Düsseldorf: Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld und Rath

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Diese wie immer unvollständige Darstellung über die beiden Mannesmann Röhrenwerke in Düsseldorf-Lierenfeld und Düsseldorf-Rath, die zwei damals wohl wichtigsten Werke des Mannesmannkonzerns in Düsseldorf, ist einleitend vor allem von Streikmeldungen geprägt, wobei es um ein Weihnachtsgeld in Form eines 13. Monatsgehalts geht (vgl. 18.5.1970, 19.5.1970, Juni 1970, 1.7.1970), danach dann auch um die Metalltarifrunde MTR - vgl. 30.9.1970) sowie um eine 5%ige Lohnerhöhung (vgl. 7.12.1970, Feb. 1971, März 1971).

Die DKP gibt eine Betriebszeitung heraus, in der sie zum Leidwesen der KPD offenbar den Osthandel mit der Sowjetunion als Möglichkeit zur Sicherung der Arbeitsplätze bei Mannesmann propagiert (vgl. Dez. 1970, Jan. 1971), sind doch Entlassungen bereits angedroht (vgl. 7.12.1970).

Für die damalige Westberliner KPD/Aufbauorganisation (KPD/AO) gibt es nun eine äußerst freudige Nachricht (vgl. Apr. 1971) von entscheidender Bedeutung. Denn für die Berliner KPD/AO und die daraus hervorgehende KPD sowie ihre Jugendorganisation, den Kommunistischen Jugendverband (KJV bzw. später KJVD) stellt das Mannesmannwerk in Düsseldorf-Lierenfeld den wohl wichtigsten Betrieb der Bundesrepublik und Berlins überhaupt dar. Zwar ist das Werk, keineswegs unbedeutend, aber doch innerhalb des Mannesmann-Konzerns deutlich zweitrangig gegenüber jenem in Duisburg-Huckingen, dies aber wissen längst nicht alle Anhänger der KPD/Aufbauorganisation und überdies ist das Werk in Lierenfeld ein Betrieb, in dem die KPD sich kaum einer linksradikalen Konkurrenz ausgesetzt sieht.

So kann die KPD, vor allem gestützt auf ihre jungen Freunde, die in der IG Metall-Jugendgruppe und auch der Jugendvertretung, die offenbar oppositionell gesinnt ist (vgl. Sept. 1970), aktiv sind (vgl. Mai 1971), immer wieder von ihrem vorbildlichen Auftreten bei Mannesmann Lierenfeld berichten. Schon bei der Westberliner Kampagne zum 1.Mai 1971 gehören Jugendvertreter von Mannesmann Düsseldorf zu den wenigen Unterstützern der KPD/AO (vgl. 27.4.1971). Die Freunde der KPD/AO engagieren sich sowohl in der Metalltarifrunde (MTR - vgl. 1.7.1971) auch im Protest gegen die Stillegungen, die damals zunächst die Konzentration der Zylinderrohrfertigung betrafen (vgl. 7.7.1971, 15.7.1971).

Bald schon erscheint die 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) bei Mannesmann, eine der ersten KAPs der KPD in Westdeutschland überhaupt, mit der KPD in die Metalltarifrunde 1971 einzugreifen versucht (vgl. 19.7.1971), sich hierzu auch im Jugendbereich (vgl. Sept. 1971) und in ganz Düsseldorf engagierend (vgl. 10.9.1971, 16.9.1971, 6.10.1971).

Auch weitere Stillegungen aber drohen aufgrund der Umstrukturierungen, wobei nun die Stopfenstraße 10 betroffen ist (vgl. Aug. 1971, 1.9.1971, 13.9.1971, 27.9.1971), aber auch konzernweite Umsetzungen bereits zu erfolgen scheinen (vgl. 25.10.1971).

Jugendvertreter von Mannesmann Lierenfeld verärgern nun gar die SDAJ der DKP (vgl. 7.10.1971), müssen sich aber offenbar auch der 'Hetze' erwehren (vgl. 11.10.1971), wobei sich die KPD für Neuwahlen der Jugendvertretung einsetzt und offenbar mit der IG Metall Jugendgruppe Mannesmann Lierenfeld weiter im engen Bündnis ist (vgl. Nov. 1971).

Auch in der Metalltarifrunde gibt sich die KPD basisdemokratisch und verlangt in ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' die sofortige Urabstimmung (vgl. 11.10.1971), beschäftigt sich erstmals auch mit den Mannesmann Werkswohnungen der Rheinischen Wohnstätten AG, was in der Folge auch immer wieder durch das Stadtteilkomitee der KPD in Eller / Lierenfeld geschieht, welches sich auch gegen die Fahrpreiserhöhungen engagiert, gegen die von der KPD auch bei Mannesmann der Aufbau von Kampfkomitees angekündigt wird.

Die KPD organisiert eine landesweite Kampfveranstaltung gegen das Betriebsverfassungsgesetz (BVG - 12.11.1971), dabei die ungefähre Stärke ihrer betrieblichen Basis in NRW dokumentierend. Zu den Themen der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' kommt nun auch die internationale Solidarität hinzu, die sich vor allem auf Vietnam richtet, während man aber auch die VR China propagiert und aktuelle Entwicklungen wie in Bangladesh kommentiert.

Agitiert wird bei Mannesmann auch durch die GIM und ihre RKJ (vgl. 14.1.1972).

Durch den Rücktritt der beiden Jugendvertreter Gerd Bail und Rolf Strojec werden nun die Neuwahlen der Jugendvertretung bei Mannesmann Lierenfeld erzwungen, wobei die KPD das Kampfprogramm der IG Metall Jugendgruppe kritiklos propagiert (vgl. 1.12.1971) und auch den Sieg der fortschrittlichen Kräfte bei den Jugendvertretungswahlen feiert (vgl. Jan. 1972).

Die KPD setzt sich nun für den Bau der in Lierenfeld fehlenden Kantine ein (vgl. 3.1.1972) und konzentriert ihre Kräfte vorerst auf das Werk in Lierenfeld, versucht sich auch in der Beeinflussung der Betriebsratswahlen, daneben auch die Vietnamsolidarität weiter propagierend (vgl. 16.2.1972, 21.2.1972, 1.3.1972) und die Untätigkeit der DKP angreifend (vgl. März 1972, Apr. 1972, Sept. 1972) sowie die Machenschaften der SPD enthüllend (vgl. 25.3.1972, 29.3.1972, 3.4.1972, 7.4.1972), dafür tätliche Angriffe abwehren müssend (vgl. 5.4.1972, 6.4.1972, 11.4.1972). Mit dem Ausgang der Betriebsratswahlen zeigt sich die KPD dann durchaus zufrieden (vgl. 12.4.1972, 24.5.1972).

Die angestrebte Zellengründung der KPD bei Mannesmann in Duisburg-Huckingen (vgl. 1.3.1972), wird noch auf sich warten lassen, dafür aber engagiert sich die KPD nun auch bei Mannesmann Düsseldorf im Aufbau eines Maikomitees (vgl. 27.3.1972, 29.3.1972) und agitiert gegen die Ostverträge, ist der damals allfällige Arbeitsplatzabbau im Mannesmannkonzern trotz der Aufträge aus der Sowjetunion doch eines der zentralen Argumente gegen u.a. die DKP, die die Ostverträge stets als Sicherung von Arbeitsplätzen anpriesen (vgl. 29.3.1972, 10.4.1972, 18.4.1972, 24.4.1972, 21.5.1972).

Auch die Gründung des Kommunistischen Jugendverbandes (KJV) der KPD wird bei Mannesmann Düsseldorf frühzeitig angekündigt, zeigen sich doch die Lehrlinge bei Mannesmann Lierenfeld offenbar gar streikbereit (vgl. 5.4.1972) und unzufrieden mit ihrer Lage (vgl. 10.4.1972).

Nun legt auch die Zelle MRW-Lierenfeld der KPD ihr betriebliches Kampfprogramm vor (vgl. 11.4.1972), damit auch den 1. Mai vorbereitend (vgl. 19.4.1972, 1.5.1972). Die Teilnahme am oppositionellen Block der KPD auf der DGB-Demonstration allerdings wird nun zum Anlass für drei Gewerkschaftsausschlussverfahren aus der IG Metall gegen alle drei Jugendvertreter bei Mannesmann Lierenfeld (vgl. 8.5.1972).

Die KPD kämpft nun gegen die Mieterhöhungen in den Werkswohnungen der Rheinischen Wohnstätten AG (vgl. 5.6.1972, 26.6.1972, 6.9.1972), knüpft dabei Kontakte zu alten Mannesmannarbeitern, während sie unter der Jugend ihre Verbindungen ins Mannesmann Werk Rath zu verbessern scheint (vgl. 28.6.1972) und im Mannesmann Werk Lierenfeld einen Vietnamausschuss gründet, damit die Wichtigkeit der internationalen Solidarität unterstreichend (vgl. 28.6.1972, 3.7.1972, 7.7.1972, 8.7.1972, 12.7.1972).

Die 'Kommunistische Arbeiterpresse' (vgl. 10.7.1972) attackiert weiterhin die SPD, dabei nicht nur die Erschießung eines Duisburger Arbeiters anprangernd, sondern auch den Betriebsrat Kielholtz in Steckbriefform als 'Arbeiterverräter' angreifend.

Auch die Forderung nach einer Kantine wird weiter vertreten (vgl. 14.8.1972), der KJV ist nun gegründet und hat bei Mannesmann Lierenfeld eine seiner ersten Jugendbetriebszellen (JBZ). In seinem Zentralorgan, der 'Kämpfenden Jugend' wird fortan häufig von Mannesmann Düsseldorf berichtet, zunächst vor allem aus dem Werk Lierenfeld (vgl. 28.8.1972).

Auch die KPD Zelle Mannesmann Huckingen gibt es nun (vgl. 6.9.1972), so dass die KPD nun gar mittels einer Konzernzellenleitung gegen die Stillegungen und Umstrukturierungen im Mannesmannkonzern agieren kann (vgl. 30.8.1972, 18.12.1972).

Die Freunde der KPD beteiligen sich an deren regionalen Treffen (vgl. 1.10.1972), und protestieren gegen die nun erfolgende Entlassung des Jugendvertreters Rolf Strojec (vgl. 25.10.1972), der später auch bei Hoesch Dortmund wiederum entlassen wird, agitieren auch gegen den 'Wahlbetrug' bei den Bundestagswahlen (vgl. 6.11.1972, 7.11.1972).

In der Metalltarifrunde 1972/73 wird bei Mannesmann Düsseldorf eine lineare Forderung aufgestellt (vgl. 12.10.1972, Nov. 1972, 7.11.1972), die zwar bundesweit von linken Gruppen propagiert, aber natürlich von der IG Metall nicht übernommen wird, die dann mit 8, 5 % abschließt.

Der KJV sieht sich zwar offenbar auch bei Mannesmann Lierenfeld Attacken seitens der Anhänger von DKP und SDAJ ausgesetzt (vgl. 6.12.1972, 14.4.1973, 20.4.1973), ergreift aber nun die publizistische Offensive mit seiner 'Kommunistischen Jugendpresse' (KJP - vgl. 8.1.1973), die sich außer mit Jugendfragen auch mit Vietnam befasst, steht doch die bundesweite Vietnam-Demonstration in Bonn am 14.1.1973 an, zu der auch bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld mobilisiert und auch zu Spenden für Vietnam in Höhe eines Stundenlohnes aufgerufen wird (vgl. 11.1.1973).

Bei den Jugendvertreterwahlen für Mannesmann Lierenfeld siegt zur Freude der KPD und ihres KJV, der aus diesem Anlass die Geschichte der dortigen Jugendvertretung vorstellt, die Liste 'Vorwärts' (vgl. Feb. 1973), gestützt auf die Jugendvertretung können die Freunde des KJV dann bei Mannesmann Lierenfeld auch einen Kampfausschuss gegen die Stufenausbildung bzw. den Stufenplan gründen (vgl. März 1973, 11.4.1973), während sich der Betriebsrat dann dafür ausspricht (vgl. Juli 1973).

Der Protest gegen die Ausländergesetze vor einem Mannesmann Ausländerwohnheim (vgl. 26.4.1973) allerdings unterliegt dem allgemeinen Demonstrationsverbot im Zuge der Verfolgung der KPD, gegen die sich auch die Jugendvertreter von Mannesmann Lierenfeld engagieren 8vgl. 23.6.1973). Dem ehemaligen Lierenfelder Jugendvertreter Rolf Strojec, der dort entlassen worden war, droht nun auch bei Hoesch Dortmund wiederum die Kündigung (vgl. 11.5.1973), der KJV bei Mannesmann Lierenfeld setzt sich auch unter Verweis auf Japan für das Streikrecht ein (vgl. Juli 1973) und wendet sich auch an die neuen Lehrlinge (vgl. 1.8.1973), während die Geschäftsleitung in Lierenfeld den Jugendvertreter Gerd Bail entlässt (vgl. Aug. 1973, 6.8.1973), wogegen umgehend demonstriert (vgl. 10.8.1973) und anhaltend protestiert (vgl. 13.8.1973) wird, reiht sich dieser Fall doch ein in eine ganze Welle von Jugendvertreterentlassungen (vgl. Sept. 1973, 19.9.1973). Für die entsprechende Kampagne des KJV der KPD übernimmt Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld hier wiederum die Rolle des großen Vorbilds, wo mustergültig gekämpft wird. Nicht von ungefähr entsteht dann auch aus dem Düsseldorfer Ausschuss die bundesweite Initiative (vgl. 12.9.1973, 14.9.1973, 17.9.1973), während die KPD bei Mannesmann Lierenfeld versucht, die Bewegung für eine Lohnanhebung voranzutreiben (vgl. 24.9.1973), sich dabei auch an die Kollegen in Huckingen wendend (vgl. 9.10.1973), wo es doch noch keine eigene Zelle der KPD zu geben scheint. Daher übernimmt die Zelle Mannesmann Lierenfeld nun offenbar die Initiative für die Kampagne der KPD im ganzen Mannesmannkonzern in NRW, der damals von Stillegungen gekennzeichnet ist (vgl. Nov. 1973, 20.11.1973).

Unter den Lehrlingen kommt es derweil zu einer weiteren politischen Entlassung (vgl. Okt. 1973), während der Arbeitsgerichtsprozess von Gerd Bail noch aussteht (vgl. 12.12.1973), Mannesmann diesen dann verliert (vgl. 6.6.1974).

Auf den einschlägigen zentralen Treffen der KPD aber, die natürlich auch von ihren Düsseldorfer Anhängern von Mannesmann besucht werden (vgl. 27.11.1973, 6.4.1974), wird nun teils harte Kritik an der Solidaritätsarbeit geübt (vgl. 26.1.1974).

Während die KPD und ihr KJV weiter bei Mannesmann Lierenfeld agitieren (vgl. 6.2.1974, 6.3.1974, 29.3.1974), wird bei Mannesmann Düsseldorf-Rath nun die Rote Garde der KPD/ML mit ihrem 'Roten Schraubstock' aktiv (vgl. 9.1.1974, 22.4.1974, 27.4.1974, 13.5.1974) und ist auch bei den Jugendvertretungswahlen erfolgreich, während der KJV in Lierenfeld zu den Jugendvertretungswahlen wiederum eine Gruppe 'Vorwärts' unterstützt (vgl. 24.4.1974), die zwei von fünf Sitzen erhält (vgl. 6.6.1974), so dass sich die Mitteilungen dieser beiden Jugendvertreter und die Agitation des KJV ergänzen (vgl. Juni 1974), wobei aber auch mit den anderen dreien dann offenbar eine Einheit gefunden wird (vgl. 23.10.1974), so dass es in der Stahltarifrunde 1974 gar zum Kurzstreik der Lehrlinge kommt.

Auch die GIM ist noch bei Mannesmann tätig (vgl. 12.10.1974).

Der KJV betreibt die Solidarität mit Klaus Öllerer auch bei Mannesmann Lierenfeld, sich dabei offenbar der Jugendvertretersprechstunde bedienend (vgl. 9.10.1974), die Jugendvertretung engagiert sich auch in der Solidarität mit der Belegschaft des ebenfalls zum Mannesmannkonzerns gehörenden DEMAG Werkes Stübbe-Kalldorf (vgl. 13.1.1975), bei der die KPD wieder einmal versucht eine konzernweite Kampffront aufzubauen.

Auch Betriebsratswahlen stehen im Frühjahr 1975 wieder an (vgl. 19.3.1975), zu denen in Lierenfeld die beiden der KPD und ihrem KJV eng verbundenen Jugendvertreter kandidieren, die deshalb aus der IG Metall ausgeschlossen werden sollen (vgl. 10.4.1975), aber weiter die zentralen Initiativen des KJV wie gegen die Jugendarbeitslosigkeit (vgl. 17.4.1975, 19.4.1975) mittragen, während in Rath ein frisch gewählter Roter Betriebsrat umgehend entlassen wird (vgl. Apr. 1975).

KPD und KJV versuchen sich daher nun erneut, vor allem gestützt auf ihre Anhänger bei Mannesmann Lierenfeld, in der Gründung eines Solidaritätskomitees (vgl. 12.5.1975, 17.5.1975), welches konzernweit für den Regierungsbezirk Düsseldorf angelegt ist (vgl. 25.5.1975, 3.7.1975) und bundesweit aktiv wird (vgl. 2.6.1975, 7.6.1975).

Gemeinsam mit der nun doch endlich entstandenen Duisburger Schwesterzelle bei Mannesmann Huckingen wird nun seitens der KPD Zelle Mannesmann Lierenfeld das Vorgehen gegen die DKP bzw. den 'modernen Revisionismus' geplant (vgl. 22.6.1975), mit der KPD/ML zugleich die Solidarität für ihren bei Mannesmann Rath entlassenen Betriebsrat betrieben (vgl. 5.7.1975), aber auch immer noch die Solidarität mit Vietnam bzw. Indochina gepflegt (vgl. 12.7.1975).

Gemeinsam agieren KPD und KPD/ML auch gegen die als Faschisten angesehene Europäische Arbeiterpartei EAP) von Lyndon la Rouche (vgl. 4.10.1975), bei Mannesmann Lierenfeld sind nun wiederum zwei Jugendvertreter, natürlich die der Liste 'Vorwärts', von Entlassung bedroht. Aber nicht nur das, dem ganzen Werk droht die Stillegung (vgl. Jan. 1976, 12.2.1976). Von dieser berichtet auch der KBW Düsseldorf (vgl. 29.7.1976), der sich zuvor bereits den Gewinnen (vgl. 11.12.1975) und der Expansion des Mannesmannkonzerns (vgl. 10.6.1976) widmete.

Dies tun auch die GIM (vgl. Mai 1976, 29.6.1976) und die DKP (vgl. 28.6.1976).

Bei Mannesmann Rath kämpft die KPD/ML immer noch vergeblich um ihren Roten Betriebsrat (vgl. 3.1.1976, 1.3.1976, 17.4.1976), ihre Rote Garde aber ruft nun auch bei Mannesmann Lierenfeld zur 'Rebellion' auf (vgl. März 1976, 1.3.1976).

Zu den Jugendvertretungswahlen 1976 setzt der nun in KJVD umbenannte ehemalige KJV der KPD auch bei Mannesmann Düsseldorf einen Schwerpunkt auf den Kampf gegen den Sozialimperialismus bzw. die 'neuen Zaren' (vgl. 19.4.1976), die Entlassung bzw. Nichtübernahme von Waldemar Uhlke aber kann nicht verhindert werden (vgl. 2.8.1976, 14.10.1976).

Während die KPD auch Neuerungen wie die Belegschaftsaktien zu Entlarven trachtet (vgl. 27.10.1976), dient Mannesmann Düsseldorf auch immer noch als negatives Beispiel für den Osthandel (vgl. Apr. 1977).

Zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung wird dann auch der KABD bei Mannesmann Düsseldorf aktiv, zunächst vor allem zur Stillegung des Mannesmannwerkes in Reisholz (vgl. 7.3.1977, 14.3.1977, 25.4.1977, 31.1.1979) während die RGO der KPD/ML nun bei Mannesmann Lierenfeld eine Betriebsgruppe hat (vgl. 23.6.1979), aber offenbar nicht in Rath.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

31.07.1969:
Die DKP bringt die Nr. 18 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 24.7.1969, 7.8.1969) und berichtet über Düsseldorf, u.a. über den dortigen DGB Kreisverband und Mannesmann.
Quelle: Unsere Zeit Nr. 18, Essen 31.7.1969

26.03.1970:
Die DKP gibt die Nr. 13 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 19.3.1970, 4.4.1970). Berichtet wird u.a. über die Mannesmann Röhrenwerke (MMRW) in Düsseldorf Rath.
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 13, Essen 26.3.1970

18.05.1970:
In Düsseldorf streiken vermutlich heute, laut DKP, 3 000 bei Mannesmann Rath. Laut KPD/ML-ZB streiken 2 500.
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 22, Düsseldorf 30.5.1970; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 3, Bochum 21.5.1970;KPD/ML-ZB(-LV NRW):Streik! Streik beim Bochumer Verein (Krupp)!, Essen o.J. (Juni 1970)

19.05.1970:
In Witten streiken, laut KPD/ML-ZB, 500 Kollegen der Mannesmann Röhren AG von 10 bis 12 Uhr für ein volles 13. Monatsgehalt, nachdem zuvor bereits 2 500 Kollegen der Mannesmann Röhrenwerke in Düsseldorf-Rath wegen der gleichen Forderung gestreikt hatten (vgl. 18.5.1970). Laut DKP streiken 600.
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 22, Düsseldorf 30.5.1970; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 3, Bochum 21.5.1970

08.06.1970:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KPD/ML-ZB, vermutlich landesweit ein Flugblatt anläßlich des Streiks bei Krupp Bochum (vgl. 5.6.1970) heraus, in dem es anfänglich heißt:"
STREIK!
STREIK BEIM BOCHUMER VEREIN (KRUPP)!

Am Freitag haben die Kollegen beim Bochumer Verein (Krupp) von 8 Uhr an bis zum Schichtende die Arbeit niedergelegt. Sie fordern
EINE MARK MEHR FÜR ALLE

Die Kollegen haben lange genug zugesehen, wie ihnen die Kapitalisten den Lohn dadurch geraubt haben, daß sie ständig die Mieten und Preise erhöhten.

Kollegen, die Krupp-Arbeiter gehen den richtigen Weg!

Weder CDU und NPD, weder FDP noch SPD und DKP werden etwas an den Preissteigerungen ändern, mit denen die Kapitalisten Euch den Lohn rauben. Nur der Arbeiter selbst kann dem unverschämten Lohnraub Einhalt gebieten, indem er sich zurückholt, was dem Kapital ihm raubt.

Von den bürgerlichen Parteien schiebt eine der anderen die Schuld in die Schuhe. Aber eine wie die andere hat nur ein Ziel: Den Kapitalisten nicht auf die Füße zu treten und ihnen ihre Profite zu sichern.

Mit 'Vermögensbildung', mit dem Märchen vom Preisstop durch ein Gesetz wollen sie Euch für dumm verkaufen.

Arbeiter!

Die Kollegen von Krupp, von Mannesmann (vgl. Düsseldorf - 18.5.1970, d.Vf.), von Opel (vgl. Bochum - 22.5.1970, d.Vf.) haben gegen den Lohnraub gestreikt. Sie gehen den richtigen Weg."
Q: KPD/ML-ZB(-LV NRW): Streik! Streik beim Bochumer Verein (Krupp)!, Essen o.J. (Juni 1970)

Juli 1970:
Die KPD/ML-ZB bringt erstmals die 'Rote Fahne' - Zentralorgan der KPD/ML (vgl. 7.8.1970) heraus. Berichtet wird von der Lohnsteuervorauszahlung:"
Streik

Die Kollegen von Mannesmann und Ford haben den Kampf gegen den SPD-Lohnsteuerraub aufgenommen. Die Kollegen von Mannesmann in Duisburg haben etwa eine halbe Stunde lang gestreikt um die Gewerkschaften zu einem unnachgiebigen Kurs gegen den Steuerraub zu zwingen.
Während die Kollegen in allen Betrieben über den Lohnsteuerraub entrüstet sind und bereit sind, dagegen zu kämpfen, hat die rechte Gewerkschaftsführung den Lohnsteuerraub am grünen Tisch bereits vorher sanktioniert."
Q: Rote Fahne Nr. 1, Bochum Juli 1970, S. 4

01.07.1970:
In der Nr. 3 der 'SBK' (vgl. 1.6.1970, 1.8.1970) wird über eine Reihe von Streiks berichtet. Bei Mannesmann führten 3 000 in Düsseldorf und 600 in Witten Warnstreiks für ein 13. Monatsgehalt durch.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr. 3, Offenbach 1.7.1970

September 1970:
Der KJVD der KPD/ML-ZB berichtet aus dem September:"
Bei Mannesmann in Düsseldorf drehen Betriebsrat und Vertrauensleutevorstand der Jugendvertretung das Mikrophon ab, als diese eine Resolution zur MTR vortrug."
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 10, Bochum Okt. 1971, S. 6

30.09.1970:
In Düsseldorf streiken, laut KPD/ML-ZB, 2 500 bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW), hierüber berichtet ebenfalls die KPD/AO.

Laut 'EXI' beteiligen sich 2 500 bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) in Düsseldorf an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Q: Express International Nr. 107, Frankfurt 16.10.1970, S. 6; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 38, Bochum 3.10.1970;Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken ohne Nr. (10), Berlin 5.10.1970

Dezember 1970:
Die DKP gibt, laut KPD (vgl. 24.4.1972), bei Mannesmann (MM) in Düsseldorf-Lierenfeld eine Ausgabe ihres 'Rohrwerkers' (vgl. Jan. 1971) heraus:"
Die Betriebszeitung der DKP bei Mannesmann 'Der Rohrwerker' hatte schon im Dezember 1970 auf einer vollen Seite einen Hilferuf im Stil brasilianischer oder nordirischer Handelsministerien hinausgeschickt: 'Sowjet-Auftrag für Mannesmann läuft 1972 aus! Deshalb, Moskauer Vertrag, sofort ratifizieren!' In der weiteren Begründung heißt es dann auch noch u.a.: 'Unser Land braucht Handel und Wandel. Der Moskauer Vertrag öffnet den Zugang zum krisenfesten sozialistischen Weltmarkt, zu einem Ozean des Absatzes. Das macht die Arbeitsplätze sicherer.'"

In unserer Sammlung ist dies die erste Ausgabe überhaupt.
Q: Rote Fahne Nr. 42, Dortmund 3.5.1972, S. 4; Der Rohrwerker, Düsseldorf Dez. 1970

07.12.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
STREIK BEI MANNESMANN

In den Mannesmann-Werken in Duisburg-Huckingen und Düsseldorf streikten die Profilwalzwerker und die Arbeiter der 800er-Straße in Huckingen 2 Std. lang. Sie forderten eine 5%ige Lohnerhöhung. Die Mannesmann-Herren hatten die Arbeitshetze in der letzten Zeit ständig verschärft; sie setzten Arbeiter im Betrieb um oder entließen sie ganz und ließen die Schichten unter Sollstärke verfahren. Dadurch wurden Tonnenzahlen erreicht, die im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 50% ausmachten. Gleichzeitig haben die Bosse weitere Entlassungen vorgesehen. Im Rather Werk sollen 300 Mann, im Lierenfelder Werk 200 Mann entlassen werden.

Über den Erfolg des Streiks ist bisher nichts bekannt."

Auch die Opel-Betriebsgruppe Bochum der KPD/ML-ZB (vgl. 22.1.1971) berichtet.

Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. März 1971) berichtet von einem Streik bei Mannesmann Duisburg Mitte Dezember.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 3, Bochum März 1971, S. 3; Presse Nr. 1, Bochum 22.1.1971, S. 7;Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 59, Bochum 16.12.1970, S. 7

Januar 1971:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) Düsseldorf gibt die DKP ein Extrablatt ihres 'Rohrwerkers' (vgl. Dez. 1970, Juni 1971) heraus.
Q: Der Rohrwerker Extrablatt, Düsseldorf Jan. 1971

Januar 1971:
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Feb. 1971) berichtet vermutlich aus dem Januar, vermutlich von Mannesmann-Rath (MM - vgl. 7.12.1970):"
Mannesmann ist einer der Konzerne, die am Osthandel beteiligt sind. Und bei Mannesmann sind vor wenigen Wochen über 300 Arbeiter auf die Straße gesetzt worden."
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 2, Bochum Feb. 1971, S. 3

Februar 1971:
In Bensheim geben KPD/ML-ZB und KJVD die Nr.2 ihres 'Roten Siemens Arbeiters' (vgl. Jan. 1971) heraus. Berichtet wird über Streiks bei Mannesmann Düsseldorf und Duisburg-Huckingen.
Q: Der Rote Siemens Arbeiter Nr. 2, Bensheim-Auerbach Feb. 1971, S. 6

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März 1971:
In Regensburg erscheint die 'Arbeitersache' der SBG Nr. 6 (vgl. Feb. 1971, 26.4.1971). Eingegangen wird u.a. auch auf Mannesmann Düsseldorf und Duisburg.
Q: Arbeitersache Nr. 6, Regensburg März 1971, S. 9

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April 1971:
Die KPD (vgl. 5.11.1971) berichtet vermutlich aus dem April über die Gründung einer IGM-Jugendgruppe bei Mannesmann (MM - vgl. 25.10.1971) Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 29, Berlin 5.11.1971, S. 5

23.04.1971:
In Berlin besuchen, laut KPD/AO, 300 bis 400 die Jugendveranstaltung des Maikomitees, in dem sie selbst mitarbeitet, in der Gauß-Akademie. Darunter sind auch Jugendvertreter von Mannesmann Düsseldorf.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken Nr. 20, Berlin 18.5.1971; Rote Fahne Nr. 18, Berlin Mai 1971;1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 2, Berlin 1971

27.04.1971:
In Berlin beteiligen sich, laut KPD/AO, mehr als 2 000 Personen an der Großveranstaltung ihres Maikomitees. U.a. nehmen Delegierte des Maikomitees der DGB-Jugend Bad Kreuznach, des Gewerkschaftlichen Maikomitees Ludwigshafen, des gewerkschaftlichen Bildungsseminars Hustedt, des DPG Bezirksjugendausschuß Hessen und Jugendvertreter von Mannesmann Düsseldorf teil.
Q: Rote Fahne Nr. 18, Berlin Mai 1971; 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse, Berlin 1971;Rote Presse Korrespondenz Nr. 112 und 115, Berlin 23.4.1971 bzw. 1971

Mai 1971:
Bei Mannesmann (MM - vgl. 25.10.1971) Düsseldorf-Lierenfeld wird, laut KPD (vgl. 5.11.1971), eine neue Jugendvertretung (JV) gewählt.
Q: Rote Fahne Nr. 29, Berlin 5.11.1971, S. 5

26.05.1971:
Vermutlich heute gibt die Berliner KPD/AO die Nr. 19 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 5.5.1971, 16.6.1971) heraus, aus Düsseldorf wird u.a. berichtet von der Jugendvertretung Mannesmann.
Q: Rote Fahne Nr. 19 und 13, Berlin bzw. Dortmund Mai 1971 bzw. 28.3.1973, S. 2 bzw. S. 7

KPD_Rote_Fahne_1971_19_02


Juni 1971:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) Düsseldorf gibt die DKP ihren 'Rohrwerker' (vgl. Jan. 1971, März 1972) heraus.
Q: Der Rohrwerker, Düsseldorf Juni 1971

01.07.1971:
Die KPD (vgl. 13.8.1971) berichtet bei Mannesmann Düsseldorf (MM - vgl. 19.7.1971) über MTR bzw. STR:"
FÜR EINHEITLICHE LOHNERHÖHUNG

Am 1. Juli gestalteten rund 250 Vertrauensleute der Düsseldorfer Metallbetriebe die erste Veranstaltung der IG-Metall zur kommenden Tarifrunde zu einer eindrucksvollen Demonstration ihrer Kampfentschlossenheit. Die Kollegen, die mit ihrer Forderung nach Pfennigerhöhung das Ziel der nächsten Tarifrunde richtig angaben, wurden genauso mit lebhaftem Beifall bedacht, wie die Gewerkschaftsführer ausgepfiffen wurden, die glaubten, unter Vortäuschung von Fachwissen den Kollegen die alte Prozentforderung verkaufen zu können. Erster Bevollmächtigter Schorsch Ippers schließlich probierte den Trick mit dem Lohnschlüssel: Pfennige könne man nicht fordern; denn dann würde sich ja der Lohnschlüssel ändern, der die Aufspaltung der Kollegen in unterschiedliche Lohngruppen prozentual festmacht: Ja was meint denn der Kollege Ippers, warum die Vertrauensleute ausgerechnet Pfennige fordern…

Arm dran waren die DKP-Kollegen, die die (Prozent-) Forderung des Parteivorstandes (PV, d.Vf.) zu vertreten hatten. Selber von der Pfennig-Forderung überzeugt, wurden sie das Opfer einer Politik der DKP-Führung, die sich bedingungslos an die Linie der DGB-Führung hängt.

Doch sie alle konnten nicht verhindern, daß die Sympathien der Kollegen der Pfennigforderung gehörten. Höhepunkt der Veranstaltung war schließlich, als der Kollege Malzkorn von Klöckner unter stürmischem Beifall erklärte: Aus Gründen der Einheit und Entschlossenheit sei eine lineare Tariferhöhung nötiger denn je; doch um aus dem Teufelskreis von hochgetriebenen Preisen und Lohnforderungen herauszukommen, dürfe man das Hauptziel nicht aus den Augen verlieren:

DIE ABSCHAFFUNG DES KAPITALISTISCHEN LOHNSYSTEMS!"
Q: Rote Fahne Nr. 23, Berlin 13.8.1971, S. 4

07.07.1971:
Die KPD (vgl. 13.8.1971) berichtet bei Mannesmann Düsseldorf (MM - vgl. 19.7.1971) über die heutige Versammlung im Werk Rath über die Konzentration der Zylinderrohrfertigung zusammen mit der im Werk Lierenfeld (vgl. 15.7.1971).
Q: Rote Fahne Nr. 23, Berlin 13.8.1971, S. 4

15.07.1971:
Die KPD (vgl. 13.8.1971) berichtete bei Mannesmann Düsseldorf (MM - vgl. 19.7.1971) zusammenfassend über die Versammlung im Werk Rath (vgl. 7.7.1971), die heutige in Lierenfeld und den:"
KAMPF GEGEN SCHLEICHENDE STILLEGUNG

Am 7. und 15.Juli fanden in Rath und Lierenfeld die Informationsveranstaltungen über die geplante Konzentration der Zylinderrohrfertigung im Werk Lierenfeld statt. Die Kollegen, die gekommen waren, wollten endlich mehr Klarheit, was mit ihren Arbeitsplätzen geschieht: das ist schließlich der Sinn so einer Veranstaltung. Doch am Schluß mußten sie feststellen; die dringendsten Probleme sind weiter unbeantwortet geblieben. Denn: die mit der Planung beauftragten Herren stellten wieder einmal glänzend unter Beweis, daß sie unsere Probleme am Schreibtisch zu lösen gewohnt sind. Was da an Statistiken, Graphiken usw. aufgefahren wurde, hätte so manchen zu der Annahme veranlassen können, hier sei alles bestens geregelt. Aber sowohl in Lierenfeld als auch in Rath ließen sich die Kollegen keinen Sand in die Augen streuen und hoben sich die interessantesten Fragen bis zum Schluß auf.

Das Wichtigste, was die Herren Kron und Felten, Scheurer und Schönberger sich freiwillig entlocken ließen, war die Bekanntgabe eines Stufenplans für den Abbau der Ölfeldrohrbearbeitung und dem Aufbau der Zylinderrohrfertigung.

Danach wird bis Ende 1973 die Ölfeldrohrbearbeitung von Lierenfeld nach Rath verlegt und die neuen Hohnmaschinen in der freiwerdenden Halle aufgestellt. Von 1973 bis 1975 werden dann die Maschinen von MRB in Rath nach Lierenfeld gelegt. Was ab 1975 geschieht, ob die Zylinderrohrfertigung aus Oberbilk 'nach drei, fünf oder acht Jahren dazugelegt wird, kann ich Ihnen jetzt noch nicht sagen.'

Bloß, was die Mannesmannplaner in diesem Zusammenhang nicht sagten, war, daß das Werk Oberbilk bis Mitte der 70er Jahre wegen der Sanierungsvorhaben der Stadt Düsseldorf stillgelegt wird, daß man also überhaupt nicht 'drei, fünf oder acht Jahre' warten kann. Das war nicht der einzige dunkle Punkt. Als Lierenfeld-Boß Scheurer auf eine Anfrage seelenruhig erklärte, die Kollegen, die mit der Ölfeldrohrbearbeitung nach Rath gehen, kriegen weder das Fahrgeld noch die Verlängerung des Arbeitstages durch die Fahrerei von Eller nach Rath ersetzt, bekam er einiges zu hören: So einfach ließe man sich seine arbeitsfreie Zeit nicht wegnehmen, und wenn Mannesmann schon solche Verlegungen durchführt, die dem Konzern noch mehr Profit einbringen, dann soll er gefälligst auch die damit verbundenen Kosten für die Kollegen tragen. Auch die Rather Kollegen brachten das Fahrproblem mit auf die Tagesordnung: Ohne Ersetzung der gesamten Fahrunkosten, ohne die Beibehaltung der sozialen Errungenschaften (Unterwäsche für die Ölleute, vernünftige Waschräume) und vor allem ohne Beibehaltung des alten Lohnniveaus werden sie nicht nach Lierenfeld gehen.

Konkrete Einzelheiten über die Umsetzung haben die Kollegen zwar noch nicht erfahren, das war aber bestimmt auch nicht der Zweck von dieser Veranstaltung. Aber sie haben den Kapitalisten wichtige Forderungen entgegengehalten und klargemacht, daß sie hier weiter nachsetzen werden."
Q: Rote Fahne Nr. 23, Berlin 13.8.1971, S. 4

19.07.1971:
Die KPD gibt ihre erste 'Kommunistische Arbeiterpresse' bei Mannesmann (MM) Düsseldorf (vgl. Aug. 1971) vermutlich frühestens in dieser Woche mit dem Leitartikel zur MTR: "Bereiten wir uns auf die kommende Metall-Tarifrunde vor!" heraus.

