist die Arbeit des KJVD auf einen Tag hin gerichtet: auf den 1.Mai.

'Kampf dem Lohndiktat! Kampf dem Lohnraub! Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung die geschlossene Front der Arbeiterklasse!'

Unter dieser Losung rief die KPD/ML alle Arbeiter zu ihrer Demonstration nach Dortmund.

In Veranstaltungen vor den Betrieben, in Versammlungen haben die KPD/ML und der KJVD die Kollegen aufgerufen, an der Seite der kommunistischen Kollegen gegen Lohndiktat und Lohnraub zu demonstrieren.

Besonders bei den Bergarbeitern war die Zustimmung groß. De Kumpel hatten gerade erlebt, wie hinterlistig SPD- und Gewerkschaftsführer ihre Interessen verraten, sie hatten erlebt, wie notwendig es ist, geschlossen den Kampf gegen diese Verräter aufzunehmen.

Allein bei der Zeche Minister Stein in Dortmund kauften 300 Kumpel die 'Rote Fahne', das Zentralorgan der KPD/ML.

Und einige von ihnen kamen auch zur 1.Mai Demonstration nach Dortmund.

Fast 1 000 Demonstrationsteilnehmer waren es, die am Morgen des 1.Mai durch das Zechenviertel Eving und durch das Viertel der Hoesch-Arbeiter zogen. Hier fand die Demonstration überall die Zustimmung der Bevölkerung. Redner der Partei und des Jugendverbandes erläuterten immer wieder in kurzen Ansprachen die Ziele der Demonstration. Und die Kollegen und ihre Frauen öffneten ihre Fenster und hörten ihnen zu.

Bei einigen, besonders bei den älteren, konnte man die Freude darüber sehen, daß es wieder eine Kommunistische Partei gab, die mit roten Fahnen und revolutionären Losungen und Liedern am 1.Mai die Arbeiter auf die Straße ruft.

Die Demonstration fand ihren Abschluß in einer Kundgebung. Ein Vertreter des Zentralbüros der KPD/ML richtete den Gruß der Partei an die Bruderorganisationen und die um ihre Befreiung kämpfenden Völker in aller Welt.

Er verlas Grußbotschaften der persischen (iranischen,d.Vf.) und griechischen Genossen. Ein palästinensischer Genosse ergriff selbst das Wort und erinnerte an den gemeinsamen Kampf der unterdrückten Völker und der Arbeiterklasse in den imperialistischen Ländern.

Der Redner der Partei setzte dann in seiner Rede die Schwerpunkte für den Kampf der gesamten Arbeiterklasse im kommenden Jahr: gegen Lohndiktat und Lohnraub, gegen die verschärfte Aufrüstungspolitik, gegen die Pläne zur Eroberung der DDR und der Länder Osteuropas - an der Seite des Proletariats aller Länder gegen die Kapitalisten und ihre Handlanger.

Der Redner des KJVD nannte die zwei Richtungen, in die der Kampf der Arbeiterjugend sich immer besonders gerichtet hat: gegen den Lohnraub und gegen den imperialistischen Krieg. Er betonte, daß die Arbeiterjugend nur eine Möglichkeit habe, diesen Kampf erfolgreich zu führen - in einer Front mit den älteren Kollegen. (Näheres siehe Auszüge aus der Rede des KJVD)

Zum Abschluß der Kundgebung sangen alle Teilnehmer gemeinsam die Internationale.

AUS DER REDE DES KJVD

Der Redner des KJVD erläuterte, daß sich der Kampf der Arbeiterjugend gegen Lohnraub und imperialistischen krieg in erster Linie gegen die Spalter, die SPD- und Gewerkschaftsführer und die Führer der SDAJ richten muß.

Se wollen uns zum Beispiel den Moskauer und den Warschauer Vertrag (mit der SU bzw. Polen,d.Vf.) als einen Vertrag des Friedens verkaufen.

'Sie können uns aber eines nicht erklären, warum die Rüstungskapitalisten, die Krupp und Thyssen, diesen Vertrag begrüßen. Einer ihrer Sprecher, Fritz Berg, erklärte schon vor Monaten (vgl. BS1***.197*,d.Vf.): 'Wir haben immer gut am Ostgeschäft verdient.'

Sie bleiben uns die Erklärung schuldig, warum die den Vertrag begrüßen, die gleichzeitig alle Vorbereitungen für einen neuen Krieg treffen. Denn nichts anderes bedeutet es doch, wenn die SPD-Regierung einen der altgedienten Generäle nach dem anderen wieder auf führende Posten in der Bundeswehr beruft. Nicht umsonst bemängeln Schmidt und Brandt die Wehrunwilligkeit in der Jugend. Nicht umsonst verstärken sie die Propaganda für die 'Verteidigung des Vaterlandes' in den Schulen (WKE,d.Vf.) und Betrieben... Wer den Moskauer und den Warschauer Vertrag als einen Vertrag des Friedens verkaufen will, der betreibt das alte Geschäft derjenigen, die die Arbeiterjugend mit pazifistischen Parolen vom Kampf gegen die Aufrüstungspolitik und die Kriegstreiber abhalten will.'"

