1. Mai in Düsseldorf

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Diese, wie immer äußerst unvollständige Darstellung, beginnt relativ spät im Jahr 1971 und wird, vom Maikomitee der Gewerkschaftsjugend 1971 einmal abgesehen, für die ersten betrachteten Jahre vor allem von der KPD und ihrem Jugendverband beherrscht. Deren Freunde, die u.a. bei Mannesmann Lierenfeld in der IGM-Jugendgruppe aktiv sind, machen sich 1972 an die Gründung eines Oppositionellen Gewerkschaftlichen Maikomitees (vgl. 27.3.1972, 29.3.1972, 6.4.1972, 17.4.1972, 19.4.1972), während die Auseinandersetzungen um die Betriebsratswahl bei Mannesmann Lierenfeld auch immer wieder den 1. Mai bzw. die Mobilisierung dafür berühren (vgl. 5.4.1972, 6.4.1972, 11.4.1972).

Zum 1. Mai 1972 mobilisieren auch die Freunde des KAB/ML unter den Düsseldorfer Oberschülern (vgl. Apr. 1972), hat dieser doch in Düsseldorf eine seiner damals wenigen Ortsgruppen nördlich der Mainlinie. Auch für die KPD ist das Düsseldorfer Maikomitee 1972 das einzige in NRW, vermutlich gar das einzige außerhalb Westberlins (vgl. 21.3.1973). Die Betriebsräte bei Mannesmann scheinen nicht erfreut von den Aktivitäten der KPD (vgl. 8.5.1972).

Auch 1973 bemüht sich die KPD in Düsseldorf wieder um den Aufbau eines oppositionellen Maikomitees (vgl. 1.4.1973), die Aktivitäten zum 1. Mai 1973 werden aber durch das landesweite Demonstrationsverbot im Gefolge der Bonner Rathausbesetzung auch in Düsseldorf teils erheblich erschwert (vgl. 26.4.1973), wie ebenso anlässlich der Solidaritätsaktionen mit Griechenland offenbar wird (vgl. 21.4.1973). In Düsseldorf feiert die KPD nur (vgl. 30.4.1973), demonstriert dann aber trotz Verbot in Dortmund, so dass von der Düsseldorfer DGB-Demonstration zum 1. Mai 1973 hier vorerst nur der KABD berichtet.

Im folgenden Jahr gibt es kein Demonstrationsverbot, aber dafür wiederum ein von der KPD (vgl. 30.4.1974) unterstütztes Maikomitee (vgl. 8.4.1974), die gemeinsam den Löwenanteil der Düsseldorfer Opposition für sich verbuchen (vgl. 1.5.1974). Während für den 1. Mai 1975 hier kaum etwas erschlossen werden kann (vgl. 27.4.1975) zieht es die Freunde der KPD (vgl. 19.4.1976, 28.4.1976, 29.4.1976) im Jahr 1976 zur Maidemonstration erneut nach Dortmund, während sich vor Ort die Freunde des KBW an der Maidemonstration beteiligen, die trotz der Nichtorganisierung durch zustande kam (vgl. 1.4.1976, 29.4.1974, 6.5.1976).

Zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung sind eventuell nicht die Maidemonstrationen bunter gemischt, dafür aber die Berichterstattung über diese detailreicher, die K-Gruppen scheinen stark an Wichtigkeit zu verlieren (vgl. 1.5.1977, 1.5.1978).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

01.05.1971:
In Düsseldorf findet, laut internem Bericht der Ortsgruppe der KJO Spartacus, ein Sternmarsch zum Hofgarten statt. Die dortige Kundgebung hat, laut KAB/ML und KPD/AO, 6 000 Teilnehmer. Die Jugend habe sich, laut KJO, mit 500 Leuten am Zug vom Bahnhof aus beteiligt.

In Düsseldorf sei ein Maikomitee der Gewerkschaftsjugend gegründet worden, in dem Delegierte von politischen Organisationen, u.a. DKP und diverse Maoisten, gesessen hätten. Dieses Maikomitee sei von den Gewerkschaftsjugendgruppen und der Basisgruppe Lehrlingsarbeit (BLA), die eine DGB-JG sei, gegründet worden.

In der BLA würden zwei Genossen seit einigen Monaten mitarbeiten und gegen die, dort ebenfalls vertretenen, RKJ und SDAJ kämpfen. Es sei kein Flugblatt des Maikomitee erschienen.

Man selber habe im Jugendblock Propaganda betrieben und sich in einem Flugblatt gegen RKJ und SDAJ gewandt.

Einige Sprechparolen wie "Mitbestimmen heißt integrieren", "Klassenkampf statt Partnerschaft", "Alle Macht im Staat dem Proletariat", "Schlagt das Kapital - international" und "Weg mit Friedens- und Schweigepflicht" seien vom ganzen Block übernommen worden. Außerdem habe man die Internationale angestimmt.

Der DGB habe eine Beatband aufgefahren, woraufhin 500 hauptsächlich Jugendliche eine Spontandemo zum Republikanischen Centrum (RC) durchgeführt hätten. Dort habe ein Teach In zum Berufsausbildungsgesetz (BBiG) stattgefunden.

Die Einführungsrede habe man selbst gehalten. Leider nur seien die 100 Teach In Teilnehmer hauptsächlich Schüler gewesen.

