Lünen

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

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Materiallage

Örtliches Material aus Lünen lag uns lediglich von der DKP und ihren Freunden sowie vom auch für Lünen zuständigen Unterbezirk Dortmund der Jusos der SPD vor.


Die Organisationen

Die DKP scheint in Lünen bereits bald nach ihrer Gründung aktiv, wird von der SDAJ unterstützt und bekommt vermutlich erst 1973 Konkurrenz in Form einer kleine Gruppe des späteren KBW. Auch von den Jusos erfahren wir erst ab 1973 über Aktivitäten. Später gesellt sich auch die KPD hinzu.


Wichtige Themen und Ereignisse

Bereits früh sind Lünener in der Dortmunder APO bzw. dem Republikanischen Club Dortmund aktiv (vgl. 2.4.1968). Die DKP berichtet bereits in den ersten Nummern ihrer Zeitung (vgl. 10.4.1969) aber auch später (vgl. 16.10.1969) aus Lünen , die IGBE informiert über die Umstrukturierung der Ruhrkohle AG (vgl. 30.4.1969) bzw. deren für Achenbach zuständige P+S-Direktoren (vgl. 1.12.1969, 15.12.1969) und den Lünener Vertreter im IGBE-Hauptvorstand (vgl. 30.4.1970), aber auch über die Märkische Steinkohlen-Gewerkschaft (vgl. 18.7.1969, 1.1.1972).

Am Freiherr vom Stein Gymnasium Lünen wird gestreikt (vgl. 5.2.1970), die DKP greift die städtischen Müllprobleme auf (vgl. 9.2.1970, 16.2.1970), berichtet aber auch sonst wiederholt aus Lünen (vgl. 19.2.1970, 26.2.1970). In der Dortmunder Bittermark wird von den Nazis im Rombergpark ermordeter Lünener Antifaschisten gedacht (vgl. 27.3.1970). Die DKP stellt in Dortmund ihren aus Lünen stammenden Landtagskandidaten vor (vgl. 5.4.1970), lässt auch von Opel Bochum Lünener zu Wort kommen (vgl. 25.5.1970) und enthüllt Beziehungen des Dortmunder K14 zur Lünener Verwaltung (vgl. 28.9.1970).

Die Zeche Minister Achenbach Lünen nimmt Kumpel stillgelegter Zechen, wie der Dortmunder Zeche Germania auf (vgl. 30.9.1970, 19.10.1970). Während der Dortmunder Fahrpreiskämpfe 1971 wird offenbar auch Lünen durch die selbst organisierten Autoverkehrs-Linien der Aktion Roter Punkt abgedeckt (vgl. 8.3.1971), es kommt dabei offenbar zu Gesetzesbrüchen in Lünen-Brambauer (vgl. 22.3.1971). In Aachen widmen sich die Studenten der RWTH der Sanierung der Zechensiedlung Brambauer (vgl. 25.1.1971).

In Dortmund kündigt die KPD/ML-ZB die Stilllegung des Kraftwerks Achenbach an (vgl. 2.8.1971), die SDAJ Lünen der DKP macht sich für die Ostverträge stark (vgl. 9.8.1971). Der außerordentliche IGBE-Kongreß 1971 wird in Lünen aktiv vorbereitet (vgl. 30.9.1971). Nun berichtet auch die Dortmunder DKP über die Stilllegung der Kokerei Achenbach Lünen (vgl. 25.10.1971, Dez. 1971, 15.12.1971), propagiert das Bündnis von Berg- und Stahlarbeitern.

In der Metalltarifrunde 1971 (MTR) scheint es zu keinen Aktionen in Lünen zu kommen (vgl. 8.12.1971). Für die IG Metall gehört Lünen zur Verwaltungsstelle Dortmund (vgl. 27.1.1972, 29.1.1972).

Die SDAJ der DKP ist in Lünen weiterhin tätig (vgl. 25.3.1972), im Bergbau gibt es 1972 mindestens noch zwei Zechen (vgl. Mai 1972). Die Freunde der DKP versuchen sich, u.a. in der Schulpflegschaft der Heinrich-Bußmann-Schule (vgl. 10.8.1972, 15.8.1972), aber auch an der Uhlandschule in Lünen-Horstmar (vgl. 4.9.1972) in der Agitation anhand der Schulwegsicherheit.

Innerhalb der Schülermitverwaltung der Allgemeinbildenden Schulen (SMV ABS) soll Lünen in den Bezirk Dortmund integriert werden (vgl. 9.9.1972), die DKP, deren Gruppe Lünen ebenfalls zum Kreisverband Dortmund gehört (vgl. 24.11.1972), bereitet den Bundestagswahlkampf vor (vgl. 18.9.1972) und führt in diesem mehrere Versammlungen in Lünen durch (vgl. 21.9.1972), beschreibt in Dortmund auch die Besitzverhältnisse von Minister Achenbach (vgl. Okt. 1972).

Auch der IGBE-Gewerkschaftskongress 1972 (vgl. 24.9.1972) wird in Lünen wieder aktiv vorbereitet. Minister Achenbach Lünen wird bald darauf wiederum zum neuen Arbeitsplatz aufgrund von Zechenstilllegungen verlegter Kumpel (vgl. Jan. 1973), die nun auch durch die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund des späteren KBW angeprangert werden, die dafür den wissenschaftlichen Begriff 'Wanderzirkus' prägen (vgl. 2.1.1973).

Zu den portugiesischen Kolonien in Afrika wird auch der Jugendausschuss des Kirchenkreises Lünen aktiv (vgl. 8.1.1973), die Proletarische Linke (PL) Hamm des späteren KBW hat in Lünen offenbar eine befreundete Gruppe (vgl. März 1973).

Bei den Jusos der SPD gehört Lünen zum Unterbezirk (UB) Dortmund. Sie treten 1973 mit einem Bildungsprogramm an die Öffentlichkeit (vgl. 7.3.1973, Apr. 1973, 28.4.1973, Mai 1973, 26.5.1973, Sept. 1973).

Bei der Dortmunder Demonstration gegen die Demonstrationsverbote am 18.5.1973 muss Lünen offenbar als 'Pampa' herhalten, in die Festgenommene zur Freilassung verbracht werden (vgl. 18.5.1973).

Bei Hoesch Dortmund versucht sich der KJV der KPD angesichts der Anfahrtprobleme Lünener Lehrlinge ganz unideologisch in Realpolitik (vgl. 18.6.1973).

Zum Chile-Protest in Dortmund (vgl. 12.9.1973) ebenso wie zur Solidarität mit den bei Mannesmann in Duisburg-Huckingen Entlassenen (vgl. 7.11.1973) ruft auch der Vorsitzende des DGB KJA Lünen mit auf.

Im Juso UB Dortmund ist der Stadtverband Lünen nicht im UB-Vorstand vertreten (vgl. 21.11.1973), beteiligt sich aber an den Aktionen zur Ölkrise (vgl. 11.12.1973).

Evtl. aufgrund der Verlagerungen bzw. auch der Schaffung der Verbundwerke dehnt die DKP ihren 'Bergarbeiter' von Castrop-Rauxel nach Lünen aus (vgl. Dez. 1973, Jan. 1974, Apr. 1974, Mai 1974, Aug. 1974, 7.10.1974, Feb. 1975, März 1975, Apr. 1975, Juni 1976, Sept. 1975, Nov. 1975, Sept. 1976, Mai 1977, Juni 1977, Sept. 1977, Nov. 1977, Dez. 1977, Feb. 1978), ohne dass es darin etwas Berichtenswertes zu finden gäbe. Örtliche Termine entnehmen wir deshalb eher der Dortmunder DKP-Presse (vgl. 22.1.1977).

Die KPD berichtet von Minister Achenbach (vgl. 9.1.1974), der KBW Dortmund von der Stilllegung der Zeche Viktoria 1/2 in Lünen (vgl. 14.1.1974).

Der offenbar frischgebackene Rote-Fahne-Freundeskreis (RFFK) Lünen der KPD widmet sich der Mülldeponie in Lünen-Süd (vgl. 10.4.1974, 28.4.1974). Die KPD berichtet aber auch verschiedentlich vom Grubenunglück auf Achenbach (vgl. 19.6.1974, 12.7.1974) sowie vom 'Polizeiterror' in Altlünen-Alstede (vgl. 26.8.1974). Die anderen Parteien mögen mit der KPD offenbar nicht diskutieren (vgl. 19.3.1975), wobei auffällt, dass die DKP von vornherein nicht eingeplant gewesen war.

Die KPD berichtet vom VAW Lippewerk (vgl. 11.6.1975), der Spartacusbund auch aus der Aluminiumindustrie, aber von Kaiser Preussag Aluminium (KAPAL) in Lünen (vgl. 28.6.1975). Freunde hat die KPD vermutlich in der SMV Berufsschule Lünen (vgl. 6.3.1976). Keine Freunde machen sich die Verbrecher des 29.9.1991, die diese Darstellung beenden.


Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

02.04.1968:
Innerhalb des Republikanischen Clubs (RC) Dortmund (vgl. 7.2.1968, 21.4.1968) findet eine Mitgliederversammlung statt. Im Protokoll heißt es u.a.:"
Vor der Wahl des sechsköpfigen Beirats erfolgte eine Personaldebatte. ...
Dem Beirat gehören damit an: ...
Frl. Annegret Sander (... Lünen ...)"
=RC Dortmund:Protokoll der Mitgliederversammlung vom 2.4.1968,Dortmund 10.4.1968

10.04.1969:
Die DKP gibt die Nr.2 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 3.4.1969, 17.4.1969).
Berichtet wird u.a. über Lünen.
=Unsere Zeit NRW Nr.2,Essen 10.4.1969

30.04.1969:
Laut IGBE (vgl. 30.4.1969), gehören nach der Neugliederung des Ruhrbergbaus durch die RAG folgende Schachtanlagen zum Verwaltungssitz Dortmund: ...
- Achenbach Lünen, ...
Gruppenvorstandsmitglieder sind für den Verwaltungssitz: Göttig (Arbeitsdirektor), Harnisch (Technisches Vorstandsmitglied), Kaiser (Kaufmännisches Vorstandsmitglied), Dr. Schrumpf (Arbeitsdirektor).
=Einheit Nr.9,Bochum 30.4.1969,S.3

18.07.1969:
Laut IGBE (vgl. 1.8.1969) wird in Essen die Ruhrkohle AG (RAG - vgl. 6.3.1969, 11.8.1969) als Einheitsgesellschaft gegründet:"
Der Ruhrkohle AG sind am 18.Juli 1969 folgende Bergbaugesellschaften durch die Unterschrift zum Grundvertrag beigetreten: …
Märkische Steinkohlengesellschaft".
Quelle: Einheit Nr. 15, Bochum 1.8.1969, S. 1f

16.10.1969:
Die DKP gibt die Nr.29 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 9.10.1969, 23.10.1969). Berichtet wird u.a. über Lünen.
=Unsere Zeit NRW Nr.29,Essen 16.10.1969

01.12.1969:
Die IGBE gibt am 15.12.1969 die Betriebsdirektoren für Personal- und Sozialfragen (PS) der ab heute arbeitenden RAG bekannt. Dies ist für Achenbach: Günter Lüdeking.
=Einheit Nr.24,Bochum 15.12.1969

15.12.1969:
Die IGBE gibt ihre 'Einheit' Nr.24 (vgl. 1.12.1969, 2.1.1970) heraus.
In NRW sind laut Seite 3 auf den Werkseinheiten der Ruhrkohle AG (RAG) die Betriebsdirektoren für Personal- und Sozialfragen (PS-Direktoren) benannt worden.
Für die Bergbau AG (BAG) Dortmund sind dies u.a.:
- Achenbach Lünen: Günter Lüdeking,
=Einheit Nr.24,Bochum 15.12.1969

05.02.1970:
Die DKP gibt die Nr.6 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 29.1.1970, 12.2.1970).
Von den Schülerstreiks wird u.a. berichtet vom Freiherr vom Stein Gymnasium Lünen.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.6,Essen 5.2.1970

09.02.1970:
Die DKP berichtet vermutlich aus dieser Woche (vgl. Hagen 16.2.1970):"
ES STINKT ZUM HIMMEL

Höheren bürokratischen Blödsinn verzapfte der Ruhrsiedlungsverband Essen. Er verordnete nämlich den Städten Dortmund, Lünen und Hagen eine gemeinsame Müllkippe in Gelsenkirchen - auf der ehemaligen Schachtanlage Bismarck. Entfernung von Dortmund: 27 km, von Lünen 35 km, von Hagen 41 km. Alles Luftlinie. Obwohl bis heute keine der drei Städte diese weit entfernte Müllkippe benutzte, wurden sie vom Ruhrsiedlungsverband zur Kasse gebeten. Das stinkt zum Himmel, meinte man in Hagen, Dortmund und Lünen, zahlte nicht und strengte einen Prozeß an. In Hagen wurde außerdem vor wenigen Jahren eine moderne Müllverbrennungsanlage (MVA,d.Vf.) gebaut. Der Musterprozeß um die Kosten für die nicht benutzte Müllkippe findet in Arnsberg statt."
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.8,Essen 19.2.1970,S.11

16.02.1970:
Die DKP berichtet vermutlich aus dieser Woche (vgl. Regierungsbezirk Arnsberg 9.2.1970):"
HAGEN SIEGT IM MÜLLPROZESS

Die Stadt Hagen gewann vor dem Arnsberger Verwaltungsgericht den 'Müllprozeß' gegen den Ruhrsiedlungsverband. Es ging um die Kostenbeteiligung Hagens an der zentralen Müllkippe in Gelsenkirchen. Hagen liegt - wie berichtet - über 40 km von der Kippe entfernt, hat niemals dort Müll gekippt und besitzt außerdem eine eigene Müllverbrennungsanlage (MVA,d.Vf.). Statt der geforderten 575 000 Mark braucht Hagen nur die Normalumlage von 139 000 DM zu zahlen. Allerdings geht der Ruhrsiedlungsverband in Berufung.

