Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 18.10.2016


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Die Ortsbeilage Dortmund der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) des KBW kann hier bisher nur bruchstückhaft dokumentiert werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Juni 1974:
Das Dortmunder Kindergeldkomitee (vgl. 28.9.1974) berichtet über sich selbst:"
Ende Juni haben zunächst die spanischen Gruppen von der neuen Kindergeldregelung erfahren. Wie in verschiedenen anderen Städten bildete sich auch in Dortmund spontan ein provisorisches spanisches Komitee gegen die Kindergeldregelung."
Quelle: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 2

28.09.1974:
Das Dortmunder Kindergeldkomitee (vgl. Juni 1974, 26.10.1974) berichtet über sich selbst:"
Ein repräsentatives Komitee wurde am 28. September auf einer Protestversammlung von 200 Spaniern gewählt. Darin arbeiten Unorganisierte, sowie Vertreter der PCE (Kommunistische Partei Spaniens), der UGT (sp. sozialdemokratische Gewerkschaftsorganisation), des spanischen Zentrums DO, des Spanischen Kulturkreises DO, der Katholischen Mission, des Comitee Solidaridad y Lucha (sp. antifaschistische Organisation). Es war von Anfang an erklärtes Ziel alle spanischen Kräfte am Ort zu vereinheitlichen im Kampf gegen die Kindergeldregelung."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 2

Oktober 1974:
Für den KBW Dortmund berichtet T. K. vermutlich aus dem Oktober:"
BERGBAU: SPARSAMKEIT FÜR AKTIONÄRE BRINGT ERHÖHTE UNFALLGEFAHR

Das Baufeld Scharnhorst, im Verbund mit dem Verbundwerk Gneisenau, soll bis Mitte 1975 ausgesetzt werden. Ursprünglich sollte Scharnhorst Ende 1974 dicht gemacht werden. Auf der vorletzten Belegschaftsversammlung (BV - vgl. **.*.1974, d.Vf.) von Gneisenau, sprach auch ein Kumpel die Strecke, die Scharnhorst mit Gneisenau verbindet, an. Der Stand der Strecke ist lebensgefährlich, die Weichen klemmen und die Schienen sind oft stark verbogen. Die Geschäftsleitung argumentierte: Scharnhorst wird bald dicht gemacht werden, was lohnen sich da noch Investitionen, sprich, für den Bergmann unter Tage lebensnotwendige Reparaturen. Jetzt, wo Scharnhorst weiter offen bleiben soll (ein halbes Jahr), wird die Strecke auch nicht repariert. Begründung: Scharnhorst wird in einem halben Jahr sowieso dicht gemacht. Für die RAG ist das eine Reparatur, die viel Geld verschlingt und an der sie kein Interesse hat, wie sollte sie auch, denn die RAG-Aktionäre müssen ja auch nicht in der Strecke arbeiten.

Für die Kumpels ist das eine lebensnotwendige Sache. Für sie bedeutet das Nichtreparieren der Strecke die ständige Gefahr von Entgleisungen unter Tage, die die Kumpels mit Knochenbrüchen und Tod bezahlen müssen. So unterschiedlich sind die Interessen der Arbeiter und der Kapitalisten an Reparaturen und Unfallschutz.

Deswegen muß es heißen:
ÜBERNAHME DES UNFALLSCHUTZES DURCH DIE BELEGSCHAFT, d.h., DURCH DEN BETRIEBSRAT"
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 1

16.10.1974:
Die Ortsaufbaugruppe (OAG) Dortmund des KBW gibt ihre 'Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund' (KVZ-OBL) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Nach eigenen Angaben wird darin u.a. eingegangen auf den anstehenden Prozeß wegen des 1. Mai 1973 (vgl. 18.10.1974).
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 1

18.10.1974:
Für den KBW Dortmund berichtet H.-J. F.:"
STAATSANWALT BEANTWORTET PROZESSNIEDERLAGE MIT HETZE

Am 18. Oktober fand vor dem Schöffengericht in Dortmund die Verhandlung gegen den Studenten H…-J… F. … statt, dem zur Last gelegt wurde, am 1. Mai 1973 auf der DGB-Demonstration Demonstrationsteilnehmer und Passanten durch 'wiederholtes Ausrufen' der Parole 'NIEDER MIT DEN DEMONSTRATIONSVERBOTEN' zu Protesten gegen die vom Polizeipräsidenten in Dortmund '…ausgesprochene Verbotsverfügung animiert zu haben'. Bei seiner Festnahme soll er Widerstand geleistet haben. (…) Weiterhin hatte er sich für einen 'nicht genehmigten' Informationsständer der Fotos des brutalen Polizeieinsatzes vom 1.Mai 1973 zeigte, verantwortlich erklärt und soll bei der anschließenden Festnahme wieder Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet haben.

Dieser Prozeß endete mit einem Freispruch für den Angeklagten, da selbst die 16 (in Worten: sechzehn) Polizeibeamten, die von der Staatsanwaltschaft als Zeugen geladen waren, zugestehen mußten, daß der Angeklagte 'höchstens passiven Widerstand' geleistet hatte.

Dieser Freispruch ist jedoch nur ein halber Sieg. Denn der Staatsanwalt, der sich sonst als Gesinnungsschnüffler bei der Staatsschutzkammer betätigt und die Richterin rechtfertigen beide den Einsatz der Polizei am 1. Mai sowie am 12. Mai 1973. Am 1. Mai soll angeblich die öffentliche Sicherheit gefährdet gewesen sein und am 12. Mai mußten sich die Polizeibeamten einer 'HORDE WILDER MAOISTEN' (der Staatsanwalt wörtlich) erwehren. Daß beide, Staatsanwalt und Richterin 4/5 ihrer Ausführungen zur Rechtfertigung des Polizeieinsatzes brauchten, macht den eigentlichen Sinn des Prozesses überhaupt deutlich: hier wurde 'im Namen des Volkes' festgehalten, daß der Angriff der Staatsgewalt auf die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit 'rechtmäßig' war und der Angeklagte nur deshalb freigesprochen wurde, weil er sich nicht gewehrt hatte.