Die KPD (vgl. 5.11.1971) berichtet aus dem IGM-Bereich von Mannesmann (MM - vgl. 25.10.1971) Düsseldorf-Lierenfeld, über die IGM-JG, "die schon am 1.Mai unter den Losungen 'Kampf dem arbeiterfeindlichen Betriebsverfassungsgesetz (BVG,d.Vf.) - Gleicher Lohn für deutsche und ausländische Arbeiter - Gleicher Lohn für Männer und Frauen - 500 DM Existenzlohn und Streikrecht für Lehrlinge' für die Interessen aller Kollegen eintrat."
Quellen: KJO Spartacus:Nationales Internes Bulletin Nr.7,o.O. Juni 1971; Rote Fahne Nr.5,Tübingen Mai 1971; Rote Fahne Nr.19 und 29,Berlin Mai 1971 bzw. 5.11.1971,S.* bzw. S.5

27.03.1972:
Die KPD (vgl. 7.4.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche über das MK Düsseldorf (vgl. 19.4.1972):"
MAIKOMITEES GEGRÜNDET
OPPOSITIONELLE GEWERKSCHAFTER ORGANISIEREN SICH

DÜSSELDORF

WIR DRUCKEN IN AUSZÜGEN DEN AUFRUF DES OPPOSITIONELLEN GEWERKSCHAFTLICHEN MAIKOMITEES AB:
(…) Das oppositionelle gewerkschaftliche Maikomitee setzt gegen die Einheit von SPD- und DGB-Führung am diesjährigen 1.Mai die Einheit aller Schaffenden für ihre Klasseninteressen und wird dies in der Organisierung eines mächtigen oppositionellen Blocks in der 1.MAI-DEMONSTRATION deutlich zum Ausdruck bringen. (…)

FÜR DEN AUFBAU EINER REVOLUTIONÄREN GEWERKSCHAFTSOPPOSITION (RGO,d.Vf.)

Wie notwendig die Arbeit einer gewerkschaftlichen Opposition ist, wird deutlich, wenn man sich einmal ansieht, was die DGB-Führung gegen die Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen der werktätigen Massen durch Monopolkapital und SPD-Regierung tut: nämlich gar nichts!

Wo Arbeitshetze, Lohnraub und schrankenlose Preistreiberei immer stärker das Bild bestimmen, wo durch strukturelle Schwächen und zyklische Krisen wie in der Eisen- und Stahlindustrie (IGM-Bereich,d.Vf.) und im Ruhrkohlebergbau (RAG - IGBE-Bereich,d.Vf.), Kurzarbeit, Massenentlassungen und Stillegungen zum Alltag gehören, da sind die DGB-Führer die ersten, die die aufflammenden Kämpfe der Kollegen abwürgen. Wo die Kollegen offen das Monopolkapital angreifen, wo sie konkrete Schutzrechte fordern, da verwässern die Gewerkschaftsführer mit Unterstützung der revisionistischen DKP-Führung diesen Kampf durch ihre illusionierenden Forderungen nach Mitbestimmung. Nach 20 Jahren Mitbestimmung in der Montanindustrie fragen wir:

Was unterscheidet die Verhältnisse bei Mannesmann (MM, IGM-Bereich,d.Vf.), wo wir von Anfang an Mitbestimmung hatten, von etwa denen bei Jagenberg (IGM-Bereich,d.Vf.)? Überhaupt nichts!

Wir aber treten ein für die Losung:

STATT MITBESTIMMUNGSILLUSION - SCHUTZRECHTE DER ARBEITERKLASSE ALS BASTION IM KLASSENKAMPF

Die steigende Zahl der Arbeitsunfälle, die steigende Zahl von Kollegen, die einen Kuraufenthalt verschrieben bekommen müssen, zeigt, daß der Kampf um höhere Löhne nicht mehr ausreicht, um die Existenzbedingungen zu sichern:

GEGEN DIE VERSCHLECHTERUNG DER ARBEITS- UND LEBENSBEDINGUNGEN DER WERKTÄTIGEN MASSEN DURCH MONOPOLKAPITALISMUS UND SPD-REGIERUNG

Den zentralen Platz in der Maipropaganda des Reformismus und Revisionismus nehmen die Moskauer Verträge ('Ostverträge' mit der SU bzw. Polen,d.Vf.) ein. Wir fragen: Wird derselbe Brandt, der die Bundeswehr aufrüstet, den Bundesgrenzschutz (BGS,d.Vf.) zur Bekämpfung innerer Unruhen vorbereitet, durch den Abschluß der Verträge über Nacht zum Friedensengel?

Das einzige Interesse der Monopole an den Moskauer Verträgen besteht darin, auf diese Weise auf die Märkte Osteuropas vorzudringen. Geebnet wird ihnen dieser Weg durch ihre SPD-Regierung, die uns dieses Geschäft auch noch als Friedenssicherung verkauft. Geebnet wird ihnen dieser Weg durch das Entgegenkommen der sowjetischen Sozialimperialisten neuen Typs, die durch die Öffnung der Produktion für den Imperialismus der sowjetischen Arbeiterklasse die letzten sozialistischen Errungenschaften raubt (…)

Der Frieden in Europa wird durch die Verträge von Imperialisten und Sozialimperialisten nicht sicherer. Wir fordern:

ABZUG ALLER ALLIERTEN TRUPPEN AUS DER BRD UND WESTBERLIN

FÜR DIE AUFLÖSUNG ALLER IMPERIALISTISCHEN MILITÄRBLÖCKE

Die vergangenen Monate haben der Arbeiterklasse und den anderen unterdrückten Schichten des Volkes verschärfte Angriffe auf ihre demokratischen Rechtspositionen gebracht. Die Neuauflage des arbeiterfeindlichen Betriebsverfassungsgesetzes (BVG - vgl. 19.1.1972,d.Vf.) verschlechtert die Kampfpositionen aller klassenbewußten Kollegen in den Betrieben durch Einschränkung der Versammlungsfreiheit, durch die Friedens- und Schweigepflicht. Die Arbeiterjugend ist nach wie vor der rechtloseste Teil der Arbeiterklasse. Streikrecht für Lehrlinge gibt es nicht und wurde sogar als Maiparole vom DGB-Kreisvorstand abgelehnt; kämpferischen Jugendvertretern und Jugendvertrauensleuten (JV bzw. JVL,d.Vf.) wird einfach nach Abschluß der Lehre kein Arbeitsvertrag gegeben.

