Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO

Aachen: Philips-Valvo

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Die Organisationen

Bei Philips-Valvo Aachen war vor allem die KPD (vgl. 1.3.1972) aktiv, die hier ihre örtlichen, vermutlich bereits im Betrieb aktiven Sympathisanten u.a. durch den Berliner Kader Martin Thomas ergänzte, der dann 1973 zum 'wilden' Streikführer avancierte. Für die KPD war Aachen dabei mit Bonn, Köln und Düsseldorf eine der Städte in NRW, wo sie sich, im Gegensatz zu ihren anderen Stützpunkten in Bochum und Dortmund, kaum einer nennenswerten Konkurrenz der KPD/ML's ausgesetzt sah. Deren örtliche Aachener Überreste waren entweder klein oder ergangen sich eher vorwiegend in ideologisch-theoretischer Vaterlandsgewinnung (siehe Aachen - Die Marxisten-Leninisten Aachen, hart an der Grenze des Vaterlandes angesiedelt.

Die KPD-Sympathisantengruppe rekrutierte sich vermutlich aus der Ml-Fraktion der Sozialistischen Betriebsprojektgruppe, wobei die Namensgleichheit der durch die SBPG herausgegebenen 'Arbeitermacht' mit der Bonner Zeitung der BPG bzw. GAM auf den vermutlichen Verlauf der Kontaktanbahnung verweist.

Wichtige Themen und Ereignisse

Die Darstellung beginnt mit der Gründung der Betriebszelle der KPD (vgl. 1.3.1972). Wobei diese keineswegs zufällig erfolgt sein dürfe, etwa weil dort nennenswerter betrieblicher Einfluss vorhanden gewesen wäre, sondern weil dieser Betrieb mit insgesamt 5 000 Beschäftigten in den verschiedenen Philips- und Valvo-Werken als sog. Schwerpunktbetrieb für den Raum Aachen betrachtet wurde. Für eine Intervention im Steinkohlebergbau des Aachener Reviers dagegen, was als weiterer betrieblicher Interventionsschwerpunkt in Frage gekommen wäre, dürften der KPD die erfahrenen Kader aus Berlin gefehlt haben, um eventuell vorhandene örtliche bzw. regionale Sympathisanten zur pflichtgetreuen Parteizelle zusammenzuschweißen. Dies fiel für die auch in Berlin reichlich vorhandene Elektroindustrie weit leichter. So bot sich auch für den in Berlin bereits aus der IG Metall ausgeschlossenen, und damit dank des dreckigen dauernden Dreibunds von Staat, Gewerkschaft und Kapitals quasi zur Arbeitslosigkeit, bzw. zur Nichteinstellung zumindest in den größeren Betrieben des Metallbereichs verurteilten, Martin Thomas die Möglichkeit des Wohnsitzwechsels nach Westdeutschland. Typisch erscheint die Gewinnung jugendlicher Beschäftigter für die KPD (vgl. Apr. 1972), die Rekrutierung erwachsener Kollegen dagegen gestaltete sich meist weit schwieriger. In der Folge beteiligen sich die KPD-Anhänger von Philips-Valvo an den nationalen Gewerkschaftertreffen der KPD (vgl. 21.5.1972, 1.10.1972) und auch das Glaswerk Granus gerät in ihr Blickfeld (vgl. 23.8.1972). Die 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) erscheint in ungefähr monatlichem Rhythmus (vgl. Apr. 1972, Mai 1972, 6.6.1972, 15.8.1972, 5.9.1972, 24.10.1972, 18.12.1972). Für die KPD ist ihre Zelle Philips scheinbar der zentrale Einflußfaktor in Aachen, der auch in die Stadt zurückstrahlt und seine Arbeit auch nach Aldenhoven ausdehnt (vgl. 5.12.1972, 6.12.1972, 18.12.1972, 23.1.1973).