Diese Gerichtsverhandlung macht wieder einmal deutlich, daß die 'Unabhängigkeit der Gerichte' eine Farce ist und sie die Aufgabe wahrnehmen, jede Regung des Widerstands gegen die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse, deren volksfeindlicher Charakter in der jetzigen Krise wieder offenkundig ist, niederzuschlagen."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 1

21.10.1974:
Für den KBW Dortmund berichtet E. S. aus dieser Woche:"
ARBEITSLOSIGKEIT IN DORTMUND

Von den von der Arbeitslosigkeit Betroffenen lebt jeder 3. in Nordrhein-Westfalen. Dortmund steht mit einer Quote von 3, 3% an 'unterster Stelle der Statistik' erklärte in der letzten Woche der Leiter des Arbeitsamtes, Ahl, weshalb er auch keine 'ungewöhnliche Krise' erkennen mag. Es ist nicht anzunehmen, daß die 10 000 Betroffenen mit ihm einer Meinung sind und ebensowenig die 770 Kurzarbeiter Dortmunds. Einen hohen Anteil an den Arbeitslosen haben die Jugendlichen mit über 1 800. Mehr als 1 000 davon sind 18jährige. 310 Jungen und Mädchen haben nach ihrem Schulabschluß erst gar keine Stellung gefunden. Zudem erhalten sie keinen Pfennig Arbeitslosengeld, weil sie auch noch nie gearbeitet haben. Ein Trostpflaster sollen sogenannte 'begleitende Lehrgänge' darstellen, die die Jugendlichen an das Berufsleben heranführen sollen. Im Frühjahr soll ihnen dann mit Hilfe des Arbeitsamtes eine 'geeignete Stelle' vermittelt werden. Die Jugendlichen müssen sich selbst was einfallen lassen, wenn sie bis dahin leben wollen.

Entlassenen Hilfskräften verspricht das Arbeitsamt eine qualifizierte Ausbildung. Es wird jedoch nicht erklärt, wie das geschehen soll, wo es noch nicht einmal möglich ist, Schulabgänger in einer Lehrstelle unterzubringen.

Als ob es nicht schon damit genug wäre, arbeitslos und auf die Hilfe des Arbeitsamtes angewiesen zu sein, kommt der beschwerliche Weg dazu, Arbeitslosengeld bzw. -unterstützung zu erhalten. Eine Flut von Anträgen kommt auf den Antragsteller zu, die meist so kompliziert aufgebaut sind, daß sie notwendigerweise unvollständig bleiben. Ist dies der Fall, sieht sich das Arbeitsamt nicht in der Lage, vor 3 Monaten ab Beginn der Arbeitslosigkeit überhaupt eine Unterstützung zu gewähren. Die Schlangen in den Fluren des Arbeitsamtes werden demnächst nicht kleiner werden, eine Steigerung zwischen 25 - 30% ist vorausgesagt, wobei die Arbeitsplätze der Frauen am meisten gefährdet sind."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 1

21.10.1974:
Für den KBW Dortmund berichtet B. S.:"
In der Woche vom 21.-25.10.1974 hat die Ortsaufbaugruppe des Kommunistischen Bundes Westdeutschland in Dortmund am Arbeitsamt eine kleine Broschüre zur Arbeitslosigkeit in Dortmund verteilt und die Kommunistische Volkszeitung (KVZ Nr. 21 - vgl. 16.10.1974, d.Vf.) verkauft. Dabei konnten wir lebendige Erfahrungen über die wirkliche Lage der Arbeitslosen in Dortmund sammeln. Dutzende von Kolleginnen und Kollegen schilderten uns, wie sie nach langjähriger Arbeit bei einer Firma jetzt in der Krise rücksichtslos rausgeschmissen werden. Und wie entwürdigend, zeitraubend und schikanös sehr oft die behandlung auf dem Arbeitsamt ist.

Eine Tatsache hat uns bei der ganzen beschissenen Lage der wachsenden Arbeitslosigkeit in Dortmund zuversichtlich gestimmt: viele der Betroffenen nehmen ihre Arbeitslosigkeit nicht wie einen unabwendbaren Schicksalsschlag, sondern beschäftigen sich mit den Ursachen der Krise. Deshalb war auch ihr Interesse an der Broschüre groß und mancher wollte anschließend eine Kommunistische Volkszeitung haben, von denen wir insgesamt rund 30 Stück verkauft haben."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 1

26.10.1974:
Für den KBW Dortmund berichtet H. G.:"
AUSLÄNDER-KINDERGELD - EINHEIT DER ARBEITERKLASSE

Wie auch schon in der Gesamtausgabe der Kommunistischen Volkszeitung gemeldet, fand am Samstag, dem 26.10.1974 in der Westfalenhalle eine Ausländerveranstaltung statt. Unter dem Motto 'Festival der Freundschaft' sprachen Bundespräsident Scheel (FDP, d.Vf.) und Oberbürgermeister Samtlebe (SPD, d.Vf.) vor Beginn eines Unterhaltungs- und Folkloreprogramms. Es war viel von 'Integration unserer ausländischen Freunde' die Rede, aber auf die tatsächlichen Nöte und die schlechte soziale und politische Lage der Ausländer ging niemand ein. Obwohl die Sicherungsgruppe Bonn und die Veranstalter (Presseamt und evangelische Kirche) einen Beitrag des Dortmunder Kindergeldkomitees verhindern wollten, konnte nach letzten Verhandlungen ein spanischer Priester für das Komitee zur Pause die nachfolgende Erklärung abgeben. Sie fand breiten Beifall unter den Versammelten.

'RESOLUTION

Die neue Kindergeldsonderregelung, die ab Januar 1975 in Kraft tritt, ist für hunderttausende von ausländischen Arbeitern und ihre Kinder eine eindeutige Diskriminierung.

Die 'Argumente', mit denen die Bundesregierung diese Maßnahme rechtfertigt, sind fadenscheinig und teilweise einfach falsch. Es wird gesagt, daß das Leben in den Heimatländern der Ausländer ja viel billiger sei und daß ihnen deswegen das Geld in voller Höhe nicht zustehe. In den meisten aller Fälle ist jedoch genau das Gegenteil der Fall. Viele Ausländer müssen nämlich einmal sich hier ernähren und dann noch die Familie in ihrem Heimatland; oft muß sehr viel Geld für die Unterbringung der Kinder in teuren Internaten aufgebracht werden und die Lebenshaltungskosten steigen in diesen Ländern noch viel rapider als in der BRD. Doch dies ist nur eine Seite.

Die andere ist die, daß wenn es darum geht Steuern und Sozialabgaben zu entrichten, alle Ausländer ohne Ausnahme wie alle Deutschen zur Kasse gebeten werden und das gleiche bezahlen müssen. Gleiche Pflichten zu bezahlen gibt es also, aber gleiche Rechte gibt es nicht. Denn dafür sorgt ein Ausländergesetz, das diese Ungleichheit gesetzlich absichert.