Mit der Verabschiedung des 'Schwerpunktprogrammes Innere Sicherheit' (vgl. 20.3.1972,d.Vf.), d.h. dem Ausbau von Verfassungsschutz (VS,d.Vf.), Bundesgrenzschutz und Bundeskriminalamt (BKA,d.Vf.) treibt die SPD-Regierung die Zentralisierung und Militarisierung des Polizeiapparats gegen ihren gefährlichsten Feind, die kämpfende Arbeiterklasse, voran. Und der Hamburger Erlaß (vgl. 23.11.1971,d.Vf.), der den Teilen der Intelligenz, die für die Interessen der Arbeiterklasse eintreten, Berufsverbot im öffentlichen Dienst (BV im ÖD - vgl. 28.1.1972,d.Vf.) auferlegt, wird auf die gesamte BRD ausgedehnt:

KAMPF DEM ABBAU DER DEMOKRATISCHEN RECHTE DES VOLKES

Stürmisch und explosiv entwickelt sich die Arbeiterbewegung in der ganzen Welt. Allen voran leuchten die Siege der indochinesischen Völker und ihrer revolutionären Streitkräfte. Sie sind uns Beispiel dafür, daß nur der den Imperialismus besiegen wird, der ihn entschlossen bekämpft. Sie sind ein leuchtendes Beispiel dafür, was die internationale Solidarität der Arbeiter aller Länder und unterdrückten Völker vermag. Die internationale Solidarität muß aber auch hier geschmiedet werden, wo jeder die besonders schlechte Wohn- und Arbeitssituation der ausländischen Kollegen kennt, die jederzeit durch das reaktionäre Ausländergesetz in ihre faschistische 'Heimat' abgeschoben werden können.

An diesem 1.Mai heraus unter den Parolen:

FÜR DIE EINHEIT DER INTERNATIONALEN ARBEITERBEWEGUNG IM KAMPF GEGEN KAPITALISMUS UND IMPERIALISMUS."
Q: Rote Fahne Nr.40 und 41,Dortmund 7.4.1972 bzw. 19.4.1972,S.3 bzw. S.3

29.03.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD Nr.12 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 6.3.1972, 11.4.1972) mit dem Leitartikel "Vorwärts zum 1. Mai!" heraus.
Quelle: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr.12,Düsseldorf 29.3.1972,S.1f

Duesseldorf_Mannesmann055

Duesseldorf_Mannesmann056

Duesseldorf_Mannesmann057

Duesseldorf_Mannesmann058

Duesseldorf_Mannesmann059

Duesseldorf_Mannesmann060

Duesseldorf_Mannesmann061

Duesseldorf_Mannesmann062


April 1972:
Vermutlich im April bringt die MLSG Düsseldorf des KAB/ML ihre 'Rote Schülerpresse' Nr. 2 mit einem Aufruf zum 1. Mai heraus.
Q: Rote Schülerpresse Nr.2,Düsseldorf 1972

Bild 042

05.04.1972:
Die KPD (vgl. 19.4.1972) berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld (vgl. 11.4.1972):"
DIE POSITIONEN DER IGM-SPITZE BRÖCKELN AB
MANNESMANN-LIERENFELD

Wo der alte Betriebsrat stand, haben wir in unserer Betriebszeitung, der Kommunistischen Arbeiterpresse (KAP,d.Vf.), und in zahlreichen Flugblättern oft genug beschrieben. Nachdem sich diese Herren drei Jahre lang nicht blicken ließen, wenn es galt, die Interessen der Belegschaft zu vertreten, erschienen sie am 5.April - also eine Woche vor der Wahl - zur Frühschicht vor den Werkstoren und verteilten dreimal ihre 'Information und Meinung'.

Diese Leute, die wir 'Zuhälter' oder 'Prostituierte' genannt haben, sondern höchstens in nüchterner Einschätzung der Realität 'Arbeiterverräter', sie werfen der Betriebszelle 'Lüge' und 'Verleumdung' vor. Wir stehen zu jedem Satz, den wir veröffentlicht haben. Wir verzichten darauf, auf das hysterische Gegeifer des Betriebsrats einzugehen. Die KPD aber mit den Faschisten gleichzusetzen ist eine zu dreiste Verleumdung zu der wir den Betriebsrat folgendes fragen wollen:

Welche Partei wurde 1933 von den Faschisten verboten und als erste und am heftigsten von den Faschisten verfolgt: die KPD. War es nicht so, daß die SPD-Führung angesichts der faschistischen Gefahr mehrmals die Einheitsfrontangebote der KPD ablehnte, daß SPD und Gewerkschaftsführer am 1.Mai 1933 unter Hitlers Fahnen marschierten, während die KPD-Genossen längst im KZ saßen. Haben nicht nach dem Krieg dieselben Gewerkschaftsführer, die den Kapitalismus wieder in den Sattel gehoben haben, Hunderte von Kommunisten aus Angst vor deren konsequenter Arbeit aus den Gewerkschaften ausgeschlossen?"
Q: Rote Fahne Nr.41,Dortmund 19.4.1972,S.7

06.04.1972:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 9 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie – vgl. 15.3.1972, 5.5.1972) mit einem Aufruf zum 1. Mai.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr.9,Düsseldorf 6.4.1972,S.1f

Duesseldorf_VDI039

Duesseldorf_VDI040


06.04.1972:
Die KPD (vgl. 19.4.1972) berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld (vgl. 5.4.1972, 11.4.1972):"
SO VERHALTEN SICH ARBEITERVERRÄTER, WENN MAN IHNEN DIE MASKEN VOM GESICHT REISST!