Besondere Bedeutung erlangt Valvo Aachen während des deutschen Arbeiteraufstandes im Jahre 1973. Diesbezüglich agitiert zunächst die KPD (vgl. 22.8.1973, 23.8.1973), am 24.8.1973 beginnt dann auch bei Valvo Aachen ein illegaler Ausstand für eine Teuerungszulage und den Wegfall der Leichtlohngruppen. Besonders die zweite Forderung macht die eigentliche Basis dieser Bewegung deutlich, die ausländischen Band- und Hilfsarbeiter und nicht etwa, wie bei den gewerkschaftlich organisierten Streikaktionen, vor allem die deutschen Handwerker und Facharbeiter.

Anlässlich des Streiks berichtet auch die Kommunistische Gruppe Aachen des AB von Philips-Valvo (vgl. 27.8.1973, 28.8.1973), die aber vermutlich vorher Philips keine besondere Aufmerksamkeit schenkte, sondern sich wohl eher auf andere Betriebe konzentrierte.

Es wird eine Streikleitung gebildet (vgl. 25.8.1973), der DGB KJA zeigt sich solidarisch (vgl. 25.8.1973), ebenso wie u.a. spanische Arbeiter, DKP, SDAJ, KPD und KG Aachen sowie ein Antiinflationskomitee (vgl. 27.8.1973). Auch in anderen Städten wird sowohl Solidarität mit Entlassenen geübt (vgl. 27.8.1973) als auch mit Hilfe von Vertretern von Valvo Aachen zu weiteren Aktionen aufgerufen (vgl. 27.8.1973).

Es soll in die Stadt soll demonstriert werden (vgl. 28.8.1973, 29.8.1973), es kommt aber zum Polizeieinsatz (vgl. 29.8.1973) und zur Niederschlagung des Streiks (vgl. 31.8.1973), gefolgt von Entlassungen u.a. des KPD-Kaders und Mitglieds der Streikleitung, Martin Thomas.

In der Folge nutzt die KPD die prominente Teilnahme einiger ihrer Anhänger an verschiedenen Streiks propagandistisch aus (vgl. 1.9.1973, 11.9.1973, 30.9.1973), u.a. indem sie sich im Vergleich zur KPD/ML zu profilieren sucht (vgl. 31.8.1973, 10.9.1973).

Der KPD gelingt in der Folge die Gründung einer Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG - 24.9.1973), die sich mit den entlassenen Ford-Arbeitern solidarisiert (vgl. 17.10.1973) und auch gegen die Entlassungen in den eigenen Werken vorgeht (vgl. 10.12.1973, 19.12.1973, 28.1.1974) sowie für die KPD den örtlichen 1. Mai 1974 wesentlich mit vorbereitet (vgl. 7.4.1974).

Es kommt zu Prozessen gegen Flugblattverteiler (vgl. Jan. 1974, 14.10.1974) und die KPD veröffentlicht detaillierte Analysen der Entwicklung bei Philips Aachen (vgl. 26.1.1974).

Martin Thomas wird später auch durch die IG Metall unter Druck gesetzt (vgl. Feb. 1974, 27.2.1974, 29.4.1974), wobei dies kurz vor seinem Arbeitsgerichtsprozess (vgl. 27.3.1974) stattfindet, also auch seinen Rechtsschutz in dieser Auseinandersetzung berührt.

Es kommt auch noch zu weiteren IGM-Ausschlussverfahren bei Valvo (vgl. 20.5.1974, 29.5.1974), gegen die sich ein örtliches Komitee bildet (vgl. 15.7.1974, 16.9.1974) und auch bundesweit protestiert wird (vgl. 21.9.1974).

Nicht allein Thomas, der mittlerweile in Bremen erneut entlassen wird (vgl. 4.11.1974), ist von Arbeitsgerichtsprozessen (vgl. 14.10.1974) und IGM-Metall-Ausschluss (vgl. 4.12.1974) betroffen.

Die KPD bleibt im Betrieb aktiv und einer ihrer Anhänger wird auch Ersatzbetriebsrat (vgl. 17.3.1975), aber in der Folge entlassen (vgl. 28.4.1975, 5.5.1975). Das Verhältnis der örtlichen Linken zum DGB ist mittlerweile äußerst gespannt (vgl. 30.4.1975).