All die schönen Reden vom sozialen Rechtsstaat oder von der so gern zitierten Integration ausländischer Arbeiter erweisen sich bei den Taten als das, was sie eigentlich sind: leere Worte. Denn rechtsstaatlich kann sich nicht der Staat nennen, der Millionen von hier lebenden und arbeitenden Menschen elementare Rechte verweigert, sozial nicht die Politik, die ganz bewußt die wirtschaftliche Lage von hunderttausenden von ausländischen Arbeitern verschlechtert. Und von Integration kann keine Rede sein, wenn die ausländischen Arbeiter einmal mehr diskriminiert werden, nur weil es der Regierung gerade so in ihr 'Sparkonzept' paßt. Darum

BEI GLEICHEN STEUERN GLEICHES KINDERGELD!
GLEICHE RECHTE FÜR DEUTSCHE UND AUSLÄNDISCHE ARBEITER!'

Im Anschluß an die Veranstaltung konnten wir ein Interview mit einem Mitglied des Dortmunder Kindergeldkomitees durchführen.

KVZ:
Auch in Dortmund besteht seit einigen Wochen ein Kindergeldkomitee der Ausländer. Ihr seid jetzt beim 'Festival der Freundschaft' in Erscheinung getreten. Wie hat sich durch die neue Kindergeldregelung die soziale Lage der ausländischen Arbeiter und ihrer Familien verändert?

KINDERGELDKOMITEE:
Das wichtigste bei der neuen Kindergeldregelung, die ja Teil des neuen Steuerreformgesetzes ist, ist folgendes: früher gab es sogenannte Kinderfreibeträge, die fallen jetzt mit der neuen Steuerreform weg und gleichzeitig tritt eine andere Kindergeldregelung in Kraft. Nun gibt es einen Passus, der sagt, daß dies Kindergeld, was vorgesehen ist, also die 50, 70 und 120 Mark, nur für diejenigen bestimmt sein soll, die ihre Kinder hier im Geltungsbereich der Bundesrepublik haben. D.h. also, daß für alle die Ausländer, die aus irgendwelchen Gründen ihre Kinder zurückgelassen haben oder auch zurücklassen mußten, diese Kindergeldregelung nicht zutrifft. Es wurde dann von der Bundesrepublik beschlossen, mit den einzelnen betroffenen Ländern Extraverträge auszuhandeln.

Und in diesen Verträgen (die als erstes Spanien, inzwischen Portugal, Griechenland, Jugoslawien und die Türkei unterschrieben haben) wurde eben ausgehandelt, statt 50 DM 10 DM, statt 70 DM 25 DM, statt 120 DM 60 DM für das 3. und 4. Kind und vom 5. Kind an statt 120 DM 70 DM. Es ist also eine eindeutige Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage von insgesamt hunderttausenden von ausländischen Arbeitern, die dadurch noch verschlimmert wird, daß eben die Kindergeldfreibeträge ganz weggefallen sind, d.h. es ist also eine doppelte Verschlechterung.

KVZ:
Wie sah die Reaktion der ausländischen Kollegen hier in Dortmund aus, wie ist das Komitee entstanden?

KINDERGELDKOMITEE:
(Aus Platzgründen ist die Antwort auf die wesentlichen Punkte zusammengefaßt worden) … (vgl. Juni 1974, 28.9.1974, d.Vf.)
National wurde von den Komitees ein Koordinierungskomitee gewählt (vgl. **.**.1974, d.Vf.). Im Dortmunder Komitee arbeiten regelmäßig etwa 15 Personen. Darüber hinaus wurden von dem spanischen Komitee Kontakte zu anderen ausländischen Kollegen und Gruppen geknüpft. Es haben bisher vier Sitzungen mit Portugiesen, Türken und Griechen stattgefunden. Es gibt deshalb im Moment praktisch zwei Komitees, ein spanisches und ein multinationales.

KVZ:
Die neue Kindergeldregelung soll die Arbeiterklasse aufspalten. Dagegen müssen deutschen und ausländische Arbeiter gemeinsam vorgehen. Wie wollt ihr an die deutschen Kollegen und die deutsche Öffentlichkeit, sowie deutsche Gruppen und Organisationen herantreten?

KINDERGELDKOMITEE:
Von dem Nationalen Koordinierungskomitee ist jetzt eine Orientierung herausgegeben worden, daß man sich an alle möglichen deutschen Gruppen und Organisationen wenden soll, vor allen Dingen die Unterstützung auch relativ breit sein wird.

Das ist also auch für die Arbeit in Dortmund jetzt eine ziemlich wichtige Orientierung. Wir glauben, daß jetzt in der nächsten Woche die Frage noch einmal konkret angegangen werden kann und daß man dann auch schnelle Beschlüsse herbeiführen kann, vielleicht schon in der nächsten Woche eine erste Besprechung mit deutschen Gruppen und Organisationen durchzuführen. Dort kann einmal jetzt die konkrete Unterstützung im Hinblick auf die geplante zentrale Demonstration am 17. November besprochen werden, sowie andere Formen der praktischen Zusammenarbeit. D.h. also die Diskussion hineinzutragen in die Betriebe, darüber auf Betriebsversammlungen vielleicht zu diskutieren und in Gewerkschaftsgruppen. D.h. aber auch in verschiedenen Stadtteilen wo die verschiedenen deutschen Gruppen und Organisationen arbeiten die Diskriminierung in der Kindergeldregelung überhaupt publik zu machen. Damit können konkrete Schritte der Unterstützung geleistet werden.

HINWEIS: Das spanische Kindergeldkomitee trifft sich regelmäßig montags um 19 Uhr in der Kath. Mission Düsseldorfer Str.14. Es wird dort nur spanisch verhandelt, das Komitee tagt öffentlich.

