Düsseldorf: Klöckner VDI

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Von Klöckner Vereinigte Drahtindustrie (VDI) Düsseldorf lag uns, für diese wie immer unvollständige Darstellung, bisher nur wenig betriebliches Material vor, wir bitten um Ergänzungen.

Es handelt sich bei dem Betrieb zwar um eine Niederlassung eines der größten Konzerne der Bundesrepublik, aber doch lediglich um ein kleines Werk, freilich mit einer kämpferischen Belegschaft, was sich in den Septemberstreiks 1969 zeigt (vgl. Sept. 1969, 8.9.1969, 9.9.1969, 10.9.1969, 11.9.1969, 16.9.1969, 18.9.1969), aber auch wieder in der Metalltarifrunde 1970 (vgl. 24.9.1970).

Zu der bei Klöckner VDI tätigen DKP (vgl. 10.2.1971) gesellt sich nun bald die bisher nur Westberliner KPD-Aufbauorganisation hinzu (vgl. 26.5.1971, 1.7.1971, Aug. 1971, 22.8.1971, 16.9.1971, 24.9.1971), die u.a. hier ihre ersten Schritte aus der Mauerstadt heraus unternimmt (vgl. 27.8.1971). Auffällig ist hierbei, dass neben dem Großbetrieb Hoesch Dortmund (vgl. 6.9.1971), der von zentraler Bedeutung im Ruhrgebiet ist, die beiden anderen Zellen der KPD in den recht kleinen Düsseldorfer Betrieben Klöckner VDI und Mannesmann tätig werden. Von einem strategischen Plan des Parteiaufbaus, den die KPD/AO gern propagierte, ist hier wenig zu spüren. Weit eher dürften die verfügbaren örtlichen Kräfte maßgeblich für die Zellengründungen in Düsseldorf gewesen sein.

Die KPD organisiert eine Kampfveranstaltung (vgl. 16.9.1971) und beginnt mit der Herausgabe ihrer von uns separat dokumentierten Betriebszeitung bei Klöckner (vgl. 4.10.1971, 25.10.1971, 22.11.1971, 10.1.1972, 1.2.1972, 21.2.1972, 15.3.1972). Es werden von ihr Untersuchungen durchgeführt u.a. zu den Werkwohnungen in der Kiefernstraße, aber auch zu den Baracken der zahlreichen ausländischen Arbeitern und Klöckner Düsseldorf taucht fortan in den Aufzählungen der KPD über ihre Aktivitäten (vgl. 28.10.1971) sowie bei den Teilnehmern ihrer Treffen (vgl. 12.11.1971) immer wieder mit auf, wobei der kleine Mittelbetrieb aus Düsseldorf gern einmal an die Seite von Hoesch oder Mannesmann Duisburg gestellt wird (vgl. 31.12.1971). Auch die bei Klöckner betriebene Untersuchungsarbeit wird bundesweit publiziert (vgl. Dez. 1971, Jan. 1972).

Andere linke Gruppen berichten nur selten von dem Werk (vgl. 10.2.1971, Jan. 1972, 10.1.1972).

Mit den Betriebsratswahlen scheint die KPD recht zufrieden (vgl. März 1972, 15.3.1972) und bindet Klöcknerbeschäftigte auch in ihre 1. Maikampagne 1972 ein (vgl. 19.4.1972, 1.5.1972, 5.5.1972) sowie natürlich in den bundesweiten Aufbau ihrer Gewerkschaftsopposition (vgl. 21.5.1972, 1.10.1972).

Es kommt zu einer ganzen Reihe kleinerer Streiks (vgl. 1.11.1972, 16.11.1972, 17.11.1972, 4.12.1972, 5.12.1972, 14.12.1972, 19.12.1972, 28.5.1973), in die natürlich auch die Zelle der KPD eingreift (vgl. 18.11.1972).

An der großen wilden Streikwelle 1973 beteiligt sich vermutlich zuerst das Werk Hamm von Klöckner VDI (vgl. Aug. 1973, 10.10.1973), von dem Streik in Düsseldorf berichtet hier allein die dort aktive KPD (vgl. 24.8.1973, 27.8.1973, 4.9.1973), obwohl wir durchaus zahlreiche Listen bestreikter Betriebe ausgewertet haben.

Der Schluss dieser Darstellung ist von den Protesten gegen die Stillegung der VDI-Werke, die es außer in Düsseldorf und Hamm auch noch in Göppingen und in Kehl gibt, bestimmt, wovon dann auch andere linke Gruppen berichten (vgl. Dez. 1973, 7.1.1974, 14.1.1974, 16.1.1974, 6.2.1974) und zu der auch die GIM bei Klöckner VDI interveniert (vgl. 28.1.1974, 30.1.1974). Nach einem kurzen Aufschub erfolgt schließlich dann doch die Stillegung (vgl. 10.6.1974, 24.6.1974), für offenbar sinkende Umsätze keineswegs ursächlich sind (vgl. 22.7.1974, 11.12.1975).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

September 1969:
Die KPD bei Klöckner Düsseldorf (IGM-Bereich - vgl. 4.10.1971) berichtet über "die Kämpfe in den Septemberstreiks 1969, wo wir uns der breiten Streikfront unter der Forderung '50 Pfennig mehr für alle' angeschlossen haben".
Quellen: Rote Fahne Nr. 27, Berlin 8.10.1971, S. 4; Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971

08.09.1969:
In Düsseldorf beginnen ab 12 Uhr 30, laut IMSF, in dem Klöcknerwerk Vereinigte Drahtindustrie (VDI) mit 1 400 Beschäftigten verschiedene Abteilungen einen Streik, der bis zum 11.9.1969 dauert (vgl. 9.9.1969). Zunächst werden 50 Pfennig mehr gefordert. Aus auslösende Momente hätten Berichte über Streiks in anderen Betrieben und Klöcknerwerken sowie DKP-Flugblätter und eine Sonderausgabe der 'UZ' gewirkt, die vor dem Betrieb verteilt wurden.
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969

09.09.1969:
Bei Klöckner VDI in Düsseldorf streiken nun, laut IMSF, alle 1 000 Arbeiter des Werkes und hindern durch Streikposten LKW am Betreten und Verlassen des Werkes (vgl. 8.9.1969, 10.9.1969). Der Betriebsratsvorsitzende Malzkorn erklärt, daß die Forderung von 50 Pf. überspitzt sei, er propagiert 10 Pfennig.
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969

10.09.1969:
Bei Klöckner VDI in Düsseldorf (vgl. 9.9.1969, 11.9.1969) werden morgens, laut IMSF, die streikenden Arbeiter ausgesperrt und der Praktikant Gerd Sandweg wegen 'Aufwiegelei' fristlos entlassen. Die Streikenden werden von der Werksleitung zur Wiederaufnahme der Arbeit aufgefordert, auch die Betriebsräte seien gegen den Streik. Die Streikenden aber versammeln sich vor den Toren und bestimmen Delegierte, die gegenüber dem Betriebsrat die Streikforderung von 50 Pfennig in der Stunde vertreten. Weiterhin wird die Rücknahme der Entlassung Sandwegs und eine zusätzliche Produktionsprämie gefordert, abends aber nur noch für 10 Pfennig eingetreten. Der Betriebsrat verhandelt derweil mit der Werksleitung. Schon heute beginnt eine geheime Abstimmung über den Streik. Siebzig Streikende nehmen bereits die Arbeit wieder auf.
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969

11.09.1969:
Bei Klöckner VDI in Düsseldorf (vgl. 10.9.1969, 16.9.1969) endet, laut IMSF, morgens um 2 Uhr die geheime Abstimmung, bei der 57% für die Fortführung des Streiks eintreten, was aber das Streikende nicht aufhält. Bis 6 Uhr 30 sind alle wieder an der Arbeit. Gefordert wird nun nur noch 10 Pfennig und eine Ausgleichszahlung für die Streikzeit. Mittags begnügt man sich mit den 10 Pf. und einer Zusage über Verhandlungen wegen des Streikausgleiches. Erreicht werden letztendlich 9 bis 10 Pf. in der Stunde, also eine Lohnerhöhung von etwa 2%.
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969

16.09.1969:
Die Vertrauensleute von Klöckner VDI in Düsseldorf schildern heute, laut IMSF, dem Vorstand der IG Metall in einem Brief den Streik in ihrem Werk (vgl. 8. bis 11.9.1969). Darin sei ein jahrelanges Unbehagen über die Tarifpolitik und die betriebliche Lohnpolitik zum Ausdruck gekommen.
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969

18.09.1969:
Die DKP bringt die Nr. 25 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 11.9.1969, 25.9.1969). U.a. wird berichtet von Klöckner Draht Düsseldorf:"
Aber auch in der Stahlindustrie und der Metallverarbeitung ist der Kampf noch nicht zu Ende. Die Beschäftigten der Klöckner-Drahtwerke in Düsseldorf konnten eine Zulage von zehn Pfennig pro Stunde zusätzlich zu den acht Prozent Tariferhöhung durchsetzen."
Q: Unsere Zeit Nr. 25, Essen 18.9.1969

24.09.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 500 bei der Klöckner Drahtindustrie (VDI) in Düsseldorf an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Q: Express International Nr. 107, Frankfurt 16.10.1970, S. 6

10.02.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr. 11 (vgl. 6.2.1971, 13.2.1971) heraus. Die DKP ist aktiv in Düsseldorf u.a. bei der VDI (Klöckner).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 11, Bochum 10.2.1971

26.05.1971:
Vermutlich heute gibt die Berliner KPD/AO die Nr. 19 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 5.5.1971, 16.6.1971) heraus. Aus Düsseldorf wird u.a. berichtet von Klöckner.
Q: Rote Fahne Nr. 19, Berlin Mai 1971, S. 2

KPD_Rote_Fahne_1971_19_02


01.07.1971:
Die KPD (vgl. 13.8.1971) berichtet bei Mannesmann Düsseldorf (MM - vgl. 19.7.1971) über MTR bzw. STR:"
FÜR EINHEITLICHE LOHNERHÖHUNG

Am 1.Juli gestalteten rund 250 Vertrauensleute der Düsseldorfer Metallbetriebe die erste Veranstaltung der IG-Metall zur kommenden Tarifrunde zu einer eindrucksvollen Demonstration ihrer Kampfentschlossenheit. Die Kollegen, die mit ihrer Forderung nach Pfennigerhöhung das Ziel der nächsten Tarifrunde richtig angaben, wurden genauso mit lebhaftem Beifall bedacht, wie die Gewerkschaftsführer ausgepfiffen wurden, die glaubten, unter Vortäuschung von Fachwissen den Kollegen die alte Prozentforderung verkaufen zu können. Erster Bevollmächtigter Schorsch Ippers schließlich probierte den Trick mit dem Lohnschlüssel: Pfennige könne man nicht fordern; denn dann würde sich ja der Lohnschlüssel ändern, der die Aufspaltung der Kollegen in unterschiedliche Lohngruppen prozentual festmacht: Ja was meint denn der Kollege Ippers, warum die Vertrauensleute ausgerechnet Pfennige fordern…

Arm dran waren die DKP-Kollegen, die die (Prozent-) Forderung des Parteivorstandes (PV,d.Vf.) zu vertreten hatten. Selber von der Pfennig-Forderung überzeugt, wurden sie das Opfer einer Politik der DKP-Führung, die sich bedingungslos an die Linie der DGB-Führung hängt.