WIR DRUCKEN DEN BERICHT EINER KOLLEGIN DES OPOSITIONELLEN MAIKOMITEES (MK,d.Vf.) AB, DIE AM 6.APRIL BEIM VERTEILEN EINES FLUGBLATTES VON BETRIEBSRÄTEN TÄTLICH ANGEGRIFFEN WURDE.

Von zwei Verteilern, die schon 5 Uhr 15 verteilt hatten, bekam ich zu hören, daß da schon vier Leute ständen, die rosarote Zettel des Betriebsrats und der Vertrauenskörperleitung verteilten. Als sie gekommen wären, hätten die gedroht: 'Haut bloß ab, oder wir holen die Polizei', und ihnen die Flugblätter aus der Hand gerissen. Gleichzeitig erfuhren wir von unserem Kollegen, der an der Ronsdorferstr. verteilt hatte, daß ihn dort ebenfalls zwei Mann festgehalten und die Flugblätter entrissen hätten.

JETZT GINGEN WIR ERST RECHT MIT NEUEN FLUGBLÄTTERN HIN!

Anfangs guckten die vier nur feindselig - wie wir später erfuhren, waren es allesamt Betriebsräte; als aber keine Kollegen mehr in Sicht waren, stürzten sie sich auf uns. Doch wir hielten unsere Flugblätter ganz fest, wehrten uns, ließen die Burschen nicht an uns herankommen. Doch die waren so außer sich, daß sie sich schreiend und fauchend auf den schwächsten von uns, nämlich mich als Frau, stürzten und mich in die Mangel nahmen. Von hinten und vorne gepackt, getreten und gestoßen wurde ich. Sie schlugen mich und zerrten solange, bis ich nur noch Fetzen meines Flugblattstapels in der Hand hatte. Als ich dem, der gerade die Flugblätter wegbringen wollte, nachlief und diese zurückforderte, herrschte er den Pförtner an: 'Schaffen Sie die sofort hier raus!' Ich verließ dann freiwillig den Pförtnervorraum. Mittags kam ich wieder um die Schläger anhand der IGM-Listen zu identifizieren. Als ich alle vier erkannt und auf einen Zettel aufgeschrieben hatte, öffnete sich auf einmal die Tür und Betriebsrat Kielholtz schlich sich von hinten an mich heran, griff nach dem Zettel und riß ihn an sich. Doch was er in der Hand hielt, war lediglich ein Stück weißes Papier.

AUF MEINEM REST ABER STANDEN DIE NAMEN: KIELHOLTZ, RAHN, RETTIG UND HAMMER."

Diesen Bericht veröffentlicht auch die Zelle Mannesmann-Lierenfeld der KPD (vgl. 11.4.1972).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr.13,Düsseldorf 11.4.1972,S.10; Rote Fahne Nr.41,Dortmund 19.4.1972,S.7

11.04.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD Nr.13 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 29.3.1972, 26.6.1972) heraus. Aufgerufen wird: "Es lebe der 1.Mai" (vgl. 16.4.1972). Veröffentlicht wird auch vom Maikomitee der "Brief einer Verteilerin über die Vorfälle am 6.4."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr.13,Düsseldorf 11.4.1972,S.1f und 10

Duesseldorf_Mannesmann063

Duesseldorf_Mannesmann064

Duesseldorf_Mannesmann072


17.04.1972:
In Düsseldorf gibt vermutlich Anfang dieser Woche das von der KPD unterstützte oppositionelle gewerkschaftliche Maikomitee seine Maizeitung mit vier Seiten DIN A4 heraus, in der eingeladen wird zur eigenen Sitzung (vgl. 23.4.1972) und die IG Metall Jugenddelegiertenkonferenz angekündigt wird (vgl. 20.4.1972). Gefragt wird angesichts der Ausrichtung der Maivorbereitung seitens der Führungen der DKP und der SPD: "Was bringen die Ostverträge der arbeiterklasse?" wobei auf Mannesmann verwiesen wird. Über sich selbst wird "Stärkt das oppositionelle gewerkschaftliche Maikomitee!" bekanntgegeben, dass der eigene Aufruf vor 22 Betrieben verteilt wurde, und sich dann Kolleginnen und Kollegen aus IG DruPa, IG Metall, ÖTV und Gewerkschaft Textil und Bekleidung (GTB) im Maikomitee zusammenschlossen.
Q: Oppositionelles gewerkschaftliches Maikomitee Düsseldorf: Maizeitung,Düsseldorf 1972

Duesseldorf KPD 001

Duesseldorf KPD 002

Duesseldorf KPD 003

Duesseldorf KPD 004


19.04.1972:
Die KPD berichtet heute aus Düsseldorf von der Maivorbereitung u.a. im IGM-Bereich, u.a. bei MM bzw. über ihre Ortsleitung (OL):"
Das von den Betriebszellen Mannesmann Lierenfeld und Klöckner in Düsseldorf unterstützte gewerkschaftliche Maikomitee (… (vgl. 27.3.1972,d.Vf.) wird am 1.Mai einen eigenen Block in der DGB-Demonstration bilden.