Die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe Hoesch Westfalenhütte Dortmund (IGM-Bereich in NRW) berichtet:"
VORWÄRTS IM GEISTE DES ROTEN 1.MAI 1971

Gegen Lohnraub und Lohndiktat! Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung die Einheit der Arbeiterklasse im Kampf gegen die Handlanger der Krupp und Thyssen! Das waren die Zeile, für die die KPD/ML zusammen mit ihrer Jugendorganisation, dem Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD), in Dortmund mit einem eigenen Maizug und anschließender Kundgebung demonstrierte.

Rund 1 000 Kollegen und Genossen zogen mit vielen roten Fahnen und Transparenten durch Eving und das Nordviertel bis zum Kundgebungsplatz an der Bornstraße.

Aus einer Halle von Minister Stein (IGBE-Bereich,d.Vf.) winkten Kumpel mit ihren Helmen dem Demonstrationszug zu. Vom Straßenrand oder aus den Fenstern grüßten Kollegen, einige mit dem alten Kampfgruß, der geballten Faust. Die Sympathie für diesen Zug war unverkennbar.

Unterwegs verkauften Genossen mit viel Erfolg die ROTE FAHNE (RF,d.Vf.), den KAMPF DER ARBEITERJUGEND (KDAJ,d.Vf.) und verteilten ein Flugblatt. Viele Kollegen folgten dem Aufruf des Flugblattes, sich in die Demonstration einzureihen.

Dieser Zug war ein Kampfzug für die Interessen der Arbeiterklasse und der ganzen werktätigen Bevölkerung, im Gegensatz zur DGB-Feier. Dort lobte Arendt die Politik der SPD-Regierung in den Himmel, statt den Kampf gegen den Lohnraub zu fordern. Dort trug man die Schwarz-Rot-Goldene vorneweg, die Fahne der kapitalistischen Bundesrepublik.

Das veranlaßte viele Kollegen, sich unserer Demonstration anzuschließen.

Auf der Abschlußkundgebung faßten Sprecher des KJVD und der KPD/ML noch einmal die Verratspolitik der SPD- und Gewerkschaftsführer zusammen und zeigten den Ausweg aus dieser Lage für die Arbeiterklasse:

KAMPF DEM LOHNRAUB!

KAMPF DEM LOHNDIKTAT!

GEGEN DIE VERRÄTEREIEN DER SPD-REGIERUNG DIE GESCHLOSSENE FRONT DER ARBEITERKLASSE!

ORGANISIERT EUCH IN DEN BETRIEBSGRUPPEN DER KPD/ML!"

In Münster berichten die Betriebsgruppen Hamel, Jäger und Winkhaus der KPD/ML-ZB (IGM-Bereich - vgl. 31.5.1971):"
KRAFTVOLLER 1.MAI

Eine Arbeiterin aus Münster, die an der 1.Mai-Demonstration der KPD/ML teilnahm, schrieb für den ROTEN METALLARBEITER folgenden Bericht ihrer Eindrücke:

Am 1.Mai zogen wir von DO-Eving los durch die Straßen des Bergarbeiterviertels. Unsere roten Fahnen, von denen viele mit Schriften beklebt waren wie 'Kampf dem Lohnraub' oder 'Kämpft gegen die Verrätereien der SPD-Regierung' trugen wir stolz, trotz der heftigen Windböen.

An der Zeche 'Minister Stein' fiel mir ganz besonders auf, daß man die schwarz-rot-goldene Fahne zusammengeknotet hatte. Sollte das das Zeichen sein, daß die Kumpels den Verrat der SPD-Führer nicht mehr mitmachen? Sollte es für uns eine Unterstützung sein?

Wir waren am Anfang etwa 700 Demonstranten, in Dortmund-Lindenhorst waren es schon über 1 000. Arbeiter, die sich in den Zug eingegliedert hatten und so gut sie konnten die 'Internationale' mitsangen. Sie riefen mit uns die Parolen: 'Kampf dem Lohndiktat, Heraus zum roten 1.Mai!' In vielen Fenstern zeigten sich Kollegen, die unseren Gruß, die geballte Faust, mit Beifall erwiderten und uns auch mit der geballten Faust grüßten.

Was natürlich der Polizei nicht recht war: denn die wären lieber mit ihren Familien ins Grüne gefahren als den Auftrag auszuführen, die KPD/ML und den KJVD zu beobachten. Es gab aber auch einzelne Nazis unter den Zuschauern, wie uns einer zurief 'Arbeitet lieber'.