Auch die Städte Lünen und Dortmund strengten wegen der Müllumlage einen Prozeß gegen den Siedlungsverband an. Es geht letztenendes um dessen Kompetenz. Der Verbandsassessor Vagedes erklärte dazu: 'Wenn Hagen siegt, geht es bei uns an die Substanz'."
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.9,Essen 26.2.1970,S.11

19.02.1970:
Die DKP gibt die Nr.8 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 12.2.1970, 26.2.1970). Vom DGB wird u.a. berichtet aus Lünen.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.8,Essen 19.2.1970

26.02.1970:
Die DKP gibt die Nr.9 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 19.2.1970, 5.3.1970). Berichtet wird u.a. aus Lünen.
=Unsere Zeit NRW Nr.9,Essen 26.2.1970

27.03.1970:
Zur heutigen Dortmunder Antifa-Mahnkundgebung im Rombergpark und zur Internationalen Veranstaltung wurde u.a. aufgerufen durch ein Faltblatt mit 4 Seiten DIN A 5 unter Verantwortung von Gisa Marschefski, Generalsekretär des Internationalen Rombergpark-Komitees, mit Druck in der Schreibstube Groß des DKP Kreisvorsitzenden:"
ROMBERGPARK MAHNT 1945 - 1970 NIE WIEDER FASCHISMUS

ROMBERGPARK 25 JAHRE DANACH

Zum 25. Male jährt sich der Tag, an dem fast 300 Widerstandskämpfer gegen den Nazifaschismus im Rombergpark bestialisch ermordet wurden. Zu den Opfern gehören Antifaschisten aus Belgien, Holland (Niederlande,d.Vf.), Frankreich, Jugoslawien, Polen, der Sowjetunion (SU,d.Vf.) und aus Deutschland. Unter den Deutschen waren es vor allem Arbeiterfunktionäre - Kommunisten, Sozialdemokraten, Freidenker -, die als aktive Gewerkschafter illegal den Widerstand in Dortmund, Hagen, Bochum, Lüdenscheid, Lünen und anderen Orten organisierten.
=Internationales Rombergparkkomitee bzw. N.N.:Rombergpark mahnt 1945 - 1970 Nie wieder Faschismus,Dortmund o.J. (1970)

30.04.1970:
Laut IGBE gehen die "Tarifverhandlungen im Ruhrkohlebergbau weiter." Zur IGBE-Verhandlungsdelegation schreibt die IGBE:"
Sie kennen die Sorgen der Bergleute an Rhein und Ruhr aus erster Hand. Sie gehören dem IGBE-Hauptvorstand an. Ihr Wort hat stets Gewicht: ... Karl Marsiske, Brambauer".
=Einheit Nr.9 und 11 bzw. Sonderausgabe Nr.1,Bochum 1.5.1970, 15.5.1970 bzw. 11.5.1970,S.1, S.3 bzw. S.3;
Die Kumpel-Post Lohn- und Gehaltsforderungen der IGBE voll durchsetzen,Dortmund o.J. (Mai 1970),S.1

04.05.1970:
Auf der Zeche Minister Stein gibt die DKP vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe ihrer 'Kumpel-Post' (vgl. 9.9.1969, 8.3.1971) heraus.
Aufgerufen wird, bei den Landtagswahlen (LTW - vgl. 14.6.1970) DKP zu wählen:"
HIER SCHREIBT DER KANDIDAT DER DKP IM WAHLKREIS IV

ERNST HINZ

Zur Person:
48 Jahre, geboren in Brambauer. Begann mit 15 Jahren auf 'Minister Achenbach I/II'. War Stadtverordneter in Lünen. Ist heute journalistisch tätig. Verheiratet, 1 Kind.

Zur Politik:

Was nützt es dem einfachen Menschen, wenn die Arbeitsleistung immer höher, sein ANTEIL an den von ihm geschaffenen Werten aber immer kleiner und die Preise immer unverschämter werden?

Was hilft ihm eine neue industrielle Bauweise von Wohnhäusern, wenn die Mieten immer untragbarer werden?

Was soll die Einführung moderner technischer Verfahren Gutes haben, wenn der Arbeiter schon mit 40 Jahren zum alten Eisen gezählt und die Unfallhäufigkeit immer alarmierender wird?

Wo soll das hinführen, wenn die Produktivkraft Wissenschaft auch weiterhin der Verwertung kapitalistischer Profit- und Machtinteressen vorbehalten bleibt?

Weil hier im Lande die Interessen der großen Konzerne ausschlaggebend sind, hat der arbeitende Mensch wenig zu sagen, ist die Zukunft falsch programmiert.

Wir Kommunisten sprechen aus, was andere verschweigen.

Die steigende Produktivität soll für alle zu Buche schlagen, die die Werte schaffen:

Vor allem durch erhöhte Kaufkraft und stabile Preise.

Das heißt in den bevorstehenden Wochen:

Durchsetzung der Lohnerhöhung im Bergbau von 8,5% auf Kosten der Konzerngewinne
und Preisstop durch Gesetz.

Für die Wahrung der Arbeiterinteressen wählt man Kommunisten in den Landtag!

Damit der Verfassungsauftrag erfüllt wird:

Artikel 24 der Landesverfassung: 'Im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens steht das Wohl des Menschen. Der Schutz seiner Arbeitskraft hat den Vorrang vor dem Schutz materiellen Besitzes.'"
=Die Kumpel-Post Lohn- und Gehaltsforderungen der IGBE voll durchsetzen,Dortmund o.J. (Mai 1970)

25.05.1970:
Bei Opel Bochum wird, laut RFO Saarland, mehrere Stunden für den selben Lohn wie in Rüsselsheim und ein 13. Monatsgehalt gestreikt.

Für die DKP berichtet Jochen Mandel u.a.:"
Für die Opel-Arbeiter sind Fahrzeuge kein Luxusgegenstand. 'Wenn ich mit der Bahn oder dem Bus hierher kommen will', erklärt ein ehemaliger Bergmann aus Lünen, 'dann muß ich morgens früh bestimmt zwei Stunden eher aufstehen! Obendrein ist das auch noch teurer. Fahrgelderstattung gibt es nicht bei Opel!' Die BOT, RE, OB und selbst HAM (Bottrop, Recklinghausen, Oberhausen bzw. Hamm,d.Vf.) - Kennzeichen an den Fahrzeugen auf den Parkplätzen beweisen, daß es nicht nur diesem Kumpel so geht."
=Unsere Zeit Nr.23,Essen 6.6.1970,S.3;
Rote Fahne - Röchling Nr.5,Völklingen o.J. (1970)

28.09.1970:
Die DKP berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
Dortmunds K14 Chef - Hauptkommissar Denkert - wähnte sich eines Abends auf Verfolgungsjagd nach Kommunisten und renitenten Studenten. In rasanten Schlangenlinien fuhr er durch Dortmunds Innenstadt. Erst eine beherzte Verkehrsstreife stoppte ihn und brachte ihn auf das nächste Revier.

Als jedoch der Chef der Politischen Polizei den Mief seiner eigenen Dienststelle einatmete, wurde er wieder putzmunter. Drei stämmige Polizisten konnten ihn kaum bändigen. Erst nach einer kämpferischen Einlage Verkehrspolizei gegen Politische Polizei zog der K14 Mann den Kürzeren und es gelang dem Arzt, eine Blutprobe von Denkert zu entnehmen. Er war besoffen.

Und im Suff offenbarte er seine wahre 'demokratische' Einstellung. Er schrie: 'Ich kenne die richtigen Leute. Wenn ihr mich nicht in Ruhe laßt, gibt es keine Beförderung.' Sein Bruder ist Stadtrat in der Nachbarstadt Lünen.

So sieht also der Schützer der Demokratie aus. Mit Drohungen und Einschüchterungen versuchte er gegen seine eigenen Kollegen vorzugehen. Aber Denkert hatte Pech. Er mußte nicht nur ins Röhrchen pusten, sondern hat sicher einige peinliche Befragungen vor sich. Eigentlich schade um ihn. Ein echter K14-Demokrat mit so vielversprechenden Anlagen. Oder wird er gefördert?"
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.41,Essen 10.10.1970,S.17

30.09.1970:
Aus Dortmund-Marten wird durch die KPD/ML-ZB von der Zeche Germania berichtet, daß diese Woche offiziell deren Schließung bekanntgegeben worden sei, nachdem letzte Woche noch behauptet worden war, daß dies nicht geschehen sollte. Die 3 083 Arbeiter und Angestellten sollen auf die vier Schachtanlagen Minister Stein und Gneisenau in Dortmund, Victor Ickern in Castrop-Rauxel und Minister Achenbach in Lünen verteilt werden. Die Stillegung solle in 14 Monaten abgeschlossen sein. Nachdem dies zu großer Empörung geführt habe, sei heute von den Kapitalisten verkündet worden, daß die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sei. Die abschließende Beratung solle Ende Oktober erfolgen.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.38,Bochum 3.10.1970

19.10.1970:
Für die DKP berichtet J. M. vermutlich aus dieser Woche:"
FEHLRECHNUNG DER ADREMA? ...
In dem Schreiben des Vorstands wird auch angekündigt, auf welche Schachtanlagen die Germania-Kumpel verlegt werden sollen. Es sind die Zechen Gneisenau in Dortmund-Derne, Minister Achenbach in Brambauer (Lünen,d.Vf.), Minister Stein in Dortmund-Eving und Victor Ickern in Castrop-Rauxel."
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.44,Düsseldorf 31.10.1970,S.17

25.01.1971:
In Aachen erscheint die 'Aachener Technologie Zeitung - Analyse' (ATZ - vgl. 25.1.1971, Feb. 1971) Nr. 2, die von der Projektgruppe Technologie (PGT) herausgegeben wird und uns in einer zweiten durchgesehenen Auflage (2. - 3. Tsd.) vom April 1971 vorlag.

