Dortmund - Hoesch-Hüttenwerke:
'Heisse Eisen' - Betriebszeitung der DKP-Betriebsgruppen (1969-1982)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 31.12.2017


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Es können hier nur wenige Ausgaben der 'Heisse Eisen' der DKP für die Hoesch-Hüttenwerke Dortmund vorgestellt werden. Wir werden den Beitrag später erweitern, bitten aber auch um Ergänzungen.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

April 1969:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich im April ihre 'Heisse Eisen' Nr. 1 (vgl. Mai 1969) mit 7 Seiten DIN A 5 unter Verantwortung von Rudi Skott heraus:"
BERUHIGUNGSMITTEL FÜR DIE HOESCH-BELEGSCHAFT LÖST KEIN PROBLEM

Es muß ja seinen Grund haben, daß die Hoesch-Hoogovens-Pläne das Licht der Öffentlichkeit scheuten. Die Planer solcher Fusionen wirken in diesem System immer geheim. Es könnte sonst sein, daß die Arbeiter und Angestellten ein Wörtchen mitreden möchten.

Diese Haltung der Konzernspitze im Einvernehmen mit der Bundesregierung sollte einmal mehr begreifen lassen: die Belegschaften werden wie Zubehör verplant.

Unbequeme Einwände könnten stören oder gar Unruhe wie bei den Thyssen-Arbeitern schaffen, die sich mit einem Streik (vgl. IGM-Bereich Mülheim 7.3.1969, d.Vf.) gegen die Geheimplanungen mit Mannesmann wandten.

Die 'Mächtigen' haben gesprochen. Und sie versprechen auch einiges - ob sie es halten können, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Die Belegschaft hat entgegenzunehmen und abzuwarten, was mit ihr geschieht. Es ist bezeichnend, wenn so auch ein Vertreter der Belegschaft erklären muß: 'Zur Stimmung in der Belegschaft kann ich noch nicht viel sagen', - aber er hatte ohne Kenntnis der Meinung der Belegschaft bereits seinen 'Segen' erteilt.

Es ist zu hören und zu lesen: 'Der Stahl zieht zum Wasser und zum Erz. Walzenstraßen sichern die Arbeitsplätze in Dortmund.'

Wer nicht leichtfertig redet und konsequent denkt, muß das anders sagen:
DER STAHL VON HOESCH ZIEHT ZUM WASSER UND DIE WALZENSTRASSEN ZIEHEN HINTERHER.

Denn die Größenordnung eines solchen modernen Stahlwerkes erfordert zwingend auch die Stahlverarbeitung, d.h. auch die Auswalzung in seinem Bereich.

DAS IST DOCH DAS GESETZ DER RATIONALISIERUNG!

Deshalb ist auch für Rotterdam als erste Stufe geplant:
- das Hüttenwerk mit einer Kapazität von 8 - 10 Mio. Jahrestonnen;
- eine Kokerei, eine Pelletieranlage oder eine Erzaufbereitungsanlage;
- ein großer Hochofen, ein Oxygenstahlwerk mit zwei großen Konvertern, ein Blockwalzwerk oder eine Stranggußanlage.

Wo, so ist zu fragen, bleibt denn da die Hoffnung auf den Ausbau des Oxygenstahlwerkes in Hörde?

Das Abwandern von Industrien als Zeichen des besonderen 'Wohlwollens' zu feiern, ist wahrlich seltsam. Sie erfolgt ganz nüchtern AUS GRÜNDEN DES HÖHEREN PROFITS.

Dr. HARDERS, Vorstandsvorsitzender der Hoesch AG, sagte es rundheraus: Der Standortvorteil sei auf etwa 2 Prozent Dividende zu beziffern. Die Kostenersparnis je Tonne wird mit 20 bis 30 Prozent veranschlagt.

Nirgendwo aber ist die Rede davon, daß die Kostensenkung preissenkend wirksam werden soll, was sich ja auf viele Bereiche der Wirtschaft positiv auswirken könnte - bis hin zum Verbraucher.

Nein, es geht immer noch und immer wieder um den PROFIT. Er ist einziges Leitmotiv, und nicht Strukturveränderungen, die der gesamten Volkswirtschaft zugutekämen. Solange die Produktions- und Investitionsplanung ohne Mitwirkung der Arbeiter und Angestellten und ohne Berücksichtigung der Gemeindeinteressen vollzogen wird, haben diese lediglich Entscheidungen entgegenzunehmen und zu hoffen, daß die Konzernspitze es 'schon richtig macht'.

Was für eine Demokratie, was für ein Staat ist denn das, wo Arbeiterinteressen hintenan gestellt werden?

An dieser Stelle soll zum besseren Verständnis der sozialdemokratisch eingestellten Kollegen aus dem GODESBERGER PROGRAMM der SPD zitiert werden. Es heißt dort:
'Wer in den Großorganisationen der Wirtschaft die Verfügung über Millionenwerte und Zehntausende von Arbeitern hat, der wirtschaftet nicht nur, er übt Herrschaftsmacht über Menschen aus.' Und weiter:
'Mit ihrer durch Kartelle und Verbände noch gesteigerten Macht gewinnen die führenden Männer der Großwirtschaft einen Einfluß auf Staat und Politik, der mit demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar ist. Sie usurpieren Staatsgewalt. Wirtschaftliche Macht wird zur politischen Macht.'

Mit der Großen Koalition und Herrn SCHILLER ist diese Aussage natürlich - so richtig sie ist - über Bord geworfen. Zur Freude der Unternehmer - zum Nachteil der Arbeiter.

Das meinte offenbar auch Herr Schiller, als er vor der Belegschaft erklärte: Ich sehe in den Walzstahlkontoren die Trainingszentren für notwendige Konzentration.

So werden er und die Unternehmer trainieren: auf dem Rücken der Arbeiter und Angestellten, denn keiner garantiert uns den Arbeitsplatz auf lange Sicht.

Es bleibt hier zu sagen: die Stahlkonzerne orientieren sich verstärkt auf die Vorherrschaft in Westeuropa. Den holländischen Arbeitern (Niederlande, d.Vf.) wird dabei auch nichts geschenkt.

Gegenwärtig befindet sich die Stahlindustrie in einer Hochkunjunktur. Was wird, wenn der Absatz wieder zurückgeht? Die nächste Krise kommt bestimmt - auch die übernächste! Welches Werk wird dann einschränken oder stillegen? Doch mit Sicherheit die technisch rückständigsten.

Das wird nicht in Rotterdam, sondern in DORTMUND sein. So schafft man sich das Alibi für spätere Zeiten.

Den Kampf um die Sicherung der Arbeitsplätze nimmt der Belegschaft kein Minister und kein Direktor in diesem Staate ab.

Nicht die Jagd nach dem Höchstprofit, sondern die soziale Sicherheit hat Maßstab aller Entscheidungen in einem Gebilde zu sein, das sich 'sozialer Rechtsstaat' nennt.

ERST WENN WIR, DIE BELEGSCHAFT, MIT UNSEREN GEWÄHLTEN VERTRETERN DEN FINGER AUF JEDEN POSTEN LEGEN KÖNNEN, ENTSTEHEN DIE GRUNDLAGEN FÜR EINE VERNÜNFTIGE, LANGFRISTIGE WIRTSCHAFTLICHE UND POLITISCHE ENTWICKLUNG.

Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube…

Die Konzernbosse lassen verkünden: alles, was wir vorhaben, geschieht nur im Interesse der Arbeiter und Angestellten sowie der Stadt Dortmund.

Kollegen, fallen wir auf diesen bewußt hochgespielten Optimismus nicht herein. Der wirkliche Sinn der Verlagerung der Stahlproduktion an die Küste besteht doch in der radikalen Senkung der Lohnsumme und der radikalen Erhöhung der Gewinne.

Wie man die Lohnsumme senkt, ist ja nicht neu: Reduzierung der Belegschaft bei weiterer Steigerung der Produktion. Der Abbau der Hoesch-Belegschaft von 72 000 auf 62 000 in eineinhalb Jahren reicht ihnen nicht aus.

Es ist deshalb eine Illusion zu glauben, daß unsere Arbeitsplätze bei diesem Vorhaben als gesichert anzusehen sind.

Mit dem Ausbau des Breitbandwalzwerkes auf 270 000 Tonnen werden höchstens weitere 100 Kollegen einen Arbeitsplatz erhalten. Beim Neubau des Kaltwalzwerkes sieht es nicht anders aus.

Kollegen, überlegen wir doch selber: In der Endphase gehen die Hochöfen und Siemens-Martin-Werke vor die Hunde. Selbst das Oxygenstahlwerk in Hörde wird diesem Rationalisierungsprozeß zum Opfer fallen.

Das heißt doch nichts anderes, als daß mehr Arbeitsplätze vernichtet als neue geschaffen werden.

Deshalb kann uns der von der Presse hochgejubelte Optimismus nicht befriedigen. Wir müssen die volle Wahrheit erfahren, denn es geht um unsere Existenz.

Die geheimen Pläne der Konzernleitung müssen uns bis zur letzten Zeile unterbreitet werden.

Ohne unsere Zustimmung und gegen unsere Interessen keine weitere Rationalisierung!

KOLLEGEN, NEHMEN WIR HEUTE DEN KAMPF UM DIE ERHALTUNG UNSERER ARBEITSPLÄTZE AUF!

Was sagen die Kollegen zu den Entscheidungen der Aktionäre?

'Die verkaufen uns doch mit Haut und Haaren. Wir brauchen uns doch nur die Sache mit der geplanten Personalbeurteilung etwas näher anzusehen.'

Diese Personalbeurteilung ist der Anfang dafür, jetzt schon einen Teil der Belegschaft auszusortieren, der in nicht allzu ferner Zeit zum 'alten Eisen' geworfen wird.

Das Schicksal dieser Kollegen wurde vor einigen Tagen im Fernsehen gezeigt. Die letzte Station ist dann das Arbeitsamt: Zum Sterben zu jung und für eine andere Arbeitsmöglichkeit zu alt! So sieht dann das Ende jahrelanger treuer Mitarbeit in der großen Hoesch-Familie aus.

Dagegen müssen wir uns zur Wehr setzen.

Von den Betriebsräten und Vertrauensleuten möchten wir wissen, was mit den Plänen der Personalbeurteilung los ist. Die Personalbeurteilung richtet sich gegen uns. Darum ist unsere Meinung, daß die Betriebsräte und Vertrauensmänner diese Machenschaften der Konzernleitung entscheiden ablehnen."

Geworben wird für die eigene 'Unsere Zeit' - UZ.

Später (vgl. Sept. 1978) wird von der DKP behauptet, diese Ausgabe sei bereits 1968 erschienen.
Quellen: Heisse Eisen Nr. 1, Dortmund O. J. (1969); DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 2

Mai 1969:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, laut IMSF im Mai, eine Ausgabe ihrer 'Heissen Eisen' (vgl. Apr. 1969, Juni 1969) mit mindestens 13 Seiten DIN A 5 heraus, in der sie vom 1. Mai auf der Hütte berichtet und sich im ersten Artikel mit den 12 Funktionen des Vorstandsvorsitzenden von Hoesch, Dr. Dr. Friedrich Harders befaßt:"
DIE '12 BEINE' DES DR. DR. HARDERS

Nach den bildhaften Vergleichen des Dr. Harders steht Hoesch nun auf '3 Beinen', und wie man hört, fester denn je. Bleit die Frage: WER steht fester? Wie Polypen sind die Manager in vielen Bereichen der Industrie verankert. So ist Dr. Dr. Harders in mehr als 12 Industriefunktionen zu finden.

Es bleibt dabei, was für Manager und Aktionäre gut ist, taugt noch lange nicht für die Belegschaft!

ES GEHT UM PROFIT! Die jüngste Hauptversammlung der Aktionäre wurde lebendig, als es um die Höhe der Dividende ging. Bei acht erhitzten sie sich, bei 15 Prozent erregten sich deren Gemüter und es gab gar Danksagungen an den Vorstand der Hoesch AG.

Nirgendwo aber ein Wort über den Lohn der Arbeiter und Angestellten! Das gehört ja auch nicht in eine Aktionärsversammlung! Auch nicht in die Planungen des Vorstandes. Da heißt es: die Löhne sind niedrig zu halten, - und die Verlagerung nach Rotterdam (in den Niederlanden, d.Vf.) bringt mindestens 2% mehr an Dividende!

Sicherung der Arbeitsplätze in Dortmund? Kein Wort davon. Es geht und kann nur darum gehen, wie ein Höchstmaß an Rationalisierung herauskommt, die sich wiederum umschlagen kann in Prozente für die Aktionäre.

SICHERUNG DER ARBEITSPLÄTZE, WIE STEIGERUNG DER LÖHNE UND GEHÖLTER, SIND UND BLEIBEN ANGELEGENHEIT DER BELEGSCHAFT. DA - UND NUR DA - HAT SIE 'DIE HAND AM DRÜCKER'!

Dr. Harders bezeichnet in 'Werk und Wir' die Abwanderung nach Rotterdam als 'logische Folge' des vor drei Jahren erfolgten Zusammenschlusses mit Hoogovens.

Für die Belegschaft und selbst für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat war die Rotterdam-Planung doch eine echte Überraschung. Wieviele stehen uns noch bevor, wenn auch weiterhin Entscheidungen ohne Arbeitnehmervertreter und ohne Diskussion in der Belegschaft gefällt werden?

Wer den 'Wirtschaftskapitänen' heute die Macht zu Entscheidungen solchen Ausmaßes überläßt, macht die Arbeiterschaft und die Gewerkschaften immer rechtloser.

DAS WILL KEIN KOLLEGE. ES IST DESHALB AN DER ZEIT, DIE LANGFRISTIGEN PERSPEKTIVEN FÜR DIE BELEGSCHAFT UNZWEIDEUTIG AUF DEN TISCH ZU LEGEN.

Ein moderner Manager mit gefährlichem Einfluß:

HARDERS FRIEDRICHS, Dr. Ing., Dr. phil.
Diplomchemiker, Hüttendirektor, geb. 13.04.1909 in Mannheim.

Er ist Vorsitzender des Aufsichtsrates bei folgenden Unternehmen:
Schwerter Profileisenwalzwerk AG Schwerte;
Gebr. Crede und Co., Kassel;
Eisenwerke Rothe Erde GmbH, Dortmund;
Rheinisch-Westfälische Kalkwerke AG, Dornapp;
Hüttenwerke Siegerland AG, Siegen;

Stellvertr. Aufsichtsratsvorsitzender:
Hansa Bergbau AG

Aufsichtsrat der Unternehmen:
Didier-Werke AG, Wiesbaden;
Gelsenkirchener Bergwerks AG, Essen;
Rheinstahl Union Brückenbau AG, Dortmund;
Dolomitwerke GmbH, Wülfrath;
stellvertr. Vorsitzender des Vereins deutscher Hüttenleute;
Vorsitzender des Vorstandes der Hoesch AG, Dortmund."

Hans Müller, Kreisvorsitzender der ADF unterzeichnet den nächsten Artikel (vgl. 24.1.1969):"
Ein Schlagwort für die 'Aktion deutlich fahren'?
ADF Eine Abkürzung für eine neue Automarke?
Oder der Name für eine neue Politik?

DIE ADF - AKTION DEMOKRATISCHER FORTSCHRITT - ist ein Aktions- und Wahlbündnis, das getragen und gestützt wird von:
Arbeiterinitiativen in den Industriestädten und Teilen der bäuerlichen Opposition;
demokratischen und sozialistischen Organisationen, wie der Deutschen Friedens-Union (DFU, d.Vf.), dem Bund der Deutschen (BdD, d.Vf), der Deutschen Kommunistischen Partei;
der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ, d.Vf.), der Frauen-Friedensbewegung (WFFB, d.Vf.);
Studenten- und Schülerorganisationen;
Persönlichkeiten, die an der Bewegung Kampf dem Atomtod und der Antinotstandsbewegung hervorragenden Anteil nahmen.

Sie alle haben beschlossen, zur Bundestagswahl 1969 (BTW - vgl. 28.9.1969, d.Vf.) gemeinsam zu kandidieren. … In den nächsten Tagen wird Euch ein Kandidatenbrief überreicht, in dem sich diese ADF-Kandidaten vorstellen und ihre Meinung von einer Politik im Interesse der Wähler sagen. Darüber hinaus werden sich diese Kandidaten in öffentlichen Veranstaltungen mit dem auseinandersetzen, was uns Stahlarbeiter besonders bedrückt.

Ich möchte nur ein paar Grundforderungen der ADF aufzeigen, die den Geist und den Charakter der ADF bestimmen:
- Wir sind für die demokratische Erneuerung des politischen und gesellschaftlichen Lebens in der Bundesrepublik und die Verwirklichung des im Grundgesetz (GG, d.Vf.) proklamierten sozialen Rechtsstaates.
- Wir wollen den Verfassungsgrundsatz durchsetzen, wonach alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht.
- Wir bekämpfen den aufkommenden Neonazismus.
- Wir fordern die Mitbestimmung und unterstützen vorbehaltlos die Forderungen der Gewerkschaften.
- Wir sind für eine drastische Senkung der sinnlosen Rüstungskosten, deren Mittel ausschließlich für soziale Aufgaben verwendet werden sollten.

Das Programm der ADF zeigt den Wählern, wie in der Politik richtig gefahren werden muß, um den in Bonn eingeschlagenen verhängnisvollen Kurs wieder auf die richtige Fahrspur zu bringen.

20 Jahre CDU/CSU-Herrschaft haben uns, die wir in einem Lohnverhältnis stehen, in eine Lage gebracht, die im Widerspruch steht zu dem christlichen Namen dieser Parteien. Jahrelang auf Partnerschaftsdenken ausgerichtete Politik hat uns die Köpfe vernebelt. Keine der im Bonner Bundestag vertretenen Parteien hat je ein Wahlversprechen eingelöst. Auch die große Koalition hat uns Arbeiter und Gewerkschafter maßlos enttäuscht.

Schluß mit denen, die als angebliche Volksvertreter unsere Stimmen mißbraucht haben, um die Notstandsgesetze durchzusetzen, die sich den Großunternehmern verpflichtet fühlen und vergaßen, daß die Arbeiter damals als erste mit ihrer Tüchtigkeit und ihrem Schweiß ein Wirtschaftswunder geschaffen haben, und denen der Dank in Form einer Vermögensverteilung auf Kosten der 16 000 Millionäre in der Bundesrepublik versagt geblieben ist.

Kolleginnen und Kollegen!
Unterstützt und wählt diesmal die Kandidaten der ADF in den Bundestag, damit endlich eine vernünftige Politik gemacht wird. Für Euch und Eure Familien die Zukunft in einem friedlichen Europa zu sichern und für krisenfeste Arbeitsplätze zu sorgen, ist eine Aufgabe, die Euch veranlassen sollte, mit der ADF darum zu kämpfen."

Die DKP schreibt dazu:"
Den Artikel von Hans Müller entnahmen wir auszugsweise einem Vortrag, den er in Dortmund gehalten hat (vgl. **.*.1969, d.Vf.).

Kolleginnen und Kollegen!

Wir machen auf folgendes aufmerksam: Das Aktions- und Wahlbündnis ADF hat ein Informations- und Diskussionszentrum eingerichtet.

Dieses Zentrum befindet sich in der BRUNNENSTR. 5 und ist in der Regel den ganzen Tag geöffnet. Macht darum von der Möglichkeit Gebrauch , mit den Kandidaten der ADF oder Anhängern dieses Bündnisses zu diskutieren! Anregungen, Wünsche und Kritiken werden gern entgegengenommen."

Berichtet wird über:"
WAHRE WORTE ÜBER DIE KONZERTIERTE AKTION

Heftige Kritik an der Großen Koalition und an der Konzertierten Aktion hat der Vorsitzende des DGB-Landesbezirks Rheinland-Pfalz, JULIUS LEHLBACH, geübt. Auf der Bezirkskonferenz der IG Metall von Hessen, Rheinland-Pfalz und Saar in Speyer (vgl. Apr. 1969, d.Vf.) betonte Lehlbach, die Konzertierte Aktion habe weder ihren Namen noch den Lärm um sie herum gerechtfertigt. Nach den eigenen Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums seien seit Bestehen der Großen Koalition die pro Kopf verfügbaren Nettoeinkommen der Unternehmer mindestens doppelt so stark gestiegen wie die verfügbaren Nettoeinkommen der Arbeitnehmer. In der Konzertierten Aktion werde 'nach wie vor die kapitalistische Partitur gegeigt'. - Die Große Koalition, meinte Lehlbach, habe die deutsche Gewerkschaftsbewegung in die 'Vorbeugehaft der Konzertierten Aktion' genommen. Der DGB müsse sich entscheiden, entweder den bequemen Weg einer quasi öffentlich-rechtlichen Institution mit 'Arbeitsfront'-ähnlichem Charakter (DAF der NSDAP, d.Vf.) oder den schweren dornenvollen Weg der autonomen Widerstandsorganisation der arbeitenden Bevölkerung zu gehen.

Es sei hohe Zeit für die Gewerkschaften, ihre eigenen wirtschafts- und lohnpolitischen Konzepte ins Spiel zu bringen."

Vom Werk Phoenix wird berichtet:"
DER BETRIEB WEITERVERARBEITUNG AUF DEM HÖRDER WERK EIN ZUCHTHAUS?

Mit den Worten: 'Was, in das Zuchthaus wollt Ihr?', empfing ein Pförtner vor einigen Tagen acht Schweißer, die aus dem Stahlbau der Westfalenhütte an den Betrieb Weiterverarbeitung auf dem Phoenix verliehen wurden. Die Kollegen aus dem Stahlbau - ohnehin schon sauer darüber, daß sie im Zeichen der 'Rationalisierung' hin- und herfliegen - waren ob dieses Empfangs noch mehr sauer. Daß es in dem Betrieb Weiterverarbeitung in der Vergangenheit großen Ärger gab, ist allgemein bekannt. Durch die Tätigkeit des Betriebsrates wurde einiges verändert. Aber offensichtlich sind die Zustände in diesem Betrieb immer noch so, daß sie einem Zuchthaus ähnlicher sind als einem 'mitbestimmten' Betrieb.

Darum empfehlen wir dem Betriebsrat, sich noch einmal gründlich mit dem Betrieb Weiterverarbeitung zu befassen. Im übrigen häufen sich die Klagen von Kollegen, die innerhalb des Konzerns hin- und hergeschoben werden. Ohne Zweifel bringt dieser Zustand für viele Kollegen eine Reihe Nachteile, die nach unserer Meinung eine Ausgleichszulage erhalten müßten. Denn die Fusionierung sollte doch nicht nur den Aktionären Vorteile und für die Arbeiter zusätzliche Belastungen bringen."

Der letzte Artikel ist eine:"
TRAURIGE BILANZ

Allein im Mai bisher zwei Unfalltote auf der Westfalenhütte. Nachdem am 2. Mai bei einem Unfall vier Elektriker teilweise schwer verletzt wurden, verunglückte etwas später der Koll. Bruno Brause tödlich. Er hatte am Hochofen Gichtgas eingeatmet. In der vergangenen Woche verunglückte im Walzwerk I der Koll. Dieter May tödlich (vgl. Juni 1969, d.Vf.) Obwohl die genauen Ursachen für diese gräßlichen Unfälle noch untersucht werden, kann jetzt schon gesagt werden, daß die immer größer werdende Arbeitshetze eine beträchtliche Unfallquelle ist. Die Produktion wird immer höher getrieben, Arbeitsplätze werden eingespart und an allen Ecken und Kanten wird rationalisiert.

Kosten senken, um die Profite zu erhöhen, das ist die Devise, der alles untergeordnet wird. Dabei gerät die Unfallsicherheit natürlich unter den Schlitten. Die ausgeklügelten Sicherheitsvorschriften nutzen wenig, wenn vom Vorstandsvorsitzenden ausgehend alles auf Tonnen getrimmt wird.

Wie sich diese Tonnenideologie in der Praxis auswirkt, dafür ein Beispiel aus dem neuen Blasstahlwerk in Hörde. Vor etwa 14 Tagen war in diesem Betrieb eine Gasleitung undicht. Das ausströmende Gas behinderte die Kranführer derart in ihrer Arbeit, daß sie die Kräne stillsetzten und die Beseitigung der Unfallquelle forderten. Eine Messung des Gasgehaltes in den Fahrerkörben ergab angeblich einen solchen Wert, daß nach Auffassung der Verantwortlichen eine Gesundheitsschädigung nicht zu befürchten sei.

Die Maschinisten, denen übel war, weigerten sich dennoch, zu fahren. Damit nur ja die Tonnen stimmten, mußten dann Kollegen aus der Werkstatt die Kräne weiter fahren. Zum Glück ist keinem dieser Kollegen etwas passiert.

Aber muß das Kind denn immer erst in den Brunnen fallen?

Nach unserer Meinung ist die Höhe der Produktion in erster Linie so zu bemessen, daß sie entsprechend der Zahl der Arbeitskräfte in einem vernünftigen Tempo - ohne Überstunden und Arbeitshetze - erreicht werden kann.

Die gegebenen Möglichkeiten der Mitbestimmung in dieser Richtung auszuschöpfen, wäre eine sinnvolle, im Interesse der Unfallsicherheit liegende Aufgabe des Betriebsrates und der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat."

Geworben wird für die 'UZ' der DKP.
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969; Heisse Eisen, Dortmund O. J. (Mai 1969)

Juni 1969:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, laut IMSF im Juni, eine Sondernummer ihrer 'Heissen Eisen' (vgl. Mai 1969, 28.7.1969) mit 16 Seiten DIN A 5 heraus:"
Kolleginnen und Kollegen!

In dieser Sonderausgabe von HEISSE EISEN geben wir Euch Gelegenheit, im Original Kenntnis zu nehmen von einem fast geheimen Bericht des ebenso geheimnisvoll arbeitenden 'Arbeitskreis Personalbeurteilung'. Ein 'günstiger Wind' wehte uns diesen Bericht auf den Tisch. Wir Kommunisten sind der Auffassung, daß es keine Geheimniskrämerei geben darf, besonders dann nicht, wenn es um die Belange der Arbeiter und Angestellten geht. Unter Mitbestimmung verstehen wir, daß auch eine solche Frage wie die Personalbeurteilung von Anfang an unter aktiver Beteiligung der Belegschaft behandelt wird. Selbstverständlich muß die Belegschaft das letzte Wort haben und nicht das Direktorium. Nun zu dem heißen Eisen der Personalbeurteilung selbst".

Im Faksimile wird folgender Text abgedruckt:"
Dortmund, 21. Februar 1969
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D Wo

BETR.: PERSONALBEURTEILUNG

Der am 15. Mai 1968 vom Direktorium berufene 'Arbeitskreis Personalbeurteilung' legt als Ergebnis seiner Arbeit einen Beurteilungsbogen mit situativen Beschreibungen vor (Anlage 1).

Der Beurteilungsbogen ist in den Maschinenbetrieben und in den Walzwerken Phoenix getestet worden. Über den Test haben die Herren Dr. Mayer, Risse und Dr. Galle am 22.1.1969 im Arbeitskreis Personalbeurteilung berichtet. Die Ergebnisse wurden anschließend diskutiert. Die Niederschrift über diese Sitzung ist als Anlage 2, die den Sitzungsteilnehmern vorher ausgehändigten schriftlichen Berichte bzw. Unterlagen sind als Anlagen 3 - 5 beigefügt.

Am 18.2.1969 haben die Herren Dr. Mayer, Wiegel und Dr. Galle im Hauptausschuß über die Tests berichtet. Anschließend wurde das Problem der Personalbeurteilung mit den Betriebsräten besprochen.

Nach Beendigung der Vorarbeiten und nach Abstimmung mit dem Arbeitskreis Personalbeurteilung und dem Hauptauschuß bitten wir das Direktorium, der Einführung einer systematischen Personalbeurteilung nach folgenden Gesichtspunkten zuzustimmen:

1. ZIELE DER SYSTEMATISCHEN PERSONALBEURTEILUNG

Die systematische Personalbeurteilung dient folgenden Zielen:
1.1. Dokumenatrische Feststellung der Qualifikation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter im Interesse eines optimalen Arbeitseinsatzes.
1.2. Vorbereitung personeller Entscheidungen.
1.3. Langfristige Laufbahnplanung für förderungswürdige Mitarbeiter.
1.4. Die systematische Personalbeurteilung soll den Vorgesetzten ein wichtiges Führungsmittel sein. Gleichzeitig soll sie den Mitarbeitern zeigen, was ihre Vorgesetzten von ihnen halten und damit zur Offenheit und zur vertrauensvollen Zusammenarbeit beitragen."

Die DKP führt dazu aus:"
Hört, hört: das Problem der Personalbeurteilung wurde mit den Betriebsräten besprochen. Wenn das stimmt, hätten die Betriebsräte gut daran getan, sofort die gesamte Belegschaft, die Vertrauensleute und die Gewerkschaft umfassend zu informieren und aufzuklären, denn die Ziele der Personalbeurteilung lassen nichts Gutes hoffen. Die Leistungsfähigkeit der 'lieben Mitarbeiter' soll dokumentarisch festgehalten werden? Als ob die Leistungsfähigkeit der Hüttenbelegschaften nicht schon tausendmal unter Beweis gestellt worden wäre. Mit immer weniger Belegschaft eine immer höhere Produktion, Leistungssteigerungen am laufenden Band - aber immer noch Unzufriedenheit bei den Aktionären über die zu niedrige Dividende. Personelle Entscheidungen sollen vorbereitet werden. Auf gut deutsch heißt das: bei der nächsten Krise oder bei 'Reduzierung' der Belegschaft aus Gründen der Rationalisierung können - wie aus einem Katalog - diejenigen Kollegen ausgesucht werden, deren leistungsfähigkeit nicht den Ansprüchen der Aktionäre genügt. Dieses System soll dann noch verfeinert werden, denn alle Kollegen - wie bei einer Bullenparade oder beim Sklavenhandel - an dem Arbeitskreis Personalbeurteilung vorbeimarschieren zu lassen, wäre zu plump. Darum wurde die Personalbeurteilung erfunden. Aber im Grunde geht es um das Gleiche: um den optimalen (d.h. am meisten Gewinn bringenden) Arbeitseinsatz. das geht auch aus dem weiteren Text des Berichtes hervor.

Lediglich aus finanziellen Gründen verzichten wir darauf, alle Einzelheiten darüber, wie sich der Arbeitskreis Personalbeurteilung die Sache vorstellt, zu veröffentlichen.

Und nun weiter im Text - im Originaltext: (wieder als Faksimile, d.Vf.)

2. PERSONENKREIS

Im Interesse einer planvollen und umfassenden Personalpolitik muß eine systematische Personalbeurteilung grundsätzlich alle Belegschaftsmitglieder einbeziehen. Zunächst sollte sie jedoch für einen begrenzten Personenkreis eingeführt werden. Man kann auf diese Weise besser Erfahrungen sammeln und das System ggf. verfeinern. Es liegt nahe einen Personenkreis auszuwählen, bei dem verhältnismäßig oft und für das Unternehmen sowie die Belegschaftsmitglieder wichtige personelle Entscheidungen zu treffen sind. Daher wird vorgeschlagen, mit folgenden Personenkreisen zu beginnen:
2.1. kaufmännischer und technischer Führungsnachwuchs einschließlich jüngerer Betriebs- und Abteilungsleiter bis zu etwa 40 Jahren;
2.2. Meisternachwuchs (kann den Betrieben evt. freigestellt werden);

Später sollte die systematische Personalbeurteilung schrittweise auf alle Gehaltsempfänger und soweit zweckmäßig auch auf Mitarbeiter im Lohnverhältnis ausgedehnt werden.

3. DURCHFÜHRUNG DER SYSTEMATISCHEN PERSONALBEURTEILUNG

Der unmittelbare Vorgesetzte füllt den Beurteilungsbogen aus und unterschreibt. Die situativen Beschreibungen dienen ihm dabei als Hilfsmittel. Der nächsthöhere Vorgesetzte prüft die Beurteilung und unterschreibt, sofern er von der Richtigkeit der Beurteilung überzeugt ist, den Bogen ebenfalls. Ist er anderer Meinung als der Beurteilende, wird ein Gespräch mit diesem zu führen sein. Dabei kann es unter Umständen zu einer Korrektur des Urteils kommen.

Anschließend hat der Beurteiler mit dem Beurteilten ein Beurteilungsgespräch zu führen. Dabei muß der Vorgesetzte sein Urteil begründen. Der Beurteilte erhält Gelegenheit zur Stellungnahme. Dadurch wird der Vorgesetzte ggf. veranlaßt, sein Uretil zu korrigieren.

Anschließend unterschreibt der Beurteilte die Beurteilung zum Zeichen der Kenntnisnahme.

Die Beurteilung sollte für den unter Tz. 2 vorgesehenen Personenkreis in den ersten drei Jahren jährlich, danach alle zwei Jahre vorgenommen werden.

ZEITABLAUF FÜR DIE EINFÜHRUNG DES BEURTEILUNGSSYSTEMS

4.1. Bis zum 15. April 1969 sollten die Abteilungen und Betriebe den zu beurteilenden Personenkreis und die Beurteiler festlegen.

4.2. Im Laufe der Monate April/Mai sollten die durch die Betriebe benannten Beurteiler unter Mitwirkung von Dr. Galle in das System der Personalbeurteilung eingeführt und auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

4.3. Im Juni 1969 sollte mit der systematischen Personalbeurteilung begonnen werden. Spätestens im September 1969 sollte der durch die Betriebe und Abteilungen festgelegte Personenkreis beurteilt sein.

4.4. Anfang 1971 sollten die Erfahrungen ausgewertet werden. Die systematische Personalbeurteilung sollte dann unter Berücksichtigung dieser Erfahrungen auf alle Belegschaftsmitglieder - soweit zweckmäßig - ausgedehnt werden."

Im Beurteilungsbogen werden mit einer Bewertungsskala von 1 bis 10 folgende zu beurteilenden Punkte aufgeführt:"
1. Fachtheoretisches Wissen
2. Betriebspraktische Erfahrungen und ihre Anwendung
3. Leistungsbereitschaft
4. Qualität der Arbeitsleistung
5. Quantität der Arbeitsleistung
6. Dispositionsfähigkeit
7. Verantwortungsbereitschaft
8. Bereitschaft zur Zusammenarbeit
9. Wirtschaftliches Handeln
10. Führungsverhalten".

In einem weiteren Bogen heißt es:"
B. Entwicklungsstand und Förderungswürdigkeit

1. Eignung für den gegenwärtigen Arbeitsplatz ja / nein
a) Bei Verneinung: Welches Arbeitsgebiet wird empfohlen?
b) Bei Bejahung: Für welche Arbeitsgebiete erscheint der Beurteilte ebenfalls / besser geeignet?
c) Besitzt er Fertigkeiten, die am gegenwärtigen Arbeitsplatz nicht beansprucht werden?

2. Entwicklungsstand ansteigend / gleichbleibend / nachlassend
Begründung

3. Bildungsbemühungen (fachlich und allgemein)

4. Förderungswürdigkeit
a) Eignung für den Aufstieg sofort / später / nicht geeignet / kann noch nicht beurteilt werden
b) Für welche Position erscheint der Beurteilte geeignet? (Begründung)
c) Werden besondere Maßnahmen zur Förderung vorgeschlagen? ja / nein
Welche?

5. Äußere Erscheinung, Auftreten und Umgangsformen".

Aus den Erläuterungen zum Beurteilungsbogen werden folgende Auszüge nachgedruckt:"
4. QUALITÄT DER ARBEITSLEISTUNG

10 Die Qualität der geleisteten Arbeit geht über die zu stellenden Erwartungen hinaus. Die Aufgabe wird immer sehr zuverlässig erfüllt mit Sinn für äußerste Sorgfalt und größte Genauigkeit.
8 An der geleisteten Arbeit ist qualitativ nur selten etwas auszusetzen. Auftretende Fehler werden selten nicht bemerkt und nicht korrigiert. Die Aufgabe wird in der Regel zuverlässig erfüllt mit Sinn für Sorgfalt und Genauigkeit.
? (keine Angabe in der Vorlage, d.Vf.) Die Qualität der geleisteten Arbeit ist brauchbar. Auftretende Fehler werden im allgemeinen korrigiert. Die Zuverlässigkeit bei der Durchführung entspricht den normalerweise zu stellenden Anforderungen.
3 Die Qualität der geleisteten Arbeit entspricht häufig nicht den zu stellenden Anforderungen. Das Auftreten von Fehlern läßt jedoch nach, wenn darauf hingewiesen wird. Die Aufgabe wird etwas großzügig wahrgenommen, ohne besonderen Sinn für Genauigkeit.
1 Die Qualität der geleisteten Arbeit entspricht in keiner Weise den zu stellenden Anforderungen. Das Auftreten von Fehlern läßt sich auch durch Belehrung nicht reduzieren. Die Aufgabe wird gleichgültig und unzuverlässig wahrgenommen, ohne Sinn für Sorgfalt und Genauigkeit.

5. QUANTITÄT DER ARBEITSLEISTUNG

10 Er arbeitet sehr schnell. Es geht alles sehr flott von der Hand. Es wird stets die jeweils höchstmögliche Menge ohne Überhastung fix geschafft.
8 Er arbeitet schnell. Die Arbeit geht in der Regel flott von der Hand. Die jeweils mögliche Menge wird meistens ohne Überhastung fix geschafft.
6 - 5 Er schafft eine durchschnittliche Leistungsmenge entweder bei gleichmäßigem, aber nicht schnellem Tempo oder bei überhastetem, aber nicht gleichmüßigem Tempo.
3 Er arbeitet langsam und braucht zu allem etwas mehr Zeit, wenn er auch beständig bei der Sache bleibt. Die durchschnittlich zu erwartende Mengenleistung erbringt er nicht ganz.
1 Er arbeitet sehr langsam. Nichts kommt recht vorwärts. Die zu erwartende Mengenleistung wird bei weitem nicht erbracht.

6. DISPOSITIONSFÄHIGKEIT

10 Er arbeitet stets selbständig nach klarem, durchdachtem Plan. Hat Spürsinn für das Wesentliche. Merkt sofort, wie die jeweilige Aufgabe (Plan) der gegebenen Situation optimal anzupassen ist.
8 Er arbeitet in der Regel nach durchdachtem Plan und mit Überlegung. Merkt in der Regel schnell, wie die jeweilige Aufgabe der Situation anzupassen ist.
6 - 5 Wenn ihm Orientierungshilfen gegeben werden, kann er die Arbeit planmäßig durchführen. Er vermag die jeweilige Aufgabe im allgemeinen der Situation genügend anzupassen.
3 Er kann unter Anleitung die Arbeit planen und mit Unterstützung den Auftrag ausführen. Er braucht in der Regel Hilfe, um das Wesentliche zu erfassen. Ist im allgemeinen schwerfällig bei der Erfassung der jeweiligen Situation.
1 Er arbeitet ohne Überlegung. Kann nicht planen und vorausdenken. Erfaßt nicht das Wesentliche.

7. VERANTWORTUNGSBEREITSCHAFT

10 Er ist stets bereit, die volle Verantwortung zu tragen. Dabei ist er sich über die Folgen, die aus dem eigenverantwortlichen Handeln entstehen können, voll im klaren. Er bekennt sich zu den Entscheidungen, die er getroffen hat, auch wenn sie falsch waren, ohne unsachliche Entscheidungen anzuführen.
8 Er ist bereit, Verantwortung zu tragen, und ist sich in der Regel über die Folgen im klaren. Meistens bekennt er sich zu den von ihm getroffenen Entscheidungen, auch wenn sie falsch waren, ohne unsachliche Entschuldigungen anzuführen.
6 - 5 Verantwortung wird getragen. Die Folgen des eigenverantwortlichen Handelns erkennt er ausreichend klar. Er bekennt sich im allgemeinen zu seinen Entscheidungen, sucht aber, wenn sie falsch waren, in äußeren Umständen eine Entschuldigung.
3 Er trägt nur ungern Verantwortung; lieber überläßt er sie anderen. Er bekennt sich ungern zu den Entscheidungen, die er getroffen hat; wenn sie falsch waren, sucht er nach Ausflüchten. ODER: Er trägt gern Verantwortung, allerdings ohne sich immer über die Folgen ganz klar zu sein. Er nimmt es mit der Verantwortung etwas zu leicht.
1 Er trägt keine Verantwortung und bekennt sich nicht zu den Entscheidungen, die er getroffen hat.

9. WIRTSCHAFTLICHES HANDELN

10 Er arbeitet stets wirtschaftlich. Er erkennt stets Rationalisierungsmöglichkeiten und leitet die notwendigen Maßnahmen zu ihrer Durchführung mit Nachdruck ein.
8 Er strebt an, immer wirtschaftlich zu arbeiten, Rationalisierungsmöglichkeiten zu erkennen und die notwendigen Maßnahmen zur Durchführung einzuleiten.
6 - 5 Er arbeitet im allgemeinen wirtschaftlich, erkennt im allgemeinen Rationalisierungsmöglichkeiten und leitet, wenn auch nicht immer mit besonderem Nachdruck, die notwendigen Maßnahmen zu ihrer Durchführung ein.
3 Er arbeitet häufiger unwirtschaftlich; er ist weniger bemüht, Rationalisierungsmöglichkeiten zu erkennen und notwendige Maßnahmen zu ihrer Durchführung einzuleiten.
1 Er arbeitet unwirtschaftlich und erkennt kaum Rationalisierungsmöglichkeiten.

10. VERHALTEN ALS FÜHRUNGSKRAFT

10 Er besitzt eine fundierte Autorität, hat ein gutes persönliches Verhältnis zu seinen Mitarbeitern und setzt sich für sie ein. Er versteht es, sie für ihre Arbeit zu begeistern, und gibt ihnen auch selbständige Aufgaben. Er leitet sie fachlich sehr gut an, beurteilt sie zutreffend, ist bereit, ihre Leistungen anerkennen, scheut aber auch nicht, Beanstandungen auszusprechen.
8 Er wird von seinen Mitarbeitern als Fachmann und als Mensch geschätzt, fördert seine Mitarbeiter und persönlich, zeigt dabei gutes Verständnis für ihre starken und schwächeren Seiten. Er sorgt für gute Zusammenarbeit in der Gruppe.
6 - 5 Er hat genügend persönliches Verständnis für seine Mitarbeiter, führt sie aber vor allem als Fachmann und überzeugt sie von der Sache her. Seine Mitarbeiter fördert er, wenn man ihm Möglichkeiten hierfür zeigt.
3 Er wird von seinen Mitarbeitern als Fachmann akzeptiert, findet aber zu ihnen wenig persönlichen Zugang. Daher liegt ihm pädagogisches Eingehen auf den einzelnen weniger. Vielmehr überträgt er Maßstäbe, die er an sich selbst legt, zu unbesehen auf seine Mitarbeiter. ODER: Ist bei seinen Mitarbeitern beliebt. Er möchte es mit keinem verderben und versteht es, sich mit jedem einzelnen gut zu stellen. Es fehlt seiner Führung aber an der nötigen Straffheit und Zielbestimmtheit.
1 Ist zu sehr auf seine eigene Arbeit eingeengt und kann sein Wissen und seine Erfahrungen nur schwer weitergeben. Er fordert von seinen Mitarbeitern Leistungen, vermittelt ihnen aber nicht die nötigen Voraussetzungen. ODER: Er führt unsicher. Er schwankt zwischen Anbiedern und Herausstellung seiner Dienstgewalt. Neigt dazu, Verantwortung auf seine Mitarbeiter abzuwälzen."

Die DKP meint dazu:"
So sieht es also aus, das Schmuckstück einer ach so freien marktwirtschaftlichen Ordnung! Wie sagte doch der Hoesch-Vorstandsvorsitzende Dr. HARDERS auf der letzten Aktionärsversammlung, als es um das Röhrengeschäft ging: 'Seien Sie sicher, daß auch wir unsere Finger überall drinhaben." Die Finger überall drin zu haben, wo es um Geschäfte geht, das ist das Prinzip dieser kapitalistischen Ordnung, in der nicht die Arbeiter, sondern die Großunternehmer die ersten Männer im Staate sind. DAS MUSS NICHT SO BLEIBEN.

Die Sache mit der Personalbeurteilung kann durch einheitliches Auftreten der Belegschaft und mit Hilfe der Vertrauensleute und Betriebsräte vom Tisch gefegt werden. Dazu genügt es allerdings nicht, nur schöne Reden über 'mitbestimmte Betriebe' zu halten.

HIER MÜSSTE DURCH ERNEGISCHE MASSNAHMEN DER GESAMTEN BELEGSCHAFT, HAND IN HAND MIT GEWERKSCHAFT UND BETRIEBSRAT GEHANDELT WERDEN UNTER DER LOSUNG:

WEG MIT DER PERSONALBEURTEILUNG!"

Gefragt wird:"
ZUCHTHAUS ODER NICHT?

Der Artikel über den Betrieb Weiterverarbeitung in Hörde - HEISSE EISEN berichtete in der letzten Ausgabe darüber - hat einige Aufregung verursacht. Damit es kein Mißverständnis gibt, es geht uns nicht darum, jemanden etwas am Zeuge zu flicken. Es geht uns darum, auf Mißstände aufmerksam zu machen und den Kollegen bei der Durchsetzung ihrer Forderungen zu helfen. Daß es im Betrieb Weiterverarbeitung Mißstände gibt, beweist nachfolgende Zuschrift eines Kollegen:

'Bis vor einer geraumen Zeit wurde bei uns in der Großschweisserei im Akkord gearbeitet. Nach der Zusammenlegung unserer drei Werke wurde allerdings im Zuge der Rationalisierung auch der Akkord abgeschafft. Nun arbeiten die Kollegen im Stundenlohn mit einem Verdienst von 5, 43 DM/Std. Ein Betriebsfremder könnte der Meinung sein, daß sich die Kollegen damit arbeitsmäßig verbessert hätten. Aber genau das Gegenteil ist eingetreten. Dadurch, daß jetzt die prozentualen Akkordzuschläge sofort abgezogen werden, gibt es selbstverständlich auch niedrigere Vorgabezeiten, die nur bei äußerster Anstrengung eingehalten werden können. Nun hätten die Kollegen, da sie im Stundenlohn arbeiten, langsamer arbeiten können. Da ist aber sofort die Betriebsleitung hergekommen und hat verlauten lassen, daß den Kollegen, die des öfteren die Vorgabezeiten nicht einhalten, die Leistungsprämie von 21 Pfg. abgezogen werden könnte. Das hat zur Folge, daß nun sogar mehr geleistet werden muß als damals im Akkord. Nach meiner Ansicht ist damit der Ausbeutungsgrad noch gesteigert worden. Die Materialstärke der zu schweißenden Werkstücke liegt ungefähr zwischen 25 mm und 50 mm. Das bedeutet, daß auch mit 5 mm oder 6 mm dicken Elektroden elektrisch geschweißt wird. Erfahrungsgemäß wird dadurch die Schweißzange schnell heiß, so daß man sie nicht mehr halten kann. Um nun keine Pause hinnehmen zu müssen, nur um die Zange abzukühlen, koppeln die Kollegen gleich zwei Schweißzangen an das Schweißkabel. Daran sieht man, daß ein Zeitrückstand innerhalb der Vorgabezeit kaum aufzuhalten ist. Das ging sogar so weit, daß Kollegen etwa 15 Minuten über ihre reguläre Arbeitszeit von 8 Stunden unbezahlt weiterarbeiteten, um nur die vorgesehene Zeit einzuhalten, da sonst der Abzug der Leistungsprämie zu befürchten war.'

SOWEIT der Bericht des Kollegen. Wir meinen, er unterstreicht unsere Auffassung, daß der Betriebsrat sich erneut mit den Zuständen im Betrieb Weiterverarbeitung beschäftigen sollte."

Danach heißt es (vgl. Mai 1969):"
Uns erreichte folgende ungeheuerliche Information:

Am Tage der Beisetzung des Kollegen Dieter MAY verlangte der Vater des Verunglückten die Öffnung des Sarges, um noch einmal seinen Sohn zu sehen. Diese Bitte des Vaters wurde zunächst hartnäckig verweigert. Erst nach langen Verhandlungen wurde der Sarg geöffnet. Sofort wurde klar, warum man sich vorher geweigert hatte, die Bitte des Vaters zu erfüllen. Kollege Dieter May lag so im Sarg, wie man ihn vom Unfallort transportiert hatte - dreckig und im Arbeitsanzug.

War Dieter May erst ein Opfer der sich ständig steigernden Antreiberei zu Gunsten niedrigerer Kosten und hoher Profite, so wurde er nach seinem Tode Opfer eines Höchstprofite heischenden Beerdigungsinstituts. Wie heißt es doch in dem werkseigenen Nachruf: Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.

Eine nette Ehre - oder?"

Aufgerufen wird "Macht mal Politik! Wählt ADF."
Geworben wird für die 'UZ', eingeladen zur Mitarbeit und zum Besuch im eigenen Informationszentrum Osterholzstr. 27. In eigener Sache heißt es:"
Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Eine Reihe von Stellungnahmen und Rückfragen beweisen, daß die Betriebszeitung unserer Partei ein gutes Echo in der Belegschaft des Hoesch-Konzerns gefunden hat. Daß wir unserem Namen gerecht werden und in der Tat 'heiße Eisen' anfassen, soll keine Augenblickserscheinung sein, sondern wir haben uns die Aufgabe gestellt, das auch in Zukunft mit Eurer Hilfe zu tun. Wir sind deshalb in jeder Hinsicht für Hinweise und Anregungen dankbar und bereit, Artikel und Meinungen, die aus der Belegschaft kommen, zu berücksichtigen. Bereits nach unseren ersten beiden Ausgaben erhielten wir Anregungen von einer ganzen Anzahl Kollegen, für die wir uns auf diesem Wege nochmals herzlich bedanken.

Die Hauptaufgabe unserer Zeitung ist und bleibt jedoch, den Kolleginnen und Kollegen durch das Aufzeigen von Übeln und Mißständen sowie den Absichten der Konzerngewaltigen mit den Weg zu weisen, der hilft, die Lage im Betrieb positiv zu verändern. Deshalb genießt unsere Zeitung auch nicht die Gegenliebe der Unternehmer. Uns bleiben Zuwendungen aus dem Fonds der Unternehmer-Millionen verschlossen, denn wir unterstützen die Unternehmerabsichten nicht, sondern wir decken sie solidarisch zur Hoesch-Belegschaft auf. Wir machen das gern, denn wir sind Bestandteil der Belegschaft, sind Eure Arbeitskameraden, Eure Kollegen. Deshalb bitten wir Euch: Übt zu HEISSE EISEN Solidarität, denn die Herstellung kostet leider auch Geld. Unsere Bitte geht dahin: unterstützt uns mit Solidaritätsbeiträgen bei der Finanzierung von HEISSE EISEN. Helft alle mit, unsere Zeitung - die ja auch Eure Zeitung ist - noch aktueller und betriebsnaher zu gestalten.

Auf gute Zusammenarbeit"

Von Phoenix wird berichtet:"
TONNENIDEOLOGIE UND UNFALLGEFAHR

Betriebsräte und Kollegen des Hörder Werkes haben sich kritisch zu unserer letzten Ausgabe von HEISSE EISEN geäußert. Der Bericht über den Gasausbruch im Blasstahlwerk sei unsachlich, niemand wisse etwas von dem Vorfall, und wir hätten doch wohl sehr auf den Putz geklopft. Wir versichern noch einmal, daß sich die Angelegenheit so zugetragen hat, wie HEISSE EISEN berichtete. Selbstverständlich sind wir gern bereit, zu berichtigen oder Stellungnahmen von Kollegen und Betriebsräten zu der Sache im Blasstahlwerk zu veröffentlichen.

Wir bleiben jedenfalls dabei: die Tonnenideologie erhöht die Unfallgefahr."

Als Beleg für diese These wird von der Westfalenhütte berichtet (vgl. 31.5.1969).
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969; Heisse Eisen Sdr.Nr. , Dortmund O. J. (Juni 1969)

28.07.1969:
Vermutlich in dieser Woche erscheint bei Hoesch eine Ausgabe der 'Heissen Eisen' der DKP (vgl. Juni 1969, 2.9.1969) mit 16 Seiten DIN A 5, in der über die beiden Streiks bei Hoesch (vgl. 14.7.1969, 15.7.1969) und die Forderung der Vertrauensleute nach 15% Lohnerhöhung (vgl. Juli 1969) berichtet wird. Veröffentlicht wird ein Gedicht über den Roten Punkt gegen Fahrpreiserhöhungen. Abgedruckt wird auch ein Artikel aus der Regionalausgabe NRW der 'UZ' über einen Streik bei Krupp Höntrop (IGM-Bereich in Bochum - vgl. 23.6.1969). Dazu heißt es:"
Die sozialistische Wochenzeitung UZ berichtet im Gegensatz zu vielen anderen Zeitungen aus dem Arbeiterleben, das wird bewiesen durch den von uns veröffentlichten Artikel, und darum sollte sie auch von jedem Arbeiter gelesen werden!"

Weiter heißt es:"
Zu unseren Enthüllungen in der letzten Ausgabe schreibt uns eine Kollege (?, d.Vf.) aus dem Martinwerk II der Westfalenhütte folgendes:

Zuerst einmal möchte ich denen danken, die diese Betriebszeitung geschaffen haben. Die endlich einmal die Dinge früh genug aufzeigen, die uns in unserem Mitbestimmungsbetrieb meist als vollendete Überraschung serviert werden (siehe Stahlwerkbau in Holland) (Niederlande, d.Vf.).

Nun, ich glaube, die Personalbeurteilung ist wohl einer der dicksten Hunde, die es geben kann!

Personalbeurteilung, man sollte besser sagen PERSONALVERURTEILUNG!

Es wird doch wohl letzten Endes so aussehen, daß derjenige, der den besten Rockzipfel seines Vorgesetzten erwischt hat, auch eine enstprechende Beurteilung bekommt und manch kritischer und darum oft unbequemer Kollege nach einem bestimmt kommenden Krisentag auf der Straße landen wird. Wer gibt Garantie dafür, daß nicht eines Tages die Beurteilung so erweitert wird, in ihr Dinge privater Natur einzufügen. Etwa so: 'Bestraft nach dem Bußgeldkatalog, Eintragung in die Verkehrssünderkartei, nicht mehr förderungswürdig!' Wenn jetzt noch die eventuelle politische Richtung des einzelnen berücksichtigt wird, wird wohl bei manchem stehen: 'Nicht vertrauenswürdig!'

Darum ist meine Meinung: der gesamte Betriebsrat hätte sich soofrt von dieser Sache distanzieren müssen.

Ja und für uns, liebe Kolleginnen und Kollegen, wird es langsam Zeit, uns auf die Hinterbeine zu stellen und auf das Schärfste zu protestieren!

Ich schließe mich der Betriebzeitung 'Heiße Eisen' voll und ganz an!

NUR WIR ALLE GEMEINSAM KÖNNEN DIE PERSONALBEURTEILUNG VERHINDERN!"

Zu Wort kommt auch:"
Rolf-Jürgen Priemer
ADF-Bundestagskandidat im Wahlkreis 116, Dortmund III
28 Jahre, Schriftsetzer
Bundesvorsitzender der SDAJ

DIE BESTE REGIERUNG DIE WIR JE HATTEN?

Ein Mann, der sich in der Politik und Wirtschaft auskennt, jubelte kürzlich: 'Die Große Koalition ist die beste Regierung die wir je hatten!' Der Mann heißt: Hermann Josef Abs, steinreicher Bankier. Abs hat Grund zum Jubeln. Denn keine Bundesregierung sicherte den Unternehmern derartige Riesenprofite, wie gerade die Regierung der CDU/CSU und SPD. 1967 hatten Vorstandsmitglieder von Kaufhauskonzernen einen Stunden von 293 DM, des Volkswagenwerkes von 248 DM und von Bayer Leverkusen 191 DM. Wie gesagt: PRO STUNDE!

Gestattet mir die Frage, Kollegen des Hoeschkonzerns: wie hoch war Euer Stundenlohn?

Daimler-Benz Chef Friedrich Flick verdiente 1968 gar - natürlich pro Stunde - zweiundsechzigtausenddreihundertneunzig Mark (62 390 DM).

Wundert Ihr Euch noch, Kollegen, warum Bankier Abs jubelt? Und was mag Karl Schiller, Wirtschaftsminister in der Koalition, wohl meinen, wenn er von einem Aufschwung spricht? AUSCHWUNG - FÜR WEN?

Der DGB stellte fest, daß die NETTOEINNAHMEN DER ARBEITER 1968 um rund 5% gestiegen seien, aber 3% durch Preiserhöhungen wieder abgerechnet werden müßten. Also 2%!

Demgegenüber wuchsen die NETTOEINNAHMEN DER UNTERNEHMER um rund 27%. Wer hatte den Nutzen? Wer ist im Vorteil? Wer verzeichnete den Aufschwung? Riesengewinne für die Unternehmer! Die Gewerkschaften wurden an Schillers 'Lohnleitlinie' kurz gehalten!
Das hat uns die Große Koalition gebracht!

An dieser Politik haben aber maßgebend jene 100 Abgeordneten Schuld, die ihre Konzerne direkt im Bundestag vertreten. Minister Stoltenberg und MdB Blumenfeld vertreten nicht ihre Wähler und die Arbeiterschaft, sondern die Interessen des Krupp-Konzerns. Dr. Pohle ist Flicks Mann, Birrenbach Thyssens Mann im Bundestag!!

Und dem neuen, am 28. September zu wählenden Bundestag sollen noch mehr Konzernvertreter angehören. Auch auf den Listen der SPD kandidieren Männer dieses Schlages, wie zum Beispiel Prozellankönig und Unternehmermillionär Philipp Rosenthal, der Generaldirektor Alex Möller, das Vorstandsmitglied der Hessischen Berg- und Hüttenwerke Helmut Kater.

WO ABER KANDIDIEREN DIE INTERESSENVERTRETER DER ARBEITER?

Wer sorgt für höhere Stundenlöhne der Arbeiter?
Arbeiter kandidieren auf der Liste der ADF!
Bei der ADF ist kein Platz für die Stoltenbergs und Blumenfelds, für die Birrenbachs und Rosenthals.
Aber, so werden manche Kollegen fragen, richtet sich die ADF gegen die SPD?
Die ADF kämpft gegen den Neonazismus und die NPD!
Es sei aber auch klar gesagt: wir sind auch gegen Schiller, der Unternehmern Profite gab und die Arbeiterlöhne stillegte.

Wer ADF wählt, wählt Notstandsgegner, keine Befürworter!
Wer ADF wählt, wählt Nazigegner, keine NPD-Förderer!
Wer ADF wählt, wählt entschlossene Unternehmergegner!
Wer ADF wählt, wählt Arbeiter ins Parlament!

Wen sonst sollen die Arbeiter des Hoeschkonzerns wählen, wenn nicht den Kandidaten der ADF!"

Im Zusammenhang mit dieser Stellungnahme heißt es:"
…auf dem Wege von überholtem Kasten- und Klassendenken zu einer offenen Leistungsgesellschaft ohne Benachteiligungen und Bevorzugungen… (Aus einem Informationsbrief der 3 Dortmunder Bundestagsabgeordneten der SPD)"

Die Angaben von Priemer über die Stundenlöhne der Manager werden nochmals in einem Schaubild dargestellt und es wird fortgefahren:"
Den genauen Stundenlohn der Vorstandsmitglieder der Hoesch AG konnten wir nicht ermitteln, aber einen um ein vielfaches höheren Stundenlohn als z.B. der Kollege Ewald Konetzka, erster Schmelzer im Martinwerk müssen die Herren Vorstandmitglieder doch wohl haben! Denn das Vorstandsmitglied Dr. Hufnagel läßt sich zur Zeit in der Gartenstadt eine Villa bauen, deren Kosten sich weit über 1 Millione DM belaufen sollen. Das ist aber noch nicht alles.
Das Klassendenken sei überholt, plappern die sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten den Altnazis der CDU/CSU nach. Für Dr. Hufnagel ist es aber doch wohl nicht überholt. Die Kaste der Vorstandsmitglieder kann es sich auch leisten, ihre Villen nachts von der Werksfeuerwehr überwachen zu lassen! Während die Sollstärke in allen Abteilungen, auch bei der Feuerwehr runtergedrückt wird, fahren nachts 2 Kollegen von der Feuerwehrwache zur Villa Hufnagel um dafür zu sorgen, daß der gnädigen Frau nichts passiert. Vor einigen Wochen verunglückten bei so einer Kontrollfahrt zur Villa Hufnagel 2 Kollegen von der Feuerwehr.

Es genügt also nicht eine teure Alarmanlage, zusätzlich müssen, trotz Arbeitskräftemangel, auch noch 2 Feuerwehrleute für die Sicherheit der Villen der Vorstandsmitglieder sorgen.

Das Ganze nennt man dann 'Soziale Symmetrie'.
Wie wir hörten, ist Dr. Hufnagel mit der Regierung der Großen Koalition sehr zufrieden. Ob es der Kollege E. Konetzka wohl auch ist? Wir meinen, es wird Zeit, die Vermögensverteilung in der Bundesrepublik voranzutreiben und zwar in der Richtung, daß die Arbeiter besser als bisher dabei wegkommen. Darum bei den Bundestagswahlen (BTW, d.Vf.) ADF wählen!

DAMIT DER FORTSCHRITT KRAFT BEKOMMT: ADF.

Vielleicht müssen die Feuerwehrleute demnächst auch noch Zucker in den Allerwertesten bestimmter Leute blasen!?"

Gefragt wird:"
FINANZIERT HOESCH DIE NPD?

'Zu diesen Konzernen und Banken, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch am Aufkommen des 10 Millionen-Wahlfonds der NPD beteiligen, sollen auch die AEG und die Hoeschgruppe gehören. Namentlich aus dem Werbefonds der AEG, heißt es in einigen Informationen, sind über München größere Summen der NPD zugeschoben worden.' Diese aufschlußreiche und interessante Mitteilung veröffentlichte die Wochenzeitung 'die tat' (vgl. **.*.1969, d.Vf.) unter der Überschrift: 'Das Geschäft mit der Hitlerpartei und die Geldquellen der NPD!'

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, daß Großkonzerne und -banken offen diese Nachfolgerin der NSDAP mit riesigen Geldsummen unterstützen. Viele von uns werden diese Situation aus der Zeit vor 1933 kennen: die Großindustrie suchte eine Partei, die ihre Interessen gegen die Bevölkerung durchsetzte und fand sie damals in der NSDAP. Sie spendeten ihr im Frühjahr 1932 ca. 6 Millionen Reichsmark für den Wahlkampf.

Auch heute, nachdem die reaktionäre Politik der CDU/CSU immer mehr an Boden verliert, versuchen sich diese Kreise eine Reservepartei aufzubauen, die sich in ihrem Programm u.a. auch offen gegen die Mitbestimmung ausspricht.

Und ausgerechnet der Hoesch-Konzern, der sich den Arbeitern gegenüber so 'fortschrittlich' gibt, soll diese Partei mitfinanzieren! Warum werden mit diesem Geld nicht weitere Arbeiterwohnungen gebaut? Warum werden nicht die Löhne erhöht?
Dringend notwendig wäre ein großzügiger Ausbau eines Versammlungsraumes für die Belegschaftsversammlungen. So aber finanziert man möglicherweise die Veranstaltungen der NPD, unterstützt deren Werbung für ihre undemokratischen Ziele.

Die Frage ist also durchaus berechtigt:
'BETREIBT HOESCH EINE ZWEIGLEISIGE POLITIK?'

WIR FORDERN:
Geht diesem begründeten Verdacht nach!
Stellt fest, ob diese Partei tatsächlich mit unserem Geld finanziert wird!
Gibt es im Werbefonds des Hoesch Konzerns Posten, die auf eine Unterstützung der NPD schließen lassen?

DIE BEANTWORTUNG DIESER FRAGE IST FÜR ALLE KOLLEGEN DES HOESCH-KONZERNS VON AUSSERORDENTLICHER WICHTIGKEIT!"

Im letzten Artikel wird festgestellt:"
TONNENIDEOLOGIE GEFÄHRDET WEITERHIN DIE SICHERHEIT AM ARBEITSPLATZ!

In den letzten Monaten wird im Breitbandwalzwerk der Hoesch AG Westfalenhütte, dem Schlüsselbetrieb des Hoesch Konzerns, der Versuch unternommen, die Produktionszahlen durch alle erdenklichen Mittel und Antreibermethoden um ein Vielfaches zu erhöhen.
Z. Zt. werden 135 000 Tonnen pro Monat im Schnitt gewalzt. Im März wurden 158 000 Tonnen produziert. Dies ist eine Produktionszahl, von der die Aktionäre und der Vorstand noch vor wenigen Jahren nicht zu träumen gewagt hätten! Als vor wenigen Jahren die stattliche Zahl von 100 000 t erreicht wurde, bekam jeder der im Breitband Beschäftigten eine einmalige Prämie als Anerkennung überreicht. Im März wurden 158 000 Tonnen gewalzt, doch die Kollegen bekommen ………………………….. nichts!! Selbst der Akkordlohn zeigte keine erwähnenswerte Steigerung! Daran zeigt sich, daß zwar häufig von 'unserem' Werk gesprochen wird, aber wenn es um den Reibach geht, ist es nicht mehr unser Werk, sondern das der Aktionäre!

FÜR DIE MEISTEN KOLLEGEN IST ES UNFASSBAR, DASS BEI EINER SOLCHEN PRODUKTION FÜR 'MITARBEITER' NICHTS HERAUSKOMMT!

Dazu meinen wir Kommunisten folgendes:
Was für viele Kollegen unfaßbar ist, hat Karl Marx schon vor über 100 Jahren aufgedeckt, als er die kapitalistische Gesellschaftsordnung untersuchte. Eine wesentliche Erkenntnis die die Menschheit seither besitzt, besteht darin, daß im Kapitalismus NICHT DER MENSCH, SONDERN DER PROFIT IM MITTELPUNKT DER GESELLSCHAFT STEHT!

Weil insbesondere heute und trotz Mitbestimmung der Profit die Triebfeder der Produktion im gesamten Kapitalismus und auch im Hoesch-Konzern ist, eben darum bekamen die Kollegen im Breitbandwalzwerk keine Prämie trotz Rekordproduktion.

Daß die Rekordproduktion erkauft wurde mit einer enormen Erhöhung der Unfallquote, ist ebenfalls typisch für das, was Karl Marx als kapitalistische Produktionsweise bezeichnete.

OHNE RÜCKSICHT AUF VERLUSTE WERDEN TONNEN VERLANGT, DENN TONNEN BRINGEN GELD.

In 6 Monaten haben sich allein im Breitbandwalzwerk 5 SEHR SCHWERE UNFÄLLE ereignet. Und zwar:
Kollege Beckmann, tödlich verunglückt im Dezember
Kollege Heckenmüller, schwere Kopfverletzung im Januar
Kollege Rodriges, schwere Kopfverletzung im Januar
Kollege Bürger, schwere Armverletzung im Mai
Kollege Schiefelbein, tödlich verunglückt im Juni
dazu noch zahlreiche Unfälle nicht so schwerer Natur.

'Komm gesund heim', diese Empfehlung klingt angesichts der Tonnenideologie und der damit verbundenen Unfallhäufigkeit wie bittere Ironie. Das stets wachsende Arbeitstempo vergrößert das Unfallrisiko in fast allen Produktionsbereichen.

Trotz sehr gut klingender Worte über Sicherheit am Arbeitsplatz hat die Produktion und damit der Profit für die Aktionäre eindeutig den Vorrang.

Dafür nun ein Beispiel:
Kollege Rodriges wurde verletzt, weil ein Rolltor nicht in Ordnung war, obschon der Schaden an diesem Tor schon lange vorher gemeldet worden war!

Nach dem Motto, daß ein schadhaftes Rolltor nicht die Höhe der Produktion beeinflußt, unterblieb die für die Sicherheit der Kollegen notwendige Reparatur.

Das muß nicht so bleiben!

EINHEITLICHER PROTEST VON BELEGSCHAFT, VERTRAUENSLEUTEN UND BETRIEBSRAT KANN ÜBER DIE TONNENIDEOLOGIE SIEGEN!

DIE SICHERHEIT AM ARBEITSPLATZ MUSS VORRANG HABEN VOR DER HÖHE DER PRODUKTION!
Alle Kollegen sollten GEMEINSAM dafür sorgen, daß die Einhaltung der gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften erzwungen wird."
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969; Heisse Eisen, Dortmund O. J. (Juli 1969)

02.09.1969:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Juli 1969, 8.9.1969) heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund 2.9.1969

08.09.1969:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 2.9.1969, 15.9.1969) heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund O. J. (1969)

15.09.1969:
Vermutlich heute widmet sich die DKP Betriebsgruppe Hoesch Westfalenhütte mit einem Extrablatt ihrer 'Heissen Eisen' (vgl. 8.9.1969, 12.1.1970) den Äußerungen des BDI-Präsidenten Berg. Nach Ansicht der DKP hätten die Kapitalisten Bammel bekommen durch die Streiks und schlügen nun um sich. Durch mehr Mitbestimmung müsse der Einfluß von Berg, Harders und Konsorten eingegrenzt werden.
Q: Heisse Eisen, Dortmund O. J. (1969)

12.01.1970:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, nach eigenen Angaben, frühestens in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' Nr. 1 (vgl. 15.9.1969, 23.3.1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlagen. Eingegangen wird u.a. auf den Tod von Horst Müller (vgl. 9.1.1970).
Q: Heisse Eisen, Dortmund O. J. (März 1970)

23.03.1970:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich frühestens in dieser Woche ihre 'Heissen Eisen' (vgl. 12.1.1970, 24.4.1970), vermutlich die Nr. 2 mit 16 Seiten DIN A 4 heraus. Aufgerufen wird zur Wahl der DKP bei den Landtagswahlen (LTW - vgl. 14.6.1970), berichtet wird vom Erfurter Treffen zwischen Brandt und Stoph (vgl. 19.3.1970), den Mieten in Dortmund (vgl. März 1970), den Betriebsferien der Schneiderei der Westfalenhütte (vgl. 10.8.1970) und von tödlichen Betriebsunfällen (vgl. 9.1.1970, März 1970):"
Bei uns im Betrieb: STOPPT DEN UNFALL!