Doch sie alle konnten nicht verhindern, daß die Sympathien der Kollegen der Pfennigforderung gehörten. Höhepunkt der Veranstaltung war schließlich, als der Kollege Malzkorn von Klöckner unter stürmischem Beifall erklärte: Aus Gründen der Einheit und Entschlossenheit sei eine lineare Tariferhöhung nötiger denn je; doch um aus dem Teufelskreis von hochgetriebenen Preisen und Lohnforderungen herauszukommen, dürfe man das Hauptziel nicht aus den Augen verlieren:

DIE ABSCHAFFUNG DES KAPITALISTISCHEN LOHNSYSTEMS!"
Q: Rote Fahne Nr. 23, Berlin 13.8.1971, S. 4

August 1971:
Die KPD bei Klöckner Düsseldorf (IGM-Bereich - vgl. 4.10.1971) berichtet von MTR bzw. STR vermutlich aus dem August, "die Klöckner Vertrauensleutekörper-Vollversammlung forderte die Einberufung einer Vertrauensleutegroßveranstaltung zur Durchsetzung einer einheitlichen Lohnerhöhung für alle Lohngruppen."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971, S. 1; Rote Fahne Nr. 27, Berlin 8.10.1971, S. 4

August 1971:
Die KPD bei Klöckner Düsseldorf (IGM-Bereich - vgl. 4.10.1971) berichtet von MTR bzw. STR:"
DIE ETAPPEN DES VERRATS DER ORTSVERWALTUNG IN DÜSSELDORF

Schon im August begann die Ortsverwaltung die einheitliche Kampffront zur Durchsetzung der linearen Forderungen zu spalten. Wenige, selbsternannte 'Arbeitervertreter' aus den Betrieben lud sie ein und sabotierte so die Forderungen der fortschrittlichen Vertrauensleute Düsseldorfs", u.a. bei Klöckner (vgl. Aug. 1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971, S. 1; Rote Fahne Nr. 27, Berlin 8.10.1971, S. 4

22.08.1971:
Die KPD bei Klöckner Düsseldorf (IGM-Bereich - vgl. 4.10.1971) zitiert aus einer Protestresolution ihrer Düsseldorfer Versammlung im IGM-Bereich (vgl. 16.9.1971):"
Am 22.August wurde im kalifornischen Zuchthaus in San Quentin der revolutionäre Negerführer George Jackson hinterrücks von Angehörigen der Nationalgarde erschossen. Ihm und zwei seiner engsten Freunde versuchte die Zuchthausverwaltung von Soldedad einen Anschlag auf einen Wärter anzuhängen, was ihn auf den elektrischen Stuhl bringen sollte. Damit versuchte die amerikanische Klassenjustiz Jackson auf legale Weise umzubringen, weil sie befürchten mußte, daß er als Entlastungszeuge in dem Prozeß gegen Angela Davis die faschistische Entwicklung in den USA anprangern und die amerikanische Regierung der Verbrechen an den schwarzen Menschen anklagen würde."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971, S. 4

23.08.1971:
In dieser Woche erscheint in Berlin die zweite Augustausgabe der 'Kommunistischen Arbeiterpresse AEG Telefunken' der KPD die Nr. 24 (vgl. 2.8.1971, 13.9.1971) mit dem Artikel zur Metalltarifrunde (MTR) "Gegen kapitalistische Lohndisziplin, gegen Stillhaltepolitik der IGM-Führer: 120 DM mehr für alle!", der berichtet von den linearen Forderungen in der IGM Düsseldorf und bei Klöckner Düsseldorf, bei Hoesch Dortmund, Klöckner Bremen und Ford Köln.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG-Telefunken Nr. 24, Berlin Aug. 1971, S. 2

27.08.1971:
In der 'Roten Fahne' Nr. 24 (vgl. 13.8.1971, 10.9.1971) der KPD werden erstmals Kontaktadressen des neuen Regionalkomitees Rhein/Ruhr angegeben, und zwar für Dortmund und Düsseldorf und es wird auch aus Düsseldorf Klöckner Draht (VDI) erwähnt.
Q: Rote Fahne Nr. 24, Berlin 27.8.1971

06.09.1971:
Vermutlich zu Beginn dieser Woche gibt die KPD bei Hoesch Dortmund die Nr.2 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 9.8.1971, 20.9.1971) mit einem Leitartikel zur MTR bzw. STR heraus:"
120 DM MEHR FÜR ALLE! 10% SIND EIN HOHN!

Die große Tarifkommission von Nordrhein-Westfalen hat ihre Forderungen aufgetischt: 10% für die Eisen- und Stahlindustrie (vgl. 26.8.1971,d.Vf.), 9% für die Metallverarbeitung (vgl. 27.9.1971,d.Vf.). Wie in den anderen Tarifbezirken (Hamburg und Schleswig-Holstein 10%, Oldenburg und Hannover 10,3% bzw. 10,4%, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Westberlin 11%) bereitet sie mit diesen Forderungen einen verräterischen Abschluß innerhalb der Lohnleitlinien unter 7,5% vor.

Kollegen, wer von uns hat jemals von 9, 10 oder 11% geredet?
75 Pfennig mehr für alle, das ist die Forderung der Vertrauensleute der Westfalenhütte,
80 Pfennig mehr für alle - Klöckner Hütte Bremen,
65 Pfennig mehr für alle - Mannesmann-Werke Duisburg (MM, d.Vf.),
100 DM mehr für alle - Klöckner-Drahtwerke Düsseldorf (VDI, d.Vf.),
85 Pfennig mehr für alle - Ford-Werke Köln,
75 Pfennig mehr für alle - Maschinenfabrik Deutschland (MFD Dortmund, d.Vf.).
Das sind die Forderungen der Stahl- und Metallarbeiter.

Die 10%-Forderung liegt für die große Mehrheit der Kollegen um ein Drittel unter diesen Mindestforderungen. In der Stahlindustrie bedeutet sie für die höchste Lohngruppe 61 Pfennig mehr, für Lohngruppe 1 ganze 39 Pfennig mehr. Das heißt: die 10% liegen nicht nur erbärmlich niedrig, die spalterische Prozentforderung vergrößert weiter die Unterschiede zwischen den Lohngruppen."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 2, Dortmund Sept. 1971

14.09.1971:
Die KPD bei Klöckner Düsseldorf (IGM-Bereich - vgl. 4.10.1971) zitiert aus einer Protestresolution ihrer Düsseldorfer Versammlung im IGM-Bereich (vgl. 16.9.1971):"
SCHARFER PROTEST GEGEN DEN POLIZEIÜBERFALL IN ATTICA (USA)

Am 14.9. starben in Attica, im Staat New York, über 30 politische Gefangene und 9 Geiseln unter dem Kugelhagel von über 1 000 militärisch ausgerüsteten Polizisten und Nationalgardisten. Dieser brutale Überfall richtete sich nicht gegen eine Meuterei von irgendwelchen Gefangenen, sondern gegen einen Aufstand von politischen Gefangenen unter Führung von Mitgliedern der Black-Panther-Partei (BPP,d.Vf.) für die Freilassung aller politischen Gefangenen in den USA. Das Blutbad, das die Polizei und die faschistische Nationalgarde dabei anrichtete, ist kein Einzelfall."

Die KPD (vgl. 14.6.1972) berichtet auch:"
Unter den ersten in Attica, die den stürmenden Polizisten und Nationalgardisten zum Opfer fielen, war der Sprecher der Revolte Elliot Barker."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971, S. 4; Rote Fahne Nr. 27, 36 und 47, Berlin 8.10.1971, 11.2.1972 bzw. 14.6.1972, S. 4, S. 4 bzw. S. 5

16.09.1971:
Die KPD berichtet bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 4.10.1971) von MTR bzw. STR:"
KAMPFVERANSTALTUNG DER KPD IN DÜSSELDORF

Um die Kampfentschlossenheit der Metallarbeiter in der Tarifrunde, gegen Lohnraub und Stillegungspläne der Kapitalisten, gegen Verrat und Abwiegelei der Gewerkschaftsführung zu stärken, führte die KPD in Dortmund (vgl. 10.9.1971,d.Vf.), Düsseldorf und Westberlin (vgl. 26.8.1971,d.Vf.) Kampfveranstaltungen durch.

Nachdem zuvor in Westberlin hauptsächlich Kollegen von Siemens, AEG, Borsig und DWM, in Dortmund überwiegend Hoesch-Arbeiter geschlossen für lineare Lohnerhöhungen eingetreten waren, erschienen am 16.9. in Düsseldorf bei 'Aust-Horres' vor allem zahlreiche Kollegen von Mannesmann (MM, d.Vf.).

Im einleitenden Beitrag wurden nochmals die Forderungen der KPD begründet und Schritte zu ihrer Durchsetzung angegeben. In der Hauptforderung nach 120 DM MEHR FÜR ALLE wurde klargestellt, daß bei den ständig steigenden Lebenshaltungskosten 120 DM die Mindestsumme ist, die die Arbeiterklasse in dieser Tarifrunde erkämpfen muß.

In der folgenden Diskussion wurde immer wieder die Forderung nach einer GROSSVERANSTALTUNG DER DÜSSELDORFER VERTRAUENSLEUTE erhoben. Die Angst der IGM-Ortsverwaltung vor dieser Veranstaltung zeigt sich darin, daß der Termin auf den 6.Oktober (also nach dem Gewerkschaftstag (vgl. 27.9.1971,d.Vf.)) verschoben wurde. Die Meinung vieler Kollegen faßte ein oppositioneller Gewerkschafter in seinem Beitrag zusammen:

'Gegen die Stillhaltepolitik der IG-Metallspitze setzen wir den aktiven Kampf der organisierten und unorganisierten Kollegen. Ein wichtiger Schritt ist die Durchsetzung der Forderung der Klöckner-Kollegen: GROSSVERANSTALTUNG ALLER DÜSSELDORFER VERTRAUENSLEUTE. In Abteilungs- und Betriebsversammlungen müssen wir die Kollegen überzeugen:

GEGEN PREISAUFTRIEB UND LOHNABBAU HILFT NUR DER EINHEITLICHE LOHNKAMPF!'

Beifall erhielt auch ein DKP-Genosse, Mitglied der VK-Leitung bei 'Stahl und Röhren' (S+R, d.Vf.) Reisholz, der im klaren Gegensatz zur verräterischen DKP-Führung, entschieden für die Großveranstaltung und für eine einheitliche, lineare Erhöhung eintrat.

Gegen Ende der Veranstaltung wurden mit überwältigender Mehrheit mehrere Protestresolutionen verabschiedet. So wurde einstimmig der faschistische Mordüberfall auf die schwarzen Revolutionäre in den Zuchthäusern von San Quentin und Attica (in den USA - vgl. 22.8.1971, 14.9.1971, d.Vf.) verurteilt. Eine andere Resolution richtete sich gegen die geplante Neuvorlage des Betriebsverfassungsgesetzes durch die SPD/FDP-Regierung. Sie endete mit der Losung:

KAMPF DEM ARBEITERFEINDLICHEN BVG!"

Die KPD bei Klöckner Düsseldorf veröffentlicht auch den folgenden Text:"
Einstimmig verabschiedete Entschließung der Versammelten bei der Veranstaltung der KPD zur Tarifrunde in Düsseldorf

'SCHARFER PROTEST GEGEN DEN POLIZEIÜBERFALL IN ATTICA (USA)

Am 14.9. starben in Attica, im Staat New York, über 30 politische Gefangene und 9 Geiseln unter dem Kugelhagel von über 1 000 militärisch ausgerüsteten Polizisten und Nationalgardisten. Dieser brutale Überfall richtete sich nicht gegen eine Meuterei von irgendwelchen Gefangenen, sondern gegen einen Aufstand von politischen Gefangenen unter Führung von Mitgliedern der Black-Panther-Partei (BPP, d.Vf.) für die Freilassung aller politischen Gefangenen in den USA. Das Blutbad, das die Polizei und die faschistische Nationalgarde dabei anrichtete, ist kein Einzelfall.

Am 22.August wurde im kalifornischen Zuchthaus in San Quentin der revolutionäre Negerführer George Jackson hinterrücks von Angehörigen der Nationalgarde erschossen. Ihm und zwei seiner engsten Freunde versuchte die Zuchthausverwaltung von Soledad einen Anschlag auf einen Wärter anzuhängen, was ihn auf den elektrischen Stuhl bringen sollte. Damit versuchte die amerikanische Klassenjustiz Jackson auf legale Weise umzubringen, weil sie befürchten mußte, daß er als Entlastungszeuge in dem Prozeß gegen Angela Davis die faschistische Entwicklung in den USA anprangern und die amerikanische Regierung der Verbrechen an den schwarzen Menschen anklagen würde.