(Das Interview wurde im Einvernehmen mit dem Mitglied des Kindergeldkomitees gekürzt.)"
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 2

28.10.1974:
Für den KBW Dortmund berichtet B. S. von der STR:"
STAHLTARIFRUNDE: KAPITALISTEN UND REGIERUNG ZUFRIEDEN - STAHLARBEITER EMPÖRT

Am Montag, den 28.10.1974 haben sich Stahlkapitalisten und die große Tarifkommission in Nordrhein-Westfalen auf einen neuen Tarifvertrag für die Arbeiter und Angestellten in der Stahlindustrie in NRW geeinigt. Darin wurde vereinbart:
- die Löhne und Gehälter werden um 9% angehoben
- es gibt eine einmalige Sonderzahlung von 600 DM, die in 2 Raten von je 300 DM am 15. November 1974 und im Mai 1975 gezahlt wird
- der Urlaub wird um 2 Tage verlängert
- für ältere Kollegen wird es einen erweiterten Kündigungsschutz und eine gewisse Dienstabsicherung geben
- der Tarifvertrag über Löhne und Gehälter hat eine Laufzeit von 12 Monaten

Was von diesem Vertrag zu halten ist, sieht man sehr gut daran, was die Beteiligten - Unternehmer und die Parteien auf der einen Seite und die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter auf der anderen Seite - jetzt erklären. So lauteten z.B. die Überschriften der WAZ:
'Arbeitgeber: Wende zu stabilitätsgerechter Einkommensentwicklung'
'Bonn lobt neuen Stahltarif'
'In den Stahlwerken gärt es'

Zufrieden erklären sich die Stahlkapitalisten, weil ihnen durch diesen Abschluß Extraprofite sicher sind.

Sehr zufrieden äußert sich die Bonner Regierungskoalition, denn ihre Wirtschaftspolitik, die die Krise auf den Rücken der Arbeiter abwälzen will, kann hier einen gewissen Erfolg verbuchen.

Sehr unzufrieden sind die gewerkschaftlich organisierten Stahlarbeiter." U.a. in Dortmund (vgl. 28.10.1974).

Dieser Abschluß gilt auch für die Klöckner-Hütte Bremen.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 1; KBW-OG: Zur Metalltarifrunde: 9% - Keine Richtlinie für die Lohnrunde, Bremen 31.10.1974, S. 1

28.10.1974:
Für den KBW Dortmund berichtet B. S. über die Unzufriedenheit der Stahlarbeiter mit dem heutigen Abschluß der Stahltarifrunde (STR) in NRW:"
Am Montag fand in Dortmund eine Versammlung von Betriebsräten, Vorsitzenden der Vertrauenskörper und Jugendvertretern aus den 3 HOESCH-Werken und den Edelstahlwerken Aplerbeck statt. Dort wurde das Ergebnis einstimmig abgelehnt, weil diese IG-Metallfunktionäre genau wissen, daß die Masse der 30 000 Stahlarbeiter in Dortmund empört ist über diesen miesen Abschluß.

Zwar wurde diese ablehnende Entschließung verfaßt, bevor die große Tarifkommission endgültig zustimmte, doch wird hier ein richtiger Weg eingeschlagen: nämlich die Entscheidungen der sozialdemokratischen Spitzenfunktionäre dürfen nicht wie ein Gottesurteil hingenommen werden. Denn dieser Tarifabschluß ist in 'konzertierter Aktion' von Stahlkapitalisten und Bonner Koalition gegen die Interessen der Arbeiter durchgesetzt worden. Deshalb jubeln sie jetzt auch unverhohlen gemeinsam. Und die SPD-Spitzenfunktionäre in der IGM fühlen sich offensichtlich stärker der Bonner Koalition verpflichtet als den Interessen der Stahlarbeiter. Deshalb ist es notwendig, auch jetzt, nach Abschluß des Vertrages in der Gewerkschaft über die Tarifrunde offen zu diskutieren und den Abschluß abzulehnen.

Dadurch bekommt man zwar nicht sofort einen neuen Tarifabschluß, aber den sozialdemokratischen Spitzenfunktionären wird klargemacht, daß sie nicht ohne Widerstand gegen die Interessen der Stahlarbeiter handeln können.

Im übrigen sind im nächsten Frühjahr Betriebsrats- (BRW, d.Vf.) und Vertreterwahlen und dafür wäre gut zu wissen, wer z.B. die beiden Dortmunder Vertreter in der Großen Tarifkommission sind, die diesen Tarifvertrag angenommen haben. Funktionäre der IG-Metall haben schließlich kein Erbrecht auf ihre Funktion, sondern müssen abgewählt werden, wenn sie nichts für die Interessen der Arbeiter taugen."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 1

28.10.1974:
Der KBW Dortmund berichtet über sich selbst:"
ORTSAUFBAUGRUPPE DORTMUND DES KOMMUNISTISCHEN BUNDES WESTDEUTSCHLAND DISKUTIERT IHRE AUFGABEN

KÄMPFER FÜR DIE ALLTÄGLICHEN INTERESSEN DER ARBEITER WERDEN

Am 28. Oktober fand eine Zellenleiterberatung der Ortsaufbaugruppe Dortmund und der Kommunistischen Hochschulgruppe statt.

Debattiert wurde die Situation und die Aufgaben, die sich die Ortsaufbaugruppe im Kampf für die Zwecke der Arbeiterklasse stellen aus Anlaß der Umstellung der Kommunistischen Volkszeitung auf wöchentliches Erscheinen. Im folgenden veröffentlichen wir Auszüge aus dem Referat des Sekretärs der Ortsaufbaugruppe an die Zellenleiterberatung.

'In unserer Stadt leben über 150 000 Arbeiter und andere Lohnabhängige. Ihre Arbeitskraft wird bei HOESCH (IGM-Bereich, d.Vf.), der RAG (IGBE-Bereich, d.Vf.), Edelstahl (IGM-Bereich, d.Vf.) als Groß-, Rheinstahl (IGM-Bereich, d.Vf.) als Mittel- und einer großen Zahl weiterer mittlerer und kleiner Kapitalisten der verschiedensten Branchen ausgebeutet.

Der größte Teil der Arbeiter ist in den Gewerkschaften IG Metall, IGBE und der ÖTV organisiert. In den Stahl- und Schachtanlagen ist der gewerkschaftliche Organisationsgrad zwischen 80 - 90%.

Von der IGM und der IGBE gibt es eine rege Ortsgruppentätigkeit. Die selbständige Bewegung der Arbeiter und anderer Teile des Volkes entwickelt sich an vielen Punkten.

Die selbständigen Streiks der HOESCH-Arbeiter haben stark das Selbstbewußtsein der HOESCH-Arbeiter und anderer Kollegen beeinflußt. Die Streikaktionen im Stadthaus in der letzten ÖTV-Tarifrunde (ÖDTR - vgl. 23.1.1974, d.Vf.) haben dies fortgesetzt.

Die Krise der kapitalistischen Produktion hat für die Arbeiter unserer Stadt stärkere Auswirkungen als in anderen Städten und Bundesländern. Die Arbeitslosenzahl ist höher als im Bundesdurchschnitt. Sie reicht mittlerweile an die 10 000. Bezogen auf die Gesamterwerbstätigen sind das 3, 3%, bezogen auf die Arbeiter 7%.