Enthalten ist der im Rahmen des "Projektstudium - eine Alternative zu den gegenwärtigen Lehrinhalten und -Formen" erstellte Text der Projektgruppe Städtebau, "Stadtentwicklung als Interessenpolitik am Beispiel einer Zechensiedlung" zu Lünen-Brambauer. Dieser gliedert sich in die Abschnitte:
- "Didaktischer und politischer Ansatz";
- "Teil 1 Die Zechensiedlung Brambauer";
- "1. Geschichte";
- "2. Der bauliche Zustand";
- "3. Die Bewohner";
- "4. Die Frage nach der Ursache";
- "5. Die Politik der Glückauf - eine 'gemeinnützige' Wohnungsbaugesellschaft";
- "Teil 2 Brambauer in der Planung";
- "1. Ingesta-Gutachten";
- "2. Gutachten Verkehrsfelder Lünen Süd und West";
- "3. Die 'Sanierung' Brambauers";
- "4. Die Politik des Wirtschaftsförderungsamtes";
- "Schlußbemerkung - weitere Aufgaben der PGS".
Q: Aachener Technologie Zeitung - Analyse Nr. 2, 2. Aufl., Aachen Apr. 1971

08.03.1971:
Laut dem Dortmunder 14. Kommissariat wird in Dortmund weiter gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 6.3.1971, 9.3.1971) protestiert.
Vermutlich heute erscheint vom im Südwall 31 ansässigen Aktionskomitee Roter Punkt folgendes Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 und ohne presserechtlich Verantwortlichen:"
WIR MACHEN WEITER! ...
Wir bitten die Straßenbahnbenutzer, die sich dem Protest anschließen, einen 'Roten Punkt' zu beschaffen und an solchen Stellen, an denen keine Autohaltestellen der Aktion 'Roter Punkt' eingerichtet sind, unter Vorzeigen eines 'Roten Punktes' Autofahrer um Mitarbeit zu bitten.

An folgenden Stellen werden Autohaltestellen der Aktion 'Roter Punkt' eingerichtet: ...
Autohaltestelle 4: Kleppingstraße, vor dem Geschäft Böhmer Richtung: Stadtmitte Nord, Lindenhorst, Eving, Brechten, auch Scharnhorst, Derne, Lünen ...
Autohaltestelle 10: Vor dem IWO/Hochhaus Richtung: Fredenbaum, Eving, Lindenhorst, Brambauer, Lünen".
=Polizei Dortmund-14. Kommissariat:Demonstrationen gegen die Fahrpreiserhöhungen der Dortmunder Stadtwerke AG und Durchführung von Rote Punkt-Aktionen in Dortmund,Dortmund 19.3.1971,S.1;
Aktionskomitee Roter Punkt:Wir machen weiter!,Dortmund o.J. (8.3.1971)

22.03.1971:
Laut dem 14.Kommissariat "werden die Demonstrationen gegen die Fahrpreiserhöhungen der Dortmunder Stadtwerke fortgesetzt. An diesem Tag stand eine vom Rat der Stadt einberufene Ratsversammlung im Mittelpunkt der Ereignisse. ... Auch in Dortmund-Hörde und Lünen-Brambauer (heute Kreis Unna,d.Vf.) kam es zu kurzfristigen Blockaden."
=Polizei Dortmund-14. Kommissariat:Demonstrationen gegen die Fahrpreiserhöhungen der Dortmunder Stadtwerke AG und Durchführung von Rote Punkt-Aktionen in Dortmund,Dortmund 31.3.1971

02.08.1971:
In Dortmund gibt die Betriebsgruppe Minister Stein der KPD/ML-ZB und des KJVD vermutlich in dieser Woche ihre 'Rutsche' (vgl. Juli 1971, 13.9.1971) heraus. Der letzte Artikel kündigt an:"
DAS KRAFTWERK WIRD STILLGELEGT ...
Noch halten sie damit hinter dem Berg, noch hört man nur gerüchteweise von einer Schließung von Achenbach (in Lünen,d.Vf.) u.a."
=Die Rutsche Das Lohndiktat der SPD-Regierung,Dortmund o.J. (1971)

09.08.1971:
Die SDAJ Lünen der DKP gibt vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt mit einer Seite DIN A 4 unter Verantwortung von Ulrich Friebel in Dortmund-Lanstrop heraus:"
EIN JAHR MOSKAUER VERTRAG

Am 12. August 1970, also vor einem Jahr, wurde in Moskau ein Vertrag zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion (SU,d.Vf.) unterzeichnet.

Dieser Vertrag erkennt politische Realitäten an und könnte damit ein entscheidender Beitrag zur Sicherung des Friedens in Europa sein; beide Seiten könnten Milliardenbeträge in der Rüstung sparen und für soziale und kulturelle Aufgaben verwenden.

DOCH DIE BUNDESREGIERUNG HAT DIE RATIFIZIERUNG UND DAMIT DIE WIRKSAMKEIT DIESES VERTRAGES BIS JETZT VERZÖGERT!
DIE CDU/CSU, VERTRETERIN DER DEUTSCHEN RECHTEN UM STRAUSS UND BARZEL, LEHNT DEN VERTRAG VON VORNHEREIN AB.

Ebenso verfahren Regierung und Opposition in Bonn mit dem Vertrag von Warschau (mit Polen,d.Vf.) und dem Atomwaffensperrvertrag (SAL*,d.V*.). Sie blockieren die Einberufung der Europäischen Sicherheitskonferenz und lehnen die völkerrechtliche Anerkennung der DDR ab.

Wir fordern die Lüner Bürger auf, zu verhindern, daß die Bundesregierung in die alte gefährliche Adenbauer-Politik des Kalten Krieges verfällt.

BRINGEN SIE MIT IHRER UNTERSCHRIFT ZUM AUSDRUCK, DASS SIE IM INTERESSE DER ENTSPANNUNG UND DES FRIEDENS IN EUROPA FÜR DIE RATIFIZIERUNG DER VERTRÄGE EINTRETEN."

Beigefügt ist ein Unterschriftenkoupon, "Ich befürworte die sofortige Ratifizierung der Verträge von Moskau und Warschau!".
=SDAJ Lünen:Ein Jahr Moskauer Vertrag,o.O. (Lünen) o.J. (1971)

30.09.1971:
In Oberhausen beginnt ein zweitägiger außerordentlicher Kongreß der IGBE (vgl. Apr. 1970, 24.9.1972).
Anträge kommen u.a. aus Lünen bzw. werden von dort unterstützt.
=Einheit Nr.12, 16 und 20,Bochum 15.6.1971, 15.8.1971 bzw. 15.10.1971,S.1, S.1 und S.8ff bzw. S.1

25.10.1971:
Auf der Zeche Minister Stein Dortmund gibt die DKP vermutlich diesen Montag ihre 'Kumpel-Post' (vgl. 23.8.1971, Dez. 1971) heraus. U.a. erscheint der Artikel:"
ZUERST STILLEGUNG VON ZECHEN - JETZT STILLEGUNG VON KOKEREIEN!

Die Ereignisse in den letzten Tagen beweisen immer mehr: Der kapitalistische Superkonzern RAG ist nicht in der Lage, das Bergbauproblem zu lösen. Nach wie vor soll der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, damit der Staat die Bürgschaft für einen Riesenkonzern übernimmt, während die Gewinne in die Taschen der Unternehmer fließen. Nachdem der Aufsichtsrat der RAG seine Zustimmung zur Schließung von Schachtanlagen gegeben hat, wird jetzt auch die Schließung von Kokereien vorbereitet. Für die BAG Dortmund bedeutet das: DIE KOKEREI 'ACHENBACH' (in Lünen,d.Vf.) WIRD DICHTGEMACHT! ÜBER DER KOKEREI 'EMSCHER-LIPPE' (in Datteln,d.Vf.) SCHWEBT EIN GROSSES FRAGEZEICHEN. DER GRUND?

Die Unternehmer sagen, die Kosten für den Weiterbetrieb seien zu hoch. Diese Anlagen seien nicht mehr rentabel. Sie wollen natürlich zugeben, daß sie selbst schuld an dieser Misere sind. Es stimmt zwar, wenn behauptet wird, daß zur Zeit wieder riesige Kokshalden vorhanden sind, die täglich größer werden. Wenn bei der BAG Dortmund rund 830 000 Tonnen Koks aufgehaldet sind, so fragt die KUMPELPOST: Was sind die wirklichen Ursachen?
Tatsache ist: Noch vor einem Jahr konnte der Bedarf der Kohlenhändler an Koks nicht befriedigt werden. Von den Kokslagerstätten wurde nicht nur Koks, sondern auch der 'Mutterboden' mit verkauft. Damals war der Koksmangel so groß, daß in Ruhrgebietsschulen und Kindergärten Unterrichtsstunden ausfallen mußten. Und heute haben wir diese großen Halden! Die Ursachen dafür bestehen

1. darin, daß der Bergbau aufgrund der abgeschlossenen Verträge mit den Stahlkonzernen verpflichtet ist, Koksvorräte anzulegen. Die Stahlindustrie ist nicht verpflichtet, bestimmte Koksmengen abzunehmen. Und das tun sie gegenwärtig auch nicht. Die Frage ist: Warum tun sie es nicht? Unsere Meinung: Die Stahlindustrie wurde im Frühjahr dieses Jahres von einem Gericht zur Zahlung höherer Kokskohlenpreise verurteilt (vgl. **.*.1971,d.Vf.). Seit diesem Zeitpunkt geht die Nachfrage nach Kohle und Koks zurück. Bei den Verbindungen der Stahlindustrie zur Bundesregierung - zahlreiche Vertreter der Konzerne sind als Staatssekretäre usw. in Regierungsstellen beschäftigt - ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die Stahlindustriellen Subventionen aus dem Steuersäckel für sich beanspruchen. Deshalb also die Kokshalden!

2. darin, daß aufgrund dieses Zwangs, Koksvorräte für die Stahlkonzerne anzulegen, KEINE LANGFRISTIGEN LIEFERVERTRÄGE mit Japan und den nordischen Ländern abgeschlossen wurden. Diese Länder wollten unseren Koks einführen, doch die Unternehmerbosse sagten: 'Nein!' Das ist also die Widersinnigkeit der kapitalistischen Wirtschaft: Man schließt mögliche Handelsverträge nicht ab. Deshalb wachsen die Kokshalden, sollen Kokereien geschlossen werden. Die Benachteiligten sind die Arbeiter und Angestellten. Das muß verhindert werden!

GEMEINSAME INTERESSEN DER BERG- UND STAHLARBEITER

Die Stahl- und Metallarbeiter befinden sich zur Zeit im Lohnkampf. Die Stahlindustriellen versuchen, die Stahl- und Metallarbeiter mit Kurzarbeit, Entlassungen und mit der Drohung der Stillegung von Stahlbetrieben - wie z.B. der Hasper Hütte in Hagen - einzuschüchtern. Unsere Stahlkollegen sollen damit auf den Kampf um ihre gerechten Lohnforderungen verzichten. Ihre Gegner sind auch gleichzeitig unsere Gegner. Denn die Stahlindustriellen sind zu 61% am Aktienkapital der RAG beteiligt!

DIE PROFITE DER UNTERNEHMER SOLLEN STEIGEN!

Die Manager der Konzerne wollen nicht auf ihre Profite verzichten. Die Belastungen sollen von den Berg- und Stahlarbeitern getragen werden. Dieses Mißverhältnis wird solange bestehen bleiben, solange die kapitalistische Wirtschaft existiert. Sie kann nur überwunden werden, wenn den Managern der Konzerne die Verfügungsgewalt über die Betriebe entzogen wird.
DIE DKP UNTERSTÜTZT VOLL UND GANZ DIE FORDERUNG IN DER SATZUNG DER IG B U. E NACH NEUORDNUNG DER BERGBAU- UND ENERGIEWIRTSCHAFT MIT DEM ZIEL DER ÜBERFÜHRUNG IN GEMEINEIGENTUM."
=Die Kumpel-Post Betriebsräte - Feinde der Arbeiter??.Dortmund o.J. (Okt. 1971)

Dezember 1971:
In Dortmund gibt die DKP vermutlich Anfang Dezember eine Ausgabe der 'Kumpel-Post' (vgl. 25.10.1971, 7.2.1972) für die Zechen Minister Stein/Hardenberg heraus.
Berichtet wird auch vom:"
ZECHENVERNICHTUNGSKRIEG DER BERGBAUBOSSE
...
Kumpels! Am 15. Dezember geht der letzte Ofen bei der Kokerei Achenbach aus! Viele Kumpel stellen die Frage: Wann sollen wir bei Minister Stein/Hardenberg dran sein?