Die Angriffe von Polizei und Klassenjustiz richten sich vor allem gegen die revolutionäre Vorhut der Schwarzen, die Black-Panther-Partei, die die Organisierung der proletarischen Massen für den Kampf gegen die Kapitalistenklasse und ihren Staatsapparat in Angriff genommen hat. Über 20 Mitglieder dieser Organisation wurden bisher ermordet, 350 verschwanden in den KZs der Klassenjustiz.

Unter der Losung:
FREIHEIT FÜR ALLE POLITISCHEN GEFANGENEN!
SOLIDARITÄT MIT DER BLACK-PANTHER-PARTEI!
verurteilen die hier Anwesenden aufs schärfste die faschistischen Morde von San Quentin und von Attica'"

Aufgerufen worden war auch bei Mannesmann Düsseldorf (vgl. 13.9.1971), dort wird auch berichtet (vgl. 27.9.1971).

Bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 20.9.1971) berichtet die KPD, daß 50 Personen anwesend waren:"
Es kam hier im Laufe der Diskussionen bei zwei anwesenden DKP-Genossen zu einem offensichtlichen Widerspruch zwischen ihnen und der DKP-Führung. Unter Beifall der Kollegen bekundeten sie, daß auch sie auf betrieblicher Ebene für lineare Lohnerhöhungen eintreten."

Verabschiedet worden sei dieselbe BVG-Resolution wie in Dortmund.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 3, Dortmund Sept. 1971, S. 4; Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971, S. 6;Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 3 und 4, Düsseldorf Sept. 1971, S. 4 bzw. S.2 und 5;Rote Fahne Nr. 27, Berlin 8.10.1971, S. 4

Duesseldorf_Mannesmann014

Duesseldorf_Mannesmann016

Duesseldorf_Mannesmann019


24.09.1971:
In der Nr. 26 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 10.9.1971, 8.10.1971) wird aus Düsseldorf eine Arbeiterkorrespondenz von Klöckner (VDI - IGM-Bereich) abgedruckt.
Q: Rote Fahne Nr. 26, Berlin 24.9.1971, S. 7

KPD_Rote_Fahne_1971_26_07


04.10.1971:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 1 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 25.10.1971) spätestens diese Woche. Damit verfügt die KPD nunmehr über drei öffentlich bekannte Betriebszellen in der 'BRD'.

Artikelüberschriften sind u.a.:
- "Die KPD zur Tarifrunde (griechisch und türkisch)";
- "Scharfer Protest gegen den Polizeiüberfall in Attica (USA)" (vgl. 14.9.1971);
- "Kampfveranstaltung der KPD in Düsseldorf" (im IGM-Bereich - vgl. 16.9.1971);
- "Der Kampf der Bauern von Sanrizuka (Japan)".

Im Leitartikel, der ein wenig dem Leitartikel der KAP Hoesch Dortmund (vgl. 6.9.1971) nachempfunden ist, wird zu MTR bzw. STR gefordert:"
DURCHKREUZT DIE TAKTIK DER IGM-SPITZE!
ENTSCHLOSSEN FÜR EINHEITLICHE LOHNFORDERUNGEN KÄMPFEN

Die verräterische Forderung der IG-Metallspitze von 9 Prozent bei Metall und 10 Prozent bei Stahl ist fast in allen Betrieben des Bundesgebietes auf Ablehnung der Kollegen gestoßen. Denn wer von uns hat jemals von spalterischen 9, 10 oder 11 Prozent geredet

75 Pfennig mehr für alle, das ist die Forderung der Vertrauensleute der Westfalenhütte (Hoesch Dortmund, d.Vf.)
80 Pfennig mehr für alle - Klöckner Hütte Bremen
65 Pfennig mehr für alle - Mannesmann-Werke Duisburg (MM, d.Vf.),
100 DM mehr für alle - Klöckner-Drahtwerke Düsseldorf (VDI, d.Vf.),
85 Pfennig mehr für alle - Ford-Werke Köln,
75 Pfennig mehr für alle - Maschinenfabrik Deutschland (MFD Hoesch Dortmund, d.Vf.)

DAS SIND DIE FORDERUNGEN DER STAHL- UND METALLARBEITER!

Alle Kollegen wissen aus Erfahrung - wenn die Gewerkschaftsführer mit durchschnittlich 10 Prozent in die Tarifrunde hinein gehen, dann wollen sie mit weniger als 7 Prozent wieder herauskommen. Das heißt bei weiter steigenden Preisen, bei weiterer Verschärfung der Arbeitshetze: absolute Verschlechterung des Lebensstandards der Arbeiterklasse. Durch ihre Stillhalte-, Abwiegelungs- und Spaltungstaktik beweist die IG-Metallspitze, daß sie jederzeit bereit ist, alle Angriffe auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiterklasse zu unterstützen.

Sie übernimmt den 'Regierungsauftrag' der SPD/FDP-Regierung, für kapitalistische Konjunkturmaßnahmen zu werben und stellt die Durchsetzung dieser arbeiterfeindlichen Politik auch noch als Erfolg für die Kollegen hin."

Es folgt eine Darstellung der Ereignisse in Düsseldorf (vgl. Aug. 1971).

In "Die Aufgaben der Betriebszelle Klöckner" heißt es u.a.:"
Die Kommunistische Arbeiterpresse ist ein entscheidendes Kampfmittel für die Herstellung der Einheitsfront unter den Kollegen, sie faßt die Forderungen der Arbeiter und Angestellten im Betrieb zusammen, propagiert sie und entlarvt die Arbeiterverräter und Agenten der Kapitalisten. Sie hat die Aufgabe, den Kampf der Kollegen in den Zusammenhang zu stellen mit dem politischen Kampf der gesamten westdeutschen und westberliner Arbeiterklasse gegen die Kapitalistenklasse, mit dem Kampf des Weltproletariats und der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus.

Mit dem Erscheinen der ersten Kommunistischen Arbeiterpresse bei Klöckner hat die Betriebszelle Klöckner der KPD ihre Agitations- und Propagandaarbeit aufgenommen. Die Kommunistische Arbeiterpresse wird in dreiwöchigem Abstand erscheinen und von Kollegen geschrieben, die sich in der Betriebszelle der KPD organisiert haben. In unserer Agitation knüpfen wir bewußt an die Kampferfahrungen der Klöckner-Arbeiter an, die sie in der Vergangenheit bewiesen haben: Wir erinnern nur an die Kämpfe in den Septemberstreiks 1969, wo wir uns der breiten Streikfront unter der Forderung '50 Pfennig mehr für alle' angeschlossen haben und an den Streik im letzten Jahr (vgl. 24.9.1970,d.Vf.) für 15% Lohnerhöhung."

Vom Erscheinen der Zeitung berichtet die KPD auch bundesweit (vgl. 8.10.1971,19.11.1971).
Q: Rote Fahne Nr. 27 und 30, Berlin 8.10.1971 bzw. 19.11.1971, S. 4 bzw. S. 2; Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971

KPD_Rote_Fahne_1971_27_04


06.10.1971:
Die KPD berichtet bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 4.10.1971), daß in der IGM Ortsverwaltung Düsseldorf für heute eine Versammlung der Vertrauensleute zur MTR bzw. STR angesetzt ist.
Davon und der dortigen Angriffe auf die KPD berichtet wird auch bei Mannesmann Düsseldorf (vgl. 11.10.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971; Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 5, Düsseldorf Okt. 1971, S. 6;Rote Fahne Nr. 27, Berlin 8.10.1971, S. 4

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25.10.1971:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 2 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 4.10.1971, 22.11.1971) vermutlich in dieser Woche mit dem Leitartikel "Kündigung aller Schlichtungsvereinbarungen. Für die sofortige Urabstimmung bei Metall, Eisen und Stahl!" zur Metalltarifrunde (MTR), der auch auf Griechisch erscheint.

Weitere Artikel sind:
- "Erfolgreicher Streik bei Jagenberg" (vgl. 22.10.1971);
- "Gegen Stillegungen Gegen Kurzarbeit!" zum Streik in Hagen am 4.10.1972 und der Demonstration bei Klöckner Georgsmarienhütte am 22.10.1971 mit der "Entschliessung der Kollegen von den Südwestfalenwerken Eckesey - Vorhalle - Wehringhausen und den Klöckner Kollegen der Hütte in Haspe";
- "Einheitlicher Existenzlohn für alle Lehrlinge - heute 500 DM";
- "Lohnraub bei Klöckner" zur individuellen Kürzung der Löhne; sowie
- "Vertrauensleute-Großveranstaltung" der IGM Düsseldorf am 8.10.1971.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 2, Düsseldorf Okt. 1971

28.10.1971:
In der Metalltarifrunde (MTR) von Nordbaden-Nordwürttemberg (NB/BW) beginnen, laut RKJ der GIM, die Schlichtungsverhandlungen.

Die KPD (vgl. 5.11.1971) berichtet:"
WEG MIT DER SCHLICHTUNG!
WEG MIT DER 7,5% SCHMIERENKÖMODIE VON STUTTGART!

IM RUHRGEBIET BEI DEN BETRIEBEN THYSSEN, KRUPP, MANNESMANN, HOESCH, KLÖCKNER, JAGENBERG, FELTEN UND GUILLAUME, FORD, OPEL, RHEINSTAHL U.A.; IN WESTBERLIN BEI DEN BETRIEBEN DER AEG UND VON SIEMENS, BEI BORSIG, DWM, KWU U.A.; IM STUTTGARTER RAUM UND IN HAMBURG HAT DIE KPD IN DEN BETRIEBEN UND VOR DEN BETRIEBEN DURCH FLUGBLÄTTER MIT DER ÜBERSCHRIFT 'DEN GESCHLOSSENEN KAMPF AUFNEHMEN' DEN GEMEINSAMEN KAMPF GEGEN DAS UNVERSCHÄMTE ANGEBOT DER KAPITALISTEN UNTERSTÜTZT UND DIE HINHALTETAKTIK DER GEWERKSCHAFTSSPITZE ENTLARVT.

UM DIE VERBREITERUNG DER KAMPFFRONT ZU ERREICHEN, IST ES JETZT NOTWENDIG, IN DEN WARNSTREIKS UND IN GEWERKSCHAFTLICHEN MITGLIEDERVERSAMMLUNGEN DIE FORDERUNG NACH

SOFORTIGER URABSTIMMUNG!

ZU STELLEN UND DURCHZUSETZEN.

ALLE RÄDER STEHEN STILL, WENN DEIN STARKER ARM ES WILL!"
Q: Rote Fahne Nr. 29, Berlin 5.11.1971, S. 3; Was Tun Nr. 10, Mannheim Nov. 1971, S. 10

12.11.1971:
In Düsseldorf besuchen, nach eigenen Angaben, über 60 Personen eine Kampfveranstaltung der KPD gegen das BVG.

Bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 22.11.1971) berichtet die KPD:"
KAMPFVERANSTALTUNG DER KPD

Am 12.11.1971 führte die KPD in Düsseldorf eine erfolgreiche Veranstaltung gegen das reaktionäre Betr.VG durch. Über 60 Kollegen und Genossen von Hoesch-Dortmund, Mannesmann Düsseldorf, Opel Bochum, Ford Köln und Klöckner Düsseldorf (alle IGM-Bereich, d.Vf.) sprachen sich entschieden gegen das 'neue' Betr.VG aus. Sie verurteilten auf schärfste die Durchpeitschung des Betr.VG, das mit den Stimmen des Katzerflügels der CDU und ohne jegliche Aktionen von Seiten des DGB und seines Anhangs, der DKP verabschiedet wurde. Die Kollegen stimmten dem zentralen Referat zu, in dem das Betriebsverfassungsgesetz klar als arbeiterfeindlich entlarvt wurde. Die Kollegen sehen im 'neuen' BVG eine weitere Maßnahme der Kapitalisten, die demokratischen Rechte der Arbeiterklasse zunehmend abzubauen. Mit aller Entschiedenheit wandten sie sich gegen die SPD-FDP-Regierung, die die Fesseln, die die Kapitalistenklasse den Arbeitern anlegen will, gesetzlich absichert und sich damit als Handlanger der Kapitalisten erweist.