Eine hohe Anzahl von Unfällen und tödlichen Unfällen haben sich in den ersten beiden Monaten des Jahres 1970 im Hoesch Hüttenwerk ereignet. Wir müssen uns die Frage stellen, wie kommt es zu diesen schweren Unfällen?

Wenn die Unternehmer den technischen Fortschritt nutzen, um ohne Rücksicht auf Gesundheit und Leben der Arbeiter herauszuholen, was nur herauszuholen ist! Am Ende des Jahres wird es eine Statistik geben mit nüchternen Zahlen. Aber wer erfaßt das, was sich hinter diesen Zahlen an menschlichem Leid, an zerstörter Hoffnung, an Trauer und Kummer verbirgt.

Die beste Unfallverhütungsvorschrift und der beste Unfallverhütungsunterricht nützen nichts, wenn der Profit an erster Stelle steht und nicht der Mensch!!"

In "Lohnumwandlung hat einen Haken" heißt es:"
Im Gefolge der Lohnharmonisierung sollen jetzt alle Akkorde eingestellt werden. Doch die Sache hat einen Haken! Denn während der Akkordlohn in Stundenfestlohn umgewandelt werden soll, wird die Leistung weiter steigen. Das kommt meiner Meinung nach einem Lohnstop gleich. Das wird durch folgende Beispiele erhärtet:
Obwohl in den mechanischen Werkstätten schon nach dem Stundenfestlohn bezahlt wird, müssen die Kollegen weiterhin Akkord- und sogar noch verschärften Akkord - arbeiten. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß das was früher Akkord war, jetzt Zeitrichtwert genannt wird und der Zeitrichtwert 30% niedriger liegt als die Akkordvorgabezeit. Jene Kollegen, die mit dem um 30% gekürzten Zeitrichtwert nicht klarkommen, haben immer wieder Krach mit den Vorgesetzten. Selbst solche Arbeiten wie - z.B. Büchsen einfrieren - die früher nicht akkordfähig waren, müssen heute nach dem Zeitrichtwert durchgeführt werden.

Ein weiteres Beispiel: In der Hauptschmiede wurden früher im Akkord 80 Stopfenstangen produziert. Jetzt gibt es einen 'Leistungsfestlohn', für den in der gleichen Zeit 150 Stopfenstangen produziert werden müssen.

Eine enorme Leistungssteigerung wird auch durch die immer mehr nach dem System der Netzplanung vorgenommen Reparatur erreicht. Die Netzplanung wird jetzt auch beim Wechseln der Reku angewandt. Ungeachtet der Tatsachen, daß es sich beim Netzplanen der Reku um eine mörderische Arbeit handelt und das der Betriebsleitung sehr gut bekannt ist. Die Kollegen aus dem Stahlbau können ein Lied dieser Hölle singen. Es ist also ersichtlich: Antreiberei und Ausbeutung werden ständig verschärft. Doch wenn die Vertrauensleute im Interesse der Belegschaft eine Teuerungszulage fordern, oder die Gewerkschaften für Lohn- und Gehaltserhöhungen eintreten, dann wird die Gefahr eines wirtschaftlichen Chaos an die Wand gemalt."

Ein weiterer Betriebsbericht lautet:"
UNGENÜGENDER UNFALLSCHUTZ IN DER SINTERANLAGE AUF DER UNION!

Eine Silikose-Zucht-Anstalt ist die Sinteranlage des Werkes Union. Über den Unfallschutz wird viel geredet und auch ein wenig getan, um aber die Staublungen bei den Arbeitern und Angestellten zu verhindern, tut die Betriebsleitung nichts! Während die Herren der Betriebsleitung sich als Schutz ein weißes Handtuch um den Hals legen, bleibt der Sinterstaub auf der ganzen Anlage handbreit hoch liegen. Jeder Schritt und jeder Handgriff - ganz zu schweigen von Hammerschlägen der Handwerker bei Reparaturen - läßt den Staub aufwirbeln. Die Kollegen müssen den Staub einatmen, weil sie ja nicht weglaufen können.

Die Betriebsleitung und der Unfallschutz sollten dafür sorgen, daß der Staub weitgehendst verschwindet. Geschieht das nicht, sollten der Betriebsrat und andere Stellen - etwa die Lungenfürsorge - nachdrücklich für Abhilfe sorgen."

Eingegangen wird u.a. auch auf die Sperrung der Mittel für den Bauernverband der Vertriebenen in NRW (vgl. **.*.1970) und auf die:"
DIVIDENDE:
Die Aktionäre bekommen 10 Prozent Dividende. Zwei Prozent mehr also als im letzten Jahr. Viele Kollegen meinen, damit sind Voraussetzungen gegeben, einen erfolgreichen Kampf um die Erhöhung der sog. Sonderzulagen zu führen. Koll. Albert Pfeiffer hat recht, wenn er zum Ausdruck bringt: 'Im Hinblick auf die gute Gewinnentwicklung 1969/70 sind wir mit der alten Betriebsvereinbarung nicht mehr zufrieden!'".
Q: Heisse Eisen, Dortmund O. J. (März 1970)

24.04.1970:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, laut 'Handelsblatt' frühestens heute ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 23.3.1970, 28.4.1970) über die Hauptversammlung der Hoesch AG (vgl. 23.4.1970) heraus.
Q: DKP-BV Ruhr-Westfalen: Presseecho, Essen 22.11.1971, S. 11

28.04.1970:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP heute oder morgen ihre 'Heisse Eisen' Nr. 3 (vgl. 24.4.1970, 22.6.1970) mit 20 Seiten DIN A 5 heraus. Berichtet wird von der Konferenz des IGM-Bezirks Essen (vgl. 25.4.1970), der Vertrauensleuteversammlung der Westfalenhütte (vgl. 27.4.1970) und dem Brief der IGM Verwaltungsstelle an die DKP (vgl. 20.2.1970). Aufgerufen wird zum 1. Mai, wo man sich vor der Hauptverwaltung von Hoesch versammeln solle und zur eigenen Maifeier (vgl. 30.4.1970).
Q: Heisse Eisen Nr. 3, Dortmund 1970

22.06.1970:
Für die DKP berichtet Jochen Mandel:"
In einer Sonderausgabe ihrer Betriebszeitung 'Heisse Eisen' (vgl. 28.4.1970, Juli 1970, d.Vf.) faßt die DKP-Betriebsgruppe diese Diskussion zusammen und fordert: 'Geheimpläne auf den Tisch, Verzicht auf diese Fusion! Sicherung und Ausweitung der qualifizierten Mitbestimmung und letzten Endes die Überführung der Stahlindustrie, an der Spitze den Hoesch-Konzern, gemäß Art. 27 der Landesverfassung von NRW, in Gemeineigentum.'

'Wir lassen uns nicht verschaukeln', erklärten die Kumpel auf Transparenten. 'Harders muß weg!'. 'Der Harders ist jetzt vorsichtig geworden, weil er Manschetten vor uns hat', sagte ein Walzwerker in einer Diskussion, 'aber deswegen hat er sicherlich seine Ziele noch nicht aufgegeben. Mit anderen Worten, wir müssen ganz schwer aufpassen.'"
Q: Unsere Zeit Nr. 27, Essen 4.7.1970 S. 3

Juli 1970:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 22.6.1970, 17.8.1970) heraus, von dem uns bisher leider nur ein Faksimile der Titelseite vorlag:"
MACHT HOESCH DICHT?
STIRBT DORTMUND ALS STAHLSTADT?
WIE SOLL ES MIT HOESCH WEITERGEHEN?

Diese und viele andere Fragen bewegen die Belegschaften der Werke des Hoesch-Konzerns und darüber hinaus die Dortmunder Bevölkerung.

Denn wenn Hoesch dichtmacht gehen neben den Arbeitsplätzen für tausende Dortmunder auch die Existenzgrundlagen zahlreicher Geschäfte und vor allem wichtige Finanzquellen der Stadt Dortmund verloren.

Die Arbeiter und Angestellten der Hoesch-Hüttenwerke kämpfen gegen die Fusionspläne mit dem holländischen (niederländischen, d.Vf.) Stahlkonzern, also auch gleichzeitig für die Interessen der Dortmunder Bevölkerung und der Stadt Dortmund.

Darum ist es gut und richtig, wenn die gesamte Bevölkerung sich an die Seite der Hoesch-Belegschaft stellt. Die Betriebsgruppen der DKP für die Hoesch-Hüttenwerke wenden sich darum mit dieser Betriebszeitung an alle Bevölkerungsschichten, mit der Bitte gemeinsam die Pläne der Konzernbosse von Hoesch zu verhindern.

Wir würden uns freuen, wenn viele Leser dieser Extra-Ausgabe unserer Betriebszeitung uns ihre Meinung zu den behandelten Problemen mitteilen würden."

Enthalten ist auch noch ein Kasten:"
AUS DEM INHALT:

Fusionsplan nicht aufgehoben.
Vorschläge der DKP für die Zukunft für Hoesch.
Lohnkampf wird vorbereitet.
Meinungen von Hoesch-Arbeitern und -Angestellten.
Nach den Wahlen zahlen - Lohnsteuervorauszahlung griff in das Portemonnaie.
Protest der Betriebsräte und Vertrauensleute gegen Bundestagsbeschluß.
DKP-Westfalenhütte an H. Kühn."

Später schreibt die DKP dazu:"
Alarmiert war die Belegschaft, denn die Pläne über die Fusion Hoesch mit Hoogovens wurden bekannt. Heiße Eisen war ihnen auf die Spur gekommen, hatte die Geheimverhandlungen in Holland spitzgekriegt. Die Erfahrung lehrt: Wenn die großen ein Geschäft machen, muß der kleinen Mann zahlen. Wenn Stahlgiganten fusionieren, dann nicht, um weitere Arbeitsplätze zu schaffen, sondern weitere zu vernichten. Natürlich werden solche Pläne von den Herren immer bestritten. Doch Mißtrauen ist angebracht. Lieber einmal zuviel mißtraut als einmal zuwenig."
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 12

17.08.1970:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. Juli 1970, 24.9.1970) heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile eines Teils der Titelseite vorlag:
MOSKAUER VERTRAG - ERFOLG AUCH FÜR DICH!

Der DGB spricht in seiner Stellungnahme zum Moskauer Vertrag - den er begrüßt - die Erwartung aus, daß jetzt der Weg zu einer allgemeinen Abrüstung geebnet ist und damit die Erfüllung der dringend erforderlichen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Aufgaben nicht länger durch die Rüstungsausgaben behindert werden darf.

Das ist kein Wunschdenken. Der Vertrag zwischen der Bundesrepublik und der UdSSR (SU - vgl. 12.8.1970, d.Vf.) kann eine dauerhafte Periode der gutnachbarlichen und freundschaftlichen Beziehungen unseres Volkes mit den sozialistischen Ländern einleiten. In einer solchen Atmosphäre des Vertrauens und der Freundschaft ist es möglich, die 22 Milliarden DM des Rüstungshaushaltes zu halbieren, um die freiwerdenden Mittel im Sinne der Forderungen des DGB zu verwenden. Die laufenden Preissteigerungen sind nicht zuletzt eine Folge der ständig wachsenden Rüstungslasten.

Das sollte auch NRW-Wirtschaftsminister Reimer bedenken, der angesichts der bevorstehenden Tarifverhandlungen die Meinung vertrat, daß höchstens acht Prozent Lohnerhöhungen für die", hier bricht unsere Vorlage leider ab.
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 20

24.09.1970:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich heute ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 17.8.1970, 28.9.1970) mit 8 Seiten DIN A 4 heraus:"
PROVOKATION DER UNTERNEHMER
KONZERNBOSSE WOLLEN METALLARBEITER FÜR DUMM VERKAUFEN!

Kollegen!

Das 'Angebot' der Unternehmer liegt vor. So schamlos wie sie im letzten Jahr die Gewinne einstrichen, so empörend ist ihre Antwort auf die berechtigten Forderungen der Metallarbeiter. Das Angebot von 9% (vgl. 23.9.1970, d.Vf.) ist eine Herausforderung.

Von 1967-69 sind die Lohnkosten in der Metallindustrie um 5% gesunken. Die Stahlkönige aber trieben die Preise weiter hoch. Das Ergebnis eine noch nie dagewesene Gewinnexplosion.

Bei der Hoesch AG wurden die Dividenden für das Geschäftsjahr 1969 um 25% erhöht.

Die Großaktionäre und ihre Sprecher von Gesamtmetall hoffen dieses Spielchen weiter treiben zu können.

DIE VERHANDLUNGSKOMMISSION DER IG METALL HAT RECHT, WENN SIE DIESE PROVOKATION ZURÜCKWEIST!

Warnstreiks und Resolutionen mehrerer Belegschaften, und nicht zuletzt die Vertrauensleutevollversammlung des Werkes Phönix am vergangenen Mittwoch (vgl. 16.9.1970) und der Warnstreik bei der Hoesch Maschinenfabrik Deutschland (MFD - vgl. 23.9.1970) zeigen die Übereinstimmung zwischen der Haltung der IG Metall und den Arbeitern.

Die Kollegen haben recht, wenn sie sagen: 15% sind maßvoll - sie müssen gezahlt werden! Kein Abschluß unter 15% ohne Urabstimmung! Jetzt die Kampfkraft der Gewerkschaft stärken - die Unternehmer können uns nicht mehr verschaukeln!

DIE DEUTSCHE KOMMUNISTISCHE PARTEI STEHT AN DER SEITE DER ARBEITER UND ANGESTELLTEN. DIE DKP UNTERSTÜTZT DIE BERECHTIGTEN FORDERUNGEN DER IG METALL."

Berichtet wird auch von der Vertreterversammlung der IGM Dortmund (vgl. 7.9.1970), von der Profit-Preisspirale, dem Urlaubsgeld für Winterurlauber, dem Moskauer Vertrag und die Kohlepreiserhöhung.

Ein weiterer Artikel lautet:"
15% MIT ALLEN KAMPFMITTELN DURCHSETZEN

EINMALIG GUTE PROFITLAGE IN DER METALLINDUSTRIE

Die Gewerkschaft hat, wie Otto Brenner betonte, Lehren aus der Vergangenheit, besonders aus den September-Streiks 1969 und zahlreichen betrieblichen Kämpfen gezogen und deshalb die Mitglieder stärker als bisher bei der Ausarbeitung der Forderungen einbezogen.

Jetzt wird es notwendig sein, diese Schlußfolgerung konsequent fortzusetzen, nämlich die Mitgliedschaft in allen Phasen der Lohnauseinandersetzung mit den Unternehmern zu informieren und Kampfaktionen zu organisieren. Nur so werden die Widerstände der Industriellen gebrochen und die berechtigten Forderungen verwirklicht.

Die Lohnaufbesserung gefährdet nicht die Konjunktur, wie es die Unternehmer entgegen besserem Wissen behaupten, - im Gegenteil hilft sie die Massenkaufkraft zu stärken und eben damit die Konjunktur zu erhalten.

GEWINNE WIE NOCH NIE!

Wie wenig die 15% kostenmäßig ins Gewicht fallen, zeigt folgender Nachweis: Der Lohn- und GehaltsANTEIL, einschließlich aller Nebenkosten je 100 DM Umsatz, lag im Mai 1970 in der Metallindustrie bei 26, 20 je 100 DM. Wenn die Löhne und Gehälter um 15% erhöht werden, würde der Anteil am Umsatz zunächst um rund 4 DM auf 30, 20 DM je 100 DM steigen und die gewinne der Unternehmer entsprechend kürzen.

Legt man im laufenden Jahr einen Produktivitätszuwachs von nur 5% je Arbeitsstunde und die allgemeine Preissteigerungsrate von 4% zugrunde, die sich ja im Umsatzerlös niederschlagen, so stehen nach Ablauf eines Jahres den um 4 DM gestiegenen Kosten um 9 DM gestiegene Erlöse gegenüber! Wenn die Metallarbeiter vor der Tarifbewegung des nächsten Jahres nicht feststellen wollen, daß der Lohnkostenanteil am Umsatzerlös trotz der 15%igen Lohnerhöhung in diesem Jahr wiederum abgesunken ist, dann wird man sich noch im Laufe der nächsten Monate neben der jetzt anstehenden Erhöhung noch auf Nebenforderungen, wie 13. Monatsgehalt, mehr Urlaubsgeld usw., orientieren müssen, um nicht mehr als die Relation von heute zu bewahren.

UNTERNEHMER DRÄNGEN AUF ZENTRALE VERHANDLUNGEN

Den Unternehmern paßt es nicht, daß die Mitgliedschaft der IGM mehr als sonst an der Formulierung der Forderung beteiligt wurde, indem die Lohnrunde auf die bezirklichen Ebenen verlegt wurde.
Sie möchten zentral verhandeln. Die negativen Erfahrungen der vergangenen Tarifbewegungen sollten Anlaß sein, nicht wieder diesen Weg zu gehen. Zentrale Verhandlungen dienen nicht den Interessen der 4, 5 Millionen Arbeiter und Angestellten der Metallindustrie.

Jetzt geht es auch darum, den bezirklich begonnenen Lohnkampf auch erfolgreich zu Ende zu führen und abzuschließen.

VERMITTLUNG?

Jegliches Vertrauen auf die oft gepriesene 'Partnerschaft' mit den Unternehmern und den Vertretern des Staates brachte nichts ein. Im Gegenteil, auch eine 'Vermittlung' durch Schiller hat bisher, das zeigen die Erfahrungen, nur den Unternehmern genutzt.

Es ist notwendig, wie es Otto Brenner ausdrückte: 'mit allen gewerkschaftlichen Kampfmitteln' die Forderungen durchzusetzen.

TEILEN UND SPALTEN - EINE ALTE PRAXIS DER UNTERNEHMER

Wer die glasklare Forderung der IG Metall verwässern oder herunterspielen will, dient den Unternehmern. Es ist nicht neu, daß kurz vor Tarifbewegungen 'freiwillige' Lohnzulagen gewährt werden, um die Verhandlungen zu unterlaufen und den gewerkschaftlichen Erfolg fragwürdig erscheinen zu lassen. Damit soll, so schreibt Kollege Georg Neemann, Mitglied des geschäftsführenden DGB-Bundesvorstandes: 'die Solidarität der Belegschaften mit ihrer Gewerkschaft gestört werden. Seht her, wir Unternehmer geben euch ja schon im vorhinein freiwillig mehr, wir verstehen euch und lassen euch teilhaben. Wir zwicken uns mit 10% vermeintlich das äußerste ab - wozu braucht ihr denn da noch die Gewerkschaften?'

Und weiter betont Kollege Neemann: 'Die Lohnforderungen der Gewerkschaften überfordern die Wirtschaft keineswegs. Sie lagen und liegen voll und ganz im Rahmen der Zielvorstellungen sowohl des DGB als auch der Bundesregierung.'

Und wie steht es mit dem Argument
'GEFÄHRDUNG DER ARBEITSPLÄTZE'?

Die Arbeitsplätze können allenfalls durch Lohnverzicht und sinkende Kaufkraft gefährdet werden, weil dadurch die Nachfrage sinken würde. Ein hohes Maß an Nachfrage ist zu sichern, damit die Konjunktur nicht nach unten ausschlägt sondern langfristig erhalten wird. Dazu gehört die Lohnerhöhung und die tarifvertragliche Absicherung der effektiv gezahlten Löhne und Gehälter.

Das ist der Weg zur Sicherung der Interessen der Arbeiter, Angestellten, ja selbst der ganzen Bevölkerung, die von Lohn- und Gehaltseinkommen lebt."

Von Hoesch Werk Phönix wird berichtet in:"
SICHERHEIT UND GESUNDHEIT GEHT VOR PROFIT

In letzter Zeit wurden die Klagen der betroffenen Kollegen im Oxygenstahlwerk immer größer. 'Wenn nicht endlich etwas Positives in unserem Sinne geschieht, gehen wir noch alle vor die Hunde'. So klagen diese Kollegen. Was ist passiert? Worum geht es?

Es geht um die Staub- und Qualmbelästigung, die in letzter Zeit solche Ausmaße angenommen hat, daß es untragbar geworden ist, in diesem Betrieb, ohne daß die Gesundheit gefährdet wird, zu arbeiten. Es handelt sich dabei um die sogenannten Sodaschmelzen. Wenn früher höchstens vier bis fünf Schmelzen mit Soda entschwefelt wurden, sind es bis heute immer mehr geworden. Alle Kollegen, die unmittelbar gezwungen sind, in diesem Sodaqualm zu arbeiten, stöhnen über diese 'Belästigung' und sie sorgen sich alle um ihre Gesundheit.

Obwohl der verantwortliche Betriebsrat für Arbeitssicherheit, der Kollege Stüwe, sich seit längerer Zeit bemüht, hier eine Änderung herbeizuführen, hat sich, wenn man von dem Bau eines Abzuges für 'Rührschmelzen' absieht, nichts an dem bisherigen Zustand geändert. Die Kollegen meinen, daß unbedingt mehr getan werden muß, um die Gesundheit der dort Beschäftigten nicht noch mehr zu gefährden. Seit einem Jahrzehnt wird auf vielen Kongressen und in unzähligen Unfallberichten darüber geredet und geschrieben, daß die Arbeitssicherheit in der Bundesrepublik verbessert werden muß. Das blieb bisher, siehe Oxygenstahlwerk, ohne nennenswerten Erfolg.

Wir meinen, daß es dringend notwendig ist, endlich das Stadium ergebnisloser Diskussionen über die Verbesserung des Arbeitsschutzes zu überwinden. Wie bisher kann es nicht weitergehen. Vor allem scheint es uns erforderlich zu sein, den Einfluß der Gewerkschaften auf Arbeiterschutzmaßnahmen in der Gesamtwirtschaft zu verstärken. Wo es um das Leben und die Gesundheit der abhängig Beschäftigten geht, müssen die Gewerkschaften ohne Einschränkung mitbestimmen und entscheidende Vollmachten erhalten, um an jedem Arbeitsplatz und in jedem Betrieb den Grundsatz durchzusetzen: SICHERHEIT GEHT VOR PROFIT!

Im Interesse der Gesundheit unserer Kollegen fordert die Betriebsgruppe Phönix der DKP noch weitere Installierungen von Abzügen für die Sodaschmelzen. … Wir meinen, daß es bei uns, im Bereich der Montanmitbestimmung Möglichkeiten gibt, die Arbeitssicherheit und die Gesundheit der Kollegen vorrangig zu behandeln."
Propagiert werden in diesem Zusammenhang die Forderungen des IGM-Bezirkes Münster (vgl. 24.6.1970).
Q: Heisse Eisen Provokation der Unternehmer, Dortmund O. J. (Sept. 1970); DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

28.09.1970:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund vermutlich heute eine zweiseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 24.9.1970, 1.10.1970) unter der Schlagzeile "9% SIND EIN HOHN - 15% DIE KRIEGEN WIR SCHON!" heraus, in der sie von dem Streik auf der Westfalenhütte (vgl. 25.9.1970) und dem IGM-Vertrauensleutekörper bei Hoesch Phönix (vgl. 25.9.1970) berichtet und ausführt:"
15% UND NICHT WENIGER das ist die Forderung der Metall- und Stahlarbeiter nicht nur in Dortmund sondern im gesamten Bundesgebiet. Die Unternehmer können diese 15% zahlen. Sie werden zahlen, wenn alle Stahl- und Metallarbeiter einheitlich und geschlossen, mit der IG Metall, gegen die Unternehmerbosse auftreten.

Die DKP erklärt ihre feste Verbundenheit mit den Arbeitern und Angestellten der Metall- und Stahlindustrie und wünscht der IG Metall bei der Durchsetzung ihrer berechtigten Forderungen vollen Erfolg."
Q: Heisse Eisen 9% sind ein Hohn, Dortmund O. J. (28.9.1970); DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 7

01.10.1970:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund vermutlich heute ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 28.9.1970, 7.12.1970) heraus, in dem sie von den Maßnahmen der Direktion (vgl. 29.9.1970) und der IGM-Vertrauensleuteversammlung des Werkes Phoenix (vgl. 30.9.1970) berichtet.
Q: Heisse Eisen Extrablatt Feine Leute greifen zu unfeinen Mitteln, Dortmund O. J. (Okt. 1970)

07.12.1970:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 1.10.1970, 18.1.1971) mit 8 Seiten DIN A 4 heraus. Im Leitartikel heißt es:"
KRIEGSVERBRECHER ABS WILL MIT HARDERS 'HOLLANDGESCHÄFT' DURCHSETZEN

ABS paßt zu HARDERS, aber nicht zu den Interessen der Hoesch-Belegschaft

Hermann Josef Abs, Jahrgang 1901, will noch immer nicht abtreten, im Gegenteil, er will im Auftrage der größten bundesdeutschen Monopolbank, der Deutschen Bank, den Posten des Vorsitzenden des Aufsichtsrates bei der Hoesch AG übernehmen (vgl. 15.1.1971, d.Vf.). Schon 1938 gelangte er in den Vorstand der Deutschen Bank, von den Nazis gefördert, verkörpert er die Macht des Kapitals.

Verschiedentlich hört man die Absicht, Abs habe sich damals wie heute hochgeboxt, er habe besser als andere seine Ellenbogen gebraucht. Über 43 leitende Posten in den größten Kapitalgesellschaften der Nazizeit sind nicht die Beute eines Einzelgängers, mag er noch so rabiat sein. Diese Fülle wirtschaftlicher und damit politischer Macht fällt nur einem Mann zu, der das System der Monopole mit allen Mitteln vertritt.

Während sich der braune Mob die Hände an brennenden Synagogen wärmte und die Naziwehrmacht das Hakenkreuz über Wien, Prag und Warschau hißte, da begann auch für die Bank des Herrn Abs der Marsch in die größere Zukunft. In der Gefolgschaft der Hitler-Armeen bauten die Paladine der Deutschen Bank in den Hauptstädten Europas ihre Banken zur Ausplünderung der Völker auf. Abs selbst propagierte 1942, 'das neue Europa auf den Schlachtfeldern dieses Krieges zu schmieden'.

1941/42 bekleidete er Aufsichtsratsposten in Prag, Amsterdam, Sofia, Arnhem, Bukarest, Wien, Luxemburg, Belgrad, Madrid und Sarajevo.

Auch heute gilt er innerhalb der Deutschen Bank als Spezialist auf diesem Gebiet. Deshalb ist die Frage berechtigt, ob Abs gegen den Willen der hiesigen und der holländischen Arbeiter das 'Hollandgeschäft' durchsetzen soll. Er hat ja Erfahrungen auf solchem Gebiet. Während des letzten Krieges gehörte er Aufsichtsräten in Holland (Niederlande, d.Vf.) an und man weiß, daß er noch heute in einem solchen in Amsterdam sitzt. Holländische Interessen vertritt er heute so wenig wie 1941/42. Er vertrat nie, auch heute nicht, die Interessen der deutschen Arbeiter. Wo immer Abs in Erscheinung tritt, hat er einzig und allein die Interessen der großen Konzerne und deren Höchstgewinn im Auge.

Wie selten einer hat er die Macht, die ihm die Nazis gaben, bis auf den heutigen Tag ausgebaut. Man ist sich darin einig, kein Ministerposten in Bonn könnte Hermann Josef Abs jenes Maß von Macht und Einfluß schaffen, das er jetzt besitzt.

In Jugoslawien wurde Abs 1945 in Abwesenheit zu 15 Jahren Zwangsarbeit (als Kriegsverbrecher) verurteilt, aber die zuständigen britischen Stellen lehnten seine Auslieferung ab. Bereits 1945 war Abs als ihr Finanzberater tätig.

UND 1970 VORSITZENDER DES AUFSICHTSRATES DER HOESCH AG?

Wer ihn dazu wählt, beruft einen Mann, der im Interesse einer Friedenswirtschaft und des Fortschritts schon 1945 mit den Nazis abtreten mußte.

Wer ihn wählt, wählt eindeutig die Interessen der Deutschen Bank, die mit den Interessen der Arbeiter und Angestellten unvereinbar sind. Wer zur Beruhigung seines 'Gewissens' das Märchen verbreitet, Abs sei für Mitbestimmung, der macht sich angesichts der Tatsachen lächerlich."

Veröffentlicht wird u.a. auch ein Auszug aus dem Buch "Der Bankier an der Macht".

Berichtet wird auch von Hoogovens in den Niederlanden (vgl. 13.11.1970), einem Theaterstück in Göttingen in Niedersachsen über die Septemberstreiks 1969 bei Hosch Dortmund, von einer IGM-Versammlung in Hörde (vgl. 30.11.1970) und der Vertreterversammlung der IGM Dortmund (vgl. 16.11.1970), die sich gegen die Aktion Widerstand (AW) aussprach, ebenso wie Ministerpräsident Kühn (SPD) auf der Belegschaftsversammlung der Westfalenhütte (vgl. 1.6.1970). Dann aber wurde die NPD-Aktion in Essen am 5.12.1970 doch erlaubt, woraus auf Seite 6 gefolgert wird:"
ES MUSS SOFORT GEHANDELT WERDEN!

Die 'Demokratische Aktion' (DA, d.Vf.) hat beschlossen, bis zum 30. Januar 1971 in Dortmund 10 000 Unterschriften für nachstehende Forderungen zu sammeln.

Durch meine Unterschrift unterstütze ich folgende, im Appell der 'Demokratischen Aktion' am 9. November 1970 aufgestellten Forderungen: Die NPD und alle nazistischen Organisationen, die an der Gründung der 'Aktion Wiederstand' beteiligt sind, müssen sofort aufgelöst werden - zur Sicherung der Demokratie in unserem Staate.

Der Vertrag der Bundesrepublik mit der Sowjetunion (SU, d.Vf.) muß schnellstens im Bundestag ratifiziert werden - als wichtigster Beitrag zur Sicherung des Friedens mit unseren Nachbarstaaten.

Den Beschluß der Vertreterversammlung der IG Metall durchzusetzen, heißt auch an dieser Unterschriftensammlung mitzuwirken.

Damit wird, wie der Beschluß es verlangt, die Aufklärungsarbeit in den Betrieben entwickelt. Es muß sich jetzt beweisen, wie weit es uns ernst ist mit den Beschlüssen von Vertrauensleutekörpern, Betriebsrats- und Gewerkschaftsgremien.

DEN WORTEN MÜSSEN NUN TATEN FOLGEN:

HELFT ALLE MIT - STOPPT DEN BRAUNEN TERROR JETZT!"

U.a. heißt es auch noch von der Betriebsgruppe Phönix:"
GEMEINSAME VERTRAUENSLEUTEVERSAMMLUNG ALLER 3 WERKE

In einer der letzten Vertrauensleuteversammlungen auf dem Werk Phönix wurde von den anwesenden Kollegen des Vertrauensleutevorstandes der Westfalenhütte der Vorschlag gemacht, es sollen, um eine bessere Zusammenarbeit zu erreichen, kontinuierlich gemeinsame Vertrauensleuteversammlungen aller drei Werke stattfinden. Dieser Vorschlag wurde seinerzeit auf dem Werk Phönix sehr begrüßt.

Wir meinen, es wäre an der Zeit, diesen Vorschlag in die Tat umzusetzen. Gemeinsam sollten wir die Probleme, die auf uns zukommen, zu lösen versuchen. Oder sollte der Vorschlag des Vertrauensleutevorstandes der Westfalenhütte nur so dahingesagt sein?"
Q: Heisse Eisen Kriegsverbrecher Abs und Nr. 12, Dortmund O. J. (Dez. 1970) bzw. Juli 1972, S. 2

18.01.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche die Nr. 1 ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 7.12.1970, Feb. 1971) mit 8 Seiten DIN A 4 heraus:"
ALARM FÜR HOESCH-BELEGSCHAFT
ABS STEHT VOR DER TÜR! KOMPLOTTE, KOMPLOTTE…

So ist die Situation. In der Vertrauensleutevollversammlung (vgl. Jan. 1971, d.Vf.) setzte sich eine Anzahl Kollegen mit Herrn Abs auseinander, der bei Hoesch als Aufsichtsratsvorsitzender einsteigen will (vgl. 15.1.1971, d.Vf.). Ein Mann, der nur die Interessen seiner Klasse kennt.

Er will mit den Stimmen der 'Arbeitnehmer' einsteigen. Das hat uns noch gefehlt. Abs ist ein Programm, die verkörperte Macht des Kapitals.

'NEUES BEWEISMATERIAL legte Eberhard Czichon im Prozeß H.J. Abs und Deutsche Bank gegen das Buch 'Der Bankier und die Macht' vor. Deshalb verschob das Stuttgarter Landgericht kurzfristig den für Mitte Januar anberaumten Termin der Hauptverhandlung.' (vgl. 7.9.1970, d.Vf.)
Aus 'Die Tat'

Nazi im Sinne der Mitgliedschaft war er nicht. Jetzt ist er wieder dabei, die Wirtschaft nach den Forderungen der aggressiven Kreise in Wirtschaft und Politik der Bundesrepublik auszurichten.
Abs und Strauß waren vor einigen Wochen in den USA. Zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten, aber in einer gemeinsamen Absicht. Strauß sprach mit Beratern des Massenmörders Nixon über Schritte, um die Entspannung in Europa und die Ratifizierung der von Kanzler Brandt unterzeichneten Verträge von Moskau und Warschau zu verhindern.
Abs sprach im New Yorker Waldorf-Astoria Hotel mit seinen Gesinnungsgenossen. Thema: Eine europäische Währung - Gegengewicht zum Dollar.
Er erklärte, die Geldpolitik müsse sich in zunehmendem Maße an den äußeren Notwendigkeiten orientieren.
Diese 'äußeren Notwendigkeiten' hat Strauß in seinem Buch 'Entwurf für Europa' dargelegt. Neuordnung Europas bis zum Ural, Zurückdrängung des Kommunismus in den Ländern des Ostens, so sehen die 'äußeren Notwendigkeiten' aus, die Strauß und Abs meinen. Es geht also schlicht darum, das alte Hitlersche Ziel von der Beherrschung Europas zu verwirklichen. Der 'Bayernkurier', das Sprachrohr von Strauß, wettert also nicht zufällig gegen die Verträge von Moskau und Warschau. Und wenn in diesem Blatt nach den Reisen von Abs und Strauß besonders scharfe Attacken gegen die Bundesregierung geritten werden, so ist das Ausdruck der Gemeinsamkeit von Strauß und Abs.
Wir meinen, auch diese Tatsachen sollten sich die sogenannten 'Arbeitnehmervertreter' im Aufsichtsrat vor Augen halten. Abs darf nicht zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt werden."

Im zweiten Artikel heißt es:"
FÜHRUNGSLEITSÄTZE ALS MITTEL ZUR ERHÖHUNG DER AUSBEUTUNG UND DES PROFITS VON DEMOKRATIE KEINE SPUR

Die im Konzern propagierten Führungsleitsätze sind nicht das Papier wert, auf denen sie geschrieben sind, dafür sorgen schon eine Reihe der 'Führer', die noch immer im autokratischen Stil denken und handeln.

Die uns allen zugesandten Führungsleitsätze sind nichts anderes als Täuschung und Tarnung, in Wirklichkeit sieht die Sache ganz anders aus. Spätestens in den letzten Tagen wurde allen die Utopie der Führungsleitsätze klar gemacht. Die Konzernspitze hat diese ohnehin nur als Mittel angesehen, die Kollegen einzulullen, ihnen den 'gebührenden' Platz anzuweisen und das Gefühl zu geben, alles sei in demokratischer Form geregelt.

Wie soll denn die empfohlene 'vertrauensvolle' Zusammenarbeit praktiziert werden? Der Rahmen ist doch abgesteckt durch Profitstreben und Rationalisierung zu Gunsten weiterer Profite um jeden Preis. Da jeder Betriebschef bemüht ist, für seinen Bereich so rentabel wie eben möglich zu erscheinen, sind Angelegenheiten der Belegschaft, der Vertrauensleute und des Betriebsrates in den meisten Fällen unangenehme Angelegenheiten.

Das geht so weit, daß selbst Kleinigkeiten zum Problem aufgebauscht werden, weil die Angst vor 'denen da oben' sprichwörtliche Ausmaße hat. Der Dumme ist dabei der Arbeiter, denn durch dieses System der Betriebswirklichkeit ist auch die Eigeninitiative derjenigen eingeschränkt, die sozial eingestellt sind und mehr freie Hand haben möchten. Denn jeder ist zunächst einmal sich selbst der Nächste.

Absolut, autoritär und ohne soziale Empfindung ist die Verhaltensweise des Herrn Haas, Chef der Maschinenbetriebe (ein besonderes Prunkstück bei der Auslegung der Führungsleitsätze) sowie eine Reihe seiner 'Untergebener'.

Hier das Wort Mitarbeiter zu wählen, wäre grotesk. Beispiele zeigen, daß die in jenen Betriebsbereichen arbeitenden Kollegen über Führungsleitsätze und deren demokratische Anwendung nur lachen.

Schon oft ist der Name Haas als Verantwortlicher für Maßnahmen gegen die Belegschaft genannt worden. Seine Untertanen können praktisch keinen Furz tun, ohne daß Herr Haas gefragt, befragt und seinen Segen bis zu geringfügigsten Kleinigkeiten gibt. In der Belegschaft brodelt es. Der Betriebsrat dieses Bereichs, Willi Bruhns, hat aus Protest gegen die Willkürakte des Herrn Haas seinen Rücktritt angedroht.

Wir meinen, nicht Willi Bruhns sollte diese Schlußfolgerung ziehen, sondern die Herren Haas, Schürhoff und andere sollten an einen Platz versetzt werden, wo sie keine Möglichkeiten haben, Belegschaftsmitglieder zu schikanieren."

Der dritte Artikel lautet:"
WIE ES EUCH GEFÄLLT

Wenn es um die Interessen des Unternehmens geht, fragt man nicht nach den Interessen der Arbeiter. Alles Gerede von Partnerschaft ist Nonsens, wenn es den Herrn der Unternehmensleitung in den Kram paßt, wird sie unter den Stiefel genommen.

Als bestes Beispiel dafür gilt das Siemens-Martin-Werk in Hörde. In der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr mußten die Kollegen ZWANGSWEISE ihren Urlaub für 1971 nehmen.

Es ist nicht möglich gewesen, die Kollegen anderweitig zu beschäftigen. Wegen Auftragsmangel, hieß es, könne das SM-Werk nicht arbeiten. Ergo - die Benachteiligten waren die Kollegen, die ihren Urlaub schon für 71 nehmen mußten.

Nun aber, 14 Tage später, ein völlig anderes Bild, das SM-Werk arbeitet wieder mit voller Kraft. An und für sich erfreulich, nur mit dem Unterschied, daß keine Leute vorhanden sind, um einen reibungslosen Ablauf der Produktion zu garantieren.

Was also tun? Grünes Licht für Überstunden und Panzerschichten einführen. So einfach ist das also, auf der einen Seite Zwangsurlaub - auf der anderen Panzerschichten und im Sommerurlaub gehört der Vati nicht der Familie, sondern dem Phönix, denn Zwangsurlaub hatte er ja zu Weihnachten."

Aufgerufen wird zur eigenen Veranstaltung (vgl. 26.1.1971).
In einem weiteren Bericht heißt es:"
DAS GESCHÄFT MIT DER ANGST

In den wöchentlichen Vertrauensleutebesprechungen berichteten die Betriebsräte des Hoesch-Konzerns, wie pessimistisch und ungünstig die Stahlbosse die Wirtschaftssituation 1971 einschätzten. So sicher wie Weihnachten das Lied 'Alle Jahre wieder' auflebt, so sicher präsentiert die Konzernspitze ihre Maßnahmen, die da lauten: Maßhalten - Einsparen - Betriebsdenken - Rationalisieren - Einsparen der Überstunden - Reduzierung der Unternehmerleute - Strenge Handhabung bei Neueinstellungen - Ausschaltung von Fremdfirmen bei Aufgaben, welche auch von Hoesch selbst gemacht werden könnten.

Wenn man diese Linie weiter denkt, kann der zitierte mögliche Konjunkturabrutscher, der ab Mitte 1971 erfolgen soll, zu Kurzarbeit und Entlassungen führen. Ein Rückgang der Stahlproduktion um 10% wird als sicher hingestellt.

Diese Entwicklung paßt genau in den Rahmen der politischen Rechtskräfte, die der Regierung Brandt/Scheel den Gnadenstoß geben möchten, sowie in das Strategie-Konzept des Arbeitgeberverbandes, der gegen soziale und Lohnforderungen der Arbeiter härteste Maßnahmen angekündigt hat. Die siebziger Jahre sollen den Herrschenden dazu dienen, die Position der großen Konzerne im Rahmen Westeuropas weiter auszubauen. Was uns angeht, mit 'Abs-Förderung'.

Wenn wir uns die angekündigte Misere genau betrachten, müssen wir uns fragen, wo sind die Schuldigen zu finden?

Gern möchte man uns Arbeitern die Schuld in die Schuhe schieben, mit der Begründung, unsere Lohnforderungen hätten Preiserhöhungen bewirkt, die in der Endkonsequenz in diese Lage geführt hätte.

Jeder weiß jedoch, daß die Profite der Unternehmer weit schneller steigen als die Löhne und Gehälter, auch ohne Preiserhöhungen und trotz gestiegener Löhne. Preiserhöhungen erfolgen also nur um die Profite noch weiter zu erhöhen.

Diese Entwicklung kann nur durch wirksame Maßnahmen der Arbeiter und ihrer Gewerkschaften und durch die Bundesregierung durch eine entsprechende Besteuerung der Großverdiener gebremst werden.

Wir dürfen uns keinen Sand in die Augen streuen lassen.

Unsere Schlußfolgerung kann nur sein, Kampf um höheren Lohn, Kampf um verbesserte Sozialleistungen."

Berichtet wird auch - in einer letzten Information - von der Delegation aus der SU bei Hoesch (vgl. 15.1.1971) sowie vom Schrottplatz SII*und der Künstlergruppe Rote Nelke Ruhrgebiet.

Ein erster Leserbrief befaßt sich mit den Plänen zur Lohnsteuervorauszahlung (vgl. 10.7.1971):"
Wie war es in der Rundschau (Westfälische Rundschau - WR, d.Vf.) vom 8. Januar zu lesen, 'Arbeitnehmer müssen ein zinsloses Darlehen an den Staat zahlen'. Während die Gesamtsumme der Lohnsteuern um 34, 4% GESTIEGEN ist, SANK die Gesamtsumme der Einkommenstuer um 9, 1%.

Wie lange soll das noch so weiter gehen?
Der neueste Schildbürgerstreich ist doch wohl die geplante Steuererhöhung, die Herr Alex Möller ankündigte.
Nachlassende Konjunktur, besser gesagt Konjunkturbremsung, von den Malochern bezahlt mit dem zinslosen Darlehen (Lohnsteuervorauszahlung), Wegfall der Überschichten, Auslaufen der Lohnsteuervorauszahlung bringen dem Staat weniger Steuern ein.
Müssen jetzt wieder die Arbeiter den Ofen anheizen? Spart im Bundestag an den 'Verteidigungs'-Ausgaben. Dann brauchen keine Steuern erhöht zu werden.

Seht zu, daß im Bundestag die Ostverträge ratifiziert werden, dann könnt ihr den ganzen Rüstungshaushalt auflösen.

Oder will die Regierungskoalition sich allen Ernstes selbst den Ast absägen, auf dem sie sitzt?"

Ein zweiter Leserbrief lautet:"
BETRIEBSRÄTE DROHEN MIT RÜCKTRITT!

Willi Bruhns, bekannt als streitbarer Arbeiterfunktionär (sprich Betriebsrat) trägt sich mit Rücktrittsabsichten! Wieso resigniert ein Mann wie der Kollegen Willi Bruhns? - Denn anders als Resignation kann man die Auslassungen des Kollegen Bruhns nicht deuten.

'Was sind die Gründe?' so fragen sich die Kollegen der Maschinenbetriebe. 'Bekommt er eine hochdotierte Stellung in der Industrie?' - z.B. Generaldirektor! - 'oder etwa in der Politik?' - z.B. Minister! - Könnte natürlich auch sein, daß es mit seiner Gesundheit nicht zum Besten steht.

Nein, Kollegen, diese Vermutungen haben sich als unbegründet erwiesen! Willi hoppelt munter durch das Gelände und ein Senkrechtstarter ist er auch nicht.

Aber Senkrechtstarter haben ihm offensichtlich den letzten Nerv geklaut. In diesem Falle der erst kürzlich zum Oberingenieur und stellvertretendem Direktor der Maschinenbetriebe ernannte Herr Haas!

Worum geht es?

Die Tatsache, daß auch im Jahre 1970 durch Mehrarbeit der Belegschaft hohe Produktionsziffern möglich waren, veranlaßte den Betriebsrat Ansprüche aus dem Tarifabkommen geltend zu machen. Mit der zentralen Sozialleitung wurde eine Vereinbarung getroffen, die so aussah, daß auch den Kollegen der Maschinenbetriebe die nach Schichtplan freien Feiertage (Weihnachten und Neujahr) zu vergüten seien. - Oberingenieur Haas sagte: 'Stop!'

Am 1. Januar sollten die Markenkästen verschwinden. - In der letzten Vollversammlung der gewerkschaftlichen Vertrauensleute sagte der Betriebsratsvorsitzende Albert Pfeiffer, die ganze Angelegenheit müsse um mindestens 4 Wochen verschoben werden, weil die Betriebsleitung der Maschinenbetriebe (Wiegel und Haas) ernste Bedenken habe.

Es sieht so aus, als hätten die leitenden Herren der Maschinenbetriebe es sich zur Aufgabe gemacht, jeden gesellschaftlichen Fortschritt auf der Hütte zu blockieren. - Welche Begründung gibt es hierfür? Sind die Arbeiter der Maschinenbetriebe weniger zuverlässig als die Kollegen anderer Betriebe?

Auch den 'hohen' Führungskräften müßte doch im Laufe der Zeit eingegangen sein, daß wir im Jahre 1971 leben und daß der Herrschaftsanspruch vergangener Zeit längst verlorengegangen ist.

Herr Haas hat seine Rechnung ohne den Wirt (Arbeiter der Maschinenbetriebe) gemacht.
Nachdem die Betriebsräte Willi Bruhns, ertus Majoor und Heinz Brauckhoff ihre Rücktrittsabsichten äußerten, reagierten die Vertrauensleute der Abteilungen sofort und erklärten sich mit ihren Betriebsräten solidarisch. - Was sagt die Belegschaft zu diesem Vorfall?

Aus Gesprächen mit Kollegen der Maschinenbetriebe war klar und eindeutig die Meinung zu hören, daß sie zwar Verständnis dafür hätten, daß die Betriebsräte sauer sind, aber Rücktritt könne der Weisheit letzter Schluß nicht sein. Wenn dieses Beispiel Schule macht, könne beispielsweise jede Führungskraft den Rücktritt des Betriebsrates veranlassen.

Es wird höchste Zeit, so die einhellige Meinung der Kollegen, Herrn Haas klarzumachen, daß die gesamte Belegschaft der Maschinenbetriebe mit allen Konsequenzen hinter ihrem Betriebsrat Willi Bruhns steht.

WILLI BLEIBT !!!"
Q: Heisse Eisen Nr. 1, Dortmund 1971; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

Februar 1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich im Februar ihre 'Heisse Eisen' Nr. 2 (vgl. 18.1.1971, Feb. 1971) heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile eines Teils der Titelseite vorlag, wo es neben dem Einsprengsel "Betriebsratsvorsitzender der Hoesch-Westfalenhütte Albert Pfeiffer und andere Dortmunder Demokraten werden abgehört, ihre Post überwacht" in einzem zentralen Artikel, vermutlich aus der*'UZ', heißt:"
DKP ENTHÜLLT TELEFONABHÖRSKANDAL

VERFASSUNGSSCHUTZ KONTROLLIERT DIE TELEFONE VON GEWERKSCHAFTERN, SOZIALDEMOKRATEN, LIBERALEN, KOMMUNISTEN UND CHRISTEN.

Der Pressesprecher des DKP-Parteivorstands, Georg Polikeit, erklärte zu den mitgeteilten Angaben: 'Die Informationen enthüllen, daß hinter der Fassade scheinba" hier bricht unsere Vorlage leider ab. In der nächsten Spalte heißt es:"
Die Enthüllungen machen erneut die Gefahren für die Freiheit nicht nur der Kommunisten, sondern aller demokratischen Kräfte deutlich, die sich aus der Notstandsgesetzgebung, aus dem Fortbestehen des KPD-Verbots und aus dem sich darauf stützenden Geheimdienstdschungel ergeben.
Um so mehr Anlaß besteht für sie. im Interesse der Sicherung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gemeinsam für Forderungen aktiv zu werden, die die DKP auf innenpolitischem Gebiet bereits in ihrer Grundsatzerklärung aufgestellt hat: Aufhebung aller Notstandsgesetze als einer mit dem Grundgesetz unvereinbaren zweiten Verfassung". Hier bricht unsere Vorlage leider endgültig ab.
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 21

Februar 1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Feb. 1971, 1.3.1971) heraus, die uns nur auszugsweise vorlag. Im Leitartikel heißt es:"
DER VERNUNFT EINE GASSE - ENDLICH RATIFIZIEREN!

Die Unterschrift Willy Brandts auf dem Moskauer Vertrag ist seit 5 Monaten getrocknet, doch von der Ratifizierung, also von der Inkraftsetzung des Vertrages, ist in Bonn noch kaum die Rede. Ein guter Vertrag, er sichert den Frieden, wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der größten Macht Europas und der Welt, mit der Sowjetunion (SU, d.Vf.). Nun macht man die Ratifizierung von Westberlin abhängig und die CDU/CSU ist hocherfreut, ob dieser 'Gemeinsamkeit' mit Brandt.

Von Westberlin steht nichts im Moskauer Vertrag. Kein Wort. Dennoch haben Sowjetunion und DDR klar gesagt: laßt uns eine vernünftige Westberlinregelung treffen. Wie sieht die aus?
Westberliner können in die DDR reisen, der Transitverkehr von und nach Westberlin wird geregelt, Telefonverbindungen werden ausgeweitet. Alles ist möglich, wenn darüber mit der DDR verhandelt wird. Das schlägt die DDR durch Ministerpräsidenten Stoph vor.

Doch aus Bonn reisen CDU- und CSU-Vertreter nach Westberlin, SPD- und FDP-Politiker folgen, man tut so, als ob an der Spree Bundesrepublik wäre. Das ist aber nicht so. Warum sonst Viermächtegespräche in Westberlin?

Weil Westberlin zwar wirtschaftliche Bindungen zur Bundesrepublik hat - es soll sie ruhig behalten - aber kein Bundesland ist.

Darum ist eine Westberlinregelung nur mit Zustimmung der DDR möglich und nur unter Verzicht auf den Mißbrauch von Westberlin als Unruheherd. Wer sich einer solchen Regelung widersetzt, ist nicht an Entspannung interessiert, der verstößt gegen Inhalt und Geist des Moskauer Vertrages, der kippt Wasser auf die Mühlen der CDU/CSU, der hilft Strauß und Barzel.

In Bonn tut man so, als sei die Ostpolitik allein Sache der Politiker. Das stimmt nicht. Arbeiter und ihre Familien haben es auszubaden, wenn eine Politik des kalten Krieges geschürt wird. Arbeiter aber haben auch Vorteile von der Entspannung, vor allem von einer Friedenssicherung in Mitteleuropa. Die Ratifizierung des Moskauer Vertrages, die Anerkennung der DDR und eine dem Frieden dienende Westberlinregelung würden der arbeitenden Bevölkerung in unserem Lande guttun. Darum liegt es mit uns, der Vernunft eine Gasse zu bahnen. Das heißt: Die schnelle Ratifizierung des Moskauer Vertrages zu verlangen. Es ist höchste Zeit!

DIE VERTRÄGE VON MOSKAU UND WARSCHAU SOFORT RATIFIZIEREN!"

In einem weiteren Artikel heißt es:"
DER LOHNEMPFÄNGER KANN WARTEN

COMPUTER VORRANGIG ZUM AUSRECHNEN DER PRODUKTION UND DER PROFITE -

Kollegen, das geht nicht länger gut. Die Lohnzahlungstermine sind trotz Computereinsatz, trotz intensiver Mehrarbeit - sprich Ausbeutung der Lohnkassen-Kollegen - bis in die Mitte des Monats gerückt. Kein Mensch kann das verstehen. Da nützt es nichts, wenn der Betriebsrat diese Maßnahmen zu erklären versucht. Er ist in einer schwierigen Lage.

Aber wozu das? Mit Recht sagen die Kollegen, wir müssen pünktlich unsere Arbeit machen, wir wollen pünktlich unser Geld. Das ist nicht mehr als recht und billig. Hoffentlich ist die angestrebte 'garantierte Monatsfestlöhnung' ein Ausweg.

Kollegen, was ist nicht alles möglich: Mondflüge, Mondautos, Telefon- und Postkontrolle - aber bei der Lohnzahlung, da guckt man in den Mond.

Auch die jetzige Urlaubsregelung entspricht den Interessen der Kollegen!

Die Urlaubsregelung ist gegen Halsstarrigkeit und Widerstand zumindest aus der bisherigen starren Anwendung mit teils unmöglichen Wartezeiten verändert worden. Die Sommermonate sind etwas mehr berücksichtigt, aber der letzte Schrei ist es nicht. Der Urlaub sollte nach Gesetz an einem Stück genommen werden. Wohl fühlt sich kein Kollege, kein Vertrauensmann und Betriebsrat im Augenblick. Letztenendes wickelt sich noch alles im Interesse des Konzerns ab. Was aber vermißt wird, ist die Hilfe der Experten der IG Metall bei der Entwicklung von annehmbaren Urlaubsplänen, zumal es die Planung zuläßt, daß ein Kollege 18 Monate keinen Urlaub hat und dann innerhalb eines Jahres zweimal Urlaub bekommt. Wie sollen wir das bezahlen? Der Brotkorb hängt auch so schon hoch genug."

Im letzten uns derzeit vorliegenden Artikel heißt es:"
FÜR GITTER WAR UND IST GELD DA - FÜR SOZIALEINRICHTUNGEN SELTEN?

In der Rundschau (Westfälische Rundschau - WR, d.Vf.) vom 3.2.1971 war unter anderem in dem Artikel 'Gitter nehmen Sportplatzrowdys den Wind aus den Segeln' zu lesen: 'Die Stahlmatten spendet, wie die Rundschau erfuhr, die Hoesch AG.' Normalerweise würde ich über diese Sache der Hütte, auf diese Weise Reklame zu machen, kein Wort verlieren. Aber untersuchen wir. Wer erzeugt diese Stahlmatten? Hier sind doch wohl irgendwie alle Kollegen beteiligt, auch die Kollegen des Schrottplatzes! 'Heiße Eisen' Nr. 1/71 (vgl. 18.1.1971, d.Vf.) berichtete ausführlich darüber, wie schwierig es ist, dort einen Regenunterstellraum zu schaffen. Erst jetzt wird dort endlich eine Bude aufgestellt, nachdem auch der Betriebsleiter die Unhaltbarkeit der dortigen Zustände eingesehen hat und sich stark für die Verwirklichung des Projektes einsetzte. Aber ich wollte auf etwas anderes hinaus. Ganz kurz: auf der einen Seite jahrelanger Kampf - endlich die Genehmigung - plötzlich Sparmaßnahmen - alles gestrichen - und nur mit Beißen und Kratzen Teilerfolg. Auf der anderen Seite: Samstag - Krawall im Stadion - Mittwoch - Hoesch spendet Stahlmatten. Ein Federstrich genügt! Und hier, Kollegen, beginnt die Sauerei. Wie heißt es doch immer so schön? 'Im Mittelpunkt steht der Mensch'. Aber die Praxis beweist, der Kumpel ist in den Augen der Unternehmer ein Stück Dreck und nur soweit interessant, wie er zur Erringung des Profits benötigt wird.

Dankeschön."
Q: DKP BV Ruhr-Westfalen: DKP Betriebszeitungs-Pressespiegel (Nr. 1), Essen O. J. (1971)

01.03.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Feb. 1971, 8.3.1971) mit 10 Seiten DIN A 4 heraus. Der Leitartikel ist in Form einer Tabelle gehalten, wobei links unter der Überschrift "Unternehmerseite" diverse Zeitungsnotizen über Dividenden und steigende Aktienkurse der Hoesch AG nachgedruckt werden, während es rechts heißt:"
ARBEITERSEITE

Totaler Abbau der Überstunden Rigoroses Absinken der Lohnsumme bei gleichbleibenden Produktionsziffern Lohnverluste zwischen 100 bis 400 DM monatlich Sparmaßnahmen im gesamten sozialen Bereich Fortführung der Fusionsverhandlungen mit Hoogovens in Holland (Niederlande, d.Vf.) hinter dem Rücken des Betriebsrates und der Hüttenbelegschaften Zum 100. Jubiläum von Hoesch AG fette Brocken für Aktionäre, Brosamen für die Belegschaften Preistreiberei auch im Hoesch-Bereich als Mittel zum Abbau der Massenkaufkraft"

Diese für die Arbeiter eindeutig negative Bilanz haben auch jene Arbeitervertreter im Aufsichtsrat der Hoesch Hütten AG mit zu verantworten, die ihre Stimme für Abs als Vorstandsvorsitzenden abgaben, u.a. Ministerpräsident Heinz Kühn (SPD, d.Vf.) und der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Dortmund, Karl-Heinz Troche (vgl. 15.1.1971, d.Vf.). …

WAS IST NUN ZU TUN:

Unsere Bilanz beweist: Gestern wie heute besteht die Aufgabe der Top-Manager darin, den Profit zu steigern, den immer weniger werdenden Besitzern der Produktionsmittel die Bankkonten zu steigern und damit deren Macht zu ergrößern. Ales Gerede von sozialer Symmetrie, von Konsumgesellschaft usw. ist leeres Gerede. Wir können unseren Anteil am Ergebnis der Produktion nur verändern, wenn wir darum kämpfen.

Die Lohnerhöhungen des Jahres 1970 sind durch die Preislawine aufgefressen. Die Lohnsumme sinkt, die Produktionsziffer ist konstant, die Aktien steigen, also ist unsere Arbeitsleistung größer geworden. Für mehr Leistung muß mehr Lohn gezahlt werden, und zwar sofort! Nur wenn wir die Sprache des Kampfes sprechen, wird Abs das Fürchten lernen! Lehren wir es ihn nicht, wird er es uns lehren, dafür bietet uns seine Vergangenheit die beste Gewähr.

DEN AKTIONÄREN WENIGER DIVIDENDE, MEHR GELD IN UNSERE HÄNDE!"

Eingegangen wird auch - aus Sicht von Hoesch - auf die Klausurtagung der IGM (vgl. 5.1.1971). Aufgerufen wird zu einer Veranstaltung und Demonstration für Rosa Luxemburg und Angela Davis am 5.3.1971, zu der der Parteivorstand (PV) der DKP aufruft.

Eingegangen wird auch auf die Milchpreiserhöhung (vgl. 1.2.1971), die Fusion mit Hoogovens (vgl. 13.2.1971), die Schulung bei Phoenix durch die IGM (vgl. Feb. 1971) und die eigene Betriebsgruppe (vgl. Feb. 1971), das BVG, die Führungsgrundsätze und, mit Hilfe der 'UZ' auf den Lohnkostenanstieg.

Weiter heißt es:"
TEUERUNGSZULAGE (TZL, d.Vf.) vollauf berechtigt und möglich Gute Bilanz 1970

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die 'Westfälische Rundschau', innerhalb von 6 Wochen sei der Wert der 50 DM Aktie Hoesch von 62 DM auf 87 DM gestiegen. Ist das außer dem Sonderbonus und 12% Dividende gar nichts? Die Belegschaft soll anläßlich des 100jährigen Bestehens der Hoesch AG im September 1971 laut Konzernvorstand 100 DM bis 250 DM bekommen. Beschämend!"

Aufgerufen wird:"
PROTEST GEGEN DIE FAHRPREISERHÖHUNG

STOP DER PREISLAWINE AUS DEM RATHAUS

Die Stadtwerke Dortmund (zu 100% im Besitz der Stadt) erhöhten ab 1.3.1971 auf unverschämte Art und Weise die Fahrpreise bis zu 40%. Die Fahrt zur Arbeit bei Karl Hoesch, wo der Kollege seinen Lebensunterhalt und die Profite der Unternehmer erarbeitet, wird teurer. Die Einkaufsfahrt ins Stadtzentrum, von der die großen Warenhauskonzerne profitieren, ebenfalls. Das alles auf Beschluß eines Aufsichtsrates, der im wesentlichen aus bekannten Dortmunder SPD-Funktionären und Beamten zusammengesetzt ist. Man fragt sich, wieso.

Die Stadtwerke haben 40 Millionen DM Defizit - sagt man! Das mag ja sein, aber wieso soll das der kleine Mann bezahlen? Kommen eigentlich die Verantwortlichen nicht auf die Idee, daß die fehlenden Finanzen da erstritten werden müssen, wo sie ungerechter- und ungerechtfertigterweise verschwinden, nämlich in den Riesengewinnen der Konzerne einerseits und vom Staat, der seit eineinhalb Jahrzehnten für eine wahnsinnige Rüstung Milliarden verpulvert andererseits? Aufgrund manipulierter Gesetze werden den Gemeinden Millionenbeträge vorenthalten, die sie aber dringend brauchen.

Was die Verantwortlichen nicht begreifen, trieb die Hüttenarbeiter auf die Barrikaden. Sie wollten mit einer Roten-Punkt-Aktion, wie vorher auch schon in anderen Städten praktiziert, die Stadtwerke in die Knie zwingen. Diese Tatsache rief gleichermaßen verschiedene Potenzen der Stadtverwaltung, der SPD und der SPD-Gewerkschaftsführer auf den Plan. Roter Punkt in Dortmund - das kann und darf nicht sein. Wir können doch nicht zulassen, daß die organisierten Arbeiter gegen unsere eigenen Rathausritter demonstrieren! Doch die Hüttenwerker ließen nicht locker und machten munter weiter. Da dachte der IG Metall-Boß Troche, da müssen wir 'mitmachen', sonst geht es so wie damals im September 1969, als wir nicht mitmachten und es ein voller Erfolg wurde. Nun wurde flugs überlegt, die Aktion Nahverkehr bot sich als Ausweg an, und mit den Worten 'Wir werden diese Aktion nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützen', gings hinein. Genau wie damals mit den Initiativausschüssen gegen die Notstandsgesetze. Proteste im Saal ja - aber auf der Straße - in Dortmund - dann lieber in Düsseldorf beim Kühn.

Ist die Fahrpreiserhöhung überhaupt ein Selbstschuß ins Tor der Rathauspartei, so wird er kompliziert dadurch, daß jetzt diejenigen aktiv werden, die zwanzig Jahre lang eine Politik der Restaurierung des Kapitals, des Militärs und der Aggression betrieben haben.

Wir fordern mit den Hüttenwerkern: Runter mit den Fahrpreisen! Abschaffung der Mehrwert- und Mineralölsteuer für die Verkehrsbetriebe! Drittelung des Steueraufkommens zwischen Bund, Land und Gemeinden! Beschneidung der Profite jener Konzerne, welche die Verkehrsmittel herstellen - oder Roter Punkt.

Denn wer den Konzernen nichts nimmt, kann den Arbeitern nichts geben!"
Q: Heisse Eisen Unternehmerseite Arbeiterseite, Dortmund O. J. (1971)

08.03.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 1.3.1971, 26.4.1971) mit zwei Seiten DIN A 4 und einem für Dortmund zentralen Text zu den Fahrpreiserhöhungen heraus.
Q: Heisse Eisen Extrablatt Kollegen - Reiht Euch ein, laßt die Jugend nicht allein!, Dortmund O. J. (März 1971); DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 11

26.04.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP laut KPD/ML-ZB spätestens in dieser Woche ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 8.3.1971, 1.7.1971) heraus, welches textgleich mit Extrablättern der DKP-Zeitungen auf den Zechen Hansa (vgl. 26.4.1971) und Minister Stein sei.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 35, Bochum 8.5.1971, S. 9f

01.07.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich heute oder morgen ihre auf Juli datierte 'Heisse Eisen' (vgl. 26.4.1971, 7.7.1971) mit 8 Seiten DIN A 4 heraus.
Im Leitartikel heißt es:"
LOHNFORDERUNG JETZT AUFSTELLEN

Schon im Dezember 1970 verkündete der Bundesverband der Arbeitgeberverbände (BDA), daß Tariferhöhungen nur bis zu einer Grenze von 6, 5% erfolgen dürften. Der BDA wies die Unternehmer an, sich auf harte Konflikte einzustellen. Offenbar geht der BDA davon aus, daß die ständigen Versuche von Unternehmerverbänden, Bundesregierung und einer Anzahl einflußreicher Gewerkschaftsfunktionäre, die Arbeiter und Angestellten auf eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6, 5% festzulegen, erfolglos bleiben. Darum die Politik des 'Zuckerbrotes' in Form von Angeboten zur 'Zusammenarbeit von Regierung, Gewerkschaften und Unternehmern' einerseits und die Politik der 'Peitsche' wie sie die Unternehmer und der Staat im Lohnkampf unserer Kollegen in der Chemie-Industrie anweden. Mit Polizeiterror, Arbeitsgerichtsprozessen, Meinungsmanipulation und sogar Ausschluß von Chemieunternehmern aus dem Arbeitgeberverband der Chemie-Industrie (weil sie Haustarifverträge mit mehr als 6, 5% Lohn- und Gehaltserhöhung abschlossen) versuchen die Konzerne ihren Willen durchzusetzen. Die Stahlarbeiter sind also gut beraten, wenn sie sich gründlicher als je zuvor auf die kommende Lohnauseinandersetzung vorbereiten.

Wir - die Mitglieder der DKP-Betriebsgruppen der Hoesch AG - behaupten 15% Lohn- und Gehaltserhöhung sind notwendig, berechtigt und erfüllbar. Angesichts der laufenden Preissteigerungen für alles was die Hauptaufgaben der Arbeiter- und Angestelltenfamilien ausmacht, müßten wir etwa 6, 1% Lohn- und Gehaltserhöhung bekommen, um allein die bisherigen Preiserhöhungen aufzufangen. Die Zielprojektion des DGB sieht für die Erhöhung des Einkommens der Arbeiter und Angestellten 10, 4% vor. Allein aus dieser Rechnung ergibt sich eine Forderung, die über 15% liegt. Eine solche notwendige und berechtigte Forderung ist erfüllbar, wenn sich die Arbeiter und Angestellten einheitlich und geschlossen für die Durchsetzung dieser Forderung einsetzen. Die Konzerne und ihre Vertreter werden solch eine Forderung natürlich als 'selbstmörderisch', 'unverantwortlich' und 'illusionär' bezeichnen, aber das ist doch verständlich, schließlich gibt es eben keine gemeinsamen Interessen zwischen den Unternehmern und den Arbeitern und Angestellten. Darum gilt es sofort mit der Organisierung des Lohnkampfes zu beginnen. Geschenkt wird den Arbeitern und Angestellten nichts. Wer seinen sozialen Status erhalten und ausbauen will, muß kämpfen."

Berichtet wird von den Teilbelegschaftsversammlungen im Werk Phoenix (vgl. Juni 1971), der Jugendvertretung Westfalenhütte (vgl. 29.6.1971), von der (Nicht-) Aufstellung der Tarifforderung auf der Westfalenhütte (vgl. 11.6.1971, 15.6.1971) und der Wahl von Abs zum Präsidenten des europäischen Unternehmerbundes (vgl. Juni 1971). Verbreitet wird auch ein Artikel der Initiativgruppe des MSB Spartakus Dortmund, zum BAFöG (vgl. 24.6.1971), zu dem es heißt, diese habe um den Abdruck gebeten:"
Da wir der Meinung sind, daß die arbeitende und studierende Jugend gleichermaßen an einem fortschrittlichen Bundesausbildungsförderungsgesetz interessiert ist, haben wir der Bitte gern entsprochen."