Die 'Kumpel-Post' meint: Die geplanten Zechenstillegungen der Bergbaubosse können und müssen verhindert werden! Die Kumpels von Hansa haben uns vor einigen Jahren den richtigen Weg gezeigt."
=Kumpel-Post Das 'Notprogramm' der Ruhrkohle AG,Dortmund o.J. (1971)

08.12.1971:
In der IGM-Verwaltungsstelle Dortmund findet eine Konferenz der Betriebsratsvorsitzenden und Leiter der IGM-Vertrauensleutekörper aus Castrop-Rauxel, Dortmund und Lünen statt.

Die WAZ berichtet morgen:"
DIE UNRUHE WÄCHST IN METALLBETRIEBEN
AUSSERORDENTLICHE KONFERENZ: RUF NACH URABSTIMMUNG

Die Stimmung in den Betrieben der Metallindustrie in Dortmund, Lünen und Castrop-Rauxel ist explosiv. Das zeigte sich gestern abend in den Reinoldi-Gaststätten, als in einer außerordentlichen Konferenz der IG Metall 200 Funktionäre aus rund 90 Betrieben mit etwa 36 000 Beschäftigten auf die Urabstimmung auch in Nordrhein-Westfalen drängten. Zwar wurde Verständnis für die bisherige Stillhaltetaktik des Hauptvorstands gezeigt, zugleich jetzt aber eine Entscheidung über Kampfmaßnahmen gefordert.

'Die Belegschaften stehen in den Startlöchern. Sie wünschen den Kampf lieber heute als morgen!' umriß der erste Bevollmächtigte der IG Metall, Werner Dieterich, die Stimmung in den Firmen. Wenn er heute in Stuttgart an der Sitzung des Gewerkschaftsvorstandes teilnimmt, kann er sich auf ein einstimmiges Votum der Dortmunder Metaller stützen.

In einer Entschließung wurde das Verhalten der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen in Nordwürttemberg/Nordbaden (NB/NW,d.Vf.) verurteilt. Die Funktionäre - Betriebsratsvorsitzende und Leiter der gewerkschaftlichen Vertrauenskörper - ließen darin keinen Zweifel, daß sich Dortmunds Arbeiter und Angestellte der Metallindustrie kaum noch länger von 'Mißfallenskundgebungen' - sprich Warnstreiks - aus Solidarität für Kollegen in Süddeutschland abhalten lassen würden."
=Heisse Eisen 'Gesamtmetall hat seine profitgierige Fratze noch nie so offenbart wie in dieser Stunde'!,Dortmund o.J. (1971);
Westdeutsche Allgemeine Zeitung,Essen 9.12.1971, zitiert nach: Metall aktuell 'Gesamtmetall hat seine profitgierige Fratze noch nie so offenbart wie in dieser Stunde'!,Gelsenkirchen o.J. (Dez. 1971)

15.12.1971:
Die Kokerei Achenbach Lünen wird, laut DKP, stillgelegt.
=Kumpel-Post Das 'Notprogramm' der Ruhrkohle AG,Dortmund o.J. (1971)

01.01.1972:
Die IGBE gibt ihre 'Einheit' Nr.1 (vgl. 15.12.1971, 15.1.1972) nun mit dem neuen Untertitel "Zeitung für Mitglieder der IG Bergbau und Energie" heraus. Auf Seite 3 heißt es:"
ZWÖLF MONATE TARIFARBEIT: MEHR GELD - MEHR FREIZEIT

MÄRKISCHE STEINKOHLEN-GEWERKSCHAFT: 170 Beschäftigte; Erstabschluß; Übernahme der Tarifverträge des rhein.-westf. Steinkohlenbergbau."
Q: Einheit Nr. 1, Bochum 1.1.1972

27.01.1972:
Die IG Metall Verwaltungsstelle Dortmund (vgl. Dez. 1971) gibt zur Wahl ihrer Vertreterversammlung die Grenzen der Stadtteilgruppen und die Wahltermine bekannt:"
STADTTEILGRUPPE LÜNEN

dazu gehören: Lünen-Stadt, Brambauer, Horstmar, Gahmen, Lippolthausen, Oberaden, Niederaden, Beckinghausen.

Versammlungstermin:

Donnerstag, den 27.Januar 1972, 18 Uhr, Lokal 'Schwenke', Lünen, Kurt-Schumacher-Str.93."
=IGM-Verwaltungsstelle Dortmund:Aufruf zur Wahl der Vertreterversammlung,o.O. (Dortmund) o.J. (1971),S.4

29.01.1972:
Die IG Metall Verwaltungsstelle Dortmund (vgl. Dez. 1971) gibt zur Wahl ihrer Vertreterversammlung die Grenzen der Stadtteilgruppen und die Wahltermine bekannt:"
STADTTEILGRUPPE WETHMAR
dazu gehört: Altlünen, Wethmar.

Versammlungstermin:
Sonnabend, den 29.Januar 1972, 17 Uhr, Lokal 'Muschelklause', Lünen-Wethmar, Wittekindstr."
=IGM-Verwaltungsstelle Dortmund:Aufruf zur Wahl der Vertreterversammlung,o.O. (Dortmund) o.J. (1971),S.4

25.03.1972:
Die SDAJ Dortmund der DKP kündigte zu ihrer Werbewoche (vgl. 18.3.1972) für heute Informationsstände u.a. in Brambauer (Lünen) an. Weiter hieß es:"
Am 25.3. eine Veranstaltung (Film) im Zentrum."
=SDAJ Dortmund:Maßnahmenplan Werbewoche,o.O. (Dortmund) o.J. (1972),S.1

Mai 1972:
Die IGBE (vgl. 1.6.1972) berichtet vermutlich aus dem Mai:"
RAG-BETRIEBSRÄTEARBEITSGEMEINSCHAFT
NEU KONSTITUIERT

Die Arbeitsgemeinschaft der Gesamtbetriebsräte der Ruhrkohle AG hat sich nach den Betriebsratswahlen (BRW - vgl. 18.4.1972,d.Vf.) neu konstituiert. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ist Karl-Heinz Mross, Betriebsratsvorsitzender der Schachtanlage Bergmannsglück/Westerholt, BAG Herne/Recklinghausen, stellvertretender Vorsitzender ist Herrmann Klos, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Zeche Friedrich Heinrich, BAG Niederrhein. Außerdem gehören der Arbeitsgemeinschaft folgende Betriebsratsvorsitzende oder stellvertretende Betriebsratsvorsitzende an: ...
BAG DORTMUND
Karl Marsiske, Zeche Minister Achenbach und Erich Haake, Zeche Victoria 3/4 (beide Lünen,d.Vf.)".
=Einheit Nr.11,Bochum 1.6.1972,S.4

10.08.1972:
Von einem heutigen Treffen in Lünen (vgl. 15.8.1972) lag uns der folgende Text als Schreibmaschinendurchschlag von einer Seite DIN A4 vor:"
Resolution der Schulpflegschaft der Heinrich-Bußmann-Schule in Lünen vom 10.8.1972
SITUATION

Es handelt sich um eine sehr gefährliche Wegstrecke für etwa 280 Schüler. Die 11-16jährigen Mädchen und Jungen müssen einen Großteil ihres Schulweges auf der Gahmener Straße, B236, zurücklegen. Der ganztägig überaus starke Verkehr ist deshalb so gefährlich, weil sich oft sehr schnell fahrende Fahrzeuge von der Autobahn hier einschleusen und schon schwere Verkehrsunfälle verursacht haben. Die an dieser Straße liegende Autobahnauffahrt nimmt den gesamten Autobahnverkehr für Lünen auf. Die von den Schülern benutzten Fußwege sind darüber hinaus gleichzeitig Fahrrad- und Mopedweg ohne daß eine Fahrspurtrennung vorliegt.

Deshalb müssen die Eltern, die ihre Kinder in die Heinrich-Bußmann-Schule schicken, auf folgenden Forderungen bestehen:

1. Der sehr gefährliche Fußweg macht es notwendig, daß die Schüler wie in den drei Jahren zuvor eine Jahreskarte der Lünener Stadtwerke erhalten.

2. Die Kosten sind von der Stadt Lünen zu tragen. Sie ist für die Gesundheit und den Schutz unserer Kinder verantwortlich.

3. Die Eltern der Schulkinder können einer Regelung durch einen Schulbus nicht zustimmen, da davon nur wenige Kinder profitieren und ein reibungsloser Transport nicht gewährleistet ist.

Die Mitteilung des Rektors, die übrigens einer Drohung ähnlicher ist als einer sachgemäßen Benachrichtigung, enthält in Punkt 2 eine falsche Darstellung des Sachverhalts: Die Stadt Lünen ist nicht gesetzlich gebunden, die Finanzierung der Fahrkarten einzustellen. Das geht aus einer Mitteilung der WR ('Westfälische Rundschau',d.Vf.) vom 9.8.1972 hervor: Kurt Denkert äußerte, daß die Freifahrtscheine dank einer großzügigen Gesetzesauslegung der Stadt Lünen möglich wurden."
=Schulpflegschaft der Heinrich-Bußmann-Schule in Lünen:Resolution,Lünen 10.8.1972

15.08.1972:
Von der Familie Paeslack, 4628 Lünen lag uns der folgende Text als Typoskript von zwei Seiten DIN A4 vor:"
Offener Brief an die Eltern der Kinder aus Gahmen, die die Heinrich-Bußmann-Schule in Lünen-Süd,Bahnstraße, besuchen

Sehr geehrte Eltern!

Am Donnerstag, dem 10.Aug. 1972 nahmen wir - mehr als 100 Eltern - eine Entschließung an, die den Lünener Ratsfraktionen der Parteien zugeleitet werden sollte.

Obwohl die Lünener Zeitungen vor der Schulpflegschaftsversammlung groß und breit über die Aktion der Eltern in Gahmen berichtet haben, erschien von der recht stürmischen Versammlung selbst und von der angenommenen Resolution keine Zeile.

Aus diesem Grunde wählen wir den Weg des offenen Briefes und senden diesen nicht nur an die Gahmener Eltern, sondern auch an alle vier Lünener Zeitungen mit der Bitte um Veröffentlichung.

Zur Lage:
Nachdem der Vorsitzende der Schulpflegschaft, Herr Mecklenbrauck, zuerst nicht einmal die Resolution verlesen wollte, wurde einstimmig befürwortet, daß der von uns vorgeschlagene Text verlesen und darüber abgestimmt werden sollte.

Der hier abgedruckte Wortlaut ist ohne Gegenstimmen bei vier Enthaltungen angenommen worden."

Es folgt der Resolutionstext vom 10.8.1972.

In einer anderen, um den Resolutionstext gekürzten aber ansonsten identischen Version, die uns als Typoskript vorlag, wird als Druckort die Schreibstube Groß, Dortmund benannt.
=Paeslack:Offener Brief an die Eltern der Kinder aus Gahmen, die die Heinrich-Bußmann-Schule in Lünen-Süd, Bahnstraße, besuchen,Lünen 15.8.1972

04.09.1972:
Vermutlich in dieser Woche wird das folgende Dokument veröffentlicht, welches wir als Wachsmatrizenabzug von zwei Seiten DIN A4 in den Akten des DKP-Kreisvorstandes Dortmund fanden:"
Isa Nigge 4627 Lünen-Horstmar
Breiter Weg 13

OFFENER BRIEF AN DIE ELTERN DER SCHÜLER DER UHLANDSCHULE IN LÜNEN-HORSTMAR

Am 31.August wählten die Eltern der Uhlandschule die Klassen- und Schulpflegschaft.

Es wurde bei der Beratung der Schulpflegschaft mit den Vertretern der Lehrerschaft Klage darüber geführt, daß die oft bemängelten und oft verschleppten Renovierungsarbeiten an der Uhlandschule noch immer nicht durchgeführt worden sind.

Der Putz bröckelt weiter und die Decken fallen in großen Stücken herunter. Zwar werden jetzt allerlei Versprechungen gemacht, aber die Eltern und Lehrer fragten zu Recht, ob erst etwas Ernstliches passieren muß, bevor Abhilfe geschaffen wird.

Auch die mögliche und für die Schüler einer Hauptschule für die Gesundheit so notwendige Kleinsportanlage ist immer noch nicht fertiggestellt.