Berichtet wird aus der IGM Düsseldorf (vgl. 1.7.1971) sowie aus den Werken Rath (vgl. 7.7.1971) und Lierenfeld (vgl. 15.7.1971). Erläutert werden "Die Aufgaben der Betriebszelle Mannesmann und ihrer Betriebszeitung, der Kommunistischen Arbeiterpresse". Protestiert wird gegen die werksinterne "Milchpreiserhöhung" durch die Firma Galco, die die Automaten betreut.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 1, Düsseldorf Juli 1971; Rote Fahne Nr. 23, Berlin 13.8.1971, S. 4

August 1971:
Vermutlich im August gibt in Düsseldorf die Betriebszelle Mannesmann (MM) der KPD die Nr. 2 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 19.7.1971, 13.9.1971) heraus.
Auf August datiert erscheint auch ein Sonderdruck "Zur Belegschaftsversammlung bei Mannesmann".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Sonderdruck, Düsseldorf Aug. 1971; Rote Fahne Nr. 24, Berlin 27.8.1971, S. 2

September 1971:
Die KPD (vgl. 22.10.1971) berichtet vermutlich aus dem September aus Düsseldorf (vgl. 7.10.1971) bzw. von der MTR bzw. STR über "die Forderung der Mannesmann Jugendversammlung (MM - vgl. Sept. 1971, d.Vf.), in der es heißt: 'Wir müssen uns im klaren sein, daß wir die 500 DM Forderung nur langfristig erkämpfen können. Deshalb fordern wir kurzfristig eine einheitliche Erhöhung von 100 DM für alle Lehrjahre und eine gestaffelte zusätzliche Erhöhung, die der Differenz zwischen 1. und 4. Lehrjahr entgegenwirkt und sie von 120 auf 85 DM verringert.'"
Q: Rote Fahne Nr. 28, Berlin 22.10.1971, S. 5

01.09.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr. 66 (vgl. 28.8.1971, 4.9.1971) heraus und berichtet u.a. über die Umstrukturierung des Röhrenbereiches von Mannesmann (MM), von der die Werke in Düsseldorf-Rath, Düsseldorf-Lierenfeld, in Remscheid, Hilden und Duisburg betroffen sind.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 66, Bochum 1.9.1971

10.09.1971:
Die KPD gibt die Nr. 25 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 27.8.1971, 24.9.1971) heraus und darin bekannt, daß sie anlässlich der Metalltarifrunde (MTR) Propagandatrupps für eine 120 DM Forderung u.a. in Düsseldorf eingesetzt habe. Aus NRW findet sich eine Arbeiterkorrespondenz von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld zur Hetze der DKP gegen KPD/ML, KAB/ML und KPD, wie sie ähnlich auch in der Berliner IG Chemie (CPK) betrieben wird.
Q: Rote Fahne Nr. 25 und 27, Berlin 10.9.1971 bzw. 8.10.1971, S. 1ff bzw. S. 9

13.09.1971:
Vermutlich Anfang dieser Woche gibt in Düsseldorf die Betriebszelle Mannesmann (MM) der KPD die Nr. 3 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Aug. 1971, 27.9.1971) mit dem Leitartikel "Kampf den Stillegungsversuchen - Kampf dem Lohnraub" zur Umstrukturierung des Mannesmannkonzerns, die auch das Werk Remscheid betrifft, heraus. Eine Arbeiterkorrespondenz berichtet von der "Belegschaftsversammlung in Lierenfeld", ein Artikel äußert sich "Zu den jüngsten Verleumdungen und Angriffen gegen die KPD", die sowohl von der IGM-Ortsverwaltung als auch der DKP erfolgten. Aufgerufen wird zur Kampfveranstaltung zur Metalltarifrunde (MTR - vgl. 16.9.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 3, Düsseldorf Sept. 1971

16.09.1971:
Die KPD berichtet bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 4.10.1971) von MTR bzw. STR:"
KAMPFVERANSTALTUNG DER KPD IN DÜSSELDORF

Um die Kampfentschlossenheit der Metallarbeiter in der Tarifrunde, gegen Lohnraub und Stillegungspläne der Kapitalisten, gegen Verrat und Abwiegelei der Gewerkschaftsführung zu stärken, führte die KPD in Dortmund (vgl. 10.9.1971, d.Vf.), Düsseldorf und Westberlin (vgl. 26.8.1971, d.Vf.) Kampfveranstaltungen durch.

Nachdem zuvor in Westberlin hauptsächlich Kollegen von Siemens, AEG, Borsig und DWM, in Dortmund überwiegend Hoesch-Arbeiter geschlossen für lineare Lohnerhöhungen eingetreten waren, erschienen am 16.9. in Düsseldorf bei 'Aust-Horres' vor allem zahlreiche Kollegen von Mannesmann (MM, d.Vf.).

Im einleitenden Beitrag wurden nochmals die Forderungen der KPD begründet und Schritte zu ihrer Durchsetzung angegeben. In der Hauptforderung nach 120 DM MEHR FÜR ALLE wurde klargestellt, daß bei den ständig steigenden Lebenshaltungskosten 120 DM die Mindestsumme ist, die die Arbeiterklasse in dieser Tarifrunde erkämpfen muß.

In der folgenden Diskussion wurde immer wieder die Forderung nach einer GROSSVERANSTALTUNG DER DÜSSELDORFER VERTRAUENSLEUTE erhoben. Die Angst der IGM-Ortsverwaltung vor dieser Veranstaltung zeigt sich darin, daß der Termin auf den 6.Oktober (also nach dem Gewerkschaftstag (vgl. 27.9.1971, d.Vf.)) verschoben wurde. Die Meinung vieler Kollegen faßte ein oppositioneller Gewerkschafter in seinem Beitrag zusammen:

'Gegen die Stillhaltepolitik der IG-Metallspitze setzen wir den aktiven Kampf der organisierten und unorganisierten Kollegen. Ein wichtiger Schritt ist die Durchsetzung der Forderung der Klöckner-Kollegen: GROSSVERANSTALTUNG ALLER DÜSSELDORFER VERTRAUENSLEUTE. In Abteilungs- und Betriebsversammlungen müssen wir die Kollegen überzeugen:

GEGEN PREISAUFTRIEB UND LOHNABBAU HILFT NUR DER EINHEITLICHE LOHNKAMPF!'

Beifall erhielt auch ein DKP-Genosse, Mitglied der VK-Leitung bei 'Stahl und Röhren' (S+R, d.Vf.) Reisholz, der im klaren Gegensatz zur verräterischen DKP-Führung, entschieden für die Großveranstaltung und für eine einheitliche, lineare Erhöhung eintrat.

Gegen Ende der Veranstaltung wurden mit überwältigender Mehrheit mehrere Protestresolutionen verabschiedet. So wurde einstimmig der faschistische Mordüberfall auf die schwarzen Revolutionäre in den Zuchthäusern von San Quentin und Attica (in den USA - vgl. 22.8.1971, 14.9.1971, d.Vf.) verurteilt. Eine andere Resolution richtete sich gegen die geplante Neuvorlage des Betriebsverfassungsgesetzes durch die SPD/FDP-Regierung. Sie endete mit der Losung:

KAMPF DEM ARBEITERFEINDLICHEN BVG!"

Die KPD bei Klöckner Düsseldorf veröffentlicht auch den folgenden Text:"
Einstimmig verabschiedete Entschließung der Versammelten bei der Veranstaltung der KPD zur Tarifrunde in Düsseldorf

'SCHARFER PROTEST GEGEN DEN POLIZEIÜBERFALL IN ATTICA (USA)

Am 14.9. starben in Attica, im Staat New York, über 30 politische Gefangene und 9 Geiseln unter dem Kugelhagel von über 1 000 militärisch ausgerüsteten Polizisten und Nationalgardisten. Dieser brutale Überfall richtete sich nicht gegen eine Meuterei von irgendwelchen Gefangenen, sondern gegen einen Aufstand von politischen Gefangenen unter Führung von Mitgliedern der Black-Panther-Partei (BPP, d.Vf.) für die Freilassung aller politischen Gefangenen in den USA. Das Blutbad, das die Polizei und die faschistische Nationalgarde dabei anrichtete, ist kein Einzelfall.

Am 22. August wurde im kalifornischen Zuchthaus in San Quentin der revolutionäre Negerführer George Jackson hinterrücks von Angehörigen der Nationalgarde erschossen. Ihm und zwei seiner engsten Freunde versuchte die Zuchthausverwaltung von Soledad einen Anschlag auf einen Wärter anzuhängen, was ihn auf den elektrischen Stuhl bringen sollte. Damit versuchte die amerikanische Klassenjustiz Jackson auf legale Weise umzubringen, weil sie befürchten mußte, daß er als Entlastungszeuge in dem Prozeß gegen Angela Davis die faschistische Entwicklung in den USA anprangern und die amerikanische Regierung der Verbrechen an den schwarzen Menschen anklagen würde.

Die Angriffe von Polizei und Klassenjustiz richten sich vor allem gegen die revolutionäre Vorhut der Schwarzen, die Black-Panther-Partei, die die Organisierung der proletarischen Massen für den Kampf gegen die Kapitalistenklasse und ihren Staatsapparat in Angriff genommen hat. Über 20 Mitglieder dieser Organisation wurden bisher ermordet, 350 verschwanden in den KZs der Klassenjustiz.

Unter der Losung:
FREIHEIT FÜR ALLE POLITISCHEN GEFANGENEN!
SOLIDARITÄT MIT DER BLACK-PANTHER-PARTEI!
verurteilen die hier Anwesenden aufs schärfste die faschistischen Morde von San Quentin und von Attica'"

Aufgerufen worden war auch bei Mannesmann Düsseldorf (vgl. 13.9.1971), dort wird auch berichtet (vgl. 27.9.1971).

Bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 20.9.1971) berichtet die KPD, daß 50 Personen anwesend waren:"
Es kam hier im Laufe der Diskussionen bei zwei anwesenden DKP-Genossen zu einem offensichtlichen Widerspruch zwischen ihnen und der DKP-Führung. Unter Beifall der Kollegen bekundeten sie, daß auch sie auf betrieblicher Ebene für lineare Lohnerhöhungen eintreten."

Verabschiedet worden sei dieselbe BVG-Resolution wie in Dortmund.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 3, Dortmund Sept. 1971, S. 4; Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971, S. 6;Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 3 und 4, Düsseldorf Sept. 1971, S. 4 bzw. S. 2 und 5;Rote Fahne Nr. 27, Berlin 8.10.1971, S. 4

27.09.1971:
Vermutlich Anfang dieser Woche gibt in Düsseldorf die Betriebszelle Mannesmann (MM) der KPD die Nr. 4 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 13.9.1971, 11.10.1971) mit dem Leitartikel "Das Ergebnis der Geheimverhandlungen zwischen Werksleitung und Betriebsrat - Neuer Lohnabbau und Arbeitshetze" zur Stopfenstraße heraus.

Berichtet wird von der Kampfveranstaltung zur Metalltarifrunde (MTR - vgl. 16.9.1971), auf der auch gegen das Massaker in Attica (USA - vgl. 14.9.1971) protestiert wurde. Aufgerufen wird zum BVG: "Kampf dem arbeiterfeindlichen Betriebsverfassungsgesetz". Eine Arbeiterkorrespondenz kommt von einem ausgelernten Betriebsschlosser aus Lierenfeld, der nun im Werk Düsseldorf-Rath arbeiten muss.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 4, Düsseldorf Sept. 1971

06.10.1971:
Die KPD berichtet bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 4.10.1971), daß in der IGM Ortsverwaltung Düsseldorf für heute eine Versammlung der Vertrauensleute zur MTR bzw. STR angesetzt ist.
Davon und der dortigen Angriffe auf die KPD berichtet wird auch bei Mannesmann Düsseldorf (vgl. 11.10.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971; Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 5, Düsseldorf Okt. 1971, S. 6;Rote Fahne Nr. 27, Berlin 8.10.1971, S. 4

07.10.1971:
Die KPD (vgl. 22.10.1971) berichtet aus Düsseldorf (vgl. 9.10.1971):"
ARBEITERJUGEND CONTRA DIENER DER MONOPOLE

Am 7. Oktober fand in Düsseldorf im Rahmen einer SDAJ-Werbewoche die Veranstaltung 'Arbeiterjugend kontra Profitgeier' statt.

Im Einleitungsreferat vermied Hans Vossen sorgfältig marxistisches Vokabular, beschrieb im Stil eines bürgerlichen Sozioökonomen die Arbeiterjugend als 'Objekt sozialer Willkür', wies auf 'interessante' Aktionsformen hin und propagierte 'für dieses Jahr' eine prozentuale Angleichung der Lehrlingsvergütung an den Facharbeiterlohn.

In der folgenden Diskussion ergriffen anstelle der von der SDAJ angekündigten Jugendvertreter 'mit Streikerfahrung' Jugendvertreter aus einem Düsseldorfer Metallbetrieb das Wort. In scharfen Worten verurteilten sie die Spaltungspolitik der DKP-Führung durch Unterstützung der Prozentforderungen (in der MTR bzw. STR, d.Vf.). Sie propagierten die 500 DM Existenzlohnforderung für Lehrlinge und unterstützten die Forderung der Mannesmann Jugendversammlung (MM - vgl. Sept. 1971, d.Vf.), in der es heißt: 'Wir müssen uns im klaren sein, daß wir die 500 DM Forderung nur langfristig erkämpfen können. Deshalb fordern wir kurzfristig eine einheitliche Erhöhung von 100 DM für alle Lehrjahre und eine gestaffelte zusätzliche Erhöhung, die der Differenz zwischen 1. und 4. Lehrjahr entgegenwirkt und sie von 120 auf 85 DM verringert.'

Diesem klaren Standpunkt hatte die Versammlungsleitung nichts anderes entgegenzusetzen als die weinerliche Aussage: 'Solche Forderungen scheitern an den Machtverhältnissen.'

Jetzt griffen Genossen der KPD in die Diskussion ein und unterstützten entschieden die Forderungen der Jugendvertreter. Sie stellten fest, daß nicht der Kampf für einheitliche Forderungen, sondern die zentrale Strategie der DKP vom 'friedlichen Zurückdrängen der Monopole' dazu angetan ist, Illusionen über die wahren Machtverhältnisse auszustreuen. In den folgenden Beiträgen erwies sich insbesondere Hans Vossen als glühender Anhänger der These von der 'antimonopolistischen Demokratie' als demokratische Erneuerung von Staat und Gesellschaft. Unter völliger Preisgabe aller marxistischen Grundeinsichten von Politik und Ökonomie verkündete er, daß die Arbeiterklasse 'dem Monopolkapital erst die ökonomische Basis rauben' müsse, um dann durch 'demokratische Kontrolle' und 'neue Formen der Mitbestimmung' schrittweise eine 'politische Gegenmacht' zu errichten. Daß dies auf 'relativ' friedlichem Weg geschehen könne, versuchte er am Beispiel Chile zu beweisen. Entlarvt als illusionäre Reformisten, versuchten die anwesenden DKP- und SDAJ-Führer, sich durch alberne Angriffe auf die KPD zurückzuziehen. Als schließlich noch auf Antrag eines Mannesmann-Kollegen die von der KPD unterstützte Resolution der Mannesmann-Jugendvertretung mehrheitlich verabschiedet wurde, lösten die Revisionisten lauthals schimpfend ihre Versammlung auf."
Q: Rote Fahne Nr. 28, Berlin 22.10.1971, S. 5

11.10.1971:
Bei Mannesmann Düsseldorf gibt die KPD vermutlich in dieser Woche die Nr. 5 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 27.9.1971, Nov. 1971) mit dem Leitartikel zur MTR bzw. STR "Sofortige Urabstimmung! Kündigung aller Schlichtungsvereinbarungen" heraus.

Zur Jugendvertretung (JV - vgl. Mai 1971, Nov. 1971) heißt es:"
SCHLUSS MIT DER HETZE GEGEN FORTSCHRITTLICHE JUGENDVERTRETER

Seit Mai gibt es im Werk Lierenfeld eine neue Jugendvertretung, seit Mai merken die Kollegen - und nicht nur die Jugendlichen -, daß eine neue Jugendvertretung existiert. Erstmals seit geraumer Zeit wurde die Ausbeutung der Lehrlinge als billige Arbeitskräfte angeprangert, wurden die Mißstände in der Ausbildung benannt, wurden von den jugendlichen Kollegen Forderungen aufgestellt und zum Teil schon durchgesetzt. Seit ungefähr einem halben Jahr (vgl. Apr. 1971, d.Vf.) arbeitet unter Mitwirkung von zwei Jugendvertretern die IG-Metall-Jugendgruppe, die schon am 1.Mai unter den Losungen 'Kampf dem arbeiterfeindlichen Betriebsverfassungsgesetz (BVG, d.Vf.) - Gleicher Lohn für deutsche und ausländische Arbeiter - Gleicher Lohn für Männer und Frauen - 500 DM Existenzlohn und Streikrecht für Lehrlinge' für die Interessen aller Kollegen eintrat.

Trotzdem wurde ihre offizielle Anerkennung durch den Ortsjugendausschuß der IG-Metall erst letzte Woche wieder hinausgezögert.
Und seit Mai hört man auf Jugendversammlungen und in der Lehrwerkstatt Sätze wie: Es gibt im Prinzip keinen Unterschied zwischen älteren und jungen Arbeitern - oder - worauf es ankommt, ist der gemeinsame Kampf aller Arbeiter, der alten und der jungen.
Es ist klar, daß so etwas bestimmten Leuten nicht paßt, und es ist eine alte Erfahrung, daß fortschrittlichen Arbeitern, die sich für ihre Kollegen einsetzen, immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Aber wie in letzter Zeit einige Leute - allen voran die Betriebsräte Kielholz (CDU), Lurz (SPD), Hammer (SPD) und Daniel (CDU) - die Auseinandersetzung mit zwei Kollegen aus der Jugendvertretung führten, das verdient wirklich, allen Kollegen vor Augen geführt zu werden.
Seit einigen Wochen versuchten diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit, die Lehrlinge und Jungarbeiter gegen zwei fortschrittliche Jugendvertreter aufzuhetzen: Man solle einen Mißtrauensantrag stellen und die beiden abwählen. Bezeichnend ist, daß sie dies immer nur dann versuchten, wenn keiner der Jugendvertreter anwesend war, denn sie wußten genau, daß sie in einer Diskussion vor allen Lehrlingen - die Möglichkeit dazu bestand - sachliche Argumente benötigt hätten, um ihre Hetze zu rechtfertigen. Und die gab und gibt es nicht.

In dieselbe Kerbe schlug der dritte Jugendvertreter Donath (SPD), der zwar hinter dem Rücken seiner Kollegen hetzte, ihnen aber nie offen etwaige Bedenken ins Gesicht zu sagen wagte. Stattdessen versuchte man es klammheimlich: Eines Tages erschien der Sohn des Betriebsrats Kielholz (!) und erwähnte unvorsichtigerweise, daß er am nächsten Tag Unterschriften für einen Mißtrauensantrag gegen die zwei Jugendvertreter sammeln wolle. Als Antwort auf dieses Vorhaben unterzeichneten bis jetzt fast zwei Drittel aller Lehrlinge und Jungarbeiter eine Entschließung, in der das Vorgehen einiger Betriebsräte verurteilt, den beiden Jugendvertretern das Vertrauen ausgesprochen und der Jugendvertreter Donath zum Rücktritt aufgefordert wird, er habe lange genug als Jugendvertreter geschwiegen.

Als dies bekannt wurde, verbot der Betriebsratsvorsitzende Rettig das weitere Sammeln von Unterschriften mit der Begründung, die Unterschriftensammlung störe den Betriebsfrieden. Des weiteren drohte er mit dem Arbeitsgericht.

Bezeichnend an diesen Vorfällen ist die Einmütigkeit, mit der SPD- und CDU-Betriebsräte versuchen, einem Kollegen einen Posten zu erhalten, auf dem dieser schon seit zwei Jahren nichts anderes getan hat, als ihn schweigend mit seiner Masse auszufüllen. Bezeichnend ist weiterhin, daß sie versuchen, einen Keil zwischen die Jugendlichen und die Jugendvertreter zu treiben, die aktiv die Interessen der Kollegen vertreten. Doch bisher haben die Betriebsräte das Gegenteil von dem erreicht, was sie vorhatten: Als nächste Schritte fordern die Lehrlinge und Jungarbeiter:

EINBERUFUNG EINER JUGENDVERSAMMLUNG!
NEUWAHLEN VON FÜNFJUGENDVERTRETERN!
SOFORTIGER RÜCKTRITT DES JUGENDVERTRETERS KLAUS DONATH!"

Berichtet wird auch aus Hagen von Klöckner und SSW (vgl. 4.10.1971), vom Streik bei Opel Bochum (vgl. 6.10.1971) und enthüllt wird: "Werkswohnungen: keine sozialen Leistungen, sondern zusätzliche Profite für die Mannesmann-Kapitalisten". Zur Fahrtkostenbeteiligung heißt es: "Weiterer Abbau der sozialen Leistungen". Berichtet wird aus der IGM Düsseldorf (vgl. 6.10.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 5, Düsseldorf Okt. 1971

25.10.1971:
Die KPD (vgl. 5.11.1971) berichtet:"
WEITER IM KAMPF GEGEN DIE TARIFERHÖHUNGEN!
RHEIN/RUHR

Bei einem Betrieb wie der Adam Opel AG in Bochum (IGM-Bereich, d.Vf.), wo über die Hälfte der Kollegen von außerhalb Bochum zum Arbeitsplatz, oft über drei Stunden lang anreisen muß, bei den geplanten Umbesetzungen bei Mannesmann (MM - IGM-Bereich, d.Vf.), wo die Kollegen aus dem Düsseldorfer Werk nach Mülheim 'umbesetzt' werden, oder bei den Zechenstillegungen, fängt für den Kapitalisten der Arbeitstag erst dann an, wenn der Kollege am Band oder an der Walzstraße steht.

Deshalb fordert die KPD: Bezahlung der Fahrzeit als Arbeitszeit."
Q: Rote Fahne Nr. 29, Berlin 5.11.1971, S. 9

November 1971:
Die KPD (vgl. 19.11.1971) berichtet vermutlich aus dem November von der Jugendvertretung bei Mannesmann Lierenfeld (vgl. 11.10.1971):"
Inzwischen hat die Verfolgung von jungen Gewerkschaftern bei Mannesmann Lierenfeld einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach dem Erscheinen der ersten Nummer der Zeitung der Jugendgewerkschaftsgruppe 'Der Hammer' haben die Repressionen seitens der Firmenleitung und der genannten Betriebsräte sowie der VK-Leitung zugenommen. Durch Umsetzungen versuchen die Kapitalisten, fortschrittliche Lehrlinge und Jungarbeiter von den Kollegen zu isolieren. Nachdem der einzigen aktiven Gewerkschaftsgruppe bei Mannesmann, der IG-Metall-Jugendgruppe - seitens Verwaltungsstelle und OJA die Anerkennung versagt wurde, stellte die VK-Leitung auf der letzten VK-Sitzung den Antrag, daß beim nächsten 'Verstoß' der Jugendvertreter, z.B. Beteiligung bei der Herausgabe einer neuen Zeitung, der Ausschluß aus dem VK erfolgen soll, sowie beim Vorstand der Antrag auf ein Untersuchungsverfahren bezüglich 'gewerkschaftsschädigenden Verhaltens' (UVB, d.Vf.) gestellt werde. Doch die Kollegen werden sich nicht einschüchtern lassen.

Die Betriebszelle der KPD unterstützt entschlossen den Kampf der Mannesmann-Lehrlinge und Jungarbeiter, sowie deren gewählten gewerkschaftlichen Jugend-Vertreter."
Q: Rote Fahne Nr. 30, Berlin 19.11.1971, S. 2

November 1971:
Bei Mannesmann Düsseldorf gibt die KPD vermutlich im November die Nr. 6 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 11.10.1971, 1.12.1971) heraus.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 5 und 7, Düsseldorf Okt. 1971 bzw. Dez. 1971

12.11.1971:
In Düsseldorf besuchen, nach eigenen Angaben, über 60 Personen eine Kampfveranstaltung der KPD gegen das BVG.

Bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 22.11.1971) berichtet die KPD:"
KAMPFVERANSTALTUNG DER KPD

Am 12.11.1971 führte die KPD in Düsseldorf eine erfolgreiche Veranstaltung gegen das reaktionäre Betr.VG durch. Über 60 Kollegen und Genossen von Hoesch-Dortmund, Mannesmann Düsseldorf, Opel Bochum, Ford Köln und Klöckner Düsseldorf (alle IGM-Bereich, d.Vf.) sprachen sich entschieden gegen das 'neue' Betr.VG aus. Sie verurteilten auf schärfste die Durchpeitschung des Betr.VG, das mit den Stimmen des Katzerflügels der CDU und ohne jegliche Aktionen von Seiten des DGB und seines Anhangs, der DKP verabschiedet wurde. Die Kollegen stimmten dem zentralen Referat zu, in dem das Betriebsverfassungsgesetz klar als arbeiterfeindlich entlarvt wurde. Die Kollegen sehen im 'neuen' BVG eine weitere Maßnahme der Kapitalisten, die demokratischen Rechte der Arbeiterklasse zunehmend abzubauen. Mit aller Entschiedenheit wandten sie sich gegen die SPD-FDP-Regierung, die die Fesseln, die die Kapitalistenklasse den Arbeitern anlegen will, gesetzlich absichert und sich damit als Handlanger der Kapitalisten erweist.

Im Anschluß an das Referat berichteten sich die Kollegen und Genossen gegenseitig über die Streikmaßnahmen in ihren Betrieben. Sie gingen insbesondere auf die Rolle der Betriebsräte im Kampf der Arbeiter ein; die Friedenspflicht werde von den meisten Betriebsräten eingehalten: Friede mit den Kapitalisten gegen die Interessen der Arbeiter. So versuchen die Betriebsräte, jede oppositionelle Bewegung in den Gewerkschaften zu unterdrücken. Selbst das Aufstellen zweiter und dritter Listen für Betriebsratswahlen (BRW, d.Vf.), soll im Keim erstickt werden, damit den Kapitalisten der Betriebsrat weiterhin als Instrument zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen gesichert bleibt.

Die Kollegen sprachen deutlich aus, daß der Kampf um bessere Kampfpositionen der Arbeiter verbunden werden muß mit dem Kampf gegen diejenigen, die die verräterische Politik der Gewerkschaftsführung unterstützen. Gleichzeitig muß der Vertrauensleutekörper immer mehr zu einem Kampfinstrument der Arbeiterklasse gemacht werden.

Zur 120 DM-Forderung der KPD in der Tarifrunde konnte sich ein Kollege nicht erklären, wo die 120 DM herkommen sollen. Die anwesenden Kollegen machten ihm klar, daß sich die Höhe der Lohnforderungen nur an den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten orientieren kann, und nicht an den Profiten der Kapitalisten. Unter Beifall sagte ein Kollege, daß die 120 DM durch die Geschlossenheit der Kollegen erkämpft werden müssen. Bisher sei es noch nicht vorgekommen, daß die Kapitalisten freiwillig die Lebenslage der Arbeiter verbessert hätten; deshalb sei es notwendig, den Kapitalisten die geschlossene Front der Arbeiter entgegenzusetzen.

Zu der Veranstaltung waren zahlreiche ausländische Kollegen erschienen. Gemeinsam wurde von allen Versammelten eine Resolution verabschiedet, in der sie sich mit dem Kampf der spanischen Arbeiterklasse solidarisch erklärten.

Für den Aufbau der ROTEN FAHNE (RF, d.Vf.) als kommunistische Wochenzeitung wurden am Schluß der Veranstaltung 67, 45 DM gespendet."

Berichtet wird auch bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 22.11.1971) und Mannesmann Düsseldorf (vgl. 1.12.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 6, Dortmund Nov. 1971, S. 4f; Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 2, Düsseldorf Okt. 1971, S. 3f;Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 7, Düsseldorf Dez. 1971, S. 3f;Rote Fahne Nr. 30 und 31, Berlin 19.11.1971 bzw. 3.12.1971, S. 9 bzw. S. *

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01.12.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr. 92 (vgl. 27.11.1971, 4.12.1971) heraus und berichtet u.a. von Mannesmann Düsseldorf.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 92, Bochum 1.12.1971

01.12.1971:
Bei Mannesmann Düsseldorf gibt die KPD vermutlich Mitte dieser Woche die Nr. 7 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. Nov. 1971, 20.12.1971) für Dezember mit dem Leitartikel "Die Mannesmannkapitalisten rüsten für die Krise. Sicherung der Profite durch Abbau der sozialen Leistungen" heraus, der für die Betriebsversammlung am 4.12.1971 zur Aufstellung von Übergangsforderungen aufruft und auch auf die Automaten der Firma Galco eingeht, stattdessen eine Kantine fordert.

Erstattet wird vom 12.11.1971 ein "Bericht von der Kampfveranstaltung der KPD zum Betriebsverfassungsgesetz". Geschildert wird auch ein "Neuester Angriff der SPD-Stadtverwaltung auf die werktätige Bevölkerung: Die Erhöhung der Strom- und Gaspreise".

Eine Arbeiterkorrespondenz berichtet: "Jugendvertreter zurückgetreten, um SPD-Leisetreter abwählen zu können", aus dem 'Hammer' der IGM-Jugendgruppe wird nachgedruckt das "Kampfprogramm für die Jugendvertretung".

Die LgdI ruft zu Spenden auf: "Helft die Flutkatastrophe in der Demokratischen Republik Vietnam zu überwinden!", aber auch zur Vietnam-Filmveranstaltung (vgl. 4.12.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 7, Düsseldorf Dez. 1971

04.12.1971:
Bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 22.11.1971) berichtete die KPD über eine für heute in Düsseldorf geplante Vietnamdemonstration, die vermutlich bundesweit oder regional organisiert werden sollte, da sie als einzige Demonstration der bundesweiten Vietnamkampagne (vgl. 29.11.1971) angegeben wurde.

Bei Mannesmann Düsseldorf (vgl. 1.12.1971) wurde aufgerufen zur Vietnam-Filmveranstaltung um 19 Uhr in der Mensa der Universität Düsseldorf.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 7, Düsseldorf Dez. 1971, S. 7f; Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 6, Dortmund Nov. 1971, S. 3

17.12.1971:
In der Nr. 32 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 3.12.1971, 31.12.1971) wird berichtet u.a. von der Jugendvertretung von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 32, Berlin 17.12.1971, S. 4

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20.12.1971:
Bei Mannesmann Düsseldorf gibt die KPD vermutlich Anfang dieser Woche die Nr. 8 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 1.12.1971, Jan. 1972) für Dezember, die uns bisher nur beschädigt vorlag, mit dem Leitartikel zur MTR: "Gegen die bundesweite Durchsetzung des 7, 5-Verrats - Proteststreiks" heraus. Angekündigt wird zur BKK: "Ab 1. Januar: Erhöhung der Krankenkassenbeiträge - Beibehaltung der alten Leistungen". Zu den Urlaubsplänen heißt es: "Wir lassen uns unseren Urlaub nicht diktieren!". Eine Arbeiterkorrespondenz aus dem Werk Lierenfeld stellt fest: "Alle reden vom Abbau sozialer Leistungen - nur der Betriebsrat nicht. Bericht von der Betriebsversammlung", die am 4.12.1971 stattfand. Eine zweite Arbeiterkorrespondenz behandelt den Zwangsurlaub zu Heiligabend und Sylvester bzw. die dafür verordnete Samstagsarbeit: "Zwei Rausholtage - trotz Zulagen ein Weihnachtsgeschäft für die MM-Bosse". Berichtet wird auch "Stadtteilkomitee in Eller-Lierenfeld gegründet" (vgl. 28.11.1971).

Berichtet wird über "Stahlwerker als Ärzte. Die Organisierung der Medizinischen Versorgung in der Volksrepublik China". Zu Bangla Desh wird gefragt: "Was sind die Kriegsziele der indischen Reaktionäre?".

Zu den Fahrpreiserhöhungen sowie den Erhöhungen der Gaspreise und Strompreise wird aufgerufen: "Kampf der staatlichen Preistreiberei! Den Kampf gegen die Preistreiberei verbinden mit dem Kampf um höhere Löhne".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 8, Düsseldorf Dez. 1971

Januar 1972:
Die KPD (vgl. 28.1.1972) berichtet vermutlich aus dem Januar von den JVW bei MM Düsseldorf-Lierenfeld:"
Die Betriebszelle Mannesmann-Lierenfeld schreibt uns:
SIEG FORTSCHRITTLICHER JUGENDVERTRETER BEI MANNESMANN-LIERENFELD

Schon mehrfach haben wir über den Kampf der fortschrittlichen Jugendvertretung um die Verbesserung der Lage der Lehrlinge und gegen die offen reaktionäre Kumpanei von SPD- und CDU-Betriebsräten und der scheinbar linken VK-Leitung (VKL der IGM, d.Vf.) gegen die Jugendvertretung berichtet (s. RF Nr. 32 (vgl. 17.12.1971, d.Vf.)).

Den Arbeiterverrätern war es gelungen, einen Jugendvertreter auf ihre Seite zu ziehen und gegen die übrige Jugendvertretung intrigieren zu lassen - mit Mißtrauensanträgen, Unterschriftensammlungen usw. Alles das fruchtete jedoch nichts. Im Gegenteil: Als die Jugendvertretung wegen der Hetze der Arbeiterverräter und der Spaltung durch den Überläufer faktisch nicht mehr arbeitsfähig war, traten die fortschrittlichen Jugendvertreter von ihrem Amt zurück, um Neuwahlen möglich zu machen.

In der Zeitung der IGM-Jugendgruppe der 'Hammer' legten sie die Gründe für ihren Rücktritt dar, erklärten noch einmal ihr Programm. Von der Zeitung der Betriebszelle erhielten sie Unterstützung. Auf einer Jugendversammlung zum Anlaß der Wahl gelang es ihnen, die Arbeiterverräter gründlich zu entlarven.

So wurde die Wahl zu einem vollen Erfolg: drei Kandidaten der gewerkschaftlichen Jugendgruppe (der die Anerkennung von der Ortsverwaltung übrigens noch immer verweigert wird) wurden gewählt, darunter auch die beiden Jugendvertreter, denen die Machenschaften der Arbeiterverräter galten.

Ein vierter nun gewählter Jugendvertreter gehört zwar nicht zur Jugendgruppe stellt sich aber hinter deren Kampfprogramm. Der Überläufer Donath erlitt eine schwere Niederlage, nur ein Kandidat der Liste des BR kam in die Jugendvertretung. Er selbst wurde nicht wiedergewählt.

So sehr wir uns über diesen Sieg freuen und ihn als Bestätigung unserer Linie des gewerkschaftlichen Kampfes um die Mitgliedermassen einschätzen, so sehen wir doch, daß wir jetzt mit verstärkten Angriffen der SPD-Scharfmacher auf die fortschrittlichen Jugendvertreter zu rechnen haben. Wir geben uns nicht der Illusion hin, daß sie sich mit dieser Niederlage abfinden werden, sondern wissen, daß nach wie vor ihr Ziel bleibt, die oppositionellen Kräfte zu zerschlagen, notfalls über das reaktionäre BVG und die Personalstelle.

Die Anstrengungen der neuen Jugendvertreter von Lierenfeld, jetzt für eine fortschrittliche Gesamtjugendvertretung bei Mannesmann zu kämpfen, wird von der Betriebszelle mit allen Kräften unterstützt."
Q: Rote Fahne Nr. 35, Berlin 28.1.1972, S. 3

Januar 1972:
Bei Mannesmann Düsseldorf gibt die KPD vermutlich im Januar die Nr. 9 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 20.12.1971, 16.2.1972) heraus, die uns noch nicht vorlag.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 8 und 10, Düsseldorf Dez. 1971 bzw. 16.2.1972

03.01.1972:
Die KPD (vgl. 14.1.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Düsseldorf-Lierenfeld:"
WERKSKANTINE
ARBEITERRUNDE DER BETRIEBSZELLE MM

VK-LEITUNG UND BETRIEBSRAT VERSAGTEN - KAMPFKOMITEE DER KOLLEGEN FÜR WERKSKANTINE!

Als erster sprach ein Genosse zur Stahltarifrunde (STR, d.Vf.), der forderte, daß die Kollegen nötigenfalls auch gegen die IGM-Führung geschlossen für 120 DM mehr kämpfen müssen. Eine Genossin vom Stadtteilkomitee Eller-Lierenfeld berichtete von den eingeleiteten Kampfaktionen gegen Verkehrstariferhöhungen. Den Hauptbeitrag des Abends erbrachte der Genosse von der Betriebszelle Mannesmann, der einging auf die Zusammenhänge zwischen billiger und geregelter Verpflegung der Belegschaft, dem Abbau der sozialen Leistungen bei Mannesmann in den letzten beiden Jahren und der gesamten Angriffe der Mannesmann-Kapitalisten auf die Bedingungen der Arbeiter in den Betrieben.

Anhand der beiden Konzerne Mannesmann und Thyssen wies er durch eine Analyse der Entwicklung während der letzten beiden Jahre nach, daß diese Entwicklung geprägt ist vom Durchschlagen des kapitalistischen Krisenzyklus. Die Fusion Thyssen-Mannesmann erklärte er als das Produkt groß angelegter Rationalisierungspläne, die schon vorher durch Stillegungen, Kurzarbeit und Rationalisierungen in beiden Konzernen angelegt waren. Die Folgen für die Kollegen: Abbau von bisher 3 000 Arbeitsplätzen bei gleichzeitig steigender Produktion; Streichung außertariflicher Bestandteile, beginnend bei den Sozialleistungen.

Der Genosse von der Betriebszelle bewies, daß der Abbau sozialer Errungenschaften, die nichts anderes sind als vorenthaltene und tariflich nicht abgesicherte Lohnbestandteile, eine ganz klare Form des Lohnraubs sind.

Schlagendes Beispiel dieser Entwicklung ist der Abbau der alten Kantine und die Einsetzung der Firma Galco (siehe Rote Fahne 32 (vgl. 17.12.1971, d.Vf.)). Mannesmann-Kapitalisten und Betriebsrat stehen in einer Front gegen die Forderungen der Kollegen, für eine ausreichende und billige Verpflegung zu sorgen - sie verdienen beide daran:
1. Durch die Auflösung der alten, bezuschußten Kantine können Kosten eingespart werden, die für Rationalisierungsinvestitionen gebraucht werden.
2. Der Betriebsrat hatte die Kantine verpachtet unter der Bedingung, daß die Pacht zur Finanzierung des Urlaubs der Betriebsrats-Frauen verwendet würde.

Heute serviert die Firma Galco eine Verpflegung, bei der die hohen Preise in keinem Verhältnis zur Qualität stehen. An dieser Stelle setzte auch die Kritik der Genossen der Betriebszelle an Vertrauensleutekörper-Leitung und Betriebsrat ein, die bisher mit keiner Andeutung versucht haben, die Zustände zu verbessern, d.h. die Galco-Firma endlich rauszuwerfen und durch eine anständige Kantine zu ersetzen, wo jeder Kollege noch für 1 Mark frühstücken kann.

Die Betriebsräte und die Vertrauenskörper-Leitung identifizieren sich mit den Interessen des Kapitals - die Betriebszelle der KPD antwortet, indem se die Kollegen, die nicht länger bereit sind, die miserablen Bedingungen der Galco zu dulden, in einem Kampfkomitee zusammenschließt mit dem Ziel der Ersetzung der Galco-Automaten durch eine bezuschußte Mannesmann-Kantine. Die erste Aufgabe des Kampfkomitees wird es sein, eine Unterschriftensammlung im Betrieb für diese Forderungen durchzuführen.

In der nachfolgenden Diskussion waren die Kollegen einig, daß Galco verschwinden muß. Daß vom Betriebsrat, der mitverdient, nichts zu erwarten ist, war ebenfalls klar. (Diese Leute haben die Polizei bereits auf Verteiler der KPD gehetzt, was ihre Angst beweist.) Eine direkte Unterschriftensammlung fand nicht sofort die allgemeine Zustimmung. Ein Kollege schlug vor, zunächst persönlich zum Betriebsrat zu gehen und eine Stellungnahme zum Problem Galco zu verlangen, um diese dann auf der nächsten Belegschaftsversammlung vorzutragen und durch Abstimmung über diese Frage den Betriebsrat unter Druck zu setzen. Er berichtete seine eigenen Erfahrungen mit Unterschriftensammlungen, die in seiner Abteilung wegen der Neufestsetzung der Akkordsätze durchgeführt wurden: mit einem Hinweis, das Papier sei zu dreckig und die Unterschriften deshalb unleserlich, reagierte der Betriebsrat nach vier Wochen endlich. Erst eine zweite (auf sauberem Papier angefertigte) Liste brachte sie in Trab!

Vorschläge, mit der Sammlung bis zur nächsten Belegschaftsversammlung zu warten, fanden jedoch keine große Zustimmung, denn die Kollegen berichteten, daß die Vertrauensleutekörper-Leitung sich schon an die Mobilisierung angehängt hat: sie will nun ihrerseits eine Unterschriftensammlung durchführen. Was das bedeutet, nannte ein Kollege ganz klar beim Namen:
Die Vertrauensleutekörper-Leitung möchte sich ins gemachte Nest setzen, um, nachdem die Kommunisten die Kollegen gegen die Mißstände mobilisiert haben, dies als ihren Erfolg zu verbuchen. Sie haben als linke Sozialdemokraten die Aufgabe, durch Scheinzugeständnisse Sympathien zu erwerben, die Kollegen von der Hauptforderung nach einer bezuschußten Kantine abzulenken und damit die Interessen der Kapitalisten wieder voll durchzusetzen. Die Kampagne, so erklärte ein Kollege richtig, dürfe nicht allein von Vertrauensleutekörper-Mitgliedern durchgeführt werden, die sich von der Vertrauensleutekörper-Leitung übertölpeln lassen, sondern auch kampfbereite Kollegen müssen daran beteiligt werden.