Aus den eigenen Betrieben wird berichtet:"
SO WERDEN PROFITE GEMACHT

Im Jahre 1963 lief auf dem Werk Phoenix das neue Blasstahlwerk an. Von dem Zeitpunkt ab produzierten 400 Arbeiter in der gleichen Zeit die gleiche Menge Stahl wie vorher 1 100 Arbeiter. Für die 400 Kollegen wurde ein Festlohn vereinbart, ausgehend von einer Monatsproduktion von ca. 100 000 Tonnen. Die Begründung war, daß bei einem Absinken der Produktion dann die Löhne nicht sinken würden. So weit so gut. Mittlerweile aber stieg die Produktion im Blasstahlwerk um das 3-fache. Zwar ist noch ein Konverter gebaut worden, aber das allein hat nicht den Ausschlag für die Erhöhung der Produktion gegeben. Entscheidend ist die Leistungssteigerung der Kollegen. Diese Leistungssteigerung ist bisher nur bei den Unternehmern zu Buche geschlagen. So etwas hat Karl Marx als Steigerung der Ausbeutung bezeichnet. Gegenwärtig wird eine neue Stranggußanlage gebaut in der 50 000 bis 70 000 Tonnen Stahl vergossen werden sollen. Diese 50 bis 70 000 Tonnen müssen zusätzlich zu der gegenwärtigen Produktion im Blasstahlwerk erzeugt werden. Und zwar mit der gleichen Belegschaftsstärke und dem gleichen Lohn. Ein zusätzliches Geschäft soll dadurch erfolgen, daß die Arbeitsplätze in der Stranggußanlage durch solche Kollegen besetzt werden, deren Arbeitsplätze durch Automatisierung wegrationalisiert wurden. Das ist eine weitere Steigerung der Ausbeutung. Damit nicht genug, der Profit wird ein weiteres Mal erhöht durch den 'technischen Fortschritt'. Durch den Bau der Stranggußanlage wird der Weg des Stahls zum Konverter bis zur Bramme von ungefähr 12 Arbeitsvorgängen auf 4 Arbeitsvorgänge verkürzt. Das alles sollte für die nächste Tarifrunde mit ins Feld geführt werden. Oder soll der technische Fortschritt nur zur Erhöhung des Profits dienen?"
Q: Heisse Eisen Lohnforderung jetzt aufstellen, Dortmund Juli 1971; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 15

05.07.1971:
Die DKP bei Hoesch Dortmund gibt vermutlich heute eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 1.7.1971, 19.7.1971) heraus:"
CHEMIE-ERGEBNIS WARNT:

KONSEQUENTE KORREKTUR DER VERTRAUENSMÄNNER VOLLVERSAMMLUNG (vgl. 15.6.1971, d.Vf.) IST NOTWENDIG 15% UND ÖFFNUNGSKLAUSEL

Das Ergebnis in der Tarifauseinandersetzung im Chemiebereich (CTR - vgl. 3.7.1971, d.Vf.) beweist, daß jede Verzögerung in der Aufstellung der Lohnforderung nur von Schaden für die Belegschaften der stahlerzeugenden Betriebe sein kann. Es kommt jetzt darauf an, eine konkrete Forderung zu konzipieren, mit der Gesamtbelegschaft zu diskutieren und bis zum letzten Belegschaftsmitglied eine einheitliche Front zur Durchsetzung der Forderung zu organisieren. Es gilt zu beweisen, daß es nicht so ist, wie vorlaute Schreier behaupten (hiermit dürften die KPD/ML-ZB und die KPD/ML-ZK gemeint sein, d.Vf.), daß das Vertrauensverhältnis zu einer Reihe von betrieblichen Gewerkschaftsfunktionären unüberbrückbar zerstört ist, daß eine beharrliche Diskussion Korrekturen möglich macht. Nur diejenigen, welche keine Basis im Betrieb besitzen, die Verwirrung in die Belegschaften tragen wollen, die meinen, daß sich der Kampf der Arbeiter gegen die Gewerkschaften zu richten hat, die allen Ernstes behaupten, daß der Feind der Arbeiterklasse vorrangig in den Gewerkschaften und in der SPD und nicht im Rechtskartell zu suchen ist, dessen Bestandteil auch die CDU/CSU ist, kommen zu solchen Behauptungen. Dabei bemerken sie nicht einmal, daß sie mit solchen Behauptungen den Feinden der Arbeiterklasse direkt in die Taschen wirtschaften.

Böse Zungen behaupten, 'daß Abs und Harders hinsichtlich solcher Schreibereien Freudentänze aufgeführt haben sollen'. Wir meinen, daß es an der Zeit ist zur Tagesordnung über zu gehen und fundamentierte Vorschläge zu diskutieren, auf deren Grundlage Belegschaftsbeschlüsse zu organisieren damit den Unternehmern klar wird, daß wir nicht gewillt sind die Bäume der Milliärdäre in den Himmel wachsen zu lassen. Daran darf auch die Tatsache nichts ändern, daß mit großem Aufwand ein Investitionsprogramm für den Hoeschbereich popularisiert wird. (Die vorletzte Ausgabe (lag uns bisher leider nicht vor, d.V*.) beschäftigte sich ausführlich mit diesem Problem. Dieses Investitionsprogramm wird sicherlich von den Verantwortlichen noch dazu benutzt werden, die Hoescharbeiter hinsichtlich der Lohnforderungen unter Druck zu setzen. Es sei hier noch einmal klar herausgestellt: Zwischen den Lohnforderungen der Arbeiter und Angestellten und den Mitteln für die Investitionen gibt es keinen Zusammenhang. Die Lohnforderungen sollen nichts aus dem Investitionsfonds, sondern aus den gestiegenen Profiten der Unternehmer finanziert werden. In diesem Zusammenhang sei nochmals dran erinnert, daß auf der letzten Aktionärsversammlung (vgl. 15.4.1971, d.Vf.) von 20% möglichen Dividenden 14% an die Aktionäre gingen und 6% für Investitionen eingeeist wurden.

Wir schlagen deshalb unseren Kollegen aller drei Hoeschbetriebe folgende Forderungen zur Diskussion vor:
1. Vorweganhebung aller Löhne und Gehälter um 6%. Das entspricht der Preissteigerungsquote seit der letzten Tarifrunde.
2. Die lineare (Pfennig) Anhebung aller und Gehälter um 0, 75 DM pro Stunde.
3. Die Vereinbarung einer Öffnungsklausel welche wirksam wird, wenn während
der Laufzeit des Abkommens die Preise um mehr als 1% steigen. Für den innerbetrieblichen Bereich zusätzlich: Wenn die Profite erhöht werden. Wenn die Produktion ohne Mehreinsatz von Personal gesteigert wird, werden sofort Lohnverhandlungen aufgenommen.

Im Ergebnis der Belegschaftsversammlungen auf der Westfalenhütte (vgl. 8.7.1971, d.Vf.) und den anderen Hoeschbetrieben müßten solche klaren Belegschaftsbeschlüsse gefaßt und organisiert verteidigt werden. Nur so kann ein solch miserables Ergebnis wie im Chemeibereich verhindert werden."

Berichtet wird auch von den Kohlenpreisen der RAG (vgl. 25.6.1971) und dem Kampf gegen den BVG-Entwurf, der geführt wurde von der DruPa bundesweit (vgl. Mai 1971) und in NRW (vgl. 8.5.1971), in Niedersachsen in Göttingen (vgl. 3.6.1971), von der DGB-Jugend bundesweit (vgl. Juni 1971) sowie in Baden-Württemberg (vgl. 6.6.1971) und NRW (vgl. 6.6.1971):"
In Betrieben und Lehrwerkstätten beginnt sich der Widerstand zu formieren. Junge und ältere Kollegen wissen: komt der Regierungsentwurf durch, wird die Unternehmervorherrschaft in den Betrieben stabilisiert. Fortschrittliche Ansätze sind im Regierungsentwurf nicht zu finden, sondern im Entwurf des DGB. Deshalb muß in den Betrieben der Widerstand entwickelt werden. Auch die sozialdemokratisch geführte Bundesregierung (SPD, d.Vf.) gibt den Arbeitenden nur so viel, wie sie sich selbst erkämpfen."

Berichtet wird auch von der IGM-Vertrauensleutevollversammlung bei Phoenix (vgl. Juni 1971) und der Vertreterversammlung der IGM Dortmund (vgl. Juni 1971).
Q: Heiße Eisen Chemie-Ergebnis warnt, Dortmund O. J. (1971)

19.07.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 5.7.1971, 30.7.1971) heraus:"
SKANDAL BEI DER BUNDESWEHR!

Rüdiger Raguse, Hüttenarbeiter der Hoesch Westfalenhütte, z.Zt. Pionier bei der Bundeswehr in Lübeck, wegen Teilnahme an Mai-Demonstration des DGB in Dortmund zu 14 Tagen Arrest verurteilt (vgl. 13.7.1971, d.Vf.). Belegschaft der Westfalenhütte protestiert in einem Brief (vgl. 8.7.1971, d.Vf.) bei Minister Schmidt (SPD), gegen Verbot für Soldaten an Mai-Demonstration teilzunehmen.

Die Betriebsgruppe der Deutschen Kommunistischen Partei - DKP - bei den Hoesch Hüttenwerken, möchte mit diesem Extrablatt die Dortmunder Bevölkerung darauf aufmerksam machen, welche Praktiken bei der Bundeswehr geübt werden. Das in diesem Extrablatt enthaltene dokumentarische Material (der Solidaritätsbrief und die Disziplinarverfügung, d.Vf.) beweist: auch unter der Führung des sozialdemokratischen Verteidigungsministers Helmut Schmidt bleibt die Bundeswehr ein Instrument des Antikommunismus, dazu gedacht, im geeigneten Moment den 2. Weltkrieg - der laut Strauß noch nicht beendet ist - im Nachhinein zu gewinnen. Auch unter Schmidt wird der antidemokratische und antigewerkschaftliche CDU-Drill in der Bundeswehr fortgesetzt, um die jungen Soldaten auf den 'Inneren Notstand' vorzubereiten, d.h. in Anwendung der Notstandsgesetze gegen Demonstranten und Streikende einzusetzen. Um dieser Gefahr zu begegnen, ist es u.a. notwendig, den Soldaten demokratische und gewerkschaftliche Rechte zu gewähren. Wir rufen auf: schließen Sie sich dem Protest der Belegschaft der Westfalenhütte an, fordern sie von Bundesminister Schmidt: Freiheit für Rüdiger Raguse, demokratische und gewerkschaftliche Rechte für Angehörige der Bundeswehr."
Q: Heisse Eisen Extrablatt Skandal bei der Bundeswehr!, Dortmund O. J. (1971); DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 21

30.07.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 19.7.1971, 9.8.1971) mit zwei Seiten DIN A 4 zu ihren Thesen mit einem zentralen Text zur heutigen Dortmunder Veranstaltung über die Thesen heraus.
Q: Heisse Eisen Extrablatt DKP kontra Großkapital für Frieden demokratischen Fortschritt und Sozialismus, Dortmund O. J. (30.7.1971)

09.08.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse´Eisen' (vgl. 30.7.1971, 16.8.1971) mit einem vierseitigen Extrablatt heraus, in dem sie unter der Schlagzeile "Klar formulierte Forderungen aufgestellt! 475 Westfalenhütte-Vertrauensleute fordern:" kommentarlos Beschlüsse der IGM-Vertrauensleutevollversammlung der Hoesch Westfalenhütte (vgl. 6.8.1971) sowie der Jugendvertretung Westfalenhütte (vgl. 28.7.1971) abdruckt und auch noch die Entlassung des Hoesch-Kollegen Rüdiger Raguse aus der Bundeswehr in Lübeck (vgl. 5.8.1971) meldet.

Die KPD/ML-ZB meint dazu:"
D'K'P FÜHRER UNTERSTÜTZEN LINKE MANÖVER …

In ihrer Haltung zu den Manövern der 'linken' Sozialdemokraten entlarven sich die D'K'P-Führer deutlich als Agentur der Sozialdemokratie:

Auf der Hoesch-Westfalenhütte unterstützen sie voll das Manöver des V-Leutekörpers, der plötzlich, nachdem er mehrere Male versucht hatte, die 15%-Forderung zu verhindern, sie selbst aufstellte. Die Revisionisten drucken den Beschluß des V-Leutekörpers in ihrer Betriebszeitung 'Heiße Eisen' unter der Überschrift 'Klarformulierte Forderungen aufgestellt!' in vollem Wortlaut ohne jeden Kommentar ab! Die KPD/ML auf der Westfalenhütte hatte diesen Trick der V-Leute klar enthüllt als Täuschungsmanöver, das die Kollegen verwirren und einschläfern sollte.
(…)
Noch vor einigen Wochen hatten die D'K'P-Führer in ihrem 'Heißen Eisen' erklärt, daß 'das Vertrauensverhältnis zu einer Reihe von betrieblichen Gewerkschaftsfunktionären' nicht 'unüberbrückbar zerstört ist' und eine 'beharrliche Diskussion Korrekturen möglich macht'. Diese Propaganda für die Gewerkschaftsführer hatten sie mit der Hetze gegen die KPD/ML verbunden, indem sie die genossen der Betriebsgruppe als 'vorlaute Schreier' und ähnliches bezeichneten (…). Nachdem ihre Theorie von den sozialdemokratischen Gewerkschaftsfunktionären mit der Ablehnung der 15%-Forderung durch die V-Leute ganz offensichtlich baden gegangen war, schwiegen sich die D'K'P-Führer aus. Ihr nächstes 'Heißes Eisen' erscheint erst jetzt, über einen Monat danach.

Diese Betriebszeitung ist ein ganz offensichtlicher Versuch, die Arbeiter über die 'linken' Sozialdemokraten an die SPD-Führer zu binden und vor allem die fortschrittlichen Kollegen von der KPD/ML abzuhalten."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 61, Bochum 14.8.1971, S. 4f; Heisse Eisen Extrablatt Klar formulierte Forderungen aufgestellt!, Dortmund O. J. (1971);DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 25

16.08.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 9.8.1971, 23.8.1971) mit 8 Seiten DIN A 4 heraus. Im Leitartikel heißt es:"
HARDERS UND CO. MAL SO MAL SO!
BEI DEN DIVIDENDEN DICKE BROCKEN - BEI LOHNERHÖHUNG KASSEN TROCKEN

'Heisse Eisen' berichtete in der letzten Ausgabe ausführlich über die Panikmache der Unternehmer.
Auch in der letzten Aufsichtsratssitzung waren diese Töne zu hören. Herr Fischer vom Vorstand berichtete über die Ertrags- und Finanzlage der Hoesch AG. Dort war u.a. zu hören, daß in den ersten 7 Monaten des Geschäftsjahres 71 einige 10 Millionen in 'Rot' ausgewiesen werden. Für die Neuinvestitionen L.D. Stahlwerk und Hochofen sei die Finanzlage noch nicht abschließend geklärt.
Wir fragen, was soll das? Soll den Kollegen Angst gemacht werden, damit sie sich bei der nächsten Lohnrunde stabilitätsbewußt zeigen? Wir glauben ja; denn die Aussage des Herrn Harders auf der letzten Aktionärsversammlung am 15.4.1971 steht der des Herrn Fischer entgegen. Harders sagte dort: 'Wir haben ein gutes Geschäftsjahr hinter uns (69/70). Wir werden langfristig gesehen weiterwachsen.'
Derselbe Herr Fischer, der jetzt von roten Zahlen spricht, sagte auf der gleichen Aktionärsversammlung: 'Wir stehen an der Schwelle des zweiten Jahrhunderts unserer Hoesch-Geschichte, wir sind für die großen vor uns liegenden Aufgaben ausreichend gerüstet. Unsere Bilanzstruktur ist gut, abgesehen von dem Schönheitsfehler der geringen Eigenkapitalausstattung. Dieses ist wie bei den meisten großen deutschen Gesellschaften historisch begründet.'
So sieht es aus. Wir wachsen weiter. Die Bilanz ist gut. Für die Aktionäre natürlich, für uns, die wir vor der nächsten Tarifrunde stehen, bleiben nur Krokodilstränen übrig.

Wir meinen, daß es in diesem Zusammenhang notwendig ist, auf folgende Tatsachen hinzuweisen. Nach der letzten Sitzung der konzertierten Aktion Anfang Juni 1971 (vgl. 4.6.1971, d.Vf.), auf der alle Teilnehmer erklärten: Sie wollen in voller Eigenverantwortung auf Unternehmer und Gewerkschaften einwirken mit dem Ziel, daß alle Beteiligten sich an den Notwendigkeiten einer Phase der Konsolidierung orientierten. O.A. Friedrich, Präsident der Arbeitgeberverbände, erklärte hierzu: 'Bei weiteren Lohnsteigerungen wird die Investitionslust der Unternehmer sinken.'
Hier also liegt der Hase im Pfeffer: Wenn die Arbeiter zu hohe Lohnforderungen stellen, haben die Unternehmer keine Lust zu investieren. Was den Hoesch-Bereich angeht, kann man nur fragen: Ist unser Werk - sind unsere Arbeitsplätze in Gefahr?
So und nicht anders muß einem zumute sein, wenn man das seit 100 Jahren alte Geschrei der Unternehmer hört, wir gehen an den Löhnen und Gehältern kaputt. Mittlerweile zählt Hoesch 56 000 'lohn- und gehaltsraubende' Belegschaftsmitglieder. Bei einer Höchstauslastung der vorhandenen Kapazität von 585 000 To. und einem Unterbestand an Belegschaft von 1 200 Mann bei den Hoesch-Hüttenwerken wurde bei gleichen Lohnanteilen zu Lasten der Stammbelegschaft oben angeführte Erzeugung durchgesetzt.
Als sich die Produktion nach und nach auf 520 000 To. einpendelte, begannen die Unternehmer in voller Breitseite die kommende Lohn- und Gehaltsauseinandersetzung in Presse, Rundfunk und Fernsehen mit Unterstützung der Schillerschen Lohnleitlinien vorzubereiten.
Parolen wie 'wir sind am Ende' - 'die Wirtschaft in Gefahr' - 'Arbeitsplätze nicht mehr gesichert' usw. gibt es seit etlichen Monaten Tag für Tag. Der drohende Finger sagte auch eine schlechte Erzeugung für die Monate Juni/Juli voraus.
Bei der Erzeugung von 520 000 To. war ein Untersoll an Belegschaft von 600 Mann. Die Monate Juni und Juli zeigen aber (trotz drohendem Zeigefinger) eine Erzeugung von 560 000 To. Bei dieser Erzeugung fehlen mittlerweile 1 000 Belegschaftsmitglieder.
Diese Produktion muß aber vom 1. Schmelzer bis zum Zurichtereiarbeiter verkraftet werden, ohne mehr Lohn- und Gehaltskosten. Dabei hat die Stahlindustrie in diesem Jahr schon zweimal die Stahlpreise angehoben. Es kommt noch hinzu, daß diese erhöhten Preise im Hoesch-Bereich selbstverständlich an die eigene Weiterverarbeitung weitergereicht wurden, diese eigenen Unternehmen an Hoesch wieder erhöht abgerechnet haben. Bei den verarbeitenden Industrien im Hoesch-Bereich werden die erstellten Erzeugnisse 'verständlicherweise' zu erhöhten Preisen wieder verkauft und so kommt man auf bekannten Schleichwegen zu dicken Profiten. Dieses Profitkarussell wird natürlich verschwiegen.
So wird die Auspowerung der Arbeiter verschleiert. Sollte man den angegebenen Zahlen von 140 Millionen DM weniger Verdienste der ersten fünf Monate des Geschäftsjahres 1970/71 Glauben schenken, dann wird es höchste Zeit, daß die Sammlung für Hoesch an sämtlichen Werkseingängen sehr bald stattfindet oder aber die Lohn- und Gehaltszahlung ist in Gefahr bzw. die Bankrotterklärung ist fällig trotz der riesigen Kapitalanlagen.
Wir meinen also, das unbegründete Recht auf Stöhnen muß entlarvt werden. Die immer stärker werdende Konzentration des Kapitals und damit der Macht sowie die Preisspirale bringen die Wirtschaft durcheinander. Es gibt nur eine Forderung: 15% mehr Lohn und Gehalt sichern die Kaufkraft und die Arbeitsplätze."

Mit dem neuen Investitionsprogramm befaßt man sich in:"
2 X E.V.P.

Seitdem die Konzernbosse von Hoesch auf die Idee gekommen sind, ein E.V.P. - sprich 'Erfolg-Verbesserungs-Programm' - gegen die Belegschaft für die konstanten Profite der Aktionäre zu erlassen, gibt es diese Buchstabenkombination zweimal. Einmal bei Hoesch mit der obengenannten Bedeutung und einmal in der Deutschen Demokratischen Republik mit einem völlig anderen, auf die Interessen der Arbeiter und Bauern orientierten, Sinn. In der DDR bedeutet E.V.P. 'Einheits-Verkaufs-Preis'. Allein an einer solchen Buchstaben-Aneinanderreihung wird die Klassenalge der Arbeiter, Bauern und aller Werktätigen in den beiden deutschen Staaten offenbar.
'Heisse Eisen' legte in seiner letzten Ausgabe die Absichten der Konzernherren eindeutig dar und wies nach, daß die mit dem E.V.P. erlassenen Sparmaßnahmen einzig und allein den Zweck verfolgen, auf Kosten der Arbeiter und Angestellten den gleichen Profit bei gesunkener Produktion sicherzustellen, der den Aktionären im Geschäftsjahr 1969/70 in die Taschen geflossen ist.
Völlig anders dagegen sieht es in der DDR aus. In diesen Tagen (vgl. 14.6.1971, d.Vf.) fand der 8. Parteitag der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) statt. Was hat nun dieser Parteitag der SED mit dem E.V.P. zu tun? Was die DDR angeht, sehr viel, liebe Kollegen. Dieser Parteitag befaßte sich ausschließlich mit der Problematik, wie das Leben der Bevölkerung, die unter sozialistischen Bedingungen lebt und arbeitet, weiter verbessert, weiter entwickelt werden kann. Dazu erarbeitete die SED vor dem Parteitag einen Perspektivplan für die nächsten 5 Jahre. Dieser Plan enthält keine Geheimabkommen mit Hoogovens oder anderen großkapitalistischen Unternehmen in der Welt, sondern er ist orientiert auf die weitere Entwicklung der sozialistischen Menschengemeinschaft und deren sozialistische Produktionsverhältnisse. das hat natürlich sehr viel mit dem für die Bürger der DDR geltenden Begriff E.V.P. zu tun! Denn von diesem Parteitag ausgehend wird die Produktion von Konsumgütern gewaltig beeinflußt in die Richtung, daß es den Menschen, die die Werte schaffen, auch zu Gute kommt. Nicht umgekehrt, wie bei uns im Hoesch-Bereich, wo man stets und ständig versucht, noch mehr aus den Knochen der Arbeiter und Angestellten herauszupressen für ein Prunk- und Lasterleben der Besitzenden.
Das erklärt auch den Haß und die Angst der bei uns herrschenden Minderheit vor den Kommunisten. Sie wissen, daß die Arbeiter und Angestellten, die Bauern, kurzum alle diejenigen, die mit Hand und Kopf den Reichtum schaffen, sehr wohl in der Lage sind, ohne die Parasiten (die vom Nichtstun leben) die Geschicke der Menschen auch in unserem Lande politisch und wirtschaftlich zu lenken und zu leiten.
Unsere sozialdemokratischen Kollegen werden nun sagen: 'Ein harter Vorwurf auch für die sozialdemokratischen Minister, für unsere Partei insgesamt.' Das mag sein, aber wir fragen: Haben sie diesen Vorwurf nicht verdient? Worin bestehen denn die Veränderungen nach der Übernahme der Regierung durch Willy Brandt und seine Mannschaft (SPD/FDP, d.Vf.)?
In Moskau und Warschau wurden Verträge unterzeichnet, die bis heute nicht ratifiziert, somit unwirksam sind. Es wurde alles getan, um die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer zu machen. Eine Preislawine ungeheuren Ausmaßes ist nicht nur ohne Widerstand der Regierung, sondern zum Teil direkt durch sie verordnet und vollzogen worden. Die Profite der Unternehmer sind weiter gewachsen - ohne Gegenmaßnahmen der regierung. Die Rüstungslasten werden nicht gesenkt, sondern zu Lasten des Steuerzahlers weiter erhöht. Die Belastungen für den arbeitenden Menschen wurden somit nicht kleiner, sondern größer. Somit steht fest, daß sich die Regierung ihre Schwierigkeiten selbst organisiert. Das ist so, weil sie sich nicht auf die Interessen der Volksmassen orientiert, sondern sich immer wieder dem Druck der Industrie und Finanzgewaltigen, dem Druck der restaurativen Kräfte aus der CDU/CSU und anderer nicht an politischen und gesellschaftlichen Veränderungen interessierten kräften beugt. Die Nutznießer dieser Haltung sind denn auch die großen Konzerne und die Kreise um Strauß (CSU, d.Vf.), v. Guttenberg (***, d.Vf.) und v. Thadden (NPD, d.Vf.).
In diesem Sinne billigen sie auch das E.V.P. bei Hoesch. Was bleibt für uns in dieser Situation zu tun übrig?
Wir sollten das Wort von Willy Brandt auf der Mai-Kundgebung 1970 in Dortmund ernst nehmen, wo er sagte: 'Ich brauche kritisch mitdenkende und mithandelnde Männer und Frauen.'
Das kann nur so ausgelegt werden. 'Kampf dem E.V.P. bei Hoesch und anderen Konzernen. 15% Lohnerhöhung. Für einen E.V.P. (Einheits-Verkaufs-Preis), der dem Wert der Ware und nicht den Profitinteressen der Unternehmer entspricht.' Nur solche Forderungen und die damit verbundenen Aktionen können die Regierung aus der Umklammerung durch die CDU/CSU und der Industrie- und Bankbosse lösen und sie bewegen, eine Politik zu Gunsten der werktätigen Massen unseres Volkes zu machen.
Die Potenz der SPD liegt in den Betrieben wie Hoesch und anderer, sie liegt nicht bei der Deutschen Bank des Hermann Josef Abs, der Thyssen, Stinnes und Krupp.
Erfolgsverbesserungsprogramm ja, aber nur dann, wenn es den Arbeitern und Angestellten zugute kommt. Die noch mächtigen Geier, die uns nur als Fraß betrachten, haben lange genug unsere verbesserten Erfolge programmiert in ihre Taschen gesteckt. Damit muß Schluß gemacht werden."

Ein Leserbrief spricht sich für eine gemeinsame Sitzung der IGM-Vertrauensleute der drei Hoesch-Betriebe zur Aufstellung der Lohnforderung aus, ein weiterer Artikel befaßt sich mit der Preis-Profit-Spirale, wozu es u.a. heißt:"
Im Augenblick tischen die Unternehmer wieder einmal das Märchen von der Lohnkostenexplosion auf. Wir wissen aber, daß allein auf den drei Dortmunder Hütten mit 1 000 Mann Unterbelegschaft produziert wird. Ist etwa die Produktion diesem Belegschaftsstand angepaßt worden? Oder ist es nicht vielmehr so, daß die Unternehmer die Arbeitsproduktivität durch Erhöhung der Arbeitsintensität gesteigert haben? Wir wissen doch aus allen Arbeitsbereichen: Fehlen ein paar Mann, sagt der Schichtführer: 'Ich kann mir keine Leute aus den Rippen schneiden, da müßt ihr euch mal gegenseitig helfen.'
Wir müssen also mehr arbeiten, aber bekommen diese Mehrarbeit nicht bezahlt. Nun zu unseren Lohnforderungen. Im Chemiebereich gab es 7, 8%, das bedeutet Lohnstop; denn 6, 1% betragen allein bis heute die Preissteigerungen. Soll das nun auch die Richtschnur für die Stahlindustrie sein, für die IGM? Im Hoesch-Bereich kamen alle bisher aufgestellten Lohnforderungen noch nicht zum Tragen, obwohl in den Vertrauensleutevollversammlungen und der Belegschaftsversammlung der Westfalenhütte darüber diskutiert wurde. Einige Kollegen sind der Auffassung, daß es noch zu früh sei, eine konkrete Forderung anzumelden. Wenn diese Kollegen sich davon leiten ließen, daß man jetzt noch nicht wissen kann, was sich die Unternehmer und der Staat in den nächsten zwei Monaten an Preiserhöhungen einfallen lassen und man nicht wissen könne, ob wir mit 15% dann überhaupt noch hinkommen, hätten sie fast Recht, aber offensichtlich ist das nicht die Begründung für die Zögerer. Wir alle wissen doch, daß es nie zu früh ist, berechtigte Forderungen aufzustellen und durchzusetzen. Gründe dafür haben wir doch wohl genug. Betrachten wir nur einmal die Preiserhöhungen im Werksbereich, drei Kohlenpreiserhöhungen innerhalb eines halben Jahres, Kantinenpreise drastisch erhöht, Mieten für Werkswohnungen erhöht, dazu die Erhöhung des Wassergeldes. Hinzu kommen die drastischen Preissteigerungen bei den Dortmunder Verkehrsbetrieben (vgl. 1.3.1971, d.Vf.). Ein Kollege forderte auf der letzten Belegschaftsversammlung der Westfalenhütte am 8. Juli: Sofortiger Beginn des Kampfes gegen die Preistreiberei. Dieser Kampf wurde in Dortmund mit der Aktion Roter Punkt (ARP, d.Vf.) schon begonnen. Leider haben damals nicht alle Kollegen in den Kampf eingegriffen, er wäre sicherlich positiv ausgegangen und es wäre nicht so, daß diejenigen, die sich aktiv beteiligten, jetzt vor die Gerichte geschleppt werden, um dort hohe Geldstrafen in Empfang zu nehmen, im Namen des Volkes versteht sich, des Dortmunder Volkes, das mit 40 000 Unterschriften den Protest legitimierte. Kann das Gericht auch 40 000 Unterschriften vorlegen, daß es berechtigt ist, im Namen des Volkes zu urteilen oder ist das Volk, in dessen Namen sie urteilen, die 12 oder 15 Aufsichtsräte bei den Dortmunder Stadtwerken. Auch die Roten-Punkt-Prozesse zeigen die Verhärtung der Auseinandersetzung an. Bereiten wir uns auf eine harte Lohnrunde vor, es wird uns auch in diesem Jahr nichts geschenkt werden."

Nachgedruckt werden Auszüge aus der Rede von Kurt Bachmann auf der 9. Tagung des Parteivorstandes der DKP (vgl. **.*.1971, d.Vf.), mit Hoesch befaßt man sich auch in:"
PHOENIX FAHRBETRIEBSBOSSE GREIFEN ARBEITERRECHTE AN

Durch den energischen jahrzehntelangen Kampf aller gewerkschaftlich organisierten Kollegen wurde erreicht, daß seit Januar 1971 die Arbeiter, genau wie bisher die Angestellten, ohne ärztliches Attest bis zu drei Tagen bei vollem Lohnausgleich kleinere Krankheiten auskurieren können. Einige Betriebschefs können sich scheinbar noch nicht mit dieser Verbesserung des Arbeiterdaseins anfreunden und haben eine miese Taktik zur Abschaffung dieser Einrichtung entwickelt. Mit Druck und versteckten Drohungen werden die Arbeiter daran gehindert, von ihren Rechten Gebrauch zu machen. Im Fahrbetrieb des Werkes Phoenix ist es soweit gekommen, daß der Betriebschef in Verbindung und mit der Genehmigung des Obmannes auch bei einmaliger Inanspruchnahme der drei Tage die Kollegen beim 'Chef' antanzen läßt. Dabei wird ihnen zur Auflage gemacht, daß sie in Zukunft, wenn sie wieder einmal aussetzen, eine ärztliche Bescheinigung beizubringen hätten. Wir fragen deshalb, in wessen Interesse und zu wessen Nutzen wurde diese Einrichtung geschaffen. Offensichtlich gaben doch die Unternehmer nur deshalb nach, weil sie sich ausgerechnet haben, daß die Praxis der Vergangenheit für sie kostspieliger war als das gegenwärtige Verfahren. Andererseits wußten sie ganz genau, daß der Grad der Auspowerung der menschlichen Arbeitskraft eine kaum noch zu überschreitende Grenze erreicht hat. Deshalb machten sie dieses Zugeständnis.
Wenn man nun die Abwicklung so handhabt wie in den Phoenix Verkehrsbetrieben, dann muß man feststellen, daß es mit den sozialen Fortschritten bei der Hoesch AG nicht so weit her ist."
Q: Heisse Eisen Harders und Co. mal so mal so, Dortmund O. J. (1971)

23.08.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 16.8.1971, 30.8.1971) heraus, in dem neben der These 41 des Düsseldorfer Parteitages der DKP (vgl. 25.11.1971) unter der Überschrift "Gemeinsam sind wir stärker! Unser Recht, über die Lohnrunde 1971 zu sprechen!" eine Leserzuschrift von der Westfalenhütte abgedruckt wird, in der es u.a. heißt:"
Gezielte Orientierungsdaten sind vom Vorstand der IG Metall noch nicht erstellt, zumindest aber noch nicht veröffentlicht worden. Wir wissen, daß hier bei uns im Lande NRW die Preise um 5, 9% gegenüber dem Vorjahr angestiegen sind. Wir wissen, daß dieser Preisverfall von 5, 9% durch Lohn- und Gehaltsforderungen aufgefangen werden muß.
Wir wissen, daß wir wenn wir rund 6% mehr auf unser Konto überwiesen haben wollen, 8% mehr verdienen müssen; denn 2% gehen durch Abgaben wie Steuer und Sozialversicherung wieder baden.
Wir wissen, wir gehen in Lohnverhandlungen ein; denn der Arbeitgeber läßt sich keine Forderung ultimativ diktieren, wie die vergangenheit immer wieder gezeigt hat. Wir haben bei 8% Einkommensverbesserung (brutto) noch keinen Verhandlungsspielraum eingeplant, wir konnten aber in der Vergangenheit froh sein, wenn wir 70 bis 80% unserer Forderung eingebracht haben. So war es immer, so darf es dieses Mal nicht werden. Wollen wir also unseren Besitzstand lediglich wahren, dann muß unsere Forderung bei linearer Lohn- und Gehaltsbewegung, auf das gängige mittlere Effektiv-Einkommen bei den Hütten bezogen, zwischen 10 und 11% liegen, um bei derben Verhandlungen 8% zu erreichen, die dann wieder zu 6% echt bei uns landen."

Die Forderungen der IGM-Vertrauensleutevollversammlung der Westfalenhütte (vgl. 6.8.1971) werden sodann mit den Vorstellungen der Dortmunder Mitglieder der Tarifkommission der IGM (vgl. 4.8.1971) gegenübergestellt, wobei erstere sich nach der Rechnung auf 6, 7% brutto und letztere sich auf 10% belaufen (für Arbeiter 10, 5%). belaufen. Ausgeführt wird dazu:"
Sollten die Dortmunder Tarifkommissionsmitglieder ihre Vorstellung von 6, 7% nicht besser noch einmal überdenken?

Ist die Forderung des IG Metall Vertrauenskörpers der Westfalenhütte unrealistisch oder noch bescheiden?

Die Antwort aus den Betrieben kennen wir heute schon, aber auch auf Deine Meinung, auf Deine Kampfbereitschaft kommt es an, Kollege."
Q: Heisse Eisen Gemeinsam sind wir stärker!, Dortmund O. J. (1971)

30.08.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein vierseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 23.8.1971, 6.9.1971) heraus, in der sie von Großen Tarifkommission der IGM für die Eisen- und Stahlindustrie in NRW (vgl. 26.8.1971), der weiterverarbeitenden Hoeschwerke in Dortmund (vgl. 25.8.1971), der IGM-Vertrauensleuteversammlung bei Hoesch Phoenix (vgl. 17.8.1971) und einer auf der Westfalenhütte am 25.8.1971 verteilten Schrift der Firmenleitung berichtet sowie zur Veranstaltung der eigenen Stadtteilgruppe Hörde, Wellinghofen und Hacheney zu den Ostverträgen (vgl. 2.9.1971) einlädt.
Q: Heisse Eisen Extrablatt Grosse Tarifkommission für Eisen und Stahl in NRW mit knapper Mehrheit für 10%-Forderung, Dortmund O. J. (1971)

06.09.1971:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund vermutlich in dieser Woche eine auf September datierte Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 30.8.1971, 20.9.1971) mit 10 Seiten DIN A 4 und folgendem Leitartikel heraus:"
REALEINKOMMEN SICHERN - DURCH GEMEINSAME AKTIONEN

Das lohnpolitische Ziel der IG Metall sei darauf gerichtet, durch einen 'angemessenen Kaufkraftzuwachs' zu einer Verfestigung des wirtschaftlichen Wachstums beizutragen. Das betont die neueste Ausgabe der Zeitung 'Metall' (vgl. **.*.1971, d.Vf.) und fügt hinzu: 'Es sei nicht Sache der Gewerkschaften, den Spielraum des Gewinnstrebens durch Lohnverzicht zu erweitern.'
'Metall' weist darauf hin, daß es keinen Grund zum Pessimismus im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage der Unternehmer gebe. Der metallverarbeitenden Industrie sei es auch 1970 gelungen, durch Preissteigerungen von durchschnittlich 8% fast ebenso große Gewinne wie im Rekordjahr 1969 einzustreichen. Die Eisen- und Stahlindustrie habe aufgrund der Preiserhöhungen von 10% die Gewinne sogar erhöhen können. Wenn man berücksichtigt, daß die Stahlindustrie 1971 bereits zweimal die Preise erhöht hat und seit einiger Zeit die Auftragsbestätigungen den Vermerk tragen: 'Wir behalten uns vor, bei Lohnerhöhungen den genannten Preis entsprechend anzuheben', kann man sich schon jetzt ausrechnen wie die Gewinne trotz allen Gezeters der Unternehmer am Ende des Geschäftsjahres aussehen werden. Schwarzmalerei soll unter den Metallarbeitern Unsicherheit erzeugen. Viele Betriebe verlangen von den Belegschaften nach wie vor Überstunden. Bei Ford in Köln wurde für September 1971 die 6-Tage Woche wieder eingeführt. Im Oxygenstahlwerk Hoesch-Phoenix wird seit Tagen die Kapazität wieder voll ausgefahren. Es muß hier noch einmal deutlich gemacht werden, daß Lohnforderungen keine Gefahr für die Arbeitsplätze sind. Stärkung der Massenkaufkraft durch höhere Löhne belebt die Konjunktur und schafft mehr Nachfrage. Gefahren für die Arbeitsplätze entstehen durch die rücksichtslose Rationalisierungspolitik der allmächtigen Konzerne, die nur ihre Interessen aber nicht die der Belegschaft im Auge haben.
Der Kampf um höhere Löhne ist deshalb in zweierlei Hinsicht von Nutzen für die Arbeiter und Angestellten.
Der individuelle Lebensstandard jedes einzelnen wird verbessert durch seine erhöhte kaufkräftige Nachfrage, die einen größeren Warenabsatz zur Folge hat, das wiederum wirkt sich begünstigend auf die Beschäftigungslage aus. Wenn wir diese Tatsache als richtig erkennen, kann das nur die Schlußfolgerung zulassen: die gegenwärtige Forderung der großen Tarifkommission nach 10%iger Anhebung der Tariflöhne wird den oben genannten Anforderungen nicht gerecht. Das wird noch einmal mehr an folgenden Tatsachen deutlich:
- Reallohnerhöhung heißt, mehr Geld in der Lohntüte zu haben als durch Preissteigerung wieder aufgefressen wird.
- Der Lohn muß schneller steigen als die Preise, die Steuern und die Sozialabzüge.
- Tarifforderungen beziehen sich nur auf den Tariflohn von 4, 87 DM und nicht auf den tatsächlichen Lohn, der bei Hoesch ca. 30% über dem Tarif liegt. Eine Tariferhöhung um 10% macht bei 4, 87 DM 0, 49 DM aus, im Verhältnis zu einem Mittellohn von 6, 61 DM sind das jedoch nur 7, 4%.
- Die gegenwärtige Forderung der großen Tarifkommission macht auf den Mittelreallohn nur 7, 4% aus. Wenn die Preise real um 6% steigen und die Belastung aus Steuer und Sozialabgaben (1/4) gleich 2% der Lohnerhöhung verschlingt, bedeuten 10% günstigenfalls die Sicherung des vorhandenen Reallohnes.
- Das beweist bei einem Verhandlungsspielraum 'nach unten' würden die Stahlarbeiter Ende 1971 trotz Lohnerhöhung ärmer sein als jetzt.
- Wenn man die angekündigten (staatlichen) Preiserhöhungen für Tabaksteuer, Benzinpreise, Branntweinsteuer und Post für den 1.1.1972 berücksichtigt, gibt es nur einen Ausweg: den Verhandlungsspielraum nach 'oben korrigieren'.

DESHALB REALEINKOMMEN SICHERN DURCH GEMEINSAMES HANDELN."

Berichtet wird auch von der 100 Jahr Feier des Hoesch-Konzerns (vgl. 1.9.1971), den Preissteigerungen, den Gebühren für das Lohnkonto und von der Rheinstahl Gießerei Duisburg-Meiderich (vgl. 1.9.1971). Kritisiert wird der Antrag 23 der Verwaltungsstelle Dortmund zum IGM-Tag (vgl. 27.9.1971), in dem von der Zugehörigkeit Westberlins zur 'BRD' gesprochen wird. Abgedruckt wird die eigene These 29 des Düsseldorfer Parteitages (vgl. 25.11.1971) sowie auf S.2, vermutlic* aus der 'UZ' einer der höchst seltenen Auslandsberichte, über die USA:"
US-STAHLARBEITER-TARIF: IN DREI JAHREN 30% ZUWACHS

In letzter Minute wurde ein Streik der amerikanischen Stahlarbeiter vermieden. Ein neuer Tarifvertrag mit einer Laufzeit wurde zwischen der Gewerkschaft der Vereinigten Stahlarbeiter (UAW, d.Vf.) und den neun größten Stahlgesellschaften abgeschlossen."
Q: Heisse Eisen Realeinkommen sichern - durch gemeinsame Aktionen, Dortmund Sept. 1971

20.09.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 6.9.1971, 11.10.1971) auf den 2. September datiert mit 8 Seiten DIN A 4 und folgendem Leitartikel heraus:"
VERDÄCHTIGE STILLE…

herrsche an der Lohnfront. So meint ein Vertrauensmann des Werkes 'Union' in einem Brief an 'Heisse Eisen'. Der Kollege K.R. schreibt weiter: 'Obwohl das laufende Tarifabkommen zum 30.9.1971 gekündigt ist, herrscht bisher an der 'Lohnfront' noch verdächtige Stille, was die Aktivität unserer Gewerkschaft angeht. Es ergibt sich das komische Bild, daß die Unternehmerverbände mit Hilfe von Rundfunk, Fernsehen und Presse sowie Sonderbeilagen in der Westfälischen Rundschau ihre Scheinargumente in die Köpfe der Bevölkerung hämmern, während unsere verantwortlichen Funktionäre in Frankfurt und am Ostwall schweigen, anstatt ihrerseits in die Offensive zu gehen und eine Aufklärungskampagne zu starten. Die Unternehmer haben im vorigen Jahr, besonders im rheinischen Raum, die Tageszeitungen mit Annoncen gespickt und gepfeffert um die Meinung zu manipulieren. Da uns, den Arbeitern und ihren Gewerkschaften, Rundfunk, Fernsehen und Presse kaum zur Verfügung stehen - weil uns die Milliarden fehlen - wird es Zeit, daß die Gewerkschaften endlich mit einer großen Aufklärungsaktion in Wort und Schrift beginnen. Mein Vorschlag:
1. Es müßten Belegschaftsversammlungen und Vertrauensleuteversammlungen verstärkt durchgeführt werden.
2. Sonderdrucke von Metall, in denen die Meinung der Metall- und Stahlarbeiter zum Ausdruck kommt, müßten mindestens wöchentlich erscheinen und auch in der Stadt - Westenhellweg - verteilt werden.
3. Die Vertrauensleutekörper müssen in die Lage versetzt werden, selbständig Flugblätter und anderes Aufklärungsmaterial herzustellen und unter die Bevölkerung zu bringen um damit die Notwendigkeit einer effektiven Lohnerhöhung zu begründen.
Wer sich zum Schaf macht den fressen die Wölfe. Lassen wir uns nicht zum Schaf machen. Unseren verantwortlichen Kollegen in der IG Metall müssen Tag und Nacht die Ohren klingeln, solange bis begriffen haben:
DIE MINIFORDERUNG VON 10% IST NUR NACH OBEN KORRIGIERBAR!"

Veröffentlicht werden auch eine Reihe von weiterer Zuschriften:"
LESERBRIEF EINES MEHR ODER WENIGER DENKENDEN ARBEITERS ZUR TARIFRUNDE 1971

AKTION 'TRIMM DICH'

Wer hat ein Gewissen?
ALLE haben ein Gewissen! -
Nur die Vertrauensleute der HOESCH-Westfalenhütte haben keins!
Die Vertreterversammlung in Oberhausen hat keins!
Die Vertrauensleute der Opel AG in Bochum haben keins!
Die Vertrauensleute der Ford-Werke in Köln haben keins!
Denn sie stellten eine Lohnforderung, die keine Gewissensentscheidung war, sondern ausschließlich von den Interessen der Kollegen ausging.

Frage an alle mit Gewissen:
'Nach welchen Gesichtspunkten habt Ihr Eure Gewissensentscheidung getroffen?'
Frage: Wer trimmt wen?
Die Gewerkschaftsmitglieder ihre Vertrauensleute?
Die Vertrauensleute ihre Tarifkommissionsmitglieder?
Die Tarifkommissionsmitglieder die Asse der Verhandlungskommission und der Bezirksleitung?
Die Bezirksleitung den Vorstand?

Nein! Kollegen, so geht es nicht!
Schon der Gedanke, daß alle Funktionäre das tun müßten, was ihre Stimmviecher (sprich Kumpel) verlangen, steht im starken Widerspruch zu ihrer freien Gewissensentscheidung.

Gewissen - was ist das?
Laut Lexikon die moralisch-ethische Einsicht dessen, was der Mensch in einzelnen Lebenslagen zu tun oder zu lassen hat."

Im nächsten Leserbrief heißt es:"
WER DUMM IST, DARF NICHT FAUL SEIN!

… so jedenfalls scheint das Allgemeinurteil der Top-Manager über die Malocher der Hütte zu sein. Denn wie sollte man sich sonst erklären, daß bei ca. 530 000 Monats-Tonnen Maßnahmen getroffen werden, die eindeutig darauf abzielen, der Belegschaft Feuer unter den Arsch zu machen oder akademisch ausgedrückt: 'Die Tourenzahl der Mitarbeiter zu erhöhen, um ein Maximum an Produktivität zu erreichen, selbstverständlich zum Wohle des Unternehmens und aller darin Beschäftigten.' Ich habe mit meinem, nach 25 Jahren Hoesch-Arbeit schon etwas lädiertem Verstand begriffen, daß es notwendig ist, den technischen Stand der Hütte zu verbessern. Solange sich aber die Arbeitsbedingungen nicht sichtbar und fühlbar verändern, d.h. zu meinen Gunsten verbessern, kann ich auch nicht einsehen, daß ich ständig auf Hochtouren laufen soll. Ich kann nicht einsehen, daß sich EINIGE 'Schweinstreiber' Orden und Ehrenzeichen auf unseren von 25 Jahren harter Arbeit (Hochofen) geschändeten Knochen verdienen. Meine Kumpel und ich warten darauf, daß es in einem Tagesbefehl heißt: 'Vorarbeiter, Meister, Betriebsleiter, Betriebschefs bekommen nützliche und produktive Arbeit zugewiesen!' Vor allem aber warten wir darauf, daß es heißt, '50% aller Direktoren haben ab sofort aus Verantwortlichkeit gegenüber dem Unternehmen, ihre Funktion mit einer weniger gut bezahlten, dafür aber für das Unternehmen wichtigen eingetauscht.' Zuständig ist meines Wissens dafür der Arbeitseinsatz. Und besteht die Aufgabe der Hoesch-Arbeiter nicht darin, jenen 'nützliche und produktive Arbeit' zuzuweisen, die sowhl Arbeiter, Angestellte, Meister und Betriebsleiter ausbeuten? Sicher ist es so, daß die Kapitalisten eine Betriebshierarchie aufbauen, um besser ausbeuten, mehr Profite machen zu können. Doch die Ursache und nicht die Wirkung sind das eigentliche Übel, gegen das alle Arbeiter und Angestellten gemeinsam kämpfen sollten."

Dazu schreibt die DKP:"
Die Betriebsgruppe der DKP kann sich nicht vollinhaltlich hinter diese beiden Leserzuschriften stellen. Zu dem Brief 'Aktion Trimm Dich' meinen wir: Die innergewerkschaftliche Demokratie ist bestimmt noch entwicklungsbedürftig. Und daß manche Gewerkschaftsfunktionäre oder Leitungen von Gewerkschaften nicht das tun, was die Kumpel verlangen, ist nicht neu. Aber die Lösung dieses Problems kann doch nicht darin bestehen, sich mit der Rolle von 'Stimmvieh' abzufinden. Nach unserer Meinung kommt es darauf an, so lange um die innergewerkschaftliche Demokratie zu kämpfen, bis die genannten Funktionäre nicht mehr 'freie Gewissensentscheidungen' treffen. 'Trimm Dich' ja, aber gegen die Unternehmer, gegen die Kapitalisten vom Schlage Abs.

Der Kollege wartet etwas verbittert auf einen 'Tagesbefehl'. Solche 'Tagesbefehle' wird es aber nicht geben. Wir erinnern daran, daß schon im vorigen Jahrhundert Arbeiter die Internationale sangen in der es u.a. heißt: 'es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun, uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!'"

Rudi Skott berichtet von seinem Besuch in DDR, Otto Meyerling nimmt Stellung zu den Reaktionen auf einen Leserbrief der letzten Ausgabe (vgl. 1.9.1971):"
AN ALLE DIE HINTER DER GARDINE STEHEN UND MUNKELN

Daß Leserzuschriften nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wiedergeben, dürfte, so glaube ich, auch dem letzten Kollegen bekannt sein. Wenn man trotzdem von namhaften Betriebsfunktionären auf dem Werk Phoenix den Antikommunismus schön weiter sprießen läßt, indem man die Leserzuschrift aus der letzten Ausgabe 'Heisse Eisen' 'Ein Arbeiter und Vertrauensmann der Westfalenhütte berichtet' zum Anlaß nimmt, um weiterhin die Kommunisten auf dem Werk Phoenix zu diskriminieren, so frage ich mich, warum keiner den Mut aufbringt, selbst in Form einer Leserzuschrift an 'Heiße Eisen' den Sachverhalt richtig zu stellen. Oder sollte die oben genannte Zuschrift doch den Tatsachen entsprechen?"

Aus dem Werk Phoenix wird berichtet:"
KAPITALISTISCHE RATIONALISIERUNG IST UNSOZIAL UND PROFITSÜCHTIG

Im Zuge der Rationalisierung beim Hoesch Werk Phoenix spricht man schon seit Jahren über die Stillegung des Martinwerkes. Einmal soll es stillgelegt werden, dann wieder nicht. Dieses jahrelange Hin und Her erzeugt bei den Kollegen verständlicherweise Unruhe und Unsicherheit. Alle fragen sich ständig: Wo werde ich einen neuen Arbeitsplatz bekommen? Was werde ich dort verdienen? Was wird überhaupt aus mir usw.? Durch das Anlaufen der Stranggußanlage und den damit verbundenen enormen Produktionssteigerungen soll die Stillegung des Martinwerkes 'demnächst' endgültig vorgenommen werden. Für alle diejenigen, die das Glück haben, in modernere Betriebe umgesetzt zu werden, wird es nicht nur Vorteile, sondern für viele Kollegen wird es Härten und enorme Lohneinbußen geben. Wenn zum Beispiel Martinwerker, die mit etwa 23 oder 25 Punkten festgelegt sind, auf einen niedriger eingestuften Arbeitsplatz umgesetzt werden, dann werden die Lohneinbußen beträchtlich sein. Diese, zumeist älteren Kollegen, die 20 Jahre und länger ihre Arbeit dort verrichtet haben, müssen bis zum Rentenalter oft noch 10 - 15 Jahre arbeiten. Sie haben dann durch weniger Lohn (verminderte Rentenbeiträge) letztlich auch noch weniger Rente. Nun sind Arbeiter und Angestellte nicht grundsätzlich gegen die Rationalisierung, sie wird begrüßt, wenn die Arbeit erleichtert, Löhne und Gehälter verbessert und die Arbeitszeit verkürzt wird. Die Unternehmer denken sich die Sache aber umgekehrt, für sie heißt Rationalisierung höhere Produktion, weniger Lohnkosten, also höhere Profite auf Kosten der Kollegen. Dagegen gibt es auch in einem sogenannten Mitbestimmungsbetrieb keinerlei lohnmäßigen Schutz. Die Kollegen sind auch bei Hoesch schutzlos der kapitalistischen Rationalisierung ausgesetzt. Das Rationalisierungsschutzabkommen ist da nur ein Trostpflästerchen."

Ebenfalls von Phoenix wird in einem Beitrag über die Thesen der DKP berichtet:"
Seit einiger Zeit werden auch im Oxygenstahlwerk wegen 'geringerer Auftragslage' 40 Stunden in der Woche verfahren. Das bedeutet für alle, eine Schicht in der Woche ist Arbeitsruhe. Wer nun glaubt, daß an den anderen 5 Tagen weniger als bisher produziert wird, irrt sich gewaltig. Genau das Gegenteil ist der Fall, die Produktion wird gesteigert. Somit wird die Produktion von bisher 6 Tagen auf 5 Tage umfunktioniert auf Kosten der Erhöhung der Arbeitsintensität, den Segen aus dieser Machenschaft schluckt allein der Unternehmer."

Von der Westfalenhütte berichtet ein Vertrauensmann der P 4 in einer Zuschrift:"
DIE STAUBLUNGENMASCHINE DES BETRIEBSFÜHRER GOSWIN

Durch bürsten von Rundeisen in der Schrägrollenmaschine entstehen große Staubwolken. Die Kollegen, die an dieser Maschine arbeiten, sind dem Staub 8 Stunden lang ausgesetzt. Man kann sich ausrechnen, wie lange es dauert, bis diese Kollegen Silikoselungen haben. Obwohl die Unfallkommission und der Betriebsrat wiederholt den Betriebsführer Goswin gemahnt haben, sind den Kollegen bis heute noch keine Staubmasken zur Verfügung gestellt worden. Das elende Sterben von Staublungenkranken stört diesen Herrn nicht. Hauptsache für ihn ist, daß die Tonnen stimmen. Betriebsführer kommt anscheinend nicht ehr zu Verstand und wird nicht eher seinen Pflichten gegenüber den Arbeitern nachkommen, bsi ihm die Arbeiter die Brocken vor die Füße werfen.

Heil Goswin"

Ebenfalls mit Goswin und der P4 befaßt sich auch ein weiterer Leserbrief
(vgl. 17.9.1971).

Die DKP betont:"
Die Zahl der Leserzuschriften an 'Heiße Eisen' nimmt zu. Für die Veröffentlichung gibt es lediglich 2 Bedingungen:
1.) Sie dürfen nicht gegen die Interessen der Belegschaft verstoßen,
2.) sie dürfen keinen gewerkschaftsschädigenden Inhalt haben."
Q: Heisse Eisen Verdächtige Stille…, Dortmund "2.9.1971"

11.10.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein auf Oktober datiertes Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 20.9.1971, 9.11.1971) mit 4 Seiten DIN A 4 und folgendem Leitartikel heraus:"
WIR GEHEN DEN LINKSTURNERN NICHT IN DIE NETZE - SIE HABEN KEINE ARGUMENTE SONDERN NUR HETZE

HEISSE EISEN veröffentlicht unter obiger Überschrift den Leserbrief eines Vertrauensmannes der Hoesch Westfalenhütte, der Mitglied der SPD ist. Die Leser von HEISSE EISEN werden verstehen, daß der Inhalt dieses Leserbriefes sich nicht vollinhaltlich mit der Meinung der Redaktion deckt.

Kolleginnen und Kollegen!

Seit Monaten werden hier bei den Hoesch Hüttenwerken von Schülern und Studenten, von Jugendlichen, zum Teil aus anderen Städten, Flugblätter verteilt, die den Eindruck erwecken sollen, als ob sie im Namen von Kollegen einer hier ganz und gar nicht bestehenden 'Betriebsgruppe' geschrieben worden sind. Aber keiner dieser Linksturner, die angeblich Kommunisten sind, hatte und hat etwas mit Hoesch, insbesondere mit der Westfalenhütte zu tun. Sie bezichtigen einige unserer aktiven Kollegen laufend und mit System, als Handlanger von Parteien und sogenannten rechten Gewerkschaftsführern. Sie bezichtigen sie in einer Art, daß ganz klar erkennbar ist, daß sie - diese Schreiber - keine Kommunisten sind, sondern sich wirklich als Handlanger der Kapitalisten betätigen, weil sie die wenigen aktiven Kollegen tagtäglich mit Dreck bewerfen. Dreck, den sie aus den 'Geldtresoren' der Kapitalisten geschaufelt haben. Sie mißbrauchen dabei alte bekannte Arbeiterembleme und nennen sich Kommunisten ML.
Meine Kollegen und ich verstehen unter Kommunisten etwas anderes. Wir meinen, Kommunisten sind Menschen, die für die Befreiung der arbeitenden Menschen vom kapitalistischen Joch, von der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, eintreten. Die für die Selbstbestimmung des Menschen und die Freiheit über sich selbst entscheiden zu dürfen eintreten. Die den Menschen im Mittelpunkt der Gesellschaft sehen und wissen, was sie als Voraussetzung dafür zu tun haben, dabei stets davon ausgehen, daß dieses nur in Gemeinsamkeit mit allen Arbeitern ohne Parteienhaß in einer gemeinsamen Organisation, der Gewerkschaft, möglich ist. Aber diese Jungen und Mädchen da draußen vor dem Tor mit ihren verwirrten politischen Thesen schaden durch ihr handeln, durch ihre spalterische Tätigkeit nicht nur der Gewerkschaft, sondern gleichermaßen auch dem Kommunismus und damit der Einheit der Arbeiterklasse. Sie schreiben gegen ein Lohndiktat der SPD und vergessen (vergessen sie es wirklich?) gegen das Lohndiktat der Unternehmer etwas zu sagen. (Oder sollten sie das auch gar nicht wollen?) Halten sie uns etwa für so dämlich, daß sie glauben wir wissen nicht, von wem wir Arbeiter unser verdientes Geld zu fordern hätten? Wir meinen, wir haben es von den Unternehmern zu fordern und nicht von der SPD.
Sie aber versuchen mit ultralinken Phrasen, mit kriminellen Verleumdungen von aktiven 'ehrenamtlichen' Gewerkschaftlern die wachsende Bewegung der Werktätigen kaputt zu kriegen. Ihr Geschmiere vom Lohndiktat der SPD soll von unserem wirklichen Hauptfeind, vom Kapital, ablenken. Umso ungestörter kann uns dann das Unternehmen ausplündern. Wer so handelt, kann kein Kommunist sein. Viele Kollegen sind mit Recht über eine Reihe von Maßnahmen der SPD-Regierung empört, das ist verständlich, daraus ergibt sich immer ein Problem, wenn man trotz der Empörung, trotz der Kritik an der Politik der SPD mit den Kollegen für gemeinsame gewerkschaftliche Interessen zusammenarbeitet. Man muß auch daran denken, wie viele Parteiausschlüse aus der SPD es schon gab, weil sie als Sozialdemokraten mit Kommunisten gemeinsam Aktionen durchgeführt und geleitet haben.
Als Schreiber dieser Leserzuschrift, und meine Kollegen meinen das auch, ist es eine Grundsatzfrage, klar zu stellen, daß wir als Gewerkschaftler mit den Ultralinken nichts zu tun haben. Wir müssen hier ganz klar auseinanderhalten, und das geht an die Adresse meiner SPD-Kollegen, zwischen den jungen ML-'Klosterschülern' und den ehrlichen Kollegen, die wir alle kennen, die ihre politische Heimat in der DKP haben. Lest einmal, Kolleginnen und Kollegen, die Thesen der DKP zum Düsseldorfer Parteitag, dann wird richtig erkennbar, daß die Mädchen und Jungen da draußen mißbraucht werden, um den Begriff Kommunist zu verfälschen, um die Gewerkschaften und die Arbeiterschaft zu spalten. Solch eine Politik stinkt nach rechter Steigbügelhalterei, sie ist orientiert auf eine entpolitisierte Arbeiterschaft. (Das beweist der Stil in dem sie schreiben.) Sie starten diese Ablenkungsmanöver und schießen mit voller Breitseite auf die aktiven Gewerkschaftler im Betrieb und damit letzten Endes gegen uns, die Gewerkschaften überhaupt. Da, wo sich langsam Leben entwickelt, wo sich etwas bewegt, wird alles niedergetreten. Das verstehen nur die Kapitalisten und freuen sich entsprechend darüber. Wir Hoesch-Leute haben unsere eigenen Efahrungen in Arbeiterkämpfen, wir wissen Lohnkampf ist immer dann erfolgreich, wenn wir geschlossen mit und in der IG Metall kämpfen. Deshalb stellen wir unsere Forderungen als IG Metaller auch selbst auf, denn wir müssen die daraus sich ergebenden Konsequenzen auch selbst tragen und nicht diese kleinen 'Zopfträger' da draußen vor dem Tor.
Für uns gibt es keine Lohnforderungen der Kommunisten, der SPD oder sonstiger Gruppen, sondern es gibt bei uns nur die Lohnforderung der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter. Die Meinung zu diesen Forderungen zu äußern, das kann ein jeder tun. Was die Kritik an unseren gewerkschaftlichen Funktionären im Betrieb anbelangt, mit denen setzen wir uns tagtäglich auseinander und zwar Auge in Auge und nicht über Kontaktadressen oder plump auf die Dummheit der Arbeiter bauende Schlagworte aus der Zeit von 1918 bis 1945. Wir lehnen solche Art der Kritik ab, weil sie die IGM nicht stärkt, sondern gewerkschaftsfeindlich ist. Ohne Gewerkschaften stünden wir dem Kapital hilflos gegenüber. Genau das scheint auch beabsichtigt zu sein. Bei aller notwendigen Kritik an diesem oder jenen Gewerkschaftsfunktionär, der irgendwo seinen Platz in der (leider vorhandenen) Gewerkschaftsbürokratie hat, haben meine Kollegen genau wie ich hier bei Hoesch, ihren Arbeitsplatz von dem wir alle gemeinsam abhängig sind. Bei aller Kritik an der nicht gerade arbeiterfreundlichen Politik des Herrn Schiller (SPD), wird uns Gewerkschaftler kein ML Mann davon ablenken können, daß unser Klassengegner das Kapital ist. Wir geben uns keinen Illusionen hin, das ersieht jeder Leser daraus, daß ich an HEISSE EISEN schreiben muß und meinen Unmut nicht an anderer Stelle äußern kann. Meine Kollegen und ich wissen was Kampf bedeutet, denn unsere Wiege stand in einem Arbeiterhaus und deshalb können wir nur gemeinsam als Klasse unseren kampf führen und unsere Probleme lösen. Alles andere ist nicht nur hemmend, sondern stört und zerstört; denn TARIFPOLITIK IST MACHTKAMPF UND KEINE SPIEGELFECHTEREI"

Kommentiert wird dieser Artikel von der KPD/ML-ZK (vgl. 11.10.1971).

Berichtet wird von den Fusionsplänen (vgl. 4.10.1971) und dem Manöver 'Gutes Omen' der Bundeswehr vom 18.9.-1.10.1971 in Baden-Württemberg (die Rede ist hier allerdings von Norddeutschland). Aufgerufen wird zu Spenden. Auf der letzten Seite findet sich eine:"
LESERZUSCHRIFT EINES VERTRAUENSMANNES DER WESTFALENHÜTTE

NEUES BVG - ODER IST DER KUCHEN SCHON GEGESSEN BEVOR WIR IHN SAHEN?

Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Da wir auf Hoesch alle gewerkschaftlich organisiert sind, ist es wohl an der Zeit, etwas zum zur Debatte stehenden BVG zu sagen.
Eine alte marxistische These sagt, daß man nur abwarten braucht, das Kapital wirtschaftet sich selbst durch sein Profitgiersystem ab und zugrunde. Das stimmt und war seit 1910 allein in Deutschland schon einige Male der Fall. Aber wir, die Arbeiter oder besser gesagt die uns vertretenden Gewerkschaften und Parteien (mit Ausnahme der Kommunisten) haben diese These nie verstanden oder sie hatten Angst vor der eigenen Courage. Immer wenn es soweit war, daß dieses System in die Brüche ging, dann kamen Organisationen, die Arbeiter vertraten und von der Verantwortung sprachen, die sie gegenüber dem Staat und natürlich auch den Menschen haben und spielten Arzt am Krankenbett dieses kaum noch atmenden Patienten, dem kapitalistischen Staat und retteten ihn unter Aufopferung ihrer eigenen Kraft. So eine Rettungsaktion ist auch das neue BVG.
Es rettet zwar den Betriebsrat vor dem endgültigen Ertrinken, aber die Kapitänsfunktion der Unternehmer ungleich mehr als bisher und soll dafür sorgen, daß das Schiff des Kapitalismus nicht untergeht. So werden beide schön brav wie gehabt dafür sorgen, daß die See ruhig bleibt, kein Sturm und keine Wellen das so gut eingefahrene Schiff gefährden. Sollte es jedoch Taucher geben, die von unten an das Schiff herankommen möchten, um wenigstens den Rost ein wenig abzuschlagen, dann kommen sie von ganz allein wieder nach oben.
Also dann man weiter so 'Partner'.

DIE REDAKTION 'HEISSE EISEN', DIE AUS MITGLIEDERN DER BETRIEBSGRUPPE DER DKP BESTEHT, HAT ZU VORSTEHENDEM LESERBRIEF FOLGENDE MEINUNG:
Der Kollege schriebt: 'Eine alte marxistische These sagt, daß man nur zu warten braucht. Das Kapital wirtschaftet sich selbst durch sein Profitgiersystem zugrunde.' Es muß hier ganz deutlich gesagt werden, daß es eine solche marxistische These nicht gibt. Marx, Engels und Lenin haben stets nachgewiesen, daß der Kapitalismus nicht automatisch verschwindet. Sie haben - und das ist ihr großer Verdienst - nachgewiesen, daß das kapitalistische System nur durch den organisierten und gemeinsamen Kampf aller Arbeitenden beseitigt werden kann. Das heißt übertragen auf das BVG, daß alle Arbeiter, Angestellten, ob jung oder alt, unanbhängig von ihrer Parteizugehörigkeit oder Weltanschauung, insbesondere aber Sozialdemokraten und DKP-Kommunisten, gemeinsam kämpfen müssen, um das schlechte BVG vom Tisch zu bringen. Damit wäre zwar das Profitgiersystem nicht beseitigt, aber die Arbeiter und Angestellten hätten eine günstigere Ausgangsposition im Kampf gegen das staatsmonopolistische System in unserem lande."
Q: Heisse Eisen Extrablatt Wir gehen den Linksturnern nicht in die Netze, Dortmund Okt. 1971; Rot Front Nr. 16, Dortmund 1971

09.11.1971:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund vermutlich heute ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 11.10.1971, 11.11.1971) zum Streik im Stahlbau (vgl. 25.10.1971, 8.11.1971) heraus:"
Kollegen anderer Betriebe riefen den streikenden Kollegen zu: 'Am besten wir gehen gleich mit!'
Diese Kollegen erkennen sehr gut den Zusammenhang zwischen dem Lohnproblem der Schweisser und der seit fünf Wochen ungelösten Lohnforderung aller Stahlarbeiter. Sie erkennen, Betriebschef Berck, Dr. Enke und Betriebsdirektor Wiegel sagen den Stahlbauschweißern das, was sie für alle Hoesch-Arbeiter meinen: Kuschen - Maulhalten - Lohnverzicht üben! Ein Stahlbaukollege warnte Herrn Berck mit den Worten: 'Herr Berck, es sind schon andere Berge versetzt worden!' Dazu jedoch ist die Solidarität aller Hoesch-Arbeiter notwendig. Heute geht es um einige Kollegen, morgen um die ganze Belegschaft. Die Unternehmer drohen mit Zwangsurlaub und Kurzarbeit. Sie manipulieren die Produktion um Existenzangst zu erzeugen, mit der sie den Lohnverzicht erzwingen wollen.

KOLLEGEN!
Die Unternehmer können zahlen!
Die gewerkschaftlichen Lohnforderungen sind berechtigt und erfüllbar!
Im Stahlbau stehen die Signale auf Sturm. Mit der Solidarität aller Hoesch-Arbeiter ist es möglich, nicht nur das Teilproblem der Schweißer, sondern das ganze Lohnproblem zu lösen!

OTTO BRENNER sagte auf dem X. ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall: 'Auf den Metall-Blitz der Unternehmer muß jetzt der Donnerschlag der Metall-Arbeiter folgen!'"
Q: Heisse Eisen Extrablatt Hoeschbosse Berck, Enke, Wiegel provozieren Stahlbauschweisser!, Dortmund Nov. 1971

11.11.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich heute ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 9.11.1971, 15.11.1971) mit zwei Seiten DIN A 4 heraus:"
PROVOKATION DER STAHLBOSSE
NULL-ANGEBOT IST VERZÖGERUNGSTAKTIK

Vor einer Woche hat Gesamtmetall gewagt, den Metallarbeitern 4, 5 Prozent Lohnerhöhung anzubieten.

Gestern kamen die Bosse der Stahlkonzerne zum 2.Mal ohne Angebot. Sie wollen verzögern. Dieses Manöver ist den Arbeitern nicht neu. Kein Angebot ist ein Null-Angebot.

Das Statistische Landesamt NRW hat errechnet, daß die Lebenshaltungskosten für eine vierköpfige Familie von September 1970 bis September 1971 um 6, 5 Prozent gestiegen sind. Seitdem steigen die Preise weiter. Inzwischen sind wir bei rund 7 Prozent angekommen. Und da kommen die Unternehmer mit Verzögerungstaktik. Sie wollen nicht zahlen.