D.h. nicht hinter der arbeiterfeindlichen Gewerkschaftsspitze herzurennen, sondern mit dem einheitlichen oppositionellen Block unter klassenkämpferischen Parolen wird auch hier die Veranstaltung der Klassenversöhnung durchbrochen und gleichzeitig für die Parteidemonstration in Dortmund mobilisiert. Die OL Düsseldorf wird eine Gegenkundgebung zum DGB-Redner Hofmann (ÖTV) durchführen und anschließend zur zentralen Demonstration in Dortmund aufrufen."
Q: Rote Fahne Nr.41,Dortmund 19.4.1972,S.3

Mai 1972:
Bei Philips Aachen gibt die Betriebszelle der KPD vermutlich im Mai ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' Nr. 2 (vgl. Apr. 1972, 6.6.1972) heraus. Berichtet wird vom 1. Mai u.a. aus Düsseldorf.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr.2,Aachen o. J. 1972

01.05.1972:
Die KPD (vgl. 3.5.1972) berichtet:"
DÜSSELDORF: BERICHT EINES KOLLEGEN ÜBER DIE DEMONSTRATION DES MAIKOMITEES

Am Morgen des 1.Mai stand ein geschlossener Block von 150 Kollegen auf dem Oberbilker Markt, um der Arbeiterklasse zu zeigen, daß es endlich eine Alternative zur verräterischen Politik der DGB-Führung gibt.

Die DGB-Führer waren erschrocken. Nachdem es ihnen nicht gelungen war, den oppositionellen Block aus der Demonstration herauszuhalten, verlegten sich die örtlichen DGB-Größen - und jetzt kommt das bezeichnende - Hand in Hand mit den DKP-Führern den oppositionellen Block zu provozieren, handgreiflich zu werden um den Block zu sprengen. In der Zwischenzeit fotografierte MM-Betriebsrat (Mannesmann, IGM-Bereich,d.Vf.) Tetzlaff (freigestellt mit 2 100 DM und SPD-Stadtrat in Erkrath) fleißig alle Gesichter der Kollegen im oppositionellen Block. Doch trotz Prügelei, trotz aller Versuche, den Block in einer Straße einzukesseln, gelang es den DGB- und DKP-Schlägern nicht, zu verhindern, daß der Block seinen Marsch fortsetzte. Während DGB- und DKP-Führung der Bourgeoisie auf der Königsallee mit ihren Forderungen zeigten, daß sie von ihnen nichts zu befürchten hat, beendete das oppositionelle gewerkschaftliche Maikomitee an diesem Punkt seine Demonstration und erläuterte noch einmal das, was es auf einem Flugblatt vorher an den Sammelpunkten schon allen Kollegen mitgeteilt hatte:
Es wird einen Teil der Demonstration mitmarschieren, um allen Kollegen zu zeigen, daß es endlich eine Alternative zur verräterischen Politik der DGB-Führung gibt. Es wird aber nicht hinter den SPD-Parolen des DGB-Kreisvorstandes und über die Königsallee trotten, sondern seinen Block vorher organisiert auflösen um den Kampf für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse an anderer Stelle wirkungsvoll weiterzuführen auf der Maidemonstration der KPD in Dortmund, wohin wir uns mit Bussen und PKW's begaben."

Am 17.5.1972 berichtet die KPD:"
Die Arbeit der betrieblichen Maiausschüsse und die Bildung des gewerkschaftsoppositionellen Maikomitees aus den Delegierten der betrieblichen und Branchenausschüsse war ein qualitativer Sprung gegenüber der Arbeit des gewerkschaftlichen Maikomitees des Jahres 1971.

Das gewerkschaftsoppositionelle Maikomitee in Düsseldorf, das einen oppositionellen Block von 150 Kollegen in der DGB-Demonstration bildete, erschien gerade den 'linken' Vertretern der SPD-Politik und den DKPlern eine solche Gefahr, daß Mitglieder des IGM-Ortsvorstandes, Düsseldorfer Betriebsräte wie Malzkorn (BR-Vorsitzender von Klöckner-Drahtindustrie und Mitglied des Klöcknervorstandes) zusammen mit Lang vom DKP-Parteivorstand sie mit Prügeleien von der Demonstration fernzuhalten suchten."

Dies ist laut KPD (vgl. Juni 1973) das einzige oppositionelle Maikomitee auf ihrer Linie in NRW.

Laut OSK des KSV gab der Zentralrat Düsseldorfer Oberschüler zwei Flugblätter heraus und mobilisierte etwa 60 Schüler für seine Veranstaltung, die fast alle mit nach Dortmund zur Demonstration gefahren seien.

Die KPD bei Ford Köln (vgl. 9.5.1972) berichtet über "etwa 40 Schläger".
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr.166,Berlin 1972,S.2; Rote Fahne Nr.42 und 43,Dortmund 3.5.1972 bzw. 17.5.1972,S.3 bzw. S.3;Kommunistische Arbeiterpresse Ford Nr.3,Köln 9.5.1972,S.4;Kommunistische Schülerpresse Nr.4,Berlin Mai 1972,S.9;Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.4,Dortmund Juni 1973,S.*

05.05.1972:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 10 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie – vgl. 6.4.1972, Juni 1972) mit einem Bericht vom 1. Mai.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr.10,Düsseldorf 5.5.1972,S.1ff

Duesseldorf_VDI045

Duesseldorf_VDI046

Duesseldorf_VDI047


08.05.1972:
Die KPD (vgl. 17.5.1972) berichtet von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld (vgl. 5.4.1972) vermutlich u.a. aus dieser Woche:"
Die reaktionären Betriebsräte sind auch die treibenden Kräfte bei einem Ausschlußverfahren (UVB,d.Vf.) aus der IG Metall, das gegen drei Jugendvertreter angestrengt werden soll, weil sie am 1.Mai im Block des oppositionellen gewerkschaftlichen Maikomitees demonstrierten und wie die Bonzen behaupten, die Arbeit der IG Metall 'kommunistisch unterwandern'.