Die Stadt gibt an anderer Stelle so viel Geld aus, daß es den Eltern nicht in den Kopf will, warum hier wegen einer verhältnismäßig kleinen Summe die Schüler auf den Sportunterricht verzichten sollen.

Die Sportstunden auf dem Sportplatz des Vereins Preußen 07 sind keine Alternative. Durch den Weg gehen mehr als 30 Minuten der Sportstunde verloren.

Zu diesen noch nicht behobenen Mängeln kommen neuerdings die Sorgen um einen sicheren Schulweg für die Kinder.

Seit die Stadt Lünen verschärft die Bestimmungen über den Schulweg heranzieht um Gelder einzusparen, müssen viele Kinder aus Niederaden und Beckinghausen lange und gefährliche Schulwege hinnehmen. Es ist nicht einzusehen, daß jetzt die Nachteile der Neuordnungs- und Rationalisierungsmaßnahmen auf dem Schulsektor voll auf die Schüler und Eltern abgewälzt werden, wo man vor ein und zwei Jahren den Eltern mit Engelszungen nur von den Vorteilen gesungen hat. Die Kinder aus Beckinghausen z.B. sind auf dem Weg Kreuzstraße - Preußenstraße echt gefährdet.

Auf dieser Strecke bis zur Uhlandstraße ist der kurvenreichste Teil der Preußenstraße überhaupt. Dort fehlt streckenweise - selbst in gefährlichen Kurven - auch die Spur eines Gehweges.

Hinzu kommt, daß auf der Preußenstraße nicht nur der Linienverkehr der Busse nach Beckinghausen-Oberaden-Kamen fährt, diese Strecke wird auch stark von Lastwagen befahren (Baustellenverkehr).

Die Lastzüge der Firma Hölscher biegen in der engsten und unübersichtlichsten Kurve in ständigem Pendelverkehr in eine Seitenstraße ein (Breiter Weg).

Aber auch die Eltern, deren Kinder aus der Siedlung am Bahnhof Preußen kommen, sind ungehalten.

Sie argumentieren, daß die Kinder nach 20 Minuten Fußmarsch bei schlechtem Wetter durchnäßt in der Schule ankommen und dann stundenlang in der feuchten Kleidung herumsitzen.

Erkältungen und schlimmere Erkrankungen sind die Folge.

Von den vielen PKW soll hier nicht einmal die Rede sein. Wenn dieser Teil der Straße im Volksmund 'Mercedesrennstrecke' genannt wird, erübrigt sich wohl jeder Kommentar.

Der wiedergewählte Schulpflegschaftsvorsitzende wurde von den Klassenpflegschaftsvorsitzenden gebeten, bei allen zuständigen Stellen in der Stadtverwaltung und im Schulamt vorstellig zu werden und dringend um Abhilfe zu bitten.

Binnen vier Wochen sollen den Eltern die Ergebnisse der Verhandlung in einer Elternversammlung mitgeteilt werden.

Durch Abzug von Lehrkräften zugunsten der Hellweg-Schule in Beckinghausen kommen auch hier Probleme auf uns Eltern, auf Schüler und Lehrkräfte zu.

Um unsere Kinder durch möglichst günstige Schulbedingungen gut auf das Arbeitsleben vorzubereiten, ist es notwendig, daß wir Eltern uns mehr als bisher um die Belange der Schule kümmern und die Lehrer in ihrem Kampf gegen die 'Instanzen' unterstützen.

Aus diesen Gründen möchte ich schon heute die Eltern bitten, die nächste Versammlung der Elternpflegschaft vollzählig zu besuchen.

Nur mit Hilfe aller Eltern, die sich geschlossen hinter die Forderungen der Lehrer und Schüler stellen müssen, kann jetzt noch Abhilfe geschaffen werden.

gez. Isa Nigge

Klassenpflegschaftsvorsitzende der Klasse 6a"
=Nigge, Isa:Offener Brief an die Eltern der Schüler der Uhlandschule in Lünen-Horstmar,Lünen o.J. (1972)

09.09.1972:
Auf der heutigen Landesversammlung der SMV der Allgemeinbildenden Schulen NRW wird vermutlich zur BSMV Dortmund folgender Antrag gestellt:"
Der SMV-Bezirk Dortmund integriert die Lünener Gymnasien und Realschulen. Sie gelten als gleichberechtigt neben den Dortmunder Schulen. Ihre Vertreter können somit an allen Veranstaltungen und Gremien des Bezirks teilnehmen. Ferner verpflichten sie sich, zu jeder Landesversammlung neben zwei Vertretern Dortmunder Schulen, einen Vertreter der Lünener Schulen zu delegieren. Delegierte müssen Schüler einer im Bereich integrierten Schule sein."
=SMV/ABS NRW-Mitglieder:Erklärung: Bezirks- und Landes-SMV unter der politischen Kontrolle der Kultusbürokratie,Bonn 9./10.9.1972

18.09.1972:
Vermutlich vom DKP-Kreisvorstand Dortmund wird ein Papier von vier Seiten DIN A4 verfaßt, welches uns als Schreibmaschinendurchschlag vorlag:"
Kurzinformationen

Stand Bundestagswahlkampf Dortmund - 18.9.1972 ...
MÜNDLICHE AGITATION

VERSAMMLUNGEN: ...
4.) Lünen:
Thema: Bundestagswahl 15 Besucher / davon 4 Parteilose"
=N.N. (DKP-Kreisvorstand Dortmund) Kurzinformationen Stand Bundestagswahlkampf Dortmund - 18.9.1972,o.O. (Dortmund) o.J. (Sept. 1972),S.2

21.09.1972:
Die DKP Lünen lud zu heute mit dem folgenden Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Isa Nigge, Lünen-Horstmar, Breiter Weg 13, zu einer Veranstaltung zur Bundestagswahl (BTW - vgl. 19.11.1972) ein:"
ÖFFENTLICHE VERSAMMLUNG DER DKP
DONNERSTAG, 21 SEPTEMBER, BRAMBAUER WITTEKINDSHOF (Wittekindstraße) 19 UHR

ES SPRICHT: RUDI BECKSCHULTE BUNDESTAGSKANDIDAT DER DKP

THEMA: KOMMUNISTEN WIEDER IN DEN BUNDESTAG"

Enthalten ist auch eine Erklärung zu den Forderungen des DGB (vgl. 5.9.1972) zur Bundestagswahl durch DKP-Bundestagswahlkandidaten, die Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre sowie Mitglieder des Parteivorstandes (PV) sind.
=DKP Lünen:Öffentliche Versammlung der DKP,Lünen o.J. (Sept. 1972)

24.09.1972:
Laut IGBE (vgl. 15.12.1971, 15.5.1972) soll heute in Hannover ihr 10. Gewerkschaftskongreß (vgl. 30.9.1971) beginnen (vgl. 3.1.1972), der am 28.9.1972 abgeschlossen sein soll.
Anträge kommen u.a. aus Lünen bzw. werden von dort unterstützt.
=Einheit Nr.24, 10, 15 und 19,Bochum 15.12.1971, 15.5.1972, 1.8.1972 bzw. 1.10.1972,S.1, S.3, S.4 und 6ff bzw. S.1ff

Oktober 1972:
Die DKP Betriebsgruppe der Zeche Hansa Dortmund gibt vermutlich im Oktober ihre 'Informationen' (vgl. 26.4.1972, 1.11.1972) zu den Bundestagswahlen (BTW - vgl. 19.11.1972) heraus. Enthalten ist auch der Artikel:"
EINE WAHL DER JUGEND?
...
GEWÄHLT VOR DER WAHL

Die Vertreter der großen Konzerne sind auf sicheren Listenplätzen der CDU/CSU untergebracht.

Sie gelten schon als gewählt, bevor die Wahl stattgefunden hat.

Schon die jetzige Fraktion der CDU/CSU war reichlich gespickt mit Konzernvertretern.

Die Anzahl ist jetzt bedeutend erhöht worden. Für die Finanzierung durch Millionen der Millionäre ist das natürlich kein Wunder.

Multimillionär und Überläufer von der FDP, von Kühlmann-Stumm, hat schon wieder einen sicheren Listenplatz bei der CDU.

Kühlmann-Stumm, das ist der Mann des Stumm-Konzerns, zu dem auch die Schachtanlagen Minister Achenbach (in Lünen,d.Vf.) gehörten!"
=DKP Betriebsgruppe Hansa:Informationen Kommunisten wieder in den Bundestag!!!,Dortmund o.J. (1972)

24.11.1972:
Heute findet in Dortmund eine erweiterte Kreisvorstandssitzung der DKP statt, zu der eingeladen wurde am 20.11.1972. Vermutlich von dieser Sitzung lag uns eine handschriftliche Teilnehmerliste vor. Es waren u.a. vertreten die Gruppe Lünen.
=DKP Dortmund:Erweiterte Kreisvorstandssitzung,Dortmund o.J. (1972);
DKP Kreisvorstand Dortmund:An alle Gruppenvorstände,Dortmund o.J. (1972);
DKP Kreisvorstand Dortmund:Liebe Genossinnen und Genossen!,Dortmund 20.11.1972;
DKP Kreisvorstand Dortmund:Eingeladen zur erweiterten KV-Sitzung, Freitag 24.11.1972,o.O. (Dortmund) o.J. (Nov. 1972)

Januar 1973:
Die IGBE (vgl. 1.1.1973) berichtet von der Stillegung der Zeche Victor-Ickern in Castrop-Rauxel (vgl. Sept. 1972, Okt. 1973), es solle ab Januar für alle Beschäftigten ein Betreuungsbüro eingerichtet werden. Ziel dieses Büros soll es sein, "allen verlegungswilligen Belegschaftsmitgliedern die notwendigen Entscheidungshilfen" zu gewähren, "um sich zur Verlegung nach hier oder dort entschließen zu können".
Die aufzunehmenden Zechen für die Verlegung sollen sein: Gneisenau, Hansa, Minister Stein (alle Dortmund), Achenbach (Lünen), Waltrop und Haus Aden (Oberaden):"
Die erste größere Verlegung soll bereits im Frühjahr mit 180 bis 200 Beschäftigten erfolgen. Von diesen Verlegungen besonders hart betroffen sind die ehemaligen Belegschaftsmitglieder von der früher stillgelegten Zechen Germania in Dortmund und Emscher-Lippe in Datteln."
=Einheit Nr.1,Bochum 1.1.1973,S.5

02.01.1973:
Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund geben vermutlich Anfang dieser Woche die Nr.1 ihrer 'Roten Front' (vgl. 22.12.1972, 6.1.1973) heraus.
Aus dem IGBE-Bereich wird berichtet von der RAG:"
RUHRKOHLE-AG:
GRAB DER KUMPEL - GOLDGRUBE DER KONZERNE

Die Bildung der Ruhrkohle AG war ein bedeutender Erfolg der Zusammenarbeit der Monopole mit dem Staat. Die SPD-Regierung wurde hierbei zum Vollstrecker der Monopolinteressen und sicherte ihre Profite.

Bei der Gründung der RAG brachten die Altgesellschaften, darunter Konzerne wie Hoesch Thyssen, ihr Bergbauvermögen vollständig in die RAG ein. Als 'Entschädigung' erhalten sie jetzt Jahr für Jahr 185 Mio. DM, und dies 20 Jahre lang. Interessant daran ist, daß der Bergbau mit 1,2 Mrd. verschuldet war. Diese Schulden, die eigentlich die Konzerne zu tragen hatten, wurden vom Staat übernommen. Hier zeigt sich deutlich, wie unsere 'soziale' Marktwirtschaft funktioniert: die Verluste der Konzerne werden
'verstaatlicht', während die Gewinne in die Taschen der Kapitalisten fließen.

Der Dumme dabei ist der Steuerzahler. Diese Schulden werden ausschließlich von den Steuern bezahlt. Das Steueraufkommen wiederum wird zum weitaus größten Teil von den Arbeitern und den anderen Lohnabhängigen getragen.

Die Konzerne, Hoesch, Thyssen, Krupp, Stinnes und Co. dagegen füllen ihre Taschen zweimal: einmal aus der Arbeit der Kumpel, zum zweiten durch die Zuweisung des Staats. Zu dem guten Geschäft bei der Errichtung der RAG kommt für sie noch ein weiterer Vorteil hinzu: sie erhalten Kohle und Koks zu einem Vorzugspreis, was ihnen allein 1972 weitere 230 Millionen auf Kosten der Kumpel einbrachte.

'Die Börse vermutet, daß die Kohlesanierung wahrscheinlich das beste Börsengeschäft dieses Jahres sein wird, wahrscheinlich aber auch das beste Geschäft, das die Stahlkonzerne nach dem Kriege machten.' (Der Volkswirt, 9.10.1969). Wie das genauer aussieht, sehen wir an folgender Aufstellung:

185 Mill. 'Entschädigung' x 20 Jahre 3 700 Mio. DM
alte, von der RAG übernommene Schulden 1 200 Mio. DM
Zinsen (die Entschädigungen werden mit 6% pro Jahr verzinst) 220 Mio. DM
Einsparung durch verbilligte Kohle 230 Mio. DM

vom Steuerzahler aufzubringende Summe 5 350 Mio. DM.

Die Ruhrkohle AG ist ein typisches Beispiel für die Wirtschaftspolitik unserer Staates. Milliarden von Steuergeldern gibt er aus, alles tut er, um die Profite der Kapitalisten auf Kosten der Arbeiter zu vergrößern. Erst vor kurzem (vgl. Dez. 1972,d.Vf.) hat er wieder eine Mrd. DM aufgewandt, um die Bilanz der RAG auszugleichen, die ja nur negativ ist, weil die großen Konzerne horrende Gewinne aus der RAG herausziehen. Dieser Staat ist kein Staat der Arbeiter, kein Staat des Volkes, sondern ein Staat der Kapitalisten und gegen das Volk.

Für die Kumpel wurde die RAG nicht wie für die Konzerne zu einem Milliardengeschäft, sondern für sie wurde es zu einem Zuschußgeschäft. Allein 1972 verloren 24 000 von ihnen ihren Arbeitsplatz bei der RAG. 1973 werden es 13 000 weitere sein, wenn die nächsten fünf Zechen dicht machen. Ähnlich schwer betroffen sind die Kumpel, die 'nur' von Zeche zu Zeche geschoben werden. Sie erhalten oft nicht einmal Verlegungsgeld, da sie noch nicht lange genug auf dem nun ebenfalls dichtmachenden Pütt arbeiteten. So müssen 800 Kumpel der Martener Zeche Germania und der Dattelner Zeche Emscher-Lippe, die erst 1972 nach Victor (Ickern (Castrop-Rauxel,d.Vf.)) verlegt wurden, zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit ihren Arbeitsplatz wechseln. Einige von ihnen machen bereits die fünfte oder sechste Verlegung mit. 'Ich komme mir vor, wie bei einem Wanderzirkus, dessen Direktor nicht weiß, was er will', meinte ein ex-Emscher-Lippe - noch-Victor (Ickern) - und bald-Minister-Achenbach (Lünen,d.Vf.) Kumpel.

Dies alles ist möglich trotz der von den IGBE und SPD-Führern hochgelobten Montanmitbestimmung. Auch bei paritätisch besetzten Aufsichtsräten - das sieht man hier ganz klar - ist es nicht möglich, die Interessen der Arbeiter im Betrieb durchzusetzen. Man sieht auch, warum die Unternehmer auf das Montan-Modell eingegangen sind: nicht aus Menschenfreundlichkeit, sondern weil in den Aufsichtsräten angebliche 'Arbeitervertreter' sitzen, die in Wirklichkeit die Interessen des Kapitals unterstützen. Das Verhalten dieser Gewerkschaftsführer ist gut gekennzeichnet durch ein Zitat des ehemaligen IGBE-Vorsitzenden Gutermuth: 'Lieber lassen wir weitere Stillegungen zu, als daß wir eine Radikalisierung der Bergarbeiter zulassen'. Walter Arendt, jetzt Arbeitsminister in Bonn, hat diese arbeiterfeindliche Politik 1967 den Kollegen von Zeche 'Hansa' (vgl. Dortmund - 21.10.1967,d.Vf.) vorgeführt. Als die Kumpel um ihre Forderungen kämpfen wollten, wiegelte er ab, riet zu Verhandlungen und sabotierte so einen möglichen Erfolg. Den Gewerkschaftsführern ist das Hemd der Kapitalisten eben näher als die Haut der Bergarbeiter. Hier hilft nur das Vertrauen auf die eigene Kraft. Die Interessen der Arbeiter können nur von den Arbeitern selbst vertreten werden."
=Die Rote Front Nr.1,Dortmund Jan. 1973

08.01.1973:
Spätestens zu Beginn dieser Woche erscheint das Flugblatt des Organisationskomitee - Kongreß 'Freiheit für Angola, Guinea-Bissau und Mocambique' am 13.1.1973:"
SOLIDARITÄTS-DEMONSTRATION FREIHEIT FÜR ANGOLA, GUINEA-BISSAU UND MOCAMBIQUE! FRIEDEN FÜR VIETNAM JETZT!

SOLIDARITÄTS-DEMONSTRATION FREIHEIT FÜR ANGOLA, GUINEA-BISSAU UND MOCAMBIQUE! FRIEDEN FÜR VIETNAM JETZT!

Portugal führt gegen die Völker von Angola, Guinea-Bissau und Mocambique einen mörderischen Krieg. Wie die USA in Vietnam, versucht Portugal in Afrika mit Folter, Napalmbomben und Erntevernichtungen seine Herrschaft über das letzte große Kolonialreich der Erde aufrechtzuerhalten. Ausländische Konzerne geben Portugal, selbst ein armes und zürückgebliebenes Land, durch ihre Investitionen den ökonomischen Rückhalt. Die Kolonialherrschaft sichert ihnen Extraprofite. Deshalb leisten die NATO-Staaten militärische, ökonomische und politische Unterstützung, ohne die Portugal seinen Krieg nicht führen könnte. Hierbei hat sich auch die BRD besonders durch Waffenlieferungen an Portugal als eine der zuverlässigsten Stützen des Kolonialregimes erwiesen. Seit Jahren führen die USA einen grausamen Krieg in Vietnam, in dem bisher Millionen Menschen getötet wurden. Durch gezielte Falschmeldungen versucht Nixon, die Weltöffentlichkeit zu täuschen und - bombardiert verstärkt weiter. Gegen das Volk von Vietnam wird der schwerste Luftangriff aller Zeiten geführt. Auch wir in der BRD müssen durch breite Solidaritätsaktionen dazu beitragen, diesen Verbrechen der US-Regierung ein sofortiges Ende bereiten.

Diese Kriege sind Völkermord!

Die Völker von Angola, Guinea-Bissao und Mocambique haben den Kampf gegen ihre Unterdrücker aufgenommen. Analphabetismus, Auslieferung an Krankheiten und Seuchen, Ausbeutung zu Hungerlöhnen, Streikverbot, Verweigerung des Wahlrechts und des Rechts auf gewerkschaftliche und politische Organisierung - das ist die Hinterlassenschaft einer 500-jährigen 'zivilisatorischen Mission' Portugals in Afrika.

Die unterdrückten Völker haben erkannt, daß nur ihr Kampf die Ursachen ihrer Not beseitigen kann. Dieser Kampf gegen die Kolonialmacht richtet sich zugleich gegen die Verbündeten Portugals. Hierbei haben die fortschrittlichen Menschen dieser Länder eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Ihre Aktion, ihr Protest, ihr massiver öffentlicher Druck sind ebenso notwendig wie ihre materielle Solidarität.

Die gleichen Kräfte, die sich an der Ausbeutung und Unterdrückung der Völker Afrikas und dem Völkermord in Vietnam beteiligen, bekämpfen auch hier alle Bemühungen der arbeitenden Menschen, ihre materiellen und sozialen Lebensbedingungen zu verbessern. Solidarität bedeutet daher nicht nur Hilfe für die Befreiungsbewegungen selbst, sondern liegt auch im Interesse derjenigen, die sich für demokratische Rechte und gegen die unkontrollierte Machtausübung durch die Konzerne einsetzen.

Wir rufen alle fortschrittlichen Menschen und Organisationen auf, mit den kämpfenden Völkern der portugiesischen Kolonien Solidarität zu üben! Keine bundesdeutsche Unterstützung für den Kolonialkrieg Portugals - Stoppt westdeutsche Waffenlieferungen! Unterstützt die Befreiungsbewegungen FRELIMO, MPLA und PAIGC!

Wir fordern die sofortige Unterzeichnung des Friedensabkommens mit der Demokratischen Republik Vietnam durch die USA! Schluß mit der Unterstützung des US-Krieges durch die BRD!

Wir rufen auf zu einer SOLIDARITÄTS-DEMONSTRATION am 13. Januar 1973 in Dortmund, Alter Markt, 12. 30 Uhr."
Das Flugblatt wird u.a. unterstützt vom Jugendausschuß der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und Lünen.
=Organisationskomitee Kongreß 'Freiheit für Angola, Guinea-Bissau und Mocambique:Solidaritäts-Demonstration Freiheit für Angola, Guinea-Bissau und Mocambique! Frieden für Vietnam jetzt,o.O. o.J. (1973)

März 1973:
Vermutlich erscheint im März von der Proletarischen Linken (PL) Hamm das folgende Papier:"
Zur Kritik der regionalen Zusammenarbeit ...

2. Nähere Auseinandersetzungen um die politische Linie im demokratischen und ökonomischen Kampf und Beratungen um die konkrete Umsetzung - vor allem mit den Kräften zu führen, mit denen weitergehende Übereinstimmung zum Wiederaufbau der KP vorhanden ist. Soweit das die PL einschätzen kann, gehören zu den Kräften vor allem die Kommunique-Zirkel.

- Für die Arbeit im weiteren regionalen Rahmen heißt das

1. Die Auseinandersetzungen um programmatische Fragen: z.B. besonders des ökonomischen Kampfes weiterzuführen.

2. Aktionseinheiten zu bestimmten Kampfaufgaben (z.B. 1.Mai) in Unterordnung unter das nationale Vorgehen anzustreben.

3. Die Auseinandersetzung um die Erarbeitung einer gemeinsamen regionalen politischen Linie in Unterordnung unter die nationale Vereinheitlichung voranzutreiben.

Für die Arbeit im weiteren örtlichen Rahmen (Vorruhrgebiet) heißt das: Die Gruppen Unna, Lünen und Bergkamen, die bisher keine organisierte kommunistische Arbeit aufgenommen haben, in die Programmdiskussion einzubeziehen. Die vorantreibenden Kräfte in den Gruppen beim Aufbau der kommunistischen Arbeit am Ort durch die Diskussion nationaler wie örtlicher Erfahrungen zu unterstützen.

Weitergehende materielle Hilfe und personelle Unterstützung kann die PL allerdings aufgrund ihrer Kräfte heute nicht leisten.

Wir schlagen daher regelmäßig stattfindende Beratungen und ideologische Auseinandersetzungen vor. Weiter stellen wir Literaturbeschaffung und begrenzt Druckmöglichkeiten zur Verfügung."
=N.N. (PL Hamm):Zur Kritik der regionalen Zusammenarbeit,o.O. (Hamm) o.J. (1973)

07.03.1973:
Die morgige 'Westfälische Rundschau' (WR) in Lünen berichtet vermutlich von heute über die Jusos der SPD:"
JUSO-BILDUNGSPROGRAMM FÜR EINE DURCHSICHTIGE KOMMUNALPOLITIK

LÜNEN. Kommunalpolitische Zusammenhänge und Planungen soll das umfangreiche Bildungsangebot, das der Stadtverbandsvorstand der Jungsozialisten jetzt präsentierte, durchsichtiger machen. Der Stadtverbandsvorstand hofft, daß speziell die Seminarreihen, die sich teilweise über ein ganzes Wochenende erstrecken, zur Verwirklichung dieses Vorhabens beitragen. Zu einem eigenen Bildungsplan für 1973 entschloß man sich, nachdem es - so der Vorstand - 'der sozialistischen Bildungsgemeinschaft (SBG,d.Vf.) Lünen allem Anschein nach nicht möglich ist, alternativ zu den bestehenden politischen Bildungsträgern in Lünen zu wirken'.