Im Anschluß an das Referat berichteten sich die Kollegen und Genossen gegenseitig über die Streikmaßnahmen in ihren Betrieben. Sie gingen insbesondere auf die Rolle der Betriebsräte im Kampf der Arbeiter ein; die Friedenspflicht werde von den meisten Betriebsräten eingehalten: Friede mit den Kapitalisten gegen die Interessen der Arbeiter. So versuchen die Betriebsräte, jede oppositionelle Bewegung in den Gewerkschaften zu unterdrücken. Selbst das Aufstellen zweiter und dritter Listen für Betriebsratswahlen (BRW, d.Vf.), soll im Keim erstickt werden, damit den Kapitalisten der Betriebsrat weiterhin als Instrument zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen gesichert bleibt.

Die Kollegen sprachen deutlich aus, daß der Kampf um bessere Kampfpositionen der Arbeiter verbunden werden muß mit dem Kampf gegen diejenigen, die die verräterische Politik der Gewerkschaftsführung unterstützen. Gleichzeitig muß der Vertrauensleutekörper immer mehr zu einem Kampfinstrument der Arbeiterklasse gemacht werden.

Zur 120 DM-Forderung der KPD in der Tarifrunde konnte sich ein Kollege nicht erklären, wo die 120 DM herkommen sollen. Die anwesenden Kollegen machten ihm klar, daß sich die Höhe der Lohnforderungen nur an den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten orientieren kann, und nicht an den Profiten der Kapitalisten. Unter Beifall sagte ein Kollege, daß die 120 DM durch die Geschlossenheit der Kollegen erkämpft werden müssen. Bisher sei es noch nicht vorgekommen, daß die Kapitalisten freiwillig die Lebenslage der Arbeiter verbessert hätten; deshalb sei es notwendig, den Kapitalisten die geschlossene Front der Arbeiter entgegenzusetzen.

Zu der Veranstaltung waren zahlreiche ausländische Kollegen erschienen. Gemeinsam wurde von allen Versammelten eine Resolution verabschiedet, in der sie sich mit dem Kampf der spanischen Arbeiterklasse solidarisch erklärten.

Für den Aufbau der ROTEN FAHNE (RF, d.Vf.) als kommunistische Wochenzeitung wurden am Schluß der Veranstaltung 67, 45 DM gespendet."
Berichtet wird auch bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 22.11.1971) und Mannesmann Düsseldorf (vgl. 1.12.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 6, Dortmund Nov. 1971, S. 4f; Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 2, Düsseldorf Okt. 1971, S. 3f;Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 7, Düsseldorf Dez. 1971, S. 3f;Rote Fahne Nr. 30 und 31, Berlin 19.11.1971 bzw. 3.12.1971, S. 9 bzw. S. 5

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22.11.1971:
In Düsseldorf erscheint eine Ausgabe der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 25.10.1971, 10.1.1972) vermutlich in dieser Woche unter der Schlagzeile "Weg mit der Schlichtung! Sofortige Urabstimmung! Streik!" zur Metalltarifrunde (MTR), der gekürzt auch auf Griechisch erscheint.

Weitere Artikel sind:
- "Keine Lohnrückstufung bei Umsetzungen";
- "Bericht von der Kampfveranstaltung der KPD zum Betriebsverfassungsgesetz" (BVG - vgl. 12.11.1971);
- "Kurzarbeit und Entlassungen in der Georgsmarienhütte" von Klöckner;
- "Streikbericht der spanischen SEAT-Arbeiter"; sowie
- "Für den planmäßigen Aufbau der 'Roten Fahne' als kommunistischer Wochenzeitung!" mit der Ankündigung ihres Verkaufs vorm Tor am 25.11. und 2.12.1971 jeweils morgens und mittags.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Weg mit der Schlichtung! Sofortige Urabstimmung! Streik!, Düsseldorf o. J. (1971)

Dezember 1971:
Die KPD (vgl. 14.1.1972) berichtet vermutlich aus dem Dezember von Klöckner Düsseldorf:"
WERKSWOHNUNGEN
MAULKORB FÜR DIE KOLLEGEN - SONDERPROFITE FÜRS KAPITAL

Friedrich Engels schrieb vor 100 Jahren: 'Es ist selbstredend, daß jeder Kapitalist, den die Bedingungen seiner Industrie an eine bestimmte Lokalität fesseln, Wohnungen für seine Arbeiter bauen muß, wenn keine vorhanden sind.' Auch die Klöckner-Kapitalisten bauen Wohnungen, und viele Kollegen sind froh, bei der in Düsseldorf herrschenden Wohnungsnot in einer Werkswohnung wohnen zu können, weil die Mieten häufig billiger sind als die der Wohnungen auf dem sog. 'freien Wohnungsmarkt'. Aber lassen wir uns nicht täuschen: die Klöckner-Kapitalisten bauen keine Werkswohnungen aus Menschenfreundlichkeit. Im Boom locken sie Arbeitskräfte an und schaffen sich einen festen Stamm von Arbeitern, der wegen der Werkswohnungen nicht so schnell den Arbeitsplatz wechselt. Daraus folgt, daß Kollegen, die in Werkswohnungen wohnen, enger an den Betrieb gebunden werden. Im Fall von Kämpfen im Betrieb, bei Streiks, kann der Kapitalist auf diese Arbeiter einen unerhörten Druck ausüben, indem er ihnen mit Kündigung droht, was für die Kollegen bedeutet, nicht nur den Arbeitsplatz, sondern auch das Dach über dem Kopf zu verlieren.

Mit der Vergabe von Werkswohnungen an einen Teil der Belegschaft erreichen die Kapitalisten einen weiteren Zweck: sie benutzen dieses Vergaberecht als Spaltungsinstrument gegenüber der Arbeiterklasse. Zum einen dadurch, daß ein neuer Kollege erst nach einer Wartezeit und damit Bewährungszeit eine Werkswohnung bekommt bzw. keine bekommt, wenn er der Betriebsleitung mißliebig ist. Hier ist das Vergaberecht von Werkswohnungen als Disziplinierungsmittel eingesetzt.

Die Kapitalisten haben also mit den Werkswohnungen ein Mittel in der Hand, mit dem sie gegen die einheitliche Kampffront einer Belegschaft vorgehen.

Dazu kommt, daß die Kollegen, die in Werkswohnungen wohnen, meistens unter den ersten sind, die von Maßnahmen der Kapitalisten bedroht werden, wenn diese in Zeiten der Krise und bei Absatzschwierigkeiten ihre Profite durch Rationalisierungen, Kurzarbeit, Entlassungen sichern wollen. Sie werden als erste von Umsetzungen und Lohnabbau betroffen, weil sie, diszipliniert durch das Wohnrecht in einer Werkswohnung, zögern, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Verfügt der Kapitalist neben den Produktionsmitteln auch noch über das Lebensmittel Wohnung, dann fließt ein Teil des ausgezahlten Lohns direkt wieder in seine Tasche. Wenn allein in Düsseldorf weit über die Hälfte der Belegschaft des Drahtbetriebes (VDI, d.Vf.) in Werkswohnungen lebt, kann man sich denken, daß es runde Summen sind, die da wieder an die Kapitalisten zurückfließen.

Wir alle wissen, wie niedrig die Löhne bei Klöckner sind. Das niedrige Lohnniveau wird von den Klöckner-Kapitalisten unter anderem damit legitimiert, daß es ja die sozialen, billigen Wohnungen gebe.

Auch dieses Argument kannte Friedrich Engels schon und hat dazu erklärt: 'Jede Verringerung der Erzeugungskosten der Arbeitskraft, d.h. jede dauernde Preiserniedrigung der Lebensbedürfnisse des Arbeiters… hat daher schließlich einen Fall im Arbeitslohn zur Folge.'

Die Klöckner-Kapitalisten können also durch die relativ niedrigen Mieten, die sie den Arbeitern in den Werkswohnungen abverlangen, zugleich den Lohn drücken.

Die Kollegen aber sind gezwungen, diese ständigen Lohneinbußen in Kauf zu nehmen, weil sie ihre billigen Wohnungen behalten wollen. Sie zahlen dafür den Preis, hart am Existenzminimum leben zu müssen! Mit besonderer 'Großzügigkeit' wird dies Existenzminimum von den Klöckner-Kapitalisten festgesetzt: 650 bis 850 DM - ein Hohn für die Kollegen! Auch wenn jemand keinen Pfennig Miete von einem solchen Lohn abliefern müßte, kann er davon kaum eine Familie ernähren.

DIE ZUSTÄNDE IN DEN WERKSWOHNUNGEN DER KIEFERNSTRASSE

Für eine 2-Zimmer-Wohnung auf der Kiefernstraße werden 60 DM Miete verlangt. Das ist, gemessen an dem, was sonst bezahlt werden muß, wenig.

Aber sehen wir uns doch einmal die Kiefernstraße genauer an, denn dort wohnt der Großteil der Klöckner-Kollegen. Die angeführte 2-Zimmer-Wohnung für 60 DM ist:
- ohne Heizung
- ohne Bad
- ohne Toilette.

Die Toilette befindet sich eine Etage tiefer und ist für das gesamte Haus.

Und so sehen in der Kiefernstrasse zwei Drittel aller Wohnungen aus. Kein Wunder, denn der Großteil aller Häuser ist VOR 1918 gebaut, nur wenige Häuser stammen aus der Nachkriegszeit, in den letzten 15 Jahren wurde dort überhaupt nichts mehr gebaut.

Die sozialdemokratische Stadtverwaltung, die den sozialen Wohnungsbau aufgibt, und die Kapitalisten, die Wohnungen zu Wuchermieten bauen, verursachen gemeinsam die Situation, in der die Arbeiter von Klöckner weiterhin auf die primitiven Werkswohnungen angewiesen sind.

In Fragen der Wohnungspolitik arbeiten die Monopolkapitalisten eng mit dem Großgrundbesitz und der SPD zusammen. Im Falle von Werkswohnungen sind die dafür zuständigen Wohnungsbaugesellschaften in fast allen Fällen zu 100% in der Hand der Kapitalisten. So ist der Klöckner-Konzern an der Klöckner-Georgsmarienwerke-Wohnbau GmbH, Osnabrück, an der Siedlungsgesellschaft Glückauf mbH Castrop-Rauxel, an der Wohnungsbaugesellschaft mbH Troisdorf und an der Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH Unna-Königsborn, Castrop-Rauxel, jeweils zu 100% beteiligt. Weitere fünf Wohnungsbaugesellschaften gehören nicht allein dem Klöcknerkonzern, sondern er ist nur gering beteiligt. An die Klöckner-Kapitalisten richtet die Betriebszelle also folgende Forderungen:

UNSERE FORDERUNGEN

Weil die meisten Werkswohnungen völlig unzureichend mit den heute selbstverständlichsten Voraussetzungen für jede Wohnung versorgt sind, fordern wir:

AUSSTATTUNG JEDER WERKSWOHNUNG MIT DEN MINIMALSTEN SANITÄREN ANLAGEN, D.H. EIGENES WC UND BAD!