Auf dem Kundgebungsplatz Bornstraße wurden Grußtelegramme aus Persien (Iran,d.Vf.) und Griechenland vorgelesen. Das ist doch ein Zeichen, daß wir auch im Orient Genossen haben. Von den belgischen Kämpfen im Bergbau bekamen wir auch einen Bericht, der für uns aufschlußreich war. Ein palästinensischer Marxist-Leninist begrüßte uns mit den Worten der gemeinsamen Ziele westdeutscher Arbeiter und der revolutionären palästinensischen Befreiungsbewegung. Aus den Fenstern der Umgebung der Bornstraße hörten viele unsrer Kundgebung zu und auch im 4.Stock sah ich eine rote Fahne wehen. Als die Internationale erklang, gingen die geballten Fäuste hoch, auch sangen alle in den umliegenden Häusern mit. Ich kann nur sagen, daß es ein voller Erfolg der KPD/ML und des KJVD war.

TOI TOI TOI zum Weitermachen!

Rotfront Maria"

Die Demonstration der KPD/ML-ZK hat, laut KJO, zu 90% aus Schülern und Studenten bestanden. Diese selbst zählte 700 Teilnehmer. Aufgerufen wurde u.a. auch bei Mannesmann Duisburg (vgl. Apr. 1971) sowie vom Roten Mai-Komitee Bochum, in dem u.a. die Rote Ruhrparkgruppe (RRG, HBV-Bereich - vgl. Apr. 1971) vertreten ist. Aufgerufen wird auch von der Roten Frauengruppe (RFG) Bochum (vgl. 26.4.1971), bei Opel Bochum sowie durch ein gemeinsames Flugblatt von KSB/ML und KPD/ML-ZK Dortmund (vgl. 26.4.1971), eines von RG und KPD/ML-ZK (vgl. 26.4.1971), eine Flugschrift von RG und KPD/ML-ZK (vgl. 26.4.1971) und eines der RG (vgl. 19.4.1971).

Die Demonstration der KPD/ML-ZK soll um 14 Uhr beginnen. Aufstellung: Wiese zwischen Yorckstraße und Landwehrstraße. Die Kundgebung, die um ca. 16 Uhr beginnen soll, soll auf dem Parkplatz zwischen Hecken/Leopold/Mallinckrodtstraße stattfinden.

Von der KPD/ML-ZK wird ausgeführt:"
Hunderte von roten Fahnen der KPD/Marxisten-Leninisten und der Roten Garde grüßten am ersten Mai die Arbeiter in Dortmund. Ein eindrucksvoller Demonstrationszug zog sich durch den Norden Dortmunds, das Wohnquartier vieler Kollegen von den großen Stahl-Betrieben und Zechen. Viele von ihnen, auch zahlreiche Jungarbeiter hatten sich mit der KPD/Marxisten-Leninisten, am frühen Nachmittag unter den Bildern von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao Tse-tung zu einer rund 700köpfigen Demonstration zusammengeschlossen: Für den gemeinsamen Kampf der Arbeiterklasse gegen die Kapitalisten und ihre Vertreter in SPD, Gewerkschaft und DKP.

In mehreren Veranstaltungen in Vorbereitung des 1.Mai mit dem Genossen Ernst Aust forderten besonders die revolutionär gesinnten Arbeiter die Einheit aller Marxisten-Leninisten für den 1.Mai. Wir nahmen entschlossen diese Forderung auf und versuchten auf allen erdenklichen Wegen zu einer Absprache mit der Gruppe Rote Fahne-Bochum (KJVD) für einen gemeinsamen roten 1.Mai zu kommen. Daß die Verantwortlichen der Gruppe Rote Fahne auf unsere frühen und vielfältigen Angebote nicht eingingen und eine zweite Demonstration unter dem Namen KPD/ML anmeldeten, wurde von vielen ihrer Mitglieder kritisiert. Die KPD/ML forderte ihre Mitglieder, Sympathisanten und alle fortschrittlichen Arbeiter auf, zur Wahrung der Einheit zu beiden Demonstrationen, die am ersten Mai unter dem Namen KPD/ML auftraten, zu gehen. Was die fortschrittlichen Arbeiter und unsere Genossen aber bei der Demonstration der Gruppe Rote Fahne erleben mußten, war äußerst schändlich. Während hunderte von Rotgardisten gemeinsam mit den Genossen vom KJVD aus Frankfurt-Hoechst (in Hessen,d.Vf.), Mainz (in Rheinland-Pfalz,d.Vf.) und Hamburg Arbeiterlieder sangen, kratzten deren Ordner Plakate und Aufkleber ab, die zur 1.Mai-Demonstration der KPD/ML einluden.

Trotz unseres Bemühens um die Einheit blieben die Genossen der Gruppe 'Rote Fahne' der Demonstration der KPD/Marxisten-Leninisten fern.