Die Tarifkommission der IG Metall für die Stahlindustrie hat 10 Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert. Das ist bei der Profitexplosion der Stahlindustrie im letzten Jahr sehr bescheiden.

1970 zahlte Hoesch seinem Aufsichtsrat 45, 7 Prozent mehr als 1969; die Aktionäre bekamen im gleichen Zeitraum NUR 40 Prozent mehr (siehe Unternehmer-Zeitschrift 'Capital').

Dazu stand die Lohnerhöhung des letzten Jahres in keinem Verhältnis. Auch darum forderte die Vertrauensleutevollversammlung der Westfalenhütte (vgl. 6.8.1971, d.Vf.) 15% mehr Lohn und Gehalt.

DIE MINDESTFORDERUNG

Deshalb sind 10 Prozent eine Mindestforderung. Sie ist notwendig, gerechtfertigt und realisierbar.

Die DKP steht als marxistische Partei der Arbeiterklasse fest und solidarisch an der Seite der Hüttenarbeiter und ihrer Gewerkschaft. Die DKP Betriebsgruppe sagt:
Jetzt müssen alle Hüttenwerker die Kampfkraft ihrer IG Metall stärken. Mit der Millionenkraft der Metall- und Hüttenarbeiter kann die Front der Unternehmermillionäre aufgebrochen werden. Die Belegschaften und ihre Gewerkschaft lassen sich durch die Machenschaften der Unternehmer nicht in die Knie zwingen.

Die Stahlbosse säen mit ihrer Provokation Wind. Aber Stahlwerker sind Wind und Wetter gewohnt. Die Unternehmer werden nur eines erreichen: Sie werden Sturm ernten.

SEPTEMBER 1969

Damals haben wir eine außertarifliche Lohnerhöhung von 20 Pfennig verlangt. Die Preise steigen, die Mieten stiegen - wie heute! Die Bosse haben NEIN gesagt. Da haben wir 30 Pfennig gefordert. Die Bosse haben wieder NEIN gesagt. Da sagten WIR NEIN! Alle Räder standen still. 36 Stunden später hatten wir unsere 30 Pfennig! Erkämpft. Da sagten wir JA. Und die Räder liefen wieder. Kollegen, als wir auf der Grünen Wiese standen, sangen wir: So ein Tag, so wunderschön wie heute… Das hat niemand vergessen.

KÖNNEN DIE METALLBOSSE ZAHLEN?

JA!

Immer wenn es um höhere Löhne geht, prophezeien die Unternehmer den 'Zusammenbruch der Wirtschaft'. Ihr Klagelied ist stets das gleiche. Während der Hochkonjunktur sagen sie: 'Lohnerhöhungen gefährden die Konjunktur'. In Krisenzeiten heißt es: 'Lohnerhöhungen gefährden die Wirtschaft und die Arbeitsplätze'. Diese Lüge ist so dumm, wie sie alt ist. Denn: nur der Profit darf immer steigen!

Zur Sicherung ihrer Profite mißbrauchen die Konzernherren rücksichtslos ihre Macht, um den Arbeitern, den Angestellten und ihren Gewerkschaften ein Lohndiktat aufzuzwingen. Sie verweisen auf die nachlassende Konjunktur und die nicht voll ausgenutzten Kapazitäten, um die Gewerkschaften fest an die Kette staatlicher Orientierungsdaten zu legen. Daß sie aber im Gegensatz zu Belgien und anderen Ländern - die ihre Stahlpreise um 10-30% senkten - den Preis pro Tonne Stahl noch Anfang dieses Jahres um 30% erhöhten, das verschweigen sie. Sie wollen den Preis und damit ihren Profit bestimmen. Sie legen lieber Werkteile still, als Preissenkungen zuzustimmen.

So sieht ihre Preistreiberei aus:

Mit Stab-Stahl erzielen sie im US-Export pro Tonne 392 bis 395 DM. Den Inlandspreis aber schrauben sie auf 475 DM. Kein Wunder, daß die Importe zunehmen.

Kaltgewalztes Feinblech verkaufen die Metallbosse ins Ausland für 450 DM und im Inland für 615 DM. Bei Warmbreitband beträgt dieser Unterschied 100 DM.

Diese Methoden sind ungeheuerlich. Hier wird der Machtmißbrauch einer Handvoll Konzernbosse überaus deutlich. Die Preistreiberei dient ihrem Profit. Sie scheren sich einen Dreck um die Arbeitsplätze ihrer 'lieben Mitarbeiter'. Für sie sind diese 'lieben Mitarbeiter' nur ein Kostenfaktor, ihre Profite jedoch ein geheiligtes Prinzip."

Berichtet wird vom Streik bei Krupp Wida Essen (vgl. 19.10.1971).
Q: Heisse Eisen Extrablatt Provokation der Stahlbosse, Dortmund O. J. (1971); DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

15.11.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, nach eigenen Angaben, vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 11.11.1971, 17.11.1971) heraus, die uns leider noch nicht vorlag und in der sie sich u.a. mit der Frage befaßt, warum am 10.11.1971 Mitglieder der Hoesch Leitung in Ijmuiden in den Niederlanden bei Hoogovens waren. Hier wird eine weitere Verfolgung der Fusionspläne vermutet (vgl. 22.11.1971).
Q: Heisse Eisen Extrablatt Entschließungen fordern: Handeln als Antwort auf die Unternehmerwillkür, Dortmund O. J. (1971), S. 3

17.11.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP frühestens heute eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 15.11.1971, 24.11.1971) heraus, die uns leider nur als Faksimile des Titels vorlag, wo es lediglich heißt:"
GROSSE TARIFKOMMISSION FÜR DIE STAHLERZEUGUNG SCHAFFT IN NRW KLARE VERHÄLTNISSE

Mit 2/3 Mehrheit beschloß die große Tarifkommission NRW am 16.11.1971 in Gelsenkirchen".
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

24.11.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich heute ein vierseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 17.11.1971, 29.11.1971) mit dem Leitartikel "Entschließungen fordern: Handeln als Antwort auf die Unternehmerwillkür" zu den Beschlüssen der IGM-Vertrauensleute bei der Westfalenhütte (vgl. 18.11.1971) und der Hoesch Hüttenwerke (vgl. 19.11.1971) heraus. Diese werden vollständig abgedruckt und sodann fortgefahren:"
Diese Entschließungen sind den Unternehmern und der Öffentlichkeit bekannt. Die Unternehmer reagieren nicht nur mit der Aufrechterhaltung des Nulltarif-Angebotes, sie ziehen (wie aus dem Inhalt dieser Ausgabe ersichtlich) Fäden mit weitreichenden Folgen für die Belegschaften - für sie selbst höchst profitträchtig. Wer so handelt muß in die Schranken gewiesen werden. Die Kollegen in Baden-Württemberg erteilen den Unternehmern der Weiterverarbeitung eine erste Lektion. Seit drei Tagen (vgl. 22.11.1971, d.Vf.) streiken sie einig und geschlossen für die Durchsetzung ihrer berechtigten Forderungen.

Hier in Dortmund greift Hermann Josef Abs - stets zu Diensten unter Hitler, wiedererstanden unter Adenauer - an. Er und seine Mannschaft verweigern nicht nur die berechtigten und notwendigen Lohnforderungen, sondern sie eröffnen den Angriff an der zweiten Front, den Angriff auf den Bestand der Hoesch Hüttenwerke, den Angriff auf die Arbeitsplätze. Das beweist, auf Entschließungen allein reagieren die Herren nicht. Sie provozieren höhere Auseiandersetzungen. Die Entschließung der gemeinsamen Vertrauenskörperleitungen schließt mit den Worten: Die Unternehmer haben uns herausgefordert - Wir nehmen die Herausforderung an. Die Unternehmer haben bis zur Stunde nur mit weiteren Provokationen geantwortet, die Unruhe in den Betrieben verstärkt sich. Offensichtlich muß erst die Explosion erfolgen, ehe die Unternehmer begreifen: DIE GEDULD GEHT ZU ENDE - WER NICHT HÖREN WILL MUSS FÜHLEN!"

Eingegangen wird auch auf die Fusion mit Hoogovens in den Niederlanden (vgl. 22.11.1971), mit der sich auch die letzte Ausgabe beschäftigte (vgl. 15.11.1971). Zu diesem Thema werden auch eine Reihe von Artikeln aus der Tagespresse nachgedruckt.
Q: Heisse Eisen Extrablatt Entschließungen fordern: Handeln als Antwort auf die Unternehmerwillkür, Dortmund O. J. (1971)

29.11.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche eine zweiseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 24.11.1971, 8.12.1971) heraus, in der sie die Entschließung zu Beginn ihres Düsseldorfer Parteitages (vgl. 25.11.1971) zur Metalltarifrunde (MTR) abdruckt und ausführt:"
JETZT URABSTIMMUNG!
DKP ENTLARVT UNTERNEHMERWILLKÜR

Das neue Lohndiktat der Metallbosse in Stuttgart (in Nordbaden/Nordwürttemberg, d.Vf.) lautet 6, 5 Prozent. Angesichts der aus vielen Betrieben geforderten 12 - 15 Prozent, war die Reduzierung auf 9 - 11 Prozent bereits ein Abstrich vom Notwendigen und unterstreicht deutlich: diese Forderungen sind Mindestforderungen. Bei einer Preissteigerung von 6, 7 Prozent in NRW sowie einer Erhöhung der Lohnsteuer, Sozialversicherung und Arbeitslosenbeiträge sind die 6, 5 Prozent eine Verhöhnung der Metallarbeiter.Deshalb wird der Erfolg des Lohnkampfes insgesamt von den Metallarbeitern Nordrhein-Westfalens wesentlich mitbestimmt. Die Kollegen in Baden-Württemberg fragen mit Recht: Was ist in NRW? Es gibt nur eine Antwort: Gemeinsam können die Metallarbeiter und ihre Gewerkschaft
- das Lohndiktat der Metallbosse brechen,
- mit der Urabstimmung den Unternehmern eine Niederlage vorbereiten,
- den wirtschaftlichen und politischen Machtanspruch der Metallunternehmer entschieden zurückweisen.

IN KOSTSPIELIGEN INSERATEN LÜGEN DIE METALLBOSSE DAS BLAUE VOM HIMMEL:

Die Unternehmer seien für Stabilität, gegen 'Lohninflation' und Arbeitslosigkeit, ist da zu lesen. Deshalb müßten sich die Metallarbeiter mit 6, 5 Prozent Lohnerhöhung zufrieden geben.

WAHR IST DAGEGEN:

Die Großunternehmer sind es, die die Preise hemmungslos in die Höhe treiben und die Inflation machen. Der Lohnanteil an einem Industrieerzeugnis ist heute niedriger als vor sechs Jahren! Die Konzerne sind es, die Hunderttausende willkürlich aussperren, die kurz vor Weihnachten viele Tausend Frauen und Männer wegen angeblicher 'Zulieferausfälle' auf die Straße setzen, die vielerorts Kurzarbeit diktieren, um die Arbeiter einzuschüchtern.

Die Konzerne betreiben rücksichtslos das Geschäft mit der Angst um den Arbeitsplatz. Die Großunternehmen und Multimillionäre sind es, die den Arbeitenden soziale und wirtschaftliche Stabilität verwehren. Stabilität heißt für diese Herren immer nur Gewinn und Ausweitung der Gewinne! Die Boss etun alles, um die Metallarbeiter unter ihr Lohndiktat zu zwingen. Die Arbeiter sollten jetzt überall ihre Solidarität mit den Streikenden und Ausgesperrten bekunden. Ihr Kampf ist unser aller Kampf. Ihr Erfolg nutzt uns allen! Die beste Form der Solidarität sind eigenen Aktionen um mehr Lohn, Warnstreiks und Urabstimmung in NRW.

Die Unternehmer führen gegen die Metallarbeiter einen Krieg. Die Arbeiter, Angestellten und ihre Gewerkschaften kämpfen um
- höhere Löhne, weil die Teuerung sonst die Wurst vom Brot frißt;
- höhere Löhne, die mehr Kaufkraft darstellen und dadurch die gefährdung der Arbeitsplätze durch Absatzmangel vermindern;
- gegen das Lohndiktat der Bosse, die den Herrn-im-Hause hervorkehren und die Arbeiter auf Lohnleitlinien festlegen wollen.

Wer die Maßlosigkeit der Unternehmer in die Schranken verweisen will, der muß dafür sorgen, daß die gewerkschaftliche Lohnforderung ohne Abstriche durchgesetzt wird."
Q: Heisse Eisen Jetzt Urabstimmung!, Dortmund O. J. (1971)

08.12.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP heute vermutlich am Nachmittag oder Abend ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 29.11.1971, 13.12.1971) heraus: '
SOLIDARITÄT GEGEN PROVOKATION DER METALLBOSSE

Die mehr als maßvollen Lohn- und Gehaltsforderungen der IG Metall werden von den Unternehmern mit Lügen, brutaler Willkür und Verfassungsbruch beantwortet.

DIE 'BESONDERE SCHLICHTUNG' (vgl. 8.12.1971, d.Vf.) UND DAS VERMITTLUNGSGESPRÄCH IM BUNDESKANZLERAMT (vgl. 7.12.1971, d.Vf.) SIND DURCH DIE PROVOKATORISCHE HALTUNG DER GROSSUNTERNEHMER GESCHEITERT.

Auch in der nachlassenden Konjunktur wollen die Bosse mit allen Mitteln und zu Lasten des Lebensstandards der Arbeiter und Angestellten ihre hohen Profite sichern. Das Großkapital schürt Unruhe und Angst, um damit den Boden für die Rückkehr der Scharfmacher Barzel und Strauß in die Bundesregierung vorzubereiten. Auch die Hoesch-Bosse machen bei dieser Politik mit.

Die Großunternehmer behaupten, der Streik gefährde die Arbeitsplätze, er mache die Wirtschaft kaputt. Dabei sind sie es, die durch ihre Unfähigkeit, durch Aussperrungen und Betriebsstillegungen Hunderttausende auf die Straßen setzen und ihnen ihre Arbeitsplätze rauben. Es ist offensichtlich, daß die Unternehmer in diesem Lohnkampf ein Exempel statuieren und ihren Herr-im-Hause-Standpunkt demonstrativ gegen die Gewerkschaft durchsetzen wollen. Bei Hoesch ordnen sie Zwangsurlaub an, sprechen von Kurzarbeit und Entlassungen, obwohl immer mehr Beispiele dafür bekannt werden, daß mit der 'Auftragslage' manipuliert wird. (HEISSE EISEN wird in der nächsten Ausgabe darüber berichten.)

Diejenigen, die unter Bruch der Verfassung Hunderttausende Arbeiter und Angestellte aussperren und durch Stillegungen von Betrieben Hunderttausende auf die Straßen setzen, heucheln Mitleid mit den Familien der Arbeiter, den Frauen und Kindern, die von ihrer Politik schwer betroffen werden.

Die Metallbosse verlangten sogar, daß die auf die Straße geworfenen Arbeiter und Angestellten keinen Pfennig Unterstützung bekommen sollten. Sie tun so als ob sie Schaden von unserer Wirtschaft und den Arbeiterfamilien abwenden wollten. In Wahrheit aber fügen sie der Wirtschaft und den Arbeiterfamilien schwersten Schaden zu - und das kurz vor Weihnachten. Darum kommt es einer Verleumdung der Arbeiter und Angestellten und ihrer Gewerkschaften gleich, wenn Minister Schiller die Gewerkschaften am 7. Dezember 1971 vor der Jahrestagung des Bundesverbandes der Arbeitgeberverbände (BdA, d.Vf.) in Bad Godesberg beschuldigte 'durch stures Weiterpokern die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft' aufs Spiel zu setzen. Damit greift Schiller erneut und eindeutig Partei für die Unternehmer. Schiller weiß genau, worum es den Unternehmern geht. Dr. Harders erklärte es unverblümt in 'Werk und Wir' Nr. 11/71 (vgl. *****.1971, d.Vf.) Es geht um die alte Forderung der Aktionäre nach maximalem Ertrag (Profit), der durch weniger Arbeitskräfte und höhere Arbeitsleistung erbracht werden soll.

EINHEITLICHE KAMPFAKTIONEN ALLER METALLER SIND DIE RICHTIGE ANTOWRT AUF DIE UNTERNEHMERPROVOKATIONEN

Durch Stillhalten und einer Kette von Kompromissen seitens der IG Metall ist kein Blumentopf zu gewinnen. Entgegenkommen bei Leuten vom Schlage Schleyer, van Hüllen, Harders und Co. zahlt sich nicht aus. Unsere Kollegen in Baden-Württemberg beschreiten den richtigen Weg. Durch Streiks und Protestkundgebungen geben sie den Bossen die notwendige Antwort. Heute, am Mittwoch, fand auf dem Karlsplatz in Stuttgart eine gewaltige Protestdemonstration und Kundgebung der IG Metall statt. Wir sind der Meinung, daß jene Kollegen recht haben, die fordern, vom Bodensee über den Borsigplatz bis Kiel, ALLE Metaller geschlossen in den Kampf gegen die Brutalität der Unternehmer zu führen. Nur dadurch können die Unternehmer schnell von ihrem hohen Ross herunter geholt und zur Erfüllung der berechtigten, gewerkschaftlichen Forderungen gezwungen werden. Nebenei gesagt, das wäre eine Methode, die den Streikfond der IG Metall am wenigsten belasten würde.

SOLIDARITÄT MIT DEN STREIKENDEN IST DAS GEBOT DER STUNDE! DIE STREIKENDEN METALLARBEITER KÄMPFEN FÜR ALLE! WIR ALLE SOLLTEN UNSERE STREIKENDEN UND AUSGESPERRTEN UNTERSTÜTZTEN!"

Nachgedruckt wird ein Artikel aus der heutigen 'WAZ', "Kurzarbeit droht nun auch in Dortmunds Hüttenwerken".
Q: Heisse Eisen Extrablatt Solidarität gegen Provokation der Metallbosse, Dortmund O. J. (1971)

13.12.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche eine zweiseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 8.12.1971, 22.12.1971) heraus:"
'GESAMTMETALL HAT SEINE PROFITGIERIGE FRATZE NOCH NIE SO OFFENBART WIE IN DIESER STUNDE'!

das sagte am vergangenen Mittwoch Willi Bleicher, Bezirksvorsitzender der IG Metall, auf der mächtigen Protestkundgebung unserer streikenden Kollegen in Stuttgart.

DAS IST MACHTPOLITIK UND KLASSENKAMPF VON OBEN!

so heißt es in der Presseerklärung, die von einer Konferenz der Betriebsratsvorsitzenden und Leiter der gewerkschaftlichen Vertrauenskörper der IG Metall am 8. Dezember in Dortmund verabschiedet wurde.

Mit der Vereinbarung der Vertreter der IG Metall und der Vertreter von Gesamtmetall in Nordbaden/Nordwürttemberg (vgl. 10.12.1971, d.Vf.) ist der Kampf der Metall- und Stahlarbeiter zwar in ein neues Stadium getreten, aber die Profitgier und die Machtpolitik der Großunternehmer bleiben. Die ausgehandelten 7, 5 Prozent Lohnerhöhung mit einer Laufzeit von 12 Monaten ab 1. Januar 1972 und einem Entgelt von je 60 DM für die Monate Oktober, November und Dezember bedeuten bei gegenwärtig etwa 6, 5 Prozent Preisanstieg zuzüglich 2, 5 Prozent Erhöhung der Steuern und Sozialbeiträge einen Abbau der
Reallöhne und Gehälter um mindestens 2 Prozent.

Bei alledem sind NICHT eingerechnet die von Schiller für das Jahr 1972 angekündigten Steuererhöhungen für Mineralöl, Tabak und Spirituosen, die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1 Prozent sowie weitere Preissteigerungen um mindestens 5 Prozent.

Die Sonderregelung für die Monate Oktober, November und Dezember und der Abschluß bis Dezember 1972 bedeuten faktisch, daß die Laufzeit des Abkommens 15 Monate umfaßt. Die Empfehlung des Vorstandes der IG Metall, dem 'Kompromiß' von Nordbaden/Nordwürttemberg als Modell für alle anderen Tarifbezirke zu nehmen ist bedenklich, weil sie nicht der notwendigen Absicherung des Lebensstandards und schon gar nicht dem erklärten Ziel des DGB entspricht, den Lebensstandard zu erhöhen. Das wird auch an folgendem Beispiel deutlich: Bei einem Zeitlohnarbeiter der Lohngruppe 7 (Metallindustrie) beträgt der Stundenlohn 5, 04 DM + 13% tariflicher Leistungszuschlag gleich 5, 70 DM. Bei normaler Arbeitszeit ergibt das monatlich ein tariflich abgesichertes Bruttoeinkommen von 976 DM. Nach Abzug der Steuern und Sozialversicherungsabgaben verbleiben 787, 90 DM. Bei einer Lohnerhöhung von 7, 5% erhöht sich das Bruttoeinkommen auf 1 049 DM. In der Steuergruppe III mit 2 Kindern sind 72, 10 DM Lohnsteuer zu zahlen, an Beiträgen für die Sozialversicherung usw. werden abgezogen 139 DM, bleibt unter dem Strich 837, 90 DM netto. Seit der letzten Tariflohnerhöhung am 1.10.1970 ist durch Preiserhöhungen ein Kaufkraftverlust von 6, 5% - im vorliegenden Falle also um 54, 46 DM von 837, 90 DM - eingetreten, so daß trotz einer Lohnerhöhung um 7, 5% eine Senkung des Realeinkommens um 4, 46 DM gegenüber dem Stand vom 1.10.1970 herauskommt. Bei dieser Rechnung sind aber noch nicht die Erhöhungen der Invalidenversicherung und der Arbeitslosenversicherung ab 1.1.1972 sowie die zu erwartenden Preissteigerungen von 5 - 7% berücksichtigt.

Die unbefriedigende Vereinbarung in Nordbaden/Nordwürttemberg kann und darf also kein Modell für andere Tarifbezirke und andere Gewerkschaftsbereiche sein. Jetzt geht es darum, in den Tarifgebieten von NRW die Forderungen der IG Metall-Funktionärskonferenzen von Gelsenkirchen (vgl. 6.12.1971, d.Vf.) und Dortmund nach Durchführung der Urabstimmung und anderer Kampfaktionen zu erfüllen. Nur dadurch sind das Lohndiktat der Unternehmer zu brechen und die gewerkschaftlichen Forderungen von 9 bzw. 11% voll durchzusetzen.

Die vom CSU-Vorsitzenden Strauß und auch von SPD-Minister Schiller unterstützte Unternehmerprovokation kann nur zurückgewiesen werden, wenn die einheitliche und geschlossene Front der Arbeiter und Angestellten der Metallindustrie und die volle Kraft der Industriegewerkschaft Metall an Rhein und Ruhr mobilisiert werden.

In Anbetracht der stärker werdenden Auseinandersetzungen hängt alles von der Einheitlichkeit und der Solidarität aller Arbeiter und Gewerkschafter ab. Vor allem aber wächst die Notwendigkeit starker, auf kämpferischen Klassenpositionen stehender Gewerkschaften. Alle Erfahrungen der Klassenauseinandersetzungen lehren: Die arbeitenden Menschen werden von dem Reichtum, den sie allein schaffen, immer nur soviel bekommen, wie sie sich selbst erkämpfen. Die DKP sagt erneut: Wer dem Großkapital nichts nimmt, kann der arbeitenden Bevölkerung nichts geben."
Q: Heisse Eisen 'Gesamtmetall hat seine profitgierige Fratze noch nie so offenbart wie in dieser Stunde'!, Dortmund O. J. (1971)

22.12.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP frühestens heute eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 13.12.1971, 1972) auf Dezember datiert heraus, mit dem Leitartikel:"
BELEGSCHAFT FORDERT NACH WIE VOR MINDESTENS 10%

… Nachdem in der Belegschaftsversammlung der Westfalenhütte am 9.12. Urabstimmung und andere Kampfmaßnahmen zur Durchsetzung der 10% gefordert wurden, sammeln die Kollegen nun Unterschriften, um ihre Forderungen zu erhärten. Begonnen wurde diese Unterschriftensammlung (vgl. 13.12.1971, d.Vf.) durch die Vertrauensleute und Betriebsratsmitglieder des Schlackenverarbeitungsbetriebes Heckett auf dem Phoenix. Schnell sprach sich diese Sache herum und nun werden auf allen 3 Werken Unterschriften gesammelt. 'Heisse Eisen' sprach mit einigen Betriebsratsmitgliedern und Vertrauensleuten von Heckett. Hier das Ergebnis dieses Gespräches.
'HEISSE EISEN':
'Was hat Euch veranlaßt, mit der Unterschriftensammlung zu beginnen?'

VERTRAUENSMANN VON HECKETT:
'Die Stahlunternehmer haben bisher noch kein Angebot gemacht. Sie wollen keinen Pfennig herausrücken und haben der Verhandlungskommission vorgeschlagen, den Tarifvertrag um 6 Monate zu verlängern. Mit einem solchen Lohnstop sind wir nicht einverstanden. Leider hat der Vorstand der IG Metall die Verhandlungen in der Stahlindustrie noch nicht für gescheitert erklärt und nicht die Durchführung der Urabstimmung beschlossen. Wir halten es für notwendig, die Ortsverwaltung Dortmund, die Bezirksleitung Essen und den Vorstand der IG Metall daran zu erinnern, daß die Forderung nach 10% Lohn- und Gehaltserhöhung unsere Mindestforderung ist, von der nicht abgerückt werden darf.

'HEISSE EISEN':
'In der Metallverarbeitung von NRW wurde das sogenannte 'Modell' von Nordbaden/Nordwürttemberg mit einer Lohn- und Gehaltserhöhung von 7, 5% übernommen. Wie denkt Ihr darüber?'

VERTRAUENSMANN VON HECKETT:
'Wir halten das für eine Sauerei. Die verantwortlichen Funktionäre der IG Metall haben sich mal wieder pflaumenweich gezeigt. Einerseits weist unsere Gewerkschaft nach, daß eine Lohnerhöhung von 9 - 10 Prozent möglich und notwendig ist, es wird ein langer und harter Streik geführt, es wird auf regionaler Verhandlungsführung bestanden und dann doch klein beigegeben. Andererseits wird jetzt von immer mehr Gewerkschaftsfunktionären davon gesprochen, daß Nordbaden/Nordwürttemberg das 'Modell' für die ganze BRD sei. Wir sind der Auffassung, die 7, 5% für die Metallverarbeitung dürfen für die Stahlindustrie kein Modell sein. Zahlreiche Kollegen der Stahlindustrie, z.B. Vertrauensleute der Westfalenhütte, forderten 15% und haben die Berechtigung einer solchen Forderung nachgewiesen. Die große Lohn- und Tarifkommission hat diese Forderung auf 10% hinuntergeschraubt, das ist schon eine große Konzession an die Stahlunternehmer, nun darf es keine weiteren Abstriche mehr geben.'

'HEISSE EISEN':
'Wie soll es Eurer Meinung nach nun in der Lohnrunde der Stahlindustrie weitergehen?'

BETRIEBSRATSMITGLIED VON HECKETT:
'Jedenfalls nicht so wie bisher. Durch Stillhalten und Schweigen sind die Stahlunternehmer nicht zu beeindrucken. Wir möchten durch die Unterschriftensammlung erreichen, daß eine große Zahl Kollegen in der Stahlindustrie ihre Meinung zum Ausdruck bringt. Wir freuen uns, daß jetzt auch auf den 3 Hoesch-Hüttenwerken Unterschriften gesammelt werden. Je mehr umso besser. Es ist gut, Mitglied der IG Metall zu sein und seinen Beitrag zu bezahlen. Besser aber ist, aktives Mitglied der Gewerkschaft zu sein und Einfluß zu nehmen auf die Entscheidungen unserer Funktionäre. Darum sehen wir in der Unterschriftensammlung auch einen Beitrag zur Entwicklung der innergewerkschaftlichen Demokratie. Mit wüsten Beschimpfungen irgendwelcher angeblicher 'Bonzen' kommt na nicht weiter. Es geht darum, durch unsere eigene Aktivität, durch massenhafte Aktivität der Kollegen die IG Metall zu einer Kampforganisation zu machen.'"

Veröffentlicht wird noch ein Leserbrief aus der Stoffwirtschaft der Westfalenhütte, der sich z.T. auf die dortige Betriebsversammlung (vgl. 9.12.1971) bezieht und im anderen Teil ausführt:"
7, 5% LOHNERHÖHUNG AUCH FÜR UNS?

Nachdem der Arbeitskampf in Baden-Württemberg mit diesem Schlichtungsergebnis zu Ende gegangen ist, hört man hier allenthalben die Meinung, mit solch einem Ergebnis könnten wir von der eisenschaffenden Industrie wohl auch zufrieden sein.
Nein, ich muß daran denken, wie ein Vertrauensmann in der Waschkaue geradezu enthusiastisch dieses Ergebnis pries.
Nun tut es mir furchtbar leid, daß ich da geistig nicht mehr ganz folgen kann. Und wenn nicht ganz so viel Zweckoptimismus und Feigheit vor der letzten Entscheidung, sondern mehr der nüchterne Verstand gebraucht würde, dann müßte es doch in mehreren Köpfen dämmern und klarwerden, daß solch ein Abschluß mit 7, 5% und 12monatiger Laufzeit wieder einmal einem Substanzverlust, oder anders ausgedrückt einer Verschlechterung des Lebensstandards der Arbeiter gleichkommen würde. Warum?
1. Ist doch wohl allgemein bekannt, daß gerade hier in Nordrhein-Westfalen der Kaufkraftverlust bei 6% liegt. Eher noch einige Kommastellen mehr als weniger.
2. Wenn man jetzt weiterdenkt, daß ja bei 7, 5% mehr Verdienst auch die Steuern, Beiträge und überhaupt die Abzüge wieder steigen, dann werden die restlichen 1, 5% im Nettolohn auch wieder verschwunden sein. Bis dahin wäre das noch eine ausgeglichene Entwicklung.
Aber es geht ja auch noch 12 Monate weiter. Aber so, wie wir jetzt schon wissen, daß neue Steuerlasten auf uns zukommen (Tabak- und Alkoholsteuer), so kann man sich auch an fünf Fingern abzählen, daß auch die inflationäre Entwicklung auch im nächsten Jahr noch weiter gehen wird. HOFFENTLICH nicht mehr so stark wie heute. Aber jedenfalls wird sie noch weiter gehen. Beides zusammen aber wird mit Sicherheit wieder eine Verschlechterung des Lebensstandards für uns mit sich bringen. Darum finde ich die Forderung von 7, 5% wenn sie gestellt werden würde, zu billig und keinesfalls befriedigend.
Wenn man nun auch schon gewohnt ist, froh zu sein, wenn man etwas, was man schon hat, auch nur behalten darf (denkt doch einmal daran, was wir auf der Hoesch Westfalenhütte auf sozialem Gebiet alles schon einmal hatten, jetzt aber nicht mehr haben), so find ich es entgegen alle Leitlinien doch nicht in Ordnung, wenn unsere Gewerkschaft nicht unsere Interessen vertreten würde."

Ebenfalls veröffentlicht werden Auszüge aus dem Manifest des Düsseldorfer Parteitages der DKP (vgl. 25.11.1971).
Q: Heisse Eisen Belegschaft fordert nach wie vor mindestens 10%, Dortmund Dez. 1971

1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP eventuell 1972 eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 22.12.1971, 11.1.1972) heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile eines Teils der Titelseite vorlag:"
FRONTALANGRIFF AUF HOESCH-BELEGSCHAFT!

'Zwingt den Pöbel in die Knie' lautet eine Forderung, die auf der Aktionärsversammlung in der Westfalenhalle aufgestellt wurde. Daß damit die Gesamtbelegschaft gemeint war, zeigt sich in den letzten Wochen in allen Betriebsbereichen der Hoesch Hütten AG. Unter dem Deckmantel Sparmaßnahmen durchzuführen, um die von den Aktionären ausgebrütete angespannte Ertragslage des Konzerns zu verbessern, wird die Belegschaft drangsaliert, wird eine Unsicherheitspsychose ausgelöst. Da malt Dr. Wohlgemuth ein Bild, das so aussieht, als stünde die Hoesch AG unmittelbar vor dem Bankrott. Die Ursachen für all diese Machenschaften sind klar, alle dienen nur dem einen Ziel: der Erhaltung des Höchstprofites der Aktionäre.

1.) Die Profite des vergangenen Geschäftsjahres (12% Dividende, 2% Sonderbonus, 6% für Investitionen) basierten auf 585 000 t Durchschnittsproduktion. Gegenwärtig wird eine Schnittproduktion von 525 000 t im Hoeschbereich erzeugt. Diejenigen jedoch, die ihr Geld ohne zu arbeiten verdienen, wollen den gleichen Profit wie im Vorjahr. Bleibt also die Frage: Wo soll das herkommen? Die Preise bei Stahl sind so angezogen worden, daß über den Weg weiterer Preissteigerungen für Stahl nicht allzuviel möglich ist. Also müssen die Löhne der Arbeiter und Angestellten herhalten, " hier bricht unsere Vorlage
ab.

Weiter heißt es in der nächsten Spalte:"
2.) Die Unternehmer wissen, daß die Kollegen, um die Preis- und Steuerlawine abzufangen, eine hohe Lohnforderung stellen werden und bereit sind, für deren Durchsetzung bis zum äußersten zu kämpfen. Deshalb versuchen sie, die Forderung der Aktionäre 'äußerste HÄrte bei Lohnverhandlungen zu zeigen', schon jetzt damit einzuleiten, daß sie Existenzangst erzeugen, die Kollegen verunsichern, Willkürmaßnahmen der Arbeitseinteilung ergreifen (siehe Stahlbau). Sie spielen mit dem Gedanken Team-Arbeit zu organisieren, die in der Endkonsequenz das ganze jetzige Lohngefüge über den Haufen werfen würde. Die Unternehmer wissen: Der nächste Oktober kommt bestimmt - und sie richten sich schon jetzt ein und bauen vor.

3.) Vom Direktor über die Abteilungsleiter, Meister und Vorarbeiter schreit alles: Sparmaßnahmen ergreifen, sparen auf allen Gebieten. Als erstes geht es dabei so weit, daß die Kollegen aufgefordert werden, mit Trinkwasser zu sparen. Das ist ein menschenwürdiges Ansinnen! Aber die Bosse rechnen anders; denn jeder eingesparte Kubikmeter Trinkwasser erhöht den Profit und nur um den und nichts anderes geht es. Da will man den Kollegen begreiflich machen, daß die geplanten Neuanlagen große Geldmittel erfordern. Das ist richtig, aber sollen doch diejnigen diese Mittel aufbringen", hier bricht unsere Vorlage endgültig ab.
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 13

11.01.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ein zweiseitiges Extra ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 1972, 15.1.1972) zum gestrigen Streik auf der Westfalenhütte heraus.

Eingegangen wird auch auf die große Lohn- und Tarifkommission der IGM für die Stahlindustrie in NRW (vgl. 10.1.1972).

Ausgeführt wird:"
Die Kolleginnen und Kollegen lassen sich nicht so ohne weiteres abspeisen. Weder mit 6% ab 1.10.1971, wie die Verhandlungskommission der IG Metall unter der Leitung des Kollegen Manowski es zunächst wollte. Erst recht wollen sich die Kollegen nicht mit 6% ab 1.Januar 1972 abspeisen lassen, so wie es die Stahlbosse vorgeschlagen haben.

Die Unternehmer können zahlen. Wenn der Hoesch-Konzern ein neues Stahlwerk für über 1 Milliarde bauen will und kann, dann beweist das, wieviel die Konzernherren an der Hochkonjunktur verdient haben. Ihr Profit ist nach wie vor gesichert und mit dem neuen Werk wollen sie ihn weiter steigern. Niemand hat etwas gegen technischen Fortschritt. Es ist aber nicht einzusehen, warum dieser Fortschritt allein zu Lasten der Löhne und zum Wohl der Unternehmer erzielt werden soll.

Es geht darum, die gewerkschaftliche Forderung nach Vergrößerung des Lohnanteils auf Kosten der Unternehmergewinne durchzusetzen und ein weiteres Absinken des realen Lohnes zu verhindern. Wieder einmal ist deutlich geworden, freiwillig und nur durch Verhandlungen ist kein Blumentopf zu gewinnen. Nur durch einheitliches und entschlossenes Handeln der Belegschaften kann den Unternehmern etwas abgerungen werden. Darum ist es notwendig, die Urabstimmung zu einer großen Willenskundgebung aller Gewerkschaftsmitglieder für die volle Durchsetzung der 10%-Forderung zu machen.

Die Betriebsgruppen der DKP für die Hoesch-Hüttenwerke rufen alle Kollegen auf, sich aktiv an der Vorbereitung und Durchführung der Urabstimmung zu beteiligen.

ES GEHT UM DIE BERECHTIGTEN FORDERUNGEN!
ES GEHT UM DIE STÄRKUNG DER IG METALL!
DARUM JA FÜR 10%!"

Die KPD (vgl. 28.1.1972) berichtet zentral:"
Am Dienstag verteilte die DKP Flugblätter in denen sie die Illusion verbreitete, daß die Urabstimmung beschlossene Sache sei, daß es jetzt darum gehe, die 10% durchzusetzen. In keiner Weise ging sie auf die Taktik der Gewerkschaftsführung ein, die Kollegen mit der Urabstimmung zu beruhigen, um ungestört den Verrat durchzuführen. Die DKP unterstützte durch ihr Auftreten die Gewerkschaftsführung in ihren verräterischen Absichten. Sie sahen sich auch dann nicht veranlaßt, die Kollegen über diese Manöver aufzuklären, als bekannt war, daß die Tarifverhandlungen längst wieder aufgenommen worden waren und propagierten nicht die Forderung: Sofortiger Abbruch der Verhandlungen."
Q: Heisse Eisen Extra Kollegen der Westfalenhütte demonstrierten für 10%, Dortmund O. J. (11.1.1972); Rote Fahne Nr. 35, Berlin 28.1.1972, S. 2

15.01.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich heute oder morgen ein zweiseitiges Extra ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 11.1.1972, 19.1.1972) heraus, in der sie vom 14.1.1972 bei Hoesch und und in der großen Tarifkommission (GTK) der IGM für die Stahlindustrie von NRW berichtet und einen Haustarif für Hoesch fordert.
Q: Heisse Eisen Extra '6 Prozent sind für den Arsch, für 10% geht unser Marsch!', Dortmund O. J. (Jan. 1972)

19.01.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP frühestens heute nachmittag oder abend eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 15.1.1972, 7.2.1972) heraus, in der sie von der Fusion von Hoesch mit Hoogovens (vgl. 14.1.1972) berichtet, zum eigenen Betriebszeitungsfest (vgl. 28.1.1972) einlädt, ein Interview mit dem DKP-Vorsitzenden Kurt Bachmann nachdruckt und sich mit dem Brief des Hoesch-Vorstandes an die Belegschaft (vgl. 17.1.1972) befaßt:"
STELLUNGNAHME DER DKP DORTMUND ZUM BRIEF DES HOESCH-VORSTANDES AN ALLE BELEGSCHAFTSMITGLIEDER DER HOESCH-HÜTTENWERKE IN DORTMUND

Nachdem mehr als 10 000 gewerkschaftliche organisierte Belegschaftsmitglieder der Hoesch-Hüttenwerke in der vergangenen Woche von ihrem Recht der Arbeitsniederlegung und der Demonstration Gebrauch gemacht haben, versucht der Vorstand dieses Konzerns nun die um ihre berechtigten Belange kämpfenden Belegschaften einzuschüchtern.

Die berechtigten Interessen der Hoesch-Belegschaften sowie der Stadt Dortmund und ihrer Bevölkerung werden durch die Profitpolitik des Vorstandes der Hoesch AG ernsthaft verletzt. Gerade diese Tatsache soll verschleiert werden.

In einem Brief des Vorstandes an alle Belegschaftsmitglieder wird der Versuch unternommen, den Arbeitern und Angestellten schon jetzt die Schuld für kommende Schwierigkeiten im Hoesch-Konzern in die Schuhe zu schieben. In ihrem Brief wird behauptet, daß die Belegschaften ihre Arbeitsplätze in Gefahr gebracht hätten, indem sie zu gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen gegriffen hätten, um eine 10-prozentige Lohn- und Gehaltserhöhung zu erreichen.

Die DKP erklärt dazu folgendes:

Noch zu keiner Zeit haben Lohnerhöhungen und gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen zur Durchsetzung solcher Lohnerhöhungen die Arbeitsplätze gefährdet. Das ist auch diesmal nicht der Fall. Wirkliche Gefahr für die Sicherheit der Arbeitsplätze entsteht durch die Machenschaften des Vorstandes des Hoesch-Konzerns, nicht zuletzt durch die beschlossene Fusion mit dem holländischen Stahlkonzern Hoogovens.

Das Gewinnstreben der Großaktionäre steht jeder sinnvollen, den Interessen der Belegschaften und der gesamten Bevölkerung dienenden Wirtschaftspolitik im Wege. Im Hoesch-Konzern und im gesamten Stahlbereich steht nicht der arbeitende Mensch, sondern die 'Ertragslage', d.h. der Profit weniger Superreicher im Mittelpunkt. Diese Auffassung der DKP wird unterstrichen durch eine Erklärung des Arbeitgeberverbandes Eisen- und Stahlindustrie, die im Zusammenhang mit dem letzten Tarifabschluß abgegeben wurde. In dieser Erklärung heißt es unter anderem: 'Der Arbeitgeberverband Eisen- und Stahlindustrie hat im Interesse des Arbeitsfriedens Zugeständnisse gemacht, die bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage der Stahlunternehmer die Grenze des Vertretbaren überschreiten. Die weitere Verringerung der Belegschaftszahlen wird eine unvermeidbare Folge der neuerlichen starken Kostenbelastung aus dem Tarifabkommen sein.'

Diese Erklärung macht deutlich: Die Stahlbosse wollen mit Mitteln des Drucks auf die Arbeitsplätze ihren Profit sichern und den berechtigten Unmut der Stahlarbeiter gegen die gewerkschaftliche Organisation, gegen die IG Metall richten. Die DKP sagt unmißverständlich: Der jüngste Lohnkampf in der Stahlindustrie - und der Brief des Vorstandes an die Belegschaftsmitglieder - zeigen deutlich, daß der Machtmißbrauch der Stahlmonopole gebrochen werden muß, damit die Interessen der Belegschaften, der Stadt Dortmund und ihrer Bevölkerung gewahrt werden können. Darum ist die Überführung der Stahlkonzerne in öffentliches, demokratisch kontrolliertes Eigentum notwendig.

Jetzt kommt es darauf an, die Organisation der IG Metall zu stärken und den Kampf zu führen zur Durchsetzung betrieblicher Forderungen. Nur so sind die Arbeitsplätze der Stahlarbeiter zu sichern. Dem provokatorischen Auftreten des Hoesch-Vorstandes sollten die Belegschaften geschlossen entgegentreten."

Diese Erklärung lag uns auch als Spiritcarbonabzug von zwei Seiten DIN A 4 vor, in dem es weiter heißt:"
Die DKP ruft die Arbeiter, Angestellten und Jugendlichen dazu auf, sich nicht länger von den millionenschweren Hoesch-Bossen auf der Nase herumtanzen zu lassen.

Für den Kreisvorstand der DKP Dortmund

i.A. Rudi Skott"

Weiter verbreitet die DKP auch folgenden Leserbrief:"
BLAUER BRIEF AN ALLE HOESCH-KUMPEL BEWEIST: HOESCH-BOSSE IN HARNISCH!

Die Tinte unter dem durch die Stahlkumpel erzwungenen Tarifabkommen war noch nicht trocken, da fangen die Unternehmer an zu bellen wie hungrige Wolfshunde. Die gleichen Leute, die seit dem 1.10.1971 bis zum 14.1.1972 nichts anderes als ein Nullangebot auf den Tisch des Hauses legten, das mit gedrosselter Produktion, Absatzschwierigkeiten, Auftragsmangel usw. begründet wurde, beklagen jetzt in einem Schreiben, das sie an alle Belegschaftsmitglieder verschickten, die durch den notwendigen Streik entstandenen Produktionsverluste und sprechen von einem schwerwiegenden Wettbewerbsnachteil, der ihnen entstanden sei. Mit keinem Wort wird der nachteil erwähnt, der den Arbeitern seit mehr als drei Monaten durch vorenthaltenen Lohn entstanden ist. Die Unternehmer stellen sich in dem Brief wie ein Wohltätigkeitsverein dar und preisen ihre hohen 'sozialen Leistungen' über alle Maßen. Es scheint ihnen völlig entgangen zu sein, was in den letzten Monaten mit den Mieten und den Nebenkosten in der Hoesch-eigenen Wohnungsgesellschaft passiert ist. Daß in den letzten Monaten die Kohlepreise für Hoesch-Arbeiter einige Male erhöht wurden und das Essen in der Kantine erheblich verteuert wurde. Sie tun so, als wären diese Belastungen der Einfall irgend eines Kanzleischreibers, der seine Befugnisse überzogen hat. Auch das Problem des Zwangsurlaubes zwischen Weihnachten und Neujahr, der den Hoesch-Kollegen eine Woche Urlaub zu einer von ihnen selbst bestimmten Jahreszeit kostet, wird von den Profitmachern als soziale Maßnahme dargestellt. Unsozial verhalten sich nach Meinung der Bosse einzig und allein die Arbeiter, welche die auch von Hoesch verordneten Preissteigerungen bezahlen müssen und die sich mit Recht dagegen wehren.

SO IHR HOHEN HERREN, GEHT ES NICHT!

Die Geduld der Kumpel wurde lange genug strapaziert. Der Brief an alle Arbeiter beweist, daß die Kumpel richtig gehandelt haben, wenn sie mit ihren Aktionen den tauben Bossen die Bohnen aus den Ohren gespritzt haben. Wie aus den Werken zu hören ist, betrachten die Kollegen die Lohnrunde noch nicht als beendet, daran ändert auch der Ausbeuterbrief mit seinen Drohungen nichts.

DAS GESCHÄFT MIT UNSEREM GELD!

Erst machten die Unternehmer unter Anwendung leichten Drucks die bargeldlose Lohnzahlung schmackhaft und setzten sie durch, jetzt sollen die Kollegen dafür bei den Banken bezahlen. Die Verflechtung der Großbanken und der Konzerne ermöglicht es den Herren immer, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Erst scheffeln sie Riesenbeträge, die durch die übermäßig langen Wartezeiten bei der Lohnauszahlung an Zinsen entstehen sowie durch eingesparte Personalkosten in den Lohnbüros. Jetzt möchten sie von unseren paar Kröten noch etwas mehr für sich abzwacken. So, liebe Kollegen, geht es nicht weiter. Wenn die Unternehmer nicht bereit sind, diese Kosten zu übernehmen, die sie in der Endkonsequenz heraufbeschworen haben, kann es für uns nur eine Schlußfolgerung geben: Zurück zur alten Entlohnungsform.

Ein Kollege aus dem Stahlbau."
Q: Heisse Eisen Stellungnahme der DKP Dortmund, Dortmund Jan. 1972; DKP-Kreisvorstand Dortmund-Rudi Skott: Stellungnahme der DKP Dortmund zum Brief des Hoesch-Vorstandes an alle Belegschaftsmitglieder der Hoesch-Hüttenwerke in Dortmund, Dortmund O. J. (Jan. 1972)

07.02.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche eine zweiseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 19.1.1972, 14.2.1972) zum zweiten Brief des Hoesch-Vorstandes an die Belegschaft (vgl. 5.2.1972) heraus.
Q: Heisse Eisen Hoesch-Vorstand praktiziert Klassenkampf, Dortmund O. J. (Feb. 1972)

14.02.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche eine zweiseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 7.2.1972, 23.2.1972) heraus:"
JETZT RATIFIZIEREN

Am Mittwoch, 23. Februar und Donnerstag, 24. Februar, findet im Bundestag die 1. Lesung zur Ratifizierung der Verträge von Moskau und Warschau statt.

Die CDU/CSU unter Führung von Barzel und Strauß, die NPD, die sogenannte 'Gemeinschaft ostdeutscher Grundbesitzer', alle Feinde von Entspannung und Sicherheit in Europa sind angetreten, um die Ratifizierung und Erfüllung der Verträge, die bereits die Unterschrift des Bundeskanzlers Willy Brandt tragen, zu verhindern. Strauß und Barzel behaupten, die Verträge seien nicht mit der Verfassung vereinbar. Doch das Grundgesetz (GG, d.Vf.) der Bundesrepublik verpflichtet schon in seiner Präambel jeden Politiker zum Dienst am Weltfrieden. Und genau diesem Ziel, der Erhaltung des Friedens, sollen die Verträge dienen. Darum werden in ihnen die in Europa bestehenden Grenzen anerkannt und die vertragschließenden Staaten verpflichtet, auf jede Gewaltanwendung zu verzichten. Was kann also die Ablehnung der Verträge anderes bedeuten als den Versuch, die Grenzen zu verändern und dabei Gewalt anzuwenden? Gewaltanwendung in Mitteleuropa würde für unser aller Leben äußerste Gefahr bedeuten. Strauß und Barzel, Revanchisten und Neo-Nazis werfen der Bundesregierung vor, auf die Politik der Stärke verzichtet zu haben. Mit einer Politik der Stärke wäre mehr herauszuholen, behaupten ausgerechnet jene, die durch den kalten Krieg unser Land an den Rand des heißen Krieges geführt haben. Von 'menschlicher Erleichterung' reden Strauß und Barzel und möchten, daß unsere arbeitenden Menschen immer weiter um Milliarden für die Rüstung 'erleichtert' werden.

Die Hetze der CDU/CSU gegen die Verträge widerspricht dem erklärten Willen der Mehrheit der Bevölkerung unseres Landes und schadet den Interessen der Bundesrepublik. Unser Land braucht Frieden und normale Beziehungen zu all seinen Nachbarn. Es braucht die Verträge von Moskau und Warschau, damit seine Bevölkerung und die Völker Europas in einem stabilen und dauerhaften Frieden leben können. Darum ruft die DKP die Dortmunder Bevölkerung dazu auf, Strauß und Barzel in den Arm zu fallen und für die Ratifizierung und Erfüllung der Verträge aufzutreten. Die DKP betont ihre Bereitschaft, mit allen friedliebenden Kräften gemeinsam für die rasche Ratifizierung und Erfüllung der Verträge zu kämpfen. Es kommt unserer Meinung nach darauf an, daß die Befürworter der Verträge, die Organisationen der Arbeiter und Angestellten und nicht zuletzt die zahlreichen Mitglieder und Anhänger der Dortmunder SPD JETZT ihre Zustimmung zu den Verträgen bekunden. Durch Entschließungen, Stellungnahmen, Unterschriftensammlungen und Briefe an die Bundestagsabgeordneten sollte der Wunsch unserer Bevölkerung nach Ratifizierung der Verträge zum Ausdruck gebracht werden. Nur in dem Maße, wie der Hetze der CDU/CSU politische Aktivität aller Befürworter der Verträge entgegengesetzt wird, können Inhalt und Geist der Verträge Wirklichkeit werden."

In einem vermutlich zentral von der DKP (vgl. Feb. 1972) verbreiteten Kasten geht es um die großen Vorteile der Verträge.
Q: Heisse Eisen Extra Jetzt ratifizieren, Dortmund O. J. (1972)

23.02.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP frühestens in dieser Woche, laut Verteilerplan (vgl. 14.2.1972) heute ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 14.2.1972, 22.3.1972) für Februar mit 6 Seiten DIN A 4 und folgendem Leitartikel heraus:"
JEDEN SPALTUNGSVERSUCH ZURÜCKWEISEN!

In Zusammenhang mit den Betriebsratswahlen (BRW - vgl. 18.4.1972, d.Vf.) stellte 'Heisse Eisen' dem Kreisvorsitzenden der Dortmunder DKP, Werner Groß, einige Fragen. Werner Groß hat mehrere Jahre auf den Werken Phoenix und Westfalenhütte gearbeitet. Auf der Westfalenhütte war er Vertrauensmann und wurde wegen seiner aktiven Gewerkschaftsarbeit von der Konzernleitung entlassen.

Hier die Fragen und Antworten:
'HEISSE EISEN':
Warum lehnt die DKP Listenwahlen bei den kommenden Betriebsratswahlen ab und unterstützt die IG Metall in ihrer Forderung nach einer gewerkschaftlichen Einheitsliste?

W. GROSS:
Die DKP ist nicht nur vor Betriebsratswahlen sondern immer für die gewerkschaftliche Einheit. Wir gehen von der einfachen Wahrheit aus, daß ALLE Belegschaftsmitglieder - unabhängig von ihrer parteipolitischen oder weltanschaulichen Auffassung - die gleichen Interessen haben und den gleichen Gegner - die Unternehmer. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, daß es etwa einen sozialdemokratischen, kommunistischen oder christlichen Lohn gibt. Alle Kollegen bekommen ihren Lohn auf der Grundlage der analytischen Arbeitsplatzbewertung (AAB, d.Vf.) und dem Tarifvertrag. Genauso ist es in allen anderen Fragen. Immer stehen die gemeinsamen Interessen der Arbeiter und Angestellten den gemeinsamen Interessen des Aufsichtsrates und der Direktion gegenüber. Die Belegschaft würde sich also ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie ihre gemeinsamen Interessen nicht einheitlich durchsetzen wollte.

Zum zweiten unterstützt die DKP die gewerkschaftliche Einheitsliste, weil dadurch die Persönlichkeitswahl gesichert ist, also jeder Kollege die Möglichkeit hat, diejenigen Kollegen zum Betriebsrat zu wählen, von denen er der Auffassung ist, daß die Interessenvertretung der Belegschaft in guten Händen liegt.

'HEISSE EISEN':
Es gibt einige sich kommunistisch nennende Gruppen, die offen zur Spaltung der Gewerkschaft aufrufen und statt die gewerkschaftliche Einheitsliste zu unterstützen, dazu aufrufen, zu den Betriebsratswahlen Spalterlisten einzureichen. Wie beurteilt die DKP diese Politik?

W. GROSS:
Zunächst einmal möchte ich sagen, daß es nur eine kommunistische Partei gibt, nämlich die DKP.

Alle anderen Gruppen benutzen das Wort 'kommunistisch' nur zur Tarnung ihrer antikommunistischen Politik der Spaltung. Mir ist bekannt, daß es zahlreiche Kollegen gibt, die angesichts des Auftretens mehrerer - sich kommunistisch nennender Gruppen, verwirrt sind und uns, die DKP, in einen Topf werfen mit allem was sich kommunistisch nennt. Eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen der DKP und den anderen Gruppen besteht eben darin, daß die DKP stets für die gewerkschaftliche Einheit auftritt, während die Jungen und Mädchen von der 'Roten Westfalenwalze' (KPD/ML-ZB, d.Vf.), dem 'Roten Morgen' (KPD/ML-ZK, d.Vf.), der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KPD, d.Vf.) und anderen Arbeiterorganen offenbar ihre Hauptaufgabe darin sehen, diese gewerkschaftliche Einheit zu zerstören. Natürlich gibt es in der Belegschaft unterschiedliche Auffassungen über die Tätigkeit des Betriebsrates und die Politik der IG Metall. Aber das ist kein Grund für Listenwahlen und schon gar kein Grund für die Spaltung der Gewerkschaft. Die DKP ist jedenfalls der Auffassung, daß die Einheitsgewerkschaft und die Einheitsliste bei den Betriebsratswahlen die einzige Grundlage darstellt, die Interessen der Belegschaft erfolgreich durchzusetzen. Das wird ganz bestimmt nicht ohne Meinungsauseinandersetzung gehen, für die übrigens jedes DKP-Mitglied eintritt, aber solche Meinungsauseinandersetzungen dürfen 1. nicht durch Beschimpfungen ersetzt werden und müssen 2. dazu führen, daß Betriebsrat, Vertrauensleutekörper und Belegschaft gemeinsam für die Durchsetzung der Belegschaftsinteressen kämpfen.

'HEISSE EISEN':
Von den eben angesprochenen Gruppen wird die Behauptung aufgestellt, die gewerkschaftliche Einheitsliste sei eine getarnte Liste der SPD. Solche Kollegen wie Albert Pfeiffer, Walter Tebbe und Siegfried Rosentreter propagierten die 'arbeiterverräterische Politik der SPD-Führung' und 'die SPD-Clique im Betrieb mauschele eine reine SPD-Liste aus.' Was sagst Du dazu?

W. GROSS:
Selbst wenn das so wäre, würde die DKP aus den schon genannten Gründen für die Einheitsliste eintreten. Im übrigen vertritt die DKP folgenden Standpunkt: Es ist uns bekannt, daß die SPD-Führung versucht, mit Hilfe antikommunistischer Hetze zu erreichen, daß nur solche Kollegen in den Betriebsrat gewählt werden, die bereit sind, die Politik der SPD-geführten Regierung der Unterstützung des Großkapitals in den Betrieben fortzusetzen. Es ist uns aber ebenso gut bekannt, daß immer mehr Kollegen und auch immer mehr SPD-Kollegen erkennen, wohin die Reise geht.

Bei den letzten Demonstrationen und Streiks zur Durchsetzung der 10%-Forderung waren doch alle dabei, auch SPD-Kollegen und Funktionäre. Wenn sich z.B. die Kollegen Pfeiffer, Tebbe und Rosentreter nicht an die Spitze dieses Kampfes stellten, sondern einen anderen Standpunkt vertraten, so werden Belegschaft und Vertrauenskörper durch entsprechende Maßnahmen eben dafür sorgen müssen, daß die gewählten Vertreter die Meinung der Belegschaft respektieren. Außerdem hat die Belegschaft eben nur bei einer Einheitswahl die Möglichkeit, diejenigen Kollegen zu wählen, welche bereit sind, sich konsequent für die Interessen der Belegschaft einzusetzen und gegen arbeiterfeindliche Maßnahmen der SPD-geführten Regierung aufzutreten. Je umfassender der Vertrauensleutekörper und die gesamte Belegschaft aktiv in das gewerkschaftliche und innerbetriebliche Geschehen eingreifen, umso mehr wird der Betriebsrat zur Interessenvertretung der Belegschaft. Ich halte die Kollegen Pfeiffer, Tebbe und Rosentreter weder für 'Arbeiterverräter' noch für Könige. Ich möchte trotzdem sagen, daß auf Dauer kein König GEGEN das Volk und kein Betriebsrat gegen die Belegschaft regieren kann.

'HEISSE EISEN':
Außer von den vielen sogenannten 'kommunistischen Parteien' wird aus der entgegengesetzten Ecke der CDU/CSU versucht, auf die Betriebsratswahlen Einfluß zu nehmen. Wie steht die DKP dazu?

W. GROSS:
Bei genauerem Hinsehen ist festzustellen, daß es sich gar nicht um die entgegengesetzte Ecke, sondern um zwei Seiten einer Medaille - der antikommunistischen nämlich - handelt.

Der CDU/CSU-Ableger in den Betrieben, die CDA, wird von Katzer und Barzel vorgeschickt, um dafür zu sorgen, daß die Partei der Großunternehmen direkten Einfluß in der Belegschaft bekommt. Die Tatsache, daß die Belegschaften immer 'unvernünftiger' werden und sich die Freiheit nehmen, für die Durchsetzung ihrer berechtigten Forderungen zu streiken und auf die Straße zu gehen, jagt den Strauß, Barzel und Katzer - sowie den Auftraggebern in den Konzernen - einen mächtigen Schrecken ein. Also wird versucht, mit dem 'Kommunistenschreck' zu operieren. In sehr unchristlicher Manier wird mit Lügen und Verleumdungen versucht, das konsequente Eintreten der DKP für die Interessen der Arbeiter und Angestellten als 'heimlichen Versuch' hinzustellen, 'Freiheiten' zu zerstören. Die 'Oberchristen' Barzel, Strauß und Katzer wissen sehr wohl, daß bei Verwirklichung einer Politik, wie sie die DKP vorschlägt, die 'Freiheit' der Großaktionäre vom Schlage Abs auf Kosten der Belegschaft Geschäfte zu machen, rigoros eingeschränkt würde. Das ist der wahre Grund dafür, daß 'Knüller' erfunden werden, um die DKP zu bekämpfen.

Die Herren Bleja und Högger (verantwortlich für die CDA-Zeitung 'Knüller') rufen auf zu einer 'Aktion Solidarität' gegen den 'Radikalismus in unseren Betrieben' und schlagen auf die DKP, wohlwissend, daß die DKP als einzige Partei gegen die radikale Profitsucht der Unternehmer auftritt. Auch daran zeigt sich, daß die CDA eine Schutzfunktion für die Profitmacherei des Kapitals ausübt, indem sie von den in Wahrheit radikalen Unternehmern und ihren Praktiken ablenken will. Genau das Gleiche versuchen die schon erwähnten sogenannten 'kommunistischen Parteien' der verschiedensten Schattierungen. Indem sie die Gewerkschaften spalten wollen, SPD-Genossen beschimpfen und die DKP bekämpfen, unterstützen sie die Unternehmer. Eben darum sind sie und die CDA die zwei Seiten der antikommunistischen und arbeiterfeindlichen Medaille der Unternehmer.

Die Belegschaft der Hoesch-Hüttenwerke sollte sich weder durch diese Kräfte, noch durch den Antikommunismus der SPD-Führung davon abhalten lassen, einheitlich und geschlossen für die Durchsetzung ihrer eigenen Forderungen zu kämpfen und jeden Spaltungsversuch energisch zurückweisen."

In einem Leserbrief wird auf die Lehrlinge eingegangen (vgl. 1.2.1972), berichtet wird auch vom Flugplatz Drensteinfurt und ein letzter Artikel lautet:"
FREIHEITLICHE DEMOKRATIE

In der Regierungserklärung 1969 sagte Bundeskanzler Brandt: ' Laßt uns mehr Demokratie wagen!' In vielen Städten der BRD wurde und wird mehr Demokratie gewagt. Zehntausende Bundesbürger protestieren in demonstrativer Form auf den Straßen gegen die unsozialen Preiserhöhungen der öffentlichen Verkehrsmittel. Hunderttausende bekundeten durch ihre Unterschriften ihren Protest. Aber wie reagieren die Staatsorgane? Gerade in jüngster Zeit können wir wieder erleben, wie in Hannover (in Niedersachsen, d.Vf.), der Geburtsstadt des Roten Punktes, junge Menschen, Männer und Frauen von der Polizei niedergeknüppelt und festgenommen werden. Warum? Weil sie sich nach dem Motto: 'Laßt uns mehr Demokratie wagen' aufgerafft haben zum Kampf gegen die Preisflut, gegen ein weiteres Absinken des Lebensstandards. Viele dieser Demokraten wurden von 'freiheitlich-demokratischen' Gerichten zu hohen Geldstrafen verurteilt. Zum Roten Punkt in Hannover hat man jetzt den letzten Knüller losgelassen. Sind es doch wieder die bösen Kommunisten von der DKP, laut Fernsehen, die den Roten Punkt machen, hierzu alle Flugblätter liefern und hiermit die freiheitliche Demokratie in der BRD zerstören wollen! Also: Wer sind nun die Demokraten?

Diejenigen, die laut Brandt mehr Demokratie wagen, für die Rechte des arbeitenden Menschen kämpfen und hier werden die Kommunisten stets in der vordersten Front stehen. Oder sind es diejenigen, die sich den Profitinteressen des Großkapitals untergeordnet haben, die auch die kommunalen Einrichtungen zu profitträchtigen Unternehmen machen möchten. Also: Wer gegen das Profitstreben der Konzerne, der kommunalen Verwaltungen und wo auch immer, sich für den arbeitenden Menschen einsetzt, ist Kommunist. Wer mehr Demokratie wagt, ist Kommunist und gefährdet die 'freiheitliche demokratische Ordnung'! Willy Brandt auch?"

Von der KPD/ML-ZB wird diese Ausgabe im Zusammenhang mit der Aufstellung der Kandidaten zu den Betriebsratswahlen durch die IGM-Vertrauensleute (vgl. 29.2.1972) und der Aufstellung einer zweiten Liste (vgl. 9.3.1972) kommentiert.
Q: Heisse Eisen Jeden Spaltungsversuch zurückweisen, Dortmund Feb. 1972; Die Rote Westfalenwalze ohne Titel und Jetzt erst recht, Dortmund 3.3.1972 bzw. O. J. (März 1972), S. 2 bzw. S.1f;DKP-BGs Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union: Herausgabe- und Verteilerplan für Heisse Eisen, o.O. (Dortmund) O. J. (Feb. 1972), S. 1

22.03.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche, laut Verteilerplan (vgl. 14.2.1972) heute, ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 23.2.1972, 19.4.1972) auf März datiert mit 4 Seiten DIN A 4 und einem Leitartikel zur Konstituierung der IGM-Vertreterversammlung Dortmund (vgl. 1.3.1972) heraus.

Aufgerufen wird zur Teilnahme an der Frühjahrskampagne für die Ostverträge (vgl. 25.3.1972, 1.4.1972). Veröffentlicht wird der Aufruf des Parteivorstandes (PV) der DKP, "An alle die Frieden wollen: Strauß und Barzel dürfen nicht durchkommen! Jetzt gemeinsam die Ratifizierung der Verträge durchsetzen!" (vgl. 8.3.1972).

In "Freiheitliche Demokratie" heißt es:"
Wie sagte Bundespräsident Heinemann während der Aktion Roter Punkt gegen die unsozialen Fahrpreiserhöhungen (vgl. 1.3.1971, d.Vf.) der Dortmunder Stadtwerke zum Kreisvorsitzenden der DKP, Werner Groß?

'Meinen Sie, Ihr Oberbürgermeister hätte einen Dukatenscheißer!' Anscheinend ist der Bundespräsident nicht auf dem Laufenden. Die gleichen 'Stadtväter', die den benutzern der öffentlichen Verkehrsmittel die enormen zusätzlichen Fahrkosten aufbürdeten, haben sich in aller Stille ihre Aufwandsentschädigungen, laut Weyer-Bericht (vgl. **.*.1972, d.Vf.), allein in Dortmund 1968 von 144 720 DM, 1970 auf 241 500 DM erhöht.

Es gibt Dukatenscheißer, Herr Präsident, nicht in den Stadthäusern, nein! Die breite Schicht der Werktätigen, das sind die Dukatenscheißer, die kann man auspressen, denen kann man die Steurrn aufbrummen, für die kann man eine 'Konjunktursteuer' einführen und nach Belieben zinsfrei wieder auszahlen. Die zahlen alles, auch die 151 abgestürzten Starfighter.

Die anderen, die nehmen nur, erhöhen sich nur. Wie im Landtag die Diäten, wie im Stadthaus die Aufwandsentschädigungen.

Die haben ihre Dukatenscheißer! Wie lange noch?"

Ein Kollege aus dem Breitband fragt:"
WAS IST MIT DEM ARBEITSZEUG?

Immer mehr Kollegen klagen darüber, daß ihr Arbeitszeug oftmals nur zum Teil vollständig und geflickt wieder aus der Wäscherei zurückkommt.

Nicht selten fehlen Hose oder Jacke, ja sogar der ganze Anzug. Manchmal tauchen sie nach Wochen wieder auf. Meistens aber überhaupt nicht. Von vielen Betrieben wird es abgelehnt, Ersatz zu beschaffen. Es wird bestätigt, daß das Dilemma erst seit der Inbetriebnahme der neuen Zentralwäscherei auftritt. Hat man dort nach dem bei Hoesch patentierten EVP-Programm die Arbeitsplätze kalkuliert, und zwar so knapp wie eben möglich?

Auf jeden Fall sind die dort Beschäftigten überfordert!

Zusätzliche Arbeitskräfte, die dort dringend nötig sind, wurden nur zum Teil bewilligt.

Kollegen, dies alles geschieht unter dem Motto 'einsparen', den Profit sichern. Durch Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.

Der Betriebsrat sollte hier einmal ein Machtwort sprechen, zum Wohle der 'Arbeitnehmer'!"

Gefordert wird:"
RECHT AUF BELEGSCHAFTSVERSAMMLUNG NICHT LEICHTFERTIG AUFGEBEN!

Wie aus dem Betriebsratsbericht mit Erstaunen zu entnehmen war, hat der Betriebsrat gegen die Stimmen der Kollegen Hans Kaiser und Fritz Becker beschlossen, vor den Betriebsratswahlen (BRW - vgl. 18.4.1972, d.Vf.) keine Belegschaftsversammlung mehr auf der Westfalenhütte durchzuführen. Was soll das? Beginnt so die Arbeit mit dem neuen Betriebsverfassungsgesetz (BVG, d.Vf.)?

DIE BELEGSCHAFT HAT EIN RECHT AUF IHRE VERSAMMLUNG!
DIE BELEGSCHAFTSVERSAMMLUNG MUSS STATTFINDEN!

Die Belegschaft hat ein Recht auf Unterrichtung über die Fusion mit Hoogovens. Dieser Punkt ist von so weitreichender Bedeutung, daß er nicht mit der Abhandlung in der letzten Vertrauensleuteversammlung (VLV - vgl. 29.2.1972, d.Vf.) beendet sein kann. Leider wurde dort nicht dem Antrag des Kollegen Wetzel stattgegeben, diesen Punkt in einer gesonderten Versammlung zu behandeln. In der Hektik der Betriebsratskandidatenaufstellung ging dieses Thema dann auch so ziemlich unter.

Grund genug, diese Machtkonzentration Hoesch-Hoogovens der gesamten Belegschaft vorzutragen und jedem Kollegen die Möglichkeit zu geben, seine Meinung zu äußern.

