Zur Geschichte des "Roten Punktes" 1971 in Dortmund
– Weitere Materialien –

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 5.1.2018


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Zur Geschichte der Rote-Punkt-Aktionen in Dortmund 1971 veröffentlichen wir hier nach und nach weitere Dokumente. Siehe dazu auch:

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Februar 1971:
Vermutlich Ende Februar erscheint von der Aktionsgemeinschaft: CAJ (Junge Christliche Arbeitnehmer, Dortmund), JU (Junge Union, Dortmund), JA (Junge Arbeitnehmerschaft, Dortmund) das Flugblatt: "Aktion: Fahr mit dem Nachbarn". Agitiert wird gegen die Fahrpreiserhöhungen der Stadt Dortmund. Gefordert wird u. a.: "1. Keine Fahrpreiserhöhung auf dem Rücken der Kleinverdiener. 2. Nicht Null-Tarif, sondern sozial vertretbare Fahrpreise. 3. Eine Verbundkarte, die das Umsteigen auf andere Verkehrsmittel erlaubt. 4. Eine rationelle Koordinierung sämtlicher Verkehrsbetriebe. 5. Die Teilübernahme städtischer Verkehrsbetriebe durch Bund und Land."

Aufgerufen wird zur Demonstration am 1. März um 17.00 Uhr am Ostwallmuseum.
Quelle: Aktionsgemeinschaft: CAJ (Junge Christliche Arbeitnehmer, Dortmund), JU (Junge Union, Dortmund), JA (Junge Arbeitnehmerschaft, Dortmund): Aktion: Fahr mit dem Nachbarn, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (Ende Februar 1971).

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04.02.1971:
Vermutlich Anfang Februar erscheint von KPD/ML und der Roten Garde das Flugblatt: "Stadtwerke planen Preiserhöhungen um 33-44%: Fahrpreis-Skandal!" Agitiert wird gegen die Fahrpreiserhöhungen der Dortmunder Stadtwerke. Erklärt wird, dass das "ein unverschämter Angriff gegen die Interessen der Werktätigen" sei. Gefordert wird: "Nulltarif im Nahverkehr!"
Q: KPD/ML / Rote Garde: Stadtwerke planen Preiserhöhungen um 33-44%: Fahrpreis-Skandal!, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (4./5. Februar 1971).

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März 1971:
Vermutlich im März erscheint von der ESG Dortmund das Flugblatt: "Betrifft: Aktion Roter-Punkt. Verhalten bei Demonstrationen, Festnahmen, Haft, Vorladungen".
U. a. werden folgende Themen erörtert:
- "Ausrüstung bei Aktionen"
- "Verhalten während der Aktion"
- "Verhalten nach der Festnahme"
- "Verhalten nach der Entlassung"
Q: ESG Dortmund: Betrifft: Aktion Roter-Punkt. Verhalten bei Demonstrationen, Festnahmen, Haft, Vorladungen, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (März 1971).

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01.03.1971:
Es erscheint ein Extrablatt der "Roten Westfalenwalze", Zeitung der Betriebszelle Hoesch-Westfalenhütte der KPD/ML, mit der Überschrift: "50 Pfg. Einheitstarif auf Kosten der Konzerne". Agitiert wird vor allem gegen die Fahrpreiserhöhungen bei den Nahverkehrsmitteln.
Q: KPD/ML / KJVD: Die rote Westfalenwalze, Extrablatt ("50 Pfg. Einheitstarif auf Kosten der Konzerne"), Dortmund, 1. März 1971.

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03.03.1971:
Vermutlich am 3.3. erscheint von der KPD/ML, der Roten Garde und dem KSB/ML das Flugblatt: "Keinen Pfennig mehr!" Agitiert wird u. a. gegen "Preiserhöhungen und Inflation: Lohnraubpolitik der Kapitalistenklasse und ihrer SPD-Regierung!" Gefordert wird: "Nulltarif für alle öffentlichen Verkehrsmittel!"
Q: KPD/ML / Rote Garde / KSB/ML: Keinen Pfennig mehr!, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (3. März 1971).

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13.03.1971:
Vermutlich am 13.3. erscheint ein "Extrablatt" des "Lüfter. DKP-Betriebszeitung für die Belegschaft von Zollern/Germania" in Dortmund. Gefordert wird: "Die sofortige Rücknahme der Fahrpreiserhöhungen und den Übergang zum 50 Pfg. Einheitstarif!"
Q: DKP-Kreisvorstand Dortmund: Lüfter - DKP-Betriebszeitung für die Belegschaft von Zollern/Germania, Extrablatt, Dortmund, o. J. (13. März 1971).

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15.03.1971:
Vermutlich Mitte März erscheint vom Aktionskomitee Roter Punkt das Flugblatt: "Wir machen weiter! Die ganze Stadt beginnt sich zu wehren! Die Bevölkerung fordert: Zurücknahme der Fahrpreiserhöhungen!" Agitiert wird u. a. gegen "das Verhalten der Polizei". Ihr Verhalten sei "ein Skandal". Das Komitee stellt fest: "Ruhe und Ordnung können nur wiederhergestellt werden, wenn der Forderung der Dortmunder Bevölkerung nach Rücknahme der Fahrpreiserhöhungen endlich stattgegeben wird." Gefordert wird: "Zurücknahme der Fahrpreiserhöhungen bei den Dortmunder Stadtwerken und die Einführung eines 50 Pfg. Einheitstarifs!".
Q: Aktionskomitee Roter Punkt: Wir machen weiter! Die ganze Stadt beginnt sich zu wehren!, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (Mitte März 1971).

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17.03.1971:
Vermutlich vor dem 17.3. erscheint vom Aktionskomitee Roter Punkt das Flugblatt: "Kundgebung am Mittwoch, dem 17. März 1971 … (Bläserbrunnen)". Anschließend will man Bundespräsident Dr. Gustav Heinemann im Stadthaus eine Petition übergeben. Am 19.3. soll am Alten Markt eine "Groß-Kundgebung" mit Degenhardt, Kittner und Süverkrüp stattfinden. "Anschließend Demonstration!" Gefordert wird die "Zurücknahme der Fahrpreiserhöhung!" Und: "Einführung eines 50-Pfennig-Einheitstarifes!"

Zudem erscheint Mobilisierungsflugblatt des Aktionskomitees "Kommt alle zur Großkundgebung!"
Q: Aktionskomitee Roter Punkt: Kundgebung am Mittwoch, dem 17. März 1971 … (Bläserbrunnen), (Flugblatt), Dortmund, o. J. (17. März 1971); Aktionskomitee Roter Punkt: Kommt alle zur Großkundgebung!, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (17. März 1971);

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19.03.1971:
Nach dem 17.3. erscheint von W. G., Kreisvorsitzender der DKP Dortmund, das Flugblatt: "Dukatenscheißer und Dukatenfresser!". Agitiert wird gegen laufende "Preis- und Steuererhöhungen", gegen die Rüstung. Man stelle sich gerne an die "Seite der Bevölkerung". Gefordert wird: "Zurücknahme der Fahrpreiserhöhung!", "Einführung eines 50-Pfennig-Einheitstarifs!"
Q: W. G., Kreisvorsitzender der DKP: Dukatenscheißer und Dukatenfresser!, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (nach dem 17. März 1971).

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19.03.1971:
Es erscheint ein Extrablatt der "Roten Westfalenwalze", Zeitung der Betriebsgruppe Westfalenhütte der KPD/ML, mit der Überschrift: "Kampf dem Lohnraub! Gegen die Preistreiberei des SPD-Stadtrates". Agitiert wird vor allem gegen die Fahrpreiserhöhungen.
Q: KPD/ML / KJVD: Die rote Westfalenwalze, Extrablatt ("Kampf dem Lohnraub! Gegen die Preistreiberei des SPD-Stadtrates"), Dortmund, 19. März 1971.

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20.03.1971:
Vom Aktionskomitee Roter Punkt erscheint vermutlich am 20.3. das Flugblatt: "Rote-Punkt-Aktion beim Rat der Stadt". "Im Namen der Dortmunder Bevölkerung fordern wir: Auf die Tagesordnung gehört die Zurücknahme der Fahrpreiserhöhung und die Einführung eines 50-Pfennig-Einheitstarif!" Erklärt wird auch, dass man dem Rat der Stadt eine Unterschriftenliste von Bürgern aus Dortmund vorlegen will. Aufgerufen wird dazu, um "14.00 Uhr zum Stadthaus zur öffentlichen Sitzung und Übergabe unserer gemeinsamen Forderungen" zu kommen.
Q: Aktionskomitee Roter Punkt: Rote-Punkt-Aktion beim Rat der Stadt, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (20. März 1971).

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20.03.1971:
Vermutlich an diesem Tag erscheint vom Aktionskomitee Roter Punkt das Flugblatt: "Wir Frauen wehren uns!" Gefordert wird: "Zurücknahme der Fahrpreiserhöhung!", "Einführung eines 50-Pfg. Einheitstarifs!"
Q: Aktionskomitee Roter Punkt: Wir Frauen wehren uns!, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (20. März 1971).

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30.03.1971:
Vermutlich Ende März erscheint vom Aktionskomitee Roter Punkt das Flugblatt: "Auf zur Demonstration vor dem Landtag in Düsseldorf!", in dem zu einer Demonstration am Freitag, 2. April 1971 um 17 Uhr in Düsseldorf vor dem Landtag aufgerufen wird. Aufgerufen wird dazu, sich in den im Flugblatt aufgeführten Stadtteilen zu treffen, um von dort aus mit Bussen nach Düsseldorf zu fahren. Anmeldungen können auch beim "Pläne-Verlag" in Dortmund (Humboldtstraße) abgegeben werden.
Q: Aktion Roter Punkt: Auf zur Demonstration vor dem Landtag in Düsseldorf!, (Flugblatt), Dortmund, o. J. (Ende März 1971).

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Letzte Änderung: 06.01.2018