Trotz der Verwirrung vieler fortschrittlicher Arbeiter durch zwei Demonstrationen und der erheblichen Belastung der Genossen, die an beiden teilnahmen, wurde die 1.Mai-Demonstration zu einem eindrucksvollen Propagandazug für den Kampf der Arbeiterklasse und die Kommunistische Partei.

Die Abschlußkundgebung glich einem Meer von roten Fahnen. Für unsere spanischen und italienischen Kollegen wurden Reden in deren Sprachen vorgetragen, die den internationalen Charakter des 1.Mai betonten. Die Arbeiter wurden aufgefordert, für die Einheit der Arbeiterklasse und gegen die besonders scharfe Ausbeutung ihrer ausländischen Kollegen zu kämpfen.

Die Anstrengungen der KPD/Marxisten-Leninisten den 1.Mai wieder als Kampftag der Arbeiterklasse gegen die Kapitalisten und ihre Lakaien zu propagieren, waren erfolgreich.

Nicht nur, daß zahlreiche Kollegen zur Demonstration nach Dortmund kamen. Nicht nur, daß erstmals eine 1. Mai-Demonstration unter den Bildern von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao Tse-Tung wieder in Dortmund den revolutionären Kampf der Arbeiterklasse propagierte.

Daß die Passanten und Arbeiter, die an die Fenster oder vor die Kneipe traten, den Demonstrationszug freundlich begrüßten und riefen 'Macht weiter so!' - das war das entscheidende Ergebnis des 1.Mai in Dortmund.

In einer abschließenden Veranstaltung am Abend des 1.Mai sagte ein Kollege: 'Daß die Kollegen jetzt wieder wissen, daß es eine kommunistische Partei gibt, daß viele wieder wissen, daß ihre Forderungen wieder vertreten werden, das ist das wichtigste Ergebnis der 1. Mai-Demonstration in Dortmund.'"

Die KPD/ML-ZB führt in der Folge eine Reihe von Veranstaltungen über diese Demonstration durch, u.a. in:
- NRW in Dortmund (vgl. 14.6.1971);

Die KPD/ML-ZB berichtet von der Demonstration der KPD/ML-ZK:"
1.MAI-DEMONSTRATION DER GRUPPE 'ROTER MORGEN' IN DORTMUND

Am 1.Mai fanden in Dortmund drei Kundgebungen statt. Zuerst die Demonstration der KPD/ML unter der Losung 'Kampf dem Lohndiktat, Kampf dem Lohnraub - Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung die geschlossene Front der Arbeiterklasse'.

Dann die Demonstration und Kundgebung des DGB, auf der der Verräter Arendt versuchte, die Angriffe der SPD-Regierung auf die Arbeiterklasse als Wohltaten für die Arbeiterklasse auszugeben.

Schließlich fand eine Demonstration der Gruppe 'Roter Morgen' statt. Die Führer der Gruppe Roter Morgen hatten sich eine besondere Taktik der Vorbereitung ihrer Demonstration einfallen lassen: sie stimmten ein wildes Geschrei nach Einheit aller Marxisten-Leninisten an und versuchten am 1. Mai diese Einheit auf ihre Weise herzustellen.

Zu diesem Zweck entfalteten sie eine rege Spaltertätigkeit. Überall da, wo die Partei seit langem arbeitet und die Gruppe Roter Morgen noch nie aufgetreten ist, hat die Gruppe 'Roter Morgen' versucht, die Sympathie, die die Partei durch ihre lange und geduldige MASSENARBEIT gewonnen hatte, für sich auszunutzen. Durch einen Agenten in der Organisation verschafften sie sich den Einsatzplan für die Kurzkundgebungen vor den Betrieben, in denen die Partei arbeitet. Danach richteten sie ihren Plan aus.

Da die Kurzkundgebungen zum Schichtwechsel am Mittag stattfanden, betrieben sie ihre Schädlingsarbeit am Morgen vor demselben Betrieb. Sie verteilten ihr Extrablatt zum 1. Mai und vertuschten vor den Kollegen, daß sie gar nicht zur Partei gehören, sondern einer Organisation angehören, die noch vor nicht allzu langer Zeit die Massenarbeit als gefährlich bezeichnete. Heute besitzen sie die Unverschämtheit, sich vor den Massen als Vertreter ihrer Interessen aufzuspielen, obwohl sie mit Verachtung auf die täglichen Kämpfe der Arbeiterklasse herabblicken.

Aber sehen wir weiter, wie diese tapferen Streiter für die Einheit ihre Tätigkeit für die Einheit am 1. Mai fortsetzten.

Da ihnen die Demonstrationsroute der Partei bekannt war, klebten sie - wahrscheinlich zur Unterstützung der Partei - ihre Plakate entlang dieser Route. Nachher beschwerten sie sich scheinheilig darüber, daß wir ihre Plakate abrissen oder überklebten.