Solange die Werkwohnungen wie Nasenzulagen vergeben werden, wird allein die Absicht der Kapitalisten, daß Werkswohnungen ein Disziplinierungsmittel für die Kollegen sein sollen, erfüllt. Die Kollegen haben jedoch einen berechtigten Anspruch, von ihrem Kapitalisten, der aus ihrer Arbeitskraft Profite zieht, eine anständige billige Wohnung gestellt zu bekommen. Hier muß garantiert sein, daß eine Arbeiterfamilie nur ein Mindestmaß an Miete bezahlen muß, das nicht erhöht werden darf und das nur einen geringen Anteil des Lohns ausmachen darf. Deswegen:

KEINE MIETPREISSTEIGERUNGEN IN WERKSWOHNUNGEN, SONDERN MIETSENKUNG AUF HÖCHSTENS 8% DES EINKOMMENS UNTER 1 500 DM!!

Diese Forderung können wir aber nur dann erreichen, wenn wir zugleich im Betrieb den Kampf um Lohnerhöhungen führen und dadurch verhindern, daß der Mietpreis einen immer größeren teil des Lohnes auffrißt. Um bei der jetzigen Wohnungsknappheit der willkürlichen Verteilung von Werkswohnungen entgegenzutreten, fordern wir:

ZUWEISUNG VON WERKSWOHNUNGEN NACH FAMILIENGRÖSSE!

Auf der letzten Betriebsversammlung (BV - vgl. S6.**.197*, d.Vf.) wurde berichtet, daß seit kurzem die Ehefrauen der Klöckner-Kollegen nicht mehr wie früher als Vertragspartner im Mietvertrag erscheinen dürfen. Dies bedeutet, wenn einem Kollegen etwas zustößt, daß seine Familie nicht mehr das Recht hat, in der Werkswohnung zu wohnen - auch wenn der Mann langjähriger Arbeiter bei Klöckner gewesen ist. Der Kapitalist muß eine menschenwürdige Wohnung auch für die hinterbliebenen Familien ehemaliger Klöckner-Arbeiter stellen, deren Arbeitskraft er lange genug zu seinem Vorteil ausgenutzt hat. Deshalb:

ANERKENNUNG DER EHEFRAUEN ALS VOLLGÜLTIGE ZWEITE VERTRAGSPARTNER BEIM ABSCHLUSS EINES MIETVERTRAGS!"
Q: Rote Fahne Nr. 34, Berlin 14.1.1972, S. 6

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Dezember 1971:
Die KPD (vgl. 14.1.1972) berichtet vermutlich aus dem Dezember von Klöckner Düsseldorf:"
BERICHT EINES GENOSSEN
SCHLUSS MIT DEN WOHNBARACKEN FÜR AUSLÄNDISCHE KOLLEGEN

Unsere ausländischen Kollegen müssen in sogenannten 'Wohn'-Baracken leben, in denen Zustände herrschen, die für einen Menschen kaum erträglich sind. In jeder Baracke sind 11 Zimmer, in denen je vier Kollegen zusammenleben müssen. Das schlimmste dabei ist, daß die Zimmerwände so dünn sind, daß man zusätzlich jedes Geräusch aus den umliegenden Räumen hört.

In allen Zimmern wohnen Kollegen, die zu verschiedenen Schichten arbeiten. Deswegen gibt es praktisch nie genügend Ruhe für diejenigen, die tagsüber schlafen müssen, weil sie Nachtschicht haben.

Die Zimmer, die etwa 14 bis 16 qm groß sind, sind ausgestattet mit zweistöckigen Betten, schmalen Metallschränken und einem Tisch. Die Unfreundlichkeit und Ungemütlichkeit wird noch verstärkt dadurch, daß überall an den Wänden die Farbe abblättert und daß die Fenster nicht einmal Vorhänge haben, sondern lediglich Läden an der Außenseite. Gegenüber einer Fensterfront befindet sich eine häßliche Mauer, die das Licht abhält, und die mit Klöckner-Stacheldraht versehen ein echtes Sinnbild für die großartigen Sozialleistungen ist, die die Klöckner-Kapitalisten den ausländischen Kollegen zugedacht haben.

Zu diesen Sozialleistungen gehört auch, daß in den Baracken nur kaltes Wasser ist. Außerdem gibt es keinen einzigen Kühlschrank. Deshalb verdirbt im Sommer alles Eßbare, und im Winter müssen die Kollegen ihre Lebensmittel aus dem Fenster hängen. Unter solchen Bedingungen würde man keinem deutschen Kollegen zumuten zu leben! Die Klöckner-Kapitalisten meinen wohl daß sie sich das gegenüber den ausländischen Kollegen schon leisten können.

Deswegen ist es wichtig, daß wir Deutschen unsere volle Solidarität mit den ausländischen Kollegen zeigen. Unterstützen wir die Forderung der Betriebszelle:
SOFORTIGE AUSSTATTUNG DER BARACKEN MIT EINER AUSREICHENDEN ANZAHL VON KÜHLSCHRÄNKEN MIT VERSCHLIESSBAREN FÄCHERN.

LANGFRISTIG MÜSSEN WIR FORDERN: ZUWEISUNG VON ANSTÄNDIGEN WERKSWOHNUNGEN AUCH FÜR ALLEINSTEHENDE AUSLÄNDISCHE KOLLEGEN!"
Q: Rote Fahne Nr. 34, Berlin 14.1.1972, S. 6

16.12.1971:
Bei Rheinstahl Bielefeld-Brackwede gibt die DKP die Nummer 14 ihres 'Querträger' (vgl. 4.11.1971, 24.8.1973) heraus mit einem Leitartikel zur MTR: "Metall-Tarifrunde - Lohnabbau". Eine sofortige Urabstimmung sei gefordert worden u.a. bei Klöckner VDI Düsseldorf.
Q: Der Querträger Nr. 14, Bielefeld 16.12.1971, S. 2

31.12.1971:
Die KPD berichtet heute von der MTR bzw. STR:"
TARIFRUNDE NRW-STAHL - DIE 'LINKEN' SPDLER ISOLIEREN!

Während die SPD-Führung schon in der ersten Hälfte des Jahres einem 7,5%-Abschluß in der Metalltarifrunde ihren Segen gab, während Brandt sich als politischer Schlichter in den Verhandlungen hervortat und nachher frech die 'Leistungen der Unternehmer' würdigte, ist es hauptsächlich das Verdienst der 'linken' SPD-Vertrauensleute und Gewerkschaftsfunktionäre in den Betrieben (teilweise auch der Revisionisten, wo sie überhaupt spürbaren Einfluß haben), daß die Arbeiter die Taktik der IGM-Führung nicht durchkreuzten.

Überall da, wo diese 'linken' Sozialdemokraten wichtigere Positionen in den Vertrauenskörpern innehaben wie bei Hoesch, Mannesmann und Klöckner, traten sie seit Beginn der Tarifrunde wortradikal auf, mimten Kampfgeist, aber wiegelten immer dann ab, wenn sich die Stimmung der Massen massiv gegen die IGM-Führer und die SPD neigte. So war es BR und Mitglied der Tarifkommission Malzkorn von der Klöckner Drahtindustrie in Düsseldorf, so waren es die SPD-Mitglieder im Vertrauenskörpervorstand von Hoesch-Westfalenhütte, die maßgeblich an der Aufstellung der linearen Forderung (100 DM bzw. 75 Pf.) beteiligt waren, aber sich hinter die IGM-Führer stellten, als die Tarifkommission ihre spalterische Prozentforderung auftischt.

So waren es die 'linken' SPD-Funktionäre in den Betrieben, die die Forderung der Arbeiter nach Urabstimmung und Streik aufgriffen, aber bis heute nicht mehr als sinnlose Appelle an die Tarifkommission und den Vorstand richten. Sie sind es, die heute den Kumpel erzählen, man dürfe nicht 'ohne die Gewerkschaft' streiken, man dürfe es nicht soweit treiben, daß die SPD-Regierung in Schwierigkeiten gerät. Sie sind es, die kämpferisch auftreten, um die Kollegen zu gewinnen, um sie dann der Politik von SPD- und IGM-Führung auszuliefern. Das ist der Dienst, den die SPD den Kapitalisten ständig erweist.

In dieser Tarifrunde scheint die Rechnung der Kapitalisten noch aufzugehen: Das Ansehen, das die SPD in Teilen der Arbeiterklasse durch die Politik ihrer 'linken' Gewerkschaftsfunktionäre hat, auszunutzen und nach Absprache mit der SPD- und IGM-Führung die Arbeiterklasse überrumpeln. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben unserer Betriebszellen im Ruhrgebiet sein, die Rolle der SPD als Dienerin der Monopole zu entlarven. Dabei werden wir um jeden SPD-Arbeiter wie um jeden anderen Arbeiter kämpfen und ihm zeigen, daß weder die Regierung noch die 'linken' Funktionäre auf mittlerer und unterer Ebene seine Interessen vertreten!"
Q: Rote Fahne Nr. 33, Berlin 31.12.1971, S. 9

Januar 1972:
Der Kommunistische Bund Osnabrück (KBO) gibt die Nr. 1 des seiner 'Roten Fahne' (RF - vgl. Feb. 1972) als Zentralorgan heraus. Berichtet wird auch von der Tarifforderung von Klöckner Draht Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr. 1, Osnabrück Jan. 1972, S. 3

Januar 1972:
Die KPD (vgl. 11.2.1972) berichtet vermutlich aus dem Januar:"
KAMPF DER SPALTUNG DEUTSCHER UND AUSLÄNDISCHER ARBEITER
UNTERSUCHUNGSBERICHT

Von den knapp über 1 000 Arbeitern bei Klöckner sind ca. 57% ausländische Kollegen: Griechen, Türken, Jugoslawen und Spanier. Die Frage ist: warum gibt es bei Klöckner und überhaupt in der BRD so viel ausländische Arbeiter?

Das Funktionieren der kapitalistischen Ausbeutung verlangt eine Reserve an Arbeitskräften, die in Zeiten des Booms in die Produktion einbezogen, und die in Zeiten der kapitalistischen Krise wieder ausgestoßen werden kann.

In der Hochkonjunktur kann die Kapitalistenklasse zur Ausnützung aller Produktionsreserven und damit zur Auspressung des Profits nicht genügend Arbeitskräfte unter ihr Joch zwingen. In der Krise werden die für die Kapitalisten überflüssigen Arbeitskräfte, deren Beschäftigung nicht genügend Profit verspricht, auf die Straße geworfen.

In jedem Fall, ob als verfügbare Arbeitskraftreserve, die jederzeit von den Kapitalisten profitbringend eingesetzt werden kann, oder als brachliegendes Arbeitslosenheer, das durch seine Existenz den Kapitalisten die Möglichkeit gibt, das Lohnniveau der beschäftigten Kollegen zu drücken: diese Reservearmee dient dazu, die höchstmöglichen Profite der Kapitalisten zu gewährleisten.

WIE SIEHT DIESE RESERVEARMEE IN DER BRD AUS?

In der BRD bilden die ausländischen Arbeiter den Hauptteil der industriellen Reservearmee.

In der BRD und in Westberlin bildete sich nach dem 2.imperialistischen Weltkrieg keine eigene industrielle Reservearmee. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: zum einen war die deutsche Arbeiterklasse durch das Morden des Krieges zahlenmäßig verringert, zum anderen hatte die Kapitalistenklasse einen übergroßen Arbeitskräftebedarf, um die durch den Krieg zerrüttete Wirtschaft wieder anzukurbeln und neue Profite zu scheffeln. Der ständige Ausbeutungshunger der Kapitalistenklasse konnte Anfang der 50er Jahre hauptsächlich durch Flüchtlinge aus Osteuropa, durch die Zurückhaltung von Zwangsarbeitern, die unter der Hitlerdiktatur nach Deutschland verschleppt worden waren, und durch Abwerbung von Arbeitskräften aus der DDR gedeckt werden.

Nachdem diese Quellen jedoch nicht weiter zu nutzen waren, nachdem im Zuge der Remilitarisierung der BRD und Westberlins ein Teil der Arbeitskräfte der Produktion entzogen und bei der Bundeswehr und Polizei Verwendung fand, begann die deutsche Kapitalistenklasse 1956/1957 systematisch, ausländische Arbeiter zu importieren.