Der Angriff auf die Existenz der Arbeiterfamilien in Form von Umweltbeeinträchtigungen und Abriß von billigen Wohnungen ist sehr groß. In zahlreichen Ortsteilen haben sich die Bewohner zusammengeschlossen, um unabhängig von den bürgerlichen Parteien gegen diese Mißstände vorzugehen. Die Mieter Neu-Scharnhorsts haben sich gegen Mieterhöhungen zusammengeschlossen zu mehreren Mieterinitiativen. In Grevel haben die Anwohner der Kokerei Gneisenau eine Interessengemeinschaft gebildet. In Marten haben Bewohner beschlossen vor den Landtag zu ziehen, um dort Maßnahmen gegen die Lärmbelästigung durch die neue Sauerlandlinie zu fordern. Die Liste der Initiativen und Zusammenschlüsse des Volkes läßt sich noch weiter fortführen. Politisch zeigen diese Zusammenschlüsse, wie sehr sich die Massen bereits von den bürgerlichen Parteien losgelöst haben und von ihnen nicht mehr viel erwarten.

Die Ortsaufbaugruppe ist erst in sehr geringen Umfang in der Lage, den Massen in ihrem alltäglichem Kampf die Alternative aufzuzeigen, die im Kampf der Arbeiterklasse und des Volkes um die politische Macht und die soziale Revolution liegt.

Aber die Ortsaufbaugruppe hat sich in den vergangenen Monaten fortentwickelt und konnte ihren Einfluß ausdehnen.

Die Ortsaufbaugruppe hat 25 Mitglieder, davon 8 Kandidaten. In Form von Zellen, Aufbauzellen, Einzelbeauftragten arbeitet die Ortsaufbaugruppe seit mehreren Monaten kontinuierlich in Neu-Scharnhorst, bei HOESCH (IGM-Bereich, d.Vf.), in der Schachtanlage Minister Stein (IGBE-Bereich, d.Vf.), in Eving, in der Nordstadt, in Hombruch, im Stadthaus (ÖTV-Bereich, d.Vf.), in Mengede, in Lütgendortmund und an den Dortmunder Hochschulen.

Grundsätzlich gibt es hier trotz vieler Schwierigkeiten gute Voraussetzungen, Stadtteil- und Betriebszellen aufzubauen. Diese guten Voraussetzungen will ich im folgenden aufzeigen und darlegen, welche Arbeitsweise wir in den Zellen entwickeln müssen, um wirklich vorwärts zu kommen. Einige Genossen schauen sich den geringen Umfang und die wenigen Tätigkeiten der Ortsaufbaugruppe an und kommen zu dem Schluß, daß sich nichts fortbewegt und sind entmutigt. Sicherlich ist es richtig, daß wir Kommunisten erst wenige sind. Doch wenn wir in richtiger Weise den tagtäglichen Interessenkampf des Volkes organisieren und hier unser Programm der sozialen Revolution deutlich machen, wird sich unser Einfluß unter den Massen schnell vergößern.

Denn darum geht es: daß die Kommunisten nicht als irgendwelche Besserwisser auftreten, sondern den Massen bekannt werden als unermüdliche Organisatoren ihres alltäglichen Interessenkampfes.

Daß der Kommunistische Bund Westdeutschland für die Umwälzung der bestehenden kapitalistischen Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnisse eintritt, begründen wir direkt mit der Kritik der alltäglichen Verhältnisse, die wir in der Fabrik oder im Wohnviertel erleben.

Wir finden es empörend und Grund genug für die soziale Revolution einzutreten, daß in Dortmund 150 000 Arbeiter in ihrer täglichen Arbeit die Werte schaffen, von denen sich eine kleine Minderheit der Kapitalisten gesund hält, während den Arbeitern das Nötigste fehlt.

Wir finden es empörend und Grund genug, die Arbeiter zu Kampfmaßnahmen zusammenzurufen, wenn z.B. in einem Ortsteil die Arbeiterfrauen wegen ein paar Medikamenten stundenlang warten müssen oder überhaupt zu wenig Ärzte da sind.

In den täglichen Sorgen, Erfahrungen und Forderungen der Arbeiter einer Abteilung oder der Mieter eines Viertels sehen wir oft den Stoff, mit dem sich unsere Zellen auseinandersetzen und mit dem sie den Klassenkampf organisieren helfen. Denn in all diesen kleinen Dingen, drückt sich zu einem Teil die Klassenwirklichkeit aus, in der wir leben und gegen die wir die Front der Arbeiterklasse und des Volkes errichten wollen.

Um die Arbeit der Zellen und Aufbauzellen zu verbessern, müssen wir folgende Punkte beachten und unsere Tätigkeiten nach ihnen ausrichten:
1. den Blick auf die objektiven Klassenverhältnisse lenken

Grundlage jeder Tätigkeit der Zellen und Ortsaufbauzellen muß Untersuchung und Kenntnis der Klassnwirklichkeit in ihrem Arbeitsfeld sein. Zahl der Arbeiter, Zahl der Betriebe nach Größe und Branche, gewerkschaftliche Organisation, Ämter der Stadt, sonstige Einrichtungen. Über diese Punkte muß sich die Zelle aus dem Statistischen Jahrbuch, durch Auskunft bei den Ämtern oder durch andere Wege Kenntnisse verschaffen und diese Kenntnisse laufend während ihrer Arbeit vervollkommnen und vertiefen.

2. müssen wir den Arbeitsbereich der Zellen und Aufbauzellen auf eine bestimmte Abteilung eines Betriebes oder Stadtviertels eines bestimmten Stadtteils einschränken. Ein Arbeitsfeld sollte nie größer als der Einzugsbereich einer Grundschule sein. Nur in einem Arbeitsfeld dieser Größenordnung wird es möglich sein, den Überblick zu behalten.

3. Ein Netz von Bekannten und regelmäßigen Besuchen aufbauen

Grundlegende Tätigkeit jeder Zelle und jedes Genossen müssen regelmäßige Besuche bei Arbeitern in dem Arbeitsfeld sein. Diese Besuche müssen als Untersuchungsgespräch mit der Kommunistischen Volkszeitung (KVZ, d.Vf.) aufgenommen werden, mit dem Ziel, die realen Sorgen und Erfahrungen der Massen hier zu studieren, um sie über ihre gemeinsamen Forderungen gegen die Kapitalistenklasse zusammenschließen zu können. Die Zelle oder Aufbauzelle muß sorgfältig die Ergebnisse eines jeden Besuches einschätzen, regelmäßig die Fragen und Schwerpunkte eines jeden Besuches festzulegen und die gemachten Erfahrungen auswerten. Zentrales Mittel zur Durchführung der Besuchstätigkeit ist die Kommunistische Volkszeitung und die Ortsbeilage (OBL, d.Vf.).