Aber damit nicht genug. Bei ihrem Eifer, im Kampf um die Einheit aller Marxisten-Leninisten vergaßen sie sogar ihre eigenen Versprechungen. Sie hatten der Partei ihre Teilnahme an der 1. Mai-Demonstration angeboten. Die Partei hat diesen Beschluß begrüßt, weil er ehrlich und aufrichtig erschien. Die Genossen hatten angekündigt, sie würden einen eigenen Block bilden und keine eigene Agitprop betreiben.

Die Vertreter der Gruppe Roter Morgen haben dieses Versprechen schamlos gebrochen. Sie bildeten keinen eigenen Block, sondern mischten sich unter die Sympathisanten der Partei (besonders die proletarischen) und versuchten sie für ihre Gruppe zu gewinnen. Der wahre Charakter der Einheitsbestrebungen der Gruppe 'Roter Morgen' ist damit enthüllt: Das Einheitsgeschrei ist durch und durch verlogen und demagogisch. Es dürfte doch klar sein, daß die Spaltertätigkeit jedem ernsthaften Versuch, zur Einheit aller wahren Marxisten-Leninisten zu kommen, völlig entgegengesetzt ist.

Es dürfte weiter klar sein, daß ein solch hinterhältiges Anhängen an die Arbeit der Partei und der Versuch, die Erfolge der Partei zu seinen eigenen Erfolgen umzulügen, zum Scheitern verurteilt ist.

Die Partei hat wiederholt darauf hingewiesen, wie der korrekte Weg zur Herstellung der Einheit aller wahren Marxisten-Leninisten aussieht: es muß eine harte und offene Polemik über folgende Streitpunkte geführt werden:

1. über die These 'Hauptseite Theorie',

2. über die Frage, ob der Jugendverband organisatorisch selbständig ist oder nicht,

3. über die Frage, wer den Sozialismus in die Arbeiterbewegung trägt, die Intelligenz oder die Kommunistische Partei,

4. über die Frage, ob wir die Gewerkschaften erobern oder zerschlagen müssen,

5. über die Frage, ob der westdeutsche Imperialismus zwei grundsätzlich unterschiedliche Wege gehen kann, oder ob er nur einen Weg geht, nämlich den der allseitigen Ausdehnung, der Unterwerfung des Westens zur Eroberung des Ostens.

Die Führer der Gruppe Roter Morgen wußten schon vor dem 1.Mai 1971, daß die KPD/ML sich wegen dieser Fragen im April 1970 gespalten hat. Damals hat die Gruppe Roter Morgen nicht von Einheit geredet, sondern die Spaltung betrieben. Es gibt für uns keinen Anlaß, die grundsätzlichen Fehler der Gruppe Roter Morgen in diesen Fragen als nicht mehr vorhanden zu betrachten.

Erst dann kann man über die Einheit reden, wenn diese Differenzen gelöst sind. Wir werden unsererseits die Polemik zu all diesen Fragen eröffnen (Zu den Fragen des Parteiaufbaus ist dazu bereits die Broschüre 'Die Etappen des Parteiaufbaus und die Aufgaben der KPD/ML' (vgl. S11*.1971,d.Vf.) erschienen. Ebenso ist in Bolschewik 7, der in Kürze erscheinen wird, die Frage des westdeutschen Imperialismus behandelt).

Wir werden diese Differenzen auch nicht vor der Arbeiterklasse verbergen. Die Gruppe 'Roter Morgen' tut das aber ('wir dürfen die Arbeiterklasse nicht mit unseren Differenzen belasten, deshalb müssen wir Gespräche zwischen den Leitungen beider Organisationen vereinbaren'); sie dient damit eben nicht der Einheit, sondern der Verwirrung der Arbeiterklasse und der Spaltung der marxistisch-leninistischen Bewegung.

Aber man kann ja unabhängig davon, ob in diesen Streitfragen Einheit zu erzielen ist oder nicht, Aktionsbündnisse mit solchen Organisationen eingehen. Warum ist zum 1. Mai in Dortmund kein Aktionsbündnis mit der Gruppe Roter Morgen zustandegekommen, während in Westberlin ein solches Bündnis durchgeführt wurde?

Das ZB hat in seinem Rundschreiben zum 1.Mai (vgl. S114*1971,d.Vf.) den Unterschied beider Demonstrationen festgestellt: Der politische Charakter der Berliner und der Dortmunder Demonstration waren unterschiedlich.

In Westberlin ging es um die Abwehr einer weiteren sozialfaschistischen Maßnahme, um ein konkretes Kampfziel; hier war ein breites Bündnis notwendig.