Dieser Bericht endet mit der Darstellung einiger späterer Erwähnungen des Streiks von 1973 in der Propaganda der KPD (vgl. 26.5.1975, 2.6.1975) und einem weiteren Auftritt von Martin Thomas (vgl. 15.9.1975) als ehemaliger Streikführer und später als Bundestagskandidat der KPD (vgl. 22.9.1976), wobei auch sein Lebenslauf bekannt gegeben wird. Dies erfolgt auch für einen weiteren Aachener KPD-Kader, Hans Dieter Schaffrath (vgl. 29.9.1976).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

01.03.1972:
Die KPD verlegt ihre Zentrale vermutlich mit Beginn dieses Monats von Berlin nach Dortmund.
Bei Hoesch Westfalenhütte Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 29.3.1972) berichtet die KPD u.a.:"
Weiterhin wurde die Stärkung der Partei in der Region Rhein/Ruhr beschlossen. Bei ... Philipps in Aachen ... werden neue Zellen aufgebaut".
Quellen: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Westfalenhütte Nr.12,Dortmund 29.3.1972,S.5; Rote Fahne Nr.37, 38 und 42,Berlin bzw. Dortmund 25.2.1972, 10.3.1972 bzw. 3.5.1972,S.2, S.4 bzw. S.3

April 1972:
Bei Philips Aachen gibt die Betriebszelle der KPD erstmals ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (vgl. Mai 1972) heraus. Durch die u.a. darin entfachte Maikampagne werden, nach eigenen Angaben, auch jugendliche Beschäftigte der Firma für die KPD gewonnen.
Quellen: Rote Fahne Nr.9,Dortmund 28.2.1973; Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr.1,Aachen Apr. 1972

Aachen_Philips 007

Aachen_Philips 008

Aachen_Philips 009

Aachen_Philips 010

Aachen_Philips 011

Aachen_Philips 012


10.04.1972:
Die KPD (vgl. 19.4.1972) berichtet vermutlich spätestens aus dieser Woche:"
WEITERE FORTSCHRITTE BEIM AUFBAU DER PARTEI

Die Mitgliederversammlung der Region Rhein-Ruhr am 12.März hatte dem Vorschlag des Zentralkomitees, eine Reihe weiterer Zellen einzurichten, zugestimmt (...).

Inzwischen sind zwei weitere Betriebszellen mit ihren Kommunistischen Arbeiterpressen (KAP,d.Vf.) vor die Kollegen ihres Betriebes getreten: In Aachen die Zelle Philips ... . Der Zeitpunkt der Gründung ermöglichte es beiden Zellen, noch propagandistisch in die Betriebsratswahlen (BRW,d.Vf.) einzugreifen und für den 1.Mai gegen Reformismus und Revisionismus - für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse unter Führung der KPD zu mobilisieren.

DIE GRÜNDUNG BEIDER ZELLEN IST DAS ERGEBNIS DER SCHÖPFERISCHEN ANWENDUNG DER EINHEIT VON UNTERSUCHEN UND ORGANISIEREN:
...
Der Gründung der Zelle Philips in Aachen ging eine lange ideologische und organisatorische Arbeit mit einer sympathisierenden Gruppe voraus, deren marxistisch-leninistischer Kern für die Partei gewonnen werden konnte. Unter Anleitung des Regionalkomitees führten die Genossen die Untersuchung über die Lage der Arbeiterklasse in Aachen, schulten sich an den Schulungsheften der Partei und begannen mit dem regelmäßigen Verkauf der RF und der Verteilung von regionalen Flugblättern. Der Stand der Untersuchung und die Gewinnung von weiteren Sympathisanten ermöglichte nun die Gründung der Zelle."
Q: Rote Fahne Nr.41,Dortmund 19.4.1972,S.2

Mai 1972:
Bei Philips Aachen gibt die Betriebszelle der KPD vermutlich im Mai ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' Nr. 2 (vgl. Apr. 1972, 6.6.1972) heraus. Berichtet wird vom 1. Mai, wo man nach Dortmund fuhr, aber auch aus Bad Kreuznach, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Karlsruhe, München und Nürnberg.