KOLLEGEN, FORDERN WIR UNSER RECHT!"
Q: Heisse Eisen IGM-Vertreterversammlung konstituiert!, Dortmund März 1972; DKP-BGs Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union: Herausgabe- und Verteilerplan für Heisse Eisen, o.O. (Dortmund) O. J. (Feb. 1972), S. 1

19.04.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP laut Herausgabeplan heute eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 22.3.1972, 24.4.1972) mit folgendem Leitartikel heraus:"
1. Mai FÜR RATIFIZIERUNG

HEISSE EISEN fragte den Kollegen Erich Wetzel nach seiner Meinung zum 1. Mai.

Der Kollege WETZEL antwortete:

Der 1. Mai sollte nach meiner Meinung in diesem Jahr im Zeichen des Kampfes für die Ratifizierung der Verträge von Moskau und Warschau stehen. Bekanntlich findet die Entscheidung darüber im Bundestag am 3. und 4.Mai statt. Bekanntlich will die CDU/CSU die Ratifizierung der Verträge verhindern. Ich sage, WENN DIE CDU AUCH HETZT, RATIFIZIEREN JETZT. Denn durch die Ratfizierung und die Schaffung eines freundschaftlichen Verhältnisses zur SU ergeben sich große Möglichkeiten.

Es ist bekannt, daß der Ministerpräsident von NRW und Aufsichtsratsmitglied der Hoesch AG, Heinz Kühn, vor kurzem der UdSSR einen Besuch abstattete (vgl. **.*.1972, d.Vf.). In einem Interview erklärte Heinz Kühn, daß die Kapazität der westdeutschen Industrie bei weitem nicht ausreicht, um alle Möglichkeiten des Handels mit der Sowjetunion zu nutzen. Voraussetzung diese Möglichkeiten zu nutzen ist die Ratifizierung der Ostverträge.

Darüberhinaus schafft die Ratifizierung und Verwirklichung der Verträge die Voraussetzungen, um die enormen Rüstungslasten erheblich zu kürzen. Der Frieden würde sicherer, die Steuern könnten gesenkt werden, die Kaufkraft der Arbeiter und Angestellten könnte größer werden und der Handel mit dem krisenfreien sozialistischen Markt kann unsere Arbeitsplätze sicherer machen. Das alles sind gewerkschaftliche Forderungen, für die es am 1. Mai zu demonstrieren gilt!

Die Verträge sind zum Vorteil aller Arbeiter, Angestellten und Jugendlichen. Darum sollten wir alle am 1. Mai an den Demonstrationen des DGB und an der Kundgebung teilnehmen."

Unter der Überschrift "Ihr denkt Euch doch auch Euer Teil darüber" heißt es:"
Wie der Redaktion von HEISSE EISEN bekannt ist, gab es zwischen dem Betriebsrat und der VKL der Westfalenhütte eine Vereinbarung, wonach im Tätigkeitsbericht des Betriebsrates ebenfalls ein Bericht über die Tätigkeit der Vertrauensleute veröffentlicht werden sollte.

Das ist nicht geschehen.

Obwohl das doch eine gute Möglichkeit zur Entwicklung der
innergewerkschaftlichen Demokratie wäre."

Ein Leserbrief befaßt sich erneut mit der Arbeitskleidung (vgl. 20.3.1972):"
Werte Kollegen. Ich freue mich besonders, daß Ihr das Problem 'Arbeitszeug' einmal anfaßt.

Es ist doch eine Sauerei, was hier passiert. Erst macht jemand sein Diplom mit den neuen Wäscheschildern, ganze Stücker 8 für jeden, und dann bleiben die Klamotten auf der Strecke. Wieder eine Fehlinvestition, die wir bezahlen müssen. Einem Schlosser bei uns fehlen bereits 2 Jacken und 1 Hose und mit diesen Teilen auch die Schilder. Jetzt hat er noch 5 Schilder. Zeug weg - Schilder weg und keinen Ersatz.

Ich glaube auch, daß man es nicht unbedingt den Beschäftigten in der Wäscherei anlasten kann. Die werden ja genauso ausgemistet wie alle Malocher auf 'unserem Werk'. Aber verflixt noch mal, irgendwo müssen die Klamotten doch bleiben!"

Eingegangen wird auch auf einen Artikel im Stern vom 13.4.1972, in dem über die DKP, u.a. bei Hoesch berichtet wurde, sowie auf die leitenden Angestellten (vgl. 13.3.1972).

Ein weiterer Betriebsbericht lautet:"
KALTWALZWERK FK2
WENN'S DANN IN DIE HOSE GEHT?

Wie sicher alle Kollegen wissen, steht das neue Kaltwalzwerk FK2 kurz vor seiner Vollendung. Dieses neue Werk soll nicht nur das modernste Kaltwalzwerk Europas werden, sondern sein Aufbau geschieht streng nach den 'Allgemeinen Führungsgrundsätzen' der HOESCH AG.

Hier ein kleiner Ausschnitt:
I. GRUNDLAGEN DER KOOPERATIVEN FÜHRUNG, ABSATZ 10:
'Fachliches Wissen, geistige Beweglichkeit, Ideenreichtum, der Wille, sich Ziele zu setzen, die Kontaktfähigkeit, ebenso wie die Überzeugungskraft und die Bereitschaft zur Einsicht, sind wesentliche Eigenschaften einer Führungspersönlichkeit. Sie wird geprägt durch die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen, den Mitarbeitern Aufgaben und Ziele zu stellen, sowie durch das Bestreben, eine Ordnung zu schaffen, die den menschlichen und sachlichen Erfordernissen gerecht wird.'

Wenn ich diese Definition als Grundlage benutze, müßten alle Mitarbeiter, im FK2 zu den Führungskräften gehören. Denn alle die hier geforderten Fähigkeiten müssen sie mitbringen. Ein Ziel haben alle Mitarbeiter, wenn sie oft mehrere Kilometer zu Fuß von ihrer Waschkaue zum FK2 laufen müssen, weil die Kaue sich dort noch im Bau befindet.

Eine Toilette ist auch nicht vorhanden. Daher muß ein Mitarbeiter im FK2 auch Entscheidungen treffen, und zwar wie und wo erledigt er sein 'Geschäft'? Wenn's in die Hose geht, bekommt er Ärger mit der Wäscherei, sucht er sich eine stille Ecke, muß er, wenn er dabei erwischt wird, geistige Beweglichkeit und Ideenreichtum besitzen, um eine passende Ausrede zu finden.

Um unter diesen Umständen zu arbeiten, muß man schon sehr viel Bereitschaft zur Einsicht haben, was ja wesentliche Eigenschaften einer Führungspersönlichkeit sind. ES IST DAHER SICHER NUR EINE FRAGE DER ZEIT, DASS MITARBEITER WIE FÜHRUNGSPERSÖNLICHKEITEN BEZAHLT WERDEN, VIELLEICHT SOGAR AUSSERTARIFLICH."
Q: Heisse Eisen 1. Mai für Ratifizierung, Dortmund O. J. (Apr. 1972); DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978,

Dortmund O. J. (1978), S. 21; DKP-BGs Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union: Herausgabe- und Verteilerplan für Heisse Eisen, o.O. (Dortmund) O. J. (Feb. 1972), S. 1

24.04.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein zweiseitiges Extra ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 19.4.1972, 26.4.1972) mit einer´zentralen Erklärung zum Vietnamkrieg (vgl. 17.4.1972) heraus.
Q: Heisse Eisen Extra Nixon spielt mit dem Feuer, Dortmund O. J. (1972)

26.04.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich heute ein zweiseitiges Extra ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 24.4.1972, 27.4.1972) mit einem für Dortmund zentralen Text (vgl. 26.4.1972) heraus.
Q: Heisse Eisen Extra Verhindert den Sturz der Regierung Brandt-Scheel!, Dortmund O. J. (26.4.1972); DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 20

27.04.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP heute ein zweiseitiges Extra ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 26.4.1972, 17.5.1972) mit dem Text des Moskauer und des Warschauer Vertrages sowie folgendem Text heraus:"
DAVOR ZITTERN STRAUSS UND BARZEL: ARBEITER HABEN MOBIL GEMACHT!

Der erste Tag der Bundestagsdebatte hat gezeigt: Die Arbeiter lassen sich den Versuch der Machterschleichung nicht gefallen. Sie wehren sich dagegen, daß Strauß und Barzel Abgeordnete kaufen wie andere Leute Fußballspieler und daß Strauß mit diesen Leuten sein Marionetten-Theater 'demokratischer Regierungswechsel' aufführen will, um die Ratifizierung der Ostverträge zu verhindern. Die erste 'Teilmobilmachung' der Betriebe, die Warnstreiks vom Mittwoch, haben gezeigt: Vor nichts zittern Barzel und Co. mehr als vor den Arbeitern. Sie lamentierten, Streiks seien Erpressung, das Parlament könne nicht frei entscheiden. Was ist eigentlich demokratisch: Wenn Abgeordnete gekauft werden (Preissteigerung für Abgeordnete: bis zu 1 Million Mark soll geboten worden sein!), um damnit den Wählerwillen zu verfälschen und mit der Ablehnung der Ostverträge die Mehrheit der Bevölkerung politisch zu vergewaltigen - oder wenn die Arbeiter die Brocken hinschmeißen, auf die Straße gehen und damit bekunden: Wir wollen nicht Strauß und Barzel, wir wollen die Verträge, Frieden, Sicherheit und Entspannung.

Gestern haben die Arbeiter und Angestellten angefangen ihre Kraft zu zeigen."
Berichtet wird von gestern aus Dortmund aus dem IGM- und ÖTV-Bereich, aus Köln von Felten und Guillaume (IGM-Bereich) aus Duisburg von Mannesmann (MM - IGM-Bereich) Huckingen, vom DGB Frankfurt und der landesweiten Demonstration in Bonn.

Ankündigungen für heute werden erwähnt von der Uni Dortmund und aus Gelsenkirchen.

Weiter heißt es:"
Auch in den Dortmunder Betrieben haben zahlreiche Arbeiter der Meinung Ausdruck gegeben: 'Die Teilmobilmachung genügt nicht. Wenn Strauß und Barzel zurückgeschlagen werden sollen, müssen wir unsere ganze Kraft zeigen.' … In der Tat ist es so: Wenn alle Demokraten, wenn die Arbeiter in den Betrieben ihre ganze Kraft gemeinsam einsetzen, können Strauß und Barzel gestoppt werden, kann der Regierungssturz verhindert und die Ratifizierung der Verträge gesichert werden."
Q: Heisse Eisen Extra Davor zittern Strauß und Barzel: Arbeiter haben mobil gemacht!, Dortmund O. J. (27.4.1972)

17.05.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP laut Herausgabeplan heute ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 27.4.1972, 21.6.1972) auf Mai datiert mit vier Seiten und folgendem Leitartikel heraus:"
BAD ALS LEICHENHALLE
IM MITTELPUNKT STEHT DER MENSCH

Diese Redensart hört man oft. Auch in der Werkszeitschrift haben wir schon darüber gelesen. Wer aber einmal im Hörder Hüttenhospital war, wird eines anderen belehrt. Unsere Bosse von Hoesch waren bestimmt noch nie dort, wenigstens nicht als Patienten.

Im Hüttenhospital fängt das Sparen beim kranken Malocher an. Es gibt dort Zimmer, in denen keine Nachttischlampen vorhanden sind. Dabei könnte man ohne weiteres Klemmlampen an den Betten anbringen. Eine Abschirmwand ist ebenfalls nicht vorhanden. Wer also sein 'Geschäft' im Zimmer machen muß, muß das vor aller Augen tun. Die anderen Kranken sind dann froh, wenn es nicht gerade zur Essenszeit geschieht. Wer baden will, muß erst fragen, denn es kann möglich sein, daß im Bad gerade ein Toter liegt. Wenn der dann raus ist, darf man baden.

Die Toilette ist ein Teil des Bades. Nun, man beeilt sich eben, wenn man weiß, daß gleich nebenan ein Toter liegt.

Das sind einige Beispiele, die bestimmt nicht der inneren Ruhe dienen, die man aber doch zum Gesundwerden unbedingt braucht.

Sehr bedrückend ist es auch, wenn man als nur leicht Kranker mit sehr schwer Kranken zusammenliegt. Tagsüber ist man Krankenpfleger und nachts kann man auch keine Ruhe finden, durch das dauernde Stöhnen der Schwerkranken. Das Krankenhauspersonal (ÖTV-Bereich, d.Vf.) hat auch seine Schwierigkeiten. Überall muß gespart werden. Saugpapierunterlagen z.B. werden nur zu bestimmten Zeiten zugeteilt. Eine sehr große Hilfe für die Schwestern wäre z.B. eine Geschirrspülmaschine, ganz abgesehen davon, daß das Geschirr unbedingt einmal erneuert werden müßte. Ein Teil davon gehört jedenfalls in den Aschenkübel. Das gleiche gilt für die Eßbestecke.

Die Werkschänke der Westfalenhütte beweist, daß es auch anders geht. Dort würde kein Arbeiter seine Suppe mit schwarzangelaufenem Löffel aus einem gesprungenen Teller löffeln. Aber Kranke sind ja wehrlos.

Im Hüttenhospital heißt die Losung für das Pflegepersonal: Trimm Dich, lauf mal wieder! Jeder Teller Suppe und jede Tasse Tee wird auf Tabletts in die Zimmer gebracht. Könnte man für diese Zwecke nicht kleine Servierwagen anschaffen? Die Schwestern und Pfleger würden sich bestimmt sehr freuen!

Der neugewählte Betriebsrat sollte dem Hüttenhospital mal einen gründlichen Besuch abstatten und dabei auch den Aufenthaltsraum für Kranke und Besucher nicht vergessen. Das ist alles andere, nur kein Aufenthaltsraum. Vielleicht merken sie dann auch, daß es im Hüttenhospital nicht mal eine Kantine gibt, in der man notwenidge Kleinigkeiten kaufen kann.

Wie heißt es doch so schön? IM MITTELPUNKT STEHT DER MENSCH (anscheinend aber nicht der kranke Mensch)!"

Gefragt wird:"
SIND ÜBERSTUNDEN DER RICHTIGE WEG?

Sollen wir wieder unsere Pfennige durch Überstunden verdienen? Blättern wir doch einmal zurück:
Zwischen Weinachten und Neujahr Zwangsurlaub. Wir durften einen Teil des zur Erholung dringend notwendigen Sommerurlaubs bereits im Winter nehmen - zum Wohle des Unternehmens. Denn für die im Sommer eingesparten Urlaubstage brauchen keine zusätzlichen Arbeitskräfte eingesetzt werden. Der 2. Januar, ein Sonntag, durfte ebenfalls noch gebläut werden. Er kann im I. Quartal 1972 rausgeholt werden, wurde gesagt. Ja, wir haben ihn nachgearbeitet, am zusätzlichen 40-Stunden-Freischichttag (Waschtag) durften wir kommen. Die 70% Sonntagszuschlag waren flöten - wieder zum Wohle des Unternehmens und der Aktionäre. An diesem 'Waschtag' wurden die Überstundenprozente ebenfalls eingespart.

Kollegen, erinnern wir uns an die letzte Lohnrunde; an die 'historischen' 6%, die die Unternehmer an den 'Rand des Ruins' brachten, laut derjenigen Industriebosse, Bankhaie usw., von denen ein Teil in der Fernsehsendung vom 7.5.1972 über Kampen auf Sylt zu hören und zu sehen war. Sie nennen sich 'Creme de la Creme' und befinden sich, so ihre Aussage, in einer 'klassenlosen Gesellschaft'.

Unser Kampf gegen die unzureichende 6%-Lohnerhöhung am 9. und 14.Januar 1972 wurde von der Unternehmensleitung mit 2 wunderschönen Briefen (vgl. 16.1.1972, 5.2.1972, d.Vf.) beantwortet. Haben wir das schon vergessen? Nach dem Tarifabschluß kam dann die Wirtschaft 'langsam' wieder auf Touren. In einigen Bereichen 'durften' wieder Überstunden gemacht werden. Aber, Kollegen, wie sieht es in den Betrieben aus?

Die Belegschafts-Sollstärke ist doch wohl nirgendwo vorhanden. Darum wird mit sog. Unternehmerleuten 'aufgestockt'. Für die Stammbelegschaft bedeutet das, täglich neue Unternehmerkollegen anzulernen. Das ist bei der heutigen Arbeitshetze eine weitere zusätzliche Belastung. Zunehmende Frühinvalidität und Verschleißerscheinungen gerade auch bei jungen Kollegen sprechen hier eine deutliche Sprache.

Um diesem Übel abzuhelfen ist es dringend erforderlich: Keine weiteren Arbeitsplätze wegrationalisieren, sondern die STAMMBELEGSCHAFT VERGRÖSSERN! Gleichzeitig muß solch ein Lohn gezahlt werden, daß auf den Verdienst durch Überstunden verzichtet werden kann."

Gefordert wird:"
WEG MIT DEM MODERNEN SKLAVENHANDEL DURCH 'ARBEITERVERLEIHFIRMEN'

Gerade unsere ausländischen Arbeitskollegen werden von diesen 'Menschenhändlern' oftmals auf das Übelste ausgenutzt.

Der kürzlich stattgefundene Bezirkstag der IG Bau-Steine-Erden (BSE - vgl. **.*.1972, d.Vf.) richtete einen Appell an den Gesetzgeber, doch endlich etwas dagegen zu unternehmen.

Jetzt steht Pfingsten vor der Tür und die Aufträge machen es laut Aussage der Werksleitung erforderlich, den Betrieb am 2.Pfingsttag um 22 Uhr wieder anlaufen zu lassen. Nach der Stahlnovelle, in der 48 Stunden Freizeit für die Kollegen garantiert sein müssen, ist hiergegen nichts einzuwenden, denn den Schachzug hat man bereits vor jahren gemacht, als die Schichtwechsel jeweils um einen Tag vorverlegt wurden.

Ein großer Teil der Kollegen wird nicht arbeiten. Andere haben sich bei einer nochmaligen Befragung durch die Meister 'weichkloppen' lassen.

Kollegen, jeder kann die zusätzlichen Pfennige gebrauchen. Aber wenn schon arbeiten, dann auch vernünftige Entlohnung. Wenn es heißt 100%, dann muß das meiner Meinung nach für den bezahlten Feiertag heißen:

1 Schichtlohn für jeden, einen weiteren Schichtlohn für den, der arbeitet und dann 1 Schichtlohn (100%) für den Feiertag, zuzüglich Mittag- oder Nachtschichtprozente.

WENN DIE UNTERNEHMER MEINEN, SIE MÜSSEN FÜR DIE STEIGERUNG DER GEWINNE FEIERTAGE ZU ARBEITSTAGEN MACHEN, DANN SOLLEN SIE AUCH ENTSPRECHEND LÖHNEN!"

Aufgerufen wird zur Demonstration in Essen am 27.5.1972 für die Freilassung von Angela Davis in den USA.

Zu den Jugendvertretungswahlen (JVW - vgl. 19.6.1972) heißt es:"
AN ALLE JUNGEN KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!

Auf den drei Hüttenwerken in Dortmund sieht es so aus, daß auf Union 5, auf Phoenix 7 und auf der Westfalenhütte 9 Jugendvertreter zu wählen sind. Gerade in letzter Zeit hat es sich gezeigt, daß die jungen Arbeiter mit ihren älteren Kollegen für ihre Rechte und Forderungen gemeinsam eintreten. Daher sollte bei der Wahl darauf geachtet werden, daß nur Kolleginnen und Kollegen gewählt werden, die bereit sind, mit den älteren Kollegen zusammen den begonnenen Weg für mehr Rechte und Demokratie im Betrieb fortzusetzen.

Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, daß die Jugendvertretungen auch nach dem neuen BVG keine selbständigen Mitbestimmungsorgane sind. Infolgedessen können alle Forderungen der Jugendvertretungen nur mit dem Mittel der Solidarität aller Kollegen durchgesetzt werden.

Deshalb sollte von allen Wahlberechtigten zur Jugendvertreterwahl die Losung berücksichtigt werden:
WÄHLT DIE AKTIVSTEN GEWERKSCHAFTER, DIE SICH FÜR DIE RECHTE DER JUNGEN GENERATION, FÜR DEMOKRATIE UND MITBESTIMMUNG EINSETZEN, IN DIE NEUEN JUGENDVERTRETUNGEN!"
Q: Heisse Eisen Bad als Leichenhalle, Dortmund Mai 1972

21.06.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche, laut Herausgabeplan heute, ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 17.5.1972, 5.7.1972) auf Juni datiert mit 6 Seiten DIN A 4 und folgendem Leitartikel zur Fusion (vgl. 17.5.1972) heraus:"
DIE ESTEL-BOSSE GREIFEN AN

1970 in jenen kritischen Tagen, als die ersten Fusionpläne mit dem holländischen Hoogovens-Konzern bekannt wurden, fragte 'Heiße Eisen': Soll Dortmund als Stahlstadt sterben? Die Hoeschbosse bestritten später die Absicht, sowohl die Stahlküche als auch die Nachfolgebetriebe nach Holland (Niederlande, d.Vf.) verlegen zu wollen und spielten mit gezinkten Karten großangelegte Investitionen hoch.

In jener dramatischen Vertrauensleuteversammlung im Sommer 1970 (vgl. **.*.1970, d.Vf.) steckte Harders unter dem Druck der Vertrauensleute und der gesamten Belegschaft zurück und versprach, 'daß nichts unternommen wird, worüber die Belegschaften nicht vorher unterrichtet würden'. Die Fusion wurde dann von Abs und Harders im Januar 1972 perfekt gemacht, die Aktionäre sanktionierten sie im Mai 1972, und jetzt soll es den Belegschaften der Dortmunder Werke an den Kragen gehen. Belegschaft, Vertrauensleute und Betriebsrat wurden vom Inhalt der Zeitungsmeldungen überrascht.

Ministerpräsident Kühn (SPD, d.Vf.), der bei seiner Wahl von 1 1/2 Jahren vom Kollegen Betriebsratsmitglied ert Majoor gefragt wurde, ob er auch die nötige Zeit für die Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied habe, verläßt jetzt aus 'Zeitmangel' das sinkende Schiff. Er scheint zu wissen, was die ESTEL-Bosse tatsächlich planen und fürchtet um seine Wählerstimmen, wenn er weiter am Schacher um die profitträchtige Verlagerung der Produktionsstätten an die holländische Küste und dem Ausverkauf der Arbeitsplätze in Dortmund beteiligt bleibt. Aus den Fakten, die jetzt bekannt wurden, kann jedenfalls jeder entnehmen, daß man den Bossen nicht trauen kann, daß sie zutiefst unglaubwürdig sind, wenn es um die Anliegen der werktätigen Bevölkerung geht. Ihr Handeln orientiert sich einzig und allein am Profit. Die Bergwerke - eine der Säulen, auf denen die Stadt Dortmund stand - sind bis auf 3 Zechen geschlossen, die Brauereien sind durch Manipulationen und Fusionen in den Besitz anderer, auswärtiger Brauereikonzerne übergegangen. Jetzt wird der Ausverkauf im Stahlbereich angekurbelt. Armes Dortmund! kann man da nur sagen, wenn nicht in letzter Minute durch das entschlossene Eingreifen der Betroffenen, nämlich der Arbeiter und Angestellten, der Frauen und aller Hoeschabhängigen der Verlust der Arbeitsplätze abgewendet wird. Das ist die einzige Sprache, die die Bosse verstehen.

ZU DEN MACHENSCHAFTEN DER ABS, HARDERS UND DER ANDEREN PROFITGEIER ERKLÄRT DIE BETRIEBSGRUPPE DER DKP-WESTFALENHÜTTE:

Wieder einmal beweisen die Konzernherren, daß sie unfähig sind, die Widersprüche des kapitalistischen Systems zu lösen, daß alles Gerede von Sozialpartnerschaft - und 'in einem Boot sitzen' - nur das Ziel hat, die Werktätigen zugunsten der Maximalprofite einzulullen. Ein Ausweg aus dieser Misere ist nur möglich, wenn die Großbetriebe der Grundstoffindustrie - wie es im Grundgesetz (GG, d.Vf.) und in der Landesverfassung von Nordrhein-Westfalen vorgesehen ist - in Gemeineigentum überführt werden und echte Mitbestimmungsorgane festlegen, was wann, wo, wieviel und zu welchem Preis produziert wird.

Die Zeit dazu ist mehr als reif, wie die Vorgänge im Hoeschbereich erneut beweisen."

Ein zweiter Artikel befaßt sich mit der Roten Armee Fraktion (RAF), wozu auch ein Artikel von Max Reimann aus der letzten 'UZ' (vgl. 10.6.1972), "Bomben-Hysterie dient den Rechten" abgedruckt wird. Der selbstformulierte Text lautet:"
BOMBEN ALS ALIBI FÜR SPRINGER UND CO.

Die Betriebsräte der Hoesch Hüttenwerke, insbesondere des Werkes Phoenix, berichteten von 'Bombenalarm'. In einigen Betriebsbereichen hat man angeblich Anlaß für diesen Alarm gehabt. Weiter wird nach den letzten Berichten an die Vertrauensleute gesagt, man müsse damit rechnen, daß der Werksschutz hier und da verstärkte Kontrollen durchführen werde.

Die herrschende Stimmung der Angst und Hysterie, die wir den Aktionen einiger ins Kriminelle abgerutschter Anarchisten verdanken, nutzt nur der Reaktion, nutzt Strauß (CSU, d.Vf.) und Barzel (CDU, d.Vf.). Diese versuchen, alle fortschrittlichen Kräfte in diesem Land mit Kriminellen auf eine Stufe zu stellen; sie wollen damit die Voraussetzung für eine weitere Einengung der demokratischen Rechte aller Bürger schaffen; sie wollen 'Sicherheitsgesetze' (vgl. 22.6.1972, d.Vf.) durchpeitschen, die dann gegen Demokraten, die ihre Ziele mit friedlichen Mitteln verfolgen angewendet werden können."

Von der Westfalenhütte wird berichtet:"
IM MITTELPUNKT STEHT DER MENSCH!
ABER ERST MUSS DER PROFIT STIMMEN

Im Winterhalbjahr 1971/72 wurde in der E-Verzinnung des Kaltwalzwerkes Westfalenhütte der Bandbeobachter für die Unterseite wegrationalisiert. Das heißt: Ein Arbeitsplatz wurde aufgelöst! Diese nerven- und sinnestötende Arbeit mußte nun von dem Steuermann der Auslaufseite zusätzlich mitgemacht werden. Das geht folgendermaßen vonstatten: Er muß in zwei Spiegeln die Bandober- und -unterseite beobachten. Da beide Spiegel untereinander angeordnet sind, muß er ständig den Kopf auf und ab bewegen wie ein nickender Esel! Halb liegend, halb sitzend ist der Kollege ahct Stunden lang ohne Ablösung an seinen 'herrlichen Clubsessel' gefesselt. Dieser Arbeitsplatz ist besonders gefährlich; durch das fast durchgehend bewegungslose Sitzen können Durchblutungsstörungen mit schwerwiegenden Folgeerscheinungen - bis hin zur Amputation (z.B. der beine) - auftreten! Durch die Eintönigkeit dieser Arbeit kann es auch zu nervlicher und geistiger Schädigung kommen.

Und für diese Mehrbelastung soll der Kollege nun sage und schreibe einen Punkt (sprich 9, 35 Pf) pro Stunden 'mehr' erhalten. Wieviel Hohn und Zynismus hinter diesem Angebot des Unternehmens steckt, zeigt folgende Rechnung: Die Einsparungen für den Arbeitsplatz Bandbeobachter-Unterseite betragen ca. 200 DM pro Schicht. Vom Unternehmen wurde aber nur eine Erhöhung von 74, 8 Pf pro Schicht angeboten! Den gleichen Betrag soll der Kontrolleur erhalten! Hieraus wird deutlich, wieviel dem Unternehmen seine 'geschätzten Mitarbeiter' wert sind. Rationalisierung bedeutet für den Unternehmer mehr Gewinn und für die Arbeiter die äußerste Belastung ihrer Arbeitskraft!"

In einem weiteren Bericht heißt es:"
MIEF UND DAMPF FÜR DIE PROLETEN - FÜR DIE BOSSE DIE MONETEN

Die Kollegen der Kaltbandstraße im Kaltwalzwerk klagen schon seit Jahren trotz einer Absaug-Vorrichtung über schlechte Luftverhältnisse an ihrem Arbeitsplatz.

Öl- und Wasserdämpfe machen die Luft an der KB-Straße, insbesondere im Sommer, unerträglich! Die Dämpfe quellen unter den Abdeckplatten an der Walzenstraße hervor. Am meisten gerade dort, wo unsere Kollegen Walzer stehen müssen. Kleidung, Schuhe und Füße werden dadurch gleichermaßen aufgeweicht. Das führt zu ewig wunden Füßen und Fußpilz-Erkrankungen. Außerdem haben die Kollegen einen sehr hohen Verschleiß an Arbeitskleidung und Arbeitsschuhen, deren Ersatzgestellung unzureichend ist.

Obwohl wir eine Stababteilung (BtS/Ew AFGE) haben, die für die Entlüftung, Entstaubung, Lärm usw. verantwortlich ist, hält dieser gesundheitsschädliche und arbeitserschwerende Zustand weiterhin an. Hier sollte die Abteilung BtS/Ew AFGE endlich für Abhilfe sorgen; oder will sie so lange warten, bis dieser Zustand der Gefährdung der Kollegen so unerträglich geworden ist, daß es zu erheblichen Störungen im Produktionsablauf kommt?

Auch die Betriebsleitung und die Betriebsräte des Kaltwalzwerkes sollten sich für die Abschaffung dieser unerträglichen Bedingungen einsetzen und die oben genannte Abteilung für auftretende Schäden bei unseren Kollegen verantwortlich machen!"

Neben einer Stellungnahme von Kurt Bachmann auf der 3.Tagung des Parteivorstandes (PV - vgl. **.*.1972) der DKP zu den Neuwahlen, sowie Artikeln zu den Fluglotsen, dem Gesundheitswesen, welches bereits in der letzten Ausgabe anhand des Hörder Hüttenhospitals angesprochen wurde, und zur Rückzahlung des Konjunkturzuschlages findet sich auch folgender, letzter Artikel zu Hoesch:"
KOLLEGEN!

Wir alle mußten aus dem Rundschreiben unserer Betriebskrankenkasse (BKK, d.Vf.) erfahren, daß wieder einmal, seit 1970 zum 4.Mal, der Beitragssatz erhöht werden mußte. Das ist eine erneute zusätzliche finanzielle Belastung für jeden einzelnen.

Kollegen, woran liegt das? Etwa daran, daß der eine oder andere ein paar Pillen braucht? Oder daß der kranke, vom jahrzehntelangen Kampf ums tägliche Brot ausgemergelte Rentner die Krankenkassse stärker in Anspruch nehmen muß? Oder liegt es am nimmermüden Profitstreben der gewaltigen Chemiekonzerne, die nach Lust und Laune die Arzneimittelpreise in die Höhe treiben? In den Bildungsveranstaltungen der DKP-Betriebsgruppen werden solche Fragen diskutiert."

Eingeladen wird zu einer solchen (vgl. 18.7.1972) und außerdem angekündigt, daß demnächst mit dem Verkauf der 'UZ' vor den Werkstoren begonnen werden solle, nachdem dies bisher offensichtlich nicht geschehen war sondern auf die Kioske verwiesen wurde.
Q: Heisse Eisen Die ESTEL-Bosse greifen an, Dortmund Juni 1972

05.07.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 21.6.1972, 6.7.1972) heraus, welches auf der Rückseite einen Artikel des Spiegel vom 3.7.1972 über die Drosselung der Produktion bei Hoesch Dortmund enthält und auf der Vorderseite ausführt:"
STOPPT ABS UND HARDERS

Die Erregung in der Belegschaft wegen der Politik von Abs und Harders wird immer größer.

Der Betriebsrat und die Vertrauensleute, ja die gesamte Öffentlichkeit wurde von den Bossen um Harders hinters Licht geführt. Um ihre Pläne für die Verlegung der Stahlproduktion an die Küste durchzusetzen, haben sie üble Tricks angewandt. Sie machten propagandistische Versprechungen für den Ausbau der Produktion in Dortmund, während die Geheimpläne zur zur Verlagerung der Produktion schon längst fertig waren. …

Es ist damit erneut bewiesen: Die Bosse kümmert nur ihr Profit, die Belange der Arbeiter und Angestellten werden von ihnen mit Füßen getreten. Dagegen hilft nur das einheitliche und aktive Handeln der gesamten Belegschaft.

DIE FORDERUNGEN LAUTEN:

- Volle Erfüllung eines Investitionsprogramms zur Sicherstellung der Arbeitsplätze.
- Verbindliche Garantien für eine langfristige Stahlproduktion in Dortmund.
- Keine Entscheidung ohne Belegschaft, Vertrauensleute, Betriebsrat und Gewerkschaft.
- Rücktritt von Harders.

Es erweist sich immer mehr: Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist die Sicherstellung der Arbeitsplätze, ist der soziale Fortschritt für die Belegschaft nicht gesichert. Darum wäre es das Beste, die Stahlindustrie nach Artikel 27 der Landesverfassung und Artikel 14 und 15 des Grundgesetzes (GG, d.Vf.) in Gemeineigentum zu überführen."
Q: Heisse Eisen Extrablatt Stoppt Abs und Harders, Dortmund Juli 1972; Die Rote Westfalenwalze Für Streik, Dortmund O. J. (6.7.1972), S. 1;Das Rote Schwungrad Für Streik, Dortmund O. J. (6.7.1972), S. 1

06.07.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP gestern Abend oder heute ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 5.7.1972, 13.7.1972) heraus, welches erneut den Artikel aus dem 'Spiegel' vom 3.7.1972 nachdruckt und vom Streik am 5.7.1972 berichtet.
Q: Heisse Eisen Extrablatt Wir wollen endlich Taten sehen!, Dortmund O. J. (Juli 1972)

13.07.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, laut KPD/ML-ZB (vgl. 14.7.1972) heute, ihre 'Heisse Eisen' Nr. 11 (vgl. 6.7.1972, 19.7.1972) auf Juli datiert mit 4 Seiten DIN A 4 und folgendem Leitartikel heraus:"
ARBEITSPLÄTZE NACH WIE VOR IN GEFAHR!

Die Redaktion HEISSE EISEN unterhielt sich mit dem Mitglied des Parteivorstandes (PV, d.Vf.) der DKP, Wilhelm Sprenger, Dortmund-Scharnhorst, Stresemannstraße 22, über das hochaktuelle Problem der Sicherung der Arbeitsplätze.

HEISSE EISEN:

'Hat die DKP Vorstellungen darüber, wie die Arbeitsplätze für Arbeiter und Angestellte gesichert werden können?'

WILHELM SPRENGER:

'Die DKP hat auch zu diesem Problem in dem Entwurf 'Sozialpolitische Vorschläge der DKP' ihre Vorstellungen entwickelt. Wir Kommunisten gehen davon aus, daß es unter der Herrschaft des Monopolkapitals nicht ohne weiteres gesicherte Arbeitsplätze gibt. Da in diesem System nicht der Mensch, sondern die Erzielung größtmöglicher Profite im Mittelpunkt aller wirtschaftlichen Entscheidungen steht.

Wenn die Konzernherren ihre Gewinne durch Verringerung der Zahl der Beschäftigten erhöhen können, werden sie versuchen, Arbeiter und Angestellte auf die Straße zu setzen. Die Zukunft ganzer Belegschaften hängt von der Willkür weniger Großaktionäre ab. Diese Kreise sind auch ständig bestrebt, die Lasten der krisenhaften Entwicklung ihrer Profitwirtschaft, der Strukturveränderungen, des nationalen und internationalen kapitalistischen Konkurrenzkampfes auf die Schultern des arbeitenden Menschen abzuwälzen.'

HEISSE EISEN:

'Heißt das nun, daß unsere Kollegen auf Gedeih und Verderb den antisozialen Entscheidungen eines Abs, Harders und Co. unterworfen sind?"

WILHELM SPRENGER:

'Das habe ich damit nicht gesagt. Es heißt nur soviel, daß die Kollegen von diesen Finanzbossen nichts zu erwarten haben. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Wer aber will die Kollegen daran hindern, entgegen den Vorhaben der Abs und Harders eigene Beschlüsse zur Verteidigung ihrer Arbeitsplätze zu fassen und dafür mit aller Entschlossenheit einzutreten?

Es wäre doch nicht das erste Mal, daß durch eine solche Entschlossenheit der ganzen Belegschaft Konzernpläne geändert werden mußten. Natürlich werden dabei die Profite des Multimillionärs Federn lassen müssen.

Als Schöpfer aller materiellen Werte haben die arbeitenden Menschen einen Anspruch auf soziale Sicherheit. Die Sicherung der Arbeitsplätze als entscheidende Lebensgrundlage für Arbeiter und Angestellte hat dabei eine große Bedeutung.

Entsprechend dieser Bedeutung sollten auch die Forderungen der Kollegen angemeldet werden.'

HEISSE EISEN:

'An welche Forderungen denkst Du konkret in diesem Zusammenhang?'

WILHELM SPRENGER:

Die Konzernleitung müßte veranlaßt werden, ihre Perspektivpläne restlos aufzudecken.

Bei solch schwerwiegenden Fragen muß für die Vertrauensleute und Betriebsräte, für die gesamte Belegschaft das Recht auf Mitbestimmung durchgesetzt werden. Ohne einen entsprechenden Beschluß der Belegschaft dürfte es keine Veränderungen mit negativen Folgen für die Belegschaft geben. Nur so kann gesichert werden, daß die Interessen der Kollegen nicht unter den Schlitten kommen.'

HEISSE EISEN:

'Müßte nicht auch vom Gesetzgeber einiges getan werden für die Absicherung der Arbeitsplätze?"

WILHELM SPRENGER:

'Auch dazu haben wir in den 'Sozialpolitischen Vorschlägen der DKP' einiges gesagt.

Wir stehen auf dem Standpunkt, daß das recht auf Arbeit verfassungsmäßig garantiert und seine Verwirklichung durch reale gesellschafts- und wirtschaftspolitische Schritte gesichert werden muß. Wir sind der Auffassung, daß jede Massenentlassung durch Gesetz zu verbieten ist.

Desweiteren sagten wir in unseren 'Sozialpolitischen Vorschlägen':

Soziale Sicherheit, das erfordert schließlich grundlegende demokratische Umgestaltungen, die Mitbestimmung der Arbeiterklasse und ihrer Organisationen auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens und die Überführung der Schlüsselindustrien und anderer markt- und wirtschaftsbeherrschender Unternehmen in öffentliches Eigentum, bei demokratischer Kontrolle durch die arbeitende Bevölkerung und ihrer Organisationen.

Man kann die DKP dafür ansehen, daß sie diese und andere Forderungen zur Entscheidung vor den Bundestag bringen würde.

Für Arbeiter und Angestellte wäre deshalb die Wahl von Kommunisten in den Bundestag ein nicht zu unterschätzender Gewinn.

Dem profitsüchtigen und machtbesessenen Großkapital kann man bekanntlich mit halbseidenen und käuflichen Abgeordneten nicht entgegen wirken. Die Kollegen werden verstehen, daß auf einen groben Klotz - wie überall im Leben - ein grober Keil gehört.'"

Weiter werden eine Reihe von zentralen Artikeln der DKP nachgedruckt, u.a. über die Gründe der Kandidatur zu den Bundestagswahlen (BTW), die Freilassung von Angela Davis in den USA, zu den Preiserhöhungen und der Einläutung der Metalltarifrunde (MTR) durch die IGM Köln. Eingegangen wird auch auf die Stillegung der Berliner SPD-Zeitungen 'Telegraf' und 'Nachtdepesche'. Ins Hochdeutsche haben wir folgenden Artikel übersetzt:"
HABEN SIE UNS NUN VERWIRTSCHAFTET?

Sagte doch die Tage einer: 'Auf der Hütte muß ein Dieb sein! Haben sie doch glatt diesen Grundstein von dem neuen Großhochofen geklaut.' 'Nein', sagt ein anderer, 'Ich hab' gehört, den sollen der Abs und der Harders nachts wieder ausgegraben haben, weil sie schon immer gewußt haben, daß sie nicht bauen und das ganze Theater nur wegen den Steuern war.'

Aber Kinder, wer ist denn da so ein Pessimist. Bei dem Eiertanz auf der Treppe am Mittwoch (vgl. 5.7.1972, d.Vf.) haben sie doch gesagt, daß sie bauen! Wenigstens das Stahlwerk. Und wenn sie nun nicht wissen, wann sie bauen, dann ist das ja auch zu verstehen. Ist doch jetzt der Westfalenhüttenbauer aus Bonn abgetreten, hat so einfach die Platte geputzt. Der Albert (Pfeiffer, d.Vf.) hat damals gesagt: den Abs brauchen wir für den Aufsichtsrat, der besorgt uns die Gelder. Ich hab mir aber immer gesagt, wenn der Karl (Schiller, d.Vf.) erst einmal Minister ist, der besorgt uns die Gelder. Und jetzt muß er mich so enttäuschen. Ich habe ihm doch 1969 darum extra meine Stimme gegeben. Wo mag er sie jetzt wohl deponiert haben? Meine Mama sagte damals schon: 'Das ist doch eine verlorene Stimme!' Auf jeden Fall wähle ich diesmal die DKP.

Selbst haben wir das Geld ja nicht. Weil wir doch alle so faul waren. Wie haben sie gesagt? 'Jeden Tag eine Million Verlust! Denk sich das mal einer. Allein im Weihnachtsmonat 37, 5 Millionen (?, d.Vf.). Und dann haben wir da bei der schlechten Finanzlage einfach noch eine Woche Urlaub gemacht. Bloß ich meine, bevor sie nun alles verwirtschaften, die Bosse, sollten sie mich lieber abtreten lassen!"

Die KPD/ML-ZB berichtet über Harders, den Betriebsrat und die Vertrauensleutekörperleitung und fährt fort:"
Zu diesen Verrätern gesellen sich noch die Führer der DKP. Im gestrigen 'Heißen Eisen' schreiben sie kein Wort über Streik und Belegschaftsversammlung gegen Stillegungen, sondern sie schreiben, daß die Stillegungen durch Gesetze vom Bundestag und durch Wahl der DKP verhindert werden können. Kein Wort davon, daß der Staat Hoesch für die Fusion 500 Millionen Steuergelder zur Verfügung gestellt hat (Harders nach dem Streik vom Mittwoch auf der Pressekonferenz (vgl. 5.7.1972, d.Vf.)). Die Hoescharbeiter sollen sich also auf die Gesetze dieses kapitalistischen Staates verlassen. Wenn sich die Hoescharbeiter auf diesen Weg der DKP-Führer einlassen würden, könnten wir uns in geraumer Zeit auf der Straße wiederfinden. Die DKP-Führer sabotieren nicht nur in Worten die Front gegen Stillegungen, sondern auch in Taten, entgegen dem Willen vieler ehrlicher kämpferischer DKP-Mitglieder schlugen sie unser Bündnisangebot in den Wind."
Q: Heisse Eisen Nr. 11, Dortmund Juli 1972; Die Rote Westfalenwalze Jetzt erst recht!, Dortmund O. J. (14.7.1972), S. 2

19.07.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche, laut Herausgabeplan (vgl. 14.2.1972) heute, ihre 'Heisse Eisen' Nr. 12 (vgl. 13.7.1972, 16.8.1972) auf Juli datiert mit 4 Seiten heraus, in der sie hauptsächlich von der Vertrauensleutevollversammlung der Westfalenhütte am 13.7.1972 berichtet. Eingegangen wird auch auf den Tarifabschluß im Ruhrbergbau (vgl. 20.6.1972). Ein weiterer Artikel lautet:"
WAS DEN BOSSEN AN DEN KRAGEN GEHT, IST TENDENZ!

Laut Urteil des Stuttgarter Landgerichts (vgl. **.*.1972, d.Vf.) ist der Deutschen Bank und Hermann Josef Abs erlaubt, über das Buch 'Der Bankier und die Macht - Hermann Josef Abs in der deutschen Politik' öffentlich zu erklären, es handle sich um eine 'politische Tendenzschrift', die keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit besitzt.

Das ist eine, so meinen jedenfalls die Stuttgarter Richter, sehr weise Erklärung. 'Heisse Eisen' wirft in diesem Zusammenhang die Frage auf: Was ist eigentlich eine 'politische Tendenzschrift'?

Als vor mehr als eineinhalb Jahren einige Westfalenhütte-Betriebsräte, bewaffnet mit einer Ausgabe 'Heisse Eisen' (vgl. 7.12.1970, d.Vf.), die im Faksimile einen Auszug aus dem jetzt verurteilten Buch enthielt, zu Herrn Abs gingen und wissen wollten, in wie weit die Veröffentlichungen der Wahrheit entsprechen, meinte H. J. Abs: Was können die Kommunisten schon nachweisen, wenn die einmal mein Archiv besichtigen könnten, würden sie staunen.

Das heißt, er besitzt offensichtlich noch andere, durchschlagendere Unterlagen über sein Tätigkeit im Dienste des Großkapitals auch während des Faschismus.

Das Stuttgarter Gericht sieht das Problem offensichtlich so: Alles, was von links kommt, ist tendenziös, die Bild-Zeitung, der Bayernkurier und die Deutsche National- und Soldatenzeitung sind objektiv. So einfach ist also die Verdrehung wissenschaftlicher Begriffe. Wer mit dem, was er schreibt, der herrschenden Klasse in diesem Lande dient, ist genehm. Wer für die Arbeiter und Angestellten schreibt, wer auf die dunkle Vergangenheit einiger Wirtschaftskapitäne hinweist, der ist unwissenschaftlich und tendenziös. Diese Fakten aber interessieren das Stuttgarter Landgericht nicht; denn in einem kapitalistischen Land ist der Göttin Justitia nur ein Auge verbunden, nämlich das rechte. Gerichte sind hierzulande Organe, die systemerhaltend in den staatsmonopolistischen Machtapparat eingebaut sind.

Auf einen Nenner gebracht sieht die Praxis so aus: Wer im Auftrage der mächtigen Monopole oder aus persönlichem Antrieb die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer macht, darf sich jedes Mittels bedienen.

Wenn einer der Armen aus eigenem Antrieb oder als bewußter Vertreter seiner ganzen Klasse sich dagegen wehrt, wird er verurteilt.

Die Höhe des Urteils hängt von dem jeweiligen politischen Klima ab und reicht von kleinen Geldstrafen bis zum Schafott.

Das war schon unter Hitler so und daran hat sich im Prinzip bis heute in unserem Lande nichts geändert."

Einige Meldungen finden sich in der Rubrik:"
VERSCHIEDENES

Nicht nur in den Verkaufsstellen des Werksbereichs verteuerten sich wieder einmal einige Artikel (z.B. Milch). Auch in der Werksschänke zeigt sich wieder einmal diese Errungenschaft der 'freien Marktwirtschaft'! Die Qualität der Speisen läßt auch einiges zu wünschen übrig.

Die Geldinstitute setzten jetzt endgültig zum Angriff auf unsere Pfennige an. Nachdem zur Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung die tollsten Versprechungen in punkto kostenlos gemacht wurden, wollen die Kassen jetzt, nachdem je Buchung bereits 50 Pfennig Gebühr erhoben werden, die Kontenführung mit 20 DM pro Jahr belasten. Es ist an der Zeit, daß die zur Kasse gebeten werden, die der Belegschaft die bargeldlose Lohnzahlung aufgezwungen haben.

Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland auf die Dividende zu verzichten! So ergeht es jedenfalls jedem jungen Kumpel, der das 'Glück' hat, seinen Arbeitskittel mit dem 'Ehrenrock' vertauschen zu dürfen."
Q: Heisse Eisen Nr. 12, Dortmund Juli 1972

16.08.1972:
Die Dortmunder DKP-Betriebsgruppen Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union wollen, laut Verteilerplan (vgl. 14.2.1972) heute die Augustausgabe ihrer 'Heissen Eisen' (vgl. 19.7.1972, 28.8.1972) herausgeben.

Dabei könnte es sich um die uns bisher leider nicht vorliegende Nr. 13 gehandelt haben.
Q: DKP-BGs Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union: Herausgabe- und Verteilerplan für Heisse Eisen, o.O. (Dortmund) O. J. (Feb. 1972), S. 1

28.08.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' Nr. 14 (vgl. 16.8.1972, 11.9.1972) datiert auf August mit 4 Seiten DIN A 4 und einem Leitartikel zum Stahlbau auf der Westfalenhütte (vgl. 25.8.1972) heraus.
Berichtet wird auch von der eigenen Kreisdelegiertenkonferenz (vgl. 20.8.1972).
In der Rubrik "Hoesch-Informationen" heißt es:"
STILLEGUNG?

Auf der Stahlgießerei Phoenix läuft seit einem halben Jahr Kurzarbeit, sie soll nun um ein weiteres halbes Jahr verlängert werden. Davon sind 200 Kollegen betroffen.

Was wird dann?

Die Kollegen sollten sich keine Illusionen machen. Es liegt wahrscheinlich im Interesse des Unternehmens im Hinblick auf die nächste Lohnrunde einige Abteilungen auf Sparflamme zu halten.


WANN ENDLICH?

Laut BVG sollen alle drei Monate sogenannte Abteilungsversammlungen durchgeführt werden. Kollegen fragen: Wann beginnt man auf dem Werk Phoenix endlich damit?

AUSSTELLUNG

Der 'Dortmunder Herbst' ist beim Hoesch-Konzern schon lange angebrochen. Darüber kann auch der pompöse Hoesch-Stand in der Westfalenhalle nicht hinwegtäuschen!

Der 'zukunftssichere Arbeitsplatz', geboren aus einer 'soliden Berufsausbildung', existiert nicht mehr!

WERKSFEUERWEHR

Nachdem die Belegschaft der Feuerwehr statt vorgeschriebener 41 nur noch 28 Mann beträgt, ist der wirkungsvolle Einsatz dieser Truppe nicht mehr gewährleistet.

Im Katastrophenfall bedeutet das eine Katastrophe. Einsparungen auf Kosten der Sicherheit der Belegschaft sind ein Zeichen dieser Gesellschaftsordnung. Sie müssen verhindert und dürfen nicht geduldet werden.

WER KENNT IHN NICHT?

… dann fuhr er mit Ehefrau Etta wieder in Urlaub …

(soweit aus der Rundschau vom 22.8.1972)

Na, warum auch nicht? Bei 13 000 DM MONATS-Einkommen. Mit diesem Geld könnte er 13 Hoesch-Kollegen entlohnen und hätte immer noch was übrig. Denn die von ihm 1969 versprochenen 1 000 DM Lohn haben viele Kumpel bis heute - 1972 - noch nicht!

Muß man noch den Namen nennen? (Karl Schiller - SPD, d.Vf.)

NEUE LOHNFINDUNG GEFORDERT

Im Namen der Belegschaft und der Vertrauensleute des Kaltwalzwerkes haben die Kollegen Wetzel und Kleine-Horst in zwei Anträgen eine neue Entlohnungsgestaltung für das neue Kaltwalzwerk gefordert und beantragt, das Punktsystem durch eine neue Lohnfindungsmethode zu ersetzen. In der Begründung wird verlangt, daß damit die Kollegen stärker an der Produktionssteigerung und damit am Gewinn beteiligt werden.

AUSBEUTUNG

Der Fehlbedarf an Arbeitskräften im Hoesch-Bereich nimmt unvertretbare Ausmaße an. Von April - Juni 1972 gab es 637 Abgänge und 391 Zugänge, also ein Minus von 246.

Ein besonderes Zeichen der Attraktivität unserer Arbeitsplätze!

BELEGSCHAFTSVERSAMMLUNG

Nachdem die Geheimfusionspolitik des Dr. Harders die Kumpel am 5. Juli vor die Hauptverwaltung trieb, ist nun der Vorstandsbeschluß endgültig, die 1 1/2 Std. Ausfallzeit nicht zu bezahlen.

Die Kollegen fordern die Bezahlung dieser Ausfallzeit, für die allein der Hoesch-Vorstand verantwortlich ist!

RATIONALISIERUNG

Aus dem Bereich HAAS ist wieder einmal zu erfahren, daß dort ohne Rücksprache mit den Meistern und den betroffenen Kollegen Arbeitsplätze wegrationalisiert werden.

Auf der anderen Seite gibt es z.B. im Bereich Hochofen zwei Direktoren. Kein Wunder, wenn Hoesch in der Lohn- und Gehaltsstatistik vergleichbarer Hüttenwerke den ersten Plazt einnimmt.

ÜBERBELASTUNG

Der Betriebsrat Westfalenhütte faßte einstimmig folgenden Beschluß:
Die feststellbare Überbelastung der Belegschaft durch Unterbesetzung und das Unvermögen, die Fehlbestände zu decken, erfüllen den Betriebsrat mit großer Sorge. Den Grund dafür sieht er darin, daß die Arbeitsplätze bei den Hüttenwerken nicht mehr lukrativ sind. Eine allgemeine Minderung der Realeinkommen durch die wirtschaftliche Entwicklung führt zu einer wachsenden Verärgerung in der Belegschaft. Gespräche um die Lohngestaltung, vor allem im Zusammenhang mit der Form der Lohnzahlung, müssen intensiviert werden."

Zitiert wird aus den Vorschlägen der DKP für eine Steuerreform mit sozialen Zielen und im Zusammenhang dazu ausgeführt:"
MUNITION FÜR STRAUSS UND BARZEL

Schmidt-Schnauze (Hlemut Schmidt - SPD, d.Vf.) hält Steuererhöhungen für unvermeidlich. Die Bundesrepublik sei mit der 'freien Marktwirtschaft' verheiratet, meint der 'Superminister'. Straßen, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, saubere Luft und frisches Wasser würden von den Bürgern gewünscht und müßten also auch von ihnen bezahlt werden. Und weil Schmidt als ehemaliger Rüstungsminister seine bisherige Aufrüstungspolitik nicht einfach über den Haufen werfen will, behauptet er, auch die 'Sicherheit' - sprich Hochrüstung - sei ein Wunsch der Bürger. Befriedigt reiben sich Strauß (CSU, d.Vf.) und Barzel (CDU, d.Vf.) die Hände: Das haben sie doch schon immer gesagt. Aber Strauß und Barzel und Schmidt - der sich, wie seinerzeit Schiller, leider mit dem Titel 'Sozialdemokrat' schmücken darf - spekulieren darauf, daß die Arbeiter und Angestellten so dumm sind, wie sich das die drei wünschen.

Aber immer mehr Arbeiter und Angestellte fordern, daß endlich, im Zeichen der Ostverträge und der bevorstehenden Sicherheitskonferenz, die 'heilige Kuh - Rüstung' geschlachtet werden muß, daß sie Fleisch geben kann für viele: Für Sozialaufgaben nämlich.

Und 'mit der freien Marktwirtschaft verheiratet'?

Die Ehe sollte man scheiden, wenn dabei herauskommt, daß der eine Partner die Freiheit hat, die Preise durch Absprachen beliebig zu erhöhen, während der andere sie bezahlen 'darf'.

Strauß will die Mehrwertsteuer auf 17 Prozent erhöhen, Narjes (CDU) kündigt Steuererhöhungen als 'kaum vermeidbar' an, Barzel will Lohnerhöhungen bekämpfen - und Schmidt liefert mit seinen Ankündigungen der CDU und CSU die Wahlkampfmunition frei Haus.

Davon unterscheidet sich wohltuend nur die DKP. Sie greift als einzige Partei nach der heiligen Kuh der Herrschenden und Regierenden: Nach der Rüstung und nach den Profiten der Konzerne.

DIE DKP FORDERT:

Senkung des Rüstungsetats um 15 Prozent jährlich, vorläufig bis zur Hälfte. Herunter mit den Steuern für die arbeitende Bevölkerung - die Millionäre sollen zahlen!

DARUM DIESMAL: DKP"
Q: Heisse Eisen Nr. 14, Dortmund Aug. 1972

11.09.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, laut einem Papier des DKP-Kreisvorstandes Dortmund (vgl. 18.9.1972), vermutlich spätestens in dieser Woche eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 28.8.1972, 20.9.1972) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: N.N. (DKP-Kreisvorstand Dortmund) Kurzinformationen Stand Bundestagswahlkampf Dortmund - 18.9.1972, o.O. (Dortmund) O. J. (Sept. 1972), S. 1

20.09.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP die Septemberausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 11.9.1972, 18.10.1972) laut Verteilerplan (vgl. 14.2.1972) heute heraus. Dabei könnte es sich um die uns vorliegende auf September datierte Ausgabe mit vier Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Werner Groß handeln, wobei diesmal der DKP Kreisvorstand als Herausgeber auftritt:"
'VOLKS'-VERTRETER AUF DEN GEHALTSLISTEN DER KONZERNE
BUNDESTAGSKANDIDATEN DER DKP MEINEN DAZU:

Die parlamentarischen Staatssekretäre Raffert (SPD) und Dorn (FDP) mußten zurückgetreten werden. Sie, als Mitglieder der Bundesregierung, standen auf den Gehaltslisten eines der schärfsten Gegner der SPD/FDP-Regierung: Des Bauer-Verlags mit der Illustrierten 'Quick'. Rund 14 000 DM im Monat einschließlich der Abgeordnetendiäten erhalten beide. 3 000 DM nahmen sie zusätzlich vom Bauer-Verlag - was wohl war der 'Quick' die 3 000 pro Monat wert? Mit von der 'Quick'-Partei sind die CDU-Abgeordneten Gewandt und Rollmann. 'Ein Abgeordneter muß sich ein zweites Bein schaffen', sagte CDU-Gewandt: ein Bein ist die Partei, das zweite Bein ist ein Konzern. Das Volks ist nicht gefragt bei den 'Volks'-Vertretern.

CDU und CSU, Strauß und Barzel wischen Gewandt und Rollmann beiseite und produzieren sich schadenfroh als die Partei der Saubermänner. Strauß zum Beispiel steckt monatlich 5 000 DM von der chemischen Industrie ein. Für die CSU, Strauß braucht keine Rechenschaft über die Verwendung des Geldes abzulegen. 'Saubermann' Barzel kassierte vom Panzer-Bauer-Konzern Henschel in Kassel im Rahmen eines 'Beratervertrages' 60 000 DM - wirklich sauber, die Herren.

Und nicht nur sie. Nicht einmal 20 Prozent der Bonner Abgeordneten unterzeichneten eine Erklärung, daß sie 'seit Übernahme des Mandats als Bundestagsabgeordnete keine Bindungen… eingegangen' seien, die für sie 'zu materiellen Vorteilen geführt hätten'. Knappe hundert von über 500 Abgeordneten. Volksvertreter?

Wir Kommunisten sprechen von der 'Herrschaft des Großkapitals'. Viele belächeln uns. Aber sie ist augenfällig. Auch im Bundestag.

Das sind jene Abgeordnete, die direkt von den Konzernen in das 'Hohe Haus' entsandt werden: So Dr. Ph. v. Bismarck (CDU), Vorstandsmitglied der Kali-Chemie. So Dr. Kurt Birrenbach (CDU), Generalbevollmächtigter der August-Thyssen-Hütte. Oder Alexander Menne (FDP), Direktor, Vorstandsmitglied der Farbwerke Hoechst - nur eine kleine Auswahl.

Sie sind in der übergroßen Mehrzahl in der Fraktion der CDU/CSU zu finden: CDU/CSU sind eindeutig die Parteien des Großkapitals. Sie zu wählen, bedeutet, Abs, Thyssen, Harders selbst zu wählen. Das ist genauso, als würden die Hoesch-Arbeiter Abs oder Harders in den Betriebsrat wählen, als Interessenvertreter der Arbeiter und Angestellten. Undenkbar.

Knappe 20 Prozent der Bundestagsabgeordneten sind 'keine Bindungen' eingegangen, wie sie selbst erklären. daraus kann man schließen: Die übrigen mehr als 400 'Volks'-Vertreter aller Bundestagsparteien stehen auf den Gehaltslisten der Konzerne. Und entscheiden nach dem Motto:

WESSEN BROT ICH ESSE,
DESSEN LIED ICH SINGE!

Sie nenen sich Mitglieder des 'Hohen Hauses' - sie stehen hoch: Über den Interessen des Volkes, des arbeitenden Volkes.

Es wird bestraft, wer das Parlament verächtlich macht - sie machen das Parlament verächtlich. Hoffentlich werden sie bestraft: Durch das Volk, bei der Wahl.

Abgeordnetenkäufe von Fraktion zu Fraktion, Abgeordnete auf den Gehaltslisten der Konzerne - der Korruptionssumpf in Bonn muß ausgetrocknet werden!

Wir, die Dortmunder Direktkandidaten und die empfohlenen Dortmunder Kandidaten für die Landesliste NRW der Deutschen Kommunistischen Partei, fordern:
Offenlegung der Parteifinanzierung;
Offenlegung aller bestehenden 'Beraterverträge' von Abgeordneten, Beamten und Regierungsvertretern.
Verbot von Beraterverträgen und ähnlichen Verbindungen mit dem Großkapital.

Wir Kandidaten der DKP verpflichten uns, unseren Wählern jederzeit Rechenschaft über unsere Tätigkeit abzulegen, jederzeit Wähleraufträge entgegenzunehmen. Die DKP tritt dafür ein, daß Abgeordnete, die den Wählerwillen mißachten, von ihren Wählern abberufen werden können.

Es liegt im Interesse aller, die für Demokratie und Fortschritt eintreten, bei den kommenden Bundestagswahlen die marxistische Arbeiterpartei, die DKP, zu stärken und damit Abgeordnete in den Bundestag zu entsenden, die wie in den Betrieben und Büros, für die Interessen des arbeitenden Volkes, gegen das Großkapital auftreten.

Damit der Korruptionssumpf in Bonn ausgetrocknet wird: Kommunisten in den Bundestag!
DKP KONTRA GROSSKAPITAL!"

Veröffentlicht wird auch ein zentraler Spendenaufruf zu den BTW und eingestreut in den Text finden sich Bilder und Vorstellungen folgender DKP-KandidatInnen:
- Wilhelm Sprenger, Dortmund-Scharnhorst, Stresemannstraße 22, Maurer, 53 Jahre, Wahlkreis 116;
- Kurt Nusch, Dortmund-Berghofen, Overgünne 206, Maschinist/Betriebsrat, 47 Jahre, Wahlkreis 114;
- Hans Kluthe, Dortmund-Huckarde, Braunsbergweg 7, Student, 22 Jahre, Wahlkreis 115;
- Hans Kaiser, Selm, Am Buddenberg 2, Metallarbeiter/Betriebsrat, 47 Jahre;
- Walter Schlierenkämper, Dortmund-Eving, Heideweg 43, Schlosser/Betriebsratsvorsitzender, 47 Jahre;
- Gundula Frickenhaus, Dortmund Chemnitzer Straße 77, Lehrerin, 28 Jahre;
- Rolf-Jürgen Priemer, Dortmund, Liebigstraße 9, Schriftsetzer, 32 Jahre und Otto Meyerling, Dortmund-Hörde, Wilhelm-Schmidt-Straße 13, Maschinist/Betriebsrat, 46 Jahre.
Q: Heisse Eisen 'Volks'-Vertreter auf den Gehaltslisten der Konzerne, Dortmund Sept. 1972; DKP-BGs Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union: Herausgabe- und Verteilerplan für Heisse Eisen, o.O. (Dortmund) O. J. (Feb. 1972), S. 1

18.10.1972:
Die Dortmunder DKP-Betriebsgruppen Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union wollen, laut Verteilerplan (vgl. 14.2.1972), heute die Oktoberausgabe der 'Heissen Eisen' (vgl. 20.9.1972, 6.11.1972) herausgeben.
Q: DKP-BGs Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union: Herausgabe- und Verteilerplan für Heisse Eisen, o.O. (Dortmund) O. J. (Feb. 1972), S. 1

13.11.1972:
Bei Hoesch Dortmund geben die DKP-Betriebsgruppen frühestens heute ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 6.11.1972, 22.11.1972) mit 6 Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Rudi Skott und einem beigelegten zweiseitigen Flugblatt des DKP-Kandidaten Friedrich Block (vgl. 13.11.1972) zur Bundestagswahl (BTW - vgl. 19.11.1972) heraus:"
LOHNERHÖHUNGEN SOLLEN VERHINDERT WERDEN!

SCHMIERGELDER DER UNTERNEHMER AN CDU/CSU

ABGEORDNETENKAUF DURCH DIE UNTERNEHMER!

Nicht mehr nur einzelne Bundestagsabgeordnete, gleich die ganze CDU kaufen sich die Unternehmer. In diesem Extrablatt veröffentlicht die DKP ein Dokument, aus dem zu ersehen ist, daß Unternehmer und CDU ein Kopf und ein Arsch sind.

Da werden die Hoesch-Bosse Abs und Harders genannt, zahlreiche bleiben ungenannt wie etwa die Herren Pohlschröder, von denen CDU-Löher in einer Wahlversammlung in Scharnhorst (vgl. Okt. 1972, d.Vf.) sagte: Die Herren Pohlschröder gehören zu jenen fortschrittlichen Unternehmern, die für die freie Marktwirtschaft eintreten und darum die CDU unterstützen!

Dem sogenannten Wirtschaftsrat der CDU gehören also die gleichen Typen an, die den Arbeitern, Angestellten und jugendlichen Kollegen jene Lohn- und Gehaltserhöhungen verweigern, die notwendig sind, um den Reallohn zu erhalten. Während die CDU mit Millionen und aber Millionen geschmiert wird - um z.B. haufenweise Anzeigen in Tageszeitungen zum Stückpreis von 700 000 DM bringen zu können - sollen die arbeitenden Menschen mit 5 Prozent abgespeist werden.

Darauf kann es nur eine Antwort geben: Keine Stimme der CDU und gleichzeitig aktiver Lohnkampf, um die Unternehmer zu zwingen, die geforderten Lohn- und Gehaltserhöhungen von 11 - 15% zu zahlen.

Damit das Großkapital und seine Partei, die CDU/CSU, wirksamer bekämpft und statt die Interessen der Millionäre endlich die Interessen der Millionen auch im Bundestag vertreten werden, ist es notwendig, am 19.November die Deutsche Kommunistische Partei zu wählen. Ein Dutzend Abgeordnete der DKP im Bundestag würden Dampf machen gegen die CDU/CSU und das Großkapital.

DKP-Abgeordnete im Bundestag würden sicher auch manchem SPD-Abgeordneten auf die Sprünge helfen, wenn es darum geht, entschlossen gegen CDU/CSU und ihre Geldsäcke, von Abs über Harders bis hin zu Pohlschröders aufzutreten. Jede Stimme für die DKP ist also eine Stimme gegen Abs, Harders, Pohlschröder und alle diejenigen, die aus vorenthaltenen Löhnen und Gehältern der CDU Schmiergelder zahlen."
Bei dem erwähnten Dokument handelt es sich um einen Artikel aus dem 'Managermagazin' über den CDU-Wirtschaftsrat (vgl. Nov. 1972).

Berichtet wird auch von der Forderung von NRW-Innenminister Weyer (FDP), DKP-Mitglieder aus dem DGB auszuschließen (vgl. 6.11.1972) sowie dem Protest dagegen bei Hoesch Phoenix (vgl. 10.11.1972) und in der IGM Dortmund (vgl. 9.11.1972). Gefragt wird:"
WAS IST EIGENTLICH IN DER LEHRWERKSTATT LOS?

Ist der stellvertretende Ausbildungsleiter der Herrgott? Folgendes ist geschehen:
Die Hütte sucht Handwerker und eigene ausgebildete Handwerker - 6 Elektriker - will man nach Beendigung ihrer Ausbildung nicht übernehmen. Diese 6 jungen Kollegen haben die beste Aussicht ihre Gesellenprüfung zu bestehen. Sie haben nur einen Fehler, nämlich eine eigene Meinung. Sie sind kritisch zur Umwelt und so etwas kann ja nicht geduldet werden. Wegen der 6 Elektriker will sich der Lehrlingsausschuß noch beschäftigen. Man sollte aber dabei nicht vergessen, die Ausbildungsleitung schlechthin zu überprüfen. Es hat nämlich den Anschein, daß bei den Elektrikern in der Ausbildung manches nicht in Ordnung ist. Was not tut, das sind mehr Rechte für die Jugendvertreter!"

Festgestellt wird:"
NOCH EINMAL GUTGEGANGEN

Wie in der Tageszeitung zu lesen, waren 12 Lehrlinge an Gas vergiftet. Die jungen Kollegen wurden zu je 6 in zwei Krankenwagen geladen und zum Krankenhaus gefahren. Doch erst das dritte Krankenhaus nahm sich der Kranken an, unter Androhung der Werksfeuerwehr, die Presse zu verständigen. Es müssen schnellstens technische Maßnahmen ergriffen werden, damit sich ein solcher Unfall nicht mehr wiederholen kann.

Wie zu erfahren war, will man aus Rationalisierungsgründen einen Krankenwagen einsparen. Mit dieser Maßnahmen sollen dann vier Mann mehr dem Feuerwehreinsatz zur Verfügung stehen. Wie oft aber hat schon ein kranker Kollege auf einen Krankenwagen warten müssen? In nächster Zeit soll für die Hüttenwerke ein 5. Direktor eingestellt werden. Mit dem Gehalt eines solchen Direktors könnte man viel anfangen, z.B. einen Krankenwagen mehr fahren lassen."

Berichtet wird von einer zentralen Demonstration der KPD (vgl. 11.11.1972) und in einem letzten Artikel heißt es zu MTR bzw. STR:"
UNTERNEHMER UND CDU WOLLEN METALLER ÄRMER MACHEN UNSERE ANTWORT: REALLOHNSTEIGERUNG ERKÄMPFEN!