In Dortmund ging es um die Propagierung der Politik der Partei; hier mußte vor allem die Einheit und Geschlossenheit der Ansichten der Partei im Vordergrund stehen. Bündnisse waren nur beschränkt möglich. Die Gruppe Roter Morgen vertritt eine Reihe von Ansichten, die sich PRINZIPIELL von denen der Partei unterscheiden und es ist deshalb nicht sinnvoll gewesen in diesem Fall, wo es um die Darstellung der Politik der Partei ging, andere Losungen zuzulassen. Außerdem wollten wir die Kraft der Partei und des Jugendverbandes demonstrieren und die Gruppe Roter Morgen ist in keiner Weise eine Stütze der Partei.

Die Genossen vom 'Roten Morgen' haben in demagogischer Manier versucht, ihren Willen zur Einheit zu betonen. In Wirklichkeit aber haben sie - und das beweist der 1. Mai - keinen einzigen Schritt zu dieser Einheit getan, sie treten sie nur mit Füßen. Wenn die Genossen von der Gruppe 'Roter Morgen' die Einheit aller Marxisten-Leninisten wirklich wollen, dann müssen sie offen und ehrlich die Polemik über die verschiedenen Differenzen führen und dürfen sich nicht auf ihre alten billigen Tricks verlassen ('Es gibt keine größeren Differenzen zwischen uns'; 'Es gibt zwei KPD/MLs, wir sind die richtige').

Wenn die Gruppe Roter Morgen wirklich die Einheit aller wahren Marxisten-Leninisten will, dann muß sie auch endgültig ihre Wühlarbeit gegen die Partei einstellen."

Am Zug von der Westfalenhütte aus beteiligen sich, laut DKP, mindestens zwei Soldaten in Uniform mit roten Fahnen und roten Nelken im Knopfloch, u.a. Rüdiger Raguse vom Leichten Pionierbataillon 13 in Lübeck (vgl. 13.7.1971).
=Heisse Eisen Extrablatt Skandal bei der Bundeswehr!,Dortmund o.J. (1971);
Der Röhrenkieker Nr.5,Duisburg 1971;
Roter Morgen Nr.5,Hamburg Mai 1971,S.6;
KJO Spartacus:Nationales Internes Bulletin Nr.7,o.O. Juni 1971;
Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.5,Bochum Mai 1971,S.2 und Beilage,S.1;
Rote Fahne Nr.9 und 10,Bochum 10.5.1971 bzw. 24.5.1971,S.1f bzw. S.8;
Der Bulldozer Nr.6,Berlin Mai 1971;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.32, 34, 36 und 37,Bochum 28.4.1971, 5.5.1971, 12.5.1971 bzw. 15.5.1971,S.1, S.1ff, S.10ff bzw. S.9;
Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.7,Hamburg 26.5.1971;
Zündkerze Nr.7 und Extra Notwendiger Kampf oder prinzipienlose Spaltung?,Bochum o.J. (1971) bzw. März/Apr. 1971,S.3(5) bzw. S.1ff;
Der Parteiarbeiter Nr.6,Bochum 1971;
Ruhr Park Info Nr.5,Bochum Apr. 1971,S.8;
Rote Frauen Gruppe Bochum:Werktätige Frauen! Hausfrauen!,Bochum o.J. (Apr. 1971),S.2;
Roter Metall Arbeiter Nr.6 und 7,Münster o.J. (30.4.1971) bzw. o.J. (1971),S. 1, 4, 7 und 10 bzw. S.10f;
KPD/ML-ZK und KSB/ML Dortmund:******,Dortmund o.J. (1971);
RG Dortmund: Kämpft mit der Roten Garde für einen revolutionären 1.Mai! Kommt zur Informationsveranstaltung und zur Maidemonstration der KPD/ML und der Roten Garde,Dortmund o.J. (1971);
KPD/ML-ZK, RG:Straße frei am 1.Mai!!,Dortmund o.J. (Apr. 1971);
Die Rote Westfalenwalze Metall-Tarifrunde 71: Gegen das verschärfte Lohndiktat entschlossen kämpfen!,Dortmund o.J. (1971),S.6


14.06.1971:  Von der Propagandaabteilung beim Zentralbüro der KPD/ML-ZB herausgegeben soll heute die Broschüre "Vorwärts im Geiste des 1. Mai. Aus der Arbeit der KPD/ML. Eine Broschüre für Arbeiter" erscheinen.

Im Vorwort zur Broschüre führt die Propagandaabteilung u.a. aus:"
Die Arbeiterklasse braucht eine starke, politische Führung. Sie braucht eine politische Partei, die am 1. Mai wieder unter revolutionären Parolen demonstriert. Sie braucht eine Partei, die sie gegen die Angriffe der Kapitalisten und der SPD-Führer in den Kampf führt. In der vorliegenden Broschüre wollen wir allen interessierten Arbeitern anhand des 1. Mai 1971 zeigen, unter welchen Losungen und mit welchen Mitteln die KPD/ML den Kampf der Arbeiterklasse gegen die kapitalistische Ausbeuterordnung organisiert."