1957 betrug die Zahl der ausländischen Arbeiter in der BRD etwa 100 000, 1965 bereits über 1 Million. Gegenwärtig arbeiten in der BRD und in Westberlin insgesamt anderthalb Millionen ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter. In der gegenwärtigen Phase, wo sich für die deutsche Wirtschaft deutlich eine krisenhafte Entwicklung abzeichnet, sind die ausländischen Kollegen mit am ersten davon betroffen: die Beschäftigungszahlen sinken stetig.

DIE VORTEILE FÜR DIE KAPITALISTEN SIND KLAR:

Die ausländischen Kollegen kommen entweder aus Ländern, die vom Imperialismus ausgebeutet werden und deshalb keine eigene nationale Industrie entwickeln können, wie Griechenland und die Türkei, oder aus Ländern, in denen nur bestimmte Regionen industrialisiert sind, andere jedoch vollständig unterentwickelt, wie das in Italien der Fall ist.

Das Landproletariat und die armen Bauern aus diesen Ländern werden von den Bourgeoisien ihrer Länder an die Kapitalisten der BRD regelrecht verschachert. In der BRD erfüllen sie die Funktion der Reservearmee, die die deutschen Kapitalisten als Lohndrücker und Spalter einsetzen möchten. Viele der ausländischen Kollegen arbeiten hier zum erstenmal in einem Industriebetrieb, das Bewußtsein der Solidarität haben sie vorher kaum kennengelernt, da sie als landlose oder arme Bauern bisher nur allein gearbeitet haben.

Offiziell sind die ausländischen Arbeiter den deutschen gleichgestellt. Die Wirklichkeit sieht jedoch ganz anders aus!

DIE LAGE DER AUSLÄNDISCHEN KOLLEGEN BEI KLÖCKNER

Schon bei der Vermittlung der Arbeitsstelle fängt es an. Als Beispiel sehen wir uns Griechenland an, weil der Großteil der ausländischen Klöckner-Kollegen von dort kommt:

In Griechenland ziehen Werbetrupps im Auftrag der faschistischen Regierung durch die Dörfer, um Arbeitskräfte für den legalen Menschenhandel zu bekommen. Das gelingt ihnen deshalb, weil sich die Lebensbedingungen in Griechenland seit der mit Hilfe der US-Imperialisten errichteten faschistischen Militärdiktatur absolut verschlechtert haben. Die Preise sind ungeheuer in die Höhe geklettert, die Löhne jedoch werden auf dem niedrigsten Stand gehalten (so muß ein griechischer Arbeiter für 1 kg Fleisch etwa die Hälfte eines Tageslohnes bezahlen). Die Gewerkschaften sind aufgelöst, lediglich eine Regierungsgewerkschaft ist noch zugelassen, und wessen Interessen dort vertreten werden, kann man sich leicht vorstellen. Die demokratischen und kommunistischen Organisationen sind in der Illegalität, ihre Arbeit wird dadurch und durch die ständigen Anschläge der Faschisten ungeheuer erschwert.

Um diesen Zuständen zu entkommen, wählen viele griechische Kollegen den Weg, sich über eine der in Griechenland ansässigen Kommissionen (wovon es drei deutsche in den großen Städten Griechenlands gibt) nach Deutschland 'vermitteln' zu lassen; vermitteln an einen Ort und einen Betrieb, den sie nicht kennen und an den sie zunächst einmal für eine festgesetzte Zeit gebunden sind; mit einem Lohn, der unter Umständen für griechische Verhältnisse hoch ist, hier jedoch ein Nichts bedeutet: So wurden z.B. die Verträge für die griechischen Kollegen bei Klöckner mit einem Anfangsgehalt von 2,70 DM pro Stunde abgeschlossen. Heute sind es 'schon' 4,70 DM pro Stunde. Außerdem: die ausländischen Arbeiter und Arbeiterinnen sind in den meisten Fällen der Teil der Arbeiter, der am schlechtesten bezahlt wird und, wie gerade bei Klöckner, die schlechteste Arbeit bekommt.

Die ausländischen Kollegen werden von manchen deutschen Kollegen schief angesehen, weil einige ausländische Kollegen oft die Akkordsätze heraufschrauben, um noch ein paar Pfennige mehr herauszuholen. Bei dem niedrigen Lohnniveau von Klöckner verständlich, wenn man bedenkt, wie viele der ausländischen Kollegen ihre Familien in ihrem Heimatland noch miternähren müssen. Allerdings bedenken diese Kollegen nicht, daß sie es damit gerade den älteren deutschen Kollegen schwer machen, auf ihren Akkord zu kommen.

Aber das bedeutet wieder eine Spaltung, die den Kapitalisten genehm ist. Diese kann man nur dadurch überwinden, indem man, statt die niedrigen Löhne durch gesteigerte Akkordhetze aufzustocken, gemeinsame LOHNFORDERUNGEN aufstellt, die die Situation der ausländischen und deutschen Kollegen verbessern.

Aber nicht nur das: die ausländischen Kollegen zahlen häufig auch unverschämt hohe Mieten für schlechte Wohnungen, was auch besonders bei Klöckner der Fall ist: Die Benutzung eines Bettes in den Wohnbaracken für die ausländischen Kollegen kostet sage und schreibe zwischen 30 und 40 DM!

Das heißt: In einer Baracke sind 11 Zimmer, die von jeweils vier Kollegen bewohnt werden. Diese vier Kollegen zahlen, bei 40 DM für jeden, monatlich zusammen 160 DM, die Bewohner der ganzen Baracke 1 760 DM! Und das sind Profite, die den Klöckner-Kapitalisten ganz nebenbei noch zufließen!

WIE IST ES MÖGLICH, DASS SICH DIE KAPITALISTEN DAS GEGENÜBER DEN AUSLÄNDISCHEN KOLLEGEN ERLAUBEN KÖNNEN?

Die ausländischen Kollegen sind einem verschärften Druck durch die Ausländerpolizei und die Geheimdienste auf der einen, durch ständige Drohung mit Entlassung und Abschiebung auf der anderen Seite ausgesetzt.

Auch in diesem Zusammenhang wollen wir über die Lage der griechischen Kollegen berichten. Viele griechische Kollegen haben schon Angst, sich hier in Deutschland zu organisieren, denn es ist mehr als einmal passiert, daß ein gewerkschaftlich organisierter Kollege in Griechenland festgehalten wurde. Wie ist es überhaupt möglich, daß Dinge, wie z.B. die Mitgliedschaft in einer deutschen Gewerkschaft den griechischen Faschisten bekannt werden können? Nun, die Faschisten haben an alles gedacht: MISSTIKI ASSFALIA, so heißt der Geheimdienst, der fortschrittliche Kollegen verrät, denunziert und ausliefert. Spitzel dieser Organisation werden überall eingeschleust: in die Betriebe, die Wohnheime, die Kneipen. Sie haben die Aufgabe, die in Düsseldorf ansäßige Botschaft frühzeitig über geplante Demonstrationen zu informieren und über die griechischen Kollegen und Genossen, die an der Vorbereitung beteiligt sind. Und für diese schmutzigen Dienste für die Faschisten werden diese 8-Groschen-Jungen recht gut bezahlt: je nach Wichtigkeit der Information gibt es zwischen 200 und 1 500 DM.

DER DEUTSCHE STAATSAPPARAT UND DIE DEUTSCHEN KAPITALISTEN ARBEITEN HAND IN HAND MIT DEN GRIECHISCHEN FASCHISTEN!

Aber wir dürfen nicht glauben, daß versucht wird, die griechischen Kollegen davor zu schützen: sowohl die deutsche Polizei, die die Machenschaften der Faschisten duldet und unterstützt, als auch die deutschen Kapitalisten haben gute Beziehungen zu den Faschisten.

Auch die Klöckner-Kapitalisten stellten WISSENTLICH faschistische Spitzel ein, womit sie glänzend ihr eigenes Interesse verbinden konnten, die ausländischen Arbeiter unter massiven Druck zu setzen und mundtot zu machen.

Die griechischen Kollegen jedoch ließen sich das nicht gefallen, so daß die Klöckner-Kapitalisten am Ende gezwungen waren, einen Teil der Faschisten zu entlassen.

Trotz dieser Gefahren ist der größte Teil der ausländischen Kollegen immer bereit, den Kampf gegen die westdeutsche Kapitalistenklasse gemeinsam mit den deutschen Kollegen aufzunehmen. Zuletzt in der vergangenen Tarifrunde (STR der IGM, d.Vf.) waren es auch die ausländischen Arbeiter, die mit in der ersten Reihe standen.

DIE STÄRKE DER ARBEITERKLASSE LIEGT IN IHRER EINHEIT!

Der solidarische Kampf der Arbeiterklasse gegen die von den Kapitalisten planmäßig betriebene Isolierung und Abhängigkeit der ausländischen Kollegen ist die Voraussetzung dafür, die Angriffe der Kapitalistenklasse auf die GESAMTE Arbeiterklasse abzuwehren.

Die Angriffe der Kapitalisten auf die Lebensbedingungen der Arbeiterklasse können nur dann zurückgeschlagen werden, letztlich kann auch der Sturz der Kapitalistenklasse nur dann erkämpft werden, wenn sich die Arbeiter zum solidarischen Kampf zusammenschließen.

Ein Teil des Kampfes gegen die Kapitalistenklasse ist der Kampf ausgehend von gewerkschaftlichen Positionen. Deshalb ist es notwendig, daß auch die ausländischen Kollegen in gewerkschaftlichen Gremien ausreichend vertreten sind. Unterstützen wir deshalb die Forderungen:

- mindestens ein Drittel des Vertrauensleutekörpers (VLK, d.Vf.) muß von ausländischen Kollegen besetzt werden;
- mindestens zwei ausländische Kollegen müssen in den Betriebsrat.

Damit wird die Möglichkeit gegeben, auch den besonderen Interessen der ausländischen Kollegen eine Vertretung zu schaffen. Die Listen der zu wählenden Kollegen werden einheitlich von den Abteilungen aufgestellt, und nicht von den einzelnen Nationalitäten, die in den einzelnen Abteilungen vertreten sind, so daß gemeinsam die Vertreter ausgewählt werden können.

Viele der ausländischen Kollegen haben keinerlei Möglichkeit, zum Beispiel auf Belegschaftsversammlungen (BV,d.Vf.) zu verstehen, was über den Betrieb berichtet wird, geschweige denn, ihre Forderungen vorzutragen. Um dieser Isolierung der ausländischen Kollegen entgegenzuwirken, muß die Forderung durchgesetzt werden:
- ein Übersetzer für jede im Betrieb vertretene Nationalität.

Durch den Kampf für die Forderungen:
- Gleicher Lohn für deutsche und ausländische Arbeiter
- Gleiche Wohn- und Arbeitsbedingungen für deutsche und ausländische Arbeiter

wird der Kapitalistenklasse ein wichtiges Instrument der Spaltung der Arbeiterklasse aus den Händen geschlagen.

Es gilt aber auch, mit Vorurteilen bei den deutschen Kollegen aufzuräumen, die diese häufig den ausländischen Kollegen entgegenbringen. Die ausländischen Kollegen kommen aus Ländern, die sich in ihrer Lebensart sehr oft erheblich von Deutschland unterscheiden. Deshalb müssen wir versuchen, unsere ausländischen Kollegen in ihrer Eigenart anzuerkennen, und nicht ihnen unsere Lebensweise aufzuzwingen.

Gleichzeitig ist es Aufgabe aller deutschen Kollegen, die Kämpfe ihrer ausländischen Kollegen hier und in ihren Heimatländern solidarisch zu unterstützen."
Q: Rote Fahne Nr. 36, Berlin 11.2.1972, S. 8

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10.01.1972:
In der Nr. 1/72 der 'SBK' (vgl. 10.11.1971, 10.2.1972) wird u.a. von Klöcknerdraht Düsseldorf berichtet.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr. 1, Offenbach 10.1.1972

10.01.1972:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 5 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 22.11.1971, 1.2.1972) für Januar vermutlich in dieser Woche mit dem Leitartikel "Werkswohnungen: Nicht Menschenfreundlichkeit der Kapitalisten, sondern Profitmöglichkeit durch Lohnraub!" zu den Werkswohnungen in der Kiefernstrasse.