Der Kollege, der von den negativen Erfahrungen berichtet hatte, wurde darauf hingewiesen, daß sich die Situation im Betrieb heute entscheidend geändert hat: heute gibt es eine Betriebszelle der KPD, eine Kommunistische Arbeiterpresse (KAP, d.Vf.), die über solche Manöver berichtet und bestochene Betriebsräte als solche entlarvt. Und davor haben gerade solche Leute eine Heidenangst, so daß sie sich ihre Schritte gegen die Forderungen der Arbeiter sehr genau überlegen werden.

Aus all den angeführten Gründen erkannten die versammelten Kollegen klar die Notwendigkeit einer direkten Unterschriftensammlung, um nicht das Feld allein linken SPD-lern zu überlassen. Zwei Kollegen hoben als Abschluß der Diskussion hervor, daß nur ein organisierter Kampf Erfolg haben kann und es deshalb notwendig sei, die KPD zu stärken und die Betriebszelle zu unterstützen. Zum Abschluß wurde eine Resolution gegen den Abbau der sozialen Leistungen bei Mannesmann verlesen, die einstimmig verabschiedet wurde."
Q: Rote Fahne Nr. 34, Berlin 14.1.1972, S. 7

11.01.1972:
Die KPD (vgl. 14.1.1972) berichtet vermutlich von heute, vermutlich u.a. aus Düsseldorf von MM:"
Die KPD hat in ihren Flugblättern bei Hoesch und Mannesmann die Manöver der Demagogen vom Dienst entlarvt und dem Kampf der Kollegen die richtige Perspektive gewiesen".
Q: Rote Fahne Nr. 34, Berlin 14.1.1972, S. 1

14.01.1972:
Die GIM und die RKJ Düsseldorf geben vermutlich Ende dieser Woche ihre 'Was tun bei Mannesmann' (vgl. 13.12.1971, 1.5.1972) unter der Schlagzeile "Zur Metall-Tarifbewegung" heraus zur Metalltarifrunde (MTR) bzw. der für den 19.1.1972 angesetzten Urabstimmung, aber auch zur drohenden Kurzarbeit und Stillegung bei Mannesmann Lierenfeld.
Q: Was tun bei Mannesmann Zur Metall-Tarifbewegung, Düsseldorf o. J. (1972)

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16.02.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD die Nr. 10 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. Jan. 1972, 21.2.1972) mit dem Leitartikel zu den Betriebsratswahlen (BRW): "Raus mit Rettig, Stoffels, Hammer und Co.! Wählt fortschrittliche Betriebsräte!" heraus.

Zur AAB erscheint eine "Arbeiterkorrespondenz zur analytischen Arbeitsplatzbewertung". Der Artikel "Gegen den Verrat des Betriebsrats an unseren Forderungen. Raus mit der Galco - Für eine bezuschußte MM-Kantine!" fordert eine außerordentliche Betriebsversammlung und setzt sich ein: "Für ein starkes Kampfkomitee!". Von den Jugendvertreterwahlen (JVW) am 16./17. Januar 1972 wird berichtet: "Sieg der fortschrittlichen Jugendvertreter bei Mannesmann-Lierenfeld". Aufgerufen wird zur "Solidarität mit dem Kampf der Wittener Kollegen!" (vgl. 12.2.1972). Berichtet wird von der Gründung des Landesverbandes NRW der LgdI (vgl. 15.1.1972) und aufgerufen zu deren Vietnamkampagne (vgl. 18.2.1972, 19.2.1972).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 10, Düsseldorf 16.2.1972

21.02.1972:
Die KPD (vgl. 24.3.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld, ihrer dortigen 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 16.2.1972, 1.3.1972) bzw. der Vorbereitung der Vertreterversammlung der IGM (vgl. 3.3.1972):"
MANNESMANN-LIERENFELD IN DÜSSELDORF

Über ein weiteres Musterbeispiel der arbeiterfeindlichen SPD-Politik auf Betriebsebene berichteten uns die Genossen der Betriebszelle bei Mannesmann-Lierenfeld in Düsseldorf:
'Bei ihren betrügerischen Wahlabsichten kommt es dem Betriebsrat sehr gelegen, daß die Polizei erneut gegen unsere Verteiler vorgeht. Am Freitag letzter Woche beschlagnahmte sie den Sonderdruck der Kommunistischen Arbeiterpresse zu den Betriebsratswahlen, womit die Polizei dem Auftrag der sozialdemokratischen Regierung nachkam, mehr Sozialdemokraten in den Betriebsrat zu bugsieren und die Kommunisten zu behindern, so gut es eben geht.

Eine weitere Form sozialdemokratischer Wahlbeeinflussung haben wir auf der Mitgliederversammlung erlebt:

Zwei Kandidatenlisten wurden auf der Versammlung verteilt, die eine zur Wahl der Gewerkschaftsvertreter, die andere zur Betriebsrätewahl. Über beiden prangte groß das IGM-Emblem, doch darunter standen nicht etwa die Kandidaten der IGM, sondern einzig und allein SPD-Kandidaten. Der einzige Zweck dieser gefälschten Listen kann nur sein, uns die Entscheidung bei der Wahl im voraus abzunehmen.

Damit geben sich die maßgeblichen Leute der SPD-Betriebsgruppe wie Rettig und Rodeck vollkommen der Lächerlichkeit preis und bestätigen wieder einmal, daß sie den Wahlkampf nicht mit Argumenten, sondern nur mit Phrasen, Wahlschwindel und Redebeschränkungen für fortschrittliche Kollegen führen können.' (Aus: Kommunistische Arbeiterpresse, Mannesmann Nr. 11)"

Am 10.3.1972 berichtet die KPD:"
Bei Mannesmann in Düsseldorf wurde die Polizei vom Betriebsrat gegen Flugblattverteiler der KPD eingesetzt."
Q: Rote Fahne Nr. 38 und 39, Dortmund 10.3.1972 bzw. 24.3.1972, S. 6 bzw. S. 3

März 1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) Düsseldorf gibt die DKP ihren 'Rohrwerker' (vgl. Juni 1971, Apr. 1972) heraus.
Q: Der Rohrwerker, Düsseldorf März 1972

01.03.1972:
Die KPD verlegt ihre Zentrale vermutlich mit Beginn dieses Monats von Berlin nach Dortmund. Bei Hoesch Westfalenhütte Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 29.3.1972) berichtet die KPD:"
EIN WEITERER SCHRITT VORWÄRTS IM AUFBAU DER KPD!

Im Sommer 1971 (vgl. Juli 1971, d.Vf.) wurde in der Region Rhein/Ruhr das 2.Regionalkomitee der KPD und drei Betriebszellen aufgebaut: bei Hoesch, Mannesmann und Klöckner die letzten beiden in Düsseldorf, d.Vf.). Im Herbst 1971 kam bei Opel in Bochum eine weitere Zelle dazu. In Düsseldorf konnte vor vier Monaten ein Stadtteilkomitee gegründet werden, das sich inzwischen hervorragend in der Massenarbeit bewährt hat und sich ständig erweitert.

Für den weiteren nationalen Aufbau der Partei wurde auf der 4.Parteikonferenz im Februar 1972 (vgl. 5.2.1972, d.Vf.) die Aufnahme der Arbeit in zwei weiteren Regionen, in Baden-Württemberg und an der Wasserkante festgelegt. Weiterhin wurde die Stärkung der Partei in der Region Rhein/Ruhr beschlossen. Bei Ford in Köln, bei Mannesmann in Duisburg, bei Philipps in Aachen und in einem zweiten Dortmunder Hoesch-Werk werden neue Zellen aufgebaut, weiter wird die Arbeit im Steinkohlenbergbau (IGBE-Bereich, d.Vf.) aufgenommen. Die meisten dieser neuen Zellen arbeiten bereits".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Westfalenhütte Nr. 12, Dortmund 29.3.1972, S. 5

01.03.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD die Nr. 11 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 21.2.1972, 29.3.1972) mit dem Leitartikel "Auf zwei Jahre Stillegungen und Rationalisierungen kann unsere Antwort nur heißen: Keine Stillegungen auf dem Rücken der Belegschaften!" heraus. Zu den Betriebsratswahlen (BRW) wird verlangt: "Keine Neuwahl des alten Betriebsrats" sowie eine Betriebsversammlung noch vor der Wahl.

In der "Erklärung der Redaktion zum neuen Titel der Kommunistischen Arbeiterpresse" wird darauf hingewiesen, dass weiterhin Berichte aus dem Werk Düsseldorf-Rath veröffentlicht werden und man sich auch dort für die Bildung einer eigenen Betriebszelle der KPD stark mache.

Zur seit sechs Monaten nicht mehr erschienenen Betriebszeitung der DKP 'Rohrwerker' heißt es: "Erscheinen des Rohrwerkers eingestellt: Erneute Bankrotterklärung der DKP".

Der Artikel "Geschlossen vorwärts" berichtet von der 4. Parteikonferenz der KPD (vgl. 5.2.1972), der Artikel "Alles für den Sieg des kämpfenden Vietnam" von der Vietnamdemonstration (vgl. 19.2.1972).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 11, Düsseldorf 1.3.1972

06.03.1972:
Die KPD (vgl. 24.3.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld bzw. ihrer dortigen 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 21.2.1972, 29.3.1972):"
Das entschiedene Auftreten der Genossen im Betrieb, die konsequente Entlarvung der SPD-Betriebsräte durch die KAP sind nicht ohne Erfolg geblieben:
'Am Donnerstag vergangener Woche versammelten sich rund 100 Kollegen aus der Kaltzieherei für 2 1/2 Stunden im Essensraum hinter der Verkaufsstelle und setzten in einer turbulenten Versammlung ihre Forderungen gegen die Werksleitung und den Betriebrat durch. Gegen deren gemeinsam vorgetragenen Vorschlag, die Kurzarbeit auf 5 mal 7 gleich 35 Stunden die Woche heraufzusetzen, um für 30 Kollegen die 40 Stunden-Woche zu ermöglichen, setzten alle Kaltzieher ihre solidarische Antwort: Entweder für alle 40 Stunden oder für keinen! Für 3 Stunden mehr die Woche kommen wir nicht auch noch den 5.Tag angereist; statt 5 mal 7 bleiben wir dann lieber bei 4 mal 8 Stunden. In einer Schlußabstimmung setzten die Kollegen diese Vorstellungen klar durch.

Was dieser Versammlung aber Bedeutung verleiht, ist nicht nur der wirtschaftliche Inhalt, weswegen die stattfand, sondern die Art und Weise und die Entschlossenheit, mit der die Kollegen ihre Meinung zum Ausdruck brachten. Wer die Argumente hörte, das Pfeifkonzert und die Buhrufe, die auf den Betriebsrat niederprasselten, wer die bleichen Gesichter von Rettig und Stoffel am Ende der Versammlung sah, der wußte: Diese Belegschaft hat den alten Betriebsrat durchschaut und ist bereit, ihm bei der kommenden Wahl die Quittung zu geben.' (Aus: Sonderdruck der Kommunistischen Arbeiterpresse, Mannesmann)".
Q: Rote Fahne Nr. 39, Dortmund 24.3.1972, S. 3

25.03.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld berichtet die KPD von der Vertreterversammlung der IGM (vgl. 3.3.1972) bzw. deren Vorbereitung seitens der SPD am 22.3.1972: "Wahl der IGM-Ortsverwaltung: Parteitreue vor gewerkschaftlicher Verantwortung".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 12, Düsseldorf 29.3.1972, S. 5

27.03.1972:
Die KPD (vgl. 7.4.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche über das MK Düsseldorf (vgl. 19.4.1972):"
MAIKOMITEES GEGRÜNDET
OPPOSITIONELLE GEWERKSCHAFTER ORGANISIEREN SICH

DÜSSELDORF

WIR DRUCKEN IN AUSZÜGEN DEN AUFRUF DES OPPOSITIONELLEN GEWERKSCHAFTLICHEN MAIKOMITEES AB:
(…) Das oppositionelle gewerkschaftliche Maikomitee setzt gegen die Einheit von SPD- und DGB-Führung am diesjährigen 1.Mai die Einheit aller Schaffenden für ihre Klasseninteressen und wird dies in der Organisierung eines mächtigen oppositionellen Blocks in der 1.MAI-DEMONSTRATION deutlich zum Ausdruck bringen. (…)

FÜR DEN AUFBAU EINER REVOLUTIONÄREN GEWERKSCHAFTSOPPOSITION (RGO, d.Vf.)

Wie notwendig die Arbeit einer gewerkschaftlichen Opposition ist, wird deutlich, wenn man sich einmal ansieht, was die DGB-Führung gegen die Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen der werktätigen Massen durch Monopolkapital und SPD-Regierung tut: nämlich gar nichts!

Wo Arbeitshetze, Lohnraub und schrankenlose Preistreiberei immer stärker das Bild bestimmen, wo durch strukturelle Schwächen und zyklische Krisen wie in der Eisen- und Stahlindustrie (IGM-Bereich, d.Vf.) und im Ruhrkohlebergbau (RAG - IGBE-Bereich, d.Vf.), Kurzarbeit, Massenentlassungen und Stillegungen zum Alltag gehören, da sind die DGB-Führer die ersten, die die aufflammenden Kämpfe der Kollegen abwürgen. Wo die Kollegen offen das Monopolkapital angreifen, wo sie konkrete Schutzrechte fordern, da verwässern die Gewerkschaftsführer mit Unterstützung der revisionistischen DKP-Führung diesen Kampf durch ihre illusionierenden Forderungen nach Mitbestimmung. Nach 20 Jahren Mitbestimmung in der Montanindustrie fragen wir:

Was unterscheidet die Verhältnisse bei Mannesmann (MM, IGM-Bereich, d.Vf.), wo wir von Anfang an Mitbestimmung hatten, von etwa denen bei Jagenberg (IGM-Bereich, d.Vf.)? Überhaupt nichts!

Wir aber treten ein für die Losung:
STATT MITBESTIMMUNGSILLUSION - SCHUTZRECHTE DER ARBEITERKLASSE ALS BASTION IM KLASSENKAMPF"
Q: Rote Fahne Nr. 40 und 41, Dortmund 7.4.1972 bzw. 19.4.1972, S. 3 bzw. S. 3

29.03.1972:
Bei Hoesch Westfalenhütte Dortmund (IGM-Bereich) berichtet die KPD heute:"
MOSKAUER VERTRAG
VERSTÄNDIGUNG ZWISCHEN BRD-IMPERIALISMUS UND SOWJETISCHEM SOZIALIMPERIALISMUS
KEINE VERSTÄNDIGUNG DER VÖLKER

Das Lügengewebe der DKP-Propaganda wird gerade dort ganz deutlich, wo sie der von Krisen und Entlassungen bedrohten Arbeiterklasse die Ostverträge schmackhaft machen will: Die Ausweitung des Osthandels soll angeblich unsere Arbeitsplätze sichern. Was das Ostgeschäft der Arbeiterklasse wirklich bringt, zeigt das Beispiel des Mannesmann-Konzerns: Seit Jahren liefert es im großen Umfang Röhren in die Sowjetunion. Wurden dadurch die Arbeitsplätze der Mannesmann-Kollegen sicherer? Im Gegenteil: Um das Großröhrengeschäft noch profitabler zu machen, hat der Konzern seit Jahren rationalisiert, und konzentriert jetzt die Großröhrenproduktion im Werk Mülheim, baut dort neue, hochrationalisierte Anlagen auf, und legt die alten Anlagen in Düsseldorf und Witten still. Tausende von Kollegen sind von der Entlassung bedroht. Die Leute, die uns den Osthandel anpreisen, verschweigen darüber hinaus, was das langfristige Ziel des BRD-Monopolkapitals ist und der neuen Ausbeuter in den osteuropäischen Ländern ist: Über den Warenaustausch hinaus mit westlichem Kapital Werke in den osteuropäischen Ländern aufzubauen und die dortigen Arbeiterklassen gemeinsam auszubeuten."

Mit diesem Artikel befaßt sich auch die KPD/ML-ZB bei Phoenix (vgl. 19.4.1972) und der Westfalenhütte (vgl. 18.4.1972), die einerseits das Beispiel von Mannesmann kopiert, andererseits aber auch Kritik übt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Westfalenhütte Nr. 12, Dortmund 29.3.1972, S. 3ff; Das Rote Schwungrad Am 1. Mai: Kampf gegen die Ostverträge, Dortmund o.J. (Apr. 1972), S. 2;Die Rote Westfalenwalze Jeder klassenbewußte Arbeiter in's Maikomitee Westfalenhütte, Dortmund o.J. (Apr. 1972), S. 5

29.03.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD die Nr. 12 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 1.3.1972, 11.4.1972) mit dem Leitartikel "Vorwärts zum 1. Mai!" heraus. Angeprangert wird: "Das Lohn- und Prämiensystem bei MM - ein Mittel zur Spaltung der Arbeiterklasse!", gefordert wird eine "Belegschaftsversammlung noch vor der Betriebsratswahl" (BRW). Berichtet wird von der Vertreterversammlung der IGM (vgl. 25.3.1972). Enthüllt wird zu den Ostverträgen u.a. mit der SU: "Moskauer Vertrag: Ein Geschäft auf Kosten der sowjetischen und deutschen Arbeiterklasse".

Erstmals gibt es eine Jugendseite, die unter dem Motto "Dem kommunistischen Jugendverband entgegen!" die eine Arbeiterkorrespondenz eines Schlosserlehrlings enthält und über die verweigerte Fahrgeldrückerstattung für die technische Zeichner-Lehrlinge berichtet.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 12, Düsseldorf 29.3.1972

April 1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) Düsseldorf gibt die DKP ihren 'Rohrwerker' (vgl. März 1972, Sept. 1972) heraus. Eingegangen wird u.a. auf die Vertreterversammlung der IG Metall (IGM) Düsseldorf (vgl. 3.3.1972).
Q: Der Rohrwerker, Düsseldorf Apr. 1972

03.04.1972:
Die KPD (vgl. 7.4.1972) berichtet spätestens aus dieser Woche von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld (vgl. 12.4.1972):"
MANNESMANN-LIERENFELD: BETRIEBSVERSAMMLUNG GEGEN REAKTIONÄRE IGM-LISTE

Bei mehreren Anlässen hat uns der alte Betriebsrat in der letzten Zeit folgendes zu erklären versucht: Daß die Belegschaftsversammlung erst am 22. April, also eine Woche nach der Betriebsratswahl stattfinden soll, sei ein Zufall bei der Planung gewesen. Eine Vorverlegung sei deshalb nicht drin, weil in der Philipshalle kein Termin mehr frei sei (als ob die Philipshalle die einzige Halle in Düsseldorf ist) und außerdem sei eine solche Regelung sehr günstig, denn dann könne sich gleich nach der Wahl der neue Betriebsrat mit seinen inhaltlichen Vorstellungen bekannt machen.

Diese Vorstellungen nützten uns nach der Wahl überhaupt nichts mehr, nach der Wahl hat kein Kollege mehr die Möglichkeit, den Rettig, Stoffel, Hammer, Kielholtz und Co. die Quittung für ihre kapitalhörigen Vorstellungen zu geben. Das und noch einiges mehr werden sich auch die Kollegen gedacht haben, die in den letzten Tagen eine Unterschriftensammlung für die Vorverlegung der Belegschaftsversammlung vor die Betriebsratswahl begonnen haben.

KOLLEGEN, UNTERSTÜTZEN WIR EINE SOLCHE UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG, DIE EINZIGE MÖGLICHKEIT, DIESE BETRIEBSRÄTE VOR DEN WAHLEN VOR VERSAMMELTER BELEGSCHAFT ZU ENTLARVEN."
Q: Rote Fahne Nr. 40, Dortmund 7.4.1972, S. 5

05.04.1972:
Die KPD (vgl. 17.5.1972) berichtet aus Düsseldorf von MM (vgl. 8.5.1972):"
STREIK DER LEHRLINGE BEI MANNESMANN
BERICHT DER BETRIEBSZELLE LEIRENFELD

Am Freitag, dem 5.4. ruhte für eine halbe Stunde in der Lierenfelder Lehrwerkstatt der Mannesmannröhren-Werke die Arbeit. Die Dreher, Hobler, Fräser hatten ihre Maschinen abgestellt, die Schlosser ihre Feilen beiseite gelegt, überall aus den Abteilungen kamen die Lehrlinge herbei, um sich im Essenraum zu versammeln und eine Protestresolution zu verabschieden.

Die Werksleitung tobte, sie sprach von einer 'illegalen Belegschaftsversammlung' und einer 'illegitim zustande gekommen Deklaration' und lehnte weitere Gespräche mit der Jugendvertretung über die Forderungen der Jugendlichen ab. Doch die solidarische Haltung der Lehrlinge, die 'Gefahr', daß sich eine derartige Versammlung wiederholen würde, zwang die Geschäftsleitung sehr rasch, einen Termin mit der JV über die Forderungen der jugendlichen Mannesmann-Kollegen zu vereinbaren.

WORUM GEHT ES BEIM KAMPF DER JUGENDLICHEN MANNESMÄNNER?

Seit zwei Monaten fordern sie mehrmalige Sprechstunden pro Woche, wehren sie sich gegen die Beschränkung der Teilnehmerzahl an den noch provisorisch durchgeführten Sprechstunden auf fünf Kollegen. Seit zwei Monaten wurden die Verhandlungen darüber verschleppt; es ist deshalb kein Wunder, daß am Freitag den Lehrlingen der Kragen platzte. Allen war in diesem Moment klar, daß man dem Abbau der demokratischen Rechte durch die Kapitalisten nur durch geschlossenen Widerstand beikommen kann. Alle blieben standhaft, auch als der Ausbildungsleiter die Versammlung für aufgelöst erklärte und die Lehrlinge an die Arbeitsplätze zurückjagen wollte. Stattdessen verabschiedeten sie einstimmig eine Protesterklärung in der sie Forderungen der Mehrheit der Jugendvertretung unterstützen. Hoffnungslos isolierte sich dabei der fünfte Jugendvertreter, der als einziger nicht mitmachte und stattdessen - wie so oft - seine Freunde im Betriebsrat informierte. Die Frage, wie so ein Kriecher abzuwählen sei, wurde in der Lehrwerkstatt mehr als einmal gestellt.

WIE MUSS DER KAMPF WEITERGEFÜHRT WERDEN?

Die Aktion der Werksleitung und der Ausbildungsleitung nach der Versammlung zeigt, daß der entscheidende Kampf erst noch bevorsteht. Unverhohlen wurde den Jugendvertretern gedroht. Seit Monaten werden sie verschärft überwacht, wird alles verfügbare Material zusammengetragen, um damit ihre Entlassung zu ermöglichen. Von der Mehrheit des BR ist keine Unterstützung zu erwarten, diese Leute arbeiten auch hier mit der Werksleitung Hand in Hand. So stellte schon vor einiger Zeit Betriebsratsvorsitzender Rettig (SPD) gegen den Vorsitzenden der Jugendvertretung einen Entlassungsantrag beim MM-Vorstand wegen Störung des Betriebsfriedens. Damit machte er deutlich, was Arbeiterverräter meinen, wenn sie vom 'Ausschöpfen der im neuen Betriebsverfassungsgesetz (BVG, d.Vf.) gegebenen Möglichkeiten' sprechen."
Q: Rote Fahne Nr. 43, Dortmund 17.5.1972, S. 8

05.04.1972:
Die KPD (vgl. 19.4.1972) berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld (vgl. 11.4.1972):"
DIE POSITIONEN DER IGM-SPITZE BRÖCKELN AB
MANNESMANN-LIERENFELD

Wo der alte Betriebsrat stand, haben wir in unserer Betriebszeitung, der Kommunistischen Arbeiterpresse (KAP, d.Vf.), und in zahlreichen Flugblättern oft genug beschrieben. Nachdem sich diese Herren drei Jahre lang nicht blicken ließen, wenn es galt, die Interessen der Belegschaft zu vertreten, erschienen sie am 5.April - also eine Woche vor der Wahl - zur Frühschicht vor den Werkstoren und verteilten dreimal ihre 'Information und Meinung'.

Diese Leute, die wir 'Zuhälter' oder 'Prostituierte' genannt haben, sondern höchstens in nüchterner Einschätzung der Realität 'Arbeiterverräter', sie werfen der Betriebszelle 'Lüge' und 'Verleumdung' vor. Wir stehen zu jedem Satz, den wir veröffentlicht haben. Wir verzichten darauf, auf das hysterische Gegeifer des Betriebsrats einzugehen. Die KPD aber mit den Faschisten gleichzusetzen ist eine zu dreiste Verleumdung zu der wir den Betriebsrat folgendes fragen wollen:

Welche Partei wurde 1933 von den Faschisten verboten und als erste und am heftigsten von den Faschisten verfolgt: die KPD. War es nicht so, daß die SPD-Führung angesichts der faschistischen Gefahr mehrmals die Einheitsfrontangebote der KPD ablehnte, daß SPD und Gewerkschaftsführer am 1.Mai 1933 unter Hitlers Fahnen marschierten, während die KPD-Genossen längst im KZ saßen. Haben nicht nach dem Krieg dieselben Gewerkschaftsführer, die den Kapitalismus wieder in den Sattel gehoben haben, Hunderte von Kommunisten aus Angst vor deren konsequenter Arbeit aus den Gewerkschaften ausgeschlossen?"
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19.4.1972, S. 7

06.04.1972:
Die KPD (vgl. 19.4.1972) berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld (vgl. 5.4.1972, 11.4.1972):"
SO VERHALTEN SICH ARBEITERVERRÄTER, WENN MAN IHNEN DIE MASKEN VOM GESICHT REISST!

WIR DRUCKEN DEN BERICHT EINER KOLLEGIN DES OPOSITIONELLEN MAIKOMITEES (MK, d.Vf.) AB, DIE AM 6.APRIL BEIM VERTEILEN EINES FLUGBLATTES VON BETRIEBSRÄTEN TÄTLICH ANGEGRIFFEN WURDE.

Von zwei Verteilern, die schon 5 Uhr 15 verteilt hatten, bekam ich zu hören, daß da schon vier Leute ständen, die rosarote Zettel des Betriebsrats und der Vertrauenskörperleitung verteilten. Als sie gekommen wären, hätten die gedroht: 'Haut bloß ab, oder wir holen die Polizei', und ihnen die Flugblätter aus der Hand gerissen. Gleichzeitig erfuhren wir von unserem Kollegen, der an der Ronsdorferstr. verteilt hatte, daß ihn dort ebenfalls zwei Mann festgehalten und die Flugblätter entrissen hätten.

JETZT GINGEN WIR ERST RECHT MIT NEUEN FLUGBLÄTTERN HIN!

Anfangs guckten die vier nur feindselig - wie wir später erfuhren, waren es allesamt Betriebsräte; als aber keine Kollegen mehr in Sicht waren, stürzten sie sich auf uns. Doch wir hielten unsere Flugblätter ganz fest, wehrten uns, ließen die Burschen nicht an uns herankommen. Doch die waren so außer sich, daß sie sich schreiend und fauchend auf den schwächsten von uns, nämlich mich als Frau, stürzten und mich in die Mangel nahmen. Von hinten und vorne gepackt, getreten und gestoßen wurde ich. Sie schlugen mich und zerrten solange, bis ich nur noch Fetzen meines Flugblattstapels in der Hand hatte. Als ich dem, der gerade die Flugblätter wegbringen wollte, nachlief und diese zurückforderte, herrschte er den Pförtner an: 'Schaffen Sie die sofort hier raus!' Ich verließ dann freiwillig den Pförtnervorraum. Mittags kam ich wieder um die Schläger anhand der IGM-Listen zu identifizieren. Als ich alle vier erkannt und auf einen Zettel aufgeschrieben hatte, öffnete sich auf einmal die Tür und Betriebsrat Kielholtz schlich sich von hinten an mich heran, griff nach dem Zettel und riß ihn an sich. Doch was er in der Hand hielt, war lediglich ein Stück weißes Papier.

AUF MEINEM REST ABER STANDEN DIE NAMEN: KIELHOLTZ, RAHN, RETTIG UND HAMMER."

Diesen Bericht veröffentlicht auch die Zelle Mannesmann-Lierenfeld der KPD (vgl. 11.4.1972).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 13, Düsseldorf 11.4.1972, S. 10; Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19.4.1972, S. 7

07.04.1972:
Die KPD (vgl. 7.4.1972) berichtet heute von den Betriebsratswahlen (BRW), als Vorspann zu Berichten aus:
- Berlin von Schering (CPK-Bereich - vgl. 3.4.1972);
- Hamburg von Springer (DP-Bereich - vgl. 27.3.1972);
- NRW aus Bochum von Opel (IGM-Bereich - vgl. 26.3.1972), aus Dortmund von Hoesch Westfalenhütte (IGM-Bereich - vgl. 18.4.1972) und aus Düsseldorf von Mannesmann (MM, IGM-Bereich - vgl. 3.4.1972):"
2.LISTEN, WAHLBOYKOTT, ENTLARVUNG
DIE TAKTIK DER PARTEI BEI DEN BETRIEBSRATSWAHLEN

Die Kandidatur fortschrittlicher Kollegen, die Aufstellung zweiter oppositioneller Listen und die Entlarvung der Methoden der Gewerkschaftsspitzen auf betrieblichen oder gewerkschaftlichen Versammlungen, haben die Gewerkschaftsbonzen derart aufgeschreckt, daß ihnen keine Zeit mehr bleibt, auf die Einhaltung einer demokratischen Fassade zu achten. Einig mit der SPD-Regierung, den Notwendigkeiten des Monopolkapitals zu gehorchen, übergehen sie gewerkschaftliche Mitgliederversammlungen, oft sogar die gewerkschaftlichen Vertrauensleutekörper, um fortschrittlichen Kollegen eine Kandidatur unmöglich zu machen.

Daß die Opposition gegen diese Machenschaften noch nicht breit genug ist, um in all diesen Fällen die Aufstellung von Belegschaftslisten herbeizuführen, hat das ZK der KPD in seiner Direktive zu den Betriebsratswahlen bereits im Januar (vgl. Jan. 1972, d.Vf.) deutlich gemacht: 'Es muß Klarheit darüber herrschen, daß in der gegenwärtigen Etappe, in der die revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO, d.Vf.) erst noch aufgebaut werden muß, in der Regel die Aufstellung zweiter Listen noch nicht möglich ist. Nur dort, wo im Betrieb selbst eine solche Bewegung besteht, fortschrittliche Kollegen gegen eine reaktionäre Liste kandidieren, Rückhalt bei vielen Kollegen vorhanden ist und darum Ausschlüsse aus der Gewerkschaft nicht zu erwarten sind, sollten wir solche Initiativen unterstützen.'

Mit der Direktive zur BR-Wahl hat das ZK die Betriebszellen verpflichtet, genau die jeweiligen konkreten Bedingungen in ihrer Fabrik zu analysieren:

- Welches sind die Widersprüche zwischen Gewerkschaftsführung auf der einen, Mitgliedern und unorganisierten Kollegen auf der anderen Seite?

- Wie steht das Kräfteverhältnis in diesem Widerspruch?

- Wie weit ist die Verankerung der Zelle und der oppositionellen Kräfte fortgeschritten?

- Können wir Widersprüche innerhalb des Gewerkschaftsapparates ausnutzen?

Das Hauptziel der Partei bei den BR-Wahlen ist, die Rolle der SPD als Agentur der Monopole vor den Arbeitermassen zu entlarven und ihrem Versuch, ihre Politik über die BR in den Betrieben stärker zu verankern, entgegenzutreten.

Die Zellen sind beauftragt, der Strategie die jeweils beste taktische Wendung zu geben. Sie haben in ihrer Politik in den letzten Wochen bewiesen, daß sie das leninistische Prinzip, Situationen konkret zu analysieren und flexible Taktik mit Festigkeit in der Grundlinie zu verbinden, anzuwenden lernen.

Das Prinzip der 2.Liste schematisch und ohne jegliche Untersuchungen auf alle Betriebe zu übertragen, unternimmt anschaulich die KPD/ML-Zentralbüro (KPD/ML-ZB, d.Vf.).
- da werden 'Einheitsfrontkomitees' (EFK, d.Vf.) propagiert, hinter denen nichts anderes steckt als die eigene Betriebsgruppe, wie bei KWU in Westberlin (IGM-Bereich, d.Vf.).

- da werden über Betriebszeitungen und Flugblätter Vorstellungen von einer 2. Liste geweckt, die dann zerplatzen wie eine Seifenblase, wie bei Hoesch-Westfalenhütte in Dortmund.

- da wird schließlich um des bloßen Prinzips willen eine Gegenliste unterstützt, die nicht besser ist als die offizielle Liste der IGM, wie im Fall der 'Automobilarbeiterliste' bei Ford in Köln.

Die Taktik der DKP-Führung läuft darauf hinaus, ihre Mitglieder zur bedingungslosen Unterstützung der SPD-Listen zu zwingen.

Einzelne DKP-Betriebsratskandidaten, die sich - z.B. B. Wetzel bei der Westfalenhütte - auf das Niveau altgedienter Arbeiterverräter 'hochgearbeitet' haben, werden dabei von den Sozialdemokraten zugestanden. DKP-Vorstandsmitglied Kapluck betonte kürzlich (vgl. März 1972, d.Vf.) in einem Interview nochmals ausdrücklich die Schwanztaktik der DKP-Kandidaten: sie haben Anweisung, nicht 'parteipolitisch zu argumentieren', sondern als 'qualifizierte Gewerkschaftler'. Kapluck: 'Das ist kein taktisches Kalkül für die nächsten fünf Monate, das ist eine lange strategische und vom Parteitag her begründete Auffassung der Kommunisten.'

Gerade diese offensichtliche Stärkung der SPD-Parteipolitik wird von vielen DKP-Kollegen abgelehnt. Das Bestreben der KPD, die Empörung der fortschrittlichen Gewerkschafter über die undemokratischen Manöver der Gewerkschaftsspitzen organisatorisch in einem weiteren Schritt des Aufbaus einer Gewerkschaftsopposition zu festigen, gibt uns die Pflicht, gerade den DKP-Kollegen klar zu machen, daß die Zeit gekommen ist, aus dem Widerspruch zu ihrer Parteiführung Konsequenzen zu ziehen."
Q: Rote Fahne Nr. 40, Dortmund 7.4.1972, S. 5

10.04.1972:
Vermutlich in dieser Woche erscheint ein Flugblatt des Aktionsausschusses Marxistisch-Leninistischer Gruppen in NRW, in dem u.a. die ML Dortmund mitarbeiten:"
1. MAI 1972: WEM NUTZEN DIE OSTVERTRÄGE WIRKLICH?

DIENEN DIE OSTVERTRÄGE DER SICHERUNG VON ARBEITSPLÄTZEN?

'Die Ostverträge machen den Weg frei für die Ausweitung des Handels. Das nutzt den Arbeitern, das sichert die Arbeitsplätze - deshalb ratifizieren.' So lautet ein Argument der SPD - und vor allem der DKP-Führer für die Ostverträge. Und in der Tat, die westdeutschen Monopolherren schließen bedeutsame Handelsabkommen und Produktionsverträge mit den sowjetischen Sozialimperialisten ab. Amerongen - Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI, d.Vf.) - war der erste, der mit den Kreml-Herren das Geschäft absprach. Vereinbart wurden unter anderem der Bau einer ganzen Kunststoffabrik für 126 Millionen Mark und der Verkauf von Mannesmann-Röhren (MM, d.Vf.) und Anlagen für über 1, 2 Milliarden DM.

Doch werden damit die Arbeitsplätze gesichert? Keineswegs! Die Imperialisten sichern allein ihre Profite. Was die Riesenprofite für die Arbeiter bedeuten, wissen z.B. die Mannesmann-Kollegen: Dort wo die Werke nicht mehr ganz rentabel sind, werden sie geschlossen: Stillegung des Wittener Werkes (1 250 Kollegen) und weitere 'Rationalisierungsmaßnahmen' in Düsseldorf sind dafür gute Beispiele. Sicherheit und Frieden der Kapitalisten bei ihrer Ausbeutung und Unterdrückung ist eben etwas ganz anderes als Frieden und Sicherheit der Arbeiterklasse und der breiten Volksmassen. Das versuchen die SPD- und DKP-Führer mit ihren heuchlerischen Reden zu vertuschen. Doch ihre Taten zeigen, daß das Gerede von der 'Friedenspolitik' nur aus betrügerischen Versprechungen besteht, von deren Falschheit sich jeder anhand der Tatsachen überzeugen kann."
Q: Aktionsausschuß Marxistisch-Leninistischer Gruppen in NRW:1.Mai 1972: Wem nutzen die Ostverträge wirklich?, Dortmund o.J. (1972)

10.04.1972:
Die KPD (vgl. 19.4.1972) berichtet vermutlich spätestens aus dieser Woche von Mannesmann, vermutlich aus dem Werk Düsseldorf-Lierenfeld mit Hilfe der folgenden:"
LEHRLINGSKORRESPONDENZ
GROSSBETRIEB

Mannesmann preist zwar in seinen Anzeigen seine Ausbildung als gründlich an, aber das ist sie nicht. Obwohl in der Lehrwerkstatt eine umfassende Ausbildung möglich wäre, erhalten wir hier nur Vermittlung von Teilkenntnissen, von einigen bestimmten Fertigkeiten, aber keine umfassende Ausbildung.

Als Schlosser-Lehrling kann ich ein Lied davon singen. Ausbildungspläne waren uns bis vor kurzem unbekannt. Doch auch jetzt, wo wir sie durch die Jugendvertretung einsehen konnten, heißt das nichts. So ist im Plan beispielsweise ein Meßlehrgang von zwei Wochen vorgesehen, der aber bis jetzt noch nicht praktiziert wurde. Aber es ist vorgeschrieben das 'Üben und Vertiefen der gelernten Fähigkeiten durch praktische Anwendung. Anfertigung folgender Werkzeuge: Bügelsäge, Hammer, Winkel und Zirkel.'

Weil der Unternehmer kein Geld für die Lehrlinge ausgeben will, läßt er uns Werkzeuge machen und für zwei Wochen Meßlehrgang lieber zwei Wochen mehr produktive Arbeit leisten. Produktive Arbeit soll nicht heißen, sie wäre prinzipiell schlecht. Wenn sie richtig in die Ausbildung einbezogen wäre, könnte man sehr viel dabei lernen. Aber das wird sie nicht: Wenn uns z.B. der Ausbilder eine Arbeit erklärt, z.B. einen Zylinder reparieren, dann erklärt und zeigt er uns zwar die einzelnen Handgriffe, aber was dieser Zylinder für eine Anwendung hat und was für eine Funktion er in der Maschine hat, das erklärt er nicht.

Daran ist nicht der Ausbilder schuld: Wenn er, wie er wollte, alles umfassend erklären würde, würde das zuviel Zeit für die laufenden produktiven Arbeiten wegnehmen und er käme sehr schnell in Konflikt mit der gesamten MM-Ausbildungskonzeption, die lautet: Nicht erst nach der Prüfung, sondern schon während der Lehre muß das in die Lehrlinge gesteckte Geld wieder rausgeholt werden."
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19.4.1972, S. 8

11.04.1972:
Die KPD (vgl. 19.4.1972) berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld (vgl. 6.4.1972, 12.4.1972) bzw. ihrer KAP (vgl. 29.3.1972, 10.7.1972):"
Am 11.April, als die Arbeiterpresse mit der Antwort auf die Betriebsratsmeinung verteilt wurde, alarmierte BR Kielholtz seine Freunde von der Polizei und vertrieb uns von den Toren.