Gleichzeitig wollen die Jungsozialisten ein möglichst breites Interesse für spezielle politische Sachbereiche wecken. Diesem Ziel dient auch das geplante Kooperativseminar 'Verbrauchertraining' mit einer SPD-Frauenarbeitsgemeinschaft (ASF,d.Vf.), das im Rahmen der Seminarreihe III für das zweite Halbjahr terminiert ist.

Es folgt eine Darstellung des Programms mit internationalen (vgl. Apr. 1973), kommunalpolitischen (vgl. 28.4.1973, Mai 1973, 26.5.1973) und gewerkschaftlichen (vgl. Sept. 1973) Themen.
=Westfälische Rundschau-Lokalteil Lünen,Lünen 8.3.1973, zitiert nach: SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.2,Dortmund 1973,S.11

April 1973:
Die 'Westfälische Rundschau' (WR) in Lünen (vgl. 7.3.1973) berichtete über das Bildungsprogramm der Jusos der SPD (vgl. 28.4.1973, Mai 1973):"
Die Einzelveranstaltungen beginnen im April mit einer kritischen Betrachtung der US-Außenpolitik" in der Gaststätte Hohenhost.
=Westfälische Rundschau-Lokalteil Lünen,Lünen 8.3.1973, zitiert nach: SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.2,Dortmund 1973,S.11

28.04.1973:
Die 'Westfälische Rundschau' (WR) in Lünen (vgl. 7.3.1973) berichtete über das Bildungsprogramm der Jusos der SPD (vgl. Apr. 1973, Mai 1973):"
Das erste Wochenendseminar Ende April beschäftigt sich mit der Kommunalpolitik. Zur Diskussion steht dabei, ob sie Bestandteil einer antikapitalistischen Gesellschaftspolitik der SPD ist. Das Seminar findet in der Geist-Jugendherberge statt."
=Westfälische Rundschau-Lokalteil Lünen,Lünen 8.3.1973, zitiert nach: SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.2,Dortmund 1973,S.11

Mai 1973:
Die 'Westfälische Rundschau' (WR) in Lünen (vgl. 7.3.1973) berichtete über das Bildungsprogramm der Jusos der SPD (vgl. 28.4.1973, 26.5.1973):"
Der Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, Wolfgang Roth, kommt im Mai nach Lünen. Er spricht zum Thema 'Kommunalpolitik für wen?'", in der Gaststätte Hohenhost.
=Westfälische Rundschau-Lokalteil Lünen,Lünen 8.3.1973, zitiert nach: SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.2,Dortmund 1973,S.11

18.05.1973:
In Dortmund stehen, laut BKA Freiburg, bei einer Demonstration gegen die Demonstrationsverbote 800 Demonstranten 3 000 Polizisten gegenüber, was zu 300 Festnahmen führt.
Das Komitee gegen die Demonstrationsverbote berichtet u.a.:"
Den Festgenommenen wurde das Recht auf Benachrichtigung von Familienangehörigen und einem Rechtsanwalt verwehrt. Zwischen etwa 23 Uhr und 1 Uhr wurden die Demonstranten in den Außenbezirken Dortmunds oder gar in Lünen oder Castrop-Rauxel freigelassen."
=Regionales Komitee gegen das Demonstrationsverbot:Für uneingeschränkte Demonstrations- und Organisationsfreiheit der Arbeiterklasse und des Volkes,Dortmund Mai 1973;
Klassenkampf Nr.33,Freiburg 24.5.1973;
Komitee gegen die Demonstrationsverbote:18./19. Mai 73 Dokumentation,Dortmund o.J. (Juni 1973),S.1ff

26.05.1973:
Die 'Westfälische Rundschau' (WR) in Lünen (vgl. 7.3.1973) berichtete über das Bildungsprogramm der Jusos der SPD (vgl. Mai 1973, Sept. 1973):"
Die Lünener 'Planspieler' Manfred und Ursula Fahnentrapp, Klaus Krügerke und der Bildungsobmann des SPD-Ortsvereins Lünen-Stadt, Joachim Baak, beleuchten am letzten Maiwochenende im Haus Luig an der Möhnetalsperre kommunalpolitische Ansätze."
=Westfälische Rundschau-Lokalteil Lünen,Lünen 8.3.1973, zitiert nach: SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.2,Dortmund 1973,S.11

18.06.1973:
Bei Hoesch Westfalenhütte Dortmund gibt die Jugendzelle des KJV der KPD in dieser Woche die Nr.4 ihrer 'Kommunistischen Jugendpresse' (KJP - vgl. 11.5.1973, *** 1973) für Juni heraus. In einer Lehrlingskorrespondenz heißt es u.a.:"
Es gibt augenblicklich folgende Anträge der Jugendvertretung Hoesch / Westfalenhütte: ...
3) ARBEITSZEITVERÄNDERUNG
Es wurde die Forderung aufgestellt, daß die Arbeitszeit von 7 Uhr bis 15 Uhr 15 auf 6 Uhr 30 bis 14 Uhr 45 verlegt wird, da Kollegen aus Lünen und Selm morgens eine LEERLAUFZEIT von ca. einer Stunde haben. Diese Regelung kann nur zusammen mit Phönix gemacht werden - das wurde von der Betriebsleitung gesagt. Deshalb wurde auf der letzten Jugendversammlung von Phönix (vgl. **.*.1973,d.Vf.) darüber abgestimmt. Die Mehrheit war für eine Vorverlegung. Alle erforderlichen Schritte sind eingeleitet!"
=Kommunistische Jugendpresse - Hoesch Dortmund Nr.4,Dortmund Juni 1973

September 1973:
Die 'Westfälische Rundschau' (WR) in Lünen (vgl. 7.3.1973) berichtete über das Bildungsprogramm der Jusos der SPD (vgl. 26.5.1973):"
Im September ist in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums eine Podiumsdiskussion über 'Mitbestimmung - Prüfstein der sozialliberalen Koalition' geplant. Unter der Leitung von Erdmann Linde nehmen daran Jochen Steffen (SPD), Alfred Ollesch (FDP), Karl Meyerwisch (IG Metall (IGM ******* in ****,d.Vf.)) sowie ein Betriebsratsvorsitzender teil."
=Westfälische Rundschau-Lokalteil Lünen,Lünen 8.3.1973, zitiert nach: SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.2,Dortmund 1973,S.11

12.09.1973:
Vermutlich heute findet, laut KPD/ML (vgl. 29.9.1973) in Dortmund trotz Verbot (bzw. wohl mangelnder polizeilicher Anmeldung) eine Chiledemonstration statt.
Vermutlich heute erscheint eventuell zur selben Aktion, allerdings aus einem der KPD/ML feindlichen politischen Spektrum, im Raum Dortmund ein Flugblatt unter Verantwortung von P. Knopp, Witten:"
SOLIDARITÄT MIT CHILE! STOPPT DIE PUTSCHGENERÄLE IN CHILE! SOLIDARITÄT MIT DER VOLKSFRONT IN CHILE JETZT! ...

Seit Dienstag Mittag versuchen rechtsgerichtete antidemokratische Kräfte in Chile über die Bildung einer Militärregierung die Macht an sich zu reißen. Die imperialistischen Kreise Chiles, der CIA (amerikanischer Geheimdienst), die früheren Kupferunternehmer haben einen neuen Versuch unternommen, um die aus freien Wahlen hervorgegangene Regierung der Volksfront unter Präsident Allende zu stürzen und Chile in einen Bürgerkrieg hineinzureißen.

Mit Waffengewalt soll das chilenische Volk daran gehindert werden, seinen eigenen selbstgewählten Weg zu demokratischen und sozialem Fortschritt weiterzugehen.

Die Reichtümer Chiles, die dem Volk gehören, die Kupferminen vor allem, sollen erneut der Ausbeutung durch die Unternehmer, speziell der nordamerikanischen Monopole unterworfen werden.

Mit blutigem Terror sollen die großartigen Errungenschaften der vom arbeitenden Volk getragenen Volksfrontregierung Chiles rückgängig gemacht werden. Das arbeitende Volk Chiles macht gegen den Putsch Front. Es verteidigt die Errungenschaften der Volksfront und kämpft damit für eine bessere Zukunft.

Jetzt braucht das chilenische Volk, die chilenische Jugend unsere Solidarität. Die Solidarität der arbeitenden und studierenden Jugend, der Sozialisten und Demokraten der Bundesrepublik muß dem chilenischen Volk in diesem schweren Kampf helfen.

Wir rufen die Bevölkerung unserer Stadt zur Solidarität - Solidarität durch Demonstrationen und Aktionen, Solidarität durch die Aufforderung an die Bundesregierung sich mit der Regierung Allende zu solidarisieren, Solidarität durch Protesterklärungen gegen den Putsch. Solche Erklärungen sind zu richten an die chilenische Botschaft, 53 Bonn Bad Godesberg, Kronprinzenstraße 20, und an den Bundeskanzler, 53 Bonn! ...
Hugo Becker Vorsitzender DGB Kreisjugendausschuß Lünen, ...
+ Funktionsangaben dienen nur zur Information.

KOMMT ZUR DEMONSTRATION 17 UHR ALTER MARKT!
FÜR DIE RECHTE DES CHILENISCHEN VOLKES, FÜR DIE RECHTMÄSSIGE REGIERUNG ALLENDES!

Zeigt weitere Solidarität mit Chile!
Besucht das Solidaritätskonzert mit der chilenischen Folkloregruppe Quilapayun am 17. September 1973, 19 Uhr in der Aula am Ostwall - Dortmund.

Die Initiatoren der Friedenswoche in Dortmund (vgl. 15.9.1973,d.Vf.) verurteilen die Machenschaften zum Sturz der Regierung Allendes und fordern die Bevölkerung zur Solidarität auf. Solidarität mit der UNIDAD POPULAR! SOLIDARITÄT MIT DEM VOLK CHILES!"
=N.N.:Solidarität mit Chile, Stoppt die Putschgeneräle in Chile! Solidarität mit der Volksfront in Chile jetzt,o.O. o.J. (1973)

07.11.1973:
Vermutlich heute erscheint in Dortmund ein Flugblatt unter Verantwortung von Detlef Schmidt, Dortmund zur Solidarität mit den 122 Entlassenen bei Mannesmann (MM) Duisburg-Huckingen (IGM-Bereich - vgl. 30.10.1973):"
SOLIDARITÄT KONTRA UNTERNEHMERWILLKÜR

Bei Mannesmann in Duisburg-Huckingen soll 122 Kollegen der Stuhl vor die Tür gesetzt werden. Ihnen drohen fristlose Kündigungen, weil sie mit anderen Kollegen für die Weiterzahlung der gemeinsam erkämpften Teuerungszulage (TZL,d.Vf.) von 70 DM in den Warnstreik getreten sind.

Jedes Mittel ist den Bossen am Rhein recht, wenn es um ihre Profite und um Friedhofsruhe in den Betrieben geht. Mit Gangstermethoden großen Stils sollen 122 Kollegen bei Mannesmann standrechtlich entlassen werden. Sie schrecken auch nicht davor zurück, Kranke und Urlauber auf ihre schwarzen Entlassungslisten zu setzen.

Weisen wir gemeinsam diese Provokation der Stahlbosse zurück.

Die Erfahrungen von Hoesch und Mannesmann aus dem Frühjahr zeigen: unsere Solidarität steht gegen die Unternehmerwillkür.

Wir, die unterzeichnenden Dortmunder Jugendverbände und -organisationen, Jugendvertreter und gewerkschaftliche Jugendfunktionäre, verurteilen auf das Schärfste diese Willkürmaßnahmen der Stahlbosse und verlangen:
- die sofortige Wiedereinstellung der betroffenen Kollegen!
- keinerlei Einschränkung der gewerkschaftlichen Rechte im Betrieb!

Wir fordern die Bevölkerung unserer Stadt auf, sich am Samstag, den 10.11.1973 mit uns an der großen Demonstration für die ausgesperrten Mannesmann-Kollegen zu beteiligen.

Neueste Information:
Am 6.11.1973 mußte der Vorstand der Mannesmann-Werke in Duisburg 100 Entlassungen zurücknehmen. Das ist ein Teilerfolg der breiten Solidaritätsentwicklung im ganzen Land. Jetzt heißt es: verstärkt Solidarität üben, um auch die anderen 22 Kollegen von der Entlassungsliste zu bekommen."

Dieses Flugblatt ist u.a. unterzeichnet von:
Hugo Becker, KJA-Vorsitzender DGB Lünen.
=N.N.:Solidarität kontra Unternehmerwillkür,o.O. (Dortmund) o.J. (Nov. 1973)

21.11.1973:
Im UB Dortmund der Jusos der SPD (vgl. 26.11.1973) wurde, vermutlich verspätet, angekündigt (vgl. Jan. 1972):"
UNTERBEZIRKSKONFERENZ AM 21.11.1973 ...
BETREUUNG DER ARBEITSGEMEINSCHAFTEN
STV Lünen, STB Derne - Sabine Schnurbusch"
Als beratende Mitglieder des UB-Vorstandes, dessen ordentliche Mitglieder sämtlich in Dortmund wohnen, werden genannt aus Lünen Paul Löffler.
=SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.4, Die Dortmunder Jungsozialisten nach der UB-Konferenz und Nr.1,Dortmund 1973, o.J. (1973) bzw. 1974,S.14f, S.1ff und 9f bzw. S.23

Dezember 1973:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Jan. 1973, Jan. 1974) heraus, der uns bisher nur aus Castrop-Rauxel bekannt war.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Dez. 1973

11.12.1973:
Im UB Dortmund der Jusos der SPD (vgl. 4.2.1974) berichtet Harald Hudy von der Kampagne zur Vergesellschaftung der Mineralölkonzerne (vgl. 4.12.1973, 11.13.1973):"
Im Sinne des von der Konferenz (vgl. 21.11.1973,d.Vf.) beschlossenen Antrages soll in der Zeit vom 11. -15.12.1973 eine Flugblattaktion durchgeführt werden. ...

Die Arbeitsgemeinschaften, Stadtbezirke und Stadtverbände sollen aufgefordert werden, das Flugblatt zu verteilen."

Zur Beteiligung heißt es:"
Folgende Arbeitsgemeinschaften, Stadtbezirke bzw. Stadtverbände haben an der Flugblattaktion 'Vergesellschaftung der Mineralölkonzerne' teilgenommen: ... STV Lünen ..."
=SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.1,Dortmund 1974,S.20 und 24

Januar 1974:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Dez. 1973, Apr. 1974) heraus. Vom eigenen Parteitag (vgl. 2.11.1973) wird von der Abgrenzung gegenüber den Maoisten im DGB berichtet.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Jan. 1974

09.01.1974:
In der Nr.2 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.1.1974, 16.1.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit der Zeche Minister Achenbach in Lünen.
=Rote Fahne Nr.2,Dortmund 9.1.1974

14.01.1974:
Die Branchenzelle Bergbau der OAG Dortmund des KBW (vgl. 18.1.1974) berichtet aus dieser Woche:"
DER DREIFACHE PROFIT DER KOHLEBARONE

Hinter der 'schlechten wirtschaftlichen Lage des Bergbaus' verbirgt sich ein dreifacher Profit der Kohleherren: Erstens erzielt die RAG große Profite durch die gesteigerte Arbeitsleistung der Bergarbeiter (pro Mann und Schicht wurde die Arbeitsleistung von 1969 bis 1973 von 3, 3, auf 4, 0 t. gesteigert).

Zweitens kassierten die Kohlebarone für jede stillgelegte Zeche hohe Prämien. Für die Stillegung der Zeche Bismarck wurde beispielsweise 140 Millionen gezahlt. Drittens erhalten die Kapitalisten Unsummen durch den Verkauf von Abbaurechten der Kohlevorräte bereits stillgelegter Zechen.

Diese Profitschneiderei auf Kosten der Bergarbeiter wurde in dieser Woche am Beispiel der Zeche Viktoria 1/2 in Lünen deutlich. Viktoria 1/2 ist Anfang der 60er Jahre stillgelegt worden. Die Harpener Bergbau AG erhielt die Stillegungsgelder. Die reichen Kohlevorräte der Zeche blieben allerdings in ihrem Besitz. Sie wurden auch nicht in die neugegründete Ruhrkohle AG eingebracht. Jetzt plant die Bergbau AG Dortmund mit dem Verbundwerk Gneisenau den Abbau der Kohlevorräte von Viktoria wiederaufzunehmen. Dafür muß sie nun der Harpener Bergbau AG eine sogenannte Option zahlen. Die Harpener Bergbau AG verdient damit ein Drittes Mal an der Zeche Viktoria."
=Roter Kumpel,Dortmund 18.1.1974,S.2

April 1974:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Jan. 1974, Mai 1974) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Apr. 1974

10.04.1974:
In der Nr.15 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.4.1974, 17.4.1974) der KPD berichtet aus Lünen der Rote-Fahne-Freundeskreis (RFFK), der der Ortsleitung Dortmund untersteht, vom Kampf gegen die Mülldeponie in Lünen-Süd.
=Rote Fahne Nr.15,Dortmund 10.4.1974

28.04.1974:
Der Rote-Fahne-Freundeskreis (RFFK) Lünen der KPD will eine Veranstaltung zum Müll in Lünen-Süd bzw. Horstmar durchführen, wofür sich auch Schüler und Pfarrer interessieren.
=Rote Fahne Nr.17,Dortmund 24.4.1974

Mai 1974:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Apr. 1974, Aug. 1974) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Mai 1974

19.06.1974:
In der Nr.25 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 12.6.1974, 26.6.1974) berichtet die KPD aus Lünen-Brambauer vom Grubenunglück auf der Zeche Minister Achenbach.
=Rote Fahne Nr.25,Dortmund 19.6.1974

12.07.1974:
Die Zelle Zeche Westerholt Polsum (IGBE-Bereich) der KPD in Herten gibt ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) (vgl. **.*.1974, **.*.1974) heraus, in der sie sich u.a. mit den Grubenunglücken auf den Zechen Minister Achenbach in Kamen bzw. Lünen (7 Tote) befaßt.
=Rote Fahne Nr.29,Dortmund 17.7.1974

August 1974:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Mai 1974, 7.10.1974) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Aug. 1974

26.08.1974:
In Lünen kommt es, laut Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Lünen der KPD, vermutlich in dieser Woche zu Polizeiterror gegen Jugendliche in Altlünen-Alstede, in den auch die Bereitschaftspolizei verwickelt ist.
=Rote Fahne Nr.36,Dortmund 4.9.1974

07.10.1974:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt vermutlich in dieser Woche ein Extrablatt ihres 'Bergarbeiters' (vgl. Aug. 1974, Feb. 1975) heraus.
=Bergarbeiter Extrablatt,Castrop-Rauxel/Lünen o.J. (1974)

27.01.1975:
Die Nr. 35 der 'Sozialistischen Arbeiterpolitik' (SAP – vgl. 16.12.1974, 24.2.1975) – Organ für Arbeiterpolitik in der SPD. Für SPD-Alleinregierung für Jan./Feb. erscheint vermutlich in dieser Woche. Aus dem Juso-Bezirk Westliches Westfalen wird berichtet über Lünen.
Q: Sozialistische Arbeiterpolitik Nr. 35, Bochum Jan./Feb. 1975

Februar 1975:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. 7.10.1974, März 1975) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Feb. 1975

März 1975:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt vermutlich im März ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Feb. 1975, Apr. 1975) zum Bergarbeiterforum (vgl. 23.3.1975) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen o.J. (1975)

19.03.1975:
In Lünen sollte heute, laut KPD, für das Geschwister Scholl Gymnasium und das Freiherr vom Stein Gymnasium eine Podiumsdiskussion zu den Landtagswahlen (LTW - vgl. 4.5.1975) mit CDU, FDP, KPD und SPD stattfinden. Wegen der Teilnahme der KPD aber hätten die anderen abgesagt.
=Rote Fahne Nr.12,Köln 26.3.1975

23.03.1975:
In Westerholt führt die DKP Ruhr-Westfalen ihr Bergarbeiterforum durch.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen o.J. (1975)

April 1975:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt vermutlich im April ein Extrablatt ihres 'Bergarbeiters' (vgl. März 1975, Juni 1975) mit einem Aufruf zum 1. Mai heraus.
=Bergarbeiter Extrablatt,Castrop-Rauxel/Lünen o.J. (1975)

Juni 1975:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Apr. 1975, Sept. 1975) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Juni 1975

11.06.1975:
In der Nr.23 der 'Roten Fahne' (RF - vgl. 4.6.1975, 18.6.1975) der KPD berichtet der Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Lünen über das VAW Lippewerk (CPK-Bereich), u.a. über die Alugießerei und den Ofenbau.
=Rote Fahne Nr.23,Köln 11.6.1975

28.06.1975:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.18 (vgl. 28.5.1975, Aug. 1975) heraus und berichtet u.a. über Kaiser Preussag Aluminium (KAPAL) in Lünen.
=Spartacus Nr.18,Essen 28.6.1975

September 1975:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt vermutlich im September ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Juni 1975, Okt. 1975) zum 'UZ'-Pressefest (vgl. 20.9.1975) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen o.J. (1975)

Oktober 1975:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Sept. 1975, Nov. 1975) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Okt. 1975

November 1975:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Okt. 1975, Sept. 1976) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Nov. 1975

06.03.1976:
In Duisburg-Hamborn führt, laut KPD, die Zentrale Initiative zum Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und Verschlechterung der Ausbildung, für die Egon Redereit spricht, einen Arbeiterjugendkongreß durch (vgl. 21.2.1976). Später ist die Rede von einem Arbeiterjugendkongreß des KJVD der KPD. Der KJVD habe mit diesem Kongreß einen weiteren Versuch unternommen, "den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu verstärken". Laut KPD beteiligen sich über 300 Jugendliche, darunter über die Hälfte Arbeiter und Lehrlinge. Ein Drittel sei arbeitslos gewesen. U.a. tritt auch Bernd Beste auf. Grußadressen gehen, laut KPD, u.a. ein von der SMV der Berufsschule Lünen.
=Rote Fahne Nr.6, 8, 9, 10 und 11,Köln 11.2.1976, 25.2.1976, 3.3.1976, 10.3.1976 bzw. 17.3.1976,S.*, S.*, S.*, S.4 bzw. S.*

September 1976:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Nov. 1975, Okt. 1976) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Sept. 1976

Oktober 1976:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Sept. 1976, Mai 1977) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Okt. 1976

22.01.1977:
Von der DKP wurde, u.a. im IGM-Bereich bei Hoesch (vgl. 20.1.1977) folgender Aufruf verbreitet:"
Der Kreisvorstand der DKP Dortmund ruft auf zur Teilnahme an der Trauerkundgebung für Max Reimann am Samstag, 22.1.1977. Fahrtmöglichkeiten: ...
Lünen-Brambauer, Verkehrshof 11 Uhr 30
Lünen-Süd, Markt 11 Uhr 50"
=DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix:Heisse Eisen 1968-1978,Dortmund o.J. (1978),S.22

Mai 1977:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ein Extrablatt ihres 'Bergarbeiters' (vgl. Okt. 1976, Juni 1977) heraus.
=Bergarbeiter Extrablatt,Castrop-Rauxel/Lünen Mai 1977

Juni 1977:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt vermutlich im Juni ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Mai 1977, Sept. 1977) für Juni/Juli heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Juni/Juli 1977

September 1977:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Juni 1977, Nov. 1977) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Sept. 1977

November 1977:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Sept. 1977, Dez. 1977) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Nov. 1977

Dezember 1977:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Nov. 1977, Feb. 1978) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Dez. 1977

Februar 1978:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Dez. 1977, Juni 1978) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Feb. 1978

Juni 1978:
Die DKP Betriebsgruppe der Verbundanlage der Ruhrkohle AG (RAG) Ickern in Castrop-Rauxel und Achenbach in Lünen-Brambauer gibt ihren 'Bergarbeiter' (vgl. Feb. 1978) heraus.
=Bergarbeiter,Castrop-Rauxel/Lünen Juni1978

29.09.1991:
R.ZIPPEL@EAST-END berichtet am 2.1.1994 im Brett Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK:"
- ein Containerdorf in Lünen wird mit Steinen angegriffen".
=Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK-R.ZIPPEL@EAST-END:Noch mehr Opfer_2,2.1.1994


Letzte Änderung: 28.08.2015

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