Unternehmer-Bosse und CDU haben in der Lohnrunde ein gemeinsames Ziel: Lohnleitlinien sollen den Reallohn empfindlich senken. Barzels Stellvertreter Stoltenberg (ehemals Krupp-Direktor) forderte: Für die 'Lohnrunden in allen Bereichen' soll die Regierung Ordnungsdaten setzen. Das gelte für jede Regierung nach den Wahlen!

Um welche Daten handelt es sich?

Dr. Herbert Köhler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie und CDU-Kandidat für den Bundestag unterbreitete sie den Bossen: Die Löhne und Gehälter sollen an die Produktivität gebunden werden. Die Unternehmer wollen also bestenfalls die 5 Prozent Produktivitätssteigerung in der Lohnrunde in Erwägung ziehen. 'Gesamtmetall' ist mit von der Partie. Der stellvertretende Vorsitzende Horst Knapp lieferte dem 'Handelsblatt' (HB, d.Vf.) am 3.11. die Schlagzeile: 'Keine Addition von Inflation und Produktivität'. Verständlich übersetzt lautet dies: Die Preissteigerungsrate von fast 7 Prozent soll in der Lohnrunde außer Anschlag bleiben. Die Unternehmer wollen ein Riesengeschäft machen. Ihre Verbände und die CDU wollen uns ärmer machen, damit die Profite noch stabiler werden!

Die Unternehmer organisieren mit allen Kräften und ihren Millionen nicht nur den CDU-Wahlkampf, sondern auch einen harten Lohnkampf. Aber die Regierung schweigt über die Preisdiktate des Großkapitals. Die Stoltenberg, Knapp und Köhler fühlen sich dadurch immer nur angespornt, ihr arbeiterfeindliches Lohndruckkonzept in Anwendung zu bringen. Helmut Schmidt (SPD, d.Vf.) assistiert dabei. Darum unsere Antwort an die Bosse: REALLOHNSTEIGERUNG! 4 Prozent Reallohnsteigerung verlangen die Ziele des DGB. Um 15 Prozent müssen Löhne und Gehälter steigen, wenn in der Lohnrunde diese Reallohnsteigerung erstritten werden soll. 11 Prozent bedeuten aber faktisch Reallohnstop!

Die Unternehmer können, sie müssen zahlen. Die Unternehmer führen den Lohnkampf als Wahlkampf. Übrigens: Aus Kreisen der Konzernleitung (auch da gibts Sozialdemokraten) wurde uns mitgeteilt, daß Hoesch-Boß Harders der CDU eine SECHSSTELLIGE SUMME für den Wahlkampf überwiesen hat! Darauf in den Betrieben unsere Antwort: Keine Pause im Lohnkampf! Alles für Reallohnerhöhung!"
Q: Heisse Eisen Schmiergelder der Unternehmer an CDU/CSU, Dortmund Nov. 1972

22.11.1972:
Die Dortmunder DKP-Betriebsgruppen Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union wollen, laut Verteilerplan (vgl. 14.2.1972) heute die Novemberausgabe der 'Heissen Eisen' (vgl. 13.11.1972, 11.12.1972) herausgeben.
Q: DKP-BGs Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union: Herausgabe- und Verteilerplan für Heisse Eisen, o.O. (Dortmund) O. J. (Feb. 1972), S. 1

11.12.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 22.11.1972, 20.12.1972) mit 4 Seiten und folgendem Leitartikel heraus:"
'WIR LASSEN UNS DOCH NICHT WEICHKLOPPEN!'

'Das können wir uns doch nicht länger gefallen lassen.' 'Die können mit uns doch nicht machen was sie wollen!' 'Wann geht es denn los?'

Solche und andere Meinungen vertreten die Kollegen in den drei Hüttenwerken angesichts des provokativen Angebots der Stahlunternehmer, die Löhne und Gehälter um 5, 6% zu erhöhen (vgl. 5.12.1972, d.Vf.).

Das völlig unzureichende Angebot der Stahlbosse beweist wie Recht die DKP hat, wenn sie sagt:

An den bestehenden Besitz- und Machtverhältnissen hat sich auch mit dieser Bundestagswahl (BTW - vgl. 19.11.1972, d.Vf.) nichts geändert. Es bleibt so wahr wie vor der Wahl, daß die arbeitenden Menschen auch dann, wenn die Regierung von der SPD geführt wird, ihre Interessen nur durch den Kampf gegen das Monopolkapital und seinen Einfluß im Staat durchsetzen können.

Seit dem 30.November gibt es einen tariflosen Zustand. Die Forderungen der IG Metall liegen seit 6 Wochen (vgl. 24.10.1972, d.Vf.) auf dem Tisch. In zwei Verhandlungen (vgl. 14.11.1972, 24.11.1972, d.Vf.) machten die Unternehmer kein Angebot. Erst in der dritten Verhandlung bequemten sich die Herren ein 'Angebot' zu machen.

Die IG Metall Recht, wenn sie in ihren Informationen (vgl. **.**.1972) schreibt: 'Dieses Angebot - 5, 6% - ist unzumutbar für die Arbeitnehmer und kann nicht ernstgenommen werden.'

Ernst zu nehmen ist nach unserer Meinung das 'Angebot' der Stahlbosse allerdings. Denn es ist doch längst kein Geheimnis mehr, daß die Unternehmer den Lohnstop anvisieren. Sie möchten festgeschriebene Orientierungsdaten und Lohnleitlinien, die nicht über den Produktivitätszuwachs hinausgehen und das sind eben rund 5%.

Unterstützt werden die Unternehmer in ihrer Auffassung nicht nur durch die CDU/CSU, sondern leider auch durch solche führenden Sozialdemokraten wie dem Sprecher des SPD-Vorstandes Schulz.

Es ist also durchaus nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, was die Stahlbosse sagen.

Bei der nächsten Verhandlung am 12.Dezember werden die Unternehmer ebenfalls kein wesentlich anderes Angebot machen.

Die einzige Chance, die aufgestellte Mini-Forderung von 11% durchzusetzen besteht darin, den Stahlbossen nicht nur am Verhandlungstisch gegenüberzutreten.

Einheitliche und geschlossene Kampfaktionen der IG Metall-Mitglieder sind notwendig, um zum Erfolg zu kommen."

Dem selben Thema widmet sich auch der Artikel:"
HÖHERE REALLÖHNE NUR DURCH KAMPF ZU ERREICHEN!

Die Forderung der IG Metall nach einer durchschnittlichen Lohn- und Gehaltserhöhung von 11% in der Stahl- und Metallindustrie wird von vielen Kollegen für zu niedrig gehalten. Angesichts der Preis- und Gewinnsteigerung würde selbst die volle Durchsetzung dieser Forderung keine reale Verbesserung für die Arbeiter und Angestellten bringen, während die Unternehmergewinne fleißig weiter steigen.

In seiner Zielprojektion betont der DGB ausdrücklich, daß es nicht beim derzeitigen Status quo der Einkommensverteilung bleiben dürfe, der die Reichen immer reicher macht. Deshalb sei es das zentrale Anliegen der DGB-Zielprojektion, 'die Reallöhne in den kommenden Jahren stärker als die Realeinkommen der Selbständigen' zu erhöhen.

Die Reallöhne zu erhöhen, darum geht es auch in der gegenwärtigen Lohnbewegung. Alle Kollegen - auch der Kollege A. Pfeiffer, als Mitglied der Verhandlungskommission - sollten sich darüber klar sein, daß selbst die volle Verwirklichung der gegenwärtigen Forderung von 60 Pfennig mehr Stundenlohn, 11% mehr Gehalt und Erhöhung der Ausbildungsvergütung noch keine Reallohnsteigerung bedeutet.

Hier die Rechnung:
Laut 'Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaft' Nr. 5/1972 betrug der ermittelte durchschnittliche Brutto-Stundenlohn, d.h. mit allen Zuschlägen, Konti-Arbeiten usw., in der Stahlindustrie der Bundesrepublik im April 1971 7, 68 DM und im April 1972, ein Jahr später nach der letzten Lohnerhöhung 8, 15 DM. Das ist eine Steigerung von 0, 47 DM die Stunden.

(Die Gesamtzuschläge machen in der Regel etwa 1 DM in der Stunde und ca. 200 DM im Monat aus.)

Diese Werte entsprechen dem Durchschnitt der Bruttolöhne der Stahlindustrie im Ruhrgebiet, die sich im Grundsatz bis heute nicht veränderten.

Die in diesem Industriezweig ausgewiesene Arbeitszeit beträgt z.Z. etwa 43 Wochenstunden, das entspricht 13 Überstunden im Monat, gleich 186 Stunden. Bei einem Stundenlohn von 7, 68 DM im April 1971 und gleicher Stundenzahl wie z.Z., ergibt das einen Monatsbruttolohn von 1 428 DM. Nach der Lohnsteuerklasse 3/1 (verheiratet mit einem Kind) und einem anteiligen Krankenkassenbeitrag von 4, 7% betragen die Gesamtabzüge rd. 389 DM, wobei ein Netto-Monatslohn von 1 039 DM verbleibt.

Nimmt man den jetzigen Durchschnitt des Brutto-Stundenlohnes von 8, 15 DM x 186 Stunden, so ergibt das einen Monatsbrutto-Verdienst von 1 517 DM. Die Abzüge nach gleicher Klasse betragen gesamt rd. 420 DM, verbleiben 1 097 DM netto.

Daraus ergibt sich 1972 gegenüber 1971 eine Netto-Lohnsteigerung von 58 DM monatlich. Das ist ausgehend von 1 039 DM eine Steigerungsrate von 5, 5%, die durch die Preissteigerung wieder aufgehoben wurde.

Die Preissteigerung betrug im Februar 1972 (Inkrafttreten des jetzigen Lohnabkomnens) bereits 5, 2% und wird im Dezember d.J. über 7% liegen. Bei einer Realisierung der aufgestellten Forderung von 60 Pfg. die Stunden linear Lohnerhöhung (gleiche Erhöhung auf alle Gruppen) kämen, um das Beispiel weiter zu verfolgen, auf z.Z. 8, 15 DM Brutto-Stundenlohn nehmen wir an 0, 60 DM, das wären 8, 75 DM.

Bei gleicher Stundenzahl wie beim letzten Beispiel ergibt das bei 186 Monatsstunden x 8, 75 DM Stundenverdienst einen Brutto-Monatsverdienst von 1 627 DM.

Die Gesamtabzüge nach vorhergehender gleicher Klasse, zuzüglich der anteiligen 0, 5% Sozialbeitragserhöhung ab 1.1.1973 betragen rd. 467 DM. Das ergäbe einen Monats-Nettolohn von 1 160 DM. Da jetzige Nettolohn nach unserem Beispiel 1 097 DM ausmacht, wäre das ein monatlicher Netto-Mehrverdienst von 63 DM. Die Netto-Steigerungsrate würde also nur knapp 6% betragen und das bei einer Preissteigerung von z.Z. etwa 7%.

Das würde einem Kaufkraftverlust von ca. 1% gleichkommen.

Wer also jetzt schon mit dem Gedanken spielt etwa bei 8% abzuschließen, arbeitet den Unternehmern in die Hände und schadet den Interessen der Arbeiter und Angestellten."

Angekündigt wird die Belegschaftsversammlung des Werkes Phoenix (vgl. 16.12.1972) und ein Konzert von Floh de Cologne (vgl. 16.12.1972).

Aufgerufen wird zu Spenden für die Zeitung.

Von Hoesch wird berichtet über Preiserhöhungen, u.a. in der Kantine (vgl. 1.1.1973) und die Nichtübernahme von Lehrlingen (vgl. 4.12.1973) sowie:"
- Unmittelbar neben dem Elektro-Stahlwerk auf der Westfalenhütte gibt es ein Loch, von dem manche Kollegen annehmen, daß hier der Grundstein für das Blasstahlwerk gelegt werden soll.

Das stimmt natürlich nicht. Früher stand hier eine Werkstatt, heute ist es nur noch ein Kellerloch - richtig angelegt zum reinfallen.

Es wäre an der Zeit, hier ein vernünftiges Schutzgitter anzubringen, bevor das Kind in den Keller gefallen ist.

- Das 'Werk' geht immer vor.

Während im vorigen Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr die Belegschaft in Zwangsurlaub geschickt wurde, sieht es nun so aus, daß einer Reihe von Kollegen aus Reparaturbetrieben Urlaub aus 1972 verweigert wird, weil 'zu viel Arbeit' anfällt.

Das zeigt wieder einmal recht deutlich die Unfähigkeit der Verantwortlichen, ausgehend von den Interessen der Belegschaft zu planen und zu lenken. Statt Unfähigkeit wäre es vielleicht richtiger, von Unmöglichkeit zu sprechen. Denn wo der Profit im Mittelpunkt aller Dinge steht, kann eben nicht die Qualität des Lebens im Mittelpunkt stehen.

- Der Sparkommissar Noell von der Westfalenhütte will seinen Ruf als 'Korsettstange der Unternehmer' erneut unterstreichen.

Nachdem seine 'Rationalisierungsmaßnahmen' im Krankentransportwesen und bei der Feuerwehr zu einer Unterbesetzung geführt haben, seine Zentralisierung der Wäscherei und Schneiderei Schwierigkeiten für die Kollegen gebracht hat, soll nun nach den Vorstellungen von Herrn Noell der Gasschutzgeräteraum am Hochofen der Westfalenhütte dran glauben. Vertrauensleute, Betriebsrat und Unfallschutz sollten da einen Riegel vorschieben, damit die Sicherheit gewährleistet ist und die Noell'schen Rationalisierungsbäume nicht in den Himmel wachsen."
Q: Heisse Eisen 'Wir lassen uns doch nicht weichkloppen!', Dortmund Dez. 1972

20.12.1972:
Die Dortmunder DKP-Betriebsgruppen Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union wollen, laut Verteilerplan (vgl. 14.2.1972) heute die Dezemberausgabe der 'Heissen Eisen' (vgl. 11.12.1972, 5.1.1973) herausgeben.
Q: DKP-BGs Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union: Herausgabe- und Verteilerplan für Heisse Eisen, o.O. (Dortmund) O. J. (Feb. 1972), S. 1

05.01.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 1 (vgl. 20.12.1972, 8.1.1973) mit zwei Seiten heraus. Berichtet wird von gestern über Hoesch Phoenix und Krupp Hohenlimburg (heute Hagen, IGM-Bereich).
Ausgeführt wird:"
UNTER 11% GEHT NICHTS!

Das ist die Meinung der überwiegenden Mehrheit der Stahlarbeiter. …

Die Stahlbosse weigern sich nach wie vor die Forderungen der Stahlarbeiter voll zu erfüllen. Bei Redaktionsschluß waren die Verhandlungen in Krefeld noch nicht beendet. Aber alles deutet darauf hin, daß ein billiger Kompromiß um die 8% erreicht werden soll. Ein solcher Kompromiß wäre nicht nur zum finanziellen Schaden der Stahlarbeiter, er wäre auch deshalb falsch, weil die Urabstimmung und die Streikvorbereitungen zeigen, daß die Belegschaften kampfbereit sind. Und welche Macht in der Bundesrepublik wäre in der Lage, den einheitlich kämpfenden Stahlarbeitern und ihrer Organisation, der IG Metall, die Erfüllung ihrer berechtigten Forderungen zu verweigern?

Der September 1969 hat bewiesen, wer der Stärkere ist. Offensichtlich verstehen die Stahlbosse keine andere Sprache als die der kämpfenden Stahlarbeiter. Da wird viel von 'Vernunft' geredet. Aber damit ist doch nichts anderes gemeint als ein Einschwenken auf die Wünsche der Stahlbosse.

Die DKP hält es für sehr vernünftig, daß sich die Stahlarbeiter nicht von der Forderung nach 11% abbringen lassen. Zumal alle Zweckmeldungen, daß die Stahlindustrie nur mit roten Zahlen arbeite, durch die reale Lage Lügen gestraft werden.

Die letzten Meldungen besagen, daß die Konjunktur in der Stahlindustrie sich zusehends beelbt und im Jahre 1973 mit 'zufriedenstellenden Erlösen' zu rechnen sei.
Heute um 11 Uhr tagt in Krefeld die Lohn- und Tarifkommission der IG Metall.
Die Kollegen dieser Kommission sind gut beraten, wenn sie sich auf das Ergebnis der Urabstimmung stützen und einen faulen Kompromiß unter 11% ablehnen.

In der Sonderausgabe der Gewerkschaftszeitung 'Metall' (vgl. **.*.197*, d.Vf.) stand zu lesen:
WIR BLEIBEN ALLE KNOCHENHART!

Sollten der Vorstand der IG Metall und die Mitglieder der Lohn- und Tarifkommission weich werden, so haben die Mitglieder der IG Metall das demokratische Recht, ihre Funktionäre wieder zu härten."

Eingegangen wird auch auf Vietnam, mit Hilfe eines Ausrisses aus der 'Metall' der IGM (vgl. 2.1.1973) und folgendem Text:"
WELTPROTEST GEGEN USA-BOMBENTERROR IN VIETNAM

Olaf Palme, schwedischer Ministerpräsident, beschuldigt Nixon des Kriegsverbrechens, Heinrich Böll und über 100 Schriftsteller aus der Bundesrepublik fordern von Kanzler Brandt sich schärfstens von Nixons Krieg in Vietnam zu distanzieren. Die Jungsozialisten (Jusos der SPD, d.Vf.), die DKP, die IG Metall, zahlreiche andere Verbände und Einzelpersonen fordern: Schluß mit dem Krieg in Vietnam. Doch noch ist dem Kriegsverbrecher Nixon nicht das Handwerk gelegt. Darum gilt es den Protest gegen den Krieg der USA zu verstärken. Es gilt dem kämpfenden und leidenden Volk Vietnams zu helfen. Die DKP-Betriebsgruppe ruft auf: Übt Solidarität mit Vietnam, spendet für die 'Hilfsaktion Vietnam e.V.'."

Kommentiert wird dieses 'Heiße Eisen' u.a. von der KPD/ML-ZK (vgl. 8.1.1973).
Q: Heisse Eisen Nr. 1, Dortmund 5.1.1973; Stählerne Faust Extra, Dortmund 8.1.1973, S. 2

08.01.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 2 (vgl. 5.1.1973, 10.1.1973) als zweiseitiges Extrablatt heraus. Berichtet wird von der Ablehnung des Ergebnisses der Verhandlungen der Stahltarifrunde (STR) vom 5.1.1973 noch am selben Tag durch Mitglieder der Großen Tarifkommission, die Vertrauensleute der Hoesch Westfalenhütte und die Streiks bei Hoesch und in der Rheinstahl Gießerei in Duisburg-Meiderich:"
NEIN! das war das Wort der Arbeiter und Angestellten der Stahlindustrie, die sich bei der Urabstimmung (vgl. 20.12.1972, d.Vf.) mit 96, 99% für den Streik entschieden.

Mit dieser Entscheidung haben die Stahlarbeiter bewiesen, daß sie sich nicht von den Großunternehmern in Angst jagen lassen, sondern daß es ihnen darum geht: das Gesetz des Handelns bleibt in der Hand der Arbeiter.

NEIN! sagen die Kollegen, weil sie wissen, daß sie für ihren Lohn in Zukunft absolut weniger kaufen können.

Eugen Loderer, der IG-Metall-Vorsitzende, erklärte, daß selbst bei voller Durchsetzung der Lohn- und Gehaltsforderung - angesichts erhöhter Sozialbeiträge und neuer Steuererhöhungen - die Arbeiter und Angestellten 1973 real weniger verdienen als 1972. Auch den Unternehmern ist das bekannt.

CDU, FDP, aber auch die SPD-Führung kennen diese Fakten, nehmen aber Stellung gegen die berechtigten Forderungen der Stahlarbeiter.

Die DKP dagegen steht fest an der Seite der um ihre berechtigten Lohnforderungen kämpfenden Stahlarbeiter.

Die DKP sieht ihre wichtigste Aufgabe darin, gemeinsam mit allen demokratischen Kräften den Kampf gegen die Profitpolitik der Großkonzerne zu führen."

Auf der Rückseite befaßt man sich mit Vietnam, aufgerufen wird zu Spenden für ein Kinderkrankenhaus in Haiphong, abgedruckt die Resolution der IGM-Vertrauensleute der Westfalenhütte (vgl. 5.1.1973) und fortgefahren:"
Das ist die Meinung aller friedliebenden und demokratischen Kräfte.

Der Parteivorstand der DKP erklärte:
'Die Nixon-Regierung macht sich der bisher schwersten Kriegsverbrechen in Vietnam schuldig. Die Bundestagsparteien in diesem Lande schweigen zu den Kriegsverbrechen der USA; während der Friedensnobelpreisträger und Bundeskanzler Brandt (SPD, d.Vf.) in seiner Neujahrsansprache das grauenhafte Wüten der Nixon-Regierung in Vietnam mit keinem Wort erwähnte.

Die DKP sagt:
Wer jetzt schweigt, stimmt dem Völkermord zu.
Erhebt Eure Stimme! Fallt Nixon in den Arm!
Fordert die sofortige Unterzeichnung des bereits im Oktober ausgehandelten Friedensabkommens!
Erzwingt den Rückzug aller US-Truppen aus Indochina!'"
Q: Heisse Eisen Extrablatt Nr. 2, Dortmund 8.1.1973

10.01.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich heute ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 8.1.1973, 1.2.1973) heraus:"
NEIN BEI URABSTIMMUNG GEGEN 46 PFENNIG

Einige Kollegen aus der Stahlerzeugung in Verbindung mit Kollegen aus der Redaktion HEISSE EISEN haben sich die Mühe gemacht, anhand von Originalzahlen ein Beispiel auszuarbeiten, welches nachweist, daß die von den Unternehmern angebotenen 0, 46 DM DM hinten und vorne nicht reichen, um die durch die Unternehmer provozierten Preissteigerungen zu neutralisieren. Von einem Anteil an der 1972 um 3, 4 Millionen Tonnen gestiegenen Produktion bei verminderten Belegschaftszahlen kann überhaupt keine Rede sein.

HIER DIE KONKRETEN ZAHLEN:

Der bisherige Durchschnittsstundenlohn in der Stahlindustrie (es handelt sich um den unbereinigten Lohn) beträgt laut offizieller Statistik 8, 11 DM. Er würde sich nach dem Unternehmerangebot auf 8, 57 DM erhöhen. Bei 173 Normalstunden im Monat macht das:
BEI BISHERIGEM LOHNTARIF: 173 x 8, 11 gleich 1 403, 03 DM

Abzüge:
Lohnsteuer III/I ……………. 166, 10
Kirchensteuer ………………. 16, 61
Rentenversicherung 8, 5% ……… 119, 26
Krankenkasse 4, 7% …………… 65, 96
Arbeitslosenversicherung 0, 85% .. 11, 93

Gesamtabzüge 379, 84 DM
Nettolohn 1 026, 19 DM

BEI NEUEM LOHNTARIF 173 x 8, 57 gleich 1 482, 61 DM

Abzüge:
Lohnsteuer III/I ……………. 181, 30
Kirchensteuer ………………. 18, 13
Rentenversicherung 9% ……….. 133, 43
Krankenkasse 4, 7% …………… 69, 68
Arbeitslosenversicherung 0, 85% .. 12, 60

Gesamtabzüge 415, 14 DM
Nettolohn 1 067, 47 DM

Von den knapp 80 DM brutto mehr im Monat kämen also nur 44, 28 DM in die Lohntüten. Das entspräche einer Nettolohnerhöhung von rd. 4, 3%. Das heißt, selbst wenn die angebotenen 46 Pfennig voll auf den Effektivlohn durchgesetzt würden, fehlen mehr als 2% um die bisherigen Preissteigerungen von 6, 5% auszugleichen. Der neue Nettolohn von 1 067, 47 DM ist durch die Preisentwicklung bereits 69, 38 DM weniger wert als vor einem Jahr. Bei 44, 28 DM Lohnerhöhung bleibt schon heute ein monatlicher Kaufkraftverlust von 25, 10 DM. Diese Zahl kann je nach der betrieblichen Situation und je nach dem wie es gelingt, die Zulagen zu erhöhen und effektiv wirksam zu machen, geringfügig schwanken. An einer Reallohnsenkung für die Stahlarbeiter ändert sich dadurch nichts.

Dabei ist noch nicht berücksichtigt:

Neue Preissteigerungen 1973 von mindestens 5, 5%; neue Steuererhöhungen von möglicherweise 2%; höhere Krankenkassenversicherungsbeiträge 1973 von 1 - 1, 5%. Das sind Tatsachen!

DIE BOSSE KÖNNEN ZAHLEN

Die Stahlbosse wollen uns das unzureichende Lohnangebot von 46 Pfennig bzw. 8, 5% als großzügiges Wohltätigkeitsgeschenk verkaufen. Sie behaupten, sie wären bis an die Grenze des Möglichen gegangen. Das ist eine Lüge!

Die Rohstahlerzeugung ist 1972 von 40, 3 Millionen Tonnen auf 43, 7 Millionen Tonnen gestiegen. Nach eigenen Angaben der Stahlindustrie war es das zweitbeste Stahljahr seit Bestehen der Bundesrepublik. Die produktionssteigerung um 8, 4% wurde mit 26 000 weniger Beschäftigten erreicht. Die pro-Kopf-Leistung erhöhte sich damit von 123 auf 140 Tonnen. Sie stieg um nicht weniger als 14%. Nach Abrechnung der steigenden Abzüge würden die Stahlarbeiter mit dem jetzigen Lohnangebot nicht einmal zur Hälfte an dem beteiligt, was sie im vergangenen Jahr mit ihrer Leistungssteigerung herausgeholt haben. Ihre Reallohnposition würde erheblich verschlechtert.
In der Kalkulation der Hoesch Hüttenwerke ist schon seit Oktober 1972 eine Preiserhöhung von 10% enthalten. Die Unternehmer haben also von langer Hand ihre Profitsteigerung unter dem Vorwand angeblich zu hoher Kostensteigerungen durch Lohnerhöhung vorbereitet. Für April 1973 hat die Stahlindustrie bereits eine weitere Heraufsetzung der Listenpreise um 30 - 40 DM pro Tonne angekündigt. Allein dadurch würden die Stahlkonzerne über eine Milliarde DM zusätzlich an Gewinn erzielen. Das ist vier- bis fünfmal so viel wie das gesamte unzureichende Lohnangebot nach eigenen Angaben der Unternehmer kosten würde. Diese Tatsachen beweisen, die 11%ige Forderung der Stahlarbeiter war und ist eine Mindestforderung. Sie ist bescheiden und gemessen an den Unternehmergewinnen voll realisierbar.

Deshalb kann es bei der Urabstimmung (vgl. 11.1.1973, d.Vf.) nur eine Antwort auf das Angebot der Unternehmer geben:

NEIN ZU 46 PFENNIG !!!"
Q: Heisse Eisen Extrablatt Nein bei Urabstimmung - gegen 46 Pfennig, Dortmund O. J. (1973)

01.02.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in den ersten Februartagen ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 10.1.1973, 8.2.1973) auf Februar datiert mit 4 Seiten und folgendem Leitartikel heraus:"
EIN OFFENES WORT ZUR LOHNRUNDE '73

Wir sind uns einig darüber, daß die Gewerkschaft gestärkt werden muß. Dafür treten wir gemeinsam ein; denn die Arbeiter brauchen starke Gewerkschaften, um die verschärften Angriffe auf ihren Lebensstandard, auf ihre Rechte abwehren zu können. Die Arbeiter brauchen starke Gewerkschaften als Kampforganisation zur Durchsetzung ihrer Forderungen. Alle Erfahrungen lehren das. Die Gewerkschaft ist so stark, wie die Arbeiter und Angestellten sie machen und kampfbereit hinter ihr stehen.

Weil das so ist, ist ein offenes Wort zum Ausgang der Lohnrunde in der Stahlindustrie (STR, d.Vf.) notwendig, zum Ergebnis der zweiten Urabstimmung (vgl. 11.1.1973, d.Vf.) und den Folgerungen.

Die Urabstimmung unterstreicht, der ausgehandelte Kompromiß ist völlig unzureichend. Die Stahlarbeiter lehnen das ausgehandelte Ergebnis mit großer Mehrheit ab. Ihre Bereitschaft, für die volle Durchsetzung von 11% mittels Streik ist eindeutig. Nur 25% der abstimmungsberechtigten Mitglieder sprachen sich für die 46 Pfennig pro Stunde bzw. 8, 5% Gehaltserhöhung aus.

Bei diesen Tatsachen kann der Ausgang der Lohnbewegung nicht befriedigen, weil der Mehrheitswille aufgrund der geltenden Satzungsbestimmungen nicht zum Tragen kommt. Das schadet der Gewerkschaft. Ins Fäustchen lachen sich die Unternehmer. Sie arbeiten auf einen direkten Lohnraub durch Niedrigabschlüsse bei steigender Konjunktur und gleichzeitiger Ankündigung von Preiserhöhungen von 30 - 40 DM je Tonne Walzstahlerzeugnisse im Inland hin. Sie registrieren mit Vergnügen die Unzufriedenheit der Arbeiter über die Gewerkschaft.

Im Interesse der Gewerkschaften und ihrer StÄrkung werden deshalb Überlegungen notwendig, wie den Forderungen aus der Mitgliedschaft, am Abschluß von Tarifverhandlungen mitzuwirken, in der Satzung besser Rechenschaft getragen werden kann. Das ist der Weg, die Geschlossenheit der gewerkschaftlichen Bewegung und die Kampfkraft der Gesamtorganisation zu stärken. Beides ist erforderlich, um erfolgreich die Pläne der Bosse zu durchkreuzen und Arbeiterinteressen wahrzunehmen."

Neben einem Leserbrief zur Urabstimmung in NRW (vgl. 11.1.1973) und einer Glosse zu den Wäscheschildern bzw. der Wäscherei finden sich noch zentrale Artikel über Löhne und "Unternehmereinkommen", die Rüstungsausgaben und über das Acht-Punkte-Programm der DKP zur Lehrlingsausbildung.
Q: Heisse Eisen Ein offenes Wort zur Lohnrunde '73, Dortmund Feb. 1973

08.02.1973:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund vermutlich zweimal ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 1.2.1973, 9.2.1973) heraus.
Vermutlich morgens erscheint eine zweiseitige Ausgabe, die das Angebot der Kapitalisten veröffentlicht und ausführt:"
KOLLEGEN FORDERN MINDESTENS 0, 10 DM FÜR ALLE

Wieder einmal wollen die Hoeschbosse ihre Profite auf Kosten des kleinen Mannes vergrößern. Die Forderung der Kollegen lautet: mindestens 0, 10 DM betriebliche Zulage linear für alle. Stattdessen haben sich die Hoeschbosse einen - wie die Kollegen meinen - bösen Trick einfallen lassen. Sie wollen 2 021 Kolleginnen und Kollegen, die mit 2 bis 13 Punkten einanalysiert sind, leer nach Hause schicken. Alle anderen sollen nach einem ausgeklügelten System 0, 01 bis 0, 21 DM je nach dem Punktwert erhalten. Die mit 2 598 Kollegen größte Gruppe, die mit 23 Punkten eingestuft ist, soll mit 0, 07 DM abgespeist werden; das entspricht einer Erhöhung von 5, 3%. Ganz besonders sollen die Kollegen aus dem Hochofenbereich geschruppt werden, die 0, 20 DM Hochofenzulage haben. Diese 0, 20 DM sollen wegfallen; dafür sollen die Kollegen 0, 07 DM erhalten, also einen Verlust von 0, 13 DM in Kauf nehmen. - Ähnliches versuchten die Unternehmer schon beim Hoesch Rohrwerk in Barop und bei der Hoesch Röhrenwerke AG in Hamm. Die Kollegen in diesen Betrieben haben ihre Forderungen mittels Streik (vgl. 25.1.1973, d.Vf.) durchsetzen müssen. Auch die Kolleginnen und Kollegen der Dortmunder Firma Pohlschröder mußten zu Kampfmaßnahmen greifen (vgl. 18.1.1973, d.Vf.), um dem Unternehmer klar zu machen, daß sie nicht gewillt sind, die Profitbäume in den Himmel wachsen zu lassen. - Überall kann man hören und nachlesen, daß die Gewinne im Jahr 1972 erheblich waren, und die Voraussagen für das Jahr 1973 weisen aus, daß es ein hochprofitables Jahr werden wird. Die Unternehmer können zahlen, die Forderungen der Kolleginnen und Kollegen sind maßvoll und realisierbar. - In der Öffentlichkeit ist nach dem ungenügenden Lohnabschluß 1973 für den Stahlbereich viel darüber gesprochen und geschrieben worden, daß die Stahlbosse sich etwas einfallen lassen müssen, wenn sie eine Wiederholung des Septembers 1969 vermeiden wollen. Offensichtlich ist ihnen nichts Besseres eingefallen als die umseitig genannten Daten, die von den Kolleginnen und Kollegen einhellig als Provokation verstanden werden. Die Suppe werden nun diejenigen auslöffeln müssen, die sie eingebrockt haben."

Vermutlich nachmittags bis abends erscheint ein auf den 7.2.1973 datiertes Extrablatt, in dem von einem Streik am Donnerstag berichtet wird. Dies wäre dann dann der 1.2.1973 gewesen und mit einem solchen Bericht stünde die DKP allein auf weiter Flur, weswegen wir auf einen Datierungsfehler tippen. Nach dem Streikbericht von heute wird fortgefahren:"
Das Angebot der Unternehmer für die Anwendung des letzten, völlig unzureichenden Lohnabkommens bei der Hoesch-Hüttenwerken ist geradezu provokatorisch. So hatten sich die Herren Abs, Harders und Co. die Sache gedacht:
2 021 Arbeiter sollten lediglich die im unzureichenden Kompromiß ausgehandelten 46 Pfg. bekommen.
2 598 Arbeiter sollten 7 Pfg. und alle anderen lediglich 1 bis 21 Pfennig zusätzlich bekommen.
Der Gipfel ist aber, daß die Kollegen vom Hochofen 7 Pfennig zusätzlich bekommen sollten, während die Hochofenzulage von 30 Pfg. abgebaut werden soll.
Kein Wunder, daß den Kollegen der Kragen platzte. Ständige Produktionssteigerungen bei verringerter Belegschaftsstärke führen zu einer enormen Leistungssteigerung.
Durch das System der analytischen Arbeitsplatzbewertung (AAB, d.Vf.) kann sich diese Leistungssteigerung nicht in entsprechender Lohn- und Gehaltsaufbesserung niederschlagen. Den Segen der Leistungssteigerung stecken sich also die Aktionäre allein in die Tasche. Ständige Preis- und Mieterhöhungen knabbern am Lebensstandard und fressen die geringen Lohn- und Gehaltserhöhungen auf. Da spricht Bundeskanzler Brandt (SPD, d.Vf.) davon, daß diejenigen, die mehr Geld fordern mehr leisten müssen. Damit wird deutlich: Was die Arbeiter und Angestellten brauchen und haben wollen, können sie sich nur selbst erkämpfen. Solche Kämpfe sind erfolgreich! Das hat nicht nur der September 1969 bewiesen, sondern auch die erfolgreichen Aktionen der Kollegen von Pohlschröder (vgl. 18.1.1973, d.Vf.), Hoesch-Rohrwerk (vgl. 25.1.1973, d.Vf.) u.a." sowie der MF Eickhoff Bochum (vgl. Jan. 1973).

Auf der Rückseite findet sich ein Steckbrief für die "Preistreiber-Bande" und ein Artikel aus der 'UZ' über Streiks in verschiedenen Metallbetrieben.
Q: Heisse Eisen Kollegen fordern mindestens 0, 10 DM für alle und Extrablatt, Dortmund 8.2.1973 bzw. 7.2.1973; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 8

09.02.1973:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund zweimal ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 8.2.1973, 12.2.1973) heraus.
Vermutlich am Nachmittag erscheint eine vierseitige - ordentlich gedruckte Ausgabe:"
NICHT 46, SONDERN 60 PFENNIG!

WIR BRECHEN MIT DEM ALTEN BRAUCH!

JETZT: PREISE RUNTER - LÖHNE RAUF!

Das waren Sprechchöre, unter denen ca. 3 500 Kollegen der Westfalenhütte heute - Freitag - Vormittag in die Stadt demonstrierten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Nachdem die Direktion des Hoesch-Konzerns bis 10 Uhr keine Bereitschaft zeigte zu verhandeln, geschweige denn die Forderung nach zusätzlicher Erhöhung der Stundenlöhne um 14 Pfennig zu erfüllen, formierte sich der Demonstrationszug vor der Westfalenhütte.

Auf dem 'Alten Markt' in der Stadtmitte kam es zu einer Kundgebung, auf der mehrere Kollegen sprachen.

'Wir glauben, daß die Harders, Abs und Co. sich mit ihrem Verhalten für den September 1969 rächen wollen. Aber die Einheit und Geschlossenheit unseres Auftretens beweist, daß wir uns nicht unterkriegen lassen. Wir sind bereit, für unsere Forderungen entschlossen weiterzukämpfen.' - So sagte ein Kollege von der 'Tribüne' des Bläserbrunnens auf dem 'Alten Markt'.

Inzwischen waren die Kollegen der Werke Phoenix und Union ebenfalls auf dem 'Alten Markt' eingetroffen. Auf der Kundgebung wurden noch einmal die Forderungen der Stahlarbeiter formuliert:
1. 14 Pfennig zusätzlich für alle!
2. Bezahlung der ausgefallenen Arbeitszeit!
3. Keinerlei Maßregelung von Kollegen, die für ihre berechtigten Forderungen kämpfen!

Der Kampf der Hoesch-Hüttenarbeiter findet ein großes Echo in der Öffentlichkeit. Die Sympathie für die Hoeschianer wächst. Ein Vertreter der streikenden Metallarbeiter aus Velbert (von Hülsbeck und Fürst - HuF, d.Vf.) erklärte richtig, daß nur der entschlossene und einheitliche Kampf aller Arbeiter zum Erfolg führt.

Unterstützungserklärungen für die kämpfenden Hoesch-Arbeiter trafen ein von:

- der GEW-Gruppe Gesamtschule Scharnhorst
- dem AStA der Pädagogischen Hochschule (PH, d.Vf.) Dortmund
- den Jungdemokraten (Judos der FDP, d.Vf.) Dortmund
- den Studierenden des Westfalenkollegs

In einem Grußschreiben der SDAJ Dortmund heißt es: '…Eure Forderungen sind voll berechtigt, notwendig und durchsetzbar.'

Die mächtige Demonstration am Freitag fand große Zustimmung bei der Dortmunder Bevölkerung. Winkende und grüßende Menschen überall. Besonders die jungen Kollegen der Berufsschule begrüßten das entschlossene Auftreten der Stahlarbeiter.

'4 Pfennig sind ein alter Hut, 14 Pfennig tun uns gut!'

Das war, ist und bleibt die Forderung der Kollegen von Hoesch."

Auf den folgenden drei Seiten werden Artikel aus der heutigen Presse (WAZ, Ruhr-Nachrichten und Westfälische Rundschau) über den Streik bei Hoesch sowie Artikel aus der 'UZ' der DKP über die Lohnrunde bzw. HuF Velbert nachgedruckt und ausgeführt:"
Der Kreisvorstand der DKP Dortmund übermittelt den Kollegen der Hoesch-Hüttenwerke herzliche Grüße.

Der einheitliche Kampf aller Arbeiter, Angestellten und jungen Kollegen wird Abs, Harders und Schmitthals in die Knie zwingen.

Es bleibt dabei: nur was sich die Arbeiter und Angestellten selbst erkämpfen ist ihnen sicher."

Vermutlich nachts erscheint eine weitere zweiseitige Ausgabe mit einem einfacheren Druckverfahren:"
25 000 ARBEITER GEGEN EIN HÄUFCHEN AKTIONÄRE
GEMEINSAM SIND WIR STÄRKER!

Die Hoesch-Belegschaften haben heute in einer großen Demonstration und Kundgebung den 'Alten Markt' gefüllt, die Bevölkerung über ihre Forderungen informiert.

In dieser Aktion kam die Geschlossenheit und vor allem die Stärke der Arbeiter und Angestellten zum Ausdruck. 'Heisse Eisen' hat Informationen darüber, daß während dieser Demonstration das Händchen voll verantwortlichen Direktoren zitternd bei bestem Cognac überlegte, wie den Arbeitern und Angestellten beizukommen sei. Denn sie wissen genau, daß sie am kürzeren Hebel sitzen. Eine, der aus ihrer Angst um Macht und Politik geborenen Maßnahmen ist der gesetzwidrige Aushang, in dem sie versuchen, mit Drohungen die Belegschaft gefügig zu machen. Die Kollegen des Betriebsrates stellen zu dem Anschlag des Vorstandes fest:

'Wir haben diesen Schrieb nicht genehmigt, das wäre aber in einem Montan-mitbestimmten Betrieb notwendig gewesen, damit die Anweisung des Vorstandes Gültigkeit hat!'

Die Absicht des Vorstandes ist also klar: er will provozieren, die Streikfront zerbrechen und mit gesetzwidrigen Mitteln den Profit für sich und die Aktionäre in Sicherheit bringen.

Der Kollege Heinrich Borchert - Sprecher der Vertrauenskörperleitung der Westfalenhütte - erklärte während der Kundgebung auf dem 'Alten Markt': 'Wir dürfen uns jetzt nicht weichkloppen lassen. Solidarität und Einheit ist oberstes Gesetz. Wenn wir so handeln, wird unser Anliegen erfüllt. Der Erfolg wird sicher sein, wenn wir uns durch nichts und niemanden provozieren lassen!'

Die Kollegen verstanden das sehr gut und riefen im Sprechchor: 'Alle Räder stehen still, wenn der Arbeiter es will!'

Inzwischen konnte sich jeder ausrechnen, daß die Unkosten des durch den Vorstand provozierten Streiks weit höher werden, als die Kosten für die Erfüllung der Forderung von 14 Pfennig. Diese Rechnung wurde inzwischen von namhaften Wirtschaftswissenschaftlern bestätigt.

Es geht dem Vorstand also in erster Linie darum, sich zu behaupten. Er will sich rächen für den September 1969, als zum ersten Mal kräftig an seinem Thron gerüttelt wurde. Aber das erfolgreiche Rezept der Arbeiter vom September 1969 wird auch im Februar 1973 erfolgreich sein: alle Räder stehen still, wenn der Arbeiter es will."
Q: Heisse Eisen 25 000 Arbeiter gegen ein Häufchen Aktionäre bzw. Extrablatt, Dortmund 9.2.1973

12.02.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 9.2.1973, 21.2.1973) heraus:"
FORDERUNGEN DER BELEGSCHAFTEN UND IHRER BETRIEBSRÄTE WEITERHIN AUF DEM TISCH!
VORSTANDSTABELLE WIRD WEITERHIN ABGELEHNT!
VOLLE BEZAHLUNG DER AUSFALLSCHICHTEN!
VERHANDLUNGSERGEBNIS VOR DIE BELEGSCHAFTEN!
REPRESSALIEN GEGEN STREIKENDEN KOLLEGEN ZURÜCKWEISEN!
KAMPFAKTIONEN DER BELEGSCHAFTEN STÄRKEN VERHANDLUNGSPOSITION DES BETRIEBSRATS!

DAS SCHWEIGEN WURDE DURCHBROCHEN!

Wenn auch die Forderung nach 14 Pfennig nicht voll durchgesetzt werden konnte, ist die Streikaktion dennoch als Erfolg für die Hoescharbeiter und die Stahlarbeiter der ganzen Bundesrepublik zu werten. Für die Bevölkerung des ganzen Landes wurde schlagartig sichtbar: Angesichts der Preissteigerungen und der ständig steigenden Leistungen der Stahlarbeiter ist ihr Lohn einfach zu niedrig. Der abgeschlossene Tarifvertrag gleicht die Preissteigerungen bei weitem nicht aus. Er kommt außerdem einem Lohnstop von einem Jahr gleich. Die Stahlarbeiter von Hoesch haben das Schweigen durchbrochen, das von den Massenmedien, von Springer bis zum ZDF, über ihre Situation verhängt wurde. Das wird deutlich durch die vielen Solidaritätsbekundungen, die von den Belegschaften vieler Betriebe kamen, so z.B. von der Gießerei Meiderich (Rheinstahl Gießerei Duisburg-Meiderich - IGM-Bereich, d.Vf.) und der Zeche Westerholt (IGBE-Bereich in Herten-Polsum, d.Vf.). Wir sagen es auch ganz offen: Ohne die Protestaktionen der Hoeschbelegschaften hätte der Vorstand seine Tabelle heute bereits durchgepeitscht!

Gestützt auf die Kraft dieser Aktionen kann der Betriebsrat nun mit dem Vorstand verhandeln. Ganz sicher wird mehr herauskommen müssen, als der Vorreiter des Vorstands, Arbeitsdirektor Sieber, in seiner Tabelle entworfen hat.

Der Erfolg wäre zweifellos größer gewesen, wenn die Streikaktionen einheitlicher und organisierter durchgeführt worden wären. Auch diese Aktionen zeigen deutlich, daß die Vertrauensleutekörper mehr zu Instrumenten der aktiven Interessenvertretungen der Belegschaften ausgebaut werden müssen. In einer der nächsten Ausgaben von 'Heiße Eisen' werden wir nochmals eingehend auf bestimmte Erfahrungen dieser Kampfaktionen zurückkommen. Schon jetzt aber möchten wir feststellen: Wer glaubte, zu den Kampfaktionen der Hoeschbelegschaften schweigen zu müssen, der hat, bewußt oder unbewußt, die Positionen der Unternehmer bezogen.

Und noch eins. Vor der Wahl hieß es: Die Preise müssen stabilisiert werden. Nach der Wahl verstärkter Wucher bei Preisen, Mieten und Tarifen. Vor der Wahl hieß es: Mehr Demokratie wagen. Nach der Wahl Drohbriefe gegen streikende Kollegen. Wir, die DKP, sagen weiterhin:
DIE LETZTEN TAGE BEWIESEN, DASS DIE INTERESSEN DER AKTIONÄRE UND IHRES VORSTANDS UND DIE INTERESSEN DER BELEGSCHAFTEN NICHT ZU VEREINBAREN SIND.
DESHLAB GILT AUCH WEITERHIN:
DIE ARBEITER UND ANGESTELLTEN WERDEN NUR DAS ERHALTEN, WAS SIE DEN UNTERNEHMERN DURCH KAMPF ABRINGEN!"
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 2, Dortmund O. J. (1973), S. 30; Rote Fahne Nr. 7, Dortmund 14.2.1973;Heisse Eisen Extrablatt, Dortmund 12.2.1973;DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 9

21.02.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich heute ein auf den 23.2.1973 datiertes Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 12.2.1973, 22.2.1973) heraus, das uns bisher leider nur als Faksimile eines Teils der Titelseite bekannt wurde:"
SAMSTAG: PROTEST-KUNDGEBUNG
RUHR-ARBEITER ZUM ALTEN MARKT!!!

Das ist die prompte Antwort auf die Provokation der Hoesch-AG!
Einstimmig faßte die Vertrauensleute-Vollversammlung gestern Abend den Beschluß:
Zur Solidarität mit den acht entlassenen Kollegen findet am Samstag auf dem Alten Markt in" Dortmund eine Kundgebung statt."

Hier bricht unser Faksimile leider ab, in dem es auch noch heißt:"
Solidarität ist für organisierte Arbeiter kein leeres Wort. Solidarität, das heißt Kampf, das heißt Hilfe, das ist die Kraft von Millionen!"
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 9

22.02.1973:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund zwei Extrablätt ihrer 'Heissen Eisen' (vgl. 12.2.1973, 23.2.1973) heraus.
In einem mit 4 Seiten DIN A 4 zum Streik bei Hoogovens in den Niederlanden (vgl. 20.2.1973) heißt es:"
HOESCH-SCHWESTERBETRIEB STREIKT!
SOLIDARITÄT MIT DEN KOLLEGEN VON HOOGOVENS!

Die Dortmunder Zeitung 'Ruhr-Nachrichten' hat die Informationen der DKP über den Streik bei Hoogovens in ihrer Ausgabe am 21.2. bestätigt. Sie schreibt:
'Während bei Hoesch in Dortmund die Auseinandersetzungen um die wilden Streiks vom 8. bis 10. Februar auch gestern noch weitergingen, wird jetzt beim holländischen Schwesterwerk Hoogovens teilweise gestreikt.'

Unumwunden wies der Vorstand darauf hin, daß die Konzernführung ähnlich vorgehen würde, wie das bei der Hoesch-AG in Dortmund geschehen ist.
Der Vorstand von Hoogovens läßt die Katze aus dem Sack. Das Beispiel der Entlassung von acht Arbeitern bei Hoesch soll Schule machen. Die Entlassung der acht Kollegen von Hoesch soll nur eine erste Rate sein. Der fusionierte Gesamtkonzern will seinen 'Herr-im-Hause-Standpunkt' international durchsetzen.
Darauf kann es nur eine Antwort geben:
Solidarität mit den streikenden Arbeitern von Hoogovens! Verstärkte Solidarität zur Wiedereinstellung der acht Kollegen der Werke Westfalenhütte und Phoenix."
Aufgefordert wird zu Spenden auf ein Konto Hoescharbeiter Solidarität.
Zu den 8 Entlassungen werden eine Reihe von Zeitungsausschnitten abgedruckt vom 21.2.1973 aus der 'Neuen Ruhrzeitung', der 'Welt der Arbeit', der 'WAZ' und der 'Westfälischen Rundschau' sowie aus der 'UZ' vom 22.2.1973.
Veröffentlicht wird unter Überschrift "Solidarität aus anderen Betrieben" auch der Beschluß der IGM-Vertrauensleuteversammlung der Westfalenhütte (vgl. 20.2.1973) und des Bundeskongresses des MSB Spartakus der DKP (vgl. 19.2.1973) sowie aus dem IGM-Bereich (vgl. 21.2.1973) von Mannesmann (MM) Duisburg-Huckingen, Krupp Bochum und der Schalker Eisenhütte Gelsenkirchen.

Das zweite Extrablatt lag uns leider bisher nur als Faksimile der Titelseite vor, auf der es, neben der Bemerkung "bitte wenden', heißt:"
ERFOLG!

HOESCH-VORSTAND MUSSTE KÜNDIGUNG ZURÜCKNEHMEN!
SOLIDARITÄT ZWANG BOSSE IN DIE KNIE!

Mehrere Vertrauensleute erklärten zur Wiedereinstellung der Kollegen: 'Das wurde auch höchste Zeit, unsere Geduld war zu Ende, die Brocken wären geflogen.'

Vertreterversammlungen der IGM vom Ruhrgebiet bis Kiel, Vertrauensleutekörper und Betriebsräte aus über hundert Betrieben hatten innerhalb dreier Tage ihre entschlossene Solidarität den Hoesch-Arbeitern vermittelt.

Aus der Vielzahl der Stellungnahmen zitieren wir einen Ausschnitt, den der Betriebsrat der Dortmunder Bergbau AG (IGBE-Bereich, d.Vf.) übermittelte:
'Hoesch - gemeint ist der Vorstand - scheint die Zeit, in der wir leben, nicht zu verstehen. Die 'harte Hand', mit der hier vorgegangen werden soll, ist bei demokratischer Betrachtung doch wohl nicht recht am Platze. Die Geschichte jedenfalls beweist, wer Wind sät, wird Sturm ernten. Das sollte sich der Hoesch-Vorstand vielleicht in letzter Minute in Erinnerung rufen.'

Innerhalb weniger Tage wurde ein Solidaritätsaufruf der Dortmunder
Jugendverbände, Falken (SJD der SPD, d.Vf.), Jungdemokraten (Judos der FDP, d.Vf.), SDAJ, NFJ (Naturfreundejugend, d.Vf.), und GEW-Hochschulgruppe von über 800 Organisationen und Persönlichkeiten unterzeichnet.

Darunter der Vorstand des Dortmunder Jugendringes, die Jugendvertretung der Hoesch AG, Bundesvorstand der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend, Landesvorstand der Falken, Schriftsteller, Professoren, Pfarrer und weitere zahlreiche Jugendvertretungen.

Der Aufruf schließt mit den Worten: 'Es ist notwendig, die 8 entlassenen Arbeiter zu unterstützen. Den antidemokratischen und Grundgesetzwidrigen Methoden des Hoesch-Vorstandes muß die Solidarität der Bevölkerung entgegengesetzt werden.'

DIE SOLIDARITÄT FÜHRTE ZUM ERFOLG!

Die DKP beglückwünscht die Hoesch-Arbeiter zu ihrem Erfolg."
Q: Heisse Eisen zwei Extrablätter, Dortmund 22.2.1973; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 9

23.02.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP eine Ausgabe ihrer 'Heissen Eisen' (vgl. 22.2.1973, 12.4.1973) heraus, in der sie unter der Überschrift "Alle standen für acht!!! DKP: Arbeitersolidarität stärker als Unternehmerwillkür!" von der Rücknahme der 8 Entlassungen (vgl. 20.2.1973) berichtet:"
Bereits 83 Stunden nachdem die DKP die Provokation des Hoesch-Konzerns enthüllte, mit der fristlosen Entlassung von acht Kollegen ein Exempel zu statuieren und die Kampfbereitschaft der Hoesch-Arbeiter zu brechen, mußte der Hoesch-Vorstand die Entlassungen zurücknehmen. In 83 Stunden hat sich bewiesen, daß die Arbeiter stärker sind als die Unternehmer, wenn sie zusammenstehen. In einer für die Arbeiterklasse unseres Landes beispielhaften Solidaritätsbewegung wurde der Beweis erbracht:

SOLIDARITÄT HILFT SIEGEN!

Die Herren Sohl, Harders und Schmitthals wollen mit diesen Entlassungen in der Hoesch-Belegschaft Angst schüren. Sie wollten den gewerkschaftlichen Vertrauensleutekörper zerschlagen. Sie wollten die gesamte Stahlarbeiterschaft disziplinieren. Sie praktizierten Klassenkampf von oben.

Und sie schnitten sich dabei in den Finger.

Unmittelbar nachdem die DKP den Geheimplan der Konzernbosse an die Öffentlichkeit brachte, setzte in den Betrieben an der Ruhr und im ganzen Land eine bisher noch nie da gewesene Solidaritätsbewegung ein. Alle, die sich in diesen Tagen für die von der Entlassung bedrohten Kollegen einsetzten, die sich hinter die Hoesch-Belegschaft stellten und ihre Solidarität mit dem Lohnkampf der Stahlarbeiter aus Dortmund bekundeten, sie haben zu diesem Sieg über die Hoesch-Bosse beigetragen.

Welche Faktoren zwangen die Konzernherren zum Rückzug?
- Die Wachsamkeit der Deutschen Kommunistischen Partei führte zur Aufdeckung des provokatorischen Entlassungsplans der Konzernherren. Das war die Voraussetzung für die Entfaltung einer breiten Solidaritätsbewegung.
- Die gesamte Hoesch-Belegschaft, die gewerkschaftlichen Vertrauensleute und der Betriebsrat nahmen einmütig die Herausforderung der Bosse an. Alle standen für acht. Die Konzernleitung fürchtete neue Streiks.
- Von Dortmund sprang der Funke in andere Großbetriebe an Rhein und Ruhr über. Betriebsräte, Vertrauenskörper und Gewerkschaftsorgane erklärten ihre Solidarität mit den Hoesch-Arbeitern.
- Die Öffentlichkeit der Bundesrepublik, Presse, Schriftsteller, Persönlichkeiten ergriffen Partei für die Dortmunder Stahlarbeiter.
- Dieser Druck aus den Betrieben und die öffentliche Meinung zwangen den IG Metall-Vorstand, seine zunächst abwartende Haltung aufzugeben und den von der Entlassung bedrohten Kollegen Rechtsschutz zuzusichern.

Die DKP erklärt: Die spontanen Streiks der Hoesch-Arbeiter waren berechtigt. Die Solidaritätsbewegung mit den acht Kollegen von Hoesch ist für die gesamte Arbeiterklasse unseres Landes beispielhaft. Wir beglückwünschen alle, die zu diesem Sieg der Arbeiter über die Bosse beigetragen haben. Aber wir sagen auch: Eine Schlacht wurde gewonnen, aber noch sind die Bosse nicht geschlagen. Jetzt gilt es, wachsam zu bleiben und die Lehren aus der Solidaritätsbewegung zu ziehen. Denn das Großkapital will mit Willkür und Herr-im-Hause-Standpunkt seine Superprofite sichern, treibt die Preise in die Höhe und stützt sich dabei auf die Schützenhilfe der Regierung in Bonn (SPD/FDP, d.Vf.). Das Großkapital will weiterhin die Belegschaften aufspalten, die Gewerkschaften schwächen und die konsequentesten Interessenvertreter in den Betrieben verfolgen.

Darum sind einheitliche und geschlossen auftretende Belegschaften, sind starke, auf den Kampfpositionen der Arbeiter stehende Gewerkschaften und eine gestärkte DKP Voraussetzung für neue Erfolge gegen das Großkapital. Die Arbeiter von Hoesch und mit ihnen Hunderttausende in unserem Land haben den Beweis erbracht: Einigkeit macht stark! Solidarität hilft siegen! Die Arbeiter sind stärker als die Bosse!"

Solidaritätserklärungen (vgl. 22.2.1973) werden veröffentlicht aus dem IGM-Bereich von G.+J. Jaeger Wuppertal, Happich Wuppertal, dem IGM-Vertrauensleuteausschuß Essen, der IGM Verwaltungsstelle Gelsenkirchen, von Mannesmann (MM) Düsseldorf-Reisholz und der Vertreterversammlung der IGM Kiel, aus dem CPK-Bereich von Gerresheimer Glas Düsseldorf, aus dem IGBE-Bereich von der Zeche Holland Wattenscheid (heute Bochum) sowie vom DGB-Lehrlingszentrum Essen.

Berichtet wird auch von der gestrigen Belegschaftsversammlung der Westfalenhütte.
Q: Kommunist Nr. 18, Hamburg Apr. 1973, S. 10; Heisse Eisen, Dortmund 23.2.1973;DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 9

12.04.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ein zweiseitiges Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 23.2.1973, Mai 1973) unter Verantwortung von Rudi Skott, Dortmund, zur bundesweiten Demonstration gegen die Berufsverbote (BV) am 14.4.1973 in Dortmund heraus:"
ARBEITER UND LEHRLINGE, LEHRER UND STUDENTEN DEMONSTRIEREN!
GEGEN UNTERNEHMERWILLKÜR UND BERUFSVERBOT!!!

Erinnern wir uns: Im Februar wollten die Bosse von Hoesch acht gewerkschaftlich aktive Kollegen - Mitglieder der SPD und der DKP sowie Parteilose - aus Rache für den Streik entlassen. Die DKP deckte diesen heimtückischen Anschlag auf die gewerkschaftlichen Rechte der Hoesch-Arbeiter rechtzeitig auf. Eine breite Solidaritätsbewegung zwang Schmitthals und Co., die Kündigungen zurückzunehmen!

Im gleichen Monat wurden bei Mannesmann in Duisburg (MM, IGM-Bereich - vgl. 28.2.1973, d.Vf.) 42 Profilwalzwerker, die für höhere Löhne streikten, durch eine einstweilige Verfügung mit Geldstrafen und Gefängnis bedroht. Streikende Arbeiter wurden so zu Verbrechern erklärt! Die Bosse mußten jedoch kapitulieren. Massenhafte Proteste im ganzen Land zwangen sie zum Rückzug.

Besonders häufig werden neuerdings junge Arbeiter Opfer des Berufsverbots. So sind schon mehrere Hundert Betriebsjugendvertreter (JV, d.Vf.) unter Umgehung des Betriebsverfassungsgesetzes (BVG, d.Vf.) nach Abschluß ihrer Ausbildung aus dem Betrieb geworfen worden. Man verweigerte ihnen die Übernahme in ein reguläres Arbeitsverhältnis. Dies alles beweist: Die Fälle von Berufsverbot im Betrieb häufen sich. Die Unternehmer benutzen das Berufsverbot als Waffe gegen die aktivsten Kollegen, gegen alle Gewerkschafter, gegen Vertrauensleute, Jugendvertreter, und Betriebsräte, die sich in den Betrieben aktiv für die arbeitenden Menschen, für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen einsetzen.

Auch an unseren Schulen wird das Berufsverbot praktiziert: obwohl in der Bundesrepublik Lehrermangel herrscht und der Unterricht ständig ausfällt, müssen befähigte und fortschrittliche Lehrer stempeln gehen. Durch einen Erlaß der Ministerpräsidenten der Länder und der Bundesregierung (vgl. 27.1.1972, d.Vf.) werden sie an der Ausübung ihres Berufes gehindert. So darf der Lehrer Rainer Birenheide aus Dortmund keinen Mathematik- und Physikunterricht erteilen, weil er Mitglied der DKP ist.

Während 33 Landtagsabgeordnete ihre Besorgnis über das Berufsverbot zum Ausdruck brachten, frohlocken CDU/CSU, Junge Union (JU, d.Vf.), Barzel und Strauß über diese Entwicklung!

Die Erfahrung zeigt:
Gegen Unternehmerwillkür und Berufsverbot hilft nur die Solidarität der Arbeiter und Gewerkschafter, aller Demokraten!
Weg mit den Berufsverboten gegen Arbeiter und Lehrer!
Freiheit im Beruf - Demokratie im Betrieb!

KOLLEGEN VON HOESCH!
IHR KENNT DIE KRAFT DER SOLIDARITÄT! NEHMT TEIL AN DER DEMONSTRATION IN DORTMUND!
SAMSTAG, 14. APRIL 1973, 11 UHR 30

Solidarität und Einheit nötiger denn je!

Bei Hoesch und Mannesmann haben die Arbeiter gezeigt, daß sie stärker sind als die Bosse. Jetzt holen sich die Unternehmer und Springer Verstärkung: von Schlägerbanden und Gewerkschaftsspaltern, die sich als 'Kommunisten' bezeichnen. Ausgerüstet mit Stahlhelmen und Knobelbechern, mit maskierten Gesichtern und roten Fahnen verwüsteten am 10.4. solche Schlägertrupps das Bonner Rathaus.

Diese anarchistischen und maoistischen Provokateure sind keine Kommunisten, sondern Schläger vom Typ der faschistischen SA. Sie liefern Springers 'Bild' den nötigen Stoff für Hetzartikel. Sie sollen jede fortschrittliche, demokratische Bewegung in Verruf bringen.

Die gleichen Kräfte stehen auch hinter einer sogenannten 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' (RGO, d.Vf.), die offen zur Spaltung der Gewerkschaft aufruft. Diese Möchtegern-Gewerkschafter planen auch für Dortmund mehrere Provokationen. Am 14.4. wollen sie die Demonstration gegen das Berufsverbot zerstören. Am 1. Mai soll die Demonstration des DGB gestört und gespalten werden!

Jetzt gilt es, die Einheitsgewerkschaft gegen alle Spaltungsversuche zu schützen. Das einheitliche und solidarische Handeln aller Gewerkschafter, aller sozialdemokratischen, kommunistischen und parteilosen Arbeiter ist nötiger denn je!

Kollegen!

Weist die Provokation dieser Hilfstruppen von Strauß und Springer zurück!
Erteilt den Gewerkschaftsspaltern eine Abfuhr!
Demonstriert am 14.4. für Freiheit im Beruf, für Demokratie im Betrieb!"

In einem weiteren Kasten finden sich die genauen Demonstrationszeiten.

Mit den Äußerungen über die 'faschistischen' 'Maoisten' befassen sich auch die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD (vgl. Mai 1973) sowie die KPD (vgl. 24.4.1973) und die KPD/ML-ZK bei Hoesch (vgl. 23.4.1973). Berichtet wird auch vom KSV Dortmund der KPD (vgl. 20.4.1973) und der LgdI Dortmund der KPD (vgl. 18.4.1973).

Diese 'Heiße Eisen' wird auch vom DKP-Kreisvorstand Dortmund (vgl. 12.4.1973) zusammen mit einer Erklärung zur Bonner Rathausbesetzung verbreitet.
Q: KSV Dortmund: Kampf allen Einschüchterungs- und Illegalisierungsversuchen, Dortmund O. J. (Apr. 1973); Heisse Eisen Extrablatt Gegen Unternehmerwillkür und Berufsverbot!!!, Dortmund Apr. 1973;Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 3, Dortmund Mai 1973, S. 38;Stählerne Faust Extra, Dortmund 1.5.1973, S. 8;Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 23, Dortmund 24.4.1973, S. 2 und 5;DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 19;DKP Kreisvorstand Dortmund: Werte Kollegen, Dortmund 12.4.1973, S. 1;LgdI-OG Dortmund: Polizeiüberfälle in Köln und Bonn, Dortmund O. J. (Apr. 1973)

Mai 1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 12.4.1973, Juni 1973) heraus, die uns bisher nur als Faksimile eines Teils der Titelseite vorliegen:"
WEG MIT DEM ANTIKOMMUNISMUS!
FREUNDSCHAFT MIT DER SOWJETUNION (SU, d.Vf.)!

Diese beiden Forderungen werden immer häufiger von Dortmunder Bürgern erhoben. Völlig zu Recht."
Vermutlich im selben Artikel heißt es auch:"
Springer, die Junge Union (JU der CDU, d.Vf.) und alle Rechtskräfte einschließlich des reaktionären Großkapitals wollen Feindschaft zur Sowjetunion."
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

Juni 1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. Mai 1973, 30.10.1973) heraus, das uns bisher nur als Faksimile eines Teils der Titelseite vorliegt:"
BELEGSCHAFT KALTWALZWERK WESTFALENHÜTTE FORDERT:
TEUERUNGSZULAGE (TZL, d.Vf.) FÜR ALLE!

0, 40 DM TARIFLICH GESICHERTER STUNDENLOHN FÜR ARBEITER
70 DM TARFILICH GESICHERT FÜR ANGESTELLTE UND AUSZUBILDENDE

In der Teilbelegschaftsversammlung des Kaltwalzwerkes (vgl. **.*.1973, d.Vf.) nahmen die Kollegen nach ausführlicher Diskussion über die durch die Profitgier der Unternehmer verursachte Preistreiberei" eine Resolution an, aus der vermutlich der andere Teil des uns vorliegenden Textes stammt:"
Wir fordern:
Den Betrag von 70 DM monatlich umzuwandeln in eine Stundenlohnerhöhung von 0, 40 DM pro Mann und Stunde."
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968- 1978, Dortmund O. J. (1978), S. 31

30.10.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, laut KBW (vgl. 14.11.1973) heute und morgen ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. Juni 1973, 10.12.1973) heraus, in dem sie den Streik bei Mannesmann (MM) Duisburg-Huckingen (vgl. 29.10.1973) als Unterstützung der IGM in der MTR bzw. STR dargestellt habe.
Q: Roter Hoesch Arbeiter Nr. 6, Dortmund 14.11.1973, S. 4

10.12.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 30.10.1973, 17.12.1973) mit 4 Seiten und folgendem Leitartikel heraus:"
ZWANGSURLAUB BEI HOESCH?

Die Hoesch-Konzernherren bestreiten in einer Veröffentlichung in der Westfälischen Rundschau vom 5.12.1973, daß es Zwangsurlaub geben soll. Aber die Hoeschherren haben in der Vergangenheit schon viel versprochen und viel bestritten. Das wissen auch die Belegschaften. In vielen Diskussionen, die in den letzten Tagen am Arbeitsplatz und in Teilbelegschaftsversammlungen geführt wurden, kam das zum Ausdruck. Deshalb meinen wir, Wachsamkeit ist geboten:

VERTRAUEN IST GUT, KONTROLLE IST BESSER!

Zwischen Weihnachten und Neujahr soll auf Forderung der Ölkonzerne und Vertretern der deutschen Industrie im Stahlbereich ein Zwangsurlaub eingeführt werden, da es angeblich notwendig sei, schweres Heizöl zu sparen. Dieser unbezahlte Urlaub - der für uns mindestens 200 DM Lohneinbußen bedeuten würde - ist eine Provokation der Konzerne. Denn wenn selbst die bürgerlichen Zeitungen in ihren Berichten nachweisen, daß die Tanks der Konzerne fast überlaufen, wissen wir, daß es nur darum geht, die Profite der Ölkonzerne noch weiter hochzutreiben. Die 'Konzertierte Aktion' der Konzerne hat nur ein Ziel: aus dieser von ihnen verschuldeten Energieverknappung auf unsere Kosten den größtmöglichen Profit zu erzielen. Die Stahlwerke sind nur zu bereit, dieses Spiel mitzumachen, da sie selbst Beteiligungen an der Energieversorgung haben (siehe Hoesch Brennstoffhandel) und Beteiligungen an der RAG. Durch diese gesteuerte Krise wollen sie ihre Preise für Stahl noch mehr erhöhen. denn dank unserer Leistungen der letzten Monate sind auch die Stahllager bis oben gefüllt, so daß aus dem Vollen geschöpft werden kann. Im Wechselspiel mit der Metallverarbeitung und den in anderen Industriezweigen anstehenden Tarifverhandlungen soll hier ein Buhmann aufgebaut werden, um die Löhne einzufrieren und durch Staatssubventionen sowie Steuergeschenke zusätzlich Profite auf Kosten aller einzustreichen. Es wird mit der Sicherheit der Arbeitsplätze taktiert, um uns gefügig zu machen! Wenn der Bundeskanzler eine Steuererleichterung der Arbeiter mit dem Hinweis ablehnt, daß jeder Steuergroschen gespart werden muß, um die Arbeitsplätze zu erhalten, zeigt das doch nur, daß die Bundesregierung auf Seiten der Konzerne steht und mit unseren Steuergroschen den Konzernen unter die Arme greift. Dem geplanten Zwangsurlaub bei Hoesch und anderen Stahlkonzernen müssen wir energisch entgegentreten, denn wir sind es, die ihn mit unserem Lohn bezahlen sollen."