Doch solche Betriebsräte, grüne und zivile Polizei konnten nicht verhindern, daß auch diesmal die Kommunistische Arbeiterpresse in den Betrieb gelangte. Überall auf den Zufahrtstraßen standen die Verteiler, die Kollegen stiegen vom Fahrrad und in so mancher Aktentasche verschwanden größere Stapel, die sich pünktlich zur Frühstückspause auf den Tischen wiederfanden."
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19.4.1972, S. 7

11.04.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD die Nr. 13 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 29.3.1972, 26.6.1972) mit dem Leitartikel "Betriebsratswahlen: der Stein, den sie erhoben haben, wird auf ihre eigenen Füsse fallen!" zu den BRW heraus. Aufgerufen wird: "Es lebe der 1.Mai" (vgl. 16.4.1972).

Veröffentlicht werden das "Kampfprogramm für MRW Lierenfeld" sowie vom Maikomitee der "Brief einer Verteilerin über die Vorfälle am 6.4."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 13, Düsseldorf 11.4.1972

12.04.1972:
Die KPD (vgl. 7.4.1972, 19.4.1972) berichtet von Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld (vgl. 11.4.1972) über die vermutlich heute stattfindenden Betriebsratswahlen (BRW):"
Das Ergebnis der Wahl zeigte dann, daß sich bei unserer Belegschaft die Notwendigkeit für die Absetzung des alten Betriebsrats durchsetzen konnte: Über die Hälfte der Betriebsräte wurde nicht wiedergewählt, von den sechs Kandidaten, die wir unterstützt hatten wurden vier gewählt.

Es ist uns klar, daß auch dieser Betriebsrat in seiner Gesamtheit noch immer das Instrument der Reformisten ist, und die Interessen der Belegschaft nicht vertreten wird; aber es gibt jetzt einige klassenbewußte Kollegen im BR, die es gegen alle Bestechungsversuche zu stabilisieren gilt, um mit ihnen auch im BR eine Opposition zu bilden. Das war bisher nicht der Fall und ist der Erfolg der diesjährigen Betriebsratswahl bei Mannesmann."

Die KPD (vgl. 24.5.1972) berichtet auch:"
Wir haben überall, wo dies möglich war, fortschrittliche Betriebsratskandidaten unterstützt, auch solche, die in einer Reihe von politischen Fragen noch keineswegs auf dem Standpunkt unserer Partei stehen, aber entschlossen waren, sich ehrlich und tatkräftig für die Belegschaft einzusetzen, so z.B. bei Mannesmann-Lierenfeld in Düsseldorf, wo unsere Betriebszelle 6 Kandidaten namentlich unterstützte, von denen dann auch 4 gewählt wurden."

13 von 19 der Gewählten seien erstmals im Betriebsrat.
Q: Rote Fahne Nr. 40, 41 und 44, Dortmund 7.4.1972, 19.4.1972 bzw. 24.5.1972, S. 5, S. 7 bzw. S. 5

18.04.1972:
Vermutlich heute erscheint eine 'Rote Westfalenwalze' (vgl. 17.4.1972, 24.4.1972) der KPD/ML-ZB und KJVD Betriebsgruppe Hoesch-Westfalenhütte Dortmund:"
JEDER KLASSENBEWUSSTE ARBEITER IN'S MAIKOMITEE WESTFALENHÜTTE

DIE D'K'P-FÜHRER LÜGEN!

D'K'P-Führer sagen:
- Die Verträge helfen Strauß und Barzel zu stoppen - Die CDU/CSU-Führer wollen den Krieg.

Der CDU-Führer Barzel betonte ausdrücklich, daß er nicht gegen die Ostverträge sei. Nur will die CDU mehr aus den Ostverträgen herausholen. (Hierüber werden wir in einer der nächsten Nummern der ROTEN WESTFALENWALZE ausführlicher schreiben.)

- Die Verträge helfen, die Arbeitsplätze sicherer zu machen.

Was das Ostgeschäft tatsächlich bringt, zeigt das Beispiel des Mannesmann- Konzerns (MM, d.Vf.). Seit Jahren liefert er in großem Umfang Röhren in die SU. Wurden dadurch die Arbeitsplätze der Mannesmann-Kollegen sicherer? Im Gegenteil: Um das Großröhrengeschäft noch profitabler zu machen, hat der Konzern seit Jahren rationalisiert und konzentriert jetzt die Großröhrenproduktion im Werk Mülheim, baut dort neue hochrationalisierte Anlagen auf, und legte die alten Anlagen in Düsseldorf und Witten (heute Ennepe-Ruhr-Kreis, d.Vf.) still. Tausende Kollegen sind von der Entlassung bedroht (Dieses Beispiel wurde weitgehend wörtlich von der KPD bei Hoesch - vgl. 29.3.1972 übernommen, d.Vf.)."
Q: Die Rote Westfalenwalze Jeder klassenbewußte Arbeiter in's Maikomitee Westfalenhütte, Dortmund o.J. (Apr. 1972), S. 1ff

19.04.1972:
Die KPD berichtet heute aus Düsseldorf von der Maivorbereitung u.a. im IGM-Bereich, u.a. bei MM bzw. über ihre Ortsleitung (OL):"
Das von den Betriebszellen Mannesmann Lierenfeld und Klöckner in Düsseldorf unterstützte gewerkschaftliche Maikomitee (… (vgl. 27.3.1972, d.Vf.) wird am 1.Mai einen eigenen Block in der DGB-Demonstration bilden.

D.h. nicht hinter der arbeiterfeindlichen Gewerkschaftsspitze herzurennen, sondern mit dem einheitlichen oppositionellen Block unter klassenkämpferischen Parolen wird auch hier die Veranstaltung der Klassenversöhnung durchbrochen und gleichzeitig für die Parteidemonstration in Dortmund mobilisiert. Die OL Düsseldorf wird eine Gegenkundgebung zum DGB-Redner Hofmann (ÖTV) durchführen und anschließend zur zentralen Demonstration in Dortmund aufrufen."
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19.4.1972, S. 3

22.04.1972:
Die KPD (vgl. 7.4.1972) berichtet von Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld, daß eine Betriebsversammlung erst für heute, d.h. eine Woche nach den Betriebsratswahlen (BRW - vgl. 17.4.1972) geplant sei.
Q: Rote Fahne Nr. 40, Dortmund 7.4.1972, S. 5

24.04.1972:
Die KPD (vgl. 3.5.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche von MM und den Aufträgen aus der SU:"
ARBEITERKORRESPONDENZ
MRW-LIERENFELD

In unserem Betrieb, MRW-Düsseldorf-Lierenfeld, bestand die DKP-Politik in den letzten Jahren hauptsächlich in der Propagierung der Ostverträge.

'Deine Unterschrift für die Ratifizierung der Ostverträge, weil dann die Arbeitsplätze sicherer werden' - so forderten uns SPD- und DKP-Bonzen bei der Belegschaftsversammlung (BV, d.Vf.) der Mannesmannarbeiter in Düsseldorf auf.

Die Betriebszeitung der DKP bei Mannesmann 'Der Rohrwerker' hatte schon im Dezember 1970 (vgl. Dez. 1970, d.Vf.) auf einer vollen Seite einen Hilferuf im Stil brasilianischer oder nordirischer Handelsministerien hinausgeschickt: 'Sowjet-Auftrag für Mannesmann läuft 1972 aus! Deshalb, Moskauer Vertrag, sofort ratifizieren!' In der weiteren Begründung heißt es dann auch noch u.a.: 'Unser Land braucht Handel und Wandel. Der Moskauer Vertrag öffnet den Zugang zum krisenfesten sozialistischen Weltmarkt, zu einem Ozean des Absatzes. Das macht die Arbeitsplätze sicherer. 'Wie sicher die Sowjet-Aufträge die Arbeitsplätze gemacht haben, das zeigt hervorragend gerade der Mannesmann-Konzern. Seit Minister Schiller auf der Hannover-Messe 1969 zusammen mit dem sowjetischen Außenhandelsminister Patolitschew den Grundstein für die Lieferung von 1, 2 Mio. t Großrohren in die Sowjetunion legte, ist unsere Lage keineswegs durch Stabilität und Sicherheit gekennzeichnet. Seit einiger Zeit haben wir im MM-Konzern Stillegungen, Rationalisierungen, Kurzarbeit, Umsetzungen mit Lohneinbußen und den Abbau der Sozialleistungen auf der Tagesordnung. Es ist der Mannesmann-Konzern, der nicht im Traum daran denkt, - nur weil er einige tausend Tonnen Aufträge mehr im Sack hat - die Rohrherstellung NICHT zu rationalisieren, KEINE Arbeiter einzusparen, das Produktionstempo NICHT zu erhöhen.

Im Großwerk Mülheim läuft der Sowjetauftrag billig über die Bühne, während ringsum ein Röhrenwerk nach dem anderen geschlossen wird.

Die ersten Teilstillegungen gab es schon 1970; ein Jahr später kamen Kurzarbeit und Entlassungen sowie vorzeitige Pensionierung in einer ganzen Reihe von Betriebsabteilungen hinzu. Und Anfang Januar 1972 (vgl. 1.1.1972, d.Vf.) gab der MM-Vorstand die Stillegung der Werke Witten (1 250 Beschäftigte), Großenbaum (400 (in Duisburg, d.Vf.)) und der Zieherei in Hilden bekannt.

Weitere Werke sollen solange folgen, bis die Produktion nicht nur 1, 2 Mio. t sowjetische Rohre sondern ein vielfaches mehr rentabel herstellen kann. Dahingehende Verhandlungen in Moskau stehen schon kurz vor dem Abschluß. Doch wir Mannesmann-Arbeiter haben bei diesem Geschäft keinen Pfennig gewonnen, im Gegenteil. Wir haben gesehen, wie es mit der vielgepriesenen Sicherheit der Arbeitsplätze bestellt ist.

Die DKP wagt es, uns in dieser Situation noch dieselben Lobesreden auf den Osthandel und dieselben Fotos vom tausendsten Röhrenzug in die Sowjetunion vorzusetzen, wie die Mannesmann-Kapitalisten in ihrem Werksblatt (nur dazu noch einen roten Rand). Da wird doch ganz klar, was das heißt: Arbeiterverräter."
Q: Rote Fahne Nr. 42, Dortmund 3.5.1972, S. 4

01.05.1972:
Die KPD (vgl. 3.5.1972) berichtet:"
DÜSSELDORF: BERICHT EINES KOLLEGEN ÜBER DIE DEMONSTRATION DES MAIKOMITEES

Am Morgen des 1.Mai stand ein geschlossener Block von 150 Kollegen auf dem Oberbilker Markt, um der Arbeiterklasse zu zeigen, daß es endlich eine Alternative zur verräterischen Politik der DGB-Führung gibt.

Die DGB-Führer waren erschrocken. Nachdem es ihnen nicht gelungen war, den oppositionellen Block aus der Demonstration herauszuhalten, verlegten sich die örtlichen DGB-Größen - und jetzt kommt das bezeichnende - Hand in Hand mit den DKP-Führern den oppositionellen Block zu provozieren, handgreiflich zu werden um den Block zu sprengen. In der Zwischenzeit fotografierte MM-Betriebsrat (Mannesmann, IGM-Bereich, d.Vf.) Tetzlaff (freigestellt mit 2 100 DM und SPD-Stadtrat in Erkrath) fleißig alle Gesichter der Kollegen im oppositionellen Block. Doch trotz Prügelei, trotz aller Versuche, den Block in einer Straße einzukesseln, gelang es den DGB- und DKP-Schlägern nicht, zu verhindern, daß der Block seinen Marsch fortsetzte. Während DGB- und DKP-Führung der Bourgeoisie auf der Königsallee mit ihren Forderungen zeigten, daß sie von ihnen nichts zu befürchten hat, beendete das oppositionelle gewerkschaftliche Maikomitee an diesem Punkt seine Demonstration und erläuterte noch einmal das, was es auf einem Flugblatt vorher an den Sammelpunkten schon allen Kollegen mitgeteilt hatte:
Es wird einen Teil der Demonstration mitmarschieren, um allen Kollegen zu zeigen, daß es endlich eine Alternative zur verräterischen Politik der DGB-Führung gibt. Es wird aber nicht hinter den SPD-Parolen des DGB-Kreisvorstandes und über die Königsallee trotten, sondern seinen Block vorher organisiert auflösen um den Kampf für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse an anderer Stelle wirkungsvoll weiterzuführen auf der Maidemonstration der KPD in Dortmund, wohin wir uns mit Bussen und PKW's begaben."
Q: Rote Fahne Nr. 42 und 43, Dortmund 3.5.1972 bzw. 17.5.1972, S. 3 bzw. S. 3

08.05.1972:
Die KPD (vgl. 17.5.1972) berichtet von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld (vgl. 5.4.1972) vermutlich u.a. aus dieser Woche:"
Die reaktionären Betriebsräte sind auch die treibenden Kräfte bei einem Ausschlußverfahren (UVB, d.Vf.) aus der IG Metall, das gegen drei Jugendvertreter angestrengt werden soll, weil sie am 1.Mai im Block des oppositionellen gewerkschaftlichen Maikomitees demonstrierten und wie die Bonzen behaupten, die Arbeit der IG Metall 'kommunistisch unterwandern'.

Diese Angriffe werden die MM-Kollegen aber nicht hinnehmen. Die Betriebszelle der KPD wird den Kampf für die Rechte der jugendlichen Arbeiter unter folgenden Forderungen führen:
Umfassende Rede- und Versammlungsfreiheit auch für die Arbeiterjugend im Betrieb.
Keine Entlassung von Jugendvertretern während ihrer Amtszeit.
Kein Ausschlußantrag aus der IGM gegen klassenbewußte Kollegen.
Keine Beschränkung der Tätigkeit der Jugendvertretung und der
Jugendvertrauensleute.
Zwei mal zwei Sprechstunden pro Woche ohne Teilnahmebeschränkung.
Mindestens vier Jugendversammlungen im Jahr.
Außerordentliche Jugendversammlungen, wenn 25 Prozent der Jugendlichen oder der Jugendvertretung und der Jugendvertrauensleute dies fordern.
Gesetzlich abgesichertes Streikrecht für Lehrlinge."
Q: Rote Fahne Nr. 43, Dortmund 17.5.1972, S. 8

21.05.1972:
An der ersten nationalen Konferenz der der KPD-nahestehenden oppositionellen Gewerkschafter (vgl. 1.10.1972) nehmen, nach eigenen Angaben, über 100 Gewerkschafter aus 9 Gewerkschaften (CPK, IGM, IGBE, DruPa, BSE, ÖTV, DPG, DAG, GEW) und fast 50 Betrieben teil, u.a. von Mannesmann Düsseldorf. Die KPD (vgl. 24.5.1972) berichtet:"
Die Diskussion wurde eröffnet mit Berichten über die Betriebsratswahlen. … Anschließend kamen aus zahlreichen anderen Betrieben anschauliche Berichte, so von Ford Köln, Mannesmann-Lierenfeld, KWU-Westberlin, AEG-Westberlin, Daimler-Benz Stuttgart, Schering Westberlin, Zeche Westerholt-Polsum u.a."

In der Resolution heißt es u.a.:"
Das neue Röhrengeschäft bringt z.B. den Mannesmann-Kollegen weder Frieden noch Sicherheit, sondern Rationalisierung und Entlassung. Wie die gemeinsame Bonner Erklärung beweist, will die SPD ebensowenig wie die CDU, die Grenzen in Europa wirklich anerkennen, kann sie nicht den Frieden garantieren. Die Vorbereitung des ersten Mai hat gezeigt, daß SPD-DGB und DKP-Führung sich gemeinsam vor den imperialistischen Karren spannen - und versuchen die Arbeiter für ihre Ziele zu gewinnen."
Q: Rote Fahne Nr. 44 und 50, Dortmund Mai 1972 bzw. 5.7.1972, S. 1f bzw. S. 4; Revolutionäre Gewerkschafts Opposition Nr. 1, o.O. (Dortmund) o.J. (1972)

24.05.1972:
Die KPD (vgl. 24.5.1972) berichtet heute von den BRW und VLW bzw. der RGO:"
BETRIEBSRATSWAHLEN UND DER AUFBAU DER REVOLUTIONÄREN GEWERKSCHAFTSOPPOSITION
DIE OPPOSITION GEWINNT EINFLUSS

In den meisten Betrieben sind die Betriebsratswahlen vorüber. … Vom nationalen Maßstab her gesehen, war es unserer Partei zu diesen Betriebsratswahlen noch erst in wenigen Fällen möglich, aktiven Einfluß auf das Ergebnis der Wahlen zu nehmen. Wir haben überall, wo dies möglich war, fortschrittliche Betriebsratskandidaten unterstützt, auch solche, die in einer Reihe von politischen Fragen noch keineswegs auf dem Standpunkt unserer Partei stehen, aber entschlossen waren, sich ehrlich und tatkräftig für die Belegschaft einzusetzen, so z.B. bei Mannesmann-Lierenfeld in Düsseldorf (MM, IGM-Bereich - vgl. 12.4.1972, d.Vf.), wo unsere Betriebszelle 6 Kandidaten namentlich unterstützte, von denen dann auch 4 gewählt wurden. … Die Ergebnisse zeigen die Unzufriedenheit der Arbeiter und Angestellten mit der Politik der Gewerkschaftsführer: bei Ford-Köln (IGM-Bereich - vgl. 20.3.1972, d.Vf.)stimmten weniger als die Hälfte für die IGM-Liste, bei Klöckner-Draht in Düsseldorf sind fast die Hälfte neue Betriebsratsmitglieder (IGM-Bereich - vgl. Apr. 1972, d.Vf.), bei Mannesmann-Lierenfeld sogar 13 von 19.

Unzufriedenheit und Passivität sind bei großen Teilen der Arbeiterklasse noch die Erscheinungsformen, in denen sich ihre Opposition zur Gewerkschaftsführung ausdrückt. Unter Kampfprogrammen der betrieblichen Einheitsfont müssen Passivität und Unzufriedenheit zur aktiven und organisierten Oppositionsbewegung gegen Reformismus und Revisionismus umgeformt werden."
Q: Rote Fahne Nr. 44, Dortmund 24.5.1972, S. 5

Juni 1972:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt die Nr. 5 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 27.4.1972, 3.7.1972) heraus. Von den Betriebsratswahlen wird berichtet u.a. von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr. 5, Mannheim/Heidelberg Juni 1972

05.06.1972:
Die KPD (vgl. 5.7.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche von Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld vom Kampf gegen die Mieterhöhungen (vgl. Juni 1972, 26.6.1972):"
In der RF 48 (vgl. 21.6.1972, d.Vf.) haben wir den Offenen Brief abgedruckt, den die Betriebszelle an die Vertrauensleute des Werkes Lierenfeld geschickt hatte. Die Vertrauensleutevollversammlung jedoch lehnte einen Antrag ab, der die Mieterhöhungen als unverschämten Angriff auf die Lebensbedingungen der Arbeiter verurteilte. Dies war möglich, weil die SPD-Betriebsräte mit einer hauchdünnen Mehrheit von fünf Stimmen den Antrag abwürgen konnten. Sie sagten 'man müsse den Antrag noch einmal überarbeiten und beim nächsten Mal (d.h. im November) darüber abstimmen'!"
Q: Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 5.7.1972, S. 7

21.06.1972:
Im 'Klassenkampf' Nr. 22 (vgl. 19.6.1972, 19.7.1972) beschäftigt sich der BKA Freiburg mit den Betriebsratswahlen (BRW): "Bei Ford, Köln, Mannesmann, Lierenfeld, Arri und Zündapp, München und in vielen anderen westdeutschen und westberliner Betrieben flogen Klassenversöhnler aus dem Betriebsrat und wurden fortschrittliche Kollegen gewählt."
Q: Klassenkampf Nr. 22, Freiburg 21.6.1972, S. 5

26.06.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD vermutlich in dieser Woche einen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 11.4.1972, 10.7.1972) unter dem Titel "Unser Kampf gegen die Mieterhöhungen" heraus.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Sonderdruck Unser Kampf gegen die Mieterhöhungen, Düsseldorf o. J. (1972)

26.06.1972:
Die KPD (vgl. 5.7.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
LEHREN DER DÜSSELDORFER MIETKAMPAGNE

Über drei Wochen lang hat die Betriebszelle MM-Lierenfeld (Mannesmann - IGM-Bereich - vgl. 1.6.1972, d.Vf.) zusammen mit dem Stadtteilkomitee Eller-Lierenfeld in Düsseldorf den Kampf gegen die Mieterhöhungen der Rheinischen Wohnstätten AG geführt. …

Trotz erzielter Teilerfolge, waren Betriebszelle und Stadtteilkomitee nicht in der Lage, die Mehrzahl der Mieter in den organisierten Kampf zu führen, mit dem Ziel die Mieterhöhungen zu verhindern. Der Hauptgrund hierfür liegt darin, daß die Kollegen durch Werkswohnungen zu stark diszipliniert werden. Sie können von MM bei politischer Betätigung jederzeit gekündigt werden, d.h. sie verlieren nicht nur den Arbeitsplatz sondern auch ihre Wohnung. Diese Tatsache erwies sich als stärkste Behinderung der Kampfbereitschaft der Mieter.

Hinzu kommt, daß die Werkswohnungen, die allesamt Mittel des sozialen Wohnungsbaus erhalten, noch relativ billig im Vergleich zu Düsseldorfer Verhältnissen sind. Preise zwischen 400 und 600 DM sind Düsseldorf, hinter Aachen die Stadt mit den höchsten Mietpreisen, normal. Diese Tatsache, eine zwar verkommene, aber immerhin eine Wohnung zwischen 160 - 200 DM zu haben, bedeutet den Mietern natürlich viel.

Ein weiterer Grund ist, daß, im Gegensatz zu zu den meisten Städten im Ruhrgebiet, es die Wohnstätten-Kapitalisten in Düsseldorf verstanden haben, die Arbeiterviertel auseinanderzureißen und ihren Wohnungsbesitz zu streuen.

Die Mehrzahl der Mieter hat gesehen, was für Geschäftemacher die Wohnstätten-Kapitalisten sind, hat gesehen, daß diese Erhöhungen auch noch von der SPD mit Gesetzen unterstützt und abgesichert werden. Und ihre Gehilfen im Betriebsrat kümmerten sich außer Phrasendreschen nicht um die Sorgen der Mieter. Der, der sich wirklich und ohne Phrasen um die Probleme der Mieter kümmerte und die Abwehr gegen Lohnraub und Preistreiberei organisierte, das war und ist die KPD.

Es wurde klar, daß die Kapitalisten und ihr Staat unter Kostenmiete immer auch die Profite, Bezüge, Spesen und Zinsen der Wohnungsbesitzer, der Bauherren und der Banken verstehen.

Die Betriebszelle und das Stadtteilkomitee haben in dieser Kampagne ihre Reihen gestärkt und werden den Kampf weiterführen."
Q: Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 5.7.1972, S. 7

26.06.1972:
Die KPD (vgl. 5.7.1972) berichtet vermutlich u.a. aus dieser Woche mit Hilfe einer Korrespondenz:"
DÜSSELDORF: DIE ARBEITERWOHLFAHRT - EIN REFORMISTISCHES PROFITUNTERNEHMEN
ARBEITERKORRESPONDENZ

Ich habe 45 Jahre lang als Kraftfahrer gearbeitet, davon 15 Jahre bei Mannesmann (MM, IGM-Bereich, d.Vf.) hier in Lierenfeld. Bei der ganzen Schufterei und dem Druck immer mehr und immer schneller zu arbeiten, ist man eigentlich mit 55 Jahren schon kaputt. Aber man ist gezwungen, zu arbeiten bis man 65 ist, wenn man die Rentenhöhe erreichen will, von der man zwar immer noch nicht vernünftig leben kann, die aber für uns die Höchstgrenze darstellt.

Und nun zu dem 'geruhsamen Lebensabend', der uns immer versprochen wird. Das sieht für mich jetzt so aus, daß ich vor 1/2 Jahr versucht habe, einen Platz in einem Altenheim zu bekommen. Ich habe 1/4 Jahr gewartet bis ich angenommen wurde. Von anderen habe ich erfahren, daß sie ein Jahr und länger auf das Zimmer im Heim gewartet haben. Ich bin jetzt also zu jemandem ins Zimmer gekommen, mit dem ich mich überhaupt nicht verstehe, aber es gibt in diesem Heim fast nur 2-Bettzimmer. Diese Zimmer, in denen zwei Leute wohnen, sind ungefähr 12 qm groß. Wieviel Platz man darin hat, wenn zwei Betten, ein Schrank, ein Tisch und zwei Stühle im Zimmer stehen, kann man sich ja wohl vorstellen. Für dieses Zimmer und Essen im Heim bezahle ich pro Tag über 20 DM. Das heißt für mich, daß meine Rente dafür nicht ausreicht. Meine Rente beträgt nämlich nur 450 DM. Ich mußte deshalb einen Antrag ans Sozialamt stellen, damit der Restbetrag vom Amt übernommen wird.

Das hört sich jetzt noch gut an, aber in Wirklichkeit ist es doch so, daß ich ein ganzes Leben lang gearbeitet habe und jetzt reicht das Geld doch zu nichtS. Da ich meine ganze Rente einzahlen muß und sonst nichts an eigenem Geld habe, bekomme ich vom Sozialamt 'Taschengeld'. Das sind 50 DM im Monat. Davon soll man sich was zum Essen kaufen, wenn das Essen im Heim mal nicht geschmeckt hat, man soll Seife und den Friseur davon bezahlen, man muß sich den Kaffee kaufen, den man nachmittags gerne mal trinkt, und ab und zu braucht man auch was zum Anziehen. Wie man das machen soll von 50 DM im Monat, das soll mir mal erst einer von denen vormachen, die immer sagen 'uns geht es doch so gut'."

Die KPD schreibt dazu:"
Die Korrespondenz eines alten Kollegen aus einem Altersheim der 'Arbeiterwohlfahrt' (AWO) zeigt, wie treffend der Satz aus der Jubiläumsbroschüre der AWO ist, daß sie nämlich 'niemals eine ausschließlich dem Arbeiter dienliche Gemeinschaft war'. Wie sollte sie das auch - wurde sie doch 1919 (vgl. 1919, d.Vf.) von der SPD bewußt als 'Konkurrenzunternehmen' zur ROTEN HILFE (RH, d.Vf.) gegründet, um 'den Kommunisten nicht das Feld zu überlassen'. War die ROTE HILFE Hilfsorganisation der Arbeiterklasse unter den Bedingungen des Klassenkampfs, so stand hinter der AWO die ganze reformistische Ideologie, trat die AWO auf mit den sozialdemokratischen Lügen über die Verbesserungsfähigkeit des Kapitalismus. An die Stelle von solidarischer Hilfe der ganzen Arbeiterklasse für die unter dem menschenfeindlichen kapitalistischen System und im Kampf dagegen alt gewordenen Menschen setzt die AWO 'karitative Betreuung'.

An dem klassenverräterischen Charakter der AWO hat sich nichts geändert, im Gegenteil, sie hat sich zu einem kapitalistischen Unternehmen ausgewachsen, das das Wort 'Arbeiter' in seinem Firmenschild nur führt, um den Eindruck zu erwecken, daß es zumindest gleichberechtigte Versorgungsbedingungen für alte Arbeiter bietet.

Die Wirklichkeit sieht anders aus:
- die Heimkosten der AWO z.B. in Düsseldorf sind die höchsten unter den dortigen Altersheimen, in den letzten beiden Jahren wurden die Kostensätze um 20 Prozent auf 700 DM monatlich erhöht.
- das Gerede von SPD-Vertretern von der Abschaffung der für alte Menschen unzumutbaren Doppelzimmer ist nur die Kehrseite der Tatsache, daß die SPD-Geschäftsführer der AWO für Doppelzimmer sind, weil sonst 'ein Drittel der Einnahmen wegfallen' würde, 'weil, man weniger Heimbewohner aufnehmen könne'. Neben dem Großteil der Doppelzimmer werden die wenigen Einzelzimmer von 'Sozialzahlern' belegt, die sich auch einen Platz in einem privaten Heim leisten könnten.
- Wer als Rentner krank ist, muß in diesem Wohlfahrtsbetrieb der Sozialdemokratie als 'erhöht pflegebedürftig' 1 100 DM zahlen.

Diese Praktiken müssen in Verbindung mit den Arbeitsbedingungen für das Personal der Heime gesehen werden: Auch hier gilt der Grundsatz kapitalistischer Rationalisierung: Mehr Arbeit von weniger Arbeitskräften. Lohnkostensparende staatliche Hilfe für dieses Unternehmen ist die Abkommandierung von Kriegsdienstverweigerern (KDV, d.Vf.) zum Pflege- und Hilfsdienst bei der AWO, billigste Arbeitskräfte sind Praktikanten.

Zuwenig Pflegepersonal zusammen mit ungeschulten Arbeitskräften sind der Grund der unzureichenden medizinischen Betreuung. Besonders am Wochenende - so berichten Pfleger - wird sie zur Farce, wenn an 'etwas unruhige' alte Menschen verstärkt Beruhigungsmittel ausgegeben werden.

Was von den selbstgefälligem Geschwätz von SPD-Vertretern im Fernsehen über die 'verantwortungsvolle medizinische Pflege' zu halten ist, zeigt beispielsweise die 'moderne Beschäftigungstherapie' in Düsseldorf: viele Rentner, die bei auch nur minimaler regelmäßiger Hilfeleistung wieder gehen lernen könnten, bleiben bettlägerig, weil es an Personal fehlt.

Di Kollegen, die bei der AWO arbeiten und diese Mißstände sehen, die dagegen kämpfen wollen, sind bei der Durchsetzung ihrer Interessen, die mit denen der Heimbewohner in vielen Punkten deckungsgleich sind, gehindert, weil die AWO mit der ÖTV getrennte Tarifverträge abschließt, das heißt zwei bis drei Monate später als in anderen öffentlichen Betrieben. Auf diese Weise hat sich die AWO bisher vor Streiks schützen können."
Q: Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 5.7.1972, S. 4

28.06.1972:
Die KPD gibt die achtseitige Nr. 49 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 21.6.1972, 5.7.1972) heraus, in der sie u.a. aus Düsseldorf berichtet, wo die IGM Ortsjugenddelegiertenkonferenz stattfand. Die Jugendgruppe Mannesmann Lierenfeld ist aber immer noch nicht anerkannt. Die eigene Zelle Mannesmann Lierenfeld beschäftigt sich derweil schon mit der Jugendvertretung bei Mannesmann Rath, wo es eine Jugendgruppe gibt, ebenso wie für den Metallbereich allgemein, nur ist in letzterer die SDAJ tonangebend.
Q: Rote Fahne Nr. 49, Dortmund 28.6.1972

28.06.1972:
Bei SEL Berlin gibt die KPD die Nr. 2 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Juni 1972) heraus. Berichtet wird vor allem über die Vietnamkampagne, wo in den letzten Wochen ca. 180 Vietnamausschüsse (VA) des Nationalen Vietnamkomitees (NVK) gegründet werden konnten, u.a. bei Mannesmann Düsseldorf.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse SEL Nr. 2, Berlin Juni 1972

03.07.1972:
Die KPD (vgl. 5.7.1972) berichtet vom NVK u.a. aus dieser Woche:"
ERFOLGE DES NATIONALEN VIETNAMKOMITEES

Seit seiner Gründung am 17.Juni hat das nationale Vietnamkomitee seine Massenarbeit weiter ausgedehnt, erhält das Vietnamkomitee täglich Berichte, die die Gründung neuer Vietnam-Ausschüsse (VA, d.Vf.) bekanntgeben. Inzwischen ist die Zahl der Ausschüsse, die sich auf der Grundlage der 'Erklärung zur Unterstützung des kämpfenden vietnamesischen Volkes bis zum endgültigen Sieg über die USA-Aggression' zusammengeschlossen haben, auf fast 180 angestiegen!

Das Zentralkomitee unserer Partei hat in einer Direktive den Zellen zur vorrangigen Aufgabe gemacht, selbst die Initiative zur Bildung von Vietnam-Ausschüssen, vor allem in den großen Betrieben, zu ergreifen und aktiv in den bereits gegründeten Ausschüssen mitzuarbeiten.

So ist es unter anderem inzwischen in den Betrieben (bis auf Schering, CPK-Bereich, alle IGM-Bereich, d.Vf.) Mannesmann-Lierenfeld Düsseldorf, Opel Bochum, Schering Westberlin, AEG Brunnenstraße, Holländerstraße und Drontheimer Straße Westberlin, DWM, Borsig und DeTeWe gelungen, Ausschüsse einzurichten. Damit wird durchgesetzt, daß die gegenwärtige Vietnam-Kampagne eine Mobilisierung der proletarischen Massen zur Solidarität mit dem kämpfenden vietnamesischen Volk erbringt. Dazu trägt auch bei, daß die Fraktionen unserer Partei in den Gewerkschaften alles unternehmen, um in Gewerkschaftsgremien Solidaritätserklärungen für den Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes zu initiieren."
Q: Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 5.7.1972, S. 3

07.07.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld berichtet die KPD von der Arbeiterrunde der KPD in Düsseldorf, auf der der Film "Ein Tag in Hanoi" gezeigt und 60 DM gespendet wurden.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 17, Düsseldorf 10.7.1972, S. 6

08.07.1972:
Demonstration des Nationalen Vietnamkomitees (NVK) in Bonn.
Nach eigenen Angaben ca. 2 000 bis über 2 000 Teilnehmer. Hauptparole: "Alles für den Sieg des kämpfenden vietnamesischen Volkes". In einem Aufruf des NVK, "Alles für den Sieg des kämpfenden vietnamesischen Volkes" wird u.a. aus Düsseldorf berichtet vom VA Mannesmann Lierenfeld (10 Mitglieder).
Q: NVK: Alles für den Sieg des kämpfenden vietnamesischen Volkes, Bonn o.J. (1972)

10.07.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD die Nr. 17 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 11.4.1972, 14.8.1972) mit dem Leitartikel "2 Möglichkeiten für den Kranbetrieb: Kampf oder Umorganisierung" heraus. Berichtet wird "SPD-Polizei erschiesst Duisburger Arbeiter" (vgl. 4.7.1972). Vom Betriebsrat wird berichtet über dessen "Vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit der Geschäftsleitung. Geschildert wird "Lebensläufe ausgesuchter Arbeiterverräter. Alfred Kielholtz. Die Früchte 'harter' Betriebsratsarbeit". Zur Leistungsprämie heißt es: "Mehr Lohn - aber nicht so".

In "Die Sache des vietnamesischen Volkes ist auch unsere Sache!" wird berichtet von der Arbeiterrunde der KPD in Düsseldorf dazu (vgl.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 17, Düsseldorf 10.7.1972

12.07.1972:
In der Nr. 51 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 5.7.1972, 19.7.1972) wird u.a. berichtet vom Nationalen Vietnamkomitee (NVK) bzw. dessen Aktionen in Bonn und Berlin (vgl. 7.7.1972, 8.7.1972). Die Zahl der VA, die in der letzten Woche noch bei fast 180 lag, wird jetzt mit fast 200 angegeben. Erwähnt wird auch der VA Mannesmann Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr. 51, Dortmund 12.7.1972

14.08.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD vermutlich in dieser Woche die Nr. 18 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 10.7.1972, 6.11.1972) mit dem Leitartikel "Investition für Kantinenraum abgelehnt. Sozialer Abbau im Namen der Mitbestimmung" heraus. Berichtet wird "KJV gegründet" (vgl. 9.7.1972), wobei auch dessen Jugendbetriebszelle im Werk erwähnt wird. Aus Duisburg wird berichtet vom Streik bei Mannesmann Huckingen (vgl. 9.8.1972). Ein "Brief eines jugoslawischen Arbeiters" prangert die Verhältnisse in Jugoslawien an. Zur DKP erscheint der Artikel "Chinas Diplomatie und das Gezeter der Revisionisten".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 18, Düsseldorf o. J. (1972)

23.08.1972:
In der Nr. 57 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 16.8.1972, 30.8.1972) wird u.a. berichtet von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 57, Dortmund 23.8.1972, S. 1 und 3

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28.08.1972:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt vermutlich in dieser Woche erstmals sein Zentralorgan 'Kämpfende Jugend' (vgl. 13.10.1972) heraus. Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 1, Dortmund 1972, S. 10

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30.08.1972:
Die Nr. 58 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 23.8.1972, 6.9.1972) erscheint. Die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld beschäftigt sich mit den Stillegungen und Umstrukturierungen des Konzerns.
Q: Rote Fahne Nr. 58, Dortmund 30.8.1972, S. 4

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September 1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) Düsseldorf gibt die DKP ihren 'Rohrwerker' (vgl. Apr. 1972) heraus.
Q: Der Rohrwerker, Düsseldorf Sept. 1972

06.09.1972:
Die Nr. 59 der 'Roten Fahne' (vgl. 30.8.1972, 13.9.1972) der KPD berichtet u.a. erstmals über eine Konzernzellenleitung Mannesmann, die die Zelle in Düsseldorf-Lierenfeld und die neue Zelle in Duisburg-Huckingen anleitet. Das Düsseldorfer Stadtteilkomitee Eller/Lierenfeld beschäftigt sich mit der DÜWAG und den Mannesmann Werkswohnungen.
Q: Rote Fahne Nr. 59, Dortmund 6.9.1972, S. 4f

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13.09.1972:
Die Nr. 60 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 6.9.1972, 20.9.1972) befaßt sich u.a. mit Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 60, Dortmund 13.9.1972, S. 5

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20.09.1972:
In der Nr. 60 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 13.9.1972, 27.9.1972) wird u.a. berichtet von der Zelle Mannesmann Lierenfeld über die angekündigte Schließung des ENKA Glanzstoffwerkes in Wuppertal-Bemberg, wo ebenso wie bei der Barmag Remscheid auch die DKP aktiv ist.
Q: Rote Fahne Nr. 61, Dortmund 20.9.1972, S. 4

01.10.1972:
In Dortmund nehmen, nach eigenen Angaben über 100 Personen an einem Treffen oppositioneller, der KPD-nahestehender Metaller teil. Die Teilnehmer kommen u.a. von Mannesmann Lierenfeld Düsseldorf und Mannesmann (MM) Duisburg-Huckingen.

Bei Hoesch Dortmund berichtet die KPD:"
KOMMUNISTISCHER JUGENDVERBAND (KJV): 600 DM EXISTENZLOHN

Auf der Jugendversammlung im September stellten die Hoesch-Lehrlinge ihre Forderung für die diesjährige Metalltarifrunde auf: 100 DM mehr, weg mit den Altersabschlägen. Daß hinter diesen Forderungen die SDAJ, die Jugendorganisation der DKP steckt, ist kein Geheimnis und manche Lehrlinge erhoffen sich gerade von ihr eine wichtige Unterstützung bei der Durchsetzung dieser Forderung.

Diesen Kollegen sei nur als ein warnendes Beispiel das Vorgehen der DKP bei Mannesmann in Düsseldorf angeführt: Als die Mannesmann-Kollegen einen erbitterten Kampf für 50 Pfennig mehr führten, faselte die DKP-Betriebszeitung immer nur von 'Vertrauen in den Betriebsrat', von dem die Kollegen zu recht schon lange nichts mehr halten. Als dann eben dieser Betriebsrat den bisher größten Verrat in seiner jämmerlichen Geschichte beging, und über eine Nacht eine 'Erhöhung' von 18 Pfg. abschloß, wagte es die DKP auch noch, den Kollegen dieses Ergebnis als akzeptabel anzupreisen. Daß die SDAJ eine Forderung wie 100 DM mehr für alle Lehrlinge aufstellte, die die Spaltung der Lehrlinge durch die unterschiedliche Bezahlung nicht antastet, beweist erneut: die SDAJ hat ebenso wie die DKP das Ziel der revolutionären Vereinigung der Arbeiterklasse für den Kampf um den Sozialismus aufgegeben. Demgegenüber haben KPD und KOMMUNISTISCHER JUGENDVERBAND (KJV) von Anfang an die Forderung nach einheitlichem Existenzlohn für Lehrlinge gestellt: einheitlich für alle Lehrjahre, um die Spaltung der Lehrlinge aufzuheben, Existenzlohn, um alle Jugendlichen unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern eine Ausbildung zu ermöglichen: Wir fordern:
EINHEITLICHEN EXISTENZLOHN FÜR ALLE LEHRLINGE - HEUTE 600 DM!
WEG MIT DEN ALTERSABSCHLÄGEN!