Berichtet wird auch von der eigenen Arbeiterrunde am 12.4.1972, an der auch ein Altgenosse teilnahm und auf der das Konzept der Partei den Zirkeln entgegengestellt wurde.

Gefordert wird: "Warmes Essen für alle Schichten" anstatt die Ersetzung des Kantinenessens durch Automaten für einige Schichten. Ein Artikel ruft auf: "Kampf der Mitbestimmungsillusion!". Aus Vietnam wird berichtet vom "Sieg im Volkskrieg".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr.2,Aachen o. J. 1972

Aachen_Philips 013

Aachen_Philips 014

Aachen_Philips 015

Aachen_Philips 016

Aachen_Philips 017

Aachen_Philips 018

Aachen_Philips 019

Aachen_Philips 020


21.05.1972:
An der ersten nationalen Konferenz der der KPD-nahestehenden oppositionellen Gewerkschafter (vgl. 1.10.1972) nehmen, nach eigenen Angaben, über 100 Gewerkschafter teil, u.a. von Philips Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.44 und 50,Dortmund Mai 1972 bzw. 5.7.1972,S.1f bzw. S.4; Revolutionäre Gewerkschafts Opposition Nr.1,o.O. (Dortmund) o.J. (1972),S.*; KPD-OL Dortmund:1 200 DM Mindestlohn! 40 DM mehr für alle pro Woche!,Dortmund o.J. (1973),S.2

06.06.1972:
Bei Philips Aachen gibt die Betriebszelle der KPD ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' Nr. 3 (vgl. Mai 1972, 15.8.1972) heraus. Berichtet wird von der Arbeit der Betriebszelle, dem nun wöchentlichen Erscheinen der 'Roten Fahne', der Eröffnung des KPD-Büros in Aachen und aus Vietnam wird kundgetan: "Das Volk wird siegen!".

Berichtet wird auch über "Neue Jugendvertretungen bei Philips und Valvo".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr.3,Aachen 6.6.1972

Aachen_Philips 021

Aachen_Philips 022

Aachen_Philips 023

Aachen_Philips 024

Aachen_Philips 025

Aachen_Philips 026

Aachen_Philips 027

Aachen_Philips 028


15.08.1972:
Bei den Philipswerken in Aachen gibt die Betriebszelle der KPD ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' Nr. 5 (vgl. 6.6.1972, 5.9.1972) mit dem Leitartikel "Kampf der Pausenverkürzung" heraus.

Berichtet wird von der zweiten Arbeiterrunde am 3.8.1972, zu der rund 20 Kollegen und Genossen gekommen seien, und sich der Jugendvertreter Esser entlarvt habe. Eine Solidaritätsresolution mit Opel Bochum wurde verabschiedet.

Berichtet wird auch über Nordirland.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr.5,Aachen 15.8.1972

Aachen_Philips 029

Aachen_Philips 030

Aachen_Philips 031

Aachen_Philips 032

Aachen_Philips 033

Aachen_Philips 034


23.08.1972:
In der Nr.57 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 16.8.1972, 30.8.1972) wird aus Aachen berichtet, daß die Zelle Philips der KPD eine 'Kommunistische Arbeiterpresse' herausgab, die sich u.a. mit Valvo und dem Philips Glaswerk Granus befaßte.
Q: Rote Fahne Nr.57,Dortmund 23.8.1972

05.09.1972:
Bei den Philipswerken in Aachen gibt die Betriebszelle der KPD ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' Nr. 6 (vgl. 15.8.1972, 24.10.1972) falsch datiert auf den 5.8.1972 mit dem Leitartikel "Valvo-Betriebsrat Handlanger der Geschäftsleitung" heraus. Berichtet wird auch über "Die Spaltung der Lehrlinge durch den Prämienlohn" sowie über Vietnam bzw. die Demonstration gegen die Olympiade in München am 26.8.1972.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr.6,Aachen 5.8.1972