Diese Angriffe werden die MM-Kollegen aber nicht hinnehmen. Die Betriebszelle der KPD wird den Kampf für die Rechte der jugendlichen Arbeiter unter folgenden Forderungen führen:
Umfassende Rede- und Versammlungsfreiheit auch für die Arbeiterjugend im Betrieb.
Keine Entlassung von Jugendvertretern während ihrer Amtszeit.
Kein Ausschlußantrag aus der IGM gegen klassenbewußte Kollegen.
Keine Beschränkung der Tätigkeit der Jugendvertretung und der
Jugendvertrauensleute.
Zwei mal zwei Sprechstunden pro Woche ohne Teilnahmebeschränkung.
Mindestens vier Jugendversammlungen im Jahr.
Außerordentliche Jugendversammlungen, wenn 25 Prozent der Jugendlichen oder der Jugendvertretung und der Jugendvertrauensleute dies fordern.
Gesetzlich abgesichertes Streikrecht für Lehrlinge."
Q: Rote Fahne Nr.43,Dortmund 17.5.1972,S.8

21.03.1973:
Die KPD veröffentlicht heute den folgenden Artikel:"
REVOLUTIONÄRE GEWERKSCHAFTSOPPOSITION (RGO) - GEGEN MONOPOLKAPITALISMUS UND GEWERKSCHAFTSBONZEN!

DER BISHERIGE KAMPF:
Der Tatsache, daß unsere Partei vom Zeitpunkt ihrer Gründung auf zentraler und unterer Ebene Gewerkschaftsverantwortlichkeiten einrichtete, ist es zu verdanken, daß von Anfang an der Kampf in den Gewerkschaften geführt wurde. Der erste Erfolg der Oppositionsarbeit bestand in der Vorbereitung und Durchführung der 1.Mai-Demonstration 1971 in Westberlin durch ein 'Gewerkschaftsoppositionelles Mai-Komitee', das einen klaren Trennungsstrich zu Reformismus und Revisionismus zog.

Gleichzeitig bereiteten in Düsseldorf mit der Partei sympathisierende oppositionelle Gewerkschafter auf der gleichen programmatischen Grundlage einen starken oppositionellen Block in der DGB-Demonstration vor. In den Forderungen beider Komitees waren bereits die wichtigsten Grundlagen unseres späteren Aktionsprogramms eingegangen, wie z.B. Mindestlohnforderungen, 7-Stunden-Tag, Gegen das Betr.-Verf.-Ges., Kampfforderungen gegen Mietwucher und mangelhafte ärztliche Versorgung in den Arbeitervierteln, sowie internationalistische Losungen."
Q: Rote Fahne Nr.12,Dortmund 21.3.1973,S.8

01.04.1973:
Die KPD berichtet vermutlich von heute:"
DÜSSELDORF: DREI MAIAUSSCHÜSSE

Alle 'Maikomitees oppositioneller Gewerkschafter' haben von Anfang an klar gemacht: Neben oppositionellen Blocks auf den örtlichen DGB-Veranstaltungen, alle Kräfte für die zentrale Parteidemonstration in Dortmund mobilisieren."
Q: Rote Fahne Nr.15,Dortmund 11.4.1973,S.7

21.04.1973:
Die KPD berichtet aus Düsseldorf:"
JAHRESTAG DER FASCHISTISCHEN MACHTERGREIFUNG IN GRIECHENLAND: VERBOT ANTIFASCHISTISCHER DEMONSTRATION, GROSSEINSATZ DER SPD-POLIZEI!

Die Demonstration wird 'wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung' und 'verfassungsfeindlicher Ziele' verboten, jede Ansammlung sofort aufgelöst: Das war die Linie des Düsseldorfer Polizeipräsidenten in Absprache mit dem NRW-Innenminister Weyer (FDP,d.Vf.) gegen die geplanten Aktionen von KPD/ML und unserer Partei in Düsseldorf zum Jahrestag der faschistischen Machtergreifung.

Für die SPD-Polizei, besonders wegen der in Bonn durch die erfolgreiche Besetzung des Rathauses (vgl. 10.4.1973,d.Vf.) erlittene 'Niederlage', sollte der 21.4.1973 ein nachträglicher Beweis ihrer Stärke und Schlagkraft sein. Acht Hundertschaften, mehrere Wasserwerfer und Wagenketten im belebten Zentrum der Düsseldorfer Innenstadt wurden aufgefahren, die Hauptfußgängerstraße mit Hinweis auf die verbotene Demonstration gesperrt. Der Versuch, ein Transparent zu entrollen und Sprechchöre zu bilden, wurde sofort von brutal zuschlagender Polizei verhindert.

Ein Demonstrant wurde festgenommen, als er mutig: 'Nieder mit dem griechischen Faschismus' rief. Als die Umstehenden eingreifen wollten, wurden noch mehrere Demonstranten festgenommen und vor den Augen von hunderten von Passanten zu- (hier fehlt mindestens eine Zeile, etwa: 'sammengeschlagen. Doch die',d.Vf.) Antifaschisten ließen sich von den Überfällen und Provokationen der Polizei nicht einschüchtern: Es wurden kleine Agitproptrupps aufgestellt, die in kürzester Zeit über 130 Rote Fahnen (RF,d.Vf.) verkauften, den Mai-Aufruf der Partei verteilten, und mit den Passanten Diskussionsgruppen bildeten - während die Polizeihorden hilflos auf- und abziehen mußten. Durch Mundpropaganda mobilisierten die Genossen umgehend für eine Kundgebung, die kurz darauf vor dem Eingang von Karstadt durchgeführt wurde. Nachdem die letzten Töne der Internationale verklungen waren, rückten die ersten Hundertschaften der Polizei an - zu spät: blitzschnell hatten sich die Genossen erneut zerstreut."
Von dem Verbot berichtet auch das Regionale Komitee gegen das Demonstrationsverbot im Ruhrgebiet.
Q: Weg mit den Demonstrationsverboten! Uneingeschränkte Demonstrationsfreiheit für Demokraten und Kommunisten!,Dortmund o.J. (Mai 1973),S.1; Rote Fahne Nr.17 und 18,Dortmund 25.4.1973 bzw. 2.5.1973,S.5 bzw. S.2; Stählerne Faust Extra,Dortmund 1.5.1973,S.4f; Roter Morgen Nr.16,Dortmund 28.4.1973

26.04.1973:
Die KPD berichtet:"
DÜSSELDORF: POLIZEI UNTERDRÜCKT KUNDGEBUNG DER LIGA VOR AUSLÄNDERWOHNHEIM!