Die Forderung nach einheitlichem Existenzlohn liegt jedoch nicht nur im Interesse der Lehrlinge selbst, sondern auch in dem ihre Eltern, die bisher immer noch die Ausbildung ihrer Kinder mitbezahlen müssen. Somit trägt diese Forderung auch zur Herstellung der Einheit von jugendlichem und erwachsenem Proletariat bei und muß auch von ihnen gemeinsam erkämpft werden. Deshalb auch die Forderung:
KEINE GETRENNTEN TARIFVERHANDLUNGEN FÜR JUGENDLICHE UND ERWACHSENE!

Die Forderung nach einheitlichem Existenzlohn ist schon oft von fortschrittlichen Lehrlingen - und ihren Jugendvertretungen aufgestellt worden. Daß sie bisher auch nicht von den Tarifkommissionen in die Tarifrunden eingebracht wurden, liegt daran, daß die Mitglieder der Tarifkommissionen von der Gewerkschaftsführung eingesetzt werden und gerade mit den letzten Tarifrunden bewiesen, daß sie nicht unsere Interessen vertreten. Wir fordern deshalb:
WAHL DER TARIFKOMMISSION DURCH DIE VERTRAUENSLEUTE!

Die KPD und der KJV stützen sich deshalb beim Aufbau einer revolutionären Gewerkschaftsopposition gerade auf diejenigen gewerkschaftlichen Vertrauensleute, die den Verrat der Gewerkschaftsführung erkannt haben und entschlossen sind, in der Gewerkschaft gegen die Gewerkschaftsführung für die Interessen ihrer Kollegen zu kämpfen. Mit der Durchführung der Konferenz oppositioneller Gewerkschafter in der IGM am 1.10. hat die KPD bereits den ersten Schritt zur Herstellung einer breiten Kampffront in der kommenden Tarifrunde getan.

VORWÄRTS BEIM AUFBAU DER REVOLUTIONÄREN GEWERKSCHAFTSOPPOSITION!"
Q: Rote Fahne Nr. 63, Dortmund 4.10.1972; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 1, Dortmund o.J. (1972), S. 36;Kommunistische Arbeiterpresse - Hoesch, Dortmund 24.10.1972, S. 2 und 5

01.10.1972:
Die KPD (vgl. 4.10.1972) berichtet von der Solidaritätsdemonstration mit den vom Gewerkschaftsausschluss aufgrund der UVB bedrohten Betriebsräten der GOG Opel Bochum:"
OPEL-BOCHUM: GEGEN VERSUCHE DER OPEL-KAPITALISTEN UND SPD-BONZEN, DEN OPPOSITIONELLEN BETRIEBSRÄTEN ZU KÜNDIGEN: SOLIDARITÄTSDEMONSTRATION

Nach den kämpferischen Belegschaftsversammlungen bei Opel I und II in Bochum - nach Erfolgen der 'Gruppe oppositioneller IG Metaller', bereiten Opel-Geschäftsleitung und SPD-Betriebsräte gemeinsam die Kündigung einzelner Betriebsräte der Liste 2 vor.
Schon vor den Belegschaftsversammlungen am 28. und 29.9. hatten 3 Betriebsräte, die ein Flugblatt der 'Gruppe oppositioneller Gewerkschafter' unterzeichnet hatten, einen Drohbrief der Geschäftsleitung erhalten, in dem ihnen ein Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz vorgeworfen wurde.
Die Forderung nach 50 Pf. mehr für alle, die Ablehnung der Sonderschichten und die Forderung nach Vorverlegung der Tarifrunde, sind demnach ein Verstoß gegen die 'Friedenspflicht'. …
Spontan hatten sich die Teilnehmer der Dortmunder Konferenz der oppositionellen IG-Metaller zu einer Protestdemonstration entschlossen. Zusammen mit den Genossen der Betriebszelle Opel unserer Partei, standen sie schon um 9.30 Uhr vor der Wirtschaftsakademie in Bochum, dem Ort der VL-Versammlung. Den Opel-Vertrauensleuten wurde eine Solidaritätserklärung mit dem Kampf der 'Gruppe oppositioneller Gewerkschafter in der IGM' überreicht, die von Kollegen aus 30 Metallbetrieben unterzeichnet war.
'Weg mit den Gewerkschaftsausschlußverfahren' und 'Kampf dem arbeiterfeindlichen BVG' war auf den roten Transparenten zu lesen. Als der SPD-Betriebsratsvorsitzende Perschke erschien - klang ihm in Sprechchören entgegen: 'Arbeiterverräter' und 'Perschke, Wirtz (Ortsbevollmächtigter der IGM) und Prein (Opel-Personalchef) - alles derselbe Verein'. Zum Schein stellte sich Perschke einer Diskussion. Doch seine Äußerungen zu den drohenden Entlassungen entlarvte diesen Kapitalistenknecht vollständig. Er sagte: 'Ich bin darüber weder froh noch traurig - aber irgendwo muß ja die Grenze sein!!!' Als 2 Betriebsräte, Teilnehmer der Konferenz in Dortmund, die Solidaritätserklärung in den Versammlungssaal bringen wollten - wurden sie von den SPD-Bonzen handgreiflich daran gehindert. In einer Abstimmung, ob die Kollegen der Liste 2 Rederecht erhalten sollten, setzte sich die reaktionäre Mehrheit der SPD-Betriebsgruppe (ARSO) durch. Auch DKP-Jaszik erwies sich wieder einmal als treuer SPD-Freund. Das Verhalten der SPD-Vertrauensleute zeigte mit aller Deutlichkeit - wie wichtig die kommenden VL-Wahlen sind. Zusammen mit einigen fortschrittlichen Vertrauensleuten beriefen die Kollegen der Liste 2 anschließend über Kampfmaßnahmen im Betrieb. Jetzt gilt es für alle Opel-Arbeiter, die schon auf der Belegschaftsversammlung ihre Solidarität mit den oppositionellen Gewerkschaftern erklärten, durch Protestaktionen zu demonstrieren, daß sie Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse nicht tatenlos hinnehmen werden.
Die Betriebszelle der KPD ist für den Kampf gerüstet.
GEGEN ENTLASSUNG UND GEWERKSCHAFTSAUSSCHLUß!
KAMPF DEM ARBEITERFEINDLICHEN BETR.VERF.G. (BVG, d.Vf.)!
GEGEN SONDERSCHICHTEN - 50 PFG. JETZT!
VORVERLEGUNG DER TARIFRUNDE!"

Die Solidaritätserklärung der Teilnehmer der Konferenz in Dortmund (vgl. 1.10.1972), die in die Opel-Versammlung eingebracht werden sollte, ist unterzeichnet von Beschäftigten von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld und Mannesmann Duisburg-Huckingen.
Q: Rote Fahne Nr. 63, Dortmund 4.10.1972

12.10.1972:
Der Kommunistische Bund Göttingen (KBG - vgl. Nov. 1972) berichtet:"
Bei Mannesmann-Röhrenwerke in Düsseldorf-Lierenfeld beschloß der Vertrauensleutekörper am 12.10. die Forderung 150 DM mehr für alle! Abschaffung der unteren Lohngruppen!"
Q: Der Metallarbeiter Nr. 1, Göttingen Nov. 1972, S. 3

18.10.1972:
In der Nr. 65 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 11.10.1972, 25.10.1972) gibt die KPD bekannt, daß bei Mannesmann Lierenfeld zumindest ein DKP-Mitglied im VLK tätig ist.
Q: Rote Fahne Nr. 65, Dortmund 18.10.1972, S. 4

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25.10.1972:
Die Nr. 66 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 18.10.1972, 31.10.1972) befaßt sich u.a. mit der KJV Jugendbetriebszelle (JBZ) Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld. Diese kämpft gegen die Entlassung des Jugendvertreters Rolf Strojec, der zumindest in der folgenden Zeit dem KJV selbst recht nahesteht und danach nach Dortmund zu Hoesch wechselt.
Q: Rote Fahne Nr. 66, Dortmund 25.10.1972, S. 5

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November 1972:
Der KB/Gruppe Eutin gibt die Nr. 12 seines 'Metallkampf' (vgl. Juni 1972, März 1973) für die ostholsteinischen Metallkollegen für November heraus.
Lineare Forderungen werden verbreitet u.a. von den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf, wo 150 DM mehr pro Monat gefordert worden seien.
Q: Metallkampf Nr. 12, Eutin Nov. 1972, S. 15

06.11.1972:
Die Jugendbetriebsgruppe (JBG) Hoesch Phoenix Dortmund des KJVD der KPD/ML-ZB gibt vermutlich in dieser Woche eine 'Rote Westfalenwalze' (vgl. 25.10.1972) heraus. U.a. heißt es:"
Wie wenig Rückgrat einige unserer Jugendvertreter besitzen, kann man schon daran sehen, daß sie ihre Forderung nach Erhöhung des Weihnachtsgeldes sofort haben fallen gelassen, als die Unternehmensleitung ablehnte. Wenn es ihnen wirklich ernst gewesen wäre, dann hätten sie nach der Diskussion in der Lehrwerkstatt, (was immerhin schon ein erster Schritt war) zum Beispiel Unterschriften für die Forderung gesammelt, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Bei Mannesmann in Düsseldorf z.B. hat die Jugendvertretung organisiert, daß alle Lehrlinge für eine bestimmte Forderung zum Arbeitsdirektor zogen!"
Q: Rote Westfalenwalze Wir Lehrlinge stellen unsere Lohnforderungen auf!, Dortmund o.J. (Nov. 1972)

06.11.1972:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD vermutlich Anfang dieser Woche einen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 14.8.1972, 11.1.1973) zu den Bundestagswahlen (BTW) unter dem Titel "Unsere Antwort auf den bürgerlichen Wahlbetrug: Kampfprogramm für die MM-Belegschaft!" mit einem Aufruf zur morgigen Arbeiterrunde heraus.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Sonderdruck Unsere Antwort auf den bürgerlichen Wahlbetrug: Kampfprogramm für die MM-Belegschaft!, Düsseldorf o. J. (1972)

07.11.1972:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf für die Kollegen der Metallindustrie' Nr. 2 (vgl. 23.10.1972, 27.11.1972) heraus. Im Leitartikel "IGM-Vorstand gegen unsere Interessen" wird von der Aufstellung linearer Forderungen zur Metalltarifrunde (MTR) berichtet aus Düsseldorf, u.a. bei Mannesmann.
Q: Klassenkampf für die Kollegen der Metallindustrie Nr. 2, Freiburg 7.11.1972

07.11.1972:
In Düsseldorf führen die KPD-Zellen Mannesmann und Klöckner Arbeiterrunden durch. Nach der Arbeiterrunde für Klöckner "wurden die Parteifunktionärin Maria Bergmann, ein Jugendvertreter und eine Betriebsrätin beim Verlassen des ROTE-FAHNE-Verlagsbüros von Polizei in Zivil festgenommen und ihr Auto durchsucht.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Sonderdruck Unser Kampf gegen die Mieterhöhungen, Düsseldorf o. J. (1972); Rote Fahne Nr. 68, Dortmund 8.11.1972, S. 1

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20.11.1972:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 3 seiner 'Kämpfenden Jugend' (vgl. 13.10.1972, Jan. 1973) heraus. Zur Metalltarifrunde (MTR) wird aufgerufen "Kampf dem Lohnraub!" und berichtet von der Zustimmung der IGM zu politischen Entlassungen u.a. bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 3, Dortmund Nov. 1972, S. 6

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29.11.1972:
In der Nr. 71 der 'Roten Fahne' (vgl. 21.11.1972, 6.12.1972) berichtet die KPD zur Metalltarifrunde u.a. von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 71, Dortmund 29.11.1972, S. 4

06.12.1972:
In der Nr. 72 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 29.11.1972, 13.12.1972) beschäftigt man sich u.a. mit Denunziantentätigkeit von DKP- und SEW-Anhängern, u.a. bei der Jugendvertretung von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 72, Dortmund 6.12.1972, S. 5

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07.12.1972:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) Nr. 22 (vgl. 11.4.1972, 11.1.1973) heraus.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Dortmund 7.2.1973, S. 4f

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13.12.1972:
Die KPD gibt die Nr. 73 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 6.12.1972, 20.12.1972) heraus. Berichtet wird auch über Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 73, Dortmund 13.12.1972, S. 4

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18.12.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD erstmals ihre 'Revolutionäre Gewerkschaftsopposition' (RGO) (vgl. März 1973) heraus. Die Rationalisierung wird u.a. unter Erwähnung der Mannesmann Röhrenwerke in Düsseldorf-Lierenfeld, Mülheim, Brackwede, Witten, Duisburg-Großenbaum und Hilden abgehandelt.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 1, Dortmund o.J. (1972)

08.01.1973:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld gibt der KJV der KPD die Nr. 1 seiner 'Kommunistischen Jugendpresse' (KJP) mit dem Leitartikel "20 und 60 DM sind ein Hohn! Proteststreiks für 600 DM Existenzlohn" zur Stahltarifrunde (STR) heraus. Zu den Jugendvertreterwahlen (JVW) wird aufgerufen: "Keine Stimme den Speichelleckern der Donath-Jesowski-Clique". Dargestellt werden: "Die Aufgaben der Jugendbetriebszelle und ihrer Zeitung der Kommunistischen Jugendpresse", eingetreten wird: "Für den Sieg des vietnamesischen Volkes!", was auch in Westberlin (vgl. 15.12.1972) geschah und in Bonn (vgl. 14.1.1973) wieder geschehen soll. Unterschriften zu Vietnam werden gesammelt.
Q: Kommunistische Jugendpresse Mannesmann Lierenfeld Nr. 1, Düsseldorf 8.1.1973

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10.01.1973:
In der 'Roten Fahne' der KPD Nr. 2 (vgl. 3.1.1973, 17.1.1973) wird u.a. berichtet über das Verhalten der DKP bei Mannesmann zur Metalltarifrunde. Erwähnt wird auch die eigene Zelle Mannesmann Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr. 2, Dortmund 10.1.1973, S. 1 und 5

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11.01.1973:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD die Nr. 23 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 6.11.1972, 28.5.1973) mit dem Leitartikel "Streik!" zur Stahltarifrunde (STR) heraus. Aufgerufen wird: "1 Stundenlohn für Vietnam" sowie zur Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973.
Eingeladen wird zur heutigen Arbeiterrunde.

In der Rubrik "Kollegen berichten:" wird gefragt: "Arbeitsunfälle - Schuld der Kollegen???". Kundgetan wird zur KJP des KJV (vgl. 8.1.1973): "Erste Kommunistische Jugendpresse erschienen". Zu den Jugendvertretungswahlen (JVW) wird aufgerufen: "Keine Stimme den Speichelleckern!". Fortgesetzt wird der Artikel "Warum sind in China die Preise stabil?".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 23, Düsseldorf o. J. (1972)

16.01.1973:
In Karlsruhe bringt die KPD-Betriebszelle Industriewerke Karlsruhe Augsburg (IWKA) zum ersten Male ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (vgl. 6.2.1973) heraus, in der sie sich u.a. befaßt mit Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse IWKA Nr. 1, Karlsruhe 16.1.1973

24.01.1973:
Die KPD gibt die 'Rote Fahne' Nr. 4 (vgl. 17.1.1973, 31.1.1973) heraus. U.a. berichtet die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld aus Mülheim und von den eigenen Jugendvertretern.
Q: Rote Fahne Nr. 4, Dortmund 24.1.1973, S. 4

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Februar 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 5 des 2. Jahrgangs seiner 'Kämpfenden Jugend' (vgl. 13.10.1972, März 1973) heraus, berichtet wird von den Jugendvertretungen u.a. bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 5, Dortmund Feb. 1973, S. 7f

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06.02.1973:
Bei IWKA Karlsruhe gibt die Zelle der KPD die Nr. 2 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 16.1.1973, 14.2.1973) heraus. Eingegangen wird auch auf die Mannesmann Röhrenwerke u.a- in Düsseldorf.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse IWKA Nr. 2, Karlsruhe 6.2.1973

07.02.1973:
Die KPD gibt die Nr. 6 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 31.1.1973, 14.2.1973) heraus. Die Konzernzellenleitung (KZL) Mannesmann befasst sich mit Mannesmann Mülheim, die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld mit den Jugendvertretern.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Dortmund 7.2.1973, S. 4f

März 1973:
Vermutlich im März gibt die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD die Nr. 2 ihrer 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' (RGO - vgl. 18.12.1972, Mai 1973) heraus und befaßt sich auch mit den Ausschlußverfahren aus den DGB-Gewerkschaften u.a. aus der IGM in der Jugendvertretung Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 2, Dortmund o.J. (1973)

März 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 3/4 seiner 'Kämpfenden Jugend' (vgl. Feb. 1973, Apr. 1973) heraus, und berichtet u.a. von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 3/4, Dortmund März 1973, S. 5

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März 1973:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Liereneld erscheint vermutlich im März das folgende Flugblatt des Stufenplan-Ausschusses mit einer Seite DIN A 4 ohne presserechtlich Verantwortlichen:"
AUFRUF AN ALLE LEHRLINGE GEGEN DIE VERABSCHIEDUNG DES STUFENPLANS
Kollegen!

Wir fordern euch auf, jetzt endlich entscheidende Kampfmaßnahmen zu ergreifen!

Denn heute wird im Betriebsrat endgültig über den Stufenplan entschieden. Und es ist jetzt schon ausgemachte Sache, daß der Betriebsrat den 2-Jahres-Verträgen zustimmen wird!

Auch die Jugendvertretung wird daran allein nichts ändern können. Denn Mannesmann und der Betriebsrat zusammen sind sicherlich stärker.

ABER SIND DIESE HERREN STÄRKER ALS ALLE LEHRLINGE????????

Ihr wißt doch aus eigener Erfahrung, wie sie erschrecken, wenn plötzlich 50 oder 100 vor ihrer Türe stehen. Dann sind sie plötzlich zu Zugeständnissen bereit.

LASST EUCH NICHT INS BOCKSHORN JAGEN! KÄMPFT GEGEN DIE VERSCHLECHTERUNG DURCH DEN STUFENPLAN! RÜCKT MORGEN DEM BETRIEBSRAT AUF DIE PELLE!!

Heute trifft es nur die neuen Lehrlinge. Aber morgen sind wir dran. Morgen heißt es dann: Es sind ja genug Hilfselektriker und Hilfsschlosser da. Wir sind nicht auf euch angewiesen.

Morgen heißt es dann: Ihr könnt ja gehen, wenn euch die Arbeit der der Lohn nicht paßt. Wir haben genug Hilfsarbeiter durch den Stufenplan, die euch ersetzen können. ('Wir brauchen nur noch 25% mit dreieinhalb-Jahres-Ausbildung').

KOLLEGEN! ZÖGERT NICHT LÄNGER! SONST IST MORGEN EURE ARBEITSKRAFT NUR NOCH HALB SO VIEL WERT!

Bei Krupp in Essen kämpften die Lehrlinge erst, als der Stufenplan schon eingeführt war. da war es natürlich zu spät.

Aber bei Mannesmann-Huckingen (in Duisburg, d.Vf.) und in Solingen kämpfen die Lehrlinge schon heute gegen die Einführung des Stufenplans und bei Stahl- und Röhren Reisholz (S+R in Düsseldorf, d.Vf.) steht heute schon fest, daß der Stufenplan nicht eingeführt wird!

Kollegen! Darum rufen wir euch auf:
STEHT NICHT ZURÜCK, WENN ES NÖTIG IST!!!
LASST EUCH NICHT UNTERKRIEGEN!!!
ZWINGT DEN BETRIEBSRAT ZUR ABLEHNUNG VON ZWEI-JAHRES-LEHRVERTRÄGEN!!!"
Q: Stufenplan-Ausschuß Lierenfeld: Aufruf an alle Lehrlinge gegen die Verabschiedung des Stufenplans, o.O. (Düsseldorf) o.J.

April 1973:
Die Rote Fahne Organisation (RFO) Saarland gibt bei Röchling Völklingen ihre 'Rote Fahne' Nr. 4 (vgl. 1.3.1973, 15.5.1973) heraus, in der u.a. von den Mannesmann Röhrenwerken in Düsseldorf berichtet wird.
Q: Rote Fahne - Röchling o.Nr. (4), Völklingen Apr. 1973

11.04.1973:
Der KJV der KPD gibt frühestens heute seine 'Kämpfende Jugend' (KJ) Nr. 5 (vgl. heraus. Die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld befaßt sich mit der Stufenplanausbildung.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 5, Dortmund Apr. 1973, S. 2

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14.04.1973:
In Dortmund-Mengede beginnt der zweitägige nationale Kongreß oppositioneller Gewerkschafter im Saalbau (vgl. 1.4.1973, 16.4.1973), der, laut der aufrufenden KPD, von über 500 Gewerkschaftern besucht wird, die sich für die "Stärkung der Revolutionären Gewerkschaftsopposition" ausgesprochen hätten. Sie kamen aus 120 Betrieben der Organisationsbereiche der IGM, ÖTV, DruPa, IGBE, IGBSE, GdED, DPG, GTB, HBV, GHK und Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB) der DDR, zuständig für die Westberliner Reichsbahn.

Teilnehmer kamen u.a. von Mannesmann Duisburg-Huckingen und von der Jugendvertretung Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.

Auch in der 'RGO' erscheint der zweite Teil eines Artikels aus der RF:"
HINEIN IN DIE GEWERKSCHAFTEN!
STÄRKT DIE RGO!

Neben den 500 Teilnehmern der Konferenzen am Vortage hatten sich noch zahlreiche Kollegen und Gäste neu eingefunden, so daß im Saal kein Platz mehr frei war. … Die Begeisterung sämtlicher Kollegen und Genossen für die Partei bewies erneut, daß die revolutionären Gewerkschafter klar erkannt haben, daß der umfassende politische Kampf nur durch die revolutionäre Partei angeleitet werden kann. Sie zeigte aber auch, daß Parteigenossen den Kern der revolutionären Gewerkschaftsopposition bilden. Der Beitrag des fristlos entlassenen Jugendvertreters von MM-Lierenfeld machte deutlich, daß die Bonzen diese Tatsache erkannt haben und ihren Ausschlußterror vor allem gegen Kommunisten richten."
Q: Rote Fahne Nr. 14, 15 und 16, Dortmund 4.4.1973, 11.4.1973 bzw. 18.4.1973, S. 1, S. 1 bzw. S. 1, 4 und 5; Dem Volke Dienen Nr. 9, Dortmund Apr. 1973;Revolutionäre Gewerkschafts Opposition Nr. 3 und 6/7, Dortmund Mai 1973 bzw. Sept. 1973, S. 2ff bzw. S. *

14.04.1973:
In Dortmund findet eine bundesweite Demonstration gegen die Entlassungen bei Hoesch (vgl. 16.2.1973) und die Berufsverbote (BV) unter dem Motto "Freiheit im Beruf - Demokratie im Betrieb" statt, zu der neben der gleichnamigen Dortmunder Initiative (vgl. März 1973) auch die DKP aufrief. Laut DKP beteiligen sich annähernd 20 000 "aus allen gesellschaftlichen Bereichen". Die KPD berichtet zentral:"
DKP - STICHWORTGEBER UND GEHILFE DES POLIZEITERRORS

Als Spitzel und Denunzianten fortschrittlicher Kollegen bei der reaktionären Gewerkschaftsführung und der politischen Polizei weisen sie ihre Verfassungstreue nach. Der fortschrittliche Lehrer Hannes Heer in Bonn ist ebenso aufgrund ihrer Angaben entlassen worden wie der fortschrittliche Jugendvertreter von Mannesmann-Lierenfeld (IGM-Bereich in Düsseldorf, d.Vf.). Solche Arbeit weiß die SPD-Regierung zu schätzen. Sie wird den 'Extremisten-Erlaß' so interpretieren, daß nur noch die 'chaotischen' Gruppen darunter fallen.

Zur Solidaritätsdemonstration der DKP gegen die Berufsverbote hieß es deshalb im Flugblatt unserer Partei: DKP - Solidarität im Zeichen des Antikommunismus!"
Q: Kommunist Extra Freiheit im Beruf - Demokratie im Betrieb und Internationale Solidarität gegen Berufsverbote, Hamburg o.J. (1973), S. 2 bzw. S. 3; Rote Fahne Nr. 16, Dortmund 18.4.1973, S. 1, 5 und 7;Arbeiter-Zeitung Nr. 5, Mannheim/Heidelberg Mai 1973;Initiative 'Freiheit im Beruf - Demokratie im Betrieb':Einladung zur Pressekonferenz am 12.4.1973, Dortmund o.J. (Apr. 1973);Initiative 'Freiheit im Beruf - Demokratie im Betrieb':Presseinformation, Dortmund 4.4.1973;Initiative 'Freiheit im Beruf - Demokratie im Betrieb':Dortmunder Demonstration und Kundgebung 'Freiheit im Beruf - Demokratie im Betrieb' findet vielfältiges Echo, Dortmund o.J. (Apr. 1973)

20.04.1973:
Vermutlich erscheint zum Wochenende ein Flugblatt des KSV Dortmund der KPD:"
KAMPF ALLEN EINSCHÜCHTERUNGS- UND ILLEGALISIERUNGSVERSUCHEN!

Es haben uns auch auch die DKP- und MSB-Revisionisten ein neues Lehrstück über ihre zunehmend offene Unterdrückungsrolle gegeben. In ihren Versuchen, sich der SPD-Regierung als verfassungstreuer Ordnungsfaktor anzudienen, übernehmen sie die Drecksarbeit. Nicht nur, daß sie die übrige bürgerliche Presse übertrumpfen (so bezeichnete die DKP in ihrer Hoesch-Betriebszeitung 'Heiße Eisen' (IGM-Bereich - vgl. 12.4.1973, d.Vf.) die Besetzer des Rathauses als 'Schläger vom Typ der faschistischen SA'!), sie nehmen selbst Teil an der Unterdrückung von Kommunisten und anderen fortschrittlichen Menschen. So unterstützten DKP-Gewerkschaftsfunktionäre die Verbotsanträge gegen faschistische und 'maoistische Organisationen', trieben die Entlassung fortschrittlicher oppositioneller Gewerkschafter voran, wie bei AEG in Westberlin, Mannesmann-Lierenfeld (MM in Düsseldorf, d.Vf.) oder verweigerten ihre Unterstützung wie im Falle von Rudi Wischnewski bei Opel-Bochum, so denunzierte der DKP-Bundestagskandidat und ehemalige Bonner AStA-Chef Thiee den Kommunistischen Lehrer Hannes Herr, so stimmen die MSB/SHB-ASten im VDS einer Resolution zu, in der der KSV als 'neonazistisch' beschimpft wird (vgl. 22.3.1973, d.Vf.) usw.

In immer mehr Betrieben propagieren oppositionelle Gewerkschafter die Forderungen der KPD nach 1 200 Mark Mindestlohn; immer mehr Jugendgruppen machen sich die Forderung nach 600 Mark Existenzlohn zu eigen; die Streiks bei Hoesch und Mannesmann zeigen: Die SPD-Gewerkschaftsführung hat immer größere Schwierigkeiten solche verräterischen Tarifabschlüsse, wie den 8, 5% Abschluß in der Metallindustrie durchzusetzen. Deshalb der Beschluß von Drupa Führung und IG Metall-Führung klassenkämpferische Kollegen ('Maoisten') aus den Gewerkschaften auszuschließen (UVB - vgl. 16.4.1973, d.Vf.). Deshalb der Versuch auch die Teilnehmer an dem RGO-Kongreß als Kriminelle abzustempeln."
Q: KSV Dortmund:Kampf allen Einschüchterungs- und Illegalisierungsversuchen, Dortmund o.J. (Apr. 1973)

26.04.1973:
Die KPD berichtet:"
DÜSSELDORF: POLIZEI UNTERDRÜCKT KUNDGEBUNG DER LIGA VOR AUSLÄNDERWOHNHEIM!

Am 26.4.1973 hatten die Ortsgruppe Düsseldorf der Liga gegen den Imperialismus (LgdI, d.Vf.) und das lokale Komitee 'Kampf den reaktionären Ausländergesetzen!' eine Kundgebung zum 1.Mai vor einem Wohnheim ausländischer Kollegen von Mannesmann geplant. Diese Kundgebung war in der 'Kampffront', der sechssprachigen Zeitung des Ausländerkomitees, angekündigt worden.

Als die Genossen vor dem Ausländerwohnheim ankamen, standen Mannschaftswagen und Wasserwerfer schon bereit, alles war abgeriegelt, es wimmelte von Spitzeln und politischer Polizei. Das Wohnheim selbst war besetzt und vollständig abgeriegelt, den ausländischen Kollegen hatte man als Grund für diese Maßnahmen erzählt, daß zwei ihrer Kollegen von den Genossen 'MIT EINEM FLITZEBOGEN ERSCHOSSEN' worden wären.

Die Kundgebung konnte nicht stattfinden, ein Genosse - der etwas abseits stand - wurde plötzlich von der Polizei gepackt und zum Polizeipräsidium gebracht: 'Zur Identifizierung'. Der Genosse sollte angeblich derjenige gewesen sein, der auf der Düsseldorfer Vietnamdemonstration (vgl. 17.3.1973, d.Vf.) einen fotografierenden Spitzel verprügelt haben soll.

Die Genossen setzten sich nach der unterdrückten Kundgebung zusammen, um ein Flugblatt gegen dieses Polizeimanöver zu machen, das sie am nächsten Tag in dem Wohnheim und den anliegenden Häusern verteilten."
Q: Rote Fahne Nr. 18, Dortmund 2.5.1973, S. 4

11.05.1973:
In Dortmund führen, nach eigenen Angaben, KPD und KJV eine Kundgebung vor der Lehrwerkstatt der Hoesch Westfalenhütte durch um gegen die Entlassung ihres Anhängers und Jugendvertrauensmannes Rolf Strojec (Starkstromelektriker im 3. Lehrjahr) zu protestieren (vgl. 8.5.1973, 25.5.1973). Dasselbe Schicksal hatte Strojec zuvor bereits bei Mannesmann Düsseldorf erlitten.
Q: Dem Volke Dienen Nr. 14, Dortmund 30.5.1973; Rote Fahne Nr. 20, Dortmund 16.5.1973

28.05.1973:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD vermutlich in dieser Woche eine 'Kommunistische Arbeiterpresse' (vgl. 11.1.1973, 24.9.1973) und in der Folge auch Flugblätter für die Abteilung Kaltzieherei heraus.
Q: Rote Fahne Nr. 25, Dortmund 20.6.1973, S. 5

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23.06.1973:
An der Karlsruher Demonstration "Hände weg von der KPD!" nehmen, laut KPD, bei Regen über 5 000 Personen teil, darunter Jugendvertreter von u.a. Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 23, 24, 25, 26, 16 und 25, Dortmund 6.6.1973, 13.6.1973, 20.6.1973, 27.6.1973, 17.4.1974 bzw. 19.6.1974

Juli 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 7 seiner 'Kämpfenden Jugend' (vgl. 28.5.1973, Sept. 1973) heraus und berichtet auch von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 7, Dortmund Juli 1973, S. 2f

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August 1973:
Der KOV der KPD berichtet vermutlich von Mitte bis Ende August:"
EINSTEINGYMNASIUM DORTMUND SOLIDARITÄTSADRESSE DER SMV

Diese Resolution wurde am Einstein-Gymnasium in Dortmund von der SMV mit 2/3 Mehrheit verabschiedet:

An den Kollegen Gerd Bail

Wir erklären uns mit Dir solidarisch, denn wir wissen, daß Deine Entlassungsgründe (am 10.8.1973 bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld - IGM-Bereich, d.Vf.) ein lächerlicher Vorwand sind und daß die wahren Gründe politischer Natur sind.
Wir wissen auch, daß jetzt, wo ein 'heißer Herbst' bevorsteht, die Betriebe von Leuten, die sich wirklich für ihre Kollegen einsetzen, gesäubert werden. Deshalb fordern wir:
SOFORTIGE WIEDEREINSTELLUNG VON GERD BAIL!"
Q: Schulkampf Nr. 9, Dortmund Sept. 1973, S. 10

01.08.1973:
Vermutlich Anfang August gibt der KJV der KPD bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld eine Ausgabe seiner 'Kommunistischen Jugendpresse' (KJP) mit 4 Seiten DIN A 4 Spiritcarbonabzug ohne presserechtlich Verantwortlichen heraus:"
LE(E)HRJAHRE BEI MM

Sicher bist Du überrascht, wenn Dir ein Brief des Kommunistischen Jugendverbandes, der Jugendorganisation der KPD, ins Haus flattert. Wir kämpfen nun schon seit einem Jahr im Werk als Jugendbetriebszelle gegen die miese Ausbildung, für den einheitlichen Existenzlohn für Lehrlinge heute 600 DM, gegen die Rausschmisse von politisch unliebsamen Kollegen. Dies alles mit dem Ziel, die Lehrlinge und Jungarbeiter im Kampf gegen die Kapitalisten und ihre SPD-Regierung zusammenzuschließen und für die Sache des Sozialismus zu gewinnen. Wir haben eine Aufstellung der anfangenden Lehrlinge bei Mannesmann Lierenfeld und das ist eine gute Gelegenheit, uns Euch vorzustellen, um dir kurz zu beschreiben, was dich erwartet, wenn, wenn du am 1. die Lehrwerkstatt betrittst.

Wie steht es mit der Ausbildung bei MM?

Immer wieder bekommen wir Lehrlinge von den Ausbildern zu hören, daß die Ausbildung bei MM zu den besten von Düsseldorf gehöre. Kein Wunder, daß die MM-Kapitalisten und ihre Stellvertreter auf diese Art für sich Reklame machen wollen und zugleich allen Jugendlichen einreden sie müßten dafür schön brav und dankbar sein. Aber wie sieht es tatsächlich in Lierenfeld aus?

Sollen wir dankbar sein, daß bei der letzten Prüfung 75% der technischen Zeichner, 50% der Dreher, Schlosser und Elektriker durchgefallen sind?

Sollen wir dankbar sein, daß in die Lehrwerkstatt kaum noch Geld gesteckt wird, weder für einen Elektronikraum, noch für Übungsmaschinen bei den Schlossern, noch für den Werksunterricht, wo gute Lehrer fehlen? Sollen wir zu guter letzt schön brav sein, wenn die technische Zeichner Ausbildung allmählich eingestellt wird, wenn sich die Ausbilddung im Betrieb als nackte Ausbeutung beweist, wo man zwar viel verlernt, aber dafür einigen Profit bringt (drei Monate Lampenauswechseln, ist das nicht lehrreich?).

Unter euch werden die 1. sein, die nur Zweijahreslehrverträge bekommen. Auch das ist nach Aussage der MM-Kapitalisten und des BRs sozial, fortschrittlich und im Interesse aller Lehrlinge. Angeblich können ja alle nach bestandener Prüfung weiterlernen, so steht es ja im Lehrvertrag. Allerdings werden nur 25% gebraucht, so daß die Lehrherren viele zu ihrem Glück zwingen werden, d.h. die Lehre spätestens nach zwei Jahren abzubrechen. Selbstverständlich kommt derjenige am ehesten weiter, der immer brav und fleißig war. Dieser Stufenplan dient also der Erpressung der Lehrlinge, er sorgt dafür, daß mehr als die Hälfte schlechter ausgebildet und bezahlt werden. Wir fordern:
WEG MIT DEN ZWEIJAHRES-LEHRVERTRÄGEN!

Alle, die nicht klein beigeben, sondern gegen die Ausbeutung unserer billigen Arbeitskraft und die ständige Verschlechterung der Ausbildung ankämpfen, werden von den MM-Kapitalisten als politische Wirrköpfe beschimpft und bekämpft. Aber immer mehr Kollegen haben erkannt, daß nur der Einzelne den MM-Kapitalisten hilflos ausgeliefert ist, nicht aber wenn sich die Lehrlinge fest zusammenschließen. Unsere KJV-Zelle organisiert den Kampf gegen die MM-Kapitalisten und trägt mit dazu bei, daß das kapitalistische Ausbeutersystem beseitigt wird. Sie kämpft für eine neue Ordnung ohne Ausbeutung und Unterdrückung der Volksmassen, sie kämpft für die Volksdemokratie.

'Entlassungsvorbereitungen gegen Jugendvertreter'
Sofortige Rücknahme der Entlassung des JV Rolf Strojec!
Keine Teilnahmebeschränkung bei Sprechstunden der Jugendvertretung!
Weg mit den Beurteilungsbögen!
Streikrecht für Lehrlinge!

Diese Parolen und Überschriften aus unserer Kommunistischen Jugendpresse sollen euch nur zeigen, daß die Herren von MM keineswegs zimperlich mit den Lehrlingen umspringen. Entlassungen, Verwarnung, Verweis, Elternbesprechung, Anschisse durch die Ausbildungsleitung, Anbrüllerei und Triezerei durch einige Ausbilder sind die üblichen Mittelchen der MM-Kapitalisten Zucht und Ordnung unter die Lehrlinge zu bringen. Und dabei helfen die Betriebsräte kräftig mit. Sie stimmten dem Stufenplan ebenso zu wie der fristlosen Entlassung von Rolf Strojec. es reicht schon, wenn drei Kollegen zusammen stehen, gleich scheucht ein Ausbilder sie auseinander. 'Hier wird gearbeitet und nicht gequatscht' heißt es dann immer. Hinter all dem steckt die Angst der MM-Kapitalisten, die Lehrlinge könnten sich zusammentun und etwas gegen sie unternehmen. Aber je mehr sie uns unterdrücken, desto mehr halten wir zusammen. Das ist unsere Stärke, denn gegen die geschlossene Front der Lehrling haben die MM-Kapitalisten einen schweren Stand.

Unsere Zelle gibt eine Zeitung heraus, wo über die neuesten Schweinereien der Kapitalisten, der Ausbilder oder der Betriebsräte bei MM, über die Kämpfe der älteren Kollegen gegen ihre Ausbeutung, über die fortschrittlichen Jugendvertreter berichtet oder Korrespondenzen von Lehrlingen selbst geschrieben werden.

Die Zeitung des KJV heißt Kämpfende Jugend, wird vor vielen Betrieben, Kasernen und Berufsschulen in der BRD verkauft und natürlich auch vor den Lehrwerkstätten.

Wenn ihr also morgens an der Ronsdorferstraße mit euren verschlafenen Augen Flugblattverteiler seht, dann sind wir es mit den neuesten Informationen über die Lehrwerkstatt und den Betrieb.

Und wenn ihr näheres über uns wissen wollt, kommt doch zum Büro der KPD. Es liegt bei MM um die Ecke in der Erkratherstr.300

Kauft und lest die Kämpfende Jugend Preis 50 Pfg. Das Inhaltsverzeichnis der letzten KJ:
Kampf dem Ausschlußterror!
Die Lügen der Gewerkschaftsbonzen!
KJ-Interview mit R. Strojec!
Hände weg von der KPD!
BGS-Schwarzbuch/Genscher Strategie!

Sprechstunden: Erkratherstr.300 Di. 20 -22, Fr. 13 - 18, Sa. 14 - 18 Uhr"
Q: Kommunistische Jugendpresse Mannesmann Lierenfeld Le(e)hrjahre bei MM, o.O. (Düsseldorf) o.J. (1973)

06.08.1973:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld befaßt sich der Betriebsrat, laut KPD (vgl. 15.8.1973), heute mit dem Antrag der Geschäftsleitung auf Entlassung des Jugendvertreters Gerd Bail (vgl. 10.8.1973), dem zugestimmt wird.

Die KPD/ML (vgl. 18.8.1973) berichtet vermutlich aus dieser Woche von Mannesmann (MM) Düsseldorf über die Jugendvertreterentlassung, gegen die sich neben KPD/ML und Roter Garde (RG) auch die KPD sowie die Jugendvertretungen von Ford Köln, Mannesmann Düsseldorf-Rath, Mannesmann Solingen und Schering Berlin einsetzen.
Q: Roter Morgen Nr. 32, Dortmund 18.8.1973; Rote Fahne Nr. 33, Dortmund 15.8.1973, S. 1

10.08.1973:
In Düsseldorf-Lierenfeld demonstrieren, laut und mit KPD, 120 bzw. 150 gegen die Entlassung des Jugendvertreters Gerd Bail bei Mannesmann Lierenfeld (vgl. 6.8.1973, 13.8.1973). Das Nationale Komitee "Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse" des KJV der KPD vermeldet gar 200 Leute.

An dem Marsch ab Mannesmann Tor in der Ronsdorfer Straße durch Eller und Lierenfeld beteiligen sich, laut KPD, u.a. Beschäftigte von Mannesmann Lierenfeld und Rath, von Stahl und Röhren Reisholz, von VKW und Demag sowie die Jugendbetriebszelle des KJV der KPD. Aufgerufen wurde u.a. mit einem 'Kämpfende Jugend' Sonderdruck des KJV-RK Rhein/Ruhr.

Die KPD/ML (vgl. 18.8.1973) beteiligt sich mit der Roten Garde (RG) sieht aber nur ca. 120 Teilnehmer.
Q: Kämpfende Jugend Sonderdruck Rhein/Ruhr Mannesmann-Lierenfeld: …, Dortmund o. J. (1973); Roter Morgen Nr. 32, Dortmund 18.8.1973, S. 4;Rote Fahne Nr. 32 und 33, Dortmund 8.8.1973 bzw. 15.8.1973, S. 4 bzw. S. 1 und 5;NK AjgpEuGa: Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse, Remscheid 1973

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13.08.1973:
In Düsseldorf besuchen, laut und mit KPD, 200 eine Veranstaltung gegen die heutige Entlassung des Jugendvertreters Gerd Bail (vgl. 10.8.1973) bei Mannesmann Lierenfeld.

Es wird ein Ausschuß gegen die Entlassung von Gerd Bail gegründet.

Berichtet wird auch in:
- NRW im Regierungsbezirk Düsseldorf durch das KPD RK-NRW bei Mannesmann- und Demag-Werken (IGM-Bereich - vgl. 12.5.1975).
Q: KPD-RK NRW:Mannesmann- und Demag-Arbeiter gemeinsam gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse!, Dortmund o.J. (Mai 1975), S. 2; Rote Fahne Nr. 33, Dortmund 15.8.1973, S. 5

15.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 33 (vgl. 8.8.1973, 22.8.1973) heraus. Aus Düsseldorf wird berichtet von den Jugendvertretungen bei Mannesmann Lierenfeld (MM, IGM-Bereich - vgl. 10.8.1973, 13.8.1973) und Rath, wobei auch die SPD-Betriebsgruppen Erwähnung finden.
Q: Rote Fahne Nr. 33, Dortmund 15.8.1973, S. 1 und 5

22.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 34 (vgl. 15.8.1973, 29.8.1973) heraus.
Aus Düsseldorf wird berichtet von der Jugendvertretung (JV) bei Mannesmann Lierenfeld. Aus NRW wird berichtet, daß die KPD in die laufende Streikwelle mit Flugblättern eingegriffen habe, die u.a. verteilt worden sind bei Mannesmann Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 34, Dortmund 22.8.1973, S. 3

29.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 35 (vgl. 22.8.1973, 5.9.1973) heraus. Berichtet wird auch von der Jugendversammlung bei Ford Köln, wo gegen die Jugendvertretung eine Solidaritätsresolution für die Jugendvertretung (JV) bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld verabschiedet wurde.
Q: Rote Fahne Nr. 35, Dortmund 29.8.1973, S. 4

September 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 8 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. Juli 1973, Okt. 1973) für September mit einem Leitartikel "Fortschrittliche Jugendvertreter gegen Entlassung und Gewerkschaftsausschluss", sowie Einziehungen zur Bundeswehr wie sie auch bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld vorkamen, heraus. Genauer berichtet wird dazu auch von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 8, Dortmund Sept. 1973, S. 1f

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September 1973:
Der KOV gibt vermutlich im September seine Agitationsbroschüre Nr. 1 heraus mit dem "Aufruf an alle jungen Gewerkschafter" zur Nationalen Konferenz am 20./21.10.1973 gegen die Entlassungen von Jugendvertretern mit einer Resolution von Jugendvertretern, Jugendvertrauensleuten und Gewerkschaftern von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld, Mannesmann Duisburg-Huckingen, VKW Düsseldorf, DEMAG Düsseldorf, AEG Berlin-Brunnenstraße, DeTeWe Berlin, Schering Berlin und RVK Berlin.
Q: KOV: Agitationsbroschüre Nr. 1, Dortmund o. J. (1973), S. 34f

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September 1973:
Der Kommunistische Oberschülerverband (KOV) der KPD gibt seinen 'Schulkampf' Nr.9 (vgl. Juli 1973, Okt. 1973) heraus. Zu Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld erscheint "Schluß mit dem Entlassungsterror! Schulkampf-Interview mit Jugendvertreter Gerd Bail".
Q: Schulkampf Nr. 9, Dortmund Sept. 1973, S. 10

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12.09.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 37 (vgl. 5.9.1973, 19.9.1973) heraus. Es berichtet das Initiativkomitee gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüße Düsseldorf auch von Mannesmann Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 37, Dortmund 12.9.1973

14.09.1973:
Auf Initiative des Düsseldorfer Initiativausschusses "Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse" (vgl. Sept. 1973), der u.a. bei Mannesmann Lierenfeld sowie bei Mannesmann Huckingen in Duisburg tätig ist, treffen sich, nach eigenen Angaben, über 60 Arbeiterjugendliche.
An der morgen beginnenden zweitägigen Gründungskonferenz des Nationalen Komitees "Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüße" (NKAJgpEuGa - vgl. 17.9.1973) in Düsseldorf beteiligen sich, laut KPD, über 60 Personen. Das Komitee gibt vermutlich noch diesen Monat eine Broschüre unter dem eigenen Namen als Titel heraus. Darin wird berichtet von Jugendvertreterentlassungen bzw. Nichtübernahmen von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld (1) (vgl. 10.8.1973).
Q: Für ein freies Jugendzentrum Nr. 2, Dortmund Okt. 1973, S. 11; NKAJgpEuGa:Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse, Remscheid 1973;Rote Fahne Nr. 38, Dortmund 19.9.1973;Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 8, Dortmund Okt. 1973

17.09.1973:
Vermutlich in dieser Woche erscheint das 1. Flugblatt des Nationalen Komitees: Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüße (NKAjgpEuGA) des KJV der KPD (vgl. 14.9.1973) mit der Kontaktadresse Karin Lehmann, 563 Remscheid, Stachelhauserstraße 13:"
Am 16.9.1973 gründeten über 60 junge Gewerkschafter, Jugendvertreter, Jugendvertrauensleute und Betriebsräte aus über 30 Betrieben u.a. AEG-Westberlin, BBC Dortmund, Bayer Leverkusen, De Te West-Berlin, Demag Düsseldorf, Felten und Guilleaume, Ford Köln, Finanzamt Wedding, Hoesch Dortmund, Heye Minden, IWKA Karlsruhe, KWU Westberlin, Leitz Wetzlar, Mannesmann Lierenfeld und Huckingen Düsseldorf-Duisburg, Philips Siegen, Schering Westberlin, VW Hannover, VKW Düsseldorf, WMF Geißlingen, in der BRD und Westberlin das Nationale Komitee: 'Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse.' Es war erforderlich, auf dieser Konferenz ein nationales Komitee zu bilden, da die Entlassungswelle der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) zentral in der ganzen BRD und Westberlin stattfindet.

Wenn die Unternehmer jeden fortschrittlichen Jugendvertreter unter unmöglichen Begründungen wie: Berufsschule sitzengeblieben, zu faul, zu spät zur Arbeit gekommen etc. rausschmeißen, hängt sich der DGB-Vorstand an seine Fersen, nicht um ihm zu helfen, sondern um zu sehen, ob sich der Rausgeworfene wirklich konsequent für die Interessen seiner Kollegen eingesetzt hat. Wenn ja, so verweigern sie den Rechtsschutz und jede Solidarität, dafür wird er aber aus der Gewerkschaft ausgeschlossen (UVB, d.Vf.). Da muß man sich doch fragen, wem wollen die DGB-Führer helfen, wenn jetzt schon über 100 Gewerkschaftler ausgeschlossen sind. Auch wenn der DGB-Vorstand mit seiner Kampagne, 'Von den Kollegen gewählt - Von den Bossen gefeuert' aufkreuzt, kann man ihm nicht trauen. Das Ziel ist es doch, der Arbeiterjugend zu sagen: wir, der DGB, euer Interessenvertreter, werden das Betriebsverfassungsgesetz (BVG, d.Vf.) verbessern. Verbessern, d.h. Änderung des Paragraphen 103, d.h. Nichtübernahme eines Jugendvertreters entspricht einer fristlosen Kündigung. Diese fristlosen Kündigungen unterliegen zwar der Zustimmung des Betriebsrates, aber die SPD-Betriebsräte haben schon oft bewiesen, was sie von fortschrittlichen Jugendvertretern halten. Sie schmeißen sie raus, indem sie dem Antrag auf fristlose Kündigung zustimmen.

Kollegen, das heißt: wir müssen selber kämpfen für unsere
Interessenvertreter. Um deshalb geschlossen vorzugehen,

ORGANISIERT EUCH IN DEN ÖRTLICHEN KOMITEES, die es schon in vielen Städten der BRD gibt.

Machen wir den ersten Höhepunkt, eine nationale Demonstration und einen Kongreß am 20./21. Oktober in Essen, zum vollen Sieg der Arbeiterjugend. Zeigen wir dem BDA und den DGB-Führern, daß die Arbeiterjugend sieht, wer ihre Freunde und wer ihre Feinde sind!

Tragt euch in die Unterschriftenlisten ein, mit denen Kollegen des Nationalen Komitees vor euren Betrieben und den Lehrwerkstätten und den Jugendzentren euch zur Solidarität aufrufen!

KEINE ENTLASSUNG VON JUGENDVERTRETERN, BETRIEBSRÄTEN, VERTRAUENSLEUTEN UND JUGENDVERTRAUENSLEUTEN!
KEINE EINZIEHUNG VON JUGENDVERTRETERN UND JUGENDVERTRAUENSLEUTEN WÄHREND IHRER AMTSZEIT ZUR BUNDESWEHR!
KAMPF DEN POLITISCHEN ENTLASSUNGEN UND GEWERKSCHAFTSAUSSCHLÜSSEN!
WEG MIT DEN UNVEREINBARKEITSBESCHLÜSSEN!
KAMPF DEM ARBEITERFEINDLICHEN BETRIEBSVERFASSUNGSGESETZ!
STREIKRECHT FÜR LEHRLINGE!"
Q: Kämpfende Jugend Nr. 9, Dortmund Okt. 1973, S. 3; Nationales Komitee Arbeiterjugend gegen Politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse:1. Flugblatt, Remscheid o.J. (1973)

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19.09.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 38 (vgl. 12.9.1973, 26.9.1973) heraus und berichtet auch aus Düsseldorf von Lehrlingen und Werksschutz bei Mannesmann Lierenfeld. Ford-Spenden gingen u.a. ein von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 38, Dortmund 19.9.1973, S. 5

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19.09.1973:
Bei KWU Berlin gibt die KPD die Nr. 29 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 3.9.1973, 28.9.1973) heraus mit Artikel "'Politische Säuberung' der Betriebe und der Gewerkschaft von Kommunisten, fortschrittlichen Jugendvertretern und Kollegen!" zu den Jugendvertreterentlassungen, wobei auch berichtet wird aus Düsseldorf von Mannesmann-Lierenfeld.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe KWU Nr. 29, Berlin 19.9.1973, S. 4

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24.09.1973:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD vermutlich in dieser Woche einen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 28.5.1973, Nov. 1973) unter der Schlagzeile "Jetzt müssen alle Abteilungen den Kampf gemeinsam weiterführen" heraus.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Sdr.druck Jetzt müssen alle Abteilungen den Kampf gemeinsam weiterführen, Düsseldorf o. J. (1973)

Oktober 1973:
Nummer 2 der Reihe 'Agitationsheft des Kommunistischen Jugendverbandes' (Jugendorganisation der KPD) (vgl. Okt. 1973, Feb. 1974) erscheint im Verlag Kämpfende Jugend (Dortmund) unter dem Titel "Kampf dem arbeiterfeindlichen Betriebsverfassungsgesetz!" (BVG).
Berichtet wird u.a. über die Jugendvertretung bei Mannesmann Düsseldorf.
Q: Rote Pressekorrespondenz Nr. 35, Dortmund 1973, S. 20; KJV: Agitationsheft Nr. 2, Dortmund Okt. 1973

Oktober 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 9 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. Sept. 1973, Nov. 1973) für Oktober heraus, berichtet wird auch von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 9, Dortmund Okt. 1973, S. 3

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09.10.1973:
In Düsseldorf streiken, laut KPD, bei Mannesmann Lierenfeld 200 Facharbeiter für eine Lohnerhöhung von 50 Pfennig, u.a. in der Adjustage, dem Walzwerk, der Zieherei und der Bohrrohrdreherei.

Davon berichtet die Zelle Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld auch in einem Flugblatt in Duisburg unter dem Titel "An die Kollegen der Huckinger Hütte!", in dem auch auf den vor kurzem gegründeten Rote-Fahne Freundeskreis (RFFK) Duisburg hingewiesen wird, in dem sich u.a. Kollegen von Mannesmann und der August Thyssen Hütte (ATH) organisieren.
Q: KPD-Zelle Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld: An die Kollegen der Huckinger Hütte!, Düsseldorf o. J. (1973); Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 10.10.1973, S. 4

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15.10.1973:
Die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD gibt vermutlich in dieser Woche ihre auf Oktober datierte 'Revolutionäre Gewerkschaftsopposition' Nr. 8 (vgl. 10.9.1973, Feb. 1974) heraus. Über politische Entlassungen wird auch berichtet von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld und Rath.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 8, Dortmund Okt. 1973

15.10.1973:
Vermutlich erscheint zu Beginn dieser Woche ein Flugblatt der Sympathisantengruppe Dortmund des KOV der KPD mit einem Aufruf zur bundesweiten Demonstration:"
GEGEN POLITISCHE ENTLASSUNGEN UND GEWERKSCHAFTSAUSSCHLÜSSE!

In den letzten Wochen wurden über 600 Jugendvertreter und junge Gewerkschafter von den Unternehmern gefeuert, bzw. nach Beendigung ihrer Lehre nicht übernommen. …
- Gerd Bail, Jugendvertreter bei Mannesmann (MM in Düsseldorf, d.Vf.) Lierenfeld, wurde ein halbes Jahr vor Beendigung seiner Lehre, unter fadenscheinigen Argumenten, fristlos entlassen."
Q: KOV-Sympathisantengruppe Dortmund: Gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse, Dortmund o.J. (1973)

31.10.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 44 (vgl. 24.10.1973, 7.11.1973) heraus und berichtet auch von Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld u.a. aus der Adjustage.
Q: Rote Fahne Nr. 44, Dortmund 31.10.1973, S. 5

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November 1973:
Die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld der KPD gibt vermutlich im November einen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 28.9.1973) gegen die angekündigten Stillegungen verschiedener Teile des Mannesmann-Konzernes in Düsseldorf, Mülheim, Langenfeld und Solingen heraus, der auch bei Mannesmann Düsseldorf-Rath, Duisburg-Huckingen, Mülheim, Kronprinz Langenfeld und Mannesmann (ex Stahl- und Röhren) Düsseldorf-Reisholz verteilt wird.
Q: Rote Fahne Nr. 47, Dortmund 20.11.1973, S. 4

November 1973:
Bei Mannesmann in Düsseldorf-Rath wird, laut KPD, vermutlich im November ein Sonderdruck der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD-Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld gegen die Stillegungspläne von Mannesmann verteilt.
Q: Rote Fahne Nr. 47, Dortmund 20.11.1973, S. 4

20.11.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 47 (vgl. 14.11.1973, 28.11.1973) heraus. Beim Mannesmann-Konzern stehen (Teil-)Stillegungen an im Werk Mülheim, in Düsseldorf in den Werken Oberbilk und Reisholz, in Langenfeld (700 Besch.) und bei Mannesmann Kronprinz in Langenfeld und Solingen. Proteste gab es bereits in Langenfeld-Immigrath (vgl. 30.10.1973) und durch die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld der KPD (vgl. Nov. 1973).
Q: Rote Fahne Nr. 47, Dortmund 20.11.1973, S. 4

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27.11.1973:
In Dortmund führt die KPD eine Konferenz oppositioneller Gewerkschafter der Stahlindustrie mit Teilnehmern aus NRW von Mannesmann und August Thyssen Hütte, Rheinstahl, Hoesch Dortmund und aus Hagen durch.
Q: KPD-Gewerkschaftsabteilung: Gegen Lohnraub und Arbeitshetze, Dortmund 1974

05.12.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 49 (vgl. 28.11.1973, 12.12.1973) heraus. Berichtet wird auch aus Düsseldorf von Mannesmann.
Q: Rote Fahne Nr. 49, Dortmund 5.12.1973, S. 4

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12.12.1973:
Die KPD gibt ihre Rote Fahne Nr. 50 (vgl. 5.12.1973, 19.12.1973) heraus. Aus Düsseldorf wird berichtet vom Arbeitsgerichtsprozeß des Jugendvertreters von Mannesmann, Gerd Bail.
Q: Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 12.12.1973, S. 2

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09.01.1974:
Die KPD/ML (vgl. 9.2.1974) berichtet aus Düsseldorf-Rath vom Erscheinen einer Ausgabe des 'Roter Schraubstock' der Roten Garde für Mannesmann, die von der Polizei beschlagnahmt worden sei, woraufhin am 19.1.1974 ein Flugblatt verteilt sowie Mal- und Klebeaktionen durchgeführt wurden.
Q: Roter Morgen Nr. 6, Dortmund 9.2.1974, S. 3

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16.01.1974:
In der Nr. 3 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 9.1.1974, 23.1.1974) berichtet die KPD-Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld über die Werkswohnungen (Rheinische Wohnstätten AG).
Q: Rote Fahne Nr. 3, Dortmund 16.1.1974, S. 5

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26.01.1974:
In Duisburg beginnt das Regionalkomitee (RK) Rhein/Ruhr der KPD im Rahmen der bundesweiten Tagungen mit seiner zweitägigen Konferenz oppositioneller Gewerkschafter, auf der sich über 100 beteiligen. Teilnehmer kommen auch aus Duisburg von Mannesmann Huckingen, aus Düsseldorf von Mannesmann Lierenfeld.

Das Hauptreferat führt u.a. aus:"
Bei der Konferenz werden schätzungsweise 20% der Anwesenden zu denen gehören (im Arbeitskreis IGM, nicht insgesamt), die - teilweise sogar mehrmals - entlassen oder aus der Gewerkschaft ausgeschlossen worden sind. Wenn wir dies nicht ändern, wird jede Kontinuität unserer Arbeit verhindert und jeder praktische und dauerhafte Erfolg unendlich erschwert! Das Spitzelsystem in den Großbetrieben, die Zusammenarbeit zwischen Monopolen und Gewerkschaftsführung, das reibungslose Funktionieren der Klassenjustiz, der Angriff gegen revolutionäre ausländische Arbeiter und ihre Organisationen - all diese Maßnahmen sind bereits jetzt so perfektioniert, daß jedes klassenbewußte Auftreten - selbst in den 'legalen' Grenzen - über kurz oder lang zur Registrierung, zur Bedrohung und Rausschmißversuchen führen kann. Beispiel: Entlassungswelle nach den Metallarbeiterstreiks, Mannesmann-Entlassungswelle, Opel, BBC, Huckingen und viele andere mehr.

Die Kampfmöglichkeiten sind noch wenig entwickelt. Solidaritätsstreiks, wie in Italien, wie in der Weimarer Zeit, sind noch immer die große Ausnahme. Dennoch ist mehr nötig, als bisher unternommen wurde. Erst einmal schafften es die Oppositionellen, einen kurzen Streik bei einer Entlassung zu initiieren (Lehrwerkstatt MM-Lierenfeld (in Düsseldorf, d.Vf.)), erst einmal gelang es überhaupt, eine Entlassung rückgängig zu machen (Hoesch Dortmund: Wiedereinstellung von Rolf S. (Strojec, d.Vf.) am 21. Januar dieses Jahres !!). In einigen Fällen (Mannesmann, Bail-Entlassung usw.) wurden Solidaritätskomitees eingerichtet, die alle SCHLECHTER gearbeitet haben, als wir es erwarten müssen!

Auf dem Wege der völligen Ausschaltung des Klassenkampfes und der Ausschaltung der Rechte und Möglichkeiten der Masse der Gewerkschaftsmitglieder hat das Jahr 1973 neue Höhepunkte gebracht: Unvereinbarkeitsbeschlüsse und Ausschlußverfahren gegen oppositionelle Gewerkschafter nach dem 1.Mai (Solingen, Dortmund), nach den Metallarbeiterstreiks (Entzug des Rechtsschutz bei Philips- und Ford-Arbeitern, Opel-Kollegen und Betriebsräten bei IMG-Gummersbach), Ausschlüsse bei Opel, Mannesmann und anderen Betrieben signalisieren den Beginn stärkster Kommunistenverfolgungen in den DGB-Gewerkschaften; Auflösung von Jugendgruppen in Solingen, von ganzen KJA's (Niedersachsen), Verhinderung von satzungsgemäßen Betriebsgruppen (ÖTV Dortmund), Machtkämpfe der Gewerkschaftsbonzen um Posten (Ortsverwaltung der IGM in Köln), Schiebereien bei VL-Wahlen (VLW, d.Vf.), Ausschlüsse und Drohungen gegen Betriebsräte von oppositionellen Listen (Opel Bochum, ATH-Eisenbahn (Thyssen, d.Vf.) und Häfen); dies alles ist nicht nur üble Politik einzelner Arbeiterverräter, sondern notwendige Erscheinung einer Gewerkschaftsführung, deren Spitzen eng mit dem Monopolkapital verschmolzen sind. Troche, Loderer, Steinhauer, Pfeiffer, hunderte dieser Elemente sitzen in Aufsichtsratsposten, sitzen in den Gremien der konzertierten Aktion und bezeichnen dies als 'Mitbestimmung' und Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen.

BETRIEBSRATSWAHL (BRW, d.Vf.) 1972: Hier lassen sich die verschiedenen Möglichkeiten unseres Vorgehens und ihr Erfolg und Mißerfolg so zusammenfassen:

- wo der Polarisierungsprozeß noch kaum entwickelt ist, ist die oppositionelle Liste nicht immer angebracht. So war es richtig bei Mannesmann in Düsseldorf innerhalb der IGM-Liste bestimmte Kollegen zu benennen, die man für die Wahl vorschlägt (sie wurden damals in der Mehrheit gewählt). In diesem konkreten Fall mußte aber eine neue Erkenntnis gewonnen werden: einige der Betriebsräte, die man vorgeschlagen hatte, stimmten bei der Entlassung eines Jugendvertreters plötzlich für den Antrag der SPD-Clique. Daß dies immer vorkommen kann, bezweifelt niemand, aber es wurde eindeutig der Fehler gemacht, ÜBERHAUPT keine Form der Organisierung durchzuführen (z.B. ein Treffen der fortschrittlichen Betriebsräte oder Druck von der Abteilung her), so daß nie richtig überprüfbar war, wo die Kollegen wirklich stehen."
Q: Rote Fahne Nr. 3 und 5, Dortmund 16.1.1974 bzw. 30.1.1974; KPD-RK Rhein/Ruhr: Material zur Konferenz oppositioneller Gewerkschafter in NRW am 26./27. Januar in Duisburg Hauptreferat, o.O. o.J. (Jan. 1974);Kämpfende Jugend Nr. 11, 1und 2, Dortmund Dez. 1973, 15.1.1974 bzw. 1.2.1974, S. 3, S. 1 bzw. S. 1f

06.02.1974:
In der Nr. 6 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 30.1.1974, 13.2.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit der Jugendvertretung (JV) bei Mannesmann Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Dortmund 6.2.1974, S. 5

06.03.1974:
In der Nr. 10 der 'Roten Fahne' (vgl. 27.2.1974, 13.3.1974) der KPD wird aus Düsseldorf berichtet durch die Zelle Mannesmann (MM) Lierenfeld u.a. über die Schleifer im Blocklager und im Betrieb arbeitende Strafgefangene.
Q: Rote Fahne Nr. 10, Dortmund 6.3.1974, S. 4

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29.03.1974:
Die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld des KJV der KPD gibt das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Klaus Schaak, Dortmund, Zimmerstr.19, heraus:"
HAUT DEN BOSSEN AUF DIE FLOSSEN!

Wenn wir heute um 13 Uhr zur Jugendversammlung gehen, erwartet uns das übliche Bild: Betriebsräte und Ausbilder werden uns - wie immer in der letzten Zeit - auf der Pelle hängen. Und heute haben sie auch einen besonderen Grund, zahlreich zu erscheinen: Beim Tagesordnungspunkt Stufenplan werden wohl einige Lehrlinge diesen Herren die Meinung sagen. Da brauchen Richter und Koch wieder Verstärkung von Stoffels und Gilles. Denn die Betriebsräte sind für die Stufenausbildung, sie haben ihrer Einführung zugestimmt und sie werden sich heute kräftig verteidigen müssen.

Aber es gibt noch einen anderen Grund für das zahlreiche Erscheinen dieser Herren: Sie wollen die Lehrlinge bespitzeln. Deshalb traute sich auf der letzten Jugendversammlung auch kaum ein Kollege etwas zu sagen. Aber DIE VON IHNEN ERHOFFTE FRIEDHOFSRUHE AUF UNSEREN VERSAMMLUNGEN WIRD ES NIE GEBEN! NICHT ALLE KOLLEGEN LASSEN SICH EINSCHÜCHTERN! DENN ES GIBT FORTSCRITTLICHE KOLLEGEN, DIE FÜR UNS EINTRETEN. Was kann man gegen die Spitzel machen: Erinnern wir uns an damals, als die Jugendvertretung mit Gerd Bail den Herrn Ausbildern einfach nicht das Wort erteilte. Das war eine völlig richtige Maßnahme. Die Jugendvertreter wollten so erreichen, daß nur EIN Vertreter der Geschäftsleitung an der Jugendversammlung teilnimmt.

Das Pech war nur, daß uns nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BVG, d.Vf.) soviel MM-Vertreter bespitzeln können, wie sie es gerade für nötig halten. Von Hausrecht der Jugendvertretung keine Spur. Aber vom Betriebsrat darf nur einer da sein.

Deshalb müssen wir endlich dafür sorgen, daß nur EIN Betriebsrat un nur EIN Vertreter der Geschäftsleitung an den Jugendversammlungen teilnimmt.

KOMMT ALLE ZUR HEUTIGEN JUGENDVERSAMMLUNG!

Die heutige Versammlung findet erst um 13 Uhr statt. es ist in der letzten Zeit vorgekommen, daß Ausbilder den Lehrlingen sagten, sie könnten ruhig nach Hause gehen und einige Kollegen stehen auf dem Standpunkt 'da kommt sowieso nichts bei rum' und gehen nach Hause. Wir Kommunisten sagen diesen Kollegen: Wenn es heute so beschissen ist, wenn die Kapitalisten versuchen, jede Regung im Betrieb zu unterdrücken, so muß das für uns heißen: Dagegen den Widerstand organisieren!

Und deshalb ist es für jeden Kollegen wichtig, zur Jugendversammlung zu gehen und dort seine Probleme vorzubringen. Denn wer zu Hause hinter seinem Ofen hockt, wird nie etwas ändern!

ZUR JUGENDVERTRETERWAHL (JVW, d.Vf.):

Heute werden sich die Kollegen, die bei der Jugendvertreterwahl kandidieren, vorstellen. Von dieser Wahl wird es abhängen, ob in den nächsten zwei Jahren bei uns im Werk die Schweinereien mit dem Stufenplan, die politischen Disziplinierungen weitergehen, ob wir immer noch das Fahrgeld selber zahlen müssen, die Milch immer teurer wird, oder ob das anders wird. Kollegen, mit Rolf Strojec und Gerd Bail sind zwei Kollegen entlassen worden, die sich konsequent für unsere Interessen eingesetzt haben.

Als bei der letzten Wahl die Leute um den Speichellecker Donath Schiffbruch erlitten, die keinen Finger für die Kollegen krumm machten, hatten die Kapitalisten und die von ihnen gekauften Betriebsräte nur die Möglichkeit, die fortschrittliche Jugendvertretung einzuschüchtern. Bail wurde entlassen (vgl. S2.8.1973, d.Vf*), was danach an Jugendvertreterarbeit geleistet wurde, braucht wohl nicht weiter ausgeführt zu werden. Witt und Konsorten machten keinen Schlag für uns. Sie machten weder Sprechstunden, noch gingen sie zu Betriebsratssitzungen. Unter Witt's Regie wurde ein Erfolg unserer jahrelangen Jugendvertreterarbeit, nämlich vier Stunden Sprechstunde in der Woche, zerstört. Der Kollege Pflugradt war praktisch der einzige, der etwas unternahm. Aber als Einzelner ist man machtlos. Man kann sich nicht um alles kümmern, und gleichzeitig seine Ausbildung machen.

Deshalb muß die Jugendvertretung wieder aus einer Truppe bestehen, wo alle Kollegen in Ordnung sind. Alle Jugendvertreter müssen klare Vorstellungen über ihre Arbeit haben, vor allem aber müssen sie auch dafür eintreten."
Q: KJV-Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld:Haut den Bossen auf die Flossen!, o.O. (Düsseldorf) 29.3.1974

06.04.1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD berichtet vom heute beginnenden zweitägigen Treffen von Jungarbeitern und Lehrlingen von Mannesmann (MM) aus den Werken Düsseldorf-Lierenfeld, Düsseldorf-Reisholz, Düsseldorf-Rath, Duisburg-Huckingen, Solingen, Mülheim und Kronprinz Solingen.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 7, Dortmund 10.4.1974, S. 2

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19.04.1974:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld wird, laut KPD, ein türkischer Rangierer aus dem Bereich 4/26 bei einem Unfall getötet.
Q: Rote Fahne Nr. 17 und 19, Dortmund 24.4.1974 bzw. 8.5.1974, S. 4 bzw. S. 4

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KPD_Rote_Fahne_1974_19_07

KPD_Rote_Fahne_1974_19_08


22.04.1974:
Bei den Mannesmannröhrenwerken (MMRW) Düsseldorf-Rath findet, laut KPD/ML (vgl. 4.5.1974), vermutlich in dieser Woche eine Belegschaftsversammlung statt, auf der auch Uwe Bräutigam auftritt:"
Mannesmann Röhrenwerken / Düsseldorf

Wenige Tage vor der Belegschaftsversammlung waren der italienische und der jugoslawische Dolmetscher entlassen worden. Mit drei Gegenstimmen hatte der Betriebsrat den Entlassungen zugestimmt. Der Betriebsrat hetzte gegen den 'Roten Schraubstock', die Betriebszeitung der Roten Garde. Besonders richteten sich seine Angriffe auf den klassenkämpferischen Jugendvertreter Uwe B. In seiner kämpferischen Rede entlarvte Uwe den Verrat des Betriebsrats und stellte klar, daß die deutschen und die ausländischen Arbeiter eine Kampffront sind, daß die Entlassung der Dolmetscher ein Versuch ist, diese Kampffront zu spalten.

Nach seiner Rede formierte sich ein geschlossener Protestzug ausländischer Kollegen und marschierte nach vorn. Ein italienischer Kollege hielt in seiner Muttersprache eine Rede, die immer wieder von den Forderungen der Kollegen nach sofortiger Wiedereinstellung der Dolmetscher unterbrochen wurde. Damit hatten die reaktionären Betriebsräte mit Christiansen an der Spitze nicht gerechnet. In seiner Schlußrede hetzte Christiansen vor allem gegen die KPD/ML. Offen erklärte Christiansen, daß der Jugendvertreter Uwe aus der Gewerkschaft ausgeschlossen werden müsse. Aber die Genossen berichten, daß immer mehr Kollegen erkennen, daß der imperialistische DGB-Apparat bekämpft werden, der Kampf in die eigenen Hände genommen werden muß, daß der Ausweg aus Ausbeutung und Unterdrückung Sozialismus heißt."
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 4.5.1974, S. 3

24.04.1974:
Der KJV der KPD gibt seine 'Kämpfende Jugend' (KJ) Nr. 8 (vgl. 10.4.1974, 8.5.1974) heraus. Aus Düsseldorf wird auch berichtet von Mannesmann (MM), u.a. in Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 8, Dortmund 24.4.1974, S. 1f

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27.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 17 (vgl. 20.4.1974, 4.5.1974) heraus. Nachgedruckt werden die Titelköpfe einer Reihe von Zeitungen der KPD/ML und ihrer Roten Garde, u.a. aus Düsseldorf 'Der Rote Schraubstock' der RG für die Mannesmann Röhrenwerke (MMRW).
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 27.4.1974

29.04.1974:
In Essen führen die KPD und ihr KJV ihre Maiveranstaltung mit, nach eigenen Angaben, 800 Personen u.a. von Mannesmann (MM) Düsseldorf und Hoesch Dortmund, Thomas Luczak, dem bei Opel Bochum entlassenen Uwe Maack und der KJV Jugendbetriebszelle (JBZ) Stahlwerke Südwestfalen (SSW) Siegen durch. Der KJV kündigte die Veranstaltung für gestern an.
Q: Rote Fahne Nr. 19, Dortmund 8.5.1974; Kämpfende Jugend Nr. 8, Dortmund 24.4.1974

Mai 1974:
In Düsseldorf wird im Mai und eventuell schon früher eine Unterschriftenliste gegen die Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) der DGB Gewerkschaften unterzeichnet u.a. von Mitgliedern der IG Metall (IGM) bei Mannesmann (MM) Lierenfeld und Rath. Zusammen mit Neuß seien insgesamt 200 Unterschriften gesammelt worden, darunter 3 IGM-Vertrauensleute (VL), 2 DruPa-Betriebsräte (BR) und 4 IGM-Jugendvertreter (JV) von Demag und Mannesmann (MM) Lierenfeld.
Q: Rote Fahne Nr. 21, Dortmund 22.5.1974, S. 4

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Mai 1974:
Vermutlich im Mai finden, laut KPD, die Jugendvertretungswahlen (JVW) bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld statt.
Q: Rote Fahne Nr. 21, Dortmund 22.5.1974, S. 5

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13.05.1974:
Die KPD/ML (vgl. 25.5.1974) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Düsseldorf von Mannesmann (MM) Rath über eine Ausgabe des 'Roter Schraubstock' ihrer Roten Garde sowie über die Jugendvertretung und die Wahl eines roten Jugendvertreters.
Q: Roter Morgen Nr. 21, Dortmund 26.5.1974, S. 3

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Juni 1974:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld erscheint vermutlich im Sommer 1974 das folgende Flugblatt mit einer Seite DIN A 4:"
GEGENDARSTELLUNG!!!!!!! der Jugendvertreter WALDEMAR UHLKE UND UWE PFLUGRADT!!!!

Zum Flugblatt MEIER'S, TEICH'S UND RENETTE'S,

worin sie NICHT erwähnen, wie diese Jugendseminarwoche aussehen soll und die Bedeutung gar nicht klar wurde.

Denn wer von Euch weiß schon, wie diese aussieht, wenn die drei schreiben:
'Wir, die Jugendvertreter, sind der Meinung, daß die geplante Jugendseminarwoche sich nicht nachteilig auswirken wird.' Die geplante Seminar-Woche soll allein für's 1.Lehrjahr gelten UND DAZU NOCH IN DER PROBEZEIT!!

Das heißt akute ENTLASSUNSGEFAHR für die neuen Kollegen. Denn jede Äußerung, die der Fimenleitung nicht paßt, kann zur 'Entlassung ohne Begründung' führen - das Betriebsverfassungsgesetz (BVG, d.Vf.) läßt das zu!

Naiv ist es, wenn die drei anderen Jugendvertreter glauben, daß sie auch nur EINE Entlassung verhindern könnten, wenn Herr Richter der Jugendvertretung erlaubt, ihre 'Meinung' dazu zu sagen.

DAS IST PARADOX!!!

Darum sind wir GEGEN EINE SEMINARWOCHE IN DER PROBEZEIT! Und wir möchten hier die Kollegen Meier, Teich und Renette daran ERINNERN, DASS SIE MIT UNS WEGEN DIESEN ARGUMENTEN GEGEN DIE SEMINARWOCHE IN DER PROBEZEIT GESTIMMT HABEN!!!

Umso gemeiner ist es, wenn sie jetzt behaupten, wir würden was kaputtmachen, wo wir es doch sind, die zu dem gemeinsamen Beschluß der Jugendvertretung stehen!!! Und eine glatte LÜGE ist es, wenn wir auch die letzte Jugendferienfahrt 'kaputtgemacht' haben sollen.

Wir fragen alle Kollegen, die mit in Italien waren:

WAS IST NACH DEN ERSTEN ZWEI TAGEN NOCH VORGEFALLEN, WESWEGEN WIR HÄTTEN NACH HAUSE FAHREN MÜSSEN?

Hätte der Betriebsrat nicht damals einen 'Bericht' für die Geschäftsleitung verfaßt, wo er jede Äußerung der Kollegen aufgeschrieben und jede Kleinigkeit wie kriminelle Handlungen aufgebauscht hat, dann sähe es jetzt anders aus! Nicht einmal vor Lügen und Erfindungen sind die Betriebsräte zurückgeschreckt, um uns die Jugendferienfahrt kaputtzumachen, z.B. haben sie den Kollegen Nissen als 'Hauptbeteiligten' hingestellt, obwohl in ihrem Bericht selber von ihm AN KEINER STELLE die Rede ist!!!

Letzte Frage: Woher wollen die drei andern Jugendvertreter eigentlich die Informationen, WO SIE DOCH GAR NICHT DABEI WAREN?????

Waldemar Uhlke Uwe Pflugradt"
Q: Pflugradt, Uwe, Uhlke, Waldemar: Gegendarstellung der Jugendvertreter Waldemar Uhlke und Uwe Pflugradt, o.O. (Düsseldorf) o.J.

Juni 1974:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld gibt der KJV der KPD bzw. dessen dortige Zelle vermutlich Anfang des Sommers das folgende Flugblatt mit einer Seite DIN A 4 unter Verantwortung von M. Ulrich, Dortmund, Dürenerstr.43, heraus:"
WEG MIT RETTIG'S SPITZELFAHRT!
WAS IST MIT DER JUGENDSTERNFAHRT 1974???

Seit ein paar Wochen ist raus, daß die MM-Kapitalisten uns in diesem Jahr die Jugendferienfahrt wegnehmen wollen!

Gegen diese Sauerei haben schon viele Kollegen mit ihrer Unterschrift protestiert! Weil wir weiterhin so eine verhältnismäßig billige Urlaubsmöglichkeit wollen, die für ALLE MM-Lehrlinge und Jungarbeiter offensteht!

Aber dem Betriebsrat war das egal: Für die Jugendferienfahrt hat er keinen Finger krumm gemacht!!

Stattdessen haben Rettig, Tetzlaff und Co. einen angeblichen 'Ersatz' ausgeheckt. Und zwar klammheimlich - ohne die GESAMTE Jugendvertretung zu informieren, einzuladen und abstimmen zu lassen!

DAS WÄRE ABER IHRE GESETZLICHE PFLICHT GEWESEN, NACH PARAGRAPH 67 BETRIEBSVERFASUNGSGESETZ (BVG, d.Vf.)! Damals (noch vor der Jugendversammlung) haben sie bloß den Kollegen Teich eingeladen - UND DER SOLLTE SICH BEI DER ABSTIMMUNG ENTHALTEN, meinte Rettig!

Daß der Betriebsrat jetzt - am letzten Donnerstag - nochmal mit allen Jugendvertretern über sein Konzept abgestimmt hat, ist Augenwischerei - denn das ist seit Wochen beschlossene Sache!

WAS PLANEN RETTIG, TEZTLAFF UND CO.?

Eine 'Seminarwoche' NUR FÜR DAS 1. LEHRJHAR!

UND ZWAR WÄHREND DER PROBEZEIT!!!!!!!

Neben einem kümmerlichen Freizeitangebot und viel Propaganda für Mannesmann wollen sie dort die neuen Kollegen IN POLITISCHE DISKUSSIONEN verwickeln, z.B. über 'Der Mensch in der Gemeinschaft' - oder sie wollen rauskriegen, was die Lehrlinge in ihrer Freizeit machen! Z.B. auch mit FRAGEBÖGEN, wie Tetzlaff vorschlug!!

DAS IST KEINE SEMINARWOCHE - DAS IST EINE SPITZELWOCHE!!!

Ein ganz hinterlistiges Angebot an die MM-Kapitalisten, wie sie die neuen Kollegen gleich gründlich ausschnüffeln können! Unbequeme Lehrlinge, die ihre Meinung sagen, können dann sofort rausgeschmissen werden - denn es ist ja noch Probezeit!

RETTIG UND CO. STECKEN MIT DEN MM-KAPITALISTEN UNTER EINER DECKE! (Schon auf der Jugendferienfahrt 1973 haben sie jede Äußerung der Lehrlinge aufgeschrieben und diesen Spitzelbericht an die Geschäftsleitung gegeben!!!)

KOLLEGEN!

DIE SCHNÜFFELFAHRT MÜSSEN WIR VERHINDERN!

Klar kriegen wir diesen Sommer die Jugendferienfahrt nicht mehr. Dann aber keine 'Seminarwoche' in der Probezeit, oder eine EINWÖCHIGE AUSFLUGSFAHRT ALLER MM-JUGENDLICHEN IM DEZEMBER!!!

WEG MIT DER PROBEZEIT!!!"
Q: KJV-Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld: Weg mit Rettig's Spitzelfahrt!, o.O. (Düsseldorf) o.J. (1974)

06.06.1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 10/11 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 8.5.1974, 26.6.1974) heraus und berichtet auch aus Düsseldorf von Mannesmann Lierenfeld, u.a. vom Arbeitsgerichtsprozeß von Gerd Bail.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 10/11, Dortmund 6.6.1974, S. 3 und 9

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12.06.1974:
In der Nr. 24 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 5.6.1974, 15.5.1974) berichtet die KPD auch von Mannesmann (MM) Düsseldorf und Düsseldorf-Rath.
Q: Rote Fahne Nr. 24, Dortmund 12.6.1974, S. 4

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31.07.1974:
In der Nr. 31 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 24.7.1974, 7.8.1974) berichtet die KPD u.a. aus Düsseldorf von der Stahltarifrunde (STR) und den Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB) der IGM bei Mannesmann (MM) Lierenfeld, wo man selbst eine Zelle hat.
Q: Rote Fahne Nr. 31, Dortmund 31.7.1974, S. 5

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August 1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt vermutlich Anfang August die Nr. 14/15 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 10.7.1974, 13.9.1974) heraus und berichtet auch aus Düsseldorf von Mannesmann (MM) Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 14/15, Dortmund o. J. (1974), S. 2

04.09.1974:
In der Nr. 36 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 28.8.1974, 11.9.1974) der KPD wird von der Vorbereitung des IG Metall (IGM) Tages in Hannover (vgl. 15.9.1974) auch berichtet von der Jugendvertretung Mannesmann (MM) Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr. 36, Dortmund 4.9.1974, S. 5

08.09.1974:
Die KPD führt eine Konferenz oppositioneller Gewerkschafter der Eisen- und Stahlindustrie in Duisburg in NRW durch. Anwesend sind u.a. Beschäftigte von Klöckner Bremen, Mannesmann (MM), Hoesch und Thyssen. Eingegangen wird auch auf Krupp, die Thyssen Edelstahlwerke (TEW) Witten im Ennepe-Ruhr Kreis, auf die Stahlwerke Südwestfalen (SSW) sowie die DKP und die SPD-Betriebsgruppen (SPD-BG).
Q: Rote Fahne Nr. 35 und 37, Dortmund 28.8.1974 bzw. 11.9.1974

09.10.1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 18 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 24.9.1974, 23.10.1974) heraus und berichtet aus Düsseldorf von Mannesmann (MM) Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 18, Dortmund 9.10.1974, S. 8

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12.10.1974:
In der GIM beginnt eine zweitägige zentrale B&G-Arbeitstagung zur Zusammenfassung aller in Betrieb und Gewerkschaft tätigen GIM-Mitglieder. Diese gibt es in Bitburg / Trier (3), Mannheim (6), Ludwigshafen (2), Bochum (3), Braunschweig (5), Hamburg (3), Frankfurt (3 und 3 vom Politischen Büro), Hannover (1), Köln (3), Bremen (1), Heidelberg (1), Tübingen (7), Aachen / Alsdorf (3), Bonn (3), Berlin (4), Speyer (3), Bruchsal (1), Dortmund (3), Düsseldorf (4) und Stuttgart / Esslingen / Fellbach (5).

Vom Metall-Arbeitskreis wird auch berichtet:"
Düsseldorf: Regelmäßige Intervention von außen bei Mannesmann I und II, Stahl- und Röhren und Daimler-Benz. Arbeit um Betriebszeitung bei Pierburg. Hierfür besteht ein Redaktionskollektiv. Ebenfalls Mitarbeit von betrieblichen Kontakten bei Chile-Aktivitäten. Es wird der Aufbau einer Vorfeldstruktur diskutiert."
Q: GIM: Organisationsinformationsbrief Nr. 61, O. O. 23.11.1974, S. 13

16.10.1974:
In der Nr. 42 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 9.10.1974, 23.10.1974) berichtet die KPD aus Düsseldorf von Mannesmann (MM) Lierenfeld (IGM-Bereich) über die Stahltarifrunde, die eigene Zelle und die Pilgerstraße 1.
Q: Rote Fahne Nr. 42, Dortmund 16.10.1974, S. 1 und 4

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23.10.1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 19 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 9.10.1974, 6.11.1974) heraus und berichtet aus Düsseldorf von Mannesmann (MM) Lierenfeld. Von der Stahltarifrunde (STR) wird berichtet über Kurzstreiks auch bei Mannesmann sowie von Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 19, Dortmund 23.10.1974, S. 2f

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04.11.1974:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. Dez. 1974), Betriebszeitung der Roten Garde (Jugendorganisation der KPD/ML), für November vermutlich in dieser Woche mit dem Leitartikel "Belegschaftsversammlung: Angst vor der Solidarität der Arbeiter" über die Lohnrunde in der Stahlindustrie (STR) und den Abschluss von 9%.

Weitere Artikel sind:
- "Rohrwerker hetzt gegen VR China" über die Betriebszeitung der DKP und deren Auffassungen zur VR China;
- "Im Kapitalismus wird es immer Krisen geben" u. a. über Rationalisierungsmaßnahmen, wozu es heißt: "Unser Ausweg: Revolution!";
- "Weg mit der Isolationsfolter" über den Hungerstreik der RAF;
- "Resolution: An die politischen Gefangenen im Hungerstreik" zur Solidarität mit dem Hungerstreik der RAF, vom Sympathisantenkreis der RG Düsseldorf;

Beigeheftet ist das Flugblatt von PCE/ML und KPD/ML: "Unterstützt den spanischen Generalstreik gegen die Weiterführung der faschistischen Diktatur". Aufgerufen wird darin zur Spanien-Demonstration in Düsseldorf am 9.11. Parolen sind u. a.:
- "Für die föderative Volksrepublik Spanien";
- "Besatzertruppen raus aus Spanien und ganz Deutschland"; und
- "Nieder mit dem Yankee-Frankismus".
Q: Der rote Schraubstock Belegschaftsversammlung: Angst vor der Solidarität der Arbeiter, Duisburg Nov. 1974; PCE/ML, KPD/ML: Unterstützt den spanischen Generalstreik gegen die Weiterführung der faschistischen Diktatur, Dortmund o. J. (1974)

06.11.1974:
In der Nr. 45 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 30.10.1974, 13.11.1974) berichtet die KPD u.a. aus Dortmund vom Flugblatt ihrer Zelle Hoesch zur Betriebsversammlung, in dem es hieß: "Die einzige Alternative ist, daß wir unseren Kampf selbständig organisieren, gegen Kapital und Gewerkschaftsführung. Genauso wie die Mannesmann-Arbeiter im Werk Düsseldorf-Lierenfeld vor gut 14 Tagen."
Q: Rote Fahne Nr. 45, Dortmund 6.11.1974, S. 4

Dezember 1974:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. 4.11.1974, Jan. 1975), Betriebszeitung der Roten Garde (Jugendorganisation der KPD/ML), für Dezember mit dem Leitartikel "Die Stahlarbeiter bekommen die Krise zu spüren! Entlassungen und gesteigerte Arbeitshetze" über die Krise in der Stahlindustrie, die die DKP im 'Rohrwerker' leugne.

Weitere Artikel sind:
- "Der revolutionäre Generalstreik geht weiter! Von der westdeutschen bürgerlichen Presse totgeschwiegen" über die Kämpfe des spanischen Volkes gegen die Franco-Diktatur;
- "Jugendvertreter von Gewerkschaftsausschluss bedroht" über die Jugendvertreter Uwe Pflugradt und Waldemar Uhlke, mit einem Unterschriftencoupon zum Protest dagegen;
- "Polizeiüberfall in Rath" über den Überfall auf einen Verkäufer des 'Roten Morgen' am letzten Samstag;
- "'Spaniens Brüder auf Barrikaden'" über die FRAP;
- "30 Jahre Sozialismus in Albanien" über den 30. Jahrestag der Befreiung; sowie
- "Verhindert den Schreibtischmord an Sascha Haschemi" über dessen mögliche Abschiebung in den Iran.
Q: Der rote Schraubstock Die Stahlarbeiter bekommen die Krise zu spüren! Entlassungen und gesteigerte Arbeitshetze, Duisburg Dez. 1974

Januar 1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. Dez. 1974, Feb. 1975), Betriebszeitung der Roten Garde, für Januar 1975 mit dem Leitartikel - "10763 Arbeitslose in Düsseldorf" über die Arbeitslosigkeit.

Weitere Artikel sind:
- "650 Arbeitslose Jugendliche in Düsseldorf" über die Arbeitsamtstatistik für arbeitslose Jugendliche;
- "Das Lied von der Rationalisierung" von Erich Weinert;
- "Unmenschliche Zustände in der Röhrenschmiede" über die Arbeitsbedingungen in der Röhrenproduktion;
- "Kambodschas Jugend kämpft" über den Kampf der jungen Khmer;
- "Bertold Pichulla entlassen! Interview mit B. Pichulla" über die Entlassung eines Jugendvertreters bei Mannesmann;
- "Politische Entlassung in der Lehrwerkstatt" über die Entlassung eines Jugendvertreters und die Nichtübernahme von Auszubildenden nach der Lehre;
- "Griechischer Dolmetscher entlassen!" in deutscher, italienischer und griechischer Sprache.

Reklame wird gemacht für den 'Roten Morgen.'
Q: Der rote Schraubstock 10763 Arbeitslose in Düsseldorf, Duisburg Jan. 1975

13.01.1975:
Die KPD (vgl. 22.1.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche über die Solidaritätsresolution der Jugendvertretung Mannesmann (MM) Lierenfeld mit dem Kampf gegen die Stillegung der Mannesmann-Tochter Stübbe-DEMAG Kalldorf (vgl. 17.1.1975).
Q: Rote Fahne Nr. 3, Dortmund 22.1.1975, S. 4

03.02.1975:
Vermutlich erscheint Anfang Februar bei Mannesmann Düsseldorf-Rath 'Der rote Schraubstock' (vgl. Jan. 1975, 3.2.1975), Betriebszeitung der Roten Garde, Jugendorganisation der KPD/ML, unter der Überschrift "Wer das Volk belügt und mit gespaltener Zunge redet, der kann das Volk nicht vertreten!" zur Aufstellung der Liste der IGM zu den Betriebsratswahlen (BRW). Sie wendet sich gegen die BR-Mitglieder, gegen die DKP und ruft zum Aufbau einer RGO auf.
Q: Der rote Schraubstock Wer das Volk belügt und mit gespaltener Zunge redet, der kann das Volk nicht vertreten!, Düsseldorf o. J. (1975)

24.02.1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. 3.2.1975, 10.3.1975), Betriebszeitung der Roten Garde Jugendorganisation der KPD/ML, vermutlich Ende Februar mit dem Leitartikel "Betriebsratswahl 1975. Wahltag ist Zahltag" zu den Betriebsratswahlen (NRW) im Werk Rath im März.

Es erscheint auch der Artikel "Den Plätzen 1-27 auf der Liste keine Stimme!" über die Aufstellung der IGM Liste zu den BRW mit dem den Aufruf "Rote Betriebsräte" zu wählen und den Aufbau der RGO zu unterstützen.

Aufgerufen wird dazu, den 'Roten Morgen' zu lesen, der an Tor 1 verkauft werde.
Q: Der rote Schraubstock, Düsseldorf Feb. 1975

10.03.1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. 24.2.1975, 17.3.1975), Betriebszeitung der Roten Garde der KPD/ML für die Mannesmann-Röhrenwerke, vermutlich in dieser Woche als Extra zur Betriebsratswahl 1975 mit dem Leitartikel "2.000 anonyme Briefe!" über Briefe, die an ausländische Kollegen verschickt wurden und dem Aufruf keine Stimmabgabe "für die anonyme Verräterliste". Aufgerufen wird stattdessen dazu, "Rote Betriebsräte" und Listenplatz Nr. 37 zu wählen.
Q: Der rote Schraubstock Extra 2.000 anonyme Briefe, Duisburg März 1975

17.03.1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. 10.3.1975, 2.4.1975), Betriebszeitung der Roten Garde für die Mannesmann-Röhrenwerke, für März vermutlich Anfang dieser Woche mit dem Leitartikel "Mittwoch / Donnerstag: Wählt rote Betriebsräte!" mit dem Aufruf auf Platz 37, Uwe Bräutigam und damit "klassenkämpferische rote Betriebsräte" zu wählen.

Weitere Artikel sind:
- "Kampf-Programm: Prüfstein für jeden ehrlichen Kandidaten" über Prüfsteine für die Betriebsratskandidaten; und
- "Der DGB-Apparat: Kampforganisation der Kapitalisten!" über den DGB, der selbst "einer der größten Kapitalisten ist" mit dem Aufruf, die RGO aufzubauen.
Q: Der rote Schraubstock Mittwoch / Donnerstag: Wählt rote Betriebsräte!, Duisburg März 1975

19.03.1975:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 6 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 5.3.1975, 9.4.1975) heraus. Aus Düsseldorf wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Mannesmann Lierenfeld.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 6, Dortmund 19.3.1975, S. 2

KJV685


29.03.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 13 (vgl. 22.3.1975, 5.4.1975) heraus. Berichtet wird: "Bei den Mannesmann-Röhrenwerken in Düsseldorf-Rath ist die Wahl bereits beendet. Dort wurde der kommunistische Kollege Uwe B. mit 600 Stimmen auf der IGM-Liste gewählt. Der alte Betriebsratsvorsitzende Christiansen bekam diesmal etwa 1 000 Stimmen weniger als bei der letzten Wahl."
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 29.3.1975, S. 3

April 1975:
In NRW erscheint die 'Arbeitslosenzeitung NRW' - Zeitung der Arbeitslosenkomitees (ALK) in NRW Nr. 2 (vgl. März 1975, 28.7.1975). Zu Seibel Erwitte wird berichtet wird aus Düsseldorf: "Auf einer Veranstaltung der KPD gegen die Arbeitslosigkeit wurde von 50 Kollegen, Arbeitern von Demag-Benrath, Mannesmann, von Schwestern und Ärzten vom Krankenhaus einstimmig eine Solidaritätsadresse verabschiedet. Gleichzeitig wurde ein Betrag von 101,70 DM gesammelt, der an die streikenden Kollegen übersandt wurde."
Q: Arbeitslosenzeitung NRW Nr. 2, Dortmund Apr. 1975, S. 4

April 1975:
Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD berichtet bei Mannesmann- (MM) und Demag-Werken im Regierungsbezirk Düsseldorf (vgl. 12.5.1975) aus dem Werk Düsseldorf-Rath:"
Im April entließen die Mannesmann-Kapitalisten den mit 656 Stimmen gewählten Betriebsrat Uwe Bräutigam (MM-Rath) wegen Störung des 'Betriebsfriedens'."

Er hatte, laut KPD, zu den Betriebsratswahlen (BRW) auf einer roten Liste der KPD/ML kandidiert. Laut KB erhielt er 600 Stimmen.
Q: Rote Fahne Nr. 22 und 27, Köln 4.6.1975 bzw. 9.7.1975; Arbeiterkampf Nr. 65, Hamburg 19.8.1975;KPD-RK NRW:Mannesmann- und Demag-Arbeiter gemeinsam gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse!, Dortmund o.J. (Mai 1975), S. 1

10.04.1975:
Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD berichtet bei Mannesmann- (MM) und Demag-Werken im Regierungsbezirk Düsseldorf (vgl. 12.5.1975) über die UVB:"
Am 10. April leitete die IGM-Ortsverwaltung Düsseldorf den Gewerkschaftsausschluß der beiden BR-Kandidaten und Jugendvertreter (bei MM Düsseldorf-Lierenfeld, d.Vf.) W. Uhlke und U. Pflugrath ein wegen 'Mitgliedschaft in einer gegnerischen Organisation'."
Q: KPD-RK NRW:Mannesmann- und Demag-Arbeiter gemeinsam gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse!, Dortmund o.J. (Mai 1975), S. 1

11.04.1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. 5.4.1975, 28.4.1975) der Roten Garde als Extrablatt zu den Angriffen gegen den "Roten Betriebsrat" Uwe Bräutigam. Aufgerufen wird u. a. zu einer "außerordentlichen Belegschaftsversammlung".
Q: Der rote Schraubstock, Duisburg 11.4.1975

12.04.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 15 (vgl. 5.4.1975, 19.4.1975) heraus. Im Artikel "Im Kampf gegen rote Kandidaten. Manipulation, Betrug, Entlassung!" zu den Betriebsratswahlen (BRW) heißt es auch zu den UVB: "Bei den Mannesmann-Röhrenwerken in Düsseldorf-Rath, wo die Wahl bereits stattgefunden hat, gelang es den Kapitalisten und ihren Handlangern nicht, zu verhindern, daß ein kommunistischer Kollege auf der IGM-Liste in den Betriebsrat gewählt wurde mit 1/5 der Stimmen. Dies war ein Sieg für die Arbeiter und unsere Partei. Aber jetzt wurde der Rote Betriebsrat aus der Gewerkschaft ausgeschlossen, was nach dem Plan der Bosse und Bonzen nur das Vorspiel für seine Entlassung sein soll."
Q: Roter Morgen Nr. 15, Dortmund 12.4.1975, S. 2

17.04.1975:
Vom heutigen NRW-weiten Treffen von dem KJV der KPD Nahestehenden lag uns ein Flugblatt vor:"
RESOLUTION ZUM KAMPF GEGEN JUGENDARBEITSLOSIGKEIT UND VERSCHLECHTERUNG DER AUSBILDUNG

Ende letzten Jahres (vgl. 14.12.1974, d.Vf.) führte die Landes-SMV der Berufsbildenden Schulen in Essen einen Kongreß zur Berufsausbildung durch - in einer Situation also, in der sich bereits deutlich abzeichnete, was heute Wirklichkeit ist: 2 Millionen Arbeitslose und Kurzarbeiter, 47 000 fehlende Lehrstellen in NRW. Angesichts dieser Entwicklung konnte die LSMV mit ihrem Gerede von 'Willkürmaßnahmen' der Kapitalisten und ihrer Forderung nach 'mehr Mitbestimmung' und einem 'demokratischen Berufsausbildungsgesetz' keine Mehrheit bei den anwesenden 2 000 Jugendlichen finden. Stattdessen fanden folgende Forderungen großen Beifall:
- GESETZLICHE GARANTIE EINER LEHRSTELLE FÜR JEDEN JUGENDLICHEN!
- DREI JAHRE LEHRZEIT FÜR ALLE!
- WEG MIT DER KAPITALISTISCHEN STUFENAUSBILDUNG!

Wenn wir unsere Forderungen durchsetzen wollen, müssen sich Jugendliche und Erwachsene, Lehrlinge, Jungarbeiter und Arbeitslose zusammenschließen, sich in SMV-Arbeitskreisen, gewerkschaftlichen Jugendgruppen und Arbeitslosenkomitees (ALK, d.Vf.) organisieren und ihren Kampf in die eigenen Hände nehmen. Wir müssen gemeinsam darauf hinarbeiten, daß wir die Ursache des Übels, das kapitalistische System, beseitigen und für eine Gesellschaftsordnung eintreten, in der es Ausbildung und Arbeit für jeden gibt, in der die Arbeiter und Werktätigen die Ausbildung und Produktion nach ihren Interessen bestimmen.


Uwe Pflugradt, Jugendvertreter Mannesmannröhren-Werk (MMRW, d.Vf.),
Düsseldorf-Lierenfeld

Waldemar Uhlke, Jugendvertreter bei MRW-Lierenfeld, Düsseldorf …"
Q: N.N.: Resolution zum Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und Verschlechterung der Ausbildung, Düsseldorf o.J. (1975)

19.04.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 16 (vgl. 12.4.1975, 26.4.1975) heraus mit dem Artikel zu den Betriebsratswahlen (BRW), "Köln, Nordenham und Düsseldorf. Rote Betriebsräte gewählt" zu KHD Köln, Felten und Guillaume Nordenham und Mannesmann Düsseldorf, in dem es abschließend auch heißt: "Bei Siemens in Witten verteidigen die Kolleginnen bereits seit 1 1/2 Jahren erfolgreich ihre Rote Betriebsrätin Annette Schnoor."
Q: Roter Morgen Nr. 16, Dortmund 19.4.1975, S. 7

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19.04.1975:
In Dortmund findet die für den Raum Rhein/Ruhr zentrale Kundgebung der DGB-Jugend in der Kampagne gegen die Jugendarbeitslosigkeit, mit 25 000 Teilnehmern statt. Laut AB beteiligen sich 20 000.
Laut KPD beteiligen sich im Block ihres KJV 100 Personen, die u.a. tätig sind in den JV Demag und Mannesmann (MM) Lierenfeld Düsseldorf (beide IGM-Bereich).
Q: Rote Fahne Nr. 19, Dortmund 14.5.1975; Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 60, München 4.5.1975;Sozialistische Arbeiterpolitik Nr. 37, 38 und 39, Bochum Apr. 1975, Mai/Juni 1975 bzw. Juli/Aug. 1975;N.N.: Resolution zum Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und Verschlechterung der Ausbildung, Düsseldorf o.J. (1975)

26.04.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 17 (vgl. 19.4.1975, 3.5.1975) heraus. Abgedruckt werden die Faksimiles der Titelblätter einer Reihe von Zellenzeitungen der KPD/ML und ihrer Massenorganisationen RG und KSB/ML, u.a. 'Der Rote Schraubstock' der RG für Mannesmann Düsseldorf-Rath.

Im Artikel zu den Betriebsratswahlen (BRW), "Loderer hetzt: 'Keine Chance für Spalter'. Tausende haben die Roten Listen gewählt" zu HDW Kiel heißt es auch: "Die Tatsachen zeigen gerade jetzt, daß der Kampf mit der Wahl der Roten Betriebsräte keineswegs zu Ende ist. Bernd Woitalla ist entlassen und Uwe Bräutigam, der von 20% der Kollegen bei Mannesmann in Düsseldorf-Rath gewählt wurde, wurde nach seiner Wahl entlassen, weil er den Betriebsfrieden gestört, das BVG gebrochen hat.
Verlangt hat die Entlassung des Genossen Uwe bei Mannesmann die reaktionäre Betriebsratsclique. Der Vorwand für die Entlassung wurde durch die nackte Erpressung von zwei Lehrlingen herbeigeschafft, die unter dem Druck der Drohung, sie zu entlassen, ausgesagt haben, daß Uwe sie zu einer Unterschriftensammlung im Betrieb angestiftet habe. Mit solchen Methoden haben sich die Mannesmannkapitalisten und ihre Handlanger im Betriebsrat eine 'gesetzliche' Grundlage verschafft, um Uwe aus dem Betrieb zu werfen. Dem Gesetz ist genüge getan, aber all dies hat vielen Kollegen bei Mannesmann die Augen über dieses Gesetz geöffnet, das einzig und allein der Unterdrückung des revolutionären Kampfes der Arbeiter dient."
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 26.4.1975, S. 5

28.04.1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint vermutlich in dieser Woche 'Der rote Schraubstock' (vgl. 11.4.1975, Juni 1975) der Roten Garde mit dem Leitartikel "Heraus zum Roten 1. Mai. Heraus zum internationalen Kampftag der Arbeiterklasse! Heraus unter den Fahnen der Arbeiterklasse!" über den 1. Mai und dem Aufruf, sich an der Demonstration zum "Roten 1. Mai in Duisburg" zu beteiligen.

Enthalten ist auch der Artikel "Der Kampf um Uwes Wiedereinstellung geht weiter" über die Entlassung des Roten Betriebsrats Uwe Bräutigam.
Q: Der rote Schraubstock Heraus zum Roten 1. Mai. Heraus zum internationalen Kampftag der Arbeiterklasse! Heraus unter den Fahnen der Arbeiterklasse!, Duisburg Apr. 1975

03.05.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 18 (vgl. 26.4.1975, 10.5.1975) heraus mit dem Artikel zu den BRW, "Betriebsratswahlen: Erneut 3 rote Betriebsräte gewählt" zu Elac Kiel, in dem es auch heißt: "In Düsseldorf bei Mannesmann wurde der Genosse Uwe Bräutigam, Roter Betriebsrat, entlassen, indem zwei Lehrlinge erpreßt wurden zu sagen, er habe eine Unterschriftensammlung im Betrieb durchgeführt."
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 3.5.1975, S. 3

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12.05.1975:
Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD gibt bei Mannesmann- (MM) und Demag-Werken im Regierungsbezirk Düsseldorf vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Thomas Luczak, Dortmund, Münsterstr.95, heraus:"
MANNESMANN- UND DEMAG-ARBEITER GEMEINSAM GEGEN POLITISCHE ENTLASSUNGEN UND GEWERKSCHAFTSAUSSCHLÜSSE!

Wieder nehmen politische Entlassungen und Ausschlüsse (aufgrund der UVB, d.Vf.) von klassenbewußten Arbeitern aus der Gewerkschaft zu. In den letzten Wochen haben die Mannesmann-Kapitalisten und Gewerkschaftsbonzen einen wahren Feldzug gegen die erstarkende Opposition begonnen.

Warum gerade jetzt? Weil die Unzufriedenheit der Mehrheit der Arbeiter eine unüberhörbare Warnung an die Führer der 'Zusammenarbeit von Unternehmern und Gewerkschaften' ist.

Die Arbeiter des Demag-Werkes in Kalletal haben durch ihren schon monatelangen Kampf ein Signal für alle Mannesmann-Arbeiter gesetzt. Bei den Betriebsratswahlen (BRW, d.Vf.) in vielen Mannesmann-Werken, in Solingen, Düsseldorf, Duisburg, griffen oppositionelle Gewerkschafter ein und entlarvten die Machenschaften der Bonzen. Das sind die wahren Gründe dafür, daß

- der KPD-Landtagskandidat Alois Krebs, Werkzeugmacher bei Mannesmann-Kronprinz in Solingen, am 2.April fristlos entlassen wurde. Diese Entlassung wurde von der Mehrheit der reaktionären Betriebsräte beantragt. Alois Krebs hatte in Flugblättern bewiesen, daß die Betriebsräte zu 100 Entlassungen und der gesteigerten Arbeitshetze ein Jahr lang geschwiegen hatte.

- Am 4. April leitete die IGM-Ortsverwaltung ein Ausschlußverfahren gegen Krebs ein.

- Im April entließen die Mannesmann-Kapitalisten den mit 656 Stimmen gewählten Betriebsrat Uwe Bräutigam (MM-Rath (in Düsseldorf, d.Vf.)) wegen Störung des 'Betriebsfriedens'.

- Am 10. April leitete die IGM-Ortsverwaltung Düsseldorf den Gewerkschaftsausschluß der beiden BR-Kandidaten und Jugendvertreter (bei MM Düsseldorf-Lierenfeld, d.Vf.) W. Uhlke und U. Pflugrath ein wegen 'Mitgliedschaft in einer gegnerischen Organisation'.

- Am 18. April schickte die IGM-Ortsverwaltung Duiburg dem KPD-Landtagskandidaten R. Koenning, Vertrauensmann bei Mannesmann-Huckingen ein Einschreiben mit Gewerkschaftsausschlußverfahren. In höhnischer Art und Weise forderten sie ihn auf, auf eine Kandidatur für die KPD zu verzichten, ansonsten würde er aus der IGM ausgeschlossen. (Wie immer bei Kommunisten ohne 'Untersuchungsverfahren').

Auch bei Demag in Düsseldorf gibt es politische Entlassungen. Gegen den Jugendvertreter und KPD-Kommunalkandidaten Koerber haben die Bonzen ein Ausschlußverfahren gestartet (vgl. Apr. 1975, d.Vf.).

Kollegen, Arbeiter, Angestellte, Lehrlinge!

Zahlreiche Solidaritätsadressen und Unterschriftensammlungen haben bereits bewiesen: der Versuch der Kapitalisten, die Betriebe und Gewerkschaften von klassenbewußten Arbeitern und Kommunisten zu säubern, muß auf den einheitlichen Widerstand aller treffen. Denn die politische Bedrohung richtet sich gegen die gesamte Arbeiterklasse.

Die IGM-Führer und Aufsichtsräte mit Loderer an der Spitze, der den 15 000 Entlassungen bei VW aus 'Einsicht' zustimmte, wissen sehr genau, daß ihre Stillhalteparolen an Einfluß verlieren. Deshalb trifft der Klassenfeind Vorbereitungen und verstärkt den politischen Druck in den Betrieben.

In diesen Wochen spürt jeder Arbeiter die Auswirkungen des reaktionären Kurses der Schmidt-Regierung. Die Vertuschung der Arbeitslosigkeit, die Aufrüstung des Staatsapparats und die Zusammenarbeit aller bürgerlichen Parteien - das ist die Krisenpolitik der Regierung. Für die Arbeiterklasse kann es in dieser Situation kein Stillhalten geben. Allen Arbeitern sagen wir: das kleinere Übel, das viele bei den letzten Landtagswahlen (LTW - vgl. 4.5.1975, d.Vf.) in Gestalt der SPD zu wählen glaubten, ist in Wahrheit ein Arm des Monopolkapitals.

Kollegen! Mehr als einmal haben die Mannesmann-Arbeiter bewiesen, daß sie sich nicht durch Bevormundung und Erpressung davon abhalten lassen, für ihre Interessen zu kämpfen. Protestiert gegen die politischen Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse!

Mannesmann hat eine Tradition massiver politischer Unterdrückung. In den letzten Jahren wurden z.B. bei Mannesmann-Lierenfeld die kommunistischen Arbeiter Strojec und Bail (vgl. 13.8.1973, d.Vf.) entlassen (Gerd Bail hat inzwischen einen Prozeß gewonnen, was die Kapitalisten natürlich nicht stört). es ist bekannt, daß der Werksschutz für Streiks ausgebildet wird und politische Polizei (PoPo, d.Vf.) wie in Rath Kontaktpersonen unterhält. All dies ist aber NICHTS, wenn sich die Arbeiter wirklich zur Wehr setzen. Und es hat sich auch erwiesen, was von den 'linken Phrasen' von Leuten wie Knapp (BR-Vorsitzender von Huckingen) zu halten ist: sie schweigen zu diesen Vorgängen und verraten die Arbeiter! Diejenigen Arbeiter, Betriebsräte und Funktionäre, die wirklich links und klassenbewußt sind, müssen sich auf die Seite der Einheitsfront gegen die politischen Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse stellen!

Kein Gewerkschaftsausschluß der Arbeiter Alois Krebs, W. Uhlke, U. Pflugrath, R. Koenning, Koeber und der anderen klassenbewußten Gewerkschafter!
Sofortige Wiedereinstellung von Alois Krebs und Uwe Bräutigam!
Schließt Euch der Revolutionären Gewerkschaftsbewegung an!"

Eingeladen wird zu einem Treffen am 17.5.1975.
Q: KPD-RK NRW: Mannesmann- und Demag-Arbeiter gemeinsam gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse!, Dortmund o.J. (Mai 1975)

17.05.1975:
Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD (vgl. 12.5.1975) kündigte bei Mannesmann- (MM) und Demag-Werken im Regierungsbezirk Düsseldorf (vgl. 25.5.1975) an:"
Am Samstag, dem 17.5. um 16 Uhr findet ein Treffen aller betroffenen Kollegen statt. Jeder, der gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse Front machen will, soll erscheinen. DÜSSELDORF, 16 Uhr, Gaststätte 'ZUM ALTEN FRITZ', Reisholzerstr./Garather Weg".
Q: KPD-RK NRW:Mannesmann- und Demag-Arbeiter gemeinsam gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse!, Dortmund o.J. (Mai 1975), S. 2

25.05.1975:
Beschäftigte von Mannesmann (MM) und Demag, u.a. auch Lehrlinge, aus Werken im Regierungsbezirk Düsseldorf - MM Duisburg-Huckingen, MM Röhrenwerke (MMRW) Düsseldorf-Lierenfeld, Demag Düsseldorf-Benrath, MMRW Solingen-Ohligs und Kronprinz Solingen - gründen, laut und mit KPD, das Komitee gegen politische Unterdrückung (vgl. 17.5.1975).
Q: Rote Fahne Nr. 21, Köln 28.5.1975, S. 6

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Juni 1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint vermutlich im Juni 'Der rote Schraubstock' (vgl. 28.4.1975, 27.6.1975), Betriebszeitung der Roten Garde für die Mannesmann-Röhrenwerke, vermutlich im Juni mit dem Leitartikel "Sichere Arbeitsplätze durch Handel mit Moskau? Moskau will nur eins - Macht" über das Röhrengeschäft mit der SU und dem Aufruf: "Kampf den Vorherrschaftsplänen der Sowjetunion in Europa".

Angehängt ist ein Flugblatt der KPD/ML: "Prozesslawine gegen den Roten Morgen. Angriff auf die kommunistische Presse" über die Strafbefehle gegen den "Roten Morgen", Schubert und Stoll.
Q: Der rote Schraubstock Sichere Arbeitsplätze durch Handel mit Moskau? Moskau will nur eins - Macht, Duisburg o. J. (1975)

02.06.1975:
Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD gibt vermutlich Anfang dieser Woche das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Thomas Luczak, Dortmund, Münsterstr.95, heraus. Während die Vorderseite vom Titel, in großer roter Schrift, "Einheitsfront gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!" über diversen 'Rote Fahne'- Meldungen über BV und UVB eingenommen wird, heißt es auf der Rückseite:"
Seit dem Verbot der KPD 1956 (vgl. 17.8.1956, d.Vf.) gab es keine solche Welle von politischen Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüssen und Berufsverboten wie heute.

Die alten Praktiken der Adenauerära kommen heute wieder zur Anwendung. Diesmal nicht unter einer CDU- sondern einer SPD/FDP-Regierung.

Hunderte von Arbeitern und Werktätigen wurden im laufe der Betriebsratswahlen (BRW, d.Vf.) entlassen, weil sie ein antikapitalistisches Programm vorlegten. Ungefähr 400 Betriebsratskandidaten wurden aus den DGB-Gewerkschaften ausgeschlossen.

Bei Bayer (CPK-Bereich in Leverkusen, d.Vf.) wurde eine ganze oppositionelle Liste aus dem Betrieb entlassen, mit dem Werkschutz aus dem Betrieb entfernt, und aus der IG Chemie ausgeschlossen (vgl. 30.4.1975, d.Vf.).

Der Ersatzbetriebsrat und Jugendvertreter I. Clemens wurde fristlos entlassen.

Der Betriebsratskandidat bei Armstrong in Münster (CPK-Bereich, d.Vf.), Egon Redereit wurde wegen Störung des Betriebsfriedens entlassen.

Die Landtags- und Kommunalwahlen in NRW (LTW/KW - vgl. 4.5.1975, d.Vf.) waren für die Kapitalisten, für die Gewerkschaftsführung und für den Staatsapparat ein weiterer Anlaß, Betriebe, Schulen und Gewerkschaften von Kommunisten zu säubern.

GEGEN KRISENWIRTSCHAFT UND POLITISCHE UNTERDRÜCKUNG, das war die Losung unserer Partei zu den Wahlen in NRW. Daß sie heute mehr denn je Gültigkeit hat, beweist die kapitalistische Wirklichkeit: Trotz Vorhersagen, daß 'wir im Frühsommer über den Berg sind', eine Million Arbeitslose, tausende von Kurzarbeitern, Massenentlassungen wie bei VW, denen der IGM-Vorsitzende Loderer zugestimmt hat, und jetzt 300 Arbeiterinnen bei SEL in Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 23.5.1975, d.Vf.), Inflation und Lohnabbau. Hier tritt der Kapitalismus den deutlichsten Beweis an, daß er unfähig ist, ein Leben zu garantieren ohne ständige Unsicherheit, Elend und Not.

Das ist der Grund für die verschärfte politische Unterdrückung, für die Hetze, die gegen Kommunisten gestartet wird und gleichzeitig gegen alle Kräfte, die diesem System den Kampf ansagen.

Trotz Unterdrückung, die Arbeiterklasse kämpft: Bei Demag in Kalldorf (IGM-Bereich, d.Vf.) und bei Seibel in Erwitte (CPK-Bereich, d.Vf.) haben die Arbeiter die Fabriken besetzt um die Schließung zu verhindern. Die Arbeiterinnen von SEL streiken und lassen sich nicht vertrösten mit vagen Versprechungen.

Arbeiter und Werktätige, schließt Euch zusammen in der Einheitsfront gegen Krisenwirtschaft und politische Unterdrückung!

Kämpft mit gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!"

Angekündigt wird eine Veranstaltung in Düsseldorf (vgl. 6.6.1975) sowie eine des Bayer-Solidaritätskomitees in Leverkusen (vgl. 5.6.1975). Zur bundesweiten Großveranstaltung am 7.6.1975 werden Busabfahrtszeiten bekanntgegeben für Mannesmann-Kollegen (IGM-Bereich) in Düsseldorf, Duisburg und Solingen, "weitere Abfahrtszeiten sind in den Parteibüros zu erfahren".
Q: KPD-RK NRW: Einheitsfront gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!, Dortmund o.J. (1975), S. 2

07.06.1975:
Das Komitee gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote (UVB/BV) der KPD führt in Hamburg im Curiohaus eine zentrale Veranstaltung gegen u.a. UVB und BV mit laut KPD ca. bzw. über 1 000 Personen durch.

Auch das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD (vgl. 2.6.1975) rief auf und organisierte zumindest für Mannesmann-Kollegen (IGM-Bereich) Busse aus Düsseldorf, Duisburg und Solingen,
Q: KPD-RK NRW: Einheitsfront gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!, Dortmund o.J. (1975), S. 2; Rote Fahne Nr. 21, 23 und 30, Köln 28.5.1975, 11.6.1975 bzw. 30.7.1975, S. 6, S. 7 bzw. S. 2

07.06.1975:
Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD (vgl. 2.6.1975) rief zur bundesweiten Großveranstaltung des Komitees gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote gegen die BV/UVB auf:"
ABFAHRT DER BUSSE FÜR MANNESMANN-KOLLEGEN: … Düsseldorf: 10 Uhr Immermannstr. / Charlottenstr."
Q: KPD-RK NRW: Einheitsfront gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!, Dortmund o.J. (1975), S. 2

22.06.1975:
Konferenz aller beiden Mannesmann (MM - IGM-Bereich) Zellen der KPD (in Duisburg-Huckingen und Düsseldorf-Lierenfeld). U.a. wurde "Über den Kampf gegen den modernen Revisionismus" diskutiert.
Q: Theorie und Praxis Nr. 2, Köln Dez. 1975, S. 129

27.06.1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint vermutlich Ende dieser Woche 'Der rote Schraubstock' (vgl. Juni 1975, Juli 1975), Betriebszeitung der Roten Garde für die Mannesmann-Röhrenwerke, mit dem Leitartikel "Erster Erfolg für Roten Betriebsrat. Doch der Kampf geht weiter" über den ersten Arbeitsgerichtstermin am 24.6. von Uwe Bräutigam. Parolen sind:
- "Wir kämpfen weiter, aufgeschoben ist für uns nicht aufgehoben"; und
- "Sofortige Wiedereinstellung des Roten Betriebsrats Uwe Bräutigam".
Q: Der rote Schraubstock Erster Erfolg für Roten Betriebsrat. Doch der Kampf geht weiter, Duisburg Juni 1975

Juli 1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint vermutlich im Juli 'Der rote Schraubstock' (vgl. 27.6.1975, 27.8.1975), Betriebszeitung der Roten Garde für die Mannesmann-Röhrenwerke unter der Schlagzeile "Kämpft für die Wiedereinstellung von Uwe Bräutigam!" über seine Entlassung durch MM und seine Klage vor dem Arbeitsgericht. Aufgerufen wird dazu, zum "Arbeitsgerichtsprozess" zu kommen.
Q: Der rote Schraubstock "Kämpft für die Wiedereinstellung von Uwe Bräutigam!, Duisburg o. J. (1975)

03.07.1975:
In Solingen führt, laut und mit KPD, das Mannesmann (MM) / Demag Komitee im Regierungsbezirk Düsseldorf gegen politische Unterdrückung (vgl. 25.5.1975) seine erste Veranstaltung in Solingen durch, an der auch Vertreter der AMADA aus den Niederlanden teilnehmen sowie Jugendvertreter von Mannesmann Solingen und Düsseldorf-Lierenfeld und Beschäftigte von MM Düsseldorf-Rath (vgl. 23.6.1975) und Kronprinz Solingen (vgl. 23.6.1975).
Q: Rote Fahne Nr. 27, Köln 9.7.1975

05.07.1975:
In Düsseldorf wird, laut KPD/ML (vgl. 2.8.1975), eine Veranstaltung gegen die Entlassung ihres Roten Betriebsrats bei Mannesmann-Rath außer von Ausländern auch von der KPD besucht.
Q: Roter Morgen Nr. 31, Dortmund 2.8.1975, S. 2

09.07.1975:
In der Nr. 27 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 2.7.1975, 16.7.1975) berichtet die KPD auch von Kronprinz Düsseldorf und über die eigenen zwei Betriebszellen bei MM (in Duisburg-Huckingen und Düsseldorf-Lierenfeld).
Q: Rote Fahne Nr. 27, Köln 9.7.1975, S. 2

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12.07.1975:
An der heute beginnenden Indochinasammelwoche in NRW, beteiligen sich, laut KPD, im Raum Düsseldorf sie selbst bzw. ihre Betriebszelle Mannesmann (MM) Demag (IGM-Bereich), ihre Zelle in der Uniklinik (UK - ÖTV-Bereich) und ihre Straßenzelle Garath sowie ihre Organisationen LgdI, KSV, KOV und Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Stadt, der Agitproptrupp Krefeld und aus Solingen die LgdI und das Parteikomitee (PK) der KPD.
Q: Rote Fahne Nr. 29, Köln 23.7.1975, S. 6

19.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 29 (vgl. 12.7.1975, 26.7.1975) heraus. Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Rath über Lehrlinge und die Rote Garde-Zeitung 'Der Rote Schraubstock'.
Q: Roter Morgen Nr. 29, Dortmund 19.7.1975, S. 3

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02.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 31 (vgl. 26.7.1975, 9.8.1975) heraus. In einer Beilage Nr. 1 zur Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit wird über Rote Betriebsräte berichtet u.a. aus Düsseldorf von Mannesmann Rath ('Der Rote Schraubstock').
Q: Roter Morgen Nr. 31, Dortmund 2.8.1975

27.08.1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. Juli 1975, 15.10.1975), Betriebszeitung der Roten Garde für die Mannesmann-Röhrenwerke, mit dem Leitartikel "Schluss mit den Umsetzungen! Kampf jeder Entlassung!" über den Kurs der "Massenmannkapitalisten "auf Massenentlassungen bei uns im Werk Rath!".

Weitere Artikel sind:
- "Uwes Klage auf Wiedereinstellung abgewiesen" über den Prozess vor dem Düsseldorfer Amtsgericht am 22.7. und die abgewiesene Klage. Forderungen dazu sind: "Sofortige Wiedereinstellung von Uwe Bräutigam! Nieder mit der Betriebsratsclique! Nieder mit dem BVG! Vorwärts beim Aufbau der RGO!";
- "Freilassung von Heinz Baron erkämpft! Jugend gegen imperialistischen Krieg!" über die Verurteilung von Heinz Baron wegen seiner Teilnahme am RAKT 1972 in München. Parolen sind:
- "Kämpft mit am Roten Antikriegstag 1975"; und
- "Krieg dem imperialistischen Krieg".
Aufgerufen wird zur Teilnahme einer Demo zum RAKT 1975 in Frankfurt/M. und zum "Jugendkongress der Roten Garde" am 30.8. und 31.8. in der Offenbacher Stadthalle.
Q: Der rote Schraubstock Schluss mit den Umsetzungen! Kampf jeder Entlassung!, Duisburg 27.8.1975

04.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 40 (vgl. 27.9.1975, 11.10.1975) heraus. Aus Düsseldorf wird berichtet vom 'UZ'-Pressefest der DKP im Mannesmannviertel Rath. Als KPD und KPD/ML den Stand der EAP angriffen habe die DKP diesen verteidigt, der Stand der KPD/ML sei unbehelligt geblieben. Berichtet wird in diesem Zusammenhang auch von Mannesmannkollegen sowie der Arbeit der Roten Garde an der Berufsschule.
Q: Roter Morgen Nr. 40, Dortmund 4.10.1975

15.10.1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. 27.8.1975, 4.11.1975), Betriebszeitung der Roten Garde für die Mannesmann-Röhrenwerke, für Oktober vermutlich Mitte dieser Woche mit dem Leitartikel "Sie planen Lohnraub!" über die anstehende Stahltarifrunde (STR) und die 8%-Forderung der IG Metall.

Beigeheftet ist ein Flugblatt "Warum die Behrensstraße bei den Nazis 'Johannes-Hofmann-Straße' hieß!" der KPD/ML, OG Düsseldorf vom 15.10.1975 zu einer Großveranstaltung der FRAP am 25.10.1975. Parolen sind u. a.:
- "Tod dem Faschismus";
- "Nieder mit dem westdeutschen Imperialismus"; und
- "Es lebe die FRAP".
Q: Der rote Schraubstock Sie planen Lohnraub!, Duisburg Okt. 1975; KPD/ML: Warum die Behrensstraße bei den Nazis 'Johannes-Hofmann-Straße' hieß!, Düsseldorf 15.10.1975

04.11.1975:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. 15.10.1975, 23.2.1976), Betriebszeitung der Roten Garde für die Mannesmann-Röhrenwerke, mit dem Leitartikel "DGB Demonstration in Dortmund - Betrug - Verrat - Terror!" zur Demonstration des DGB: "Gegen die steigende Arbeitslosigkeit und für mehr Stabilität".
Parolen sind u. a.:
- "Nieder mit dem imperialistischen DGB-Apparat";
- "Vorwärts beim Aufbau der Revolutionären Gewerkschaftsopposition";
- Boykottiert die DGB-Demonstration"; und
- "Christiansen leugnet Entlassungen" über eine Belegschaftsversammlung und Entlassungen.

Die Ausgabe enthält einen Jugendteil der Roten Garde: "Weg mit der Lohnsenkung" über die Nichteinhaltung von übertariflichen Leistungen. Aufgerufen wird zu einem "Jugendtreff der Roten Garde" am 7.11. "Fahrpreiserhöhungen" über die Erhöhungen zum 1. Dezember.

Reklame gemacht wird die Neuerscheinung der Roten Hilfe: "Der Kampf geht weiter", für den "Rot Front Verlag" und den "Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking".
Q: Der rote Schraubstock DGB Demonstration in Dortmund - Betrug - Verrat - Terror!, Duisburg 4.11.1975

16.11.1975:
Der AB gibt die Nr. 74 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 2.11.1975, 30.11.1975) heraus und berichtet zur Stahltarifrunde (STR) auch von MMRW Düsseldorf-Lierenfeld.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 74, München 16.11.1975, S. 6

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18.11.1975:
Die KPD gibt ihren 'Roten Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr. 2 (vgl. 11.11.1975, 25.11.1975) heraus und berichtet auch von den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Pressedienst Nr. 2, Köln 18.11.1975

11.12.1975:
Die Kommunistische Gruppe Düsseldorf gibt ihre Ortsbeilage (vgl. 8.1.1976) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 49 heraus mit dem Artikel "'Mannesmann auf der Erfolgsstraße'" zu Mannesmann, Klöckner und der Stillegung von Zinser (300 Besch.).
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Düsseldorf Nr. 49, Düsseldorf o. J. (11.12.1975), S. 7

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Januar 1976:
Vermutlich Ende Januar gibt die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld des KJVD der KPD das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 ohne presserechtlich Verantwortlichen heraus:"
GEGEN KURZARBEIT UND ENTLASSUNGSTERROR DER MM-KAPITALISTEN
KEINE ENTLASSUNG VON WALDEMAR UHLKE UND UWE PFLUGRADT!

Letzte Woche erhielten die beiden kommunistischen Jugendvertreter Waldi und Uwe die Nachricht, daß sie entlassen werden sollen.

Die MM-Kapitalisten stecken, wie das ganze System, in einer tiefen Krise. Riesenprofite für sie, die andere Seite der Medaille, Kurzarbeit, Massenentlassungen und Stillegungen. Plündern uns Loderer und Schmidt durch Lohnraubabschlüsse und Sparprogramme aus, so setzen die Kapitalisten einen Teil der Kollegen auf die Straße, verschärfen sie die Arbeitshetze für die Anderen. Für Lierenfeld heißt das: Kurzarbeit in der Zieherei, Massenentlassungen wie zuletzt für 23 Kollegen, geplante Stillegung nicht nur der Zieherei, sondern des ganzen Werkes Lierenfeld.

In dieser Zeit verschärfter Ausplünderung der Arbeiterklasse müssen die Kapitalisten die Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse schwächen, um ihren Ausbeuterfrieden zu erhalten. Deshalb entließen sie die Kommunisten Bail und Strojec! Deshalb wollen sie jetzt Uwe und Waldi schmeißen! Damals wie heute benötigen sie dazu die übelste Verleumdungen. waren es bei Bail noch schlechte Leistungen in der Schule, so müssen heute bei Uwe 'häufiges Zuspätkommen' und 'mangelnde Arbeitsleistung', bei Waldi 'schlechtes Benehmen' dazu herhalten, die beiden rauszuschmeißen. Uwe mußte nach der lehre sechs Monate berufsfremde Arbeit machen, nämlich Motoren auseinanderbauen und waschen. Schon damals warfen sie ihm 'Interesselosigkeit an der Arbeit' vor und wollten ihn rausschmeißen. Anhand eines Prüfungsstückes wollten sie ihm schlechte Arbeitsleistung unterschieben. Dabei wurde er ständig von Meistern und Vorarbeitern kontrolliert. Sie gingen sogar soweit, einem Kollegen zu sagen, 'Geh mal ab und zu kontrollieren, wie schnell er die Arbeit macht'.

Kollegen! Gerade jetzt, wo die Arbeiter aufs Schärfste ausgebeutet werden, wo die Betriebsratsmafia der Kurzarbeit in der Zieherei, den 23 Entlassungen zustimmte; wo sie heute, wie damals bei Bail und Strojec, den Entlassungen von Uwe und Waldi zustimmen wird, brauchen wir konsequente Kämpfer der Arbeiterklasse, brauchen wir Jugendvertreter wie Uwe und Waldi. Waren es Rettig und Co., die den Kampf gegen die 23 Entlassungen organisierten? Nein, Uwe hielt in der Hydraulik eine Kundgebung ab. Er und Waldi sind es, die tagtäglich den Kampf gegen die MM-Kapitalisten organisieren.

Die D'K'P empfiehlt uns, für Mitbestimmung zu kämpfen, die wirtschaftlichen Verbindungen zu der UdSSR (SU, d.Vf.) zu verstärken, doch diese größten Arbeiterfeinde wollen dadurch nur Aufsichtsrats- und Gewerkschaftsposten ergattern, den Weg für ihre Auftraggeber, die Breschnews und Co. ebnen. Hat etwa die Mitbestimmung die Massenentlassungen bei VW verhindert? Haben die Ostverträge unsere Arbeitsplätze gesichert? Nein, im Gegenteil. Wie bei Mannesmann schließen die Sozialimperialisten Großaufträge ab, verschieben jetzt aber neue Aufträge auf nächstes Jahr, um billigere Rohre zu kriegen. Dadurch sind die Kapitalisten gezwungen noch weiter zu rationalisieren, um ihren Profit zu halten. Unterwanderung von Gewerkschafts- und Staatsapparat, wie bei Dürrbeck und Guillaume, Denunzierung und Hetze gegen Kommunisten wie durch 'Jugendvertrauensfrau' Müller, das sind ihre wahren Absichten. Ihren Einfluß bei Lierenfelds Chefetagen zeigten sie am Samstag, wo sie uns glückstrahlend erzählten, was sie eigentlich kaum wissen konnten, nämlich, daß Uwe und Waldi entlassen werden sollen. Die Brötchengeber der DKP, die russischen Sozialimperialisten, haben vor, wie 1968 in der Tschechoslowakei (CSSR - vgl. 21.8.1968, d.Vf.), wie 1975 in Indien, unser Land in ihre Kolonie zu verwandeln. Ihnen gilt unser entschiedenster Kampf.

Kollegen! Gegen Arbeitslosigkeit und politische Unterdrückung gibt es nur eine Alternative! Der selbständige Zusammenschluß der Arbeiterklasse unter Führung der KPD für ein System, in dem die Arbeiterklasse die Macht hat, den Sozialismus!

Gegen die Stillegungspläne und die geplanten Rausschmisse der beiden Jugendvertreter Uwe und Waldi gilt es jetzt den Kampf aufzunehmen. Führt Pausenversammlungen durch, macht Märsche zu Betriebsrat und Geschäftsleitung, sammelt Unterschriften für eine Jugendversammlung!

KEINE SILLEGUNG VON LIERENFELD!
KEIN RAUSSCHMISS VON UWE UND WALDI!
KOMMT ALLE HEUTE NACH DER ARBEIT IN DEN 'CARLSHOF'. DISKUTIERT MIT UNS, WIE WIR DIE ENTLASSUNGEN BEKÄMPFEN KÖNNEN!"
Q: KJVD-Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld: Gegen Kurzarbeit und Entlassungsterror der MM-Kapitalisten. Keine Entlassung von Waldemar Uhlke und Uwe Pflugradt!, o.O. (Düsseldorf) o.J. (1976)

03.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 1 (vgl. 27.12.1975, 10.1.1976) heraus.
Aus Düsseldorf wird berichtet über 'Der rote Schraubstock', die Betriebszeitung der KPD/ML und der RG bei Mannesmann-Rath und den dortigen Roten Betriebsrat.
Q: Roter Morgen Nr. 1, Dortmund 3.1.1976, S. 5

06.02.1976:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld endet, laut KPD, das dritte Lehrjahr, zumindest für die Maschinenschlosser.
Q: Rote Fahne Nr. 9, Köln 3.3.1976, S. 5

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12.02.1976:
Die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld des KJVD der KPD gibt das folgende Flugblatt mit einer Seite DIN A 4 unter Verantwortung von Stefan Siebenkäs, Köln, Widdersdorferstr. 190, heraus:"
WEITER GEGEN WALDIS RAUSWURF!

BEWEIS NR. 1 - ZUSPÄTKOMMEN
BEWEIS NR. 2 - ZIGARETTENASCHE AUF DEN BODEN
BEWEIS NR. 3 - KLEBEN EINES AUFKLEBERS MIT DER AUFSCHRIFT GEGEN DIE ENTLASSUNG VON UWE UND WALDEMAR. DIESES 'VERBRECHEN' S O L L ER BEGANGEN HABEN!
BEWEIS NR. 4 - SICH ALS 'VOLKSREDNER' BETÄTIGT ZU HABEN!

Weiterhin wird in der Schrift von Mannesmann als Beweis für die Begründung der Nichtübernahme angeführt, daß sich Waldi mit der Essensausgeberin gestritten hat. Zugegeben, das Verhalten von Waldemar gegenüber der Essensausgeberin war nicht richtig. Richtig ist auch, daß er oft zu spät kam. Daß Zigarettenasche auf den Boden streuen, Kleben eines Aufklebers (angeblich), Streit mit einer Kollegin, zuspätkommen kein Grund für eine Nichtübernahme und einer Beurlaubung ist, liegt klar auf der Hand. Näher auf den wahren Grund gehen die Mannesmann-Kapitalisten mit dem 'Beweis' - Volksredner - ein. Volksredner, weil er den Lehrlingen gesagt hat, welche gerechten Forderungen er vertritt:
- STREIKRECHT FÜR LEHRLINGE!
- 700 M EXISTENZLOHN!
- WEG MIT DER PROBEZEIT!
- KEINE STILLEGUNG VON LIERENFELD!
- ÜBERNAHME ALLER LEHRLINGE INS ARBEITSVERHÄLTNIS!

DAS IST DER WAHRE GRUND: Waldemar soll aus dem Betrieb, weil er für die Kollegen und Lehrlinge eintritt, weil er ihre Forderungen vertritt.

Wenn Waldemar fliegt, betrifft das nicht nur ihn, sondern in der Hauptsache alle Kollegen und Lehrlinge von Mannesmann. Seine bevorstehende Entlassung geht ALLE Kollegen und Lehrlinge an. Sie ist nicht seine Privatsache!

DESHALB TRETET EIN GEGEN DIE BEVORSTEHENDE ENTLASSUNG, GEGEN SEINE BEURLAUBUNG, DIE DER ERSTE SCHRITT ZUR ENTLASSUNG IST!

DIE NEUESTEN UND WICHTIGSTEN EREIGNISSE!
- Auf einer Versammlung von Lehrlingen hinderte Richter Waldemar am Reden, wurde auf einmal die Stereo-Anlage angestellt. Richter drohte den Lehrlingen, daß zuspätkommen ein Entlassungsgrund sei. Die Lehrlinge sollen eingeschüchtert werden, das ist der einzigste Zweck dieser Versammlung.
- Meister Schmidtgen hat Jadasch nach seiner politischen Gesinnung gefragt - und Hinterkeuser fragte den Kollegen Toll das gleiche. Beide sollen 'auf Probe' für drei Monate übernommen werden. Deutlicher können die MM-Kapitalisten ihre Gesinnungsschnüffelei nicht zeigen - sie haben panische Angst davor, daß immer mehr Kollegen sich für ihre Interessen zusammenschließen und mutig kämpfen wie ihre kommunistischen Jugendvertreter!

- Waldi war beim Betriebsrat! Dessen Lüge, er 'wüßte von nichts' war Rettig wohl inzwischen doch zu plump - das einzige, was er am Dienstag zu sagen wußte, war: 'kein Kommentar!' DAZU ist ein Kommentar überflüssig - Rettig und Co. haben die MM-Kollegen IMMER verraten und ihre mutigsten Vertreter rausschmeißen geholfen! (Rettig hat am Dienstag direkt beim Werkschutz angerufen!)

Kollegen!

DIESE ENTLASSUNG GEHT GEGEN UNS ALLE! VERHINDERN WIR WALDI'S RAUSSCHMISS!

TREFFPUNKT: Do. und Fr. nach der Arbeit 'Bürgerstuben' Er-" hier war das Papier des Flugblattes zu Ende.
Q: KJVD-Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld: Weiter gegen Waldis Rauswurf!, o.O. (Düsseldorf) 12.2.1976

23.02.1976:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. 4.11.1975, Dez. 1976), Betriebszeitung der Roten Garde und der KPD/ML für die Mannesmann-Röhrenwerke mit dem Leitartikel "Vertrauensleutewahl. Was haben wir zu erwarten?" über die stattgefundene VLW im Januar.

Weitere Artikel sind:
- "Wahrheit gesagt: 2.000 DM Strafe" über die Verhaftung von KPD/ML Mitgliedern und Strafbefehle;
- "Arbeitsgericht: Berufung von Uwe abgelehnt" über das Arbeitsgerichtsurteil gegen Uwe Bräutigam;
- "Bericht aus einem chinesischen Stahlwerk", entnommen der Betriebszeitung der KPD/ML bei Mannesmann-Hüttenwerke Duisburg-Huckingen;
- "USA und Sowjets: Feinde des Volkes" über Angola und die Einmischung der beiden Supermächte;
- "Maulkorb-Gesetz verabschiedet" über die 14. Strafrechtsänderung (SRÄ); sowie
- "Trotz Verfolgung und tiefster Illegalität: KPD/ML in der DDR gegründet" über die Gründung der Sektion DDR.
Q: Der rote Schraubstock Vertrauensleutewahl. Was haben wir zu erwarten?, Duisburg 23.2.1976

März 1976:
Die KPD/ML (vgl. 3.4.1976) berichtet vermutlich aus dem März aus Düsseldorf über das Erscheinen der 'Rebellion' der Roten Garde für Mannesmann Lierenfeld.
Q: Roter Morgen Nr. 14, Dortmund 3.4.1976, S. 2

01.03.1976:
Die KPD/ML (vgl. 13.3.1976) berichtet vermutlich aus dieser Woche von Mannesmann (MM) Düsseldorf-Rath, wo KPD/ML und Rote Garde den 'Roten Schraubstock' herausgeben, über die Entlassung des Roten Betriebsrats Uwe Bräutigam.
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 13.3.1976, S. 5

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01.03.1976:
Die KPD/ML (vgl. 13.3.1976) berichtet vermutlich aus dieser Woche von Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld, über die geplante Entlassung des Roten Jugendvertreters Waldemar Uhlke vom KJVD der KPD, wogegen die Rote Garde ein Flugblatt verteilte.
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 13.3.1976, S. 5

27.03.1976:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld findet, laut KPD, eine Betriebsversammlung (BV) statt, an der auch Loderer vom IGM-Vorstand teilnimmt. Als der Jugendvertreter Waldemar Uhlke vom KJVD der KPD redete, habe Loderer nur gelesen anstatt zuzuhören.
Q: Rote Fahne Nr. 13, Köln 31.3.1976, S. 5

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17.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 16 (vgl. 10.4.1976, 24.4.1976) heraus. Über Arbeitsgerichtsprozesse gegen Rote Betriebsräte wird auch berichtet aus Düsseldorf von den Mannesmann-Röhrenwerken.
Q: Roter Morgen Nr. 16, Dortmund 17.4.1976

19.04.1976:
In Düsseldorf gibt die Ortsleitung des KJVD der KPD vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt "Keine Kapitalistenknechte! Keine Zöglinge der Neuen Zaren! - Klassenbewußte Jugendvertreter!" zu den Jugendvertreterwahlen (JVW) heraus, wobei auch auf Mannesmann Lierenfeld eingegangen wird. Aufgerufen wird zur Chinaveranstaltung (vgl. 23.4.1976), zum 'Kämpfende Jugend'-Treff (vgl. 28.4.1976), zur Maiveranstaltung der KPD in Düsseldorf (vgl. 29.4.1976) und zur Maidemonstration in Dortmund.
Q: KJVD-OL Düsseldorf: Keine Kapitalistenknechte! Keine Zöglinge der Neuen Zaren! - Klassenbewußte Jugendvertreter!, Düsseldorf o. J. (1976)

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Mai 1976:
Die GIM Düsseldorf gibt ihre 'Was tun im Betrieb für die Beschäftigten der Düsseldorfer Metallbetriebe' (vgl. Apr. 1976, 29.6.1976) für Mai heraus mit dem Artikel "Superjahr für Mannesmann".
Q: Was tun im Betrieb für die Beschäftigten der Düsseldorfer Metallbetriebe Der Druckerstreik war die Wende. Auftakt für neue Kämpfe, Düsseldorf Mai 1976, S. 7

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01.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 18 (vgl. 24.4.1976, 8.5.1976) heraus.
Von den eigenen Zeitungen werden u.a. erwähnt aus Düsseldorf 'Der rote Schraubstock' von KPD/ML und RG bei Mannesmann Rath sowie die seit dem letzten 1. Mai erstmals erschienene 'Rebellion' der RG für Mannesmann Lierenfeld.
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 1.5.1976

10.06.1976:
Die Kommunistische Gruppe Düsseldorf gibt ihre Ortsbeilage (vgl. 3.6.1976, 17.6.1976) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 23 heraus mit dem Artikel "Mannesmann Vorzugsaktien: Griff nach den Spargroschen der Arbeiter und Angestellten" womit u.a. das Werk in Brasilien ausgebaut werde.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Düsseldorf Nr. 23, Düsseldorf 1976, S. 3f

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28.06.1976:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Düsseldorf bei den Mannesmann Röhrenwerken eine Ausgabe von 'Der Rohrwerker' - Betriebszeitung der DKP für die MRW-Belegschaft unter der Überschrift " Bilanz'76: Profit für Vorstand und Aktionäre - Arbeitsplatzverlust und Existenzunsicherheit für die Arbeiter und Angestellten!" zur Hauptversammlung am 6.7.1976. Eingegangen wird auch auf die drohende Schließung des Standortes Reisholz.
Q: Der Rohrwerker Bilanz'76: Profit für Vorstand und Aktionäre - Arbeitsplatzverlust und Existenzunsicherheit für die Arbeiter und Angestellten!, Düsseldorf o. J. (1976)

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29.06.1976:
Die GIM Düsseldorf gibt laut einer handschriftlichen Datierung heute ihre 'Was tun im Betrieb für die Beschäftigten der Düsseldorfer Metallbetriebe' (vgl. Mai 1976) für Juni heraus mit dem Artikel "Mannesmann Geschäftsbilanz".
Q: Was tun im Betrieb für die Beschäftigten der Düsseldorfer Metallbetriebe Bundestagswahl 76, Düsseldorf Juni 1976, S. 3

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29.07.1976:
Die Ortsgruppe Düsseldorf des KBW gibt ihre Ortsbeilage (vgl. 15.7.1976, 5.8.1976) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 30 heraus mit dem Leitartikel "1975 Pleitenrekord in Düsseldorf", dabei "waren von den 236 Pleiten hauptsächlich betroffen das Baugewerbe, Handwerk und Handel, aber auch die MF Habersang & Zinsen sowie die Zieherei bei Mannesmann-Lierenfeld.

Enthalten ist auch der Artikel "Mannesmann - der Profit fesselt die Entwicklung der Produktivkräfte"."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Düsseldorf Nr. 30, Düsseldorf 1976, S. 3ff

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02.08.1976:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche der Jugendvertreter Waldemar Uhlke (KJVD der KPD) entlassen (vgl. 14.10.1976), wogegen sich u.a. die Rote Garde (RG) der KPD/ML sowie Jusos und SJD - Die Falken der SPD aussprechen, nicht aber die DKP.

Vermutlich ebenfalls in dieser Woche gibt auch die KJVD-Betriebszelle ihr 'Rotes Rohr' heraus, in dem sie sich u.a. mit dem Fall sowie den Essensausgeberinnen befaßt.
Q: Rote Fahne Nr. 32, Köln 11.8.1976, S. 5

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04.08.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 31 (vgl. 28.7.1976, 11.8.1976) heraus. Wahlspenden kamen auch aus Düsseldorf von der Zelle Mannesmann (MM - IGM-Bereich).
Q: Rote Fahne Nr. 31, Köln 4.8.1976

25.09.1976:
Der KJVD der KPD führt, laut KPD, sein Tribunal "Arbeiterjugend klagt den Imperialismus an", das wegen des Todes von Mao Tse-tung (vgl. 9.9.1976) verschoben wurde, heute in Hamburg-Eimsbüttel durch. Anwesend sind u.a. der Gymnasiast Andreas Wolf aus Hannover in Niedersachsen, der ehemalige Jugendvertreter Waldemar Uhlke von Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld (IGM-Bereich in NRW), Bernd Beste, Ulli Lenze, Brockmann und der Hamburger Altgenosse Werner Wischmann.
Q: Rote Fahne Nr. 37 und 40, Köln 15.9.1976 bzw. 6.10.1976

14.10.1976:
Heute findet, laut KPD, der Arbeitsgerichtsprozeß des Jugendvertreters Waldemar Uhlke (KJVD der KPD) gegen seine Nichtübernahme bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld statt. Das Gericht lehnt die Übernahme ab. Für Uhlke machten sich die Betriebszellen des KJVD und der KPD stark, während DKP und SDAJ die Entlassung befürwortet hätten, ebenso wie der KBW, weil dieser den Kampf gegen politische Unterdrückung in 'BRD' und DDR als sozialchauvinistisch bezeichne.
Q: Rote Fahne Nr. 32 und 42, Köln 11.8.1976 bzw. 20.10.1976, S. 5

20.10.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 42 (vgl. 13.10.1976, 27.10.1976) heraus. Eingegangen wird auch auf Mannesmann (MM) Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr. 42, Köln 20.10.1976, S. 3

27.10.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 43 (vgl. 20.10.1976, 3.11.1976) heraus und berichtet aus Düsseldorf von Mannesmann (MM) Lierenfeld (IGM-Bereich), u.a. über die Belegschaftsaktien.
Q: Rote Fahne Nr. 43, Köln 27.10.1976, S. 4

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Dezember 1976:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Rath erscheint 'Der rote Schraubstock' (vgl. 23.2.1976), Betriebszeitung der KPD/ML und der Roten Garde für Dezember mit dem Leitartikel "6% keine Reallohnerhöhung. Lohnraubabschluß in der Stahlindustrie!" über den 6% Abschluss in der Stahlindustrie (STR) in NRW.

Weitere Artikel sind:
- "Was ist los, mit dem Werksausbau?" über die Verdoppelung des Geländes und den Abriss von Wohnhausreihen (neues Werk);
- "Studiert Programmentwurf der KPD/ML" über das neue Programm der KPD/ML; sowie
- "30.000 im Kampf gegen das KKW Brokdorf. Wir kommen wieder" über die Aktionen in Brokdorf.
Q: Der rote Schraubstock 6% keine Reallohnerhöhung. Lohnraubabschluß in der Stahlindustrie!, Düsseldorf Dez. 1976

08.12.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 49 (vgl. 1.12.1976, 15.12.1976) heraus und berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM u.a. bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr. 49, Köln 8.12.1976, S. 1

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März 1977:
Die Nr. 20 der trotzkistischen 'Voran' (vgl. Feb. 1977, Juli 1977) erscheint für März und April und berichtet auch von Mannesmann Düsseldorf.
Q: Voran Nr. 20, Remscheid März 1977

07.03.1977:
In Düsseldorf bei Mannesmann Reisholz, aber auch bei den Werken Lierenfeld und Rat, verteilt der KABD das Flugblatt "Kollegen! In unserer Einheit liegt unsere Kraft und Stärke!" mit dem Aufruf zur Demonstration gegen die Stillegung von Reisholz am 8.3.1977.

Berichtet wird:"
Anderenorts (VFW Speyer) sind durch gemeinsame Demonstrationen und Kundgebungen von Metallern und Bevölkerung die Bosse gezwungen worden, 900 Arbeitsplätze zu erhalten."

Gefordert wird u.a.: "Keinerlei Entlassungen! Weder in Reisholz, noch in Lierenfeld oder Rath! Ausbau der bestehenden Werke, keine Konzentration auf nur einen Betrieb!".

Aufgerufen wird:"
Kollegen aller 3 Werke: Kommt zur Demonstration am Dienstag um 10 Uhr in Reisholz!
Kollegen aller 3 Werke: Weitere gemeinsame Aktionen müssen folgen!".
Q: KABD-Zelle Mannesmann: Bericht der MM-Zelle Düsseldorf über die Situation bei MM-Reisholz Juli 77, Düsseldorf Juli 1977, S. 9; KABD: Kollegen In unserer Einheit liegt unsere Kraft und Stärke! Kollegen!, Düsseldorf o. J. (1977)

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14.03.1977:
In Düsseldorf bei Mannesmann Reisholz, aber auch bei Mannesmann Lierenfeld und Rath verteilt der KABD, vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "In unserer Einheit liegt unsere Kraft und Stärke! Kollegen!" mit dem Aufruf zur Demonstration gegen die Stillegung von Reisholz am 23.3.1977, in dem es auch heißt:"
Von ultralinken Sektierern wie KPD/ML und 'KPD' oder rechten Bremsern, …, lassen wir uns nicht beeinflussen."

Aufgerufen wird:"
Kollegen von Rath, Lierenfeld und Reisholz, wehren wir uns gemeinsam!".
Q: KABD-Zelle Mannesmann: Bericht der MM-Zelle Düsseldorf über die Situation bei MM-Reisholz Juli 77, Düsseldorf Juli 1977, S. 9; KABD: In unserer Einheit liegt unsere Kraft und Stärke! Kollegen!, Düsseldorf o. J. (1977)

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21.03.1977:
Der KBW Köln gibt seine Zeitung 'Einheit' für F&G und ARBED (vgl. 6.2.1976) heraus mit einer "Chronik des Kampfes der Mannesmann-Arbeiter" in Düsseldorf vom 11.12.1976 bis 11.3.1977.
Q: Einheit - F&G und ARBED Zwischen den Kapitalisten und Arbeitern kann es keine 'Einigung' geben!, Köln 21.3.1977, S. 4

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April 1977:
Die Jugendbetriebszelle Bayer Leverkusen des KJVD der KPD gibt die Dokumentation "KJVD enthüllt. Neue 'Ausbildungs'Programme - Bayers Geschäft mit der Arbeitslosigkeit" heraus, in der es auch heißt:"
Vor dem BDI-Gebäude in Köln (Bund deutscher Industrieller) streiken 'S'DAJ'ler einen Tag 'Hunger' um ein Gespräch mit Schleyer zu 'erzwingen' (vgl. 21.3.1977, d.Vf.)!

Nachdem sie den Massenentlassungen bei Felten und Guillaume (IGM-Bereich, d.Vf.) in Köln zugesehen hatten, versuchen sie jetzt eine 'Bürgerinitiative gegen Arbeitslosigkeit' auf die schon bei F+G breit propagierte Forderung der Durchsetzung des 'Rechts auf Arbeit' zu verpflichten und preisen den 'Osthandel' als Krisenallheilmittel an (vgl. März 1977, d.Vf.).

Ein Recht auf Arbeit gibt es im Kapitalismus nicht. Die Anarchie der Produktion, der Zwang billiger zu produzieren als der Konkurrent bedeutet immer: Steigerung der Arbeitshetze, Einsparung von Arbeitsplätzen und Verschlechterung der Ausbildung - verschärfte Ausbeutung!

DIE GESETZMÄSSIGEN KRISEN AUF UNSEREN RÜCKEN ABWÄLZEN, IST JA DAS MITTEL DER KAPITALISTEN, IHRE PROFITE ZU SANIEREN!

Und der 'Osthandel', was hat er den Mannesmannarbeitern (MM, IGM-Bereich, d.Vf.) in Düsseldorf Anderes gebracht als Rationalisierung und Steigerung der Arbeitshetze, damit die Kapitalisten den Röhrenauftrag der Sowjetunion (SU, d.Vf.) erfüllen konnten?"
Q: KJVD-Zelle Bayer Leverkusen:KJVD enthüllt. Neue 'Ausbildungs'Programme - Bayers Geschäft mit der Arbeitslosigkeit, Leverkusen Apr. 1977

28.03.1977:
Die Kommunistischen Studentengruppen (KSG) Düsseldorf des KABD geben vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Schlag auf Schlag Massenentlassungen" heraus. Mannesmann wolle sich auf die deutschen Standorte Duisburg-Huckingen, Düsseldorf-Rath und Mülheim konzentrieren und nach Brasilien verlagern.
Q: KSG: Schlag auf Schlag Massenentlassungen, Düsseldorf o. J. (1977), S. 2

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25.04.1977:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Reisholz und auch bei Mannesmann Lierenfeld verteilt der KABD, nach internen Angaben, vermutlich in dieser Woche seine 'Mitteilungen für Kollegen für Kollegen von MRW und KAR Reisholz' unter der Schlagzeile "Zuckerbrot + Peitsche!" zur Aufsichtsratssitzung am Dienstag mit dem Aufruf zum 1. Mai.
Q: KABD-Zelle Mannesmann: Bericht der MM-Zelle Düsseldorf über die Situation bei MM-Reisholz Juli 77, Düsseldorf Juli 1977, S. 9; Mitteilungen für Kollegen für Kollegen von MRW und KAR Reisholz' Zuckerbrot + Peitsche!, Düsseldorf o. J. (1977)

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23.08.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr. 119 (vgl. 26.7.1977, 6.9.1977) heraus. Berichtet wird auch von den Mannesmann (MM) Werken in Düsseldorf-Reisholz (vgl. 26.3.1973), Düsseldorf-Lierenfeld, Immigratz und Rath.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 119, München 23.8.1977

31.01.1979:
Vom Betriebs- und Gewerkschaftsverantwortlichen der Zentralen Leitung (ZL) des KABD wird der "Auswertungsbericht der Stahltarifrunde 1978/79" vorgelegt. Es wird u.a. erklärt, das während der Stahltarifrunde Flugblätter auch vor Mannesmann Düsseldorf verteilt wurden.
Q: KABD-ZL-Betriebs- und Gewerkschaftsverantwortlicher: Auswertungsbericht der Stahltarifrunde 78/79, o.O., S. 27ff

23.06.1979:
Nach eigenen Angaben der RGO der KPD/ML beginnt in Bochum eine zweitägige Konferenz der RGO für den Bereich Eisen und Stahl.

Anwesend sind u.a. Mitglieder der RGO-Betriebsgruppen von: Hoesch Dortmund, Klöckner Bremen, Krupp Bochum, Thyssen (ATH) Duisburg, Thyssen-Henschel Mülheim, Thyssen-Henrichshütte Hattingen, Thyssen-Edelstahl (TEW) Krefeld, Mannesmann (MM) Duisburg, Mannesmann Bielefeld-Brackwede, Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld, Kupferhütte Duisburg und Böhler Düsseldorf:"
Die beiden Hauptthemen waren: 'Die Arbeit als Vertrauensmann und der Kampf um innergewerkschaftliche Veränderungen nach dem Stahlarbeiterstreik' und: 'Wie können wir uns gegen die Rationalisierungswelle in der Stahlindustrie wehren?' Die anwesenden Kollegen aus Duisburg, Dortmund, Bochum, Bremen und Düsseldorf tauschten ihre Erfahrungen aus, diskutierten lebhaft über Probleme ihrer betrieblichen und gewerkschaftlichen Arbeit, über den Stand der Vertrauensleutewahlen (VLW, d.Vf.) in ihren Betrieben und über die Zukunft der Stahlindustrie … Aufbauend auf den hier gemachten Erfahrungen werden im Herbst von der RGO mehrere Wochenendseminare für die RGO-Vertrauensleute durchgeführt werden, um gegenseitige Erfahrungen auszutauschen und die Vertrauensleutearbeit der RGO aufeinander abzustimmen."
Q: RGO-Nachrichten Nr. 7, Vellmar Juli 1979, S. 2; RGO-Vorstand: Rundschreiben, Vellmar Juni 1979, S. 1

31.01.1983:
In Ulm gibt die MLPD bei KHD ihr 'Rotes Band' Nr. 2 (vgl. 30.11.1982) als Solidaritätsausgabe heraus mit dem Artikel "Betriebsverfassungsgesetz wurde Mannesmann-Kollegen zum Verhängnis" zu einer Kündigung in Düsseldorf.
Q: Das rote Band Nr. 2, Ulm 31.1.1983, S. 5

Ulm_KHD509


Letzte Änderung: 08.09.2017