Wenn die Zellen in dieser Weise ihre Tätigkeiten ausrichten, werden wir uns enger mit den Volksmassen verbinden können und Fortschritte in unserer Arbeit erreichen.'"
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974), S. 2

30.10.1974:
Die Ortsaufbaugruppe (OAG) Dortmund des KBW gibt ihre 'Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage' (KVZ-OBL) Nr. 22 (vgl. 16.10.1974) mit 2 Seiten DIN A 3 mit einer Auflage von 1 000 heraus.

Berichtet wird von der Stahltarifrunde (STR) der IGM in NRW (vgl. 28.10.1974) und in Dortmund (vgl. 28.10.1974), von einem Prozeß wegen dem 1. Mai 1973 (vgl. 18.10.1974), vom Verbundwerk Gneisenau (IGBE-Bereich - vgl. Okt. 1974), von der eigenen Arbeit vor dem Arbeitsamt (vgl. 21.10.1974) und von der Arbeitslosigkeit in Dortmund (vgl. 21.10.1974), vom Kindergeld für AusländerInnen (vgl. 26.10.1974) und der eigenen Zellenleiterberatung (vgl. 28.10.1974).

Von U. R. wird festgestellt:"
ARBEITERKLASSE MUSS KAPITALISTENKLASSE ENTEIGNEN

10 000 sind in unserer Stadt arbeitslos. Sie wurden entlassen, weil die Kapitalisten die Produktion rationalisieren und einschränken. Die Konkurrenz auf dem Weltmarkt und die Warenberge in unserem Land zwingen die Kapitalisten, die Produktion zu drosseln. Kleinere Kapitalisten werden das nicht verkraften und von den Großen aufgekauft werden. Jucho und Pohlschröder (beide IGM-Bereich - vgl. **.**.197* bzw. **.**.197*, d.Vf.) sind Beispiele dafür.

Hauptleidtragende dieser Krise der kapitalistischen Produktion sind die Arbeiter und andere werktätige Schichten.

Ein immer größer werdender Teil wird einfach auf die Straße gesetzt, in Nordrhein-Westfalen werden es bald 400 000 sein. Andere müssen Kurzarbeit machen. Für alle Lohnabhängigen verschärft sich die Arbeitshetze. Die Zeitungen melden, daß der Krankenstand in den Betrieben bis zu 36% zurückgegangen ist. Die Kollegen sind nicht weniger krank, sondern der Druck ist so groß, daß viele einfach weiterarbeiten, um den Arbeitsplatz nicht zu verlieren. Daß ihre Gesundheit dabei zerstört wird, interessiert die Kapitalisten natürlich nicht.

Mit der zunehmenden Arbeitslosigkeit verschärfen sich die sozialen und politischen Gegensätze in unserer Stadt. Denn unweigerlich fragen sich die Arbeiter, die plötzlich ohne Arbeit und gutes Auskommen da stehen, obwohl sie sich viele Jahre abgerackert haben, woran das liegt und ob das so sein muß.

Die Ursache der Arbeitslosigkeit ist nicht die Politik der SPD oder der CDU. Die Ursache liegt in der Krise der kapitalistischen Produktion. Diese Krise besteht darin, daß die Kapitalisten ihre Waren nicht mehr in ausreichender Menge absetzen können. Um ihren Profit zu sichern senken sie den Reallohn durch Preissteigerungen und schränken die Produktion ein.

Die Arbeiter können sich dagegen nur durch den gemeinsamen Kampf um die Sicherung und Verbesserung ihrer Existenz wehren. Sie besitzen nicht die Fabriken und Maschinen, an denen sie arbeiten und haben keinen Einfluß darauf, was und wieviel produziert wird. Wenn es den Kapitalisten nicht genügend Profit bringt, wird die Fabrik zugemacht und die Arbeiter werden auf die Straße gesetzt.

Eine Gesellschaftsordnung, in der den Kapitalisten die Produktionsmittel gehören, hat einen grundlegenden Interessensgegensatz zwischen Arbeiterklasse und anderen Lohnabhängigen einerseits und Kapitalisten andererseits. Die Vorteile liegen alle auf der Seite der Kapitalisten. In der Krise können sie alle Kosten auf die Arbeiter abwälzen.

Die Arbeiterklasse muß die Kapitalistenklasse enteignen und sich die Produktionsmittel aneignen, um die Ausbeutung abzuschaffen. Die Arbeiterklasse und alle anderen Schichten des Volkes müssen die politische Macht in unserem Land erobern, um die Fabriken und Maschinen dem gesamten Volk zu übergeben und die klassenlose Gesellschaft aufzubauen.

Im Programm des Kommunistischen Bundes Westdeutschland heißt es dazu: 'Die soziale Revolution hebt das Privateigentum an Produktionsmitteln auf, überführt sie in gesellschaftliches Eigentum und schreitet fort zur Ablösung der Warenproduktion durch die unmittelbare gesellschaftliche Produktion von Gebrauchsgütern, die mit Willen und Bewußtsein von dem frei assoziiertem Arbeitervolk vollzogen wird.'

Weil die Kapitalisten und der bürgerliche Staat den Arbeitern Existenz und Zukunft nicht sichern können, müssen sich die Arbeiter in den Gewerkschaften enger zusammenschließen und für ihre Klasseninteressen eintreten.

Wir Kommunisten legen in dieser Situation dar, daß die Arbeiterklasse sich auf ihre eigene Kraft besinnen muß. Wir organisieren die alltäglichen Kämpfe der Arbeiterklasse, um sie zu befähigen, die politische Macht in unserem Land zu erobern."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 22, Dortmund o.J. (30.10.1974)

15.01.1976:
Der KBW Dortmund gibt zur Nr. 2 der 'Kommunistischen Volkszeitung (KVZ - vgl. 8.1.1976, 22.1.1976) eine Ortsbeilage (vgl. 1.4.1976) heraus mit dem Leitartikel "Das Volk wird sich seine unverzichtbaren Rechte niemals nehmen lassen!" zu den § 88a und 130a.