Am 26.4.1973 hatten die Ortsgruppe Düsseldorf der Liga gegen den Imperialismus (LgdI,d.Vf.) und das lokale Komitee 'Kampf den reaktionären Ausländergesetzen!' eine Kundgebung zum 1.Mai vor einem Wohnheim ausländischer Kollegen von Mannesmann geplant. Diese Kundgebung war in der 'Kampffront', der sechssprachigen Zeitung des Ausländerkomitees, angekündigt worden.

Als die Genossen vor dem Ausländerwohnheim ankamen, standen Mannschaftswagen und Wasserwerfer schon bereit, alles war abgeriegelt, es wimmelte von Spitzeln und politischer Polizei. Das Wohnheim selbst war besetzt und vollständig abgeriegelt, den ausländischen Kollegen hatte man als Grund für diese Maßnahmen erzählt, daß zwei ihrer Kollegen von den Genossen 'MIT EINEM FLITZEBOGEN ERSCHOSSEN' worden wären.

Die Kundgebung konnte nicht stattfinden, ein Genosse - der etwas abseits stand - wurde plötzlich von der Polizei gepackt und zum Polizeipräsidium gebracht: 'Zur Identifizierung'. Der Genosse sollte angeblich derjenige gewesen sein, der auf der Düsseldorfer Vietnamdemonstration (vgl. 17.3.1973,d.Vf.) einen fotografierenden Spitzel verprügelt haben soll.

Die Genossen setzten sich nach der unterdrückten Kundgebung zusammen, um ein Flugblatt gegen dieses Polizeimanöver zu machen, das sie am nächsten Tag in dem Wohnheim und den anliegenden Häusern verteilten."
Q: Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1973,S.4

30.04.1973:
Die KPD berichtet:"
In einem Lokal direkt neben dem Düsseldorfer Parteibüro trafen sich am 30. April über hundert Düsseldorfer Kollegen und Genossen zur Maifeier. Nach dem politischen Teil, in dem alle Anwesenden noch einmal bekräftigten, sich vom Dortmunder Demonstrationsverbot nicht schrecken zu lassen, veranstaltete die Ortsleitung Düsseldorf noch einen Tanz in den Mai."
Q: Rote Fahne Nr.14 und 18,Dortmund 4.4.1973 bzw. 2.5.1973,S.2 bzw. S.3

01.05.1973:
In Düsseldorf beteiligt sich der KABD, nach eigenen Angaben, an der DGB Demonstration.
Zuvor bildeten die Freunde der KPD ein oppositionelles Maikomitee mit Ausschüssen für DruPa, ÖTV und IG Metall (IGM). In der DruPa ist es u.a. bei Schwann und den Düsseldorfer Nachrichten aktiv. Das Maikomitee bildet einen oppositionellen Block beim DGB.

Der Südwestdeutsche Referendarverband (vgl. 9.7.1973) berichtet vom Verbot der linken 1.Mai-Demonstrationen in Dortmund:"
Daneben kam es am 1. Mai auch in anderen Städten Nordrhein-Westfalens zu massiven Angriffen auf die Demonstrationsfreiheit. In Düsseldorf und besonders in Aachen griff die Polizei, ähnlich wie in Dortmund, die von der Gruppe Rote Fahne organisierten Blöcke an, die sich dort an den offiziellen DGB-Umzügen beteiligten."
Q: Rote Robe Nr. 3/1973,Heidelberg 9.Juli 1973; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.4,Dortmund Juni 1973;Rebell Nr.5,Tübingen Mai 1973;Rote Fahne Nr.5,Tübingen Mai 1973;Rote Fahne Nr.17,Dortmund 25.4.1973,S.5

08.04.1974:
In Düsseldorf wird vermutlich in dieser Woche, laut und mit KPD, ein Maikomitee (MK) oppositioneller Gewerkschafter gegründet, in dem auch die Zellen des KJV mitarbeiten.
Q: Rote Fahne Nr.16,Dortmund 17.4.1974; Kämpfende Jugend Nr.8,Dortmund 24.4.1974

30.04.1974:
In Düsseldorf besuchen, nach eigenen Angaben ca. 120 die Maiveranstaltung der Ortsleitung der KPD.
Q: Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1974

01.05.1974:
Auf der Maidemonstration des DGB Düsseldorf gibt es, laut KPD, einen oppositionellen Block von insgesamt 450 Leuten, 190 marschieren im Block ihres Maikomitees (MK) oppositioneller Gewerkschafter.
Q: Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1974; Kämpfende Jugend Nr.9,Dortmund 8.5.1974

27.04.1975:
In Düsseldorf will die KPD eine Maiveranstaltung in der Rheinhalle durchführen.
Q: Rote Fahne Nr.16,Dortmund 23.4.1975

01.04.1976:
Die Kommunistische Gruppe Düsseldorf des KBW gibt vermutlich heute die 'KVZ-Ortsbeilage Düsseldorf' (KVZ-OBL) Nr.13 (vgl. 25.3.1976, 8.4.1976) heraus. Berichtet wird: "DGB will keine 1. Mai-Demonstration".
Q: KVZ-OBL Düsseldorf Nr.13,Düsseldorf 1976,S.1