Berichtet wird auch von Phoenix (vgl. 30.11.1973), den Werkswohnungen (vgl. 1.12.1973) und der Westfalenhütte (vgl. 4.12.1973) sowie von Mannesmann (MM - IGM-Bereich) in Duisburg-Huckingen:"
MANNESMANN: SOLIDARITÄT GEHT WEITER!

Die Solidarität mit den 22 entlassenen Mannesmännern geht weiter. Die verschiedenen gewerkschaftlichen Organisationsgliederungen, Jugendgruppen, Lehrer usw. fordern und unterstützen die Forderung nach der Wiedereinstellung der 22 Mannesmänner.
Bei Hoesch - im Bereich FK 1 und FK 2 haben auf Initiative der Vertrauensleute die Kollegen 250 DM für die Unterstützung der entlassenen Kollegen gesammelt." Die IGM-Ortsverwaltung habe die Solidaritätskundgebung in Duisburg nicht unterstützt (vgl. 10.11.1973), obwohl doch Solidarität nicht nur in Rechtshilfe bestehen könne:"
Denn selbst diese Rechtshilfe kann nicht verhindern, daß durch Verschleppung des Verfahrens von Seiten des Mannesmannkonzerns diese Kollegen weiterhin in willkürlicher Weise auf der Straße liegen und unserer ganzen Unterstützung, gerade auch der materiellen, bedürfen.

Im ersten Verfahren gegen die 22 Kollegen vor dem Duisburger Arbeitsgericht erklärte der Vorstands-Vertreter, er sei nicht genügend für dieses Verfahren vorbereitet. In dieser Verschleppungstaktik zeigt sich doch deutlich die Willkür. Denn wenn der Mannesmann-Vertreter nicht weiß, wie er die Entlassungen zu vertreten hat, wir wissen es. Ein Willkürakt zur Einschüchterung unserer Interessen und eine Herausforderung an uns sowie an die IG Metall. Wenn das nicht begriffen wird von Vertretern der IG Metall, die diese Willkürmaßnahme bei Hoesch erlebt haben (vgl. 20.2.1973, d.Vf.), zeigt es nur, daß in einigen Köpfen dieser Mitglieder nur noch Statutendenken übrig geblieben ist. Die Entschlossenheit, die wir bei Hoesch im Februar gezeigt haben und dadurch die Entlassungen bei uns verhindert haben, ist die einzige Antwort auf diese Provokation. Der juristische Trick der Konzerne kann nur durch die Solidarität aller gebrochen werden! Solidarisieren wir uns und helfen den Kollegen bei Mannesmann! Sammeln wir - wie die Kollegen in FK 1 und FK 2 - für die Kollegen bei Mannesmann!
SOLIDARITÄT HILFT SIEGEN!"
Q: Heisse Eisen Zwangsurlaub bei Hoesch?, Dortmund Dez. 1973

17.12.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 10.12.1973, 12.1.1974) mit 4 Seiten und folgendem Leitartikel heraus:"
VORSICHT: LOHNRAUB AUF UMWEG GEPLANT?

Wie uns von den Betriebsräten mitgeteilt wurde, ist beabsichtigt, die Schulung der Kranführer von jetzt 80 Stunden auf 40 Stunden zu verkürzen. der Betriebsrat verurteilte diese Maßnahmen des Unternehmens einstimmig. Jeder von Euch weiß, auch wenn er kein Kranführer ist, mit welchen Schwierigkeiten diese Kollegen zu tun haben. Die Technik der Kräne und damit ihre Bedienung werden immer komplizierter. Hinzu kommen die Verständigungsschwierigkeiten mit unseren ausländischen Kollegen. Aber auch ausländische Kollegen werden verstärkt als Kranführer eingesetzt, die zum Teil mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, da die versprochenen Sprachkurse nur zögernd anlaufen. Ist unter diesen Gesichtspunkten eigentlich noch die Sicherheit aller mit Kranarbeiten betrauten Kollegen gewährleistet?

Doch noch eine andere Frage drängt sich auf: 'Soll mit der Verringerung der Unterrichtsstunden die fachliche Qualifikation und damit auch der Lohn der Kranführer heruntergespielt werden?' Alle Beteiligten wissen, daß schon seit Monaten von den zuständigen Vertrauensleuten und Betriebsräten eine Überprüfung der Einstufung gefordert wird. Diese Überprüfung wurde jedoch von Seiten des Unternehmens mit den fadenscheinigsten Begründungen hinausgezögert. Es wird jetzt Zeit, daß dieses Problem endlich und mit dem nötigen Ernst angegangen und gelöst wird. Das ist möglich, wenn in dem jetzt bestehenden betrieblichen Lohnaufbau Regelungen getroffen werden, welche die zunehmende nervliche Belastung - hervorgerufen durch erhöhte Leistung mit verminderter Belegschaft und die Bedienung moderner technischer Anlagen - berücksichtigen."

Berichtet wird von der Betriebsräte-Vollkonferenz (vgl. 12.12.1973), einer bundesweiten IGM-Tagung (vgl. 25.10.1973) und der Metalltarifrunde (MTR) in Hamburg (vgl. 10.12.1973).

In einer Zuschrift eines Vertrauensmannes heißt es:"
BUCH MIT 7 SIEGELN

Für Arbeit an Samstagen in der Zeit von 22 bis 6 Uhr gibt es an Zuschlägen 50% vom Effektiv- und 20% vom Ecklohn. Für Arbeit an Samstagen, sowiet sie Mehrarbeit ist, gibt es aber nur 50% vom Effektivverdienst. Hier müssen wir doch annehmen, daß die Bezirksleitung der IG Metall geschlafen hat. Für Mehrarbeit gibt es also 20% weniger Stundenlohn als auf einer normalen Samstagnachtschicht. Dies erscheint uns genauso rätselhaft wie den meisten Kollegen die Dynamisierung der Prämien- und Festlohnanteile. Die Tarifverträge sollen ja für jeden Kollegen leicht verständlich, leicht errechenbar und genauso durchsichtig sein wie die 'gläsernen Taschen' der IG Metall. Oder wollen hier einige Karl Schiller (SPD, d.Vf.) nachahmen, den auch niemand mehr mit seiner akademischen Sprache verstand? Es bleibt nur zu hoffen, daß es dem Betriebsrat gelingt, den Tarifvertrag bei den stahltypischen Zuschlägen zu korrigieren."

Eine weitere Zuschrift kommt aus dem FK 2:"
UNFALLGEFAHR BESEITIGEN!

Jeden Tag müssen die Kollegen des Kaltwalzwerkes - FK 2 - wenn sie zu ihrem Parkplatz an der Rüschebrinkstraße gehen, einen Weg benutzen, der weder beleuchtet noch befestigt ist. Gerade bei schlechtem Wetter gleicht dieser Weg eher einem Feldweg. Hinzu kommt, daß auf dem Weg zum Parkplatz nicht eine Lampe brennt. Ich meine, dieser Weg muß sofort ausgebessert und beleuchtet werden, damit nicht erst ein Unfall passiert, bevor die zuständigen Stellen sich veranlaßt sehen, diesen Mißstand zu beseitigen."

Über sich selbst wird berichtet:"
UZ-SPARSCHWEIN GESCHLACHTET!

Im Tagungslokal der DKP Betriebsgruppe Hoesch-Phoenix in Hörde spendeten die Gäste 155 DM für die UZ - Tageszeitung der DKP. Ein stolzes, nachahmenswertes Ergebnis."

Allgemeinpolitisch heißt es:"
Das Lohnsteueraufkommen in der BRD stieg von 1971 gleich 42, 8 Mrd. DM auf 1972 gleich 49, 8 Mrd. DM und wird voraussichtlich 1973 gleich 60 Mrd. DM erreichen. Sagte Kanzler Brandt(SPD, d.Vf.) vor Arbeitern der BASF (CPK-Bereich in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz - vgl. 26.11.1973, d.Vf.) nicht: Wir werden keine Politik auf dem Rücken der arbeitenden Menschen machen?"

Ebenfalls allgemeinpolitisch heißt es zum BDA (vgl. **.**.1973):"
SCHLEYERS 'MOBILMACHUNG'

Kaum ist er Boß des BDA, der Hans-Martin, da macht er sich auf, (wie einst Jung-Siegfried) seine armen Unternehmer-Leidensgenossen vor den bösen, gefräßigen Arbeitern zu schützen. Wie das gemacht wird hat er in Baden-Württemberg bereits vorgeführt - als Spezialist im Aussperren Hunderttausender Arbeiter. Um die 'Front' der Unternehmer zu stärken, 'um auch im Kriegsfall' (laut BDA-Vertreter) gerüstet zu sein, werden jetzt die 'armen' Unternehmer aufgefordert, dem 'Unterstützungsfond' größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Das heißt im Unternehmerdeutsch: Die 'Kriegskasse' zu füllen. Mit Genschers 'Spezialtruppe' im Rücken fühlen sich die Herren stark. Als ersten Akt möchte Schleyer jetzt in (Schillers) Friderichs-Konzert-Aktion die Gewerkschaften zur Ordnung rufen. Da spricht ein CDU-Boß Kohl, Verzeihung, der CDU-Boß Kohl auf dem CDU-Parteitag (vgl. **.**.1973, d.Vf.) davon, es gäbe keinen Klassenkampf mehr. Was Schleyer macht, ist Klassenkampf von oben. In dem BDA-Memorandum wird der verfassungswidrige Anspruch der Unternehmer auf Aussperrung bekräftigt. Der Bundesregierung wird gedroht, 'wilde Streiks' nicht zu legalisieren. In der wachsenden Kampfbereitschaft der Arbeiter und Angestellten sieht die Unternehmervereinigung dann auch 'Gefahren für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der in Staat und Gesellschaft miteinander konkurrierenden Gruppen'. Die Bosse werden in dem Papier aufgefordert, sich politisch zu engagieren, um ihr in der Öffentlichkeit arg ramponiertes Ansehen aufzupolieren. Kollegen, seien wir wachsam, laßt uns solidarisch zusammenstehen. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Darum: Weitere Verstärkung der Kampfkraft unserer Gewerkschaft durch größere Aktivität. Erfüllung der Satzungen unserer IG Metall. Millionen Arbeiter sind stärker als Millionäre."
Q: Heisse Eisen Vorsicht: Lohnraub auf Umweg geplant?, Dortmund Dez. 1973

12.01.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 17.12.1973, 19.1.1974) vermutlich in dieser Woche heraus unter der Schlagzeile "Frei von der Leber!" mit der Einladung zur Versammlung mit Wolfgang Gehrke, stellvertretender Bundesvorsitzender der SDAJ, am 16.1.1974.

Es erscheint auch der Artikel "DKP im Fernsehen: 'Die Partei hat immer recht!'".
Q: Heisse Eisen Frei von der Leber!, Dortmund Jan. 1974

19.01.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 12.1.1974, 26.1.1974) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Arbeitersolidarität gegen Unternehmerpolitik".

Weitere Artikel sind:
- "Werkkreis Literatur der Arbeitswelt";
- "Arbeiterfeindliche Ideologie als Weihnachtsgeschenk";
- "Keine Glosse" zum Interview der 'Capital' mit Galbraight;
- "Auch diese Kohlen müssen stimmen!" zu den Angestellten der Kohlenbüros;
- "Überflüssig", ein Gedicht;
- "Masshalten ?!" zur ÖDTR; sowie
- "Achtung! Achtung! Jugendvertreterwahlen '74" zu den JVW, wozu man am 16.1.1974 eine Diskussion durchführte.

Eingeladen wird zu Veranstaltungen der Wohngebietsgruppe Süd und der Betriebsgruppe Union am 24.1.1974 und der Betriebsgruppe Hoesch-Phönix am 25.1.1974.
Q: Heisse Eisen Arbeitersolidarität gegen Unternehmerpolitik, Dortmund Jan. 1974

26.01.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 19.1.1974, 4.2.1974) vermutlich in dieser Woche heraus unter der Schlagzeile "GRÖBAZ Der größte Betrug aller Zeiten" zur Ölkrise, wozu Bundestagsprotokolle abgedruckt werden.
Q: Heisse Eisen GRÖBAZ Der größte Betrug aller Zeiten, Dortmund O. J. (1974)

04.02.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 26.1.1974, 11.2.1974) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Wir empfehlen Spartakus wählen!" auch für die PH heraus.

Es erscheint auch der zentrale Artikel "Vom Kapital bezahlte Spalter".
Q: Heisse Eisen Wir empfehlen Spartakus wählen!, Dortmund Feb. 1974

11.02.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP eine Sonderausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 4.2.1974, 15.2.1974) für das Werk Union vermutlich in dieser Woche heraus, in der es einleitend heißt:"
WALZWERKER STÄRKER BELASTET!

RATIONALISIERUNG AUF KOSTEN VON 160 UNION-ARBEITERN!

Wer die letzten Belegschaftsversammlungen in der Westfalenhalle besucht hat wird sich daran erinnern, daß der Sprecher des Hoesch-Vorstandes Dr. Schmitthals weiterhin Rationalisierungen für notwendig hielt, da angeblich die Ertragslage, also die Gewinne 1973 überwiegend schlecht verlaufen sei, und 'erst die letzten drei Monate eine fühlbare Besserung' gebracht hätten. Eigentlich merkwürdig, daß dann 1973 pro Aktie 15 Mark ausgeschüttet wurden, während sich 1972 der Monopolaktionär Deutsche Bank mit 5 DM Dividende begnügen mußte.

Daher sich aus der Belegschaft mehrere Kollegen veranlßt, dagegen Stellung zu nehmen. So hielt zum Beispiel der Kollege Kurt Reinhardt (Walzwerk 1) dem entgegen, daß mit Unterbelegschaft laufend Zusatzschichten verfahren werden, und der Kollege Alfred XXXXX (P 3) berichtete, daß nach Branchenmeldungen die Arbeitsproduktivität um 14, 3% im Durchschnitt in der Stahlindustrie 1973 gesteigert wurde.

So wurde vor Rationalisierungsmaßnahmen auf Kosten der Belegschaft gewarnt. Bei anhaltendem Stahlboom (siehe auch Seite 3) geht jetzt die Konzernleitung daran, an allen möglichen Ecken und Enden Rationalisierungen durchzuführen. Wie die Betriebsleitung Profilwalzwerke Union erklärte, sollen 'durch Ergänzung der Belegschaft auf die Höhe der Richtbelegschaft Überstunden eingespart werden."

Weitere Artikel sind:
- "Neues im Emscherschlößchen" zur Waschkaue;
- "P3 Mitteleisenstraße. Große Profi(t)le";
- "Die Stahlkonzerne sahnten ab: Kräftiger Profit-Schluck";
- "Kurz notiert"; sowie
- "Die rechte Hand der Konzerne!" zum BDA-Präsidenten Schleyer.

Eingeladen wird zu einer öffentlichen Veranstaltung am 14.2.1974.
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 12; Heisse Eisen Sonderausgabe Werk Union Walzwerker stärker belastet? Rationalisierung auf Kosten von 160 Union-Arbeitern!, Dortmund Feb. 1974

15.02.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 11.2.1974, 18.2.1974) vermutlich Ende dieser Woche heraus unter der Schlagzeile "Bundesregierung und öffentliche 'Arbeitgeber' für entstandene Schwierigkeiten verantwortlich!" zum Streik im Öffentlichen Dienst (ÖDTR).
Q: Heisse Eisen Bundesregierung und öffentliche 'Arbeitgeber' für entstandene Schwierigkeiten verantwortlich!, Dortmund O. J. (1974)

18.02.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 15.2.1974, 11.3.1974) vermutlich in dieser Woche heraus. Als Leitartikel erscheint der Artikel aus der 'UZ', "Zehn Forderungen zum Schutz vor Krisenfolgen".
Q: Heisse Eisen Zehn Forderungen zum Schutz vor Krisenfolgen, Dortmund Feb. 1974; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 16

11.03.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 18.2.1974, 25.3.1974) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Anschlag auf die Montanmitbestimmung".

Weitere Artikel sind:
- "Gegen den Preisterror der Mineralölkonzerne";
- "Freudige Nachricht für Hoesch Aktionäre";
- "Konzern-'Sozial'-Strategie";
- "Kollegen schreiben an 'Heisse Eisen'"; sowie
- "Nach Scharnhorst gelockt - mit Mieten geschockt" zur Mieterdemonstration am Samstag.

Angekündigt wird: "Endspielkarten zur Fußballweltmeisterschaft zu gewinnen!".
Q: Heisse Eisen Anschlag auf die Montanmitbestimmung, Dortmund März 1974

25.03.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 11.3.1974, Apr. 1974) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Vertrauensleute der Westfalenhütte fordern: 4 Lohnpunkte mehr für alle!", was am 22.3.1974 beschlossen wurde.

Weitere Artikel sind:
- "Kampf für die Mitbestimmung muß sofort beginnen!" mit der Entschließung der Vertrauensleute vom 22.3.1974;
- "Das Märchen von der Verantwortung, die hoch bezahlt werden muss - im Verhältnis zu Lohn und Gehalt"; sowie
- "Geschäftsleitung führt Geheimprotokolle von Belegschaftsversammlungen".

Aufgerufen wird zur 1. Mai-Veranstaltung am 30.4.1974.
Angekündigt wird: "Endspielkarten zur Fußballweltmeisterschaft zu gewinnen!".
Q: Heisse Eisen Vertrauensleute der Westfalenhütte fordern: 4 Lohnpunkte mehr für alle!, Dortmund März 1974

April 1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 25.3.1974, 29.4.1974) heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund Apr. 1974

29.04.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Apr. 1974, Mai 1974) für Apr./Mai heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund Apr./Mai 1974

Mai 1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 29.4.1974, 13.5.1974) mit der Schlagzeile "Bad als Leichenhalle - Im Mittelpunkt steht der Mensch" heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund Mai 1974; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

13.05.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Mai 1974, 20.5.1974) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Hoesch Aktie stieg um 18 %".

Weitere Artikel sind:
- "Werk Phönix Vertrauensleute Vollversammlung" am 30.4.1974;
- "Vorschlagsrecht von Vertrauensleuten verschenkt. Bevormund durch den Betriebsrat wird bevorzugt";
- "Mieterinitiative Lanstrop";
- Leserbriefe zu den Mieterhöhungen in der Westfalenburg, zur Halle 22 im FK 2 zu den Wäschemarken und zum 1. Mai; sowie
- "Arbeiterinteressen zur Geltung bringen. DKP zum Rücktritt Willy Brandts".
Q: Heisse Eisen Hoesch Aktie stieg um 18 %, Dortmund Mai 1974

20.05.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 20.5.1974, 27.5.1974) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Kollegen fordern: 4 Punkte jetzt!".

Weitere Artikel sind:
- "'Heisse Eisen'-Umfrage…" zu den 4 Punkten;
- "Hände weg vom roten 'K'" zur Dreitageregelung für Krankschreibungen; sowie
- "Kindergruppe - Kinderfest!" der Kindergruppe Scharnhorst am 1.6.1974.

Aufgerufen wird zum Chile-Solidaritätskonzert in essen am 31.5.1974.
Q: Heisse Eisen Kollegen fordern: 4 Punkte jetzt!, Dortmund Mai 1974

27.05.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 20.5.1974, Aug. 1974) auf Ende Mai datiert heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund Ende Mai 1974

August 1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 27.5.1974, Sept. 1974) heraus mit dem Leitartikel "Stahlarbeiter stellen ihre Forderungen" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Umweltschutz ja - Provokation nein!" zum Umweltschutzamt in Westberlin;
- "Unfallgefahr!" zur Dolomitanlage;
- "Flammfestes Arbeitszeug";
- "Heizkosten" zur Hoesch-Siedlung Waldenmey in Derne;
- "200 Mark mehr für Lehrlinge!"; sowie
- "Kumpel Jupp meint" zur Westfalenburg.

Eingeladen wird zum 'UZ'-Volksfest am 21./22.9.1974.
Q: Heisse Eisen Stahlarbeiter stellen ihre Forderungen, Dortmund Aug. 1974

September 1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Aug. 1974, 1.10.1974) heraus unter der Schlagzeile "Großes Volksfest" zum 'UZ'-Pressefest am 21./22.9.1974 in Düsseldorf.
Q: Heisse Eisen Großes Volksfest, Dortmund Sept. 1974; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

01.10.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Sept. 1974, 14.10.1974) vermutlich heute heraus mit dem Leitartikel "Bundeskanzler Helmut Schmidt: 'Die verdienen sich dick und dämlich!'" zu den Gewinnen der Stahlindustrie.

Weitere Artikel sind:
- "250 000 beim UZ-Pressefest" am 21./22.9.1974;
- "Kollegen schreiben an 'Heisse Eisen'" zur D-Straße im FK 2;
- "Meinungen zur Lohnrunde" zur Stahltarifrunde (STR);
- "Fernsehen bei 'Heisse Eisen'", was am 2.10.1974 in der ARD gesendet werden soll; sowie
- "Kollegen der Weißbandzerteilanlage kämpfen um ihre Punkteinstufung!".
Q: Heisse Eisen Bundeskanzler Helmut Schmidt: 'Die verdienen sich dick und dämlich!', Dortmund Okt. 1974

14.10.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 1.10.1974, 15.11.1974) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Kollegen sind sich einig: 14 Prozent Lohnerhöhung voll durchsetzen!" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Goldene Worte";
- "Zwischen Tür und Angel. 100 DM für Auszubildende müssen durchgesetzt werden!";
- "Kollegen setzen sich durch!" zum Dressiergerüst im FK 2;
- "Glühe FK 1. Gaswarngeräte wurden höher gestellt!";
- "Vom 11. Gewerkschaftstag der IG Metall";
- "Konzertierte Mission" zum Lohnverzicht; sowie
- "Leserzuschrift" zum Weg von der Barnstraße zur Hildastraße.
Q: Heisse Eisen Kollegen sind sich einig: 14 Prozent Lohnerhöhung voll durchsetzen!, Dortmund Okt. 1974; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

15.11.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Okt. 1974, Dez. 1974) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "6% brutto - eine Provokation!" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Lohnverzicht dient nur den Bossen"; sowie
- "Lehrlinge abermals brüskiert".
Q: Heisse Eisen 6% brutto - eine Provokation!, Dortmund O. J. (1974)

Dezember 1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 15.11.1974, 22.12.1974) heraus unter der Schlagzeile "Schmitthals will totale Hoesch-Diktatur. Watergate-Methoden bei Hoesch" zum Vertrauensmann Stankowski aus dem Breitbandwalzwerk der Westfalenhütte.
Q: Heisse Eisen Schmitthals will totale Hoesch-Diktatur. Watergate-Methoden bei Hoesch, Dortmund Dez. 1974

22.12.1974:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Dez. 1974, Jan. 1975) zu den BRW heraus mit dem Leitartikel:"
CDU VERSUCHT ZU ERPRESSEN - SPALTER ZURÜCKWEISEN!

'Die 1975 stattfindende Betriebsratswahl bedarf von Seiten der CDA einer möglichst langfristigen Vorbereitung.'

So lautet der erste Satz eines umfangreichen 'Vorbereitungsplanes für die Betriebsratswahl 1975'. Ausgeheckt von der CDU/CSU-Spitze in Zusammenarbeit mit Vertretern der großen Konzerne soll die CDA - Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft - benutzt werden, die Gewerkschaften und die Betriebsbelegschaften zu spalten, um sie so besser vor den Karren der Unternehmer spannen zu können. Damit dieses Werk gelinge, kündigten die CDU-Bosse Kohl und Biedenkopf auf einer Betriebsrätetagung der CDU-Sozialausschüsse an, vor allem durch - wie es wörtlich heißt - 'beträchtliche finanzielle Mittel'. In dem uns vorliegenden Vorbereitungsplan heißt es auf Seite 4 unter: '6. Betriebsbesuche. a) Durch die Bundesspitze der CDU. Wie auf Anforderung durch die Bundesgeschäftsstelle bereits im Januar 1974 vorgelegt, muß der Betriebsratswahlkampf durch Betriebsbesuche der Bundesspitze der CDU unterstützt werden. Diese Betriebsbesuche werden die Betriebsratskandidaten unterstützen und sollten vor allem in Branchenbereichen durchgeführt werden, die von der allgemeinen schlechten Wirtschaftslage besonders betroffen sind.'

Einer dieser 'Besuche' hat bereits stattgefunden. 'Heiße Eisen' ist darüber informiert, daß vor kurzem zwei CDU-Funktionäre - ein CDU-MdB und ein CDU-Ratsmitglied aus Dortmund - Mitglieder des Betriebsrates auf der 'Westfalenhütte', die gleichzeitig Funktionäre der SPD-Betriebsgruppe sind, besuchten. Sie verlangten, daß Vertreter der CDA 'aussichtsreiche Plätze' auf der Liste der IG Metall zu den Betriebsratswahlen bekommen. CDU-Katzer hatte auf der erwähnten Tagung der CDU-Sozialausschüsse den Gewerkschaften ein Ultimatum gestellt: Entweder bekommen die Leute der CDU-Sozialausschüsse aussichtsreiche Plätze auf den Einheitslisten oder es werden eigene Listen aufgestellt. Diesen Erpressungsversuch sollten alle Kollegen zurückweisen. Es darf niemandem gestattet werden, die Prinzipien der Einheitsgewerkschaft, die aus den bitteren Erfahrungen des Kampfes gegen den Hitler-Faschismus geboren wurden, anzutasten. Im Gegensatz zur CDU/CSU ist die Deutsche Kommunistische Partei nicht der Meinung, daß das Parteibuch bei der Aufstellung der Betriebsratslisten entscheiden darf, sondern allein die gezeigte Aktivität und das vertrauen der Kollegen. Die DKP vertritt den Standpunkt, daß darüber allein die Belegschaft und der Vertrauensleutekörper der IG Metall zu befinden hat."

Enthalten ist noch folgender Kasten:"
Ohne Genehmigung des Vorstands veröffentlichen wir die letzte Punktetabelle

Punkttabelle ab 16.10.1974 Festl. 694 Pkt.W. 11, 06
8 782 22 937 32 1048
10 805 23 948 33 1059
12,5 832 24 959 34 1070
15 860 25 971 35 1081
16 871 26 982 36 1092
17 882 27 993 37 1103
18 893 28 1004 38 1114
19 904 29 1015 41 1147
20 915 30 1026 43 1170
21 926 31 1037 47 1214

Spätarbeit:
Sonntag - Freitag 12, 5% 89
Samstag 25% 177

Nachtarbeit:
Sonntag - Freitag 20% 142
Samstag 50% + 20% 142
Samstag 6 - 14 Uhr 15% 106"

Weitere Artikel sind:
- "Parkplatzproblem weiter ungelöst!";
- "Herbstzeit" zur fehlenden Toilette im Stahlwerk II;
- "Gefahren mit der Prämienentlohnung"; sowie
- "Kommunisten ins Rathaus" zu den Kommunal- und Landtagswahlen (KW/LTW) am 4.5.1975.

Berichtet wird vom VLK:"
Parlament der Hütte

So nannte der verstorbene Arbeitsdirektor Alfed Berndsen den gewerkschaftlichen Vertrauenskörper der Westfalenhütte. Der Vertrauensleutevorstand hat nun einstimmig beschlossen, diesem gewerkschaftlichem 'Parlament' auf der Westfalenhütte vorzuschlagen, die Reihenfolge der Kandidaten auf der IG Metall-Liste zu den Betriebsratswahlen durch Abstimmung in einer Vertrauensleute-Vollversammlung zu bestimmen."
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 23; Heisse Eisen CDU versucht zu erpresse - Spalter zurückweisen!, Dortmund O. J. (1974)

Januar 1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP eine datierte sowie vermutlich eine weitere undatierte Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. Dez. 1974, 15.2.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen zwei Ausgaben, Dortmund Jan. 1975 bzw. O. J. (1975)

15.02.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 2 (vgl. Jan. 1975, 21.2.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 2, Dortmund 15.2.1975

21.02.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 3 (vgl. 15.2.1975, 28.2.1975) heraus mit dem Leitartikel "Belohnung für Breitbandkollegen Zwangsurlaub!".

Weitere Artikel sind:
- "Fast 3 000 Unterschriften gegen Monatspauschale" auf der Westfalenhütte;
- "Hoesch's fünftes Bein!" zum Aluminiumgeschäft;
- "Weg mit dem Paragraphen 218!"; sowie
- "Kollegen und Kandidaten zur wahl '75" zu den Kommunal- (KW) bzw. Landtagswahlen (LTW).

Eingeladen wird zur Marxistischen Arbeiterbildung (MAB).
Q: Heisse Eisen Nr. 3, Dortmund 21.2.1975

28.02.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 4 (vgl. 21.2.1975, 7.3.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 4, Dortmund 28.2.1975

07.03.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 5 (vgl. 28.2.1975, 10.3.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 5, Dortmund 7.3.1975

10.03.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche eine auf März datierte Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 7.3.1975, 20.3.1975) heraus, bei der es sich vermutlich um die Nr. 6 handelt.
Q: Heisse Eisen, Dortmund März 1975

20.03.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 7 (vgl. 10.3.1975, 27.3.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 7, Dortmund 20.3.1975

27.03.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 8 (vgl. 20.3.1975, 7.4.1975) heraus. Auf der Titelseite heißt es:"
BELEGSCHAFTSVERSAMMLUNGEN: ZUCKERBROT UND PEITSCHE

Auf den Belegschaftsversammlungen der Westfalenhütte und des Werkes Phoenix stellte der Vorstandsvorsitzende der Hoesch Hüttenwerke AG Schmitthals sein eindrucksvolles Talent als Imker zur Schau! In einer vor Honig triefenden Rede lobte er die Belegschaft für ihre vollbrachten Leistungen im Jahre 1974, die dem Unternehmen einen Supergewinn gebracht haben. Die Produktionssteigerungen in den einzelnen Bereichen lagen zwischen 6% bei Rohstahl und gingen bis 80% bei der Verzinnung. Diese riesige Produktionssteigerung und eine Preissteigerung von Stahlerzeugnissen um über 15% (die Schmitthals allerdings nicht erwähnte) verbesserte die Hoesch-Gewinne gegenüber 1973 um über 50%. Die Lohnsumme pro Tonne Stahl ist gegenüber dem Erlös um 36% zurückgegangen. Die sogenannte Rohstoffkrise so mußte Schmitthals zugestehen, ist gerade bei den Rohstoffen Erz und Hüttenkoks nichts anderes als die Verschiebung der Profite von der linken in die rechte Hosentasche des Hoesch/Estel-Konzerns. Denn durch Beteiligungen an Erzgruben in aller Welt und an der Ruhrkohle AG (RAG - IGBE-Bereich, d.Vf.) sind die dort auftretenden höheren Preise gleichzeitig wieder Gewinne für Hoesch/Estel, es bleibt alles in der Familie.

Nach der großen Einleitung ging Schmitthals natürlich auf die gegenwärtige Situation der Produktionseinschränkungen ein, dort spielten die Kollegen, die vorher noch gelobt worden waren, keine Rolle mehr. Da redete er von verengten Märkten, da nehmen wir einen Ofen heraus, da werden Schichten gestrichen, daß aber mit all diesen Maßnahmen bei den Kollegen finanzielle Einbußen von mehreren hundert Mark verbunden sind, davon sprach er nicht.

In seinem Redebeitrag machte der Kollege Nass deutlich, daß das Gesellschaftssystem der BRD grundsätzlich diese Krisen erzeugt und die arbeitende Bevölkerung sie bezahlen muß. So wie es bei Hoesch zu sehen ist. Denn die Kollegen, die im letzten Jahr noch Rekorde produziert und Supergewinnen erwirtschaftet haben, " fortgeführt wird der Artikel auf der nächsten Seite, die uns derzeit nicht vorliegt.

Enthalten ist noch folgender Kasten zu den BRW:"
WESTFALENHÜTTE - PHOENIX - UNION: IG-METALL EINHEITSLISTE

Die Belegschaften der drei Hoesch-Hüttenwerke haben sich mit großer Einmütigkeit und in ihrem eigenen Interesse zu dem Prinzip bekannt:
EIN BETRIEB, EINE GEWERKSCHAFT, EINE IG METALL-LISTE BEI DER BETRIEBSRATSWAHL!

Allein bei der 'Westfalenhütte' wurden mit der vom Vertrauensleutekörper eingereichten IG-Metall-Liste 5 308 Unterschriften für diese Liste eingereicht.

Die Redaktion von 'Heiße Eisen' beglückwünscht die Belegschaften zu dieser richtigen Entscheidung."
Q: Heisse Eisen Nr. 8, Dortmund 27.3.1975; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 25

07.04.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 27.3.1975, 17.4.1975) heraus, in denen es u.a. heißt:"
MÜSSEN MIETEN FÜR WERKSWOHNUNGEN STEIGEN?
KANN DIE PREISTREIBEREI GESTOPPT WERDEN?
HAT DIE JUGEND BEI EISEN UND STAHL EINE ZUKUNFT?

Diese und andere Fragen bewegen viele Stahl- und Metallarbeiter und ihre Familien.

Diese und andere Fragen bewegen die Auszubildenden und die Schulabgänger 1975.

Diese und andere Fragen werden von Stahl- und Metallarbeitern, von Betriebsräten, von Jugendvertretern, die für die DKP zur Landtags- und Kommunalwahl kandidieren beantwortet.

AUF DEM STAHL- UND METALLARBEITERFORM DER DKP IN DORTMUND-HÖRDE SAMSTAG, 12. APRIL 1975, 10 UHR 30 GEWERKSCHAFTSHAUS, BOLLWERKSTR.11

Es wird ein Forum der offenen Aussprache. Ein Forum, auf dem der Vorsitzende der DKP, HERBERT MIES, und der Bezirksvorsitzende der DKP Ruhr-Westfalen, MANFRED KAPLUCK, Rede und Antwort stehen - gemeinsam mit den Kollegen aus dem Betrieb, die die Interessen der Kollegen konsequent und unbestechlich vertreten. Genauso werden sie es auch in den Parlamenten halten.

WIE KOMMT MAN ZUM STAHL- UND METALLARBEITER-FORUM?"
Q: Heisse Eisen Müssen Mieten für Werkswohnungen steigen?, Dortmund O. J. (1975); DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

17.04.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 11 (vgl. 7.4.1975, 24.4.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 11, Dortmund 17.4.1975

24.04.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 12 (vgl. 17.4.1975, 1.5.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 12, Dortmund 24.4.1975

01.05.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 13 (vgl. 24.4.1975, 28.5.1975) heraus.

Spätestens in dieser*Ausgabe erscheint auch der folgende Beitrag, von dem uns bisher nur Teile in Form eines Faksimiles vorlagen:"
KOLLEGEN UND KANDIDATEN ZUR WAHL 1975

WILLI HOFFMEISTER
Hüttenarbeiter
Dortmund-Derne
Liethschulteweg 12

HEISSE EISEN:
Kollege Hoffmeister, Du kandidierst für das Stadtparlament im Wahlkreis 1, also dort, wo auch ein Großteil Deiner Kollegen von der Hütte wohnt.

WILLI HOFFMEISTER:
Als Kandidat der DKP und Hüttenarbeiter ist es für mich selbstverständlich, daß die Probleme meiner Kollegen und ihrer Familien nicht begrenzt sind auf den Arbeitsplatz. Gerade im Wohnbereich gibt es viele Probleme, die Arbeits- und Wohnbereich betreffen.

HEISSE EISEN:
Welche besonders?

WILLI HOFFMEISTER:
Zum Beispiel das einfache Problem, vom Hafen mit öffentlichen Verkehrsmittel zur Hütte zu kommen. Eine Ent-", hier bricht unsere Vorlage ab und geht in der nächsten Spalte weiter:"
WILLI HOFFMEISTER:
Genau. Sehen wir doch auch einmal die Strompreise der VEW. Ein Unternehmen, in dem die Kommunen entscheidenden Einfluß haben. So ist z.B. der Dortmunder OB, Oberbürgermeister Samtlebe, Mitglied des Aufsichtsrates. Dieses Unternehmen gibt aber den Großabnehmern Sonderrabatte und wälzt die Kosten auf die vielnen einzelnen Stromkunden ab.

HEISSE EISEN:
Wie zum Beispiel?

WILLI HOFFMEISTER:
Großkonzerne zahlen bei VEW für die Kilowattstunde 3 (drei) Pfennig, die Haushalte zahlen zwischen 8 und 12 Pfennig. Außerdem wird durch das Kohleverstromungsgesetz ein sog. Kohlepfennig auf jede verbrauchte Kilowattstunde aufgeschlagen, den die Haushalte bezahlen müssen und der allein den Konzernen in die Tasche fließt!

HEISSE EISEN:
Das heißt, dem Bergbau (IGBE-Bereich, d.Vf.)!

WILLI HOFFMEISTER:
Nicht nur dem Bergbau - die Stahlkonzerne sind größtenteils an der Ruhrkohle AG (RAG, d.Vf.) beteiligt. Sie haben jahrelang an den Stillegungsprämien für den Bergbau verdient, jetzt bekommen sie neue Subventionen. Verstromungsgesetz und Billigtarife machen die Taschen der Konzerne dick und randvoll - der kleine Mann muß bezahlen.

Diese Politik gegen die arbeitende Bevölkerung wird auch in den Parlamenten bestimmt. Der Öffentlichkeit dieses 'Spiel' bewußt zu machen und konzernorientierte Politik zu verhindern, ist eine Aufgabe, die sich die DKP gestellt hat und die ich als ihr Kandidat voll vertrete."
Q: Heisse Eisen Nr. 13, Dortmund 1.5.1975; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 22

28.05.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 14 (vgl. 1.5.1975, Juni 1975) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 14, Dortmund 28.5.1975

03.07.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 15 (vgl. 28.5.1975, 15.7.1975) heraus mit dem Leitartikel "Das Jubiläum und die Krise".

Weitere Artikel sind:
- "Vertrauensleute beschließen Produktionserhöhung" zur DDR;
- "Das war der Arbeiterzug '75 - Tolle Stimmung und ein überwältigender Empfang" in der Sowjetunion; sowie
- "Nach den Wahlen heißt es zahlen!" zu den Landtagswahlen (LTW).
Q: Heisse Eisen Nr. 15, Dortmund 3.7.1975

15.07.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 16 (vgl. Juni 1975, 28.8.1975) heraus, die uns bisher leider nur als Faksimile eines Teiles der Titelseite vorlag:"
JEDER 20. ANGESTELLTE VOR DER ENTLASSUNG!

In einer geheimen Kommandosache hat der Vorstand die einzelnen Betriebsbereiche angewiesen, im Zuge der 'wirtschaftlichen Anpassung' Möglichkeiten der Arbeitsplatzeinsparung bei den Angestellten zu überprüfen. Im Bereich der MER-Betriebe Haas soll jeder 20. Angestelltenarbeitsplatz gestrichen werden. Diese sogenannte Anpassung an die wirtschaftliche Lage soll eindeutig dazu benutzt werden, eine Säuberungsaktion in der Belegschaft durchzuführen.

Unmißverständlich kann man daraus schließen, daß diese Aktion der Arbeitsplatzeinsparung auch auf die Arbeiterkollegen ausgedehnt werden. Wobei die wirt-", hier bricht unsere Vorlage leider zunächst ab. Weiter heißt es in der nächsten Spalte:"
Hier wird also mit massivem Entlassungsdruck versucht, die unter die Mitbestimmung fallenden Umbesetzungen und Neuorganisation einzelner Bereiche nach dem Willen des Vorstandes durchzusetzen. Denn jeder weiß, daß die Belegschaftsstärke trotz Auftragsmangel in keiner Weise den Bedürfnissen entspricht. Die chronische Unterbelegschaft", hier bricht unsere Vorlage wiederum ab. Enthalten ist noch ein Kasten, in dem es heißt: "
Wie 'Heiße Eisen' kurz vor Redaktionsschluß bekannt wurde, sind die Entlassungsvorschläge des Vorstandes schon weiter geplant als angenommen".
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 14

28.08.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 17 (vgl. 15.7.1975, Sept. 1975) heraus mit dem Leitartikel "Der Faschismus darf nicht durchkommen! Solidaritätsadresse von über 100 Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionären des Ruhrgebiets an Intersindical" zu Portugal.

Weitere Artikel sind:
- "In Portugal erlebt";
- "Den Lohnkampf eröffnen!" zur Stahltarifrunde (STR);
- "Kollegen stellen Forderungen" zur STR im SM Werk 2 der Westfalenhütte;
- "Einkommensverluste ausgleichen!";
- "Auch aus dem FK Lohnforderungen"; sowie
- "Versammlung der Auszubildenden".

Aufgerufen wird zum 'UZ'-Pressefest (vgl. 20.9.1975).
Q: Heisse Eisen Nr. 17, Dortmund 28.8.1975; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 21

September 1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich im September ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 28.8.1975, 3.11.1975) zum 'UZ'-Pressefest (vgl. 20.9.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund O. J. (1975)

03.11.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Sept. 1975, 6.11.1975) zur bundesweiten Demonstration gegen Jugendarbeitslosigkeit (vgl. 8.11.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund O. J. (1975)

06.11.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 22 (vgl. 3.11.1975, 10.11.1975) heraus, in denen es u.a. heißt:"
SAG, WO DIE PROFITE SIND…

Von Dr. Schmitthals' Zuckerbrot der letzten Belegschaftsversammlung ist nichts übriggeblieben."
Q: Heisse Eisen Nr. 22, Dortmund 6.11.1975; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

10.11.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 6.11.1975, 17.12.1975) heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile der Titelseite vorlag, auf dem ein Teil der 'UZ' Berichterstattung (vgl. **.11.1975) über die Jugendarbeitsloigkeitsdemonstration in Dortmund nachgedruckt wird. Enthalten ist noch ein Foto, zu dem es heißt:"
Seite an Seite mit den jungen Kollegen demonstrierten zahlreiche ältere Kollegen.
Unter ihnen von der Westfalenhütte u.a.: 2. v. links Willi Hoffmeister, 5. v. l. Erich Wetzel, 7. v. l. Rüdiger Raguse, 9. v. l. Hans Kaiser, ganz rechts K. H. Vernholz."
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 24

17.12.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 24 (vgl. 10.11.1975, 29.12.1975) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 24, Dortmund 17.12.1975

29.12.1975:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 17.12.1975, 15.1.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Extrablatt, Dortmund O. J. (1975)

15.01.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 1 (vgl. 29.12.1975, 29.1.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 1, Dortmund 15.1.1976

29.01.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 2 (vgl. 15.1.1976, 19.2.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 2, Dortmund 29.1.1976

19.02.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 3 (vgl. 29.1.1976, 11.3.1976) heraus:"
ANGRIFF AUF RICHTBELEGSCHAFT"
Q: Heisse Eisen Nr. 3, Dortmund 19.2.1976; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

11.03.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 4 (vgl. 19.2.1976, 29.3.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 4, Dortmund 11.3.1976

29.03.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 11.3.1976, 1.4.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund O. J. (1976)

01.04.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 5/6 (vgl. 29.3.1976, 1.5.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 5/6, Dortmund 1.4.1976

01.05.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 7 (vgl. 1.4.1976, 3.6.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 7, Dortmund 1.5.1976

03.06.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 8 (vgl. 1.5.1976, 24.6.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 8, Dortmund 3.6.1976

24.06.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 9 (vgl. 3.6.1976, Juli 1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 9, Dortmund 24.6.1976

15.07.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 10 (vgl. 24.6.1976, 12.8.1976) heraus mit dem Leitartikel "Die Forderungen liegen auf dem Tisch" zur Lohnstruktur.

Weitere Artikel sind:
- "Schmidt: Gegen Nachschlag";
- "Hitzeschlacht" mit der Forderung nach Hitzepause und Hitzezuschlag;
- "Hoesch-Betriebsrat: Mehr Lohn" aus der 'UZ';
- "Winnetou's Erben oder Es stinkt zum Himmel" zur Umweltverschmutzung; sowie
- "Das ist die Freiheit, die ich meine" von dem Kandidaten zur Bundestagswahl (BTW), Otto Meyerling.
Q: Heisse Eisen Nr. 10, Dortmund 15.7.1976

12.08.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' erstmals als Nr. 11 (vgl. Juli 1976, 25.8.1976) heraus mit dem Leitartikel "Vorstand reizt Hüttenwerker" zur innerbetrieblichen Lohnerhöhung.

Weitere Artikel sind:
- "Im Mittelpunkt steht der Mensch - aber gewirtschaftet wird für den Profit";
- "Zur Information" mit der Entschließung der Vertrauensleutevollversammlung von Phönix zur Stahltarifrunde (STR);
- "Das Allerletzte" zur 'Bild'-Zeitung;
- "Achtung: Rationalisierungswelle rollt weiter!"; sowie
- "Prüft wer auf eurer Seite steht!" zu den 10 Prüfsteinen des DGB zu den Bundestagswahlen (BTW).

Vorgestellt werden "Dortmunder DKP-Kandidaten zur Bundestagswahl" (BTW).
Q: Heisse Eisen Nr. 11, Dortmund 12.8.1976

25.08.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP erneut ihre 'Heisse Eisen' als Nr. 11 (vgl. 12.8.1976, 9.9.1976) heraus mit dem Leitartikel "Bundeswehr berät Hoesch! Bosse holen Rat von Nato-General. Demnächst 'Zack-Zack' Methoden?".

Weitere Artikel sind:
- "Verschärfte Angriffe auf Arbeitsplätze";
- "OP-Maßnahme Nr. 66/1976-1978" zur Rationalisierung im Lager- und Walzenbau in den Kaltwalzwerken der Westfalenhütte;
- "Subunternehmer - Blitzableiter für Hoesch?";
- "Sklavenhändler - Leckerbissen für Hoesch" zu den Leiharbeitern;
- "Lohnerhöhungen - die keine sind!"; sowie
- ein Artikel von Werner Groß, DKP-Kandidat zur Bundestagswahl (BTW) zur Arbeitsloisgkeit.

Eingeladen wird zum Großen Kinder- und Volksfest in der Gesamtschule Scharnhorst am 28.8.1976 und zum Skatturnier am 29.8.1976.
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

Heisse Eisen Nr. 11, Dortmund 25.8.1976

09.09.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 25.8.1976, 16.9.1976) heraus mit dem Leitartikel "Lohnrunde 76/77 Klöckner-Hütte Bremen stellt Forderung auf" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Forderung der Jugendvertretung";
- "Tödlicher Unfall" im SM Werk 2 der Westfalenhütte;
- "Diäten gehen auf wie Hefe";
- "Die Arbeitsplätze in P 4 wackeln";
- "Linde-Konzern Unterstützung für Kohl. Millionärin Ursula M. trommelt für die CDU";
- "Sklavenhändler Plüschmann abgewiesen";
- "'Seltsames und Ungeheuerliches'" zum Auszubildenden-Ausschuß;
- "Große Ungewißheit im Oxygen-Werk! Endlich Geheimpläne auf den Tisch!"; sowie
- "Liebe Wählerinnen und Wähler" von Max Heitland, DKP-Kandidat zur Bundestagswahl (BTW).
Q: Heisse Eisen Lohnrunde 76/77 Klöckner-Hütte Bremen stellt Forderung auf, Dortmund 9.9.1976

16.09.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 14 (vgl. 9.9.1976, 22.9.1976) heraus mit dem Leitartikel "Weitere OP-Maßnahmen geplant! Hunderte Arbeitsplätze in Gefahr!" zur Rationalisierung bei der Eisenbahn.

Weitere Artikel sind:
- "Teilbelegschaftsversammlung in P 4";
- "Schuldfrage - oder" zur Teilbelegschaftsversammlung der Feineisenstraße (P 4) der Westfalenhütte;
- "in 250 Jahren ein Vermögen";
- "Schleyer und Biedenkopf - Hand in Hand gegen DGB-Funktionäre";
- "Neues aus der Tarifrunde 76/77" zur Stahltarifrunde (STR); sowie
- "Nicht Krähen - Adler wählen" von Rolf-Jürgen Priemer, DKP-Kandidat zur Bundestagswahl (BTW).

Eingeladen wird zur Polit-Revue der DKP am 30.9.1976 in der Gesamtschule Scharnhorst.
Q: Heisse Eisen Nr. 14, Dortmund 16.9.1976

22.09.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 15 (vgl. 9.9.1976, 27.9.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 15, Dortmund 22.9.1976

27.09.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP spätestens in dieser Woche eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 22.9.1976, 30.9.1972) heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile der Titelseite vorlag:"
ARBEITER IN DEN BUNDESTAG!

Damit endlich frischer Wind ins Bonner Parlament kommt, ist es notwendig, am 3. Oktober die DKP und ihre Kandidaten zu wählen. Denn die Kandidaten der DKP kommen aus den Betrieben und jeder Kollege weiß, daß sie sich innerhalb und außerhalb des Betriebes einzig und allein für die Interessen der Arbeiter, der Angestellten und der Jugend gegen das große Kapital einsetzen.

Der alte Arbeiterspruch: 'Schaut nicht auf den Mund und das Wortgeklingel sondern auf die Hände und Taten', kann von allen Kollegen auf jeden DKP-Kandidaten angewandt werden."

Zu einem Bild von drei Kandidaten heißt es:"
DORTMUNDER DKP-KANDIDATEN ZUR BUNDESTAGSWAHL

Diese drei Arbeiter kandidieren in den Dortmunder Wahlkreisen für die DKP zum Bundestag:
Von links nach rechts: Rolf-Jürgen Priemer, 36 Jahre, 46 Do 1, Liebigstr.9, Wahlkreis 116 Do., Otto Meyerling, Maschinist, 50 Jahre, 46 Do. 30 Binsengarten 4, Wahlkreis 114 Do. I, Wernerg Groß, Schlosser, 48 Jahre, 46 Do. Max Brandes Str. 1, Wahlkreis 115 Do. II"

Weiter heißt es:"
Deshalb empfehlen wir, die Mitglieder der DKP-Betriebsgruppen bei den Hoesch-Hüttenwerken, unseren Kollegen folgende Kandidaten:
- Otto Meyerling, Maschinist auf dem Werk Phoenix
- Werner Groß, Schlosser und früher Kranfahrer auf der Westfalenhütte
- Rolf-Jürgen Priemer, Schriftsetzer und langjähriger Vorsitzender der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)

Diesen Kandidaten und ihrer Partei, der DKP, kann man vertrauen. Deshalb am 3. Oktober beide Stimmen der DKP!

AM 3. OKT.: DIE STIMME DER DKP"
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968- 1978, Dortmund O. J. (1978), S. 22

30.09.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 16 (vgl. 27.9.1976, 14.10.1976) heraus.
Q: Heisse Eisen Nr. 16, Dortmund 30.9.1976

14.10.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr. 17 (vgl. 30.9.1976, 25.10.1976) heraus mit dem Leitartikel "1000 mal ja für 11 Prozent!" zur Vertrauensleuteversammlung am 12.10.1976 zur Stahltarifrunde (STR).

Es erscheint auch der Artikel "Bottrop, Gladbeck, Nordhorn, Göttingen, Oldenburg: DKP hat jetzt in 25 Städten Abgeordnete" zu den Bundestagswahlen (BTW).

Angekündigt wird der "DKP-Preisstopp-Verkauf" am 15. und 16.10.1976.
Q: Heisse Eisen Nr. 17, Dortmund 14.10.1976

25.10.1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein Extrablatt "8,5 Prozent - heftig umstritten" ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 14.10.1976, Dez. 1976) zur Stahltarifrunde (STR) heraus.
Q: Heisse Eisen Extrablatt 8,5 Prozent - heftig umstritten, Dortmund Okt. 1976

Dezember 1976:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 14.10.1976, 20.1.1977) heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile der Titelseite vorlag:"
BILANZ 1976

Wenn Hoesch Bilanz zieht, lachen die Aktionäre.
'Durchwachsen', wie der Vorstandsvorsitzende Kettler sagt, aber durchwachsen wie Speck, in dem die Aktionäre die Maden sind, die sich fett gefressen haben.

Die Bilanz der Kollegen sieht anders aus. Reallohnverluste von mindestens 3% waren für das Jahr 1976 vorprogrammiert und der neue Tarifvertrag sowie die Kurzarbeit im Januar und Februar bedeuten rote Zahlen für alle Kollegen.

Wenn 'Heiße Eisen' Bilanz zieht, dann darüber, ob die Betriebsgruppen der DKP die Kolleginnen und Kollegen von Hoesch schnellstens, umfassend und vom Arbeiterstandpunkt aus informiert haben.

Über dreißig mal wurde 'Heiße Eisen' vor den Werkstoren verteilt, um die Kollegen zu informieren. Man müßte die Überschriften aufschreiben, um zu zeigen, welche Probleme für die Kollegen auf der Tagesordnung standen: 'Werkschutz in Aktion', 'Bundeswehr berät Hoesch', 'Mücken müssen kommen', 'Betriebsurlaub' etc.

Diese wenigen Schlagzeilen machen deutlich, was immer noch und nicht nur in Wahlzeiten auf der Tagesordnung steht. Denn auch das war in diesem Jahr: Bundestagswahlen. In Blättern und Informationen auf Hochglanzpapier wurde viel versprochen. Am 3. Oktober war der Spuk vorbei.

Die 'Vierjahres-Aktiven' der Parteien hatten zugeschlagen. Motzer, die sonst über 'Heiße Eisen' herzogen, standen nun selbst da wie Weihnachtsmänner und boten ihre Wahlversprechen an. Sie sind verschwunden; nur, die Rechnung für diese Versprechen dürfen jetzt alle zahlen: Sozialabbau, Steuererhöhung, Lohndiktat etc.

Jetzt stehen die 'Heiße Eisen'-Verteiler wieder alleine vor dem Tor. Ihnen gilt dank, nicht nur von der DKP-Betriebsgruppe, sondern auch von vielen Kollegen.

'Heiße Eisen' regt auf, besonders jene, die gerne manches unter den Tisch fallen lassen wollen. 'Heiße Eisen' regt sogar jene auf, die an und für sich ein Interesse an der Information der Belegschaft haben müßten.

Da veröffentlichte 'Heiße Eisen' die Lohnforderungen der Klöckner-Kollegen zur Tarifrunde (STR, d.Vf.). Dadurch fühlte sich kein geringerer als der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Kollege Werner Dietreich, berufen, für", hier bricht unsere Vorlage leider ab. Es findet sich noch eine Einladung zum Sylvesterball der 'Heiße Eisen' (vgl. 31.12.1976).
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 30

20.01.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP eventuell heute eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. Dez. 1976, Apr. 1977) heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile eines Teils der Titelseite vorlag:"
MAX REIMANN VERSTORBEN

Am 18. Januar 1977 verstarb in Düsseldorf Max Reimann, Ehrenpräsident der Deutschen Kommunistischen Partei, Mitglied des Präsidiums und des Parteivorstandes der Deutschen Kommunistischen Partei.

STATIONEN EINES KÄMPFERISCHEN LEBENS

Das ganze Leben Max Reimanns, der bis in seine letzten Stunden an der Arbeit seiner Partei, an den Kämpfen der Arbeiterbewegung Anteil nahm, widerspiegelt ein Stück Geschichte unseres Landes.

Er wurde am 31. Oktober 1898 als Sohn eines Arbeiters in Elbing geboren, arbeitete von 1912 bis 1916 als Nietenwärmer und Nieter auf der Schichau-Werft in Elbing und wurde 1915 Jugendleiter des Metallarbeiterverbandes am selben Ort.

In den Jahren des ersten Weltkrieges nimmt er dort auch an der Arbeit des Spartakusbundes teil und wird 'wegen spartakistischer Umtriebe' zu einem Jahr Festungshaft verurteilt. Im Königsberger Festungsgefängnis Vorstein wird er Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands.

In den zwanziger Jahren arbeitete Max Reimann als Bergarbeiter auf der Zeche 'Westfalen' in Ahlen, ist als Gewerkschaftsfunktionär auf Orts- und Unterbezirksebene tätig und nimmt teil an den bewaffneten Kämpfen im Ruhrgebiet zur Abwehr des Kapp-Putsches. Von 1929 bis 1932 ist Max Reimann Unterbezirkssekretär der KPD". Hier bricht unsere Vorlage ab. Enthalten ist noch ein Aufruf der DKP Dortmund (vgl. 22.1.1977) zur Teilnahme an der Beerdigung.
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 22

April 1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 26.3.1977, 9.5.1977) heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile eines Teils der Titelseite vorlag, auf dem lediglich ein Teil der Schlagzeile zu lesen war, der '100 Prozent' lautet.
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 32

09.05.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Apr. 1977, 16.5.1977) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel:"
Arbeitsplatzkiller - Millionengewinner

Einsparungen von 100 bis 120 Millionen DM sind vom Hoesch Vorstand schon vorprogrammiert. Dahinter steht eine planmäßige Vernichtung von hunderten Arbeitsplätzen, die ersatzlos gestrichen sind und auch in einem 'neuen Aufschwung' nicht wieder besetzt werden sollen. Rationalisierungen und extreme Belastungen der Kollegen machen diesen Extraprofit für Hoesch auf Kosten der Kollegen möglich.

Die Stahlkocher werden abgekocht, wie ein Suppenhuhn, wobei die Konzerne das Fett abschöpfen. In einer Stahlarbeiterberatung der DKP (vgl. **.*.1977, d.Vf.) an der Kollegen aus sämtlichen Hüttenwerken an Rhein und Ruhr sowie von Klöckner Bremen teilnahmen wurde deutlich, daß überall die gleichen Methoden angewendet werden. Hier wurde deutlich, daß die Belegschaften in der Stahlindustrie in den nächsten Jahren um 30% abgebaut werden sollen. Aber hier wurde ebenso deutlich, daß bei einem geschlossenen Kampf der Kollegen und ihrer Gewerkschaft die Krise in der Stahlindustrie mit einem einheitlichen Gegenkonzept gegen die Stahlbosse verhindert" werden kann.

Weitere Artikel sind:
- ein Leserbrief zur Kurzarbeit nebst Antwort;
- ein Artikel von Otto Meyerling zur Buchwoche mit dem Hinweis auf den Buchladen Buch International, Königswall 22; sowie
- "Greif zum Buch, Kumpel!" zur Woche des Buches vom 9. bis 21.5.1977.

Eingeladen wird zum 'UZ'-Volksfest vom 1. bis 3.7.1977 in Recklinghausen.
Q: Heisse Eisen Arbeitsplatzkiller - Millionengewinner, Dortmund Mai 1977; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

16.05.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Apr. 1977, Juni 1977) vermutlich in dieser Woche als Extrablatt "21. Mai in Essen Demonstration für die Arbeitsplatzsicherung" bzw. für Frieden heraus.

Angekündigt wird: "Abrüstungsstafette Helsinki - Belgrad - am 13. Mai in Dortmund.
Q: Heisse Eisen Extrablatt 21. Mai in Essen Demonstration für die Arbeitsplatzsicherung, Dortmund Mai 1977

27.06.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 16.5.1977, 1.7.1977) für Juni/Juli vermutlich Anfang dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Staatsanwalt eingeschaltet" wegen Verletzung des Fernmeldegeheimnisses durch Hoesch.

Weitere Artikel sind:
- Leserbriefe von 4 Kollegen des SM 2 zu den Dienstwagen;
- "Interviews Reiseeindrücke Mitteilungen" vom Arbeiterzug '77 durch die Sowjetunion; sowie
- "'Heisse Eisen' hat gelogen!" zu den Entlassungen.
Q: Heisse Eisen Staatsanwalt eingeschaltet, Dortmund Juni/Juli 1977

01.07.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 27.6.1977, 15.8.1977) für Juni/Juli vermutlich Ende dieser Woche heraus unter der Schlagzeile "8 gute Gründe zum UZ-Volksfest '77 nach Recklinghausen zu fahren!" und der Einladung dazu sowie den Abfahrtszeiten der Busse aus Dortmund.
Q: Heisse Eisen 8 gute Gründe zum UZ-Volksfest '77 nach Recklinghausen zu fahren!, Dortmund Juni/Juli 1977

15.08.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 1.7.1977, 5.9.1977) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Erneut Angriffe auf Arbeitsplätze" zu den M-Bereichen der Westfalenhütte.

Weitere Artikel sind:
- "Der große Werksrentenbetrug";
- "Jupp, sechte Atze" zum Krankfeiern;
- "Präsident Carters unmenschlicher Plan muß vom Tisch: Die Neutronenbombe darf nicht in die Bundesrepublik"; sowie
- "Gesundheit ist keine Privatsache" zum Krankenversicherungskostendämpfungsgesetz (KVKDG).

Eingeladen wird zum Scharnhorster Kinder- und Volksfest am 20./21.8.1977 in der Gesamtschule.
Q: Heisse Eisen Erneut Angriffe auf Arbeitsplätze, Dortmund Aug. 1977; DKP-KV Dortmund: Hoesch - Nicht nur ein Name für Stahl, Dortmund O. J. (1977), S. 62

05.09.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 15.8.1977, 1977) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Hochöfner wehren sich!" zu den Verhandlungen über die Richtbelegschaften auf Phönix, wozu eine halbe Stunde gestreikt wurde.

Weitere Artikel sind:
- "Mehr als zehntausend Arbeitsplätze vernichtet!" bei Hoesch Dortmund in den letzten 16 Jahren;
- "Tarifrunde '77. Die Rechnung vom letzten Jahr ist noch offen!" zur Stahltarifrunde (STR); sowie
- "15 000 Menschen auf der Großkundgebung der IG Metall. Bremen: Machtvolle Aktionen für das Recht auf Arbeit" (vgl. 25.8.1977) aus der 'UZ'.
Q: Heisse Eisen Hochöfner wehren sich!, Dortmund Sept. 1977; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 31;DKP-KV Dortmund: Hoesch - Nicht nur ein Name für Stahl, Dortmund O. J. (1977), S. 62

26.09.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Aug. 1977, 2.10.1977) Nr. 16 vermutlich in dieser Woche heraus unter der Schlagzeile:"
Tarifrunde 1977 11 Bis 15% notwendig!" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Kurz notiert!";
- eine Stellenanzeige des VEG IMO Merseburg, DDR, für Schulabgänger,
- "Zweimal Einkommenssicherung 1. Für die Dicken 2. Für die Kleinen" zur Abfindung von Minister Friderichs und zum Lohnrahmentarifvertrag (LRTV);
- "Was an der Saar richtig ist, ist auch gut für die Ruhr" zur Forderung nach Verstaatlichung des Neunkirchener Eisenwerks; sowie
- "Erste Zwischenbilanz des 12. IG-Metall-Kongresses".
Q: Heisse Eisen Nr. 16, Dortmund Sept. 1977; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 31;DKP-KV Dortmund: Hoesch - Nicht nur ein Name für Stahl, Dortmund O. J. (1977), S. 62

02.10.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 26.9.1977, 23.10.1977) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Reallohnerhöhung durchsetzen" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Dortmunder Stahlarbeiter: Kräftige Reallohnerhöhung nötig";
- "Stahlindustrie in Gemeineigentum";
- 2Auszubildende dürfen nicht zu kurz kommen"; sowie
- "Gesamtschule hat sich bewährt".
Q: Heisse Eisen Reallohnerhöhung durchsetzen, Dortmund Okt. 1977; DKP-KV Dortmund: Hoesch - Nicht nur ein Name für Stahl, Dortmund O. J. (1977), S. 62

23.10.1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 2.10.1977, Nov. 1977) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Alles für Hoesch - nichts für die Kollegen!" zu Subventionen bzw. Verstaatlichung.

Weitere Artikel sind:
- "Betriebsvereinbarung für die Stahlwerke 2 und 3. Freizeit in Zukunft gebündelt" auf der Westfalenhütte;
- "Eine Ausstellung die man sehen sollte" zu "Zigeuner" von Otto Pankok;
- "Alternative: Hoesch - öffentliches Eigentum", eine Leserzuschrift;
- "Kommunisten!" zur Pilzwanderung; sowie
- "Massenkaufkraft stärken!".

Aufgerufen wird zur Festveranstaltung "60 Jahre Oktoberrevolution" in Düsseldorf am 29.10.1977.
Q: Heisse Eisen Alles für Hoesch - nichts für die Kollegen!, Dortmund Okt. 1977; DKP-KV Dortmund: Hoesch - Nicht nur ein Name für Stahl, Dortmund O. J. (1977), S. 62

November 1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 23.10.1977, Dez. 1977) heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund Nov. 1977

Dezember 1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Nov. 1977, Jan. 1978) heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund Dez. 1977

Januar 1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich im Januar ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. Dez. 1977, 3.2.1978) heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile der Titelseite vorlag:
DREI ARBEITSPLÄTZE FÜR 105 LEHRLINGE

Die ganze Menschenfeindlichkeit kapitalistischen Wirtschaftens wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, daß für 105 kaufmännische Lehrlinge die 1978 und 1979 auf den Hoesch-Hüttenwerken ihre Lehre beenden, bis heute ganze drei Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Wenn nicht grundlegende Veränderungen vorgenommen werden, wird sich diese Lage noch weiter verschlechtern. Wem nutzt es eigentlich, wenn der Hoesch-Konzern technisch moderne Ausbildungsstätten baut, gleichzeitig aber mehrere tausend Arbeitsplätze wegrationalisiert? Doch wohl nur dem Konzern, weil der mit der Schaffung von Ausbildungsstellen einen zusätzlichen Reibach macht. 'Schließlich bekommen die Hoesch Werke Dortmund zur Erweiterung ihrer Ausbildungsplätze um 100 in drei Betrieben 5, 5 Millionen DM (von der EG). Die zusätzlichen Ausbildungsräume sollen bis 1979 fertiggestellt sein.' So heißt es in einer Zeitungsmeldung vom 10.1.1978. Nun ist unbestritten, daß in unserem Land viel zu wenig Ausbildungsstätten vorhanden sind, aber

1. Sollte die Schaffung neuer Ausbildungsstätten keine zusätzliche Quelle der Bereicherung für die Unternehmer sein und
2. muß gesichert werden, daß für Auszubildende ein sicherer Arbeitsplatz vorhanden ist.

'Das ist unmöglich', werden einige sagen. Aus Betriebsratskreisen wurde die Meinung vertreten, der moralische Anspruch der Lehrlinge auf einen Arbeitsplatz lasse sich juristisch nicht durchsetzen." Fortgesetzt werden soll dieser Artikel auf der uns nicht vorliegenden zweiten Seite.

Unter einem Bild eines fröhlichen Pärchens heißt es dann noch:"
Nicht nur dieser Kollege und seine Frau hatten viel Freude beim dritten Sylvesterball der DKP-Betriebsgruppen unter dem Motto 'Heiße Nacht mit Heiße Eisen'. Nachdem gegen 21 Uhr 30 das Parkhaus Barop wegen Überfüllung geschlossen werden mußte, feierten etwa 800 Gäste der DKP bei 'Preisstopper Preisen' und guter Laune ins Jahr 1978. Volle Zufriedenheit gab es bei Gästen und Veranstaltern dieser beliebten Veranstaltung. Eine Reihe Kollegen haben sich schon für den nächsten Sylvesterball Plätze reservieren lassen."
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 17

03.02.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Jan. 1978, 9.2.1978) vermutlich Ende dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Kein Grand mit Vieren" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Overhead - ein Zauberwort?", eine Leserzuschrift einer Gruppe von Kollegen;
- "Betriebsratswahl '78 Aktionseinheit!" zu den BRW;
- eine Leserzuschrift zu der AGIL Elektrodenfertigung der Westfalenhütte; sowie
- "'Ihr Armen seid fröhlich, ihr brauchet kein Geld…'" zur Stahltarifrunde (STR).
Q: Heisse Eisen Kein Grand mit Vieren, Dortmund Feb. 1978

09.02.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 3.2.1978, März 1978) vermutlich Mitte dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Tarifkommission beschließt! Vorstand verschiebt! Urabstimmung" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Ein dicker Hund" zu den Entlassungen;
- "Ärger um Lohnsteuerkarten";
- "Weg und Ziel der DKP";
- "Keine Schonung!" zu den Schwerbeschädigten-Arbeitsplätzen, eine Leserzuschrift;
- "Nein zum CDU-Volksbegehren - Ja zu mehr Gesamtschulen!"; sowie
- "Josef Farle, Lehrer, vom Berufsverbot bedroht".

Aufgerufen wird zu den Berufsverbote-Aktionen am 11.2.1978.
Q: Heisse Eisen Tarifkommission beschließt! Vorstand verschiebt! Urabstimmung, Dortmund Feb. 1978

März 1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 9.2.1978, März 1978) heraus mit dem Leitartikel "Kontra Geheimpolitik!" zu den Entlassungen.

Weitere Artikel sind:
- "Willkürliches 'Elz-Stück!'" zum Lohnabzug für die Streikenden;
- "Wer den Pfennig nicht ehrt…" zur Pauschale von 200 DM;
- "Overhead 2. teil", eine Leserzuschrift;
- ""Leserzuschriften";
- - "SDAJ - Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend fordert: Unternehmer müssen die Berufsbildungsabgabe zahlen!";
- - "Seltsame Methoden!" zum Bereich QP II;
- - "Rationalisierung auf krummen Touren?" zum Oxygen-Stahlwerk;
- - "Waschpoker im Stahlbau - 2. Folge"; sowie
- - "Mehr Hilfe für die Auszubildenden" zu den Außenbetrieben.