Weitere Artikel sind:
- "Kurzarbeit bei Klöckner!" für 225 Kollegen am 20., 21. und 24.1.1972;
- "Reportage aus dem Tarifgebiet Baden-Württemberg" zur Metalltarifrunde (MTR) mit Berichten von Klöckner Göppingen und KHD Ulm;
- "Menschenunwürdige Zustände in den Wohnbaracken für die ausländischen Kollegen!";
- "Die KPD kämpft gegen die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Werktätigen! Stadtteilkomitee in Düsseldorf gegründet" in Eller / Lierenfeld (vgl. 28.11.1971); sowie
- "Das vietnamesische Volk wird siegen! Neue Bombenüberfälle der US-Banditen auf Nordvietnam".

Angekündigt wird der Verkauf der 'Roten Fahne' am 13. und 19.1.1972.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 5, Düsseldorf Jan. 1972

01.02.1972:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 6 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 10.1.1972, 21.2.1972) mit dem Leitartikel "Die Stärke der Arbeiterklasse liegt in ihrer Einheit - Deshalb: Kampf der Spaltung zwischen deutschen und ausländischen Arbeitern".

Weitere Artikel sind:
- "Das Krisenprogramm der Klöckner-Kapitalisten: Kurzarbeit - Entlassungen";
- "Landesverband NRW der Liga gegen den Imperialismus gegründet" zur LgdI (vgl. 15.1.1972); sowie
- "Wie wird in Nordkorea die Produktion geleitet?".

Aufgerufen wird zur Vietnamdemonstration (vgl. 19.2.1971). Angekündigt wird der Verkauf der 'Roten Fahne' am 3. und 10.2.1972.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 6, Düsseldorf 1.2.1972

21.02.1972:
In Düsseldorf erscheint eine Ausgabe der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 10.1.1972, 15.3.1972) vermutlich in dieser Woche unter der Schlagzeile "Schluß mit dem Wortradikalismus: Nicht Worte, sondern Taten zählen! Wählt fortschrittliche Betriebsräte!" zu den Betriebsratswahlen (BRW). Berichtet wird von den ausländischen Arbeitern, von Kurzarbeit und Entlassungen.

Weitere Artikel sind:
- "Kampf dem arbeiterfeindlichen BVG";
- "Arbeiterkorrespondenz" zu Rationalisierungsmethoden;
- "Solidarität mit dem vietnamesischen Volk!" zu Aktionen in Düsseldorf (vgl. 18.2.1972, 25.2.1972);
- "Vietnam-Kampfkomitee in Düsseldorf", das sich am 25.5.1972 zum nächsten Mal trifft; sowie
- "Der Freiheitskampf des irischen Volkes".

Angekündigt wird der Verkauf der 'Roten Fahne' am 24.2.1972.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Schluß mit dem Wortradikalismus: Nicht Worte, sondern Taten zählen! Wählt fortschrittliche Betriebsräte!, Düsseldorf o. J. (1972)

März 1972:
Die KPD (vgl. 24.5.1972) berichtet vermutlich aus dem März von den Betriebsratswahlen (BRW) bei VDI, "bei Klöckner-Draht in Düsseldorf sind fast die Hälfte neue Betriebsratsmitglieder".
Q: Rote Fahne Nr. 44, Dortmund 24.5.1972, S. 5

15.03.1972:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 8 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 21.2.1972, 6.4.1972) mit dem Leitartikel "Machen wir den Vertrauenskörper zu unserem Kampfinstrument!" zum Ergebnis der Betriebsratswahlen (BRW), bei denen fast zur Hälfte neue Mitglieder in den Betriebsrat gewählt wurden.

Weitere Artikel sind:
- "Arbeiterkorrespondenz Der Betrug mit dem Akkordsystem";
- "Moskauer Vertrag: Ein Geschäft auf Kosten der sowjetischen und deutschen Arbeiterklasse" mit der SU;
- ein Artikel auf Griechisch;
- "Kampf den reaktionären und faschistischen Organisationen'!" zu deren Protest gegen die Ostverträge in Bonn (vgl. 20.2.1972).

Angekündigt wird der Verkauf der 'Roten Fahne' am 16.3.1972.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 8, Düsseldorf 15.3.1972

06.04.1972:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 9 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 15.3.1972, 5.5.1972) mit dem Leitartikel "1. Mai - Gegen Reformismus und Revisionismus. Für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse - KPD". Eingeladen wird zur Arbeiterrunde der Ortsleitung der KPD zum 1. Mai am 15.4.1972.

Weitere Artikel sind:
- "Wahl der IGM-Ortsverwaltung: Parteitreue vor gewerkschaftlicher Verantwortung" (vgl. 22.3.1972);
- "Arbeiterkorrespondenz Die Spaltung zwischen Frauen und Männern in der Elektrodenfabrik!";
- "Die Politik der SPD-Regierung: Unter dem Deckmantel der 'inneren Reformen'…";
- "Ein weiterer Schritt vorwärts im Aufbau der KPD" zum Aufbau der Regionalkomitees Baden-Württemberg und Wasserkante; sowie
- "Solidarität mit dem Kampf des spanischen Volkes!".

Angekündigt wird der Verkauf der 'Roten Fahne' am 7. und 14.4.1972.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 9, Düsseldorf 6.4.1972

19.04.1972:
Die KPD berichtet heute aus Düsseldorf von der Maivorbereitung u.a. im IGM-Bereich, u.a. bei MM bzw. über ihre Ortsleitung (OL):"
Das von den Betriebszellen Mannesmann Lierenfeld und Klöckner in Düsseldorf unterstützte gewerkschaftliche Maikomitee (… (vgl. 27.3.1972,d.Vf.)) wird am 1.Mai einen eigenen Block in der DGB-Demonstration bilden.

D.h. nicht hinter der arbeiterfeindlichen Gewerkschaftsspitze herzurennen, sondern mit dem einheitlichen oppositionellen Block unter klassenkämpferischen Parolen wird auch hier die Veranstaltung der Klassenversöhnung durchbrochen und gleichzeitig für die Parteidemonstration in Dortmund mobilisiert. Die OL Düsseldorf wird eine Gegenkundgebung zum DGB-Redner Hofmann (ÖTV) durchführen und anschließend zur zentralen Demonstration in Dortmund aufrufen."
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19.4.1972, S. 3

01.05.1972:
Am 17.5.1972 berichtet die KPD:"
Die Arbeit der betrieblichen Maiausschüsse und die Bildung des gewerkschaftsoppositionellen Maikomitees aus den Delegierten der betrieblichen und Branchenausschüsse war ein qualitativer Sprung gegenüber der Arbeit des gewerkschaftlichen Maikomitees des Jahres 1971.

Das gewerkschaftsoppositionelle Maikomitee in Düsseldorf, das einen oppositionellen Block von 150 Kollegen in der DGB-Demonstration bildete, erschien gerade den 'linken' Vertretern der SPD-Politik und den DKPlern eine solche Gefahr, daß Mitglieder des IGM-Ortsvorstandes, Düsseldorfer Betriebsräte wie Malzkorn (BR-Vorsitzender von Klöckner-Drahtindustrie und Mitglied des Klöcknervorstandes) zusammen mit Lang vom DKP-Parteivorstand sie mit Prügeleien von der Demonstration fernzuhalten suchten."

Dies ist laut KPD (vgl. Juni 1973) das einzige oppositionelle Maikomitee auf ihrer Linie in NRW.
Q: Rote Fahne Nr. 43, Dortmund 17.5.1972, S. 3; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 4, Dortmund Juni 1973

05.05.1972:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 10 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 6.4.1972, Juni 1972) mit dem Leitartikel "Unsere Losung bleibt: Gegen Reformismus und Revisionismus für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse - KPD".

Weitere Artikel sind:
- "Vietnam: Das Volk wird kämpfen, das Volk wird siegen der USA-Imperialismus wird unterliegen!";
- "Macht die SPD eine Politik für den Frieden?" zu den Ostverträgen;
- "Belegschaftsversammlung; Hetze gegen Kommunisten"; sowie
- ein Artikel auf Griechisch.

Angekündigt wird der Verkauf der 'Roten Fahne' am 8. und 12.5.1972.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 10, Düsseldorf 5.5.1972

21.05.1972:
An der ersten nationalen Konferenz der der KPD-nahestehenden oppositionellen Gewerkschafter (vgl. 1.10.1972) nehmen, nach eigenen Angaben, über 100 Gewerkschafter aus 9 Gewerkschaften (CPK, IGM, IGBE, DruPa, BSE, ÖTV, DPG, DAG, GEW) und fast 50 Betrieben teil, u.a. von Klöckner Draht Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr. 44 und 50, Dortmund Mai 1972 bzw. 5.7.1972, S. 1f bzw. S. 4; Revolutionäre Gewerkschafts Opposition Nr. 1, o.O. (Dortmund) o.J. (1972)

Juni 1972:
In Düsseldorf erscheint die Nr. 12 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD für Klöckner (Vereinigte Drahtindustrie - vgl. 5.5.1972) mit dem Leitartikel "Der Kampf der Betriebszelle MRW Lierenfeld der KPD gegen die Mieterhöhungen bei den Werkswohnungen".

Weitere Artikel sind:
- "Resolution zu den Aufgaben der Revolutionären Gewerkschaftsopposition verabschiedet auf der 1. Nationalen Konferenz oppositioneller Gewerkschafter (vgl. 21.5.1972);
- "Solidarität mit den Opel-Betriebsräten der Liste 2!" in Bochum; sowie
- "Was sagen Kommunisten zu Baader-Meinhof?" zur RAF.

Angekündigt wird der Verkauf der 'Roten Fahne' an jedem Freitag.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 12, Düsseldorf Juni 1972

01.10.1972:
In Dortmund nehmen, nach eigenen Angaben über 100 Personen an einem Treffen oppositioneller, der KPD-nahestehender Metaller teil. Die Teilnehmer kommen u.a. von Klöckner Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr. 63, Dortmund 4.10.1972; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 1, Dortmund o.J. (1972), S. 36

01.11.1972:
Bei Klöckner Düsseldorf wird, laut KPD, ungefähr heute im Grobzug für 50 Pf. gestreikt (vgl. 16.11.1972).
Q: Rote Fahne Nr. 70, Dortmund 21.11.1972, S. 4

07.11.1972:
In Düsseldorf führen die KPD-Zellen Mannesmann und Klöckner Arbeiterrunden durch. Nach der Arbeiterrunde für Klöckner "wurden die Parteifunktionärin Maria Bergmann, ein Jugendvertreter und eine Betriebsrätin beim Verlassen des ROTE-FAHNE-Verlagsbüros von Polizei in Zivil festgenommen und ihr Auto durchsucht.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Sonderdruck Unser Kampf gegen die Mieterhöhungen, Düsseldorf o. J. (1972); Rote Fahne Nr. 68, Dortmund 8.11.1972, S. 1

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16.11.1972:
In Düsseldorf findet, laut RJ/ML, ein Streik bei Klöcknerdraht statt. Am nächsten Tag wird erneut gestreikt. Laut KPD streiken heute die Schweißer im Baustahl für 50 Pf. (vgl. 1.11.1972, 17.11.1972).
Q: Rote Fahne Nr. 70,Dortmund 21.11.1972, S. 4; Rebell Nr. 12, Tübingen Dez. 1972, S. 3

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17.11.1972:
Bei Klöckner Düsseldorf wird heute, laut KPD, in der Drahtzieherei gestreikt (vgl. 16.11.1972, 18.11.1972).
Q: Rote Fahne Nr. 70, Dortmund 21.11.1972, S. 4; Rebell Nr. 12, Tübingen Dez. 1972, S. 3