Aachen_Philips 035

Aachen_Philips 036

Aachen_Philips 037

Aachen_Philips 038

Aachen_Philips 039

Aachen_Philips 040


01.10.1972:
In Dortmund nehmen, nach eigenen Angaben über 100 Personen an einem Treffen oppositioneller, der KPD-nahestehender Metaller teil, u.a. von Philips Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.63,Dortmund 4.10.1972; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.1,Dortmund o.J. (1972),S.36

24.10.1972:
In Aachen gibt die Zelle Philips der KPD die Nr.8 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 5.9.1972, 18.12.1972) heraus.
Q: Rote Fahne Nr.9,Dortmund 28.2.1973

05.12.1972:
Die KPD betont anläßlich der Gründung ihres Stadtteilkomitees in Aachen, seit der Einrichtung der KPD-Zelle bei Philips sei "der Spuk der örtlichen Zirkel nur noch ein Schatten seiner selbst - er diskutiert seitdem 'die Organisationsfrage und das Programm'." Die Zelle Philips habe dagegen schon 10 Ausgaben ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' herausgegeben und 3 Arbeiterrunden durchgeführt und nicht nur auch im Werk Aldenhoven gearbeitet sondern auch im Ostviertel.
Q: Rote Fahne Nr.73,Dortmund 13.12.1972

06.12.1972:
In der Nr.72 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 29.11.1972, 13.12.1972) beschäftigt sich die Zelle Philips Aachen anläßlich der Jugendversammlung mit dem IGM OJA und den Lehrlingen bei Valvo und im Werk Aldenhoven.
Q: Rote Fahne Nr.72,Dortmund 6.12.1972

13.12.1972:
Die KPD berichtet in der Nr.73 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 6.12.1972, 20.12.1972) u.a. von Philips Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.73,Dortmund 13.12.1972

18.12.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD erstmals ihre 'Revolutionäre Gewerkschaftsopposition' (RGO) (vgl. März 1973) heraus. Die Rationalisierung wird u.a. unter Erwähnung der Betriebe Granus und Philips Aachen geschildert.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.1,Dortmund o.J. (1972)

18.12.1972:
In Aachen gibt die Zelle Philips der KPD vermutlich in dieser Woche die Nr.11 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 24.10.1972, 23.1.1973) heraus, die sich u.a. mit der Jugendvertretung und auch dem Werk in Aldenhoven befaßt.
Q: Rote Fahne Nr.9,Dortmund 28.2.1973

18.12.1972:
In Aachen gibt die Zelle Philips der KPD vermutlich in dieser Woche die Nr.11 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 24.10.1972, Jan. 1973) heraus, die sich u.a. mit der Jugendvertretung und auch dem Werk in Aldenhoven befaßt.
Q: Rote Fahne Nr.9,Dortmund 28.2.1973

23.01.1973:
In Aachen und Aldenhoven gibt die Zelle Philips der KPD die Nr.12 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 18.12.1972, Feb. 1973) heraus, mit der sie ihre Arbeit auch im Werk Aldenhoven aufnimmt, was im Leitartikel bekanntgegeben wird. Zum Abschluss der Metalltarifrunde (MTR) wird aufgerufen: "Den Kampf um höhere Löhne weiterführen!". Berichtet wird von der eigenen Arbeiterrunde am 15.1.1973, von der Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973, und der Betriebsversammlung im Philips Glühlampenwerk am 8.1.1973. Ein Brief eines Kollegen befasst sich u.a. mit dem Akkordsystem in der Mechanischen Werkstatt und der Frauenarbeit in Halle N bzw. den Leichtlohngruppen.
Q: Rote Fahne Nr.9,Dortmund 28.2.1973; Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr.12,Aachen 23.1.1973

Aachen_Philips 