Weitere Artikel sind:
- "§ 130a noch nicht verabschiedet schon findet er seine Anwendung" zum Prozeß am 26.1.1976 wegen "Beschimpfung der verfassungsmäßigen Ordnung" durch ein Flugblatt von 1973 des Komitee Kampf den Demonstrationsverboten;
- "Der Kampf gegen die Mensenschließungen muss weitergeführt werden" zur Schließung von 9 Mensen und Cafeterien wegen der Zentralmensa bzw. AVZ-Mensa, wogegen am 16.12.1975 von 800 Studenten protestiert wurde, wobei berichtet wird aus der Psychologie und vor allem von der PH;
- "Wer aufmuckt, wird zur Kasse gebeten" zum Streik am Westfalenkolleg; sowie
- "Stadtverwaltung verhängt Bussgeldbescheide gegen Gegner des Paragraphen 218" bzw. die § 218-Komitees, wozu ein Steckbrief des Oberstadtdirektor H.D. Imhoff erscheint.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 2, Dortmund o. J. (1976)

01.04.1976:
Der KBW Dortmund gibt zur Nr. 13 der 'Kommunistischen Volkszeitung (KVZ - vgl. 25.3.1976, 8.4.1976) eine Ortsbeilage (vgl. 15.1.1976, 22.4.1976) heraus mit dem Leitartikel "Dieterichs Sozialpartnerschaft" zum IGM-Bevollmächtigten.

Weitere Artikel sind:
- "Uni-Beschäftigte und Studenten. Gemeinsam gegen Preiserhöhungen" in den Mensen;
- "Kollegen aus Bereich Land gegen voran: Durch Aktionen Forderung festigen!" zur ÖDTR bzw. der Infostand- und Flugblattaktion der ÖTV Bereich Land;
- "Erfolg für Lehrlingstheater", das nun doch in der VHS auftreten darf, worüber schon in der Nr. 10 berichtet worden sei; sowie
- "Keine Erweiterung der Deponie Grevel. Der Stadtrat muß die Erweiterung ablehnen" zur Veranstaltung der Initiative 'pro grün' in Neu-Scharnhorst am 25.3.1976 gegen die Mülldeponie.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 13, Dortmund o. J. (1976)

22.04.1976:
Der KBW Dortmund gibt zur Nr. 16 der 'Kommunistischen Volkszeitung (KVZ - vgl. 15.4.1976, 29.4.1976) eine Ortsbeilage (vgl. 1.4.1976, 29.4.1976) heraus mit dem Leitartikel "Der Kampf gegen Lohnraub geht weiter" zum Abschluß der ÖDTR am 11.4.1976 bzw. der außerordentlichen Funktionärskonferenz der ÖTV Dortmund am 14.4.1976.

Weitere Artikel sind:
- "Ein Taxi für gnä' Frau" zu einer Ärztin aus den städtischen Kliniken in der Beurhausstraße;
- "Wissenschaftsminister Rau klagt an" zu den überzogenen Überstundenabrechnungen der Ärzte an den Krankenhäusern;
- ein Bildbericht von der Feier in der Bittermark (vgl. 16.4.1976), zu der man in der letzten Ortsbeilage aufrief;
- "Imperialistisches Manöver" zur Teilnahme der BRD im Weltsicherheitsrat der UNO ab 1977; sowie
- "Am Handgelenk - 1/2 Jahreseinkommen" zu den Anzeigen für Luxusuhren im 'Spiegel'.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund o. Nr. (16), Dortmund o. J. (1976)

29.04.1976:
Der KBW Dortmund gibt zur Nr. 17 der 'Kommunistischen Volkszeitung (KVZ - vgl. 29.4.1976, 6.5.1976) eine Ortsbeilage (vgl. 22.4.1976, 6.5.1976) heraus mit dem Leitartikel "Tarifabschluß im Ruhrkohlebergau. Ein solider Erfolg?" zur BETR der IGBE bei der RAG.

Weitere Artikel sind:
- "Jugendvertreterwahlen vorbereiten" zu den JVW bzw. den nicht übernommenen Lehrlingen bei Pawling & Harnischfeger (P+H);
- "1. Mai - Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse" der aufruft zur DB-Demonstration um 9 Uhr ab Postscheckamt und zur eigenen Veranstaltung am 30.4.1976;
- "Jugendvertreterwahlen bei VEW" zu den JVW, über die berichtet wurde auf der KBW-Veranstaltung "Die Zukunft der arbeitenden Jugend liegt im Kamp für den Sozialismus" am 23.4.1976 zu der 50 bis 60 Menschen kamen;
- "Pop u. Prügel: Morast bürgerl. Politik. Leserbrief" aus dem § 218-Komitee, das an der Westfalenhalle beim Rock Festival des MSB und der SDAJ der DKP agitierte, wo 3 Flugblattverteiler des RJVD des KABD auf dem Gelände geprügelt wurden, und das Komitee auch außerhalb, wozu eine Presseerklärung des Komitees veröffentlicht wird;
- "Unterstützt die Kandidatenvorschläge des KBW" zu den Bundestagswahlen (BTW); sowie
- "Weg mit den Preiserhöhungen. Mensaboykott" zu den Mensen der Hochschulen.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund o. Nr. (17), Dortmund o. J. (1976)

06.05.1976:
Der KBW Dortmund gibt zur Nr. 18 der 'Kommunistischen Volkszeitung (KVZ - vgl. 29.4.1976, 13.5.1976) eine Ortsbeilage (vgl. 29.4.1976, 13.5.1976) heraus mit dem Leitartikel "1. Mai" mit vier Bildberichten: "Die Forderungen der ÖTV", "Der Kampf der Drucker bestimmte das Bild" zur Drucktarifrunde (DTR), "Kundgebung des KBW", an der der ca. 150 Menschen teilnahmen und "Veranstaltung der Ortsgruppe" am 30.4.1976 an der ca. 70 Menschen teilnahmen.

Weitere Artikel sind:
- "Die Druckkapitalisten nutzen die Streikaussetzung zur Hetze" zur DTR bzw. Lensing von den 'Ruhr-Nachrichten';
- "Jugendvertreterwahlen. Programm aufgestellt" zu den JVW bei Pawling & Harnischfeger (P+H);
- "SPD erpresst mit Gebührenerhöhung" zur Mülldeponie in Grevel;
- "Für kampfstarke Vertretungskörperschaften" zu den Fachbereichen Sozialarbeit und Sozialpädagogik an der FHS; sowie
- "OB-Samtlebe 'löst' die Wohnungsfrage" zum 'Jugendtreff am 1. Mai'.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund o. Nr. (18), Dortmund o. J. (1976)

13.05.1976:
Der KBW Dortmund gibt zur Nr. 19 der 'Kommunistischen Volkszeitung (KVZ - vgl. 6.5.1976, 20.5.1976) eine Ortsbeilage (vgl. 6.5.1976, 20.5.1976) heraus mit dem Leitartikel "RN-Auslieferung verhindert" zu den 'Ruhr-Nachrichten' bzw. der Drucktarifrunde (DTR), zu der Solidaritätsresolutionen veröffentlicht werden vom Fachschaftsrat Informatik der Universität und der ÖTV-Abteilung Sozialarbeit. Berichtet wird auch über die Haustarife für die Druckereien Busche und Cruwell und einem Versuch für einen solchen bei Lensing bzw. den 'Ruhr-Nachrichten' (RN).

Weitere Artikel sind:
- "Täuschungsmanöver der GEW-Führung" zur Veranstaltung des Stadtverbandes Dortmund am 6.5.1976;
- "Mensen-Boykott geht weiter" zu Universität, PH, HPH und Ingenieurschule;
- "Staatliche Bespitzelung und KPD-Verbot" zu den Berufsverboten;
- "SPD: Gesundbeter" zu Farthmanns Appell an Ärzte, weniger Medikamente zu verschreiben; sowie
- "CDU für Kinderarbeit" zu deren Infostand in Mengede, bei dem Kinder die Flugblätter verteilten.

Aufgerufen wird zur Kundgebung des Nahostkomitees (NOK) am 15.5.1976 zum 28. Jahrestag der Gründung Israels.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund o. Nr. (19), Dortmund o. J. (1976)

27.05.1976:
Der KBW Dortmund gibt zur Nr. 21 der 'Kommunistischen Volkszeitung (KVZ - vgl. 20.5.1976, 3.6.1976) eine Ortsbeilage (vgl. 13.5.1976, 3.6.1976) heraus mit dem Leitartikel "2 Wochen Widerstand der Studenten" gegen die Mensapreiserhöhung.

Weitere Artikel sind:
- "Imperialismus - Militärzuchthaus für die Arbeiterklasse", ein Aufruf zur KBW-Veranstaltung am 4.6.1976;
- "Mövenpick: kuschen, ducken - ausbeuten" zum Restaurant (NGG-Bereich);
- "Koloniefest" zum Mieterfest des Arbeitskreis Alte Kolonie Eving;
- "Veranstaltung: Zur Neufassung des § 218" am 3.6.1976;
- eine Solidaritätsresolution der Bezirks-SMV Dortmund an die § 218-Gegner am Gymnasium Osterburken; sowie
- "Gegen Lehrerarbeitslosigkeit und Berufsverbote", eine Erklärung der Lehramtsanwärter des Bezirksseminars für Grund- und Hauptschule Dortmund II, mit dem Aufruf zur GEW-Demonstration in Düsseldorf am 28.5.1976.

Angekündigt wird von der GUV-Sektion Raumplanung die Broschüre "Die schlechten Wohnverhältnisse der Werktätigen sind eine Konsequenz der Ausbeuterordnung".
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund Nr. 21, Dortmund o. J. (1976)

03.06.1976:
Der KBW Dortmund gibt zur Nr. 22 der 'Kommunistischen Volkszeitung (KVZ - vgl. 27.5.1976, 24.6.1976) eine Ortsbeilage (vgl. 27.5.1976, 10.6.1976) heraus mit dem Leitartikel "Hagen: SMV gegen Aushöhlung der Berufsschulpflicht" zur Berufsschule Cuno II in Hagen.

Weitere Artikel sind:
- "Klassenbewusste Jugendvertreter gewählt. VEW-Jugendvertreterwahlen" zu den JVW;
- "Mensaschließung wir dicht hingenommen" mit Bericht von der PH;
- "Zukunft an der Seite des Volkes" zu den Lehrerstudenten der PH;
- "Selbstkritik" zum Artikel zum Mieterkampf in der Alten Kolonie Eving in der Nr. 21;
- "Gewerkschaftsführung lässt federn" zur Drucktarifrunde (DTR);
- "Steuerausplünderung für mehr Polizisten" zur Polizei Dortmund;
- "SPD ohne Zuspruch" an ihrem Infostand in Mengede auf dem Markt am 30.5.1976;
- "Veranstaltung Die französische Revolution" des KBW am 10.6.1976; sowie
- "Widerstand in der Westbank" vom Nah-Ost-Komitee (NOK) zu dessen Palästina-Veranstaltung am 8.6.1976.

Agitationszentren werden samstags durchgeführt von 10.30 - 13.00 in der Innenstadt nähe Hansaplatz, von 9.30 - 11.30 in der Nordstadt, Ecke Schützenstrasse / Lessingstrasse, sowie von 10.00 bis 12.00 in Scharnhorst im EKS, in Hombruch am Markt und in Mengede am Markt.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund o. Nr. (22), Dortmund o. J. (1976)

24.06.1976:
Der KBW Dortmund gibt zur Nr. 25 der 'Kommunistischen Volkszeitung (KVZ - vgl. 17.6.1976, 1.7.1976) eine Ortsbeilage (vgl. 3.6.1976) heraus mit dem Leitartikel "Auslandskulturtage: Imperialistische Freundschaft".

Weitere Artikel sind:
- "Aufruf zur Spendensammlung Freiheit für Zimbabwe";
- "Die Kämpfe der Jugend verlangen nach revolutionärer Führung" zur Jugendarbeitslosigkeit bzw. zum KBW-Jugendkreis, zu desen Treffen eingeladen wird;
- "Die Schwierigkeiten bei der Stufenausbildung" zu einer EMNID-Befragung zum Stufenplan;
- ein Bildbericht von der Umweltverschmutzung in Brackel durch die Hoesch-Westfalenhütte;
- "CDU: Durch Klassenwirklichkeit gestört" zur Politfete von CDU und JU in Mengede am 19.6.1976, zu der auch die Initiative gegen den § 218 mit 15 - 20 Jugendlichen erschien
- "Studenten haben sich ihre Rechte nicht nehmen lassen" zum Mensaboykott; sowie
- "VEW schüttet Dividende aus".

Angekündigt wird eine Veranstaltung der GDCF "Zum Aufbau des Gesundheitswesens mit dem Prinzip der Barfußärzte" am 1.7.1976.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Dortmund o. Nr. (25), Dortmund o. J. (1976)

Letzte Änderung: 18.10.2016