18.11.1972:
Die Zelle Klöckner Düsseldorf der KPD gibt ein Flugblatt zu den Streiks der letzten Tage (vgl. 16.11.1972) heraus.
Q: Rote Fahne Nr.70, Dortmund 21.11.1972, S. 4

04.12.1972:
Bei Klöckner Draht (VDI) Düsseldorf wird, laut KPD, mehrere Stunden gestreikt (vgl. 5.12.1972).
Q: Rote Fahne Nr. 74/75, Dortmund 20.12.1972, S. 4

05.12.1972:
Bei Klöckner Draht (VDI) Düsseldorf wird, laut KPD, erneut mehrere Stunden gestreikt (vgl. 4.12.1972, 19.12.1972).
Q: Rote Fahne Nr. 74/75, Dortmund 20.12.1972, S. 4

14.12.1972:
Der heute beginnende Streik bei Klöckner Düsseldorf dauert, laut KPD/ML-ZK, mehrere Tage. Laut KPD wird vier Tage lang gestreikt (vgl. 19.12.1972).
Q: Rote Fahne Nr.74/75,Dortmund 20.12.1972, S. 4; Roter Morgen Nr. 26, Hamburg 31.12.1972, S. 1

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18.12.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD erstmals ihre 'Revolutionäre Gewerkschaftsopposition' (RGO) (vgl. März 1973) heraus. In der Dokumentation zu den Betriebsratswahlen 1972 befaßt man sich u.a. auch mit der Zelle der KPD bei Klöckner VDI Düsseldorf.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 1, Dortmund o.J. (1972)

19.12.1972:
Bei Klöckner Draht (VDI) Düsseldorf endet, laut KPD, ein viertägiger Streik (vgl. 14.12.1972).
Q: Rote Fahne Nr. 74/75, Dortmund 20.12.1972, S. 4

28.05.1973:
Bei Klöcknerdraht in Düsseldorf wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche für 60 Pfennig gestreikt.
Q: Rote Fahne Nr. 23, Dortmund 6.6.1973, S. 1

August 1973:
Bei Klöckner Hamm findet, laut KPD, vermutlich im August ein 'wilder' Streik für eine Teuerungszulage (TZL) statt. Die KPD verteilt u.a. die Augustausgabe der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' ihrer Zelle Klöckner (VDI) Düsseldorf (vgl. Juni 1972, 24.8.1973).
Q: Rote Fahne Nr. 35, Dortmund 29.8.1973, S. 5

24.08.1973:
Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD berichtet von ihrer bald bundesweiten Solidaritätsarbeit (vgl. 28.8.1973) mit den Streiks, die heute in NRW im IGM-Bereich u.a. bei Klöckner VDI Düsseldorf, Ford Köln und Valvo Aachen beginnen:"
Bei Beginn des Streiks am Freitag war klar: die Kollegen brauchten Megaphone für die Agitation und die Führung der Streiks. Die Verpflegung der Streikenden mußte organisiert werden. Klar war auch, daß es Entlassungen und materielle Not geben würde, daß die Organisierung der Rechtshilfe vorbereitet werden mußte. Diese Aufgaben hat die RH entschlossen in Angriff genommen."
Q: Rote Hilfe Nr. 1, Dortmund o.J. (1973), S. 5

24.08.1973:
Bei den Klöcknerwerken in Düsseldorf - Vereinigte Drahtindustrie (VDI) beginnt, laut KPD, ab 10 Uhr morgens ein 'wilder' Streik für eine Teuerungszulage (TZL) u.a. in der Drahtzieherei (vgl. 27.8.1973).

Die DKP gibt im Verlaufe des Streiks, laut KPD, u.a. ein Extrablatt ihrer 'Auf Draht' heraus, in dem sie sich u.a. mit Jagenberg Düsseldorf und den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) Düsseldorf-Reisholz befaßt.
Q: Rote Fahne Nr. 35, Dortmund 29.8.1973, S. 5; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 6/7, Dortmund Sept. 1973

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27.08.1973:
Bei Klöckner (VDI) Düsseldorf (vgl. 24.8.1973) gibt die KPD vermutlich heute einen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. Aug. 1973) unter dem Titel "Jetzt in allen Abteilungen: Streik für 1 DM mehr!" für eine Teuerungszulage (TZL) heraus.

In den folgenden Tagen erscheint ein weiterer Sonderdruck "Solidarität mit den Ausgesperrten!".
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 6/7, Dortmund Sept. 1973

04.09.1973:
In Münster geben die Liga gegen den Imperialismus (LgdI) und das Komitee 'Kampf der Unterdrückung und politischen Entrechtung ausländischer Kollegen' eine Broschüre "Deutsche und ausländische Arbeiter - eine Kampffront!" zu den wilden Streiks in der Metallindustrie heraus, in der u.a. von Klöckner Düsseldorf berichtet und zur bundesweiten Demonstration in Köln (vgl. 15.9.1973) aufgerufen wird.
Q: Liga gegen den Imperialismus, Komitee Kampf der Unterdrückung und politischen Entrechtung ausländischer Kollegen: Deutsche und ausländische Arbeiter - eine Kampffront!, Köln 4.9.1973, S. 6

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10.10.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 41 (vgl. 3.10.1973, 17.10.1973) heraus. Die Zelle Klöckner VDI Düsseldorf berichtet aus dem eigenen Werk und von Klöckner VDI Hamm.
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 10.10.1973, S. 4

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Dezember 1973:
Bei Klöckner VDI Düsseldorf kommt es, laut KPD, vermutlich im Dezember zu einem Streik gegen die Stillegung des Werkes.
Q: Rote Fahne Nr. 51/52, Dortmund 19.12.1973, S. 8

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07.01.1974:
In Duisburg demonstrieren, laut KPD, 500 Beschäftigte, vermutlich vor allem vom Werk Düsseldorf (900 Besch.), zur Klöckner VDI Hauptverwaltung um gegen die Stillegung des Werkes Düsseldorf zu protestieren.

Berichtet wird auch durch die Kämpfende Jugend des Arbeiterbund (AB) und durch die KPD/ML (vgl. 12.1.1974).
Q: Rote Fahne Nr. 2, Dortmund 9.1.1974, S. 4; Kämpfende Jugend, München o.J. (1974), S. 3;Roter Morgen Nr. 2, Dortmund 12.1.1974, S. 4

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14.01.1974:
Die Zelle Klöckner der KBW Ortsgruppe Bremen erstellt vermutlich in dieser Woche ihre Zeitung 'Der Zunderbrecher' (vgl. Dez. 1973, 28.2.1974) unter der Schlagzeile "Einheitlich gegen die Krisenmaßnahmen der Kapitalisten!" zu Klöckner-VDI Düsseldorf, die aber nach einer handschriftlichen Notiz nicht verteilt wurde.
Q: Der Zunderbrecher Einheitlich gegen die Krisenmaßnahmen der Kapitalisten!, Bremen o. J. (1974)

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16.01.1974:
Bei Blohm und Voss Hamburg gibt die Zelle der KPD ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) Nr.4 (vgl. 6.2.1974) heraus. Eingegangen wird auch auf die Krise anhand von Klöckner VDI Düsseldorf.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Blohm und Voss Nr. 4, Hamburg 16.1.1974, S. 3

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28.01.1974:
Die GIM Düsseldorf gibt vermutlich Anfang dieser Woche bei Klöckner VDI ihre 'Was tun im Betrieb' (vgl. Juli 1973, 30.1.1974) unter der Schlagzeile "Wie soll der Kampf geführt werden?" auf Deutsch und Griechisch heraus zur Aufsichtsratssitzung über die Stillegung am 30.1.1974.
Q: Was tun im Betrieb Wie soll der Kampf geführt werden?, Düsseldorf o. J. (1974)

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30.01.1974:
Die GIM Düsseldorf gibt vermutlich heute bei Klöckner VDI ihre 'Was tun im Betrieb' (vgl. 28.1.1974, 22.7.1974) unter der Schlagzeile "Solidarität organisieren!" auf Deutsch und Griechisch heraus zur Aufsichtsratssitzung über die Stillegung.
Q: Was tun im Betrieb Solidarität organisieren!, Düsseldorf o. J. (1974)

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06.02.1974:
In der Nr. 6 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 30.1.1974, 13.2.1974) befaßt sich die KPD Zelle Klöckner VDI u.a. mit der Hauptverwaltung in Duisburg, mit DKP und SPD, den kaufmännischen Lehrlingen und den Angestellten auch in Hamm.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Dortmund 6.2.1974, S. 5

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Mai 1974:
In Düsseldorf wird im Mai und eventuell schon früher eine Unterschriftenliste gegen die Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) der DGB Gewerkschaften u.a. unterzeichnet von Mitgliedern der IG Metall (IGM) bei Klöckner.
Q: Rote Fahne Nr. 21, Dortmund 22.5.1974, S. 4

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10.06.1974:
In Düsseldorf wird vermutlich in dieser Woche, laut KPD, gegen die Stillegung von Klöckner Vereinigte Drahtindustrie (VDI) protestiert.
Q: Rote Fahne Nr. 25, Dortmund 19.6.1974, S. 1 und 5

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24.06.1974:
In der GIM erscheint frühestens heute eine Ausgabe des 'Organisationsinformationsbrief' (OIB - vgl. 21.6.1974, 12.7.1974) mit "Agitationsmaterial zum WT-Artikel: VDI/Klöckner Düsseldorf Stillegung oder Kampf?" zur KPD.
Q: GIM: Organisationsinformationsbrief, O. O. o. J. (1974), S. 7

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24.06.1974:
Die GIM gibt ihre 'Was tun' Nr. 54 (vgl. 13.6.1974, 7.8.1974) heraus mit dem Artikel "Klöckner / VDI Düsseldorf: Stillegung und kein Kampf?".
Q: Was tun Nr. 54, Frankfurt 24.6.1974, S. 4

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22.07.1974:
Die GIM Düsseldorf gibt vermutlich in dieser Woche ihre 'Was tun im Betrieb für die Beschäftigten der Metallindustrie in Düsseldorf und Neuss' (vgl. 30.1.1974, 24.3.1975) heraus mit dem Leitartikel "Klöckner: Umsatz um 40 % explodiert!".
Q: Was tun im Betrieb für die Beschäftigten der Metallindustrie in Düsseldorf und Neuss Klöckner: Umsatz um 40 % explodiert!, Düsseldorf o. J. (1974), S. 1f

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17.10.1974:
Für die Hamburger HBV gibt der KB seine 'Zur Sache' Nr. 15 (vgl. 24.4.1974, 7.11.1974) heraus mit dem Leitartikel "Kampf der kapitalistischen Rationalisierung! Die Rationalisierungswelle rollt unvermindert weiter", wobei mit Hilfe des 'Arbeiterkampf' Nr. 46 auch berichtet wird von Klöckner VDI Düsseldorf und Göppingen.
Q: Zur Sache Nr. 15, Hamburg 17.10.1974, S. 2f

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Dezember 1974:
In Ulm bringt der KABD bei KHD eine Ausgabe seines 'Roten Bandes' (vgl. 12.7.1974, 24.1.1975) heraus. Es finden sich u.a. Berichte von den Klöckner Drahtwerken (VDI) in Hamm, Kehl, Düsseldorf und Göppingen.
Q: Das rote Band Dezember, Ulm Dez. 1974

11.12.1975:
Die Kommunistische Gruppe Düsseldorf gibt ihre Ortsbeilage (vgl. 8.1.1976) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 49 heraus mit dem Artikel "'Mannesmann auf der Erfolgsstraße'" zu Mannesmann, Klöckner und der Stillegung von Zinser (300 Besch.).
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Düsseldorf Nr. 49, Düsseldorf o. J. (11.12.1975), S. 7

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Letzte Änderung: 09.12.2016