Duesseldorf_KBW158


19.04.1976:
In Düsseldorf gibt die Ortsleitung des KJVD der KPD vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt "Keine Kapitalistenknechte! Keine Zöglinge der Neuen Zaren! – Klassenbewußte Jugendvertreter!" zu den Jugendvertreterwahlen (JVW) heraus. Aufgerufen wird zur Chinaveranstaltung (vgl. 23.4.1976), zum 'Kämpfende Jugend'-Treff (vgl. 28.4.1976), zur Maiveranstaltung der KPD in Düsseldorf (vgl. 29.4.1976) und zur Maidemonstration in Dortmund.
Q: KJVD-OL Düsseldorf: Keine Kapitalistenknechte! Keine Zöglinge der Neuen Zaren! – Klassenbewußte Jugendvertreter!,Düsseldorf o. J. (1976)

Duesseldorf KJV 001

Duesseldorf KJV 002


28.04.1976:
In Düsseldorf will die Ortsleitung des KJVD der KPD (vgl. 19.4.1976) heute ihren 'Kämpfende Jugend'-Treff unter dem Motto "Wählt Klassenbewußte Jugendvertreter – heraus zum 1. Mai!" zu den Jugendvertreterwahlen (JVW) und zum 1. Mai im KPD-Büro in der Erkratherstr. 304 durchführen.
Q: KJVD-OL Düsseldorf: Keine Kapitalistenknechte! Keine Zöglinge der Neuen Zaren! – Klassenbewußte Jugendvertreter!,Düsseldorf o. J. (1976),S.2

29.04.1976:
In Düsseldorf-Eller führt die KPD eine Maiveranstaltung durch. Aufgerufen wurde auch durch die Ortsleitung Düsseldorf des KJVD (vgl. 19.4.1976).
Q: Rote Fahne Nr.16, 17 und 18,Köln 21.4.1976, 28.4.1976 bzw. 5.5.1976; Rote Fahne Pressedienst Nr.18,Köln 4.5.1976; KJVD-OL Düsseldorf: Keine Kapitalistenknechte! Keine Zöglinge der Neuen Zaren! – Klassenbewußte Jugendvertreter!,Düsseldorf o. J. (1976),S.2

29.04.1976:
Die Kommunistische Gruppe Düsseldorf des KBW gibt vermutlich heute die 'KVZ-Ortsbeilage Düsseldorf' (KVZ-OBL) Nr.17 (vgl. 22.4.1976, 6.5.1976) heraus. Vorgestellt werden vom Ausschuß Düsseldorfer Fachschüler: "Die Forderungen der Fachschüler zum 1. Mai".
Q: KVZ-OBL Düsseldorf Nr.17,Düsseldorf 1976,S.3

Duesseldorf_KBW081


29.04.1976:
Die Kommunistische Gruppe Düsseldorf des KBW will ihre Maiveranstaltung um 19 Uhr 30 in der Gaststätte Tigges in der Brunnenstrasse 1 durchführen.
Q: KVZ-OBL Düsseldorf Nr.16,Düsseldorf 1976,S.4

Duesseldorf_KBW078


01.05.1976:
In Düsseldorf nehmen, laut KB, ca. 1 000 Menschen an der DGB-Kundgebung teil.
Q: Arbeiterkampf Nr.80,Hamburg 14.5.1976,Beilage

06.05.1976:
Die Kommunistische Gruppe Düsseldorf des KBW gibt vermutlich heute die 'KVZ-Ortsbeilage Düsseldorf' (KVZ-OBL) Nr.18 (vgl. 29.4.1976, 13.5.1976) heraus. Festgestellt wird: "Der 1. Mai hat die Einheit der Arbeiterklasse weiter gefestigt". Berichtet wird auch über "Düsseldorfer Fachschüler und 1. Mai-Demonstration" sowie in "Plakatabreißer" über die KPD.
Q: KVZ-OBL Düsseldorf Nr.18,Düsseldorf 1976,S.1f und 7

Duesseldorf_KBW083

Duesseldorf_KBW084

Duesseldorf_KBW089


01.05.1977:
1. Mai in Düsseldorf.
Laut KB kommen ca. 1 500 Menschen zur DGB-Kundgebung:"
Auf der Demo bildete sich ein linker Oppositions-Block mit immerhin 200 Teilnehmern aus Sponti- und Frauengruppen, der GIM, KB-Sympathisanten und anderen Initiativen."

In Oberkassel findet, laut KB, ein von ihm unterstütztes Mai-Fest der AKW-Gegner mit 200 Teilnehmern statt.
Q: Arbeiterkampf Nr.104,Hamburg 16.5.1977,S.11

01.05.1978:
1. Mai-Demonstration in Düsseldorf. Laut KB beteiligen sich an einer DGB-Demonstration ca. 4 000 Menschen:"
Einen Aufruf für einen linken Block hatten unterzeichnet: BI (AKW,d.Vf.), Kulturzentrum, IG an der FH, FS Germanistik, BG Uni, AK Marxismus, Gerresheimer Freischärler (Spontis), KB, KPD, GIM, KI Düsseldorf. Der KBW war aus der AE mit der Begründung ausgetreten, man dürfe sich nicht gegen die DGB-Führung zusammenschließen. Er beteiligte sich mit 10 Leuten an der Demo."
Q: Arbeiterkampf Nr.129,Hamburg 16.5.1978,S.13

Letzte Änderungen: 6.4.2011

Valid HTML 4.01 Transitional   Valid CSS


[ Zum Seitenanfang ]   [ Zur nächsten Zwischenübersicht ]   [ Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO ]