Pierburg Neuss

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Pierburg Neuss, von wo uns kaum betriebliches Material vorlag, ist eine der zentralen Kampfstätten des deutschen Arbeiteraufstandes von 1973, in dem sich die deutsche Arbeiterklasse in nunmehr internationaler Zusammensetzung wiedergebar. Wie in vielen anderen Betrieben auch standen hier nun nicht mehr, wie noch im Sept. 1969, nur die deutschen Facharbeiter, sondern die ungelernten Arbeiterinnen zumeist ausländischer Herkunft (vgl. Okt. 1973) in vorderster Reihe, lösten die Kämpfe aus und trugen sie maßgeblich.

Foto: Streikende Frauen bei Pierburg in Neuss im Sommer 1973

Bei Pierburg Neuss wird schon früh gegen die diskriminierenden Frauenlohngruppen gestreikt (vgl. 21.5.1970). Ob die DKP, die eine Betriebszeitung herausgibt (vgl. Aug. 1970, Sept. 1970), über größeren Einfluß verfügt, darf bezweifelt werden, später scheinen zumindest in der IG Metall eher die Jusos der SPD bedeutend, die sich mit den Schutzstaffeln des Staates verbünden (vgl. 13.8.1973). Aber weder die IGM als offizielle Agentur zur Garantie der friedlichen Ausbeutung noch die stets obrigkeitstreue DKP, weder die Ausländerpolizei noch die Politische Polizei konnten die nach geltendem bundesdeutschem Recht kriminellen Akte verhindern, mit dem das Werk Pierburg Neuss ab dem 7. Juni 1973 und erneut ab dem 13. August 1973, nachdem bereits eine Teuerungszulage ab dem 6.8.1973 gewährt worden war, in die Geschichte einging als mitbeteiligter Auslöser und Träger einer der größten Streikwellen der Nachkriegszeit, die zahlreiche in Deutschland Lebende endlich wieder stolz werden ließ auf ihr Land, in dem auch Entrechtete sich nun einmal gegen die offene Gewalt der Polizei durchsetzen konnten.

Zum Hungerlohn von mehr symbolischer Höhe hinzu tritt hierbei als Auslöser auch die sexuelle Diskriminierung vor allem der ausländischen Frauen seitens der Vorgesetzten (vgl. 7.6.1973).

Die bei diesem Streik durchgesetzte Abschaffung der Lohngruppe 2 kann dabei nur als bedeutender Schritt zur geschlechtlichen Gleichstellung aller durch Lohnarbeit Geknechteten gewertet werden, die eine größere Einheitlichkeit der Entlohnung der Ausbeutung herbeiführt.

Im Anschluß an den Streik erfolgen Repressionen gegen griechische und türkische Arbeiterinnen, von denen ein bedeutender Prozentsatz seitens der Geschäftsleitung mit Entlassung bedroht worden zu sein scheint (vgl. 22.8.1973).

In der Folge wird der Streik bei Pierburg zum bundesweit in den Betriebszeitungen berichteten Beispiel für betriebliche Kampfentschlossenheit (vgl. 23.8.1973, 27.8.1973, 18.9.1973), später auch für Polizeiübergriffe allgemein (vgl. 1.10.1973).

Auch in den Analysen der Streikwelle (vgl. Okt. 1973, 1.9.1974) wird Pierburg stets an prominenter Stelle berücksichtigt, auch ein Film wird erstellt und vermutlich in der ganzen Republik gezeigt (vgl. 13.6.1975).

Der Arbeitsgerichtsprozeß gegen die Entlassung (vgl. 25.11.1974) führt zu weiteren Repressionen in der ÖTV gegen die, die sich solidarisch zeigten (vgl. 25.11.1974). Zu einem weiteren Versuch von Entlassungen von drei Betriebsräten und einem Dolmetscher, die offenbar Kontakte zur KPD/ML bzw. der ihr befreundeten Organisation Griechischer Marxisten-Leninisten (OGML) haben, kommt es im Frühjahr 1974 (vgl. 4.5.1974, 18.5.1974), wobei aber die Betriebsräte erneut gewählt werden (vgl. 29.5.1974).

Die Pierburg-Belegschaft bleibt kämpferisch (vgl. 2.10.1975, 28.6.1976) und offensichtlich wird sie dabei von einem ebensolchen Betriebsrat unterstützt (vgl. 6.12.1975, 23.3.1977, 8.9.1977), auch wenn dessen Zusammensetzung unklar bleibt.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

21.05.1970:
In Neuss werden bei Pierburg, laut 'SBK', Ende Mai 3 Warnstreiks durchgeführt, mit denen eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 20 Pf. durchgesetzt worden sei.

Laut RFO Saarland wurden durch die hauptsächlich von Frauen getragenen Aktionen auch noch eine einmalige Zahlung von 200 DM erkämpft.

Laut DKP streiken vermutlich heute 1 000 eineinviertel Stunden lang. Laut KPD/ML-ZB kämpfen alle 1 600 Frauen, von denen drei Viertel Ausländerinnen sind, gemeinsam um höhere Löhne und um die Einstufung in höhere Lohngruppen.
Quellen: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.17,Bochum 22.7.1970;
Das Rote System Nr.2,Berlin Sept. 1970;
Der Schwartzkopff-Hammer Nr.1,Berlin Sept. 1970;
Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.22,Düsseldorf 30.5.1970;
Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.3,Offenbach 1.7.1970;
Rote Fahne - Röchling Nr.5,Völklingen o.J. (1970)

13.06.1970:
Die DKP bringt die Nr.24 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 6.6.1970, 20.6.1970). An Regionalausgaben wurden uns bisher bekannt Ausgaben für:
- NRW. U.a. wird berichtet von Pierburg Neuss.
Q: Unsere Zeit Nr.24,Essen 13.6.1970

Juli 1970:
Erstmals gibt der Kommunistische Arbeiterbund/Marxisten -Leninisten (KAB/ML) sein Zentralorgan 'Rote Fahne' (vgl. Aug. 1970) heraus. Es wird über eine Reihe von Streiks berichtet u.a. im IGM-Bereich Pierburg Neuss (600).
Q: Rote Fahne Nr.1,Tübingen Juli 1970

August 1970:
Bei Pierburg Neuss gibt die DKP vermutlich im August ihre 'Spritpumpe' (vgl. Sept. 1970) heraus.
Q: Spritpumpe,Neuss o.J. (1970)

September 1970:
Bei Pierburg Neuss gibt die DKP vermutlich im September ihre 'Spritpumpe' (vgl. Aug. 1970) heraus.
Q: Spritpumpe,Neuss o.J. (1970)

07.06.1973:
Bei Pierburg Neuß findet, laut AB, ab heute ein zweitägiger Streik von 500 Beschäftigten für eine Teuerungszulage (TZL) von 1 DM statt.

Laut dem Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Neuß der KPD streiken heute und morgen bei Pierburg bis zu 1 000 meist ausländische Frauen.

Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtet (vgl. 6.8.1973):"
Schon an Pfingsten hatten die Kollegen bei PIERBURG zwei Tage ergebnislos gestreikt, um eine Höhereinstufung von 2 400 Kollegen (davon 1 700 Ausländerinnen) zu erzwingen. Diese Kollegen waren trotz Akkordarbeit am Band, mit Zustimmung der örtlichen Gewerkschaftsführung und des Betriebsrats, in Leichtlohngruppe 2 eingestuft und durften bisher für einen Hungerlohn von 4,70 (brutto) schuften, was für viele trotz Überstunden nur 600 Mark netto monatlich einbrachte.

Gleichen Lohn für gleiche Arbeit gab es bei PIERBURG auch nicht, stattdessen spalterische Lohnunterschiede zwischen deutschen und ausländischen, männlichen und weiblichen Kollegen. Besonders ausländische Kolleginnen wurden von der Geschäftsleitung und ihren Handlangern wie Straßenmädchen behandelt."

Die 'Wir wollen alles' (WWA - 25.6.1973) berichtet, dass der Streik von den ausländischen Frauen einer Abteilung ausgeht, die durchs Werk demonstrieren, woraufhin dann 400 der 1 500 Ausländerinnen streiken. Morgen endet der Ausstand.
Q: Wir wollen alles Nr.5,Gaiganz Juni 1973;
Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973,S.15;
Rote Fahne Nr.25,Dortmund 20.6.1973;
Roter Aufmucker Nr.28,München Juli 1973;
Roter Weichensteller Nr.10,München Juli 1973;
Roter Widerdruck Nr.24,München Juli 1973

06.08.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtet von Pierburg Neuss (vgl. 7.6.1973, 13.8.1973) über die Aushandelung einer "lächerlichen" Teuerungszulage (TZL) von 200 DM zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973,S.15

13.08.1973:
In Neuß beginnt, laut SAG, ein Streik bei Pierburg (vgl. 14.8.1973), der bis zum 17.8.1973 dauert. Laut KABD streiken 2 000.
Laut KFR in Dortmund streiken ca. 2 000 Arbeiter für den Wegfall der Lohngruppe 2.
Laut RFO Saarland gehen die Aktionen der 3 400 (vor allem Ausländerinnen) noch über den 17.8.1973 hinaus (vgl. 20.8.1973).

Laut KPD beginnen 2 000, meist Ausländerinnen u.a. aus Griechenland, Jugoslawien und der Türkei einen 'wilden' Streik für eine Teuerungszulage (TZL) von 1 DM und den Wegfall der (Frauen-) Lohngruppe 2. In den Streik greifen u.a. die Politische Polizei und die Ausländerpolizei ein.
Der Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Neuß der KPD gibt u.a. ein Flugblatt "Solidarität mit den Streikenden von Pierburg" heraus, welches laut RFFK, in der Innenstadt und vor einem Industriegroßbetrieb, vermutlich International Harvester (IHC) Neuß verteilt wird.

Bei Pierburg gibt die KPD u.a. einen 'Rote Fahne' Sonderdruck "Der Streik muß weitergehen" heraus.

Die Jusos der SPD, die laut KPD, auch die IG Metall (IGM) Jugendgruppe Neuß kontrollieren, rufen gegen den RFFK die Polizei. Gegen den RFFK habe sich auch die KPD/ML betätigt.

Die DKP gibt bei Pierburg eine Betriebszeitung heraus.

Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtet (vgl. 6.8.1973, 16.8.1973):"
Die PIERBURG-Kapitalisten (Jahresumsatz 120 Millionen DM, 75% aller in der Autoindustrie gebrauchten Vergaser und Benzinpumpen) hatten durch ständige Steigerung der Arbeitshetze (Erhöhung der Bandgeschwindigkeiten) und Zwang zu Überstunden, sowie OHNE Einsatz von neuen Maschinen seit 1969 die Produktion verdoppelt! Obwohl sie spätestens seit Pfingsten wußten, daß die Kollegen sauer waren, hatten sie doch nicht mit deren Härte gerechnet."

Der AB OG Passau berichtet bei Kühbacher (HBV-Bereich - vgl. 20.8.1973):"
Im Autogerätewerk PIERBURG in Neuß erstreikten sich die Kollegen 53 bis 65 Pfg. mehr je Stunde."

Die KPD/ML (vgl. 25.6.1973) berichtet von den anderen Neußer Betrieben Ehrenreich, Solex und Daimler, von Pierburg über Griechen, Italiener, Jugoslawen und Türken sowie über die dort tätige Rote Garde(RG) und daß in der Streikleitung von Anfang an Kommunisten, d.h. der KPD/ML eng verbundene Menschen, gesessen hätten.

Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 12.9.1973) berichtet von Band und Werkzeugbau, sowie dass von den 3 400 Beschäftigten ca. 2 800 Frauen sind, davon wiederum 80 % Ausländerinnen, aus Griechenland, Italien, Jugoslawien, Spanien und der Türkei. Nachdem heute vier Frauen festgenommen wurden, hätten sich 500 bis zum Feierabend vor dem Tor versammelt, um 1 DM mehr und den Fortfall der Lohngruppe 2 zu fordern.

Vom Streik bzw. Polizeieinsatz berichten auch der KBW (vgl. 12.9.1973) sowie der RJVD des KABD (vgl. Sept. 1973) und in:
- Bremen durch die ADL (vgl. Sept. 1973).
- NRW in Bochum durch die KPD bei Opel (vgl. 10.8.1973), in Bonn SpB, KSG und die KBW-SyG (vgl. 23.10.1974), in Dortmund die RH der KPD/ML (vgl. 16.11.1973).
- in Schleswig-Holstein der KB in Kiel (vgl. Okt. 1973).
Quellen: Metaller Nr. 5, Kiel Okt. 1973, S. 2 und 8; ADL-Info Nr. 5, Bremen Sept. 1973,S. 7f;RH Dortmund: Aufruf der Roten Hilfe Dortmund an alle Freunde, Kollegen und Genossen in Westdeutschland: Verteidigt die revolutionäre Organisations- und Meinungsfreiheit, Dortmund 16.11.1973, S. 1;Kommunistische Arbeiterpresse Opel, Bochum 10.8.1973, S. 6;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 2/3, Aachen Juli/Aug. 1973, S. 15f;Kommunistische Volkszeitung Nr. 2, Mannheim 12.9.1973, S. 5;Rebell Nr. 9, Tübingen Sept. 1973,S. 5;Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 6/7, Dortmund Sept. 1973;Rote Fahne Nr. 33 und 34, Dortmund 15.8.1973 bzw. 22.8.1973;Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973;Roter Hoesch Arbeiter/Roter Kumpel Extra, Dortmund 27.8.1973,S.2;Klassenkampf Nr. 27, Frankfurt Sept. 1973;Rote Fahne Nr. 9, Tübingen Sept. 1973;Rote Fahne - Röchling, Völklingen Sept. 1973;Roter Morgen Nr. 33, Dortmund 25.8.1973;Rote Optik Nr. 23, München Aug. 1973;Roter Frischdienst Nr. 13/14, Passau Juli/Aug. 1973, S. 3;Der Motor Nr. 9, München Aug. 1973;Wir wollen alles Nr. 7/8, Gaiganz Aug./Sept. 1973;SpB, KSG, KBW-SyG Bonn: Steckhan muß Farbe bekennen!, Bonn o.J. (23.10.1974),S.2

Kiel_KB038

Kiel_KB045

Bremen_ADL_Info_054

Bremen_ADL_Info_055

Aachen_KG015

Aachen_KG016

Bochum_KPD064

KVZ1973_02_09

KVZ1973_02_10


14.08.1973:
Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 12.9.1973) berichtet vom Streik bei Pierburg Neuß (vgl. 13.8.1973, 15.8.1973), dass sich heute wieder 500 vorm Tor versammeln, sich ab 9 Uhr früh dann auch die restlichen ausländischen Frauen dem Ausstand anschließen und so ab 11 Uhr 40 der Betrieb geschlossen wird, während die Frauen vor dem Tor bis zum Feierabend verharren.
Q: Wir wollen alles Nr.7/8,Gaiganz Aug./Sept. 1973

15.08.1973:
Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 12.9.1973) berichtet vom Streik bei Pierburg Neuß (vgl. 13.8.1973, 15.8.1973), dass sich heute wieder die Streikenden vorm Tor versammeln.
Q: Wir wollen alles Nr.7/8,Gaiganz Aug./Sept. 1973

16.08.1973:
Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 12.9.1973) berichtet vom Streik bei Pierburg Neuß (vgl. 15.8.1973, 17.8.1973), dass sich heute früh wieder die Streikenden vorm Tor versammeln, wobei ca. 150 Frauen anwesend sind. Um 9 Uhr tritt nun auch der Werkzeugbau in den Streik, die KP Griechenlands (KPG) sei erfolgreich gegen eine Erstürmung des Betriebs eingetreten, so die vor dem Tor Streikenden dort gebleiben seien. Es wurde aber eine Demonstration zum benachbarten Solexwerk durchgeführt. Eingegangen wird in diesem Zusammenhang auch auf die Angestellten und die IGM Ortsverwaltung.
Q: Wir wollen alles Nr.7/8,Gaiganz Aug./Sept. 1973

16.08.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtet von Pierburg Neuss (vgl. 13.8.1973, 17.8.1973):" Ein erstes Angebot am 16.8. nach vier Tagen Streik (12 Pfennig mehr, Höhereinstufung von ca. 1 000 Kolleginnen) wurde einmütig abgelehnt."
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973,S.15

17.08.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtet von Pierburg Neuß (vgl. 16.8.1973, 20.8.1973):"
In einer Woche Streik erkämpften sich die 3 500 Kollegen der Neuesser Autogerätefabrik PIERBURG (unter Beteiligung von Bosch im Familienbesitz) eine Teuerungszulage (TZL,d.Vf.) von 65 PFENNIG (für die bisherige Lohngruppe 2) bzw. 53 PFENNIG (für die anderen Lohngruppen) und die ABSCHAFFUNG DER LOHNGRUPPE 2.

Weder massiver Polizeieinsatz (mehrere Kollegen wurden wahllos verhaftet, eine griechische IGM-Vertrauensfrau brutal zusammengeschlagen) noch Überredungskünste der PIERBURG-Kapitalisten und Lügenmärchen in der bürgerlichen Presse konnten die Entschlossenheit und Solidarität der Kollegen erschüttern.

Ihre Ausgangsforderungen: '1 DM MEHR FÜR ALLE, WEG MIT DER LOHNGRUPPE 2' waren die Antwort auf lächerliche 200 Mark, die Betriebsrat und Geschäftsleitung in der Vorwoche ausgehandelt hatten. …

Erst das zweite Angebot vom Freitag, den 17.8. (…), ausgehandelt von Geschäftsleitung, Arbeitgeberverband, IGM-Führern ('Der Streik ist illegal') und Betriebsrat, war für die Streikenden ein vorläufig annehmbarer Teilerfolg.

Die PIERBURG-Kapitalisten mußten auch deswegen zurückstecken, weil bei Andauern des Streiks zahlreiche westdeutsche Autofirmen ihre Produktion hätten drosseln müssen. Und das ließen die Bosse der Auto-Konzerne nicht zu."

Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 12.9.1973) berichtet vom Streik bei Pierburg Neuß (vgl. 16.8.1973), dass heute die Abschaffung der Frauenlohngruppe 2 (Frauenleichtlohngruppe II), sowie für deren ehemalige Angehörige eine Lohnerhöhung von 65 Pfennig, und für die Lohngruppen 3 bis 10 von je 53 Pfennig erkämpft werden konnte. Auch die drei Streiktage wurden bezahlt. Über den Streik selbst heißt es in der 'WWA' u.a.:"
Diese Männe (sic!), IGM-Dolmetscher, KP Griechenland und griechischer Kulturkreis Düsseldorf bestimmten den Verlauf".
Q: Wir wollen alles Nr.7/8,Gaiganz Aug./Sept. 1973; Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973,S.15

20.08.1973:
Bei Pierburg Neuss streiken, laut RFO Saarland, noch einzelne Gruppen für die Bezahlung der Streikzeit (vgl. 17.8.1973, 22.8.1973) im Kampf für u.a. die Teuerungszulage (TZL).

Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtet vom Sieg am 17.8. und fährt fort:"
Damit war der Kampf jedoch noch nicht zu Ende, denn jetzt wurde die Forderung aufgestellt: 'VOLLE BEZAHLUNG DER FÜNF STREIKTAGE!'"
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973,S.16;
Rote Fahne Röchling,Völklingen Sept. 1973

21.08.1973:
Bei KWU Berlin gibt die KPD die Nr. 28 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 20.7.1973, 3.9.1973) heraus. In "Der bewaffnete Arm des Kapitals im Einsatz!" wird auch berichtet vom Polizeieinsatz bei Hella Lippstadt und Pierburg Neuß.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe KWU Nr. 28, Berlin 21.8.1973, S. 5

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22.08.1973:
Bei Pierburg Neuss (vgl. 20.8.1973) wird, laut RFO Saarland, die Bezahlung der vier Streiktage (vgl. 13.8.1973) durchgesetzt.

Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtete von der Aufstellung dieser Forderung und fährt fort:"
Selbst als die Geschäftsleitung daraufhin Lügen verbreiten ließ wie: der Streik sei von Extremisten VON AUSSEN in den Betrieb getragen worden... die Kollegen wären aufgehetzt worden... (Westdeutsche Zeitung (WZ,d.Vf.) 22.8.) und 30 besonders aktive türkische und griechische Kolleginnen rausschmeißen wollte, drohten die Kolleginnen damit, den gesamten Betrieb erneut lahmzulegen.

Sie wiesen entschieden die unverschämten Behauptungen zurück und erzielten schon am Dienstag, den 22.8., einen weiteren Erfolg: BEZAHLUNG VON VIER STREIKTAGEN.

Sie führen jetzt den Kampf weiter gegen die angedrohte Entlassung ihrer ausländischen Kolleginnen.

Der Mut und die Entschlossenheit der ausländischen Frauen bei PIERBURG war beispielhaft. Durch ihren Kampf, den eine selbstgewählte Streikleitung führte, konnten sie schon frühzeitig alle Abwiegler (einschließlich dem Betriebsrat) ausschalten und auch die besser bezahlten deutschen Kollegen zur Solidarität gewinnen."
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973,S.16;
Rote Fahne Röchling,Völklingen Sept. 1973

22.08.1973:
Bei Küppersbusch Gelsenkirchen (vgl. 17.8.1973) wird heute, laut RFO Saarland, eine Teuerungszulage (TZL) von 180 DM gewährt.
Die KPD gibt einen 'Rote Fahne' Sonderdruck für die Küppersbusch Arbeiter heraus, der sich u.a. mit den ausländischen Beschäftigten sowie mit Pierburg Neuss und Hella Lippstadt befaßt.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973;
Rote Fahne - Röchling,Völklingen Sept. 1973

23.08.1973:
Zum Streik bei Rheinstahl in Bielefeld-Brackwede (vgl. 22.8.1973) für eine Teuerungszulage (TZL) gibt der Freundeskreis Rote Fahne - Sympathisantenorganisation der KPD in Bielefeld vermutlich heute das Flugblatt "60 Pfennig mehr für alle! 400 DM mehr für alle!" heraus, in dem u.a. von den Streiks bei Pierburg Neuss (vgl. 13.8.1973), Küppersbusch Gelsenkirchen (vgl. 16.8.1973) und Opel Bochum (vgl. 22.8.1973) berichtet wird.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

23.08.1973:
Bei Philips Aachen und Aldenhoven ruft die Zelle der KPD, nach eigenen Angaben, mit einem Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' zu einem Streik für eine Teuerungszulage (TZL) auf (vgl. 24.8.1973). Berichtet wird in diesem Sonderdruck 1 u.a. von Streiks bei Pierburg Neuss (vgl. 13.8.1973), Hella Lippstadt (vgl. 16.7.1973), Holstein und Kappert (H+K) Dortmund (vgl. 8.8.1973), MF Olbrich Bocholt (vgl. 20.8.1973), Kestermann Bochum (vgl. 21.8.1973), Rheinstahl Bielefeld-Brackwede (vgl. 22.8.1973), Philips Krefeld (vgl. 23.8.1973) und Rheinzink Datteln (vgl. 20.8.1973). Q: Rote Fahne Nr.35,Dortmund 29.8.1973;
Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

27.08.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB gibt vermutlich heute die Nr.2/3 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterzeitung' (KAZ - vgl. Aug. 1973, 28.8.1973) für Juli/August und folgendem Leitartikel zum Kampf für TZL heraus:"

KOLLEGEN FORDERN ÜBERALL!
TEUERUNGSZULAGE MUSS HER!“

Streikberichte aus dem IGM-Bereich in NRW (vgl. 24.8.1973) kommen von Rheinstahl (vgl. 22.8.1973) aus den Werken Bielefeld-Brackwede (vgl. 22.8.1973), Dortmund (vgl. 24.8.1973), Duisburg-Wanheim (vgl. 23.8.1973) und Gladbeck (vgl. Aug. 1973), von Ford Köln (vgl. 20.8.1973, 24.8.1973), der MF Olbrich Bocholt (vgl. 20.8.1973), von AEG Küppersbusch Gelsenkirchen (vgl. 16.8.1973), von Rhein-Zink Datteln (vgl. 20.8.1973), von Opel Bochum (vgl. 22.8.1973) bzw. Opel Antwerpen in Belgien (vgl. 28.8.1973), von Pierburg Neuss (vgl. 7.6.1973, 22.8.1973) sowie aus Herne von Dorn (vgl. 17.8.1973) und Flottmann (vgl. 21.8.1973).

Prognostiziert wird:"
70 000 Kollegen an Rhein und Ruhr standen am Freitag im Kampf - heute werden es noch mehr sein!

ALLE RÄDER STEHEN STILL, WENN DEIN STARKER ARM ES WILL!"
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973

29.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.35 (vgl. 22.8.1973, 5.9.1973) heraus und berichtet u..a von Pierburg Neuss.
Q: Rote Fahne Nr.35,Dortmund 29.8.1973

September 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 8 seiner 'Kämpfenden Jugend' (vgl. Juli 1973, Okt. 1973) für September heraus. Über Streiks wird u.a. berichtet von Pierburg Neuss.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 8, Dortmund Sept. 1973, S. 5

KJV210


September 1973:
Der Kommunistische Oberschülerverband (KOV) der KPD gibt seinen 'Schulkampf' Nr.9 (vgl. Juli 1973, Okt. 1973) heraus. Aus NRW wird in "Agitprop vor einem bestreikten Betrieb" berichtet von der Agitation des RFFK Neuß bei Pierburg bzw. von der Abendschule Speekolleg in Neuß
Q: Schulkampf Nr. 9, Dortmund Sept. 1973, S. 4f

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KOV_Schulkampf358


September 1973:
Es erscheint das 'Rote Signal' der MLSG des KABD Nr.7 für September (vgl. Juni 1973, Okt. 1973). Berichtet wird im Artikel ""'Wilde' Streiks – Aufschwung der Arbeiteroffensive" von den Kämpfen für Teuerungszulagen u.a. bei Opel Bochum, Pierburg Neuß und Hella Lippstadt und Paderborn in
Q: Rotes Signal Nr. 7, Erlangen Sept. 1973, S. 17ff

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MLSG568

MLSG569


10.09.1973:
Die Nr. 6/7 der 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' der KPD (vgl. Aug. 1973, 15.10.1973) erscheint vermutlich in dieser Woche als Sondernummer in Form einer Streikdokumentation der Streiks für Teuerungszulagen (TZL). Hierbei finden Erwähnung aus NRW Streiks u.a. in Neuss bei Pierburg (vgl. 13.8.1973). Angegriffen werden u.a. die KPD/ML bzw. ihre Rote Garde bei Pierburg Neuss.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 6/7, Dortmund Sept. 1973; Rote Pressekorrespondenz Nr. 28, Dortmund 1973, S. 20;KPD-RK Rhein/Ruhr: Material zur Konferenz oppositioneller Gewerkschafter in NRW am 26./27. Januar in Duisburg Hauptreferat ,o. O. o. J. (Jan. 1974), S. 9

10.09.1973:
Die Kommunistische Gruppe Hamburg (KGH) des KBW gibt ihre 'Hamburger Arbeiterzeitung' (HAZ) Nr.5 (vgl. 26.7.1973) heraus mit dem Artikel "Pierburg/Neuss: An der Spitze des Streiks - die ausländischen Arbeiterinnen".
Q: Hamburger Arbeiterzeitung Nr. 5, Hamburg 10.9.1973, S. 3f

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12.09.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.37 (vgl. 5.9.1973, 19.9.1973) heraus. Erwähnung findet u.a. auch Pierburg Neuss.
Q: Rote Fahne Nr.37,Dortmund 12.9.1973

18.09.1973:
Der KB/Gruppe Flensburg gibt die Nr. 26 seines 'Metallarbeiters' (vgl. 3.9.1973, 20.9.1973) heraus mit dem Leitartikel "Aus dem Verlauf der Streiks Lehren ziehen!", der über die Streiks u.a. bei Pierburg Neuß informiert.
Q: Der Metallarbeiter Nr. 26, Flensburg 18.9.1973, S. 2f

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20.09.1973:
Es erscheint die Göttinger Betriebszeitung (GBZ) Nr. 46 (vgl. 17.9.1973, 11.10.1973). Im Artikel "Entlassungswelle fortschrittlicher Kollegen" heißt es auch:"
Während und nach den spontanen Streiks der letzten Monate wurden viele aktive Kollegen fristlos entlassen.

Als Entlassungsgründe werden die verschiedensten Vorwände vorgeschoben, wie bei den 30 Kolleginnen von Pierburg Neuss, die maßgeblich an der Organisierung des Streiks beteiligt waren. Hier wurde unter dem Vorwand, die Kolleginnen hätten Kontakt zu 'betriebsfremden Gruppen' aufgenommen, mit ihren Entlassungen ein Exempel statuiert.

Noch schlimmer trifft es ausländische Kollegen, die ja gerade in der letzten Streikwelle vielfach mit den deutschen Kollegen solidarisch eine Kampffront bildeten. Außer der Entlassung aus dem Betrieb droht ihnen aufgrund der reaktionären Ausländergesetze bei Teilnahme an 'wilden Streiks' oder unliebsamen politischen Aktionen die Ausweisung. Jene 13 türkischen Kollegen von Ford, die als Vorleute der Streikbewegung aufgefallen waren, müssen mit ihrer Ausweisung rechnen.

Deshalb haben viele Belegschaften in den Streiks auch die Forderung aufgestellt: KEINE REPRESSALIEN GEGEN DIE STREIKENDEN UND DIE STREIKLEITUNG!"
Q: Göttinger Betriebszeitung Nr. 46, Göttingen 20.9.1973, S. 3f

Oktober 1973:
Die KB-Schülergruppen geben vermutlich im Oktober die Nr. 20/21 ihres 'Sozialistischen Schülerforums' (vgl. 19.9.1973, 18.2.1974) heraus mit dem Artikel "Gemeinsamer Feind - gemeinsamer Kampf!" zur Hetze gegen die ausländischen Streikenden auch bei Pierburg Neuss.
Q: Sozialistisches Schülerforum Nr. 20/21, Hamburg Okt. 1973, S. 25

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Oktober 1973:
Die SAG gibt die Nr.28 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Sept. 1973, Nov. 1973) heraus, in der man sich mit der Nachlese zur Streikwelle in der Metallindustrie befaßt, die u.a. als Aufstand der ungelernten bzw. angelernten ArbeiterInnen verstanden wird, wobei näher eingegangen wird u.a. auf die ausländischen Frauen bei Pierburg Neuss.
Q: Klassenkampf Nr.28,Frankfurt Okt. 1973

01.10.1973:
Vermutlich in dieser Woche erscheint von der Roten Hilfe (RH) Dortmund der KPD/ML unter Verantwortung von Klaus Dillmann, Dortmund, Lagerhausstr.9, das Flugblatt:"

NIEDER MIT DEN STRAFBEFEHLEN ZUR BRESCHNEW-DEMONSTRATION …

Es gibt bald keinen Streik mehr, wo die Mannschaftswagen der Polizei nicht vor den Werkstoren stehen. Je mehr die Kämpfe der Arbeiter an Stärke zunehmen und damit das Vertrauen auf die eigene Kraft größer wird, umso mehr läßt der bürgerliche Staat seine demokratische Maske fallen und antwortet mit Polizeistaatsmethoden. - Wie in Köln, so knüppelten die Polizisten auch bei den Hella-Werken in Lippstadt und bei Pierburg in Neuss. Aus diesen Beispielen des 19.Mai, Nordhorn und der spontanen Streiks wird deutlich, daß der bürgerliche Staat und seine Organe, Polizei und Justiz, Instrumente des Kapitals sind. Sie sollen dazu dienen, das bestehende System mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten. Freiheit und Gerechtigkeit gibt es in diesem System nur für die Minderheit der Besitzenden.“
Q: RH Dortmund:Nieder mit den Strafbefehlen zur Breschnew-Demonstration!, Dortmund o.J. (Okt. 1973)

21.01.1974:
In München gibt die Betriebsgruppe Arri des AB ihre 'Rote Optik' Nr.28 (vgl. 2.1.1974, Feb. 1974) vermutlich in dieser Woche heraus. Berichtet wird u.a. von Pierburg Neuss.
Q: Rote Optik Nr.28,München Jan. 1974

09.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 10 (vgl. 2.3.1974, 16.3.1974) heraus und berichtet zum Internationalen Frauentag mit einem Bild aus Neuß von Pierburg.
Q: Roter Morgen Nr. 10, Dortmund 9.3.1974, S. 4

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04.05.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 18 (vgl. 27.4.1974, 11.5.1974) heraus und berichtet "Pierburg / Neuss: 25 000 DM für revisionistischen Spitzel!" zur Entlassung von drei Betriebsräten und einem Dolmetscher, die mit der KPD/ML bzw. der OGML zusammenarbeiteten, wobei die Aussage eines Mitglieds der KP Griechenlands als Begründung diente.
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 4.5.1974, S. 1 und 3

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18.05.1974:
§§§
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 20 (vgl. 4.5.1974, 25.5.1974) heraus. Es wird u.a. berichtet aus Neuß von Pierburg bzw. über DKP und SEW:"
Nur die halbe Wahrheit

Wir haben im Roten Morgen Nr. 18 über die Entlassung von 3 Betriebsräten bei Pierburg berichtet, für die ein gewisser Satolias, Mitglied der griechischen revisionistischen Partei verantwortlich war. Weder die 'UZ' noch die 'Wahrheit' (Zeitungen der D'K'P/'S'EW) kommen darum herum, die Tatsachen zu berichten, sie schreiben sogar von der unglaublichen Summe von 25 000 DM, die Satolias als Belohnung für seinen schändlichen verrat erhielt. Über eines allerdings schweigen beide Zeitungen schamhaft: daß dieser saubere Herr ein Gesinnungsgenosse von ihnen ist."
Q: Roter Morgen Nr. 20, Dortmund 18.5.1974, S. 4

29.05.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 15.5.1974, 12.6.1974) Nr. 11 heraus. Aus Neuss wird berichtet in "Pierburg: Gekündigte Betriebsräte wiedergewählt".
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 11, Mannheim 29.5.1974, S. 7

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01.06.1974:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.5 (vgl. Apr. 1973, Dez. 1974) heraus. Berichtet wird u.a. von Pierburg Neuss.
Q: Spartacus Nr.5,Essen 1.6.1974

01.09.1974:
Vermutlich Anfang September gibt die SAG die Nr.38/39 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Juli 1974, Okt. 1974) heraus, in der sie u.a. über die Griechen bei Pierburg Neuss und das Buch des SBü zu den Streiks 1973 berichtet.
Q: Klassenkampf Nr.38/39,Frankfurt o.J. (1974)

25.11.1974:
Bei Pierburg Neuss findet, laut KPD, vermutlich in dieser Woche ein Arbeitsgerichtsprozeß wegen dem Streik 1973 statt, wogegen der Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Neuss der KPD und ein Solidaritätskomitee auftreten.
Q: Rote Fahne Nr.49,Dortmund 4.12.1974

25.11.1974:
In der öTV Neuss kommt es, laut KPD, vermutlich in dieser Woche zu einem Ausschlußverfahren aufgrund der Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) vermutlich wegen Unterstützung des Rote Fahne Freundeskreises (RFFK) der KPD bzw. des Pierburg Solidaritätskomitees.
Q: Rote Fahne Nr.49,Dortmund 4.12.1974

Dezember 1974:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.11 (vgl. 1.6.1974, Jan. 1975) heraus. Berichtet wird u.a. von Pierburg Neuss.
Q: Spartacus Nr.11,Essen Dez. 1974

09.04.1975:
In der Nr.14 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 2.4.1975, 16.4.1975) berichet die KPD u.a. über Pierburg Neuss.
Q: Rote Fahne Nr.14,Köln 9.4.1975

13.06.1975:
In Böblingen führt der DGB KJA, laut KBW, eine Filmveranstaltung mit dem Pierburg Neuss Film durch, zu der ca. 80 Personen, u.a. auch die KBW-Sympathisantengruppe erscheinen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.25,Mannheim 26.6.1975

27.07.1975:
Der AB gibt die Nr.66 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 13.7.1975, 10.8.1975) heraus. U.a. wird berichtet von Pierburg Neuss.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.66,München 27.7.1975

02.10.1975:
Bei Pierburg Neuss versammeln sich, laut AB, 2 000 vor dem Tor um gegen das Franco-Regime in Spanien zu protestieren. Es wird ein DGB-Flugblatt zu Franco verlesen, danach wird die Arbeit wieder aufgenommen.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.73,München 2.11.1975

16.11.1975:
Der AB gibt die Nr.74 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 2.11.1975, 30.11.1975) heraus. Aus NRW wird u.a. berichtet von Pierburg Neuss.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.74,München 16.11.1975

30.11.1975:
Der AB gibt die Nr.75 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 16.11.1975, 14.12.1975) heraus. U.a. wird berichtet über IG Metall (IGM) Ortsverein und Pierburg Neuss.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.75,München 30.11.1975

06.12.1975:
Laut KB treffen sich in Hamburg mehr als 3 000 Menschen, die einem Aufruf mehrerer Betriebsräte, Jugendvertreter und gewerkschaftlicher Kollegengruppen gefolgt waren, zu einer Veranstaltung "Gegen kapitalistische Krisenpolitik - die Einheit verstärken!" Laut AB wurde von Kollegen und Betriebsräten u.a. von Pierburg Neuss aufgerufen. Laut SAG besuchen 4 000 bis 5 000 die Veranstaltung in den Messehallen, zu der Betriebsräte u.a. von Pierburg Neuss eingeladen hatten.
Q: Klassenkampf Nr.52,Frankfurt 15.12.1975;
Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.76/77,München 14.12.1975;
Arbeiterkampf Nr.71,Hamburg 21.12.1975,S.24;
Dokumente Betriebsräte Veranstaltung Hamburg,6.Dezember 1975,Hamburg Apr. 1976

17.02.1976:
Die KPD gibt die Nr.7 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl. 10.2.1976, 24.2.1976) heraus und berichtet von der Metalltarifrunde (MTR -IGM-Bereich), u.a. von Pierburg Neuss.
Q: Rote Fahne Pressedienst Nr.7,Köln 17.2.1976

07.03.1976:
Der AB gibt die Nr.82 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 22.2.1976, 21.3.1976) heraus und berichtet u.a. von Pierburg Neuss.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.82,München 7.3.1976

01.05.1976:
Die SAG gibt die Nr.1 ihrer 'Sozialistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. Apr. 1976, 19.5.1976) heraus und berichtet u.a. über Pierburg Neuss.
Q: Sozialistische Arbeiter Zeitung Nr.1,Frankfurt 1.5.1976

28.06.1976:
Bei Pierburg Neuss kommt es, laut KPD, vermutlich in dieser Woche zu einem Hitzestreik.
Q: Rote Fahne Nr.27 und 28,Köln 7.7.1976 bzw. 14.7.1976

23.03.1977:
Bei Solex Berlin erscheint die 'Solex Arbeiterzeitung – Isci Gazetesi – Radnicki List' Nr. 5 (vgl. 8.9.1977) mit dem Artikel "Pierburg Neuss – Betriebsräte: Wir sind nicht käuflich!" (vermutlich aus dem 'ID').
Q: Solex Arbeiterzeitung – Isci Gazetesi – Radnicki List Nr. 5, Berlin 23.3.1977, S. 5

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30.03.1977:
Die SAG gibt ihre 'Sozialistische Arbeiterzeitung' Nr.20 (vgl. 16.3.1977, 13.4.1977) heraus. Berichtet wird von Pierburg Neuss.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.20,Frankfurt 30.3.1977

03.04.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.109 (vgl. 20.3.1977, 17.4.1977) heraus und berichtet u.a. von Pierburg Neuss.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.109,München 3.4.1977

20.04.1978:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.44 (vgl. März 1978, ***Ende der Auswertung) heraus und berichtet u.a. von Pierburg Neuss.
Q: Spartacus Nr.44,Frankfurt 20.4.1978

08.09.1977:
Bei Solex Berlin erscheint die 'Solex Arbeiterzeitung – Isci Gazetesi – Radnicki List' Nr. 6 (vgl. 23.3.1977, 25.10.1978) mit dem Artikel "Neues aus Neuss" zu Pierburg.
Q: Solex Arbeiterzeitung – Isci Gazetesi – Radnicki List Nr. 6, Berlin 8.9.1977, S. 6f

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Letzte Änderungen: 12.1.2013

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