Aufgerufen wird zum Festival der Jugend '78.
Q: Heisse Eisen Kontra Geheimpolitik!, Dortmund März 1978

März 1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP eventuell im März ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. März 1978, Apr. 1978) zu den BRW heraus, von der uns bisher nur ein Faksimile der Titelseite vorlag:"
NOTWENDIGER DENN JE: GEWERKSCHAFTSEINHEIT!

Wie anders könnte den Unternehmern in der Druckindustrie, den Metallarbeitgebern, den Stahlbossen und überhaupt den millionenschweren Kapitalisten in unserem Land Paroli geboten werden, als durch einheitliches Auftreten der Arbeitenden? Dennoch - Teile und Herrsche - diese alte Unternehmerplatte wird wieder neu aufgelegt. Durchaus nicht von den Unternehmern direkt, sehr oft auch von ihren Handlangern, wie jetzt bei den Vorbereitungen zur Betriebsratswahl. Zu einer Zeit, da die Kapitalisten den Arbeitern, Angestellten und Jugendlichen das Leben immer schwerer machen, versuchen einige Leute die Betriebsratswahl mit der Aufstellung einer Spalterliste, S. g. 'oppositionelle Gewerkschafter', zu torpedieren. Bei ihnen handelt es sich aber weder um Oppositionelle noch um Gewerkschafter, sondern ganz einfach um Schachfiguren der s.g. KPD/ML, die ihr Spaltersüppchen kochen will. Die Einheitsgewerkschaft und das Prinzip ein Betrieb, eine Gewerkschaft und ein Betriebsrat, das war die richtige Antwort der Arbeiter und Angestellten auf die verhängnisvolle Entwicklung in Betrieben und Gewerkschaften vor 1933. Darum sollten alle Kollegen in ihrem eigenen Interesse den Spaltern eine Abfuhr erteilen. Für die Entfaltung der innergewerkschaftlichen Demokratie, für eine gute Betriebsratstätigkeit, für eine aktive Lohnpolitik brauchen die Belegschaften die kritische und aktive Mitarbeit der Kollegen - aber keine Spalterlisten und schon gar nicht eine s.g. 'revolutionäre Gewerkschaftsopposition'. Wir meinen, diese Wahlen müssen das gemeinsame Handeln der Gewerkschafter über alle parteipolitischen und weltanschaulichen Meinungsverschiedenheiten hinweg stärken.

Wir meinen, die Einheit und Geschlossenheit der Belegschaften und ihrer Einheitsgewerkschaften müssen gestärkt werden.

Wir meinen, gewerkschaftliche Einheitslisten müssen zustande kommen und erfolgreich sein.

Wir meinen, es müssen solche Kollegen gewählt werden, die sich als konsequente Gewerkschafter bewährt haben und die auch in Zukunft mit Rückgrat die Interessen ihrer Kollegen vertreten."
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 23

April 1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP zweimal ihre 'Heisse Eisen' (vgl. März 1978, Mai 1978) heraus.
Q: Heisse Eisen zwei Ausgaben, Dortmund Apr. 1978

29.05.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Mai 1978, 24.7.1978) heraus.
Q: Heisse Eisen, Dortmund O. J. (1978)

24.07.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 29.5.1978, 21.8.1978) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Schrottpresse wird verschrottet".

Weitere Artikel sind:
- "Zweierlei Renten bei Hoesch"; und
- "Steckbrief des DKP-Vorsitzenden Herbert Mies in Bundesgrenzschutzlisten - UZ-Chefredakteur Georg Polikei soll wegen Enthüllungen über die Bundeswehr vor Gericht gestellt werden" u.a. zum BGS, aus der 'UZ'.

Berichtet wird:"
Solidarität mit Neunkirchnern!

In der Sitzung des Betriebsrates des Werkes Phönix am 20.7.78 wurde einstimmig folgende Solidaritätsadresse verabschiedet
'An den Betriebsrat der Neunkirchner Eisenwerke, Neunkirchen Saar.
Im Kampf für die Sicherung und Erhaltung Eurer Arbeitsplätze erklären wir Euch unsere volle Solidarität.'
Betriebsrat Hoesch Hüttenwerke Werk Phönix
gez. R. Rösen"

Angekündigt wird das Fußballturnier am 23.9. und 7.10.1978.
Q: Heisse Eisen Schrottpresse wird verschrottet, Dortmund Juli 1978

August 1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 29.5.1978, Sept. 1978) heraus. Auf der Titelseite heißt es u.a.:"
IM SINTER GEHEN DIE LICHTER AUS!

2. Stimmt es, daß der Staub in der Körnung so klein ist, daß er selbst durch die Staubmaske nicht aufgehalten wird?

Nachdem die Kollegen den Werksarzt eingeschaltet hatten, wurde ihnen sofort ein allseitig geschlossener Schutzanzug verpaßt und Schutzmasken von der Feuerwehr ausgeteilt."
Q: Heisse Eisen, Dortmund Aug. 1978; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

21.08.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Juli 1978, Sept. 1978) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Im Sinter gehen die Lichter aus!" u.a. zu den Schutzmasken.

Weitere Artikel sind:
- "Betriebsrat: 'Das grenzt an Körperverletzung!' Mannesmann-Bossen sind 1,20 DM je Arbeiter für Schutzmaske zuviel" zu Mannesmann Duisburg-Huckingen, aus der 'UZ';
- "Dat is Sache: Tarifrunde eingeläutet!" zur Stahltarifrunde (STR); sowie
- "Anfrage an 'Heisse Eisen'" zum Fahrgeldzuschuß.

Eingeladen wird zum Kinderfest in Hörde am 26.8.1978, angekündigt wird der Verkauf der 'UZ' am 1.9.1978. Aufgerufen wird zur Veranstaltung zum Antikriegstag am 1.9.1978, zum Stahlarbeiterball am 7.10.1978 und zum Fußballturnier am 23.9. und 7.10.1978.
Q: Heisse Eisen Im Sinter gehen die Lichter aus!, Dortmund Aug. 1978; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3

September 1978:
In Dortmund geben die DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix eine Dokumentation "Heisse Eisen 1968-1978" (vgl. 21.8.1978, 11.9.1978) mit 36 Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Rudi Skott heraus, von der uns bisher leider nur ein stark beschädigtes Exemplar vorlag*:"
DIESE DOKUMENTATION

erscheint im Herbst 1978, in dem sich zum 10. Mal das Datum wiederholt, an dem in Frankfurt am Main die Deutsche Kommunistische Partei konstituiert wurde. Herbst 1968 - das war der Herbst eines ereignisreichen Jahres: Trotz massiver Proteste der Gewerkschaften, großer Teile der Bevölkerung, wurden in Bonn die arbeiter- und demokratiefeindlichen Notstandsgesetze (NSG - vgl. 30.5.1968, d.Vf.) verabschiedet. Ostern 1968: Machtvolle Ostermärsche der Kampagne für Demokratie und Abrüstung (KfDA, d.Vf.) endeten vor den Springer-Verlagshäusern, wo gegen die Volksverhetzung durch die Bildzeitung protestiert wurde.

Es war ein Jahr großer außerparlamentarischer Bewegungen.

In diesem Herbst, 1978, steht die DKP vor ihrem Mannheimer Parteitag (vgl. **.1*.1978, d.Vf.). Es ist ein Parteitag von besonderer Bedeutung: Die DKP gibt sich auf diesem Parteitag ein Programm. 10 Jahre Erfahrung, 10 Jahre Klassenkämpfe, 10 Jahre Kampf für Arbeiterrechte, internationale Solidarität und Frieden, 10 Jahre Kampf für die Verteidigung demokratischer Rechte werden in diesem Programm zusammengefaßt. Heiße Eisen, die Hoesch-Betriebsgruppen haben zu den zehnjährigen Erfahrungen beigetragen.

Diese Dokumentation ist den Kolleginnen und Kollegen bei Hoesch gewidmet. Ihrer Arbeit, ihrem Fleiß, ihren Kämpfen. Diese Dokumentation ist den ausländischen Kolleginnen und Kollegen gewidmet, die unter oft schwierigsten Bedingungen mit ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten, ihre Sorgen und Kämpfe teilen.

Diese Dokumentation ist den Stahlarbeitern in Holland (Niederlande, d.Vf.), Luxemburg, Italien, Belgien, Frankreich, unseren Kollegen im Saarland gewidmet, die gemeinsam mit uns gegen die Machenschaften der multinationalen Konzerne kämpfen.

Dise Dokumentation ist der internationalen Solidarität gewidmet, der Solidarität mit den im faschistischen Chile illegal arbeitenden Gewerkschaftern, Demokraten, der Solidarität mit dem Volk Vietnams, das heute den Aufbau seines Landes nach dem Sieg über die US-Aggression begonnen hat.

'KOLLEGEN, NEHMEN WIR HEUTE DEN KAMPF UM DIE ERHALTUNG UNSERER ARBEITSPLÄTZE AUF!'

Das stand in einer der ersten Ausgaben, 1968 (uns wurde dieses Zitat in der Nr. 1, die vermutlich im April 1969 erschien bekannt, d.Vf.). Keine Prophetie, auch kein Herbeireden der Krise - Erfahrungen der Arbeiterbewegung, Erfahrungen, die bei den Kommunisten auch durch die Jahre des 'Wirtschaftswunders' nicht verschüttet waren, diktierten diese Zeilen. Es ist die Erfahrung, daß, solange die Großaktionäre in Wirtschaft und Politik das Sagen haben, die Arbeiter und Angestellten die Dummen sind. Es ist die Erfahrung, daß dagegen nur eins hilft: den Kampf aufnehmen, wie es in dem Satz heißt.

Heute geht es wieder - genauer gesagt, immer noch - um Arbeitsplätze. Die Angst vor Entlassung, die Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes - sie geht um bei den Hoesch-Arbeitern. Und was die erste Ausgabe bestimmt, das bestimmt auch die Ausgaben des Jahres 1978.

210 Ausgaben konnten wir bis jetzt zählen (September 1978). Aber sicherlich sind es mehr. Denn zu unserem Kummer müssen wir gestehen, daß vor allem aus der Anfangszeit unsere Sammlung nicht komplett ist. Da ging es oft heiß her, schreiben, drucken und verteilen waren eins, bei den Septemberstreiks 1969, bei den Aktionen des Roten Punkt, in der Entwicklung der Solidarität mit den 8 Gemaßregelten 1973. Fürs Sammeln hatte da niemand den Nerv. Damit verbinden wir eine Bitte: Wer noch ältere Ausgaben hat, die sich nicht in dieser Dokumentation befinden und auf sie verzichten kann, den würden wir bitten, sie uns zur Verfügung zu stellen.

Zwischen dem Kampf um Arbeitsplätze damals und heute liegen viele Stationen. Kein großes Ereignis, das in Heiße Eisen nicht behandelt wurde, tausend kleine Sorgen und Nöte der Kolleginnen und Kollegen, die sich in Heiße Eisen wiederfinden. Und konsequentes Eintreten für die Sache der Arbeiterklasse, für gesellschaftliche Veränderungen, für die Zurückdrängung der Macht der Konzernherren, für Mitbestimmung, demokratische Kontrolle. Eintreten für den Sozialismus in unserem land, für die Gesellschaftsordnung, in der die Arbeiter und Angestellten selbst über die Werte, die von ihnen geschaffen werden, bestimmen können. Was des Volkes Hände schaffen, soll des Volkes eigen sein."

Es folgt eine Seite mit Faksimiles der Titelseiten verschiedener Ausgaben von 1969 bis Sept. 1978.
Im nächsten Abschnitt wird gefragt:"
WER IST DAS: DIE HOESCH-BETRIEBSGRUPPEN?

Ist es eine anonyme Redaktion, die Heiße Eisen herausgibt, von niemandem kontrolliert, nur ihrem 'Gewissen' verantwortlich, wie es so schön heißt? Im 'Kopf' der Zeitung heißt es unter dem Namen Heiße Eisen 'Herausgeber: DKP-Betriebsgruppen Hoesch'. Diese Betriebsgruppen gibt es in den Werken Westfalenhütte und Phoenix. Was tun diese Betriebsgruppen, was ist ihre Aufgabe? Zunächst einmal: Im Statut der DKP wird den Betriebsgruppen der absolute Vorrang vor allen anderen Grundorganisationen der Partei eingeräumt. Denn im Betrieb ist der Kern der Arbeiterschaft organisiert und die DKP als die revolutionäre Partei der Arbeiterklasse legt auf das Wirken unter Arbeitern und Angestellten besonderes Gewicht. So haben die Betriebsgruppen der DKP, im Gegensatz zu anderen Parteien, volles Wahl- und Delegationsrecht, das Antragsrecht reicht bis direkt zum Parteitag.

Was die Betriebsgruppen nun also tun? Zum einen geben sie die Betriebszeitung heraus. Die Redaktion wird von der Betriebsgruppe gebildet und die ist nicht ihrem 'Gewissen', sondern den Interessen der Kolleginnen und Kollegen, den Interessen der Arbeiterklasse verpflichtet. Und von den Kolleginnen und Kollegen wird das auch kontrolliert. denn wenn mal was nicht stimmt in unserer Zeitung - jedem Kommunisten wird es sofort um die Ohren gehauen. Weil jeder überprüfen kann, ob das, was da geschrieben und gedruckt wird, auch stimmt, denn zumeist handelt es vom Betrieb, von Hoesch.

Was machen die Betriebsgruppen noch? Sie organisieren zum Beispiel den jetzt schon zur Tradition gewordenen Sylvesterball, sie informieren die Dortmunder über die Situation bei Hoesch mit Informationsständen, sie haben eine Analyse über die Stahlsituation in NRW erarbeitet. Sie feiern, leisten einen eigenen Beitrag zum Volksfest der UZ, der Tageszeitung der DKP. Sie diskutieren, über Politik, Gewerkschaft, Bildung, legen ihre Politik fest, sind ein Kollektiv. Denn das ist eine der Erkenntnisse der Kommunisten: Einen Finger kann man brechen, fünf Finger sind eine Faust.

Übrigens: Bei Heiße Eisen kann jeder mitschreiben, mit einer Ausnahme:
Arbeiterfeindliche Standpunkte wird man in Heiße Eisen nicht finden. Und auch in den Betriebsgruppen kann man mitmachen. Wir freuen uns über jeden, der kommt, auch wenn er nicht einer Meinung mit uns ist. Diskussion, Gespräch, gegenseitige Achtung - so erarbeiten wir unsere Meinung."

Es folgen Beiträge zu den Septemberstreiks (vgl. 2.9.1969), den Fahrpreiserhöhungen (vgl. 1.3.1971) und dem Streik 1973 (vgl. 7.2.1973, 23.2.1973):"
Die Überschrift zu diesem Kapitel lautet: Am Anfang stand die Aktion. In den heißen Tagen der Aktionen bewährte sich Heiße Eisen. Wurde das Blatt geschmiedet, erhielt es seinen Charakter, seinen Zuschnitt. Mit der Belegschaft wurde auch unsere Zeitung stärker. Heiße Eisen hat sich in den Aktionen bewährt: Als Informant, als unbestechlicher Zeuge, als Mittler und Organisator der Solidarität, als Arbeiterzeitung.

VON A BIS Z HEISST: A RBEITSPLAT Z

Macht Hoesch dicht? Stirbt Dortmund als Stahlstadt?

So lautete die alarmierende Überschrift in Heiße Eisen im Juli 1970. … Seitdem haben Tausende Kolleginnen und Kollegen ihren Arbeitsplatz verloren. (Genaue Zahlen, Fakten und Daten sind in der von den DKP-Betriebsgruppen bei Hoesch erarbeiteten und veröffentlichten Hoesch-Analyse (vgl. Okt. 1977, d.Vf.) dargestellt.)

Heute geht es wieder um die bange Frage: Stirbt Dortmund als Stahlstadt? Eine Frage, die nicht allein für die Beschäftigten bei Hoesch wichtig ist, sondern für ganz Dortmund. Der Stahlkonzern ist das Herz Dortmunds, nachdem die Zechenstillegungen Dortmund als Kohlestadt von der Landkarte radierten. Von Hoesch hängen die Familien der Beschäftigten, die Stadtfinanzen, die Einzelhändler (wer soll sonst bei ihnen kaufen, wenn nicht die Familien der Hoesch-Beschäftigten), die Handwerker, viele Auftragsfirmen, Gaststätten, Kneipen und so weiter und so fort ab. Die Frage stellt sich, weil die anhaltende kapitalistische Absatzkrise für Stahl von den Großaktionären genutzt weren soll, weitere Arbeiter und Angestellte um ihren Arbeitsplatz zu bringen, Rationalisierungen und Werksverlegungen zum Nutzen ihres Profits, zum Schaden der Bevölkerung durchzuführen. Schon jetzt ist es so, daß bei Hoesch nur noch Ersatzinvestitionen vorgenommen werden, gerade zur Zeit geht das Gerücht um, die Siemens-Martin-Werke würden geschlossen.

Der Kampf um den Erhalt der Stahlbasis in Dortmund, der Kampf um jeden Arbeitsplatz, der Kampf für die Existenz der Hoesch-Belegschaft stand von Anfang an im Mittelpunkt der Arbeit der DKP-Betriebsgruppen, im Mittelpunkt von heiße Eisen.

Dabei nimmt dieser Kampf sehr verschiedene Formen an, erstreckt sich auf verschiedene Bereiche. Das macht schon ein Blick auf eine fast zufällige Auswahl von Überschriften deutlich: Frontalangriff auf Hoesch-Belegschaft; Arbeiterfeindliches Ausbildungsförderungsgesetz; Blauer Brief an alle Hoesch-Kumpel; Aussperrung bei Mannesmann - Solidarität weitet sich aus; Vertrauensleute der Hüttenwerke fordern Sicherung für die Zukunft der Belegschaften; Rationalisierung auf Kosten von 160 Union-Arbeitern; 10 Forderungen zum Schutz vor Krisenfolgen; Drei Arbeitsplätze für 105 Lehrlinge; Jeder 20. Angestellte vor der Entlassung; Kurzarbeit; Frank von Gottes Gnaden; Hochöfner wehren sich; Aufgehoben ist nicht aufgeschoben.

Die Vielfalt der Probleme, mit denen es die Hoesch-Belegschaft bei der Verteidigung ihrer Arbeitsplätze zu tun hat, macht - ebenso wie die Unfähigkeit, der Jugend eine Perspektive zu geben - deutlich, daß es sich hier nicht bloß um eine kleine Fehlentwicklung in einem sonst gesunden Wirtschaftssystem handelt. Hier geht's um die Krise des ganzen Systems, geht's darum, deutlich zu machen, daß zur Sicherung der Arbeitsplätze, zur Gewinnung der Zukunft für die Jugend grundsätzliche Änderungen im Wirtschafts- und Gesellschaftssystem unseres Landes notwendig sind.

Wenn wir also in der Überschrift zu diesem Kapitel geschrieben haben 'Von A bis Z heißt A rbeitsplat Z', so meinen wir damit, daß der Kampf für sichere Arbeitsplätze umfassend ist, alle Bereiche von Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik, Bildungspolitik, Außenpolitik, Gesellschaftspolitik einschließt. Wir Kommunisten gehen davon aus, und das schreiben wir auch in heiße Eisen, daß es gut ist, beispielsweise darum zu kämpfen, daß das SM III nicht nach dem Motto 'Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln' behandelt wird. Aber das allein wird nicht ausreichen, die Probleme der Kollegen im SM III zu lösen. Da muß weiter gegangen werden. Auch im politischen Bereich.

Die Gewerkschaften fordern die Überführung von Schlüsselindustrien in Gemeineigentum, fordern Mitbestimmung. Das fordern wir Kommunisten auch. Wir gehen davon aus, daß die Probleme des Stahls nicht privatwirtschaftlich zu lösen sind. Denn die Privatwirtschaft war es, die die Probleme geschaffen hat. Hier muß verstaatlicht werden, hier muß mitbestimmt werden von den Stahlarbeitern und ihren Gewerkschaften, hier muß demokratisch kontrolliert werden. Wenn das aber stimmt, dann steht vor der Hoesch-Belegschaft die Aufgabe, nicht nur betrieblich zu kämpfen, dann müssen die Kämpfe für den Erhalt der Stahlbasis auch politisch geführt werden. Oder anders gesagt: Man kann nicht im Betrieb für die Verteidigung von Arbeitsplätzen eintreten und bei Parlamentswahlen denen die Stimme geben, die auf der Seite der Arbeitsplatzvernichter stehen. Das wäre ja so, als würde man Graf Lambsdorff zum Betriebsrat wählen - woran natürlich kein vernünftiger Arbeiter denkt.

FÜR DIE RECHTE DER JUGEND

Für eine Zeitung, die den Interessen der arbeitenden Menschen verschrieben ist, gehört es eigentlich zu den Selbstverständlichkeiten, auch für die Interessen der Jugend einzutreten. Jugendfragen - sei es Lehrlingslohn, Rechte der Jugendvertretung, Ausbildungsfragen, Weiterbeschäftigung nach der Lehre - Jugendfragen haben die Redaktion von heiße Eisen schon immer beschäftigt, und was dann rausgekommen ist, hat die Leser beschäftigt. Aber trotzdem müssen wir selbstkritisch sagen: Zufrieden mit dem, was wir zu Problemen der jungen Kolleginnen und Kollegen veröffentlicht haben, sind wir nicht. Da muß noch einiges besser werden. Wir haben das Kapitel Jugend in das Kapitel Arbeitsplatz eingebettet. Das hat sich logisch so ergeben, denn das Hauptproblem der Jugend besteht darin, daß es zuwenig Arbeitsplätze gibt. Eine Folge der kapitalistischen Krise, der kapitalistischen Gesellschaft, die das Recht auf Arbeit und damit auch das Recht auf Ausbildung nicht gewährleisten kann.

DER GETRETENE HUND BELLT

Die Betriebszeitungen der DKP - sie erscheinen in hunderten Betrieben in der Bundesrepublik, in nahezu allen Konzernbetrieben - sind eine scharfe Waffe des arbeitenden Volkes. Unmittelbar am Ort des betrieblichen Geschehens herausgegeben, greifen sie die konkreten Mißstände kapitalistischer Wirklichkeit auf, entlarven sie die Schuldigen für Arbeitshetze und Arbeitslosigkeit, für Arbeitsunfälle und fehlende Ausbildungsplätze. Und sie zeigen den Weg zur Veränderung dieser Mißstände auf, beweisen, daß es ohne Aktionäre und Konzernbosse besser geht, daß die Arbeiter, Angestellten, Wissenschaftler die Fabriken, Büros und Labors ohne die Herren zu ihrem eigenen Nutzen führen und leiten können. Da nimmt's nicht Wunder, wenn die so Angegriffenen in Verteidigungsstellung gehen. Sie verteidigen ihre Pfründe, ihre Gewinne, ihre Stellung. Und das zumeist mit unsauberen Methoden. Fristlose Kündigung ist eine dieser Methoden, wie die Maßregelung der acht Kolleginnen und Kollegen 1973 zeigt. Jetzt haben sie diese Methode schon lange nicht mehr angewandt bei Hoesch, von der damaligen Solidarität gewarnt. Eine andere Methode heißt Verleumdung. So hat erst kürzlich wieder die CDU herausposaunt, die Betriebszeitungen der DKP würden Werksspionage betreiben. Wenn sie damit meinen, daß schmutzige Machenschaften der Konzernspitzen ans Tageslicht gezogen werden - bitte sehr. Aber unter Werksspionage versteht man sonst etwas anderes - welch eine lächerliche Behauptung der CDU, angesichts Millionen von Arbeitern und Angestellten, die sich regelmäßig aus Betriebszeitungen der DKP informieren.

Eine weitere Methode der angegriffenen Bosse: Die CDU tritt jetzt auch mit Betriebszeitungen vor die Tore. Aber was soll sie schreiben? Betriebliche Belange aufgreifen? Dann müßte sie ja gegen ihre eigenen Parteifreunde, die Direktoren und Manager Stellung nehmen. Für verkürzte Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, für besseren Arbeitsschutz, für Mitbestimmung, für höheren Lohn? All das wäre zu begrüßen, auch wenn es aus CDU-Betriebszeitungen käme. Aber da sei der heilige St. Biedenkopf und Kohl vor, dafür würde sich keine CDU-Druckmaschine in Gang setzen. Betriebszeitungen der CDU haben nur einen Sinn: Die Belegschaften irritieren und spalten.

Die SPD - dazu noch ein Wort - gibt ebenfalls verstärkt Betriebszeitungen heraus. Eingestandenermaßen ist das als Reaktion auf die Betriebszeitungen der DKP zu sehen. Wir begrüßen diese Konkurrenz. Wir von aus würden sogar den Austausch von Gast-Kommentaren vorschlagen. Denn im Erscheinen der SPD-Betriebszeitungen sehen wir ein Stückchen Gemeinsamkeit der Arbeiterklasse, ein Stückchen Aktionseinheit, bei allem, was einen Kommunisten von einem Sozialdemokraten trennt. Gemeinsamkeit sehen wir zum Beispiel mit vielen Sozialdemokraten im Eintreten für gewerkschaftliche Forderungen, im Kampf um den Erhalt der Einheitsgewerkschaft, gegen jeglichen Spaltungsversuch.

Zu den schmutzigen Methoden der Bosse gehört auch das Erscheinen von Fälscherblättchen. Da erscheinen 'Betriebszeitungen' unter Roten Fahnen, mit dem Etikettenschwindel 'kommunistisch'. Seien es nun Zeitungen der 'RGO' (der KPD/ML, d.Vf.) oder anderer Spalter. Auch wenn sie erstmal mit radikalen Forderungen und Phrasen auftreten - ihr letztendlicher Zweck besteht in der Desorientierung und Spaltung.

HEISSE EISEN - EINE ZEITUNG NUR FÜR DEN BETRIEB?

Natürlich - in einer Betriebszeitung stehen betriebliche Probleme vorne an. Aber die Leser der Zeitung, interessieren die sich nur für das, was im Werk los ist? Existiert für sie die Welt um sie herum nicht? Doch, sie sehen fern, fahren in Urlaub, haben politische Ansichten, sind Wähler verschiedener Parteien, feiern, heiraten, lassen sich scheiden usw. Eine Zeitung für Kolleginnen und Kollegen, von Kolleginnen und Kollegen muß, auch wenn sie noch so wenig Platz hat, auf alle ihre Bedürfnisse, Sorgen und Ansichten eingehen. Selbstkritisch gesagt: Immer schaffen wir das noch nicht. Aber zu vielen Problemen, unterschiedlichsten Fragen haben wir Artikel veröffentlicht, Leserbriefe abgedruckt, unsere Meinung gesagt. All das hier wiederzugeben würde zu weit führen. Wir wollen uns auf einige wichtige Seiten konzentrieren.

Wie gesagt, Arbeiterpolitik ist nicht allein Betriebspolitik. Arbeiterpolitik ist es auch, die Entspannung durchzusetzen, für allseitige Abrüstung einzutreten. Das brauchen wir hier nicht bloß zu behaupten, das haben zigtausende Arbeiter klargelegt. Das widerspiegelt sich in heiße Eisen: Moskauer Vertrag - Erfolg auch für Dich! heißt eine Schlagzeile aus dem Jahr 1970. Zum 1. Mai 1972 heißt es: 1. Mai für Ratifizierung. Und einige Ausgaben später: Stoppt Barzel und Strauß, Sichert die Ratifizierung der Verträge von Moskau und Warschau, Verteidigt die demokratischen Grundrechte! Verhindert den Sturz der Regierung Brandt/Scheel!

Ja, für die Ratifizierung dieser für unser Land, für den Frieden so wichtigen Verträge gingen Hoesch-Kollegen auf die Straße. Demonstrierten Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschafter und christlich engagierte Kolleginnen und Kollegen, die sonst vielleicht CDU wählen, gemeinsam. Arbeiterpolitik, die auch unmittelbar den Betrieb betrifft. Es sind schließlich über 250 000 Arbeitsplätze, die allein durch die Aufträge aus der Sowjetunion (SU, d.Vf.) langfristig stabil sind.

Arbeiterpolitik, die unmittelbar den Betrieb betrifft, ist der Kampf gegen die widerrechtliche und Grundgesetzwidrige Aussperrung. Aussperrung ja oder nein, das ist keine soziale Frage allein, obwohl die Folgen der Aussperrung asozial sind. Aussperrung ja oder nein - das ist eine politische Frage, eine Frage nach den demokratischen Rechten der arbeitenden Menschen, der Gewerkschaften.

Demokratische Rechte - Arbeiterpolitik, die arbeitende Bevölkerung unmittelbar betreffende Politik ist der Kampf gegen die verfassungswidrigen Berufsverbote. Auch in der sozialdemokratischen Hochburg Dortmund werden junge Sozialisten, Demokraten, Kommunisten deswegen verfolgt, in ihrer beruflichen Entwicklung eingeengt, in ihrer Existenz bedroht, weil sie gegen den Abbau von Demokratie und Freiheit, weil sie für den Sozialismus sind. Hoesch-Kollegen wandten sich wiederholt - in Entschließungen, auf Demonstrationen - gegen die undemokratischen Berufsverbote.

Da handelten sozialdemokratische und kommunistische Kollegen gemeinsam, setzten sich Gewerkschafter, Betriebsräte und auch Abgeordnete der SPD für Berufsverbotsopfer ein. Heiße Eisen hat sich dabei stets als Mittler der Solidarität zwischen Arbeiterklasse und Intelligenz, zwischen Arbeitern und Studenten, die für ihre Rechte eintreten, verstanden.

'DIE GEWERKSCHAFT MACHT UNS STARK…'

So heißt es in einem bekannten Arbeiterlied, so lautet die Erfahrung von Generationen von Arbeitern und Angestellten. Gewerkschaftseinheit, Arbeitereinheit - diese Fahne haben die Kommunisten stets hochgehalten, in den Gewerkschaften, vor allem in den nach dem Krieg geschaffenen Einheitsgewerkschaften sahen und sehen die Kommunisten, sieht die DKP eine wichtige und große Errungenschaft der Arbeiterbewegung.

So nimmt es nicht wunder, daß Heiße Eisen regelmäßig zu Gewerkschaftsfragen Stellung nimmt, sie aus konsequenter Gewerkschafterhaltung unkommentiert, einen unbestechlichen Beitrag zur Entwicklung gewerkschaftlicher Kampfkraft leistet.

Daß die Gewerkschaften ein starker Gegner sind, das haben auch die Unternehmer lernen müssen. Aber sich abfinden damit, das wollen sie nicht. So gibt es laufend Versuche, die Gewerkschaften zu spalten, die Arbeiterbewegung zu spalten, um ihre Kampfkraft zu schmälern. 'Teile und Herrsche' ist das alte Lied. In regelmäßigen Abständen tauchen diese Versuche vor Betriebsratswahlen (BRW, d.Vf.) auf. Schrittmacher ist da noch allemal die CDU. Mit Briefen, Kassibern, Spalterlisten, erpresserischen Forderungen nach Proporz auf den Gewerkschaftslisten und dergleichen versuchen sie, die außerhalb des Betriebes für Arbeiter nichts, für die Unternehmer aber alles übrig haben, sich als Belegschaftsvertreter zu profilieren. Kommen die Bosse damit nicht an, versuchen sie noch raffiniertere Manöver.

Da werden gewerkschaftliche Probleme, die allein auf dem Boden gewerkschaftlicher Demokratie zu lösen sind, aus dem Zusammenhang gerissen, werden 'Oppositions'grüppchen unterstützt, werden Betriebsratswahlen mit Parteiwahlen vermengt, obwohl doch sonst die Bosse Politik im Betrieb fürchten wie der Teufel das Weihwasser (eines der dazugehörigen Faksimiles richtet sich gegen die RGO der KPD/ML, d.Vf.).

Auch bestimmte Teile der Sozialdemokratie reizt es offenbar vor betrieblichen Wahlen, in die Gewerkschaftssuppe zu spucken.

Aber diese Probleme machen auch eins deutlich: In der Arbeiterbewegung gibt es verschiedene weltanschauliche und politische Strömungen. Das ist Realität. Wir Kommunisten gehen davon aus, daß diese Strömungen in den Vordergrund ihrer Bemühungen nicht das Trennende, sondern das Verbindende stellen sollten. Die Hauptströmungen in der Arbeiterbewegung sind die sozialdemokratische, die christliche und die kommunistische. Aber sie sind Teil der Arbeiterbewegung. Der steht ein hochorganisierter, einheitlich handelnder Gegner, das Großkapital gegenüber. (Im wirtschaftlichen Bereich machen die sich auch Konkurrenz, aber wenn's gegen die Arbeiter und Angestellten geht, halten die zusammen wie Pech und Schwefel.)

Wollen die Arbeiter etwas durchsetzen, können sie das nur gemeinsam tun. Und sie tun es auch gemeinsam. Denn bei Entlassungen wird nicht nach der Weltanschauung gefragt, es gibt auch keine sozialdemokratische oder kommunistische Kurzarbeit. Als es um die acht Entlassenen 1973 ging, fragte die Belegschaft nicht zuerst nach dem Parteibuch dessen, der eine Solidaritätserklärung unterschrieb.

Kurz gesagt: Wir treten ein für die Aktionseinheit. Für das gemeinsame Wirken von Sozialdemokraten, Kommunisten, christlich engagierten Kolleginnen und Kollegen. Denn Einheit ist die stärkste Waffe der Arbeiterklasse. Einheit, das heißt Solidarität.

Aktionseinheit, die für uns kein taktisches Spielchen ist, sondern ein Prinzip unserer Politik, Arbeiterpolitik, soll nicht die Unterschiede in den Auffassungen eines Mitglieds der SPD mit den Auffassungen der DKP verwischen. Aktionseinheit stellt in den Vordergrund, daß beide erstmal Arbeiter sind und deshalb, ob sie wollen oder nicht, gemeinsame Interessen haben. Die müssen und können nur gemeinsam durchgesetzt werden.

Noch ein klärendes Wort: Mit den Gegnern der Arbeiterbewegung, mit Spaltern kann es keine Aktionseinheit, kann es kein gemeinsames Handeln geben. Das wäre so, als würde man die Laus im eigenen Pelz pflegen.

HEISSE EISEN - ZEHN JAHRE JUNG, ABER ALT AN ERFAHRUNG

Wenn wir diese Dokumentation anläßlich des zehnjährigen Erscheinens von heiße Eisen herausgeben, könnte man den Eindruck bekommen, daß erst 1968, mit der Konstituierung der DKP, die Herausgabe von Betriebszeitungen begann. Dem ist nicht so. Auch vor der DKP, vor dem Erscheinen von Heiße Eisen gab es Kommunisten im Betrieb, auch vorher gab es schon kommunistische Betriebszeitungen.

Die Geschichte der Betriebszeitungen beginnt nach der Novemberrevolution 1918. Damals waren es noch mehr oder weniger unregelmäßig erscheinende Betriebsflugblätter. 1925 wurde auf Beschluß der Kommunistischen Internationale mit der regelmäßigen Herausgabe von Betriebszeitungen begonnen. Bis 1933 entwickelte sich diese Tätigkeit der KPD so stark, daß in über 3 000 Großbetrieben Betriebszeitungen erschienen. Auch nach der Machtergreifung der Hitlerfaschisten, nach der blutigen Verfolgung der Kommunisten hörte das Erscheinen der Betriebszeitungen nicht auf. Unter Einsatz des Lebens gaben Genossinnen und Genossen Blätter gegen den Krieg heraus. Nach 1945 wurde sofort wieder mit der Arbeit der Betriebszeitungen begonnen. Auf dem Werk Westfalenhütte erschien bis 1956, bis zum widerrechtlichen Verbot der KPD durch die Adenauer-Regierung, die 'Westfalen-Walze' (von dieser erscheinen fünf Faksimiles, d.Vf.). Auch in der erneuten Illegalität, allerdings unregelmäßig, erschienen Betriebsinformationen der KPD.

Zehn Jahre jung - aber alt an Erfahrung, das heißt für Heiße Eisen, an den Traditionen der Arbeiterbewegung, der kommunistischen Bewegung anzuknüpfen. Das heißt, diese Erfahrungen zu verarbeiten. Eine der Erfahrungen ist beispielsweise, unnachgiebig für die Aktionseinheit von Kommunisten und Sozialdemokraten einzutreten, unbestechlich die Klasseninteressen des arbeitenden Volkes zu vertreten, stets wachsam gegen Neonazismus und rechte Bestrebungen zu sein.

Heute hat sich, gegenüber der Zeit vor dem Faschismus, aber auch gegenüber den 50er Jahren vieles geändert. In der Weimarer Zeit gab es ein sozialistisches Land, die Sowjetunion, heute ist der Sozialismus Realität in Europa, Asien, ja, auf dem amerikanischen Kontinent. Vor dem Krieg war das imperialistische Kolonialsystem noch weltbeherrschend, heute haben fast alle Kolonien die nationale Unabhängigkeit erreicht, sind die Nationalen Befreiungsbewegungen auf dem Vormarsch.

Die Voraussetzungen für die Herausgabe von DKP-Betriebszeitungen sind andere als für die der KPD der 30er Jahre. Aber so, wie in unserer Partei die Erfahrung der revolutionären Arbeiterbewegung fortlebt, so leben in unseren Zeitungen die revolutionären Traditionen kommunistischer Zeitungsarbeit fort.

In diesem Herbst, in dem die DKP zehn Jahre alt wird, begehen wir den 60. Jahrestag der Novemberrevolution. Sie wurde von der Reaktion blutig niedergeschlagen, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die Führer des deutschen Proletariats, wurden ermordet. Wer erinnert sich heute noch, daß diese Revolution den Acht-Stunden-Tag und das Betriebsrätegesetz (vgl. 13.2.1920, d.Vf.) durchsetzte? Aber das waren nur unmittelbare Ergebnisse. Gleichzeitig brachte sie dem Proletariat ungeheure Kampferfahrungen, wurde im Schoß der Novemberrevolution die KPD gegründet. Zur Jahreswende 1978/1979 feiern wir ihren 60. Gründungstag.

Wenn wir seit zehn Jahren Heiße Eisen herausgeben, dann möchten wir auch all jener gedenken, die vor uns, unter großen Opfern, die Grundsteine für unsere Arbeit gelegt haben.

1 000 KLEINE DINGE - VOM BETRIEB BIS ZUR WOHNUNG

Es sind ja meist erstmal kleine Dinge, die den großen Zorn erregen. Nach dem Motto: Kleine Ursache, große Wirkung - oder die störende Fliege, die das Chaos in der Wohnung verursacht.

Aber bei dem, was wir hier meinen, geht's nicht um spaßige Fragen. Meist geht es um Arbeitsbedingungen. Wie ist's mit der Lüftung, wie lange muß man bei der Kantine Schlange stehen, wie löst man das Problem mit dem Jahressteuerausgleich, wie steht's mit dem Arbeitsschutz, wie sieht's in der Lehrwerkstatt aus und so weiter und so fort.

Bei diesen tausend kleinen Dingen im Betrieb handelt es sich oft um kleine Einsparungen, die das Leben sauer machen, um Ideenlosigkeit des Vorstands, um 'Alteingefahrenes' nach dem Motto: So haben wir das immer gemacht - als ob man heute so arbeitet wie vor 100 Jahren. Wir werden meist durch Leserbriefe auf Mißstände aufmerksam gemacht. Da müßtet ihr aber auch mal was zu schreiben …sagen Kollegen. Manchmal klingt das wie ein Vorwurf: Warum habt ihr denn dazu noch nichts gebracht, ihr kümmert euch doch sonst um jeden Mist! Leichte Erklärung: Weil wir es noch nicht wußten. Den tausend kleinen, störenden Dingen auf die Spur zu kommen, dazu bedarf es der Kenntnis möglichst vieler Mitarbeiter von heiße Eisen. Und wir schreiben immer: Heiße Eisen steht allen offen. Bei vielen Dingen, die in Heiße Eisen veröffentlicht wurden, wurde schnell Abhilfe geschaffen. Die Konzernleitung will sich wohl nicht gerne 'gerade von den Kommunisten' sagen lassen, wo viele Kolleginnen und Kollegen der Schuh drückt.

Aber bei den ärgerlichen Kleinigkeiten, die eigentlich gar keine Kleinigkeiten sind, geht's nicht nur um Dinge im Betrieb. Auch auf dem Weg zur Arbeit, bei Fragen der Wohnung, des Mieterrechts, des Rechtsschutzes - Ärger gibt's wirklich tausendfach. Heiße Eisen greift das auf. Weil wir uns nicht nur um die Zukunft kümmern, sondern auch um das Hier und Heute. Weil das Leben nicht nur aus großen Dingen besteht, sondern auch aus den tausend kleinen. Weil wir nicht nur morgen verbessern wollen, sondern auch schon heute. Und weil es sich an den kleinen Dingen kämpfen lernt - Erfahrungen für die kommenden Auseinandersetzungen.

HOESCH-KOLLEGEN AN DER LOHNFRONT - DAS GELD MUSS STIMMEN

September 1971: Realeinkommen sichern durch gemeinsame Aktionen. So lautete die Schlagzeile von heiße Eisen. Begründung: In der Gewerkschaftszeitung 'Metall' wurde ein angemessenerer Kaufkraftzuwachs für die Stabilisierung des wirtschaftlichen Wachstums gefordert.

September 1977: 11 Prozent bis 15 Prozent notwendig! Die Schlagzeile in heiße Eisen. Begründung: Ohne Hebung der Massenkaufkraft kein wirtschaftliches Wachstum, oder anders ausgedrückt: Erhöhte Kaufkraft sichert Arbeitsplätze.

Zwei Schlagzeilen aus wirtschaftlich verschiedenen Situationen. Der Meckerer wird einwenden: Kannste mal sehen, obs gut geht oder schlecht, die Arbeiter wollen immer mehr Geld (hier fehlt evt. ein Teil des Textes in unserem beschädigten Exemplar, d.Vf.).

Lohnfragen wurden in heiße Eisen nie eng angegangen. Da ging's nicht bloß um die Informationen zu den jährlichen Tarifverhandlungen. Ob Ausbildungsvergütungen oder Kurzarbeitsgeld, ob Teuerungszulage oder Rentenfragen, ob Steuerproblematik oder Fahrgeldpauschale - die Geldsorgen der Kolleginnen und Kollegen werden in Heiße Eisen aufgegriffen (Ebd., d.Vf.).

NOCHMAL: DER KAMPF UM DEN ARBEITSPLATZ
35-STUNDEN-WOCHE

Der 11. Ordentliche Kongreß des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB - vgl. 33.**.197*, d.Vf.) hat einen Beschluß gefaßt, der Sprengstoff enthält: Die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Es muß hier wohl nicht besonders betont werden, wie wichtig die Durchsetzung dieser Forderung gerade in der Stahlindustrie ist. Mit immer weniger Leuten wird immer mehr Stahl produziert. Dabei nimmt die Arbeitsbelastung auf doppelte Weise zu: Der Mann wird immer mehr zum Anhängsel der Maschinen, die Tempo und Art der Arbeit bestimmen, das heißt, die Arbeitshetze nimmt zu. Zum zweiten wächst die psychische Belastung, die Verantwortung des Einzelnen. Dazu kommt noch die abnehmende Möglichkeit, Kontakt mit anderen Kollegen aufzunehmen, die Isolierung am Arbeitsplatz wächst. Die 35-Stunden-Woche hat also eine doppelte Funktion: Sie soll Arbeitsplätze erhalten, ist also eine Antwort auf die laufenden Rationalisierungen der Unternehmer, und sie soll die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen schützen helfen.

Wie nicht anders zu erwarten, sind die Bosse auf die Barrikaden gegangen. Schon bei Einführung des 10-Stunden-Tages, dann des 8-Stunden-Tages, bei der 40-Stunden-Woche: Immer sagten sie ihren Bankrott und damit den Untergang der Menschheit voraus.

Dabei geht es um nichts anderes bei der 35-Stunden-WOche, als ein Stückchen vom technischen Fortschritt einzuklagen, dessen Segnungen bisher nur die Unternehmer kassieren.

WISSENSCHAFTLICH-TECHNISCHER FORTSCHRITT

Es ist schon ein bißchen pervers: Der wissenschaftlich-technische Fortschritt wird als Knüppel gegen die arbeitenden Menschen mißbraucht. Pervers deswegen, weil es doch die arbeitenden Menschen sind, die diesen Fortschritt ermöglichen, erarbeiten. Aber, das Ergebnis dieser Arbeit tritt in Form von Rationalisierungen und Arbeitsplatzvernichtung dem arbeitenden Volk feindlich gegenüber.

Es sind ja weder die Herren Schmitthals, Abs, Flick usw., die die Erfindungen machen, es sind Ingenieure, Wissenschaftler. Und es sind auch nicht die Herren Abs oder Flick, die diese Erfindungen dann an den Maschinen in schnellere und billigere Produktion umsetzen. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der wissenschaftlich-technische Fortschritt ist das Ergebnis der Arbeit von Millionen. Und jetzt sollen sie Angst vor ihrem eigenen Arbeitsergebnis haben? Das ist doch absurd! Betrachtet man es genauer, ist es auch nicht der Fortschritt, der da feindlich ist, der da die Arbeitsplätze wegrationalisiert. Denn Maschinen, auch noch so hochqualifizierte Computer, handeln nicht selbständig. Wissenschaft und Technik werden eingesetzt - von Unternehmern, von Bossen, Großaktionären. Sie verwandeln das Arbeitsergebnis von Millionen in den Feind von Millionen. Das Geheimnis, das ihnen diese Macht in die Hände gibt: Ihr Privateigentum an den Maschinen und Fabriken, ihr Privateigentum an dem, was Millionen erarbeiten. Gerade am wissenschaftlich-technischen Fortschritt wird deutlich, daß dieses Privateigentum eigentlich, betrachtet man es genau, eine ständige Enteignung ist, eine ständig weitergehende Enteignung derer, die alle Dinge produzieren.

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt ermöglicht eigentlich auch auf vielen anderen Gebieten große Fortschritte. Mit billigerer und schnellerer Produktion könnten viele Bedürfnisse der Menschen befriedigt werden. Durch Verkürzung der Arbeitszeit bei steigender Produktion könnten Arbeitsplätze gesichert und die Freizeit erhöht, die Bildung verbessert und die Löhne gesteigert werden. Die Arbeitsbedingungen könnten erleichtert werden. Aber das Gegenteil ist bei uns der Fall. Weil, ja weil der wissenschaftlich-technische Fortschritt das Privateigentum einer kleinen, radikalen Minderheit von Großkapitalisten ist. Das Geheimnis, wie der wissenschaftlich-technische Fortschritt der Mehrheit des Volkes nutzbar gemacht werden kann, besteht darin: Überführung der Großkonzerne und Schlüsselindustrie in Gemeineigentum, demokratische Kontrolle durch Belegschaften und Gewerkschaften."

Geworben wird für die 'UZ' der DKP und das Buch 'Die DKP' von Max Schäfer, welches über Buch International, Dortmund, Freistuhl, zu beziehen ist.

Bisher nicht datieren konnten wir die folgenden beiden 'Heiße Eisen' Ausgaben: Ein - leider bei uns beschädigtes - Faksimile auf S.17 enthält den Text:"
FRANK VON GOTTES GNADEN

Frank, stellvertretender Ausbildungsleiter bei den Hüttenwerken hat wieder einmal sein Verhältnis zu Mitbestimmung und Betriebsverfassungsgesetz unter Beweis gestellt. War es vor kurzem noch eine Jugendversammlung, die er verhindert hat, ist jetzt das Opfer der Sohn eines Kollegen, der 20 Jahre für Hoesch malocht hat.

Dieser Kollege, seit über 20 Jahren auf Hoesch, will, wie jeder Vater für seinen Sohn, eine Lehrstelle haben. Gerade heute, wo Lehrstellen so rar sind, kein leichter Wunsch. Sein Sohn bewirbt sich wie viele bei", hier bricht unsere Vorlage ab und geht in der nächsten Spalte weiter:"
Dieses 'Auf-den-Kopf-Stellen' des tatsächlichen Sachverhaltes kostet den Sohn des Kollegen die Lehrstelle.

Hier zeigt sich, daß die Betriebsleitung mit den Einstellungstest verfährt, wie es ihr gerade paßt. Oder werden von den Betriebsleitern schon Lehrstellen meistbietend versteigert? Hat der Vater vielleicht nicht genug geschmiert?

Auf jeden Fall ist es an der Zeit, daß Frank noch einmal in die Lehre geht. Thema: Mitbestimmung und Rechte der Belegschaft."

Im zweiten undatierbaren Faksimile heißt es auf Seite 30:"
KOLLEGEN DER FEINEISENSTRASSE AUFGEPASST!
WALTHER-KARUSSEL SOLL SICH DREHEN! UNZUMUTBARE BELASTUNGEN DROHEN!

Erneut sollen die Folgen kapitalistischer Mißwirtschaft auf jene abgewälzt werden, die nichts zu sagen, sondern alles zu ertragen haben: die Arbeiter.

Darum geht es:
Vor etwa zehn Tagen informierte der Betriebsdirektor Walther den Bereichsbetriebsrat der Feineisenstraße darüber, daß wegen angeblichen Auftragsmangels 81 Kollegen in andere Betriebe umgesetzt werden müßten. Einheitliches Auftreten von Bereichsbetriebsrat und Vertrauensleuten gegen diesen 'Rationalisierungsversuch' veranlaßte Direktor Walther ein Stückchen zurückzustecken. Zunächst 62 und zuletzt 45 Kollegen sind aber nach Ansicht der Betriebsleitung der Feinseinstraße immer noch übrig und können nicht mehr 'gebraucht' werden. Da Betriebsrat und Vertrauensleute solchen Vorschlägen 'unserer Sozialpartner' nicht folgen wollten, machte Direktor Walther am letzten Donnerstag den Vorschlag, den Urlaub vorzuziehen um, wie er sich ausdrückte, 'die Belegschaft im Sommer voll an Deck zu haben'. Als Begründung wurde zusätzlich angegeben, 'die vorgelagerten Betriebe lieferten kein Material'."
Q: DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978)

11.09.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Sept. 1978, 18.9.1978) heraus mit dem Leitartikel:"
Im Sinter bleiben die Lichter an!

In der letzten Ausgabe von 'Heiße Eisen' berichteten wir von einigen Problemen in der Sinteranlage der Westfalenhütte. Die Verarbeitung von Oxygenstaub bringt zusätzliche Belastungen für die Belegschaft und die Bevölkerung der naheliegenden Wohngebiete.

Hinzu kommt, daß völlig ungeklärt ist, ob und in welchem Umfang der Oxygenstaub gesundheitsgefährdend ist. Darum forderte der Betriebsrat von der Werksleitung, solange keinen Oxygenstaub zu verarbeiten, bis sichergestellt ist, daß keine Gefahr für die Gesundheit der Kollegen besteht. Die Werksleitung ist dieser Forderung nachgekommen. Damit hatte der Protest der Kollegen und des Betriebsrats vorerst einen Erfolg. Vorerst deshalb, weil die Sache noch nicht abgeschlossen ist. Irgendwann werden dem Werksarzt die notwendigen 500 Gramm Staub für die Untersuchungen zur Verfügung stehen. Wie verlautet soll in zwei Versuchsfahrten mit Oxygenstaub weiter geprüft werden ob sich daraus ein zusätzliches Geschäft machen läßt und darum wird 'Heiße Eisen' weiter wachsam bleiben."

Angekündigt wird ein Fußballturnier (vgl. 23.9.1978) und in einem Kasten heißt es:"
ANFRAGE AN 'HEISSE EISEN':

Stimmt es, daß Johannes-Paul 1. in der Bundesrepublik nicht Papst hätte werden können?
Im Prinzip ja, denn sein Vater war aktiver Sozialist. Darum wäre sein Sohn bei uns nicht Papst geworden, sondern hätte Berufsverbot bekommen."

Weitere Artikel sind:
- "Das Steuerpaket. Ein Schwindelpaket für uns alle";
- "Rein die Kartoffeln - raus aus die Kartoffeln" zu Ofen 3 im SM III;
- "Dahinter steckt ein kluger Kopf!";
- "Leserzuschrift" zur Werksschänke Hirtenstraße; sowie
- "Solidarität mit Chile!".

Q: Heisse Eisen Im Sinter bleiben die Lichter an!, Dortmund Sept. 1978; DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix: Heisse Eisen 1968-1978, Dortmund O. J. (1978), S. 3 und 33

18.09.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 11.9.1978, 25.9.1978) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "'Heiße Eisen' feiert Geburtstag!".

Es erscheint auch ein Leserbrief, "Was bedeutet Neuorganisation VK ab Anfang 1979", zu den Verkehrsbetrieben.

Eingeladen wird zum Fußballturnier. Geworben wird für die Broschüre "10 Jahre Heisse Eisen 1968 bis 1978". Aufgerufen wird zur Demonstration gegen Arbeitslosigkeit und Aussperrung am 14.10.1978.
Q: Heisse Eisen 'Heiße Eisen' feiert Geburtstag!, Dortmund Sept. 1978

25.09.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 18.9.1978, 2.10.1978) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Extraprofite durch Arbeitsplatzvernichtung".

Ein Leserbrief fragt "Auszubildende auf dem Verschiebebahnhof?" zur Übernahme bzw. dem berufsfremden Einsatz.

Berichtet wird vom Fußballpokal am 23.9.1978 und eingeladen zu dessen Fortsetzung sowie zum abendlichen Stahlarbeiterball am 7.10.1978, aber auch zur Podiumsdiskussion "Was soll aus der Stahlindustrie werden?" am 6.10.1978 und zur Demonstration gegen Arbeitslosigkeit und Aussperrung am 14.10.1978.
Q: Heisse Eisen Extraprofite durch Arbeitsplatzvernichtung, Dortmund Sept. 1978

02.10.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 25.9.1978, 9.10.1978) vermutlich in dieser Woche heraus unter der Schlagzeile "Großer Stahlarbeiter-Ball" mit der Einladung dazu am 7.10.1978.

Enthalten sind der Leserbrief "Stranggießstreß" sowie die Artikel "SM III. in den letzten Zügen!" sowie "Pilze, Speck und Pils!" zur Pilzwanderung am 17.9.1978.

Aufgerufen wird zur Podiumsdiskussion "Was soll aus der Stahlindustrie werden?" am 6.10.1978 und zur Demonstration gegen Arbeitslosigkeit und Aussperrung am 14.10.1978.
Q: Heisse Eisen Großer Stahlarbeiter-Ball, Dortmund Okt. 1978

09.10.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 2.10.1978, 16.10.1978) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Aufruf zur Demonstration gegen Arbeitslosigkeit und Aussperrung am 14.10.1978 und der "Erklärung des Landesausschusses der DKP: Zur Wahl des neuen Ministerpräsidenten Rau".
Q: Heisse Eisen Stop Arbeitslosigkeit Stop Aussperrung, Dortmund 1978

16.10.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 9.10.1978, 6.11.1978) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Eisen- und Stahlbosse rüsten zum Arbeitskampf. Will Weisweiler aussperren?" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- ein Bildbericht von der DGB-Kundgebung am 7.10.1978;
- "Mechanische Reparaturwerkstatt Sieger im 'Heiße Eisen' Pokal" zum Fußballturnier;
- "So ein Tag, so wunderschön wie heute…" zum Stahlarbeiter-Ball;
- "Aufruf kommunistischer Parteien: Gemeinsam gegen Pläne der Stahlkonzerne. Kundgebung am 4. November in Thionville" von KP Frankreich, DKP, KP Belgiens, Luxemburgische Kommunistische Partei und der Kommunistischen Partei der Niederlande; sowie
- "Eindrucksvolle Demonstration und Kundgebung. 40 000 Gewerkschafter gegen Arbeitslosigkeit und Aussperrung".
Q: Heisse Eisen Eisen- und Stahlbosse rüsten zum Arbeitskampf. Will Weisweiler aussperren?, Dortmund Okt. 1978

06.11.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 16.10.1978, 13.11.1978) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Eck-Zweck-Dreck" zum von der EG geplanten Abbau von 150.000 Arbeitsplätzen in der Stahlindustrie.

Weitere Artikel sind:
- "Vom Tisch des Herrn…!" zur innerbetrieblichen Lohnstruktur;
- "Faschisten raus aus Dortmund! Türkische Kollegen sind wachsam!" u.a. zur Demonstration am 29.10.1978; sowie
- "Belegschaften fordern 35-Stunden-Woche!" zu den Belegschaftsversammlungen.

Aufgerufen wird zur VVN-Veranstaltung zur Reichskristallnacht am 8.11.1978 und zur Kranzniederlegung vor der von den Nazis zerstörten Synagoge am 9.11.1978.
Q: Heisse Eisen Eck-Zweck-Dreck, Dortmund Nov. 1978

13.11.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 6.11.1978, 26.11.1978) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Der heutige Kampf entscheidet über die Arbeitsplätze von morgen" zur Stahltarifrunde (STR), zu der auch ein Artikel auf Türkisch erscheint.

Weitere Artikel sind:
- "Thionville - 4. November 78";
- "Leserzuschrift" zur Kantine in der Hildastraße; sowie
- "Geheimpläne auf den Tisch" zum neuen Stahlwerk auf der Westfalenhütte.

Eingeladen wird zum 9. Festkonzert der DKP Ruhr-Westfalen am 3.12.1978 und zum 'Heisse Eisen'-Sylvesterball.
Q: Heisse Eisen Der heutige Kampf entscheidet über die Arbeitsplätze von morgen, Dortmund Nov. 1978

26.11.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 13.11.1978, 3.12.1978) vermutlich in dieser Woche heraus als Extrablatt "Die richtige Antwort: Kampfmaßnahmen! Streik!!" zur Stahltarifrunde (STR).
Q: Heisse Eisen Extrablatt Die richtige Antwort: Kampfmaßnahmen! Streik!!, Dortmund Nov. 1978

03.12.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 26.11.1978, 20.12.1978) heraus mit dem Leitartikel "Für Arbeitsplätze und Demokratie" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Stahlarbeiter an Rhein und Ruhr Solidarität hilft siegen!" mit Berichten aus Dortmund und Oberhausen; sowie
- "Streik - reine Männersache?" zu den Frauen und Kindern.
Q: Heisse Eisen Für Arbeitsplätze und Demokratie, Dortmund O. J. (1978)

20.12.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 3.12.1978, 20.12.1978) Nr. 20 heraus unter der Überschrift "'Von Nichts kommt Nichts!'" zur Stahltarifrunde (STR).
Q: Heisse Eisen Nr. 20, Dortmund 20.12.1978

20.12.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 20.12.1978, 21.12.1978) Nr. 21 als Extrablatt heraus mit einer letzten Meldung von der Vertrauensleute-Vollversammlung der Westfalenhütte zur Stahltarifrunde (STR).
Q: Heisse Eisen Nr. 21, Dortmund 20.12.1978

21.12.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 20.12.1978, 22.12.1978) heraus mit dem Leitartikel "Große Tarifkommission: 'Ne Schüppe zugelegt" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Im Schlaraffenland" zu den Diäten der Landtagsabgeordneten von NRW; sowie
- "Eine Welle der Solidarität rollt" für die Ausgesperrten.

Eingeladen wird zum Sylvesterball.
Q: Heisse Eisen Große Tarifkommission: 'Ne Schüppe zugelegt, Dortmund 21.12.1978

22.12.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 21.12.1978, 23.12.1978) Nr. 23 als Extrablatt heraus mit dem Leitartikel "Päckchen mit Gewicht" zur Stahltarifrunde (STR). Enthalten ist auch ein "Lustiges Streiklexikon".
Q: Heisse Eisen Nr. 23, Dortmund 22.12.1978

23.12.1978:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich heute ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 22.12.1978, 8.1.1979) heraus unter der Überschrift "Allen Kolleginnen und Kollegen wünschen wir Gesundheit und einige erholsame Tage".
Q: Heisse Eisen Allen Kolleginnen und Kollegen wünschen wir Gesundheit und einige erholsame Tage, Dortmund O. J. (1978)

08.01.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 22.12.1978, 19.2.1978) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "So steht es heute in der UZ: Verhandlungsergebnis weit unter der ursprünglichen gewerkschaftlichen Forderung!" zur Stahltarifrunde (STR).

Weitere Artikel sind:
- "Kinder üben Solidarität!" zur Klasse 5d des Heisenberg-Gymnasiums; sowie
- die Anzeige aus 'WAZ' und 'WR' vom 3.1.1979, "Dortmunder Ärzte, Pfarrer, Wissenschaftler. Künstler, Schriftsteller, Rechtsanwälte, Richter, Schauspieler, Lehrer u.a. erklären: Aussperrung ist schändlich, unsozial und unmenschlich!".
Q: Heisse Eisen So steht es heute in der UZ: Verhandlungsergebnis weit unter der ursprünglichen gewerkschaftlichen Forderung!, Dortmund Jan. 1979

19.02.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 8.1.1979, 2.3.1979) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Seltsame Auslese bei Einstellungen".

Weitere Artikel sind:
- "Jetzt erst recht: Vietnam bleibt unsere Sache! Solidarität hilft siegen!";
- "Pilgerfahrt nach Bonn" für die Senkung des Rentenalters; sowie
- "Das haute hin!" zur Karnevalsfeier am 17.2.1979.

Eingeladen wird zum 'UZ'-Volksfest vom 22.-24.6.1979.
Q: Heisse Eisen Seltsame Auslese bei Einstellungen, Dortmund Feb. 1979

02.03.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 19.2.1979, 26.3.1979) vermutlich Ende dieser Woche heraus unter der Schlagzeile "Hände weg von Vietnam!".

Aufgerufen wird zur Demonstration gegen die Berufsverbote in Bonn am 31.3.1979, eingeladen zur Kinderferienaktion in der DDR.
Q: Heisse Eisen Hände weg von Vietnam!, Dortmund März 1979

26.03.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 2.3.1977, 9.4.1977) heraus mit dem Leitartikel "Übernahmeregelung - was kommt dann?" zu den Auszubildenden.

Weitere Artikel sind:
- ein Leserbrief zur VKE Aufsicht Bezirk 58 auf Phönix;
- "Konzertierte Aktion - Nein! Lambsdorff lädt ein zur konzertierten Aktion";
- "Berufsverbote. So gut wie vom Tisch?" mit dem Aufruf zur Demonstration in Bonn am 31.3.1977 und einem Bericht über Brigitte Bubenberger, Dortmund;
- "Für Streikgeld wird jetzt auch noch Lohnsteuer kassiert. Unternehmerverbände freuen sich"; sowie
- "Nie wieder Rombergpark. Naziverbrechen dürfen nie verjähren".

Eingeladen wird zum 'UZ'-Volksfest vom 22.-24.6.1979.
Q: Heisse Eisen Übernahmeregelung - was kommt dann?, Dortmund März 1977

09.04.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 26.3.1979, 16.4.1979) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Schmitthals Leichen!" zum geplanten Abbau von 6 000 Arbeitsplätzen in den nächsten vier Jahren.

Weitere Artikel sind:
- "Rechnung nach Art des Vorstandes!" zu den Neuinvestitionen;
- "Frankreichs Stahlarbeiter kämpfen";
- "Thyssen Niederrhein AG. 300 Lehrlinge demonstrierten" in Oberhausen, aus der 'UZ';
- "Die Rechnung ohne dne Wirt gemacht!" eine Leserzuschrift zu Rohwedder;
- "Die Kollegen der Werksfeuerwehr wehren sich!"; sowie
- "Rohwedder spielt wieder den starken Mann!".

Eingeladen wird zum Großen bunten Abend als 1. Mai-Veranstaltung am 28.4.1979 im Parkhaus Barop und zum 'UZ'-Volksfest vom 22.-24.6.1979. Aufgerufen wird zur Demonstration am 13.4.1979 im Rombergpark.
Q: Heisse Eisen Schmitthals Leichen!, Dortmund Apr. 1979

16.04.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 26.3.1979, 14.5.1979) vermutlich in dieser Woche als Extrablatt "Drahtverfeinerung Westfalenhütte: Kollegen kämpfen um ihre Arbeitsplätze!" heraus.

Es erscheint auch der Artikel "Diplom-Pädagogen fordern: Stop PH-Auflösung".
Q: Heisse Eisen Extrablatt Drahtverfeinerung Westfalenhütte: Kollegen kämpfen um ihre Arbeitsplätze!, Dortmund O. J. (1979)

14.05.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 16.4.1979, 18.6.1979) heraus als Extrablatt "Heute wir - morgen ihr!" zur Demonstration von 100 Kollegen der Weiterverarbeitung auf Phönix.

Eingeladen wird zu Kinderferienreisen in die DDR und zum 'UZ'-Volksfest vom 22.-24.6.1979.
Q: Heisse Eisen Extrablatt Heute wir - morgen ihr!, Dortmund 14.5.1979

18.06.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich Anfang dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 14.5.1979, 22.6.1979) heraus mit dem Leitartikel "DKP lädt ein zum Fest der Arbeiterpresse" zum 'UZ'-Volksfest vom 22.-24.6.1979.

Es erscheint auch der Artikel "Künstler aus dem Stahlarbeiterstreik beim Pressefest der UZ dabei".
Q: Heisse Eisen DKP lädt ein zum Fest der Arbeiterpresse, Dortmund Juni 1979

22.06.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 18.6.1979, 13.7.1979) heraus mit dem Leitartikel "Was geschieht mit der Eisenbahn?".

Weitere Artikel sind:
- "Vollendete Tatsachen…" zur Drahtverfeinerung";
- "Die Ölmultis lügen, daß sich die Kassenbiegen"; sowie
- "Preise überrollen Löhne. Vertrauensleute fordern Nachschlag" zur Thyssengießerei in Duisburg-Meiderich, aus der 'UZ'.

Abgedruckt wird das Programm des 'UZ'-Volksfest vom 22.-24.6.1979.
Q: Heisse Eisen Was geschieht mit der Eisenbahn?, Dortmund Juni 1979

13.07.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 22.6.1979, 1.10.1979) heraus mit dem Leitartikel "Sollen 5.000 Arbeitsplätze 'eingespart' werden! Wo will Hoesch in Dortmund 'auskehren'?".

Weitere Artikel sind:
- "Jupp sechte Atze" zu den Sparmaßnahmen;
- ein Leserbrief, der sich für einen Lohnnachschlag einsetzt;
- "Fest der Arbeiterpresse 22.-24. Juni" zum 'UZ'-Volksfest;
- "Rekordproduktion" zum Lohnnachschlag;
- "Olympiade in Moskau"; sowie
- "Nahverkehr bürgernah" zu den Dortmunder Stadtwerken.
Q: Heisse Eisen Sollen 5.000 Arbeitsplätze 'eingespart' werden! Wo will Hoesch in Dortmund 'auskehren'?, Dortmund 13.7.1979

01.10.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 13.7.1979, 14.12.1979) heraus mit dem Leitartikel "Estel Monopoly" zum Arbeitsplatzabbau.

Weitere Artikel sind:
- "Betriebsräte werden bespitzelt";
- "Kollegen als Kommunalwahlkandidaten der DKP";
- "Nach dem Strauß-Auftritt. Berechtigter Protest und berechtigte Sorge" aus der 'UZ' vom 17.9.1979; sowie
- "Heisse Eisen Fußball Pokal", zum Turnier, das am 13.10.1979 stattfindet.
Q: Heisse Eisen Estel Monopoly, Dortmund O. J. (1979)

14.12.1979:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 1.10.1979, Jan. 1982) heraus mit dem Leitartikel "Der Anfang vom Ende für 'P 3'?" zum Werk Union.

Weitere Artikel sind:
- "Gas bald 15%, Strom bald 7% teurer!" zu den Tariferhöhungen der Dortmunder Stadtwerke und der VEW;
- "Friede auf Erden" zur Abrüstung; sowie
- "Alle Jahre wieder…" zu den Preiserhöhungen in den Kantinen.
Q: Heisse Eisen Der Anfang vom Ende für 'P 3'?, Dortmund 14.12.1979

Januar 1982:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, laut KPD, vermutlich im Januar ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Sept. 1978) heraus.

Die KPD (vgl. 25.1.1982) berichtet:"
'HEISSE EISEN' BETREIBT AUGENWISCHEREI

Wie gewohnt hat auch das 'Heiße Eisen' der DKP die Belegschaft schnell über die Konzepte Hoesch/Krupp informiert und richtig als Arbeitsplatzvernichtungskonzepte kritisiert. So weit so gut.

Nur heißt es dann: 'Die Aussagen von IG Metall und Betriebsrat sind klar, keine weiteren Abstriche an dem Beschluß vom Mai 1981'. Schön wär's, wenn das die Position der IGM und einer Mehrheit in den Betriebsräten wäre. Sie war und ist es aber nicht! Wie sonst können denn die Beschlüsse, die Belegschaft noch unter die Zahl von 13 000 zu reduzieren EINSTIMMIG im Aufsichtsrat gefällt worden sein?

Daß die IGM-Führung und die BR-Spitzen mit dem Vorstand gegen die Interessen der Belegschaft vertrauensvoll zusammenarbeiten, das verschweigt das 'Heiße Eisen' - wie schon so oft.

Der Einfluß der Sozialpartnerschaftsvertreter in der IGM und in den Betriebsräten muß OFFENSIV BEKÄMPFT werden, sonst wird es keine Fortschritte bei der Verteidigung unserer Arbeitsplätze geben!"
Q: Stählerne Faust Einmalige Zusammenarbeit!, Dortmund O. J. (1982), S. 2

Letzte Änderung: 31.12.2017