Artikel sind u.a.:
- Hoch das Banner des 1. Mai;
- 1. Mai - Politischer Kampftag der Arbeiterklasse;
- Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung - Die geschlossene Front der Arbeiterklasse;
- Mai-Demonstration der KPD/ML in Dortmund: Die Losungen der Partei weit verbreiten - Die fortschrittlichen Arbeiter für die Partei gewinnen;
- Nur durch gründliche Vorbereitung kann der 1. Mai ein Erfolg für die Partei und die Arbeiterklasse werden;
- Gegen das Komplott der Zechenherren, IGBE-Führern und SPD-Regierung die geschlossene Front der Ruhr-Kumpel;
- Die Spaltungsmanöver verstärken sich;
- Heraus zum Roten 1. Mai;
- Vorwärts im Geiste des Roten 1. Mai.

Druck und Verlag erfolgen durch den Zentralen Arbeiterverlag (ZAV) Berlin.
Die Broschüre hat 45 Seiten.

Eingegangen wird u.a. auf die eigene Organisation (vgl. Apr. 1971) und auf die Arbeit in NRW bei der Ruhrkohle AG (RAG - vgl. 7.4.1971), auf den Zechen Prosper Bottrop (vgl. 25.4.1971) und General Blumenthal Recklinghausen (vgl. 24.4.1971), auf die DKP auf der Zeche Hansa Dortmund (vgl. 26.4.1971) und in Gelsenkirchen-Buer (vgl. 22.4.1971).

In einer Ankündigung des ZAV heißt es:"
Am Beispiel des diesjährigen 1. Mai zeigt die KPD/ML in dieser Broschüre unter welchen Losungen und mit welchen Mitteln sie den Kampf der Arbeiterklasse organisiert. Um sie für die Arbeiterschaft, für die Leser der ROTEN FAHNE und der Betriebszeitungen der KPD/ML erschwinglich zu halten, kostet sie bei einem Umfang von 48 Seiten trotz vieler Abbildungen und zweier Farben nur 1 DM.

Neben den Parteiarbeitern fordern wir auch alle Sympathisanten der Partei, alle Leser des KND auf, sich anhand dieser Broschüre enger mit den Zielen und Arbeitsmethoden der KPD/ML vertraut zu machen und die Broschüre auch an andere Freunde und Kollegen weiterzuvertreiben.

Für alle Parteiarbeiter wird noch einmal mit Nachdruck auf das Rundschreiben vom 29.5. 'Zur Arbeit mit der Broschüre 'Vorwärts im Geiste des 1. Mai' hingewiesen."

Angekündigt wurde die Broschüre auch in der 'Roten Fahne' (RF - vgl. 24.5.1971).

Verkauft werden soll die Broschüre u.a. in:
- NRW in Münster bei Hamel, Jäger und Winkhaus (IGM-Bereich - vgl. 5.7.1971).
=Roter Metall Arbeiter Nr.8,Münster o.J. (1971),S.12;
KPD/ML-ZB-ZB-Propagandaabteilung:Vorwärts im Geiste des 1. Mai. Aus der Arbeit der KPD/ML. Eine Broschüre für Arbeiter,Westberlin 1971;
Rote Fahne Nr.10,Bochum 24.5.1971;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.45,Bochum 12.6.1971,S.12


14.06.1971:  Die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe Hoesch Westfalenhütte Dortmund (vgl. 30.5.1971) rief zu einer Veranstaltung um 19 Uhr 30 in der Gaststätte Concordia in der Oesterholzstr. auf:"
Kollegen!

Durch die 1.Maidemonstration in Dortmund hat die Partei viele Sympathisanten gewonnen. Nun wollen die Kollegen, die es für richtig hielten, daß die KPD/ML am 1.Mai gegen SPD-Lohndiktat und SPD-Lohnraub demonstriert hat, mehr wissen über die Partei, ihre Ziele, ihre Arbeit.

Kollegen!

Die Partei steht euch Rede und Antwort in einer Veranstaltung: 'WAS WILL DIE KPD/ML?'
Dort werden Dias und ein Film über den 1.Mai 1971 gezeigt.

Kollegen!

KOMMT ZUR FILMVERANSTALTUNG".
=Die Rote Westfalenwalze Metall-Tarifrunde 71: Gegen das verschärfte Lohndiktat entschlossen kämpfen!,Dortmund o.J. (1971),S.6

08.07.1971:  Es findet auf der Dortmunder Hoesch Westfalenhütte eine Belegschaftsversammlung (BV) statt.

Laut DKP wird u.a. ein Solidaritätsbrief mit Rüdiger Raguse vom Leichten Pionierbataillon 13 in Lübeck (vgl. 13.7.1971) verfaßt, in dem es u.a. heißt:"
An den Herrn Bundesminister der Verteidigung
Helmut Schmidt
5300 Bonn
Dortmund, 8.7.1971

Sehr geehrter Herr Minister!

Von unserer Belegschaftsversammlung am 8. Juli 1971 wenden wir uns Sie mit der Bitte, einem Belegschaftsmitglied von uns zu helfen. Es geht um unseren Kollegen Rüdiger Raguse, der gegenwärtig als Pionier in Lübeck seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr ableistet. Rüdiger Raguse hat in Uniform an unserer Mai-Demonstration 1971 gemeinsam mit den anderen Kollegen der Westfalenhütte-Belegschaft teilgenommen.

Wir fordern sie, Herr Minister, auf, dafür zu sorgen, daß unserem Kollegen Rüdiger Raguse wegen seiner Teilnahme an unserer Demonstration keinerlei Nachteile entstehen. Es wäre für uns unverständlich, wenn die gewerkschaftliche und staatsbürgerliche Handlungsweise unseres Kollegen und Staatsbürgers in Uniform Rüdiger Raguse eine Bestrafung zur Folge hätte. Auf unserer Kundgebung in Dortmund hat Ihr Ministerkollege Arendt gesprochen - soll es einem Soldaten nicht gestattet sein, diese Rede anzuhören? Wir fordern demokratische und gewerkschaftliche Rechte auch für Soldaten!"
=Heisse Eisen Extrablatt Skandal bei der Bundeswehr!,Dortmund o.J. (1971),S.2

13.07.1971:  Gegen Rüdiger Raguse vom Leichten Pionierbataillon 13 in Lübeck wird heute wegen Teilnahme an der DGB-Demonstration zum 1.Mai in Dortmund ein Arrest von 14 Tagen verhängt (vgl. 5.8.1971), wogegen sowohl seine Kollegen bei der Hoesch Westfalenhütte Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 8.7.1971) als auch die dortige DKP mobil mach(t)en (vgl. 19.7.1971).
=Heisse Eisen Extrablatt Skandal bei der Bundeswehr!,Dortmund o.J. (1971)

19.07.1971:  Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 5.7.1971, 30.7.1971) heraus:"
SKANDAL BEI DER BUNDESWEHR!

Rüdiger Raguse, Hüttenarbeiter der Hoesch Westfalenhütte, z.Zt. Pionier bei der Bundeswehr in Lübeck, wegen Teilnahme an Mai-Demonstration des DGB in Dortmund zu 14 Tagen Arrest verurteilt (vgl. 13.7.1971,d.Vf.). Belegschaft der Westfalenhütte protestiert in einem Brief (vgl. 8.7.1971,d.Vf.) bei Minister Schmidt (SPD), gegen Verbot für Soldaten an Mai-Demonstration teilzunehmen.

Die Betriebsgruppe der Deutschen Kommunistischen Partei - DKP - bei den Hoesch Hüttenwerken, möchte mit diesem Extrablatt die Dortmunder Bevölkerung darauf aufmerksam machen, welche Praktiken bei der Bundeswehr geübt werden. Das in diesem Extrablatt enthaltene dokumentarische Material (der Solidaritätsbrief und die Disziplinarverfügung,d.Vf.) beweist: auch unter der Führung des sozialdemokratischen Verteidigungsministers Helmut Schmidt bleibt die Bundeswehr ein Instrument des Antikommunismus, dazu gedacht, im geeigneten Moment den 2. Weltkrieg - der laut Strauß noch nicht beendet ist - im Nachhinein zu gewinnen. Auch unter Schmidt wird der antidemokratische und antigewerkschaftliche CDU-Drill in der Bundeswehr fortgesetzt, um die jungen Soldaten auf den 'Inneren Notstand' vorzubereiten, d.h. in Anwendung der Notstandsgesetze gegen Demonstranten und Streikende einzusetzen. Um dieser Gefahr zu begegnen, ist es u.a. notwendig, den Soldaten demokratische und gewerkschaftliche Rechte zu gewähren. Wir rufen auf: schließen Sie sich dem Protest der Belegschaft der Westfalenhütte an, fordern sie von Bundesminister Schmidt: Freiheit für Rüdiger Raguse, demokratische und gewerkschaftliche Rechte für Angehörige der Bundeswehr."
=Heisse Eisen Extrablatt Skandal bei der Bundeswehr!,Dortmund o.J. (1971);
DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix:Heisse Eisen 1968-1978,Dortmund o.J. (1978),S.21


05.08.1971:  Die DKP berichtet von Rüdiger Raguse vom Leichten Pionierbataillon 13 in Lübeck (vgl. 13.7.1971), daß dieser heute aus der Bundeswehr entlassen wurde, nachdem er zuvor wegen Teilnahme an der Dortmunder Maidemonstration diszipliniert wurde. Damit sei der Protest der Hüttenarbeiter sowie der Dortmunder Bevölkerung von Erfolg gekrönt.
=Heisse Eisen Extrablatt Klar formulierte Forderungen aufgestellt!,Dortmund o.J. (1971),S.4

(Letzte Änderungen: 24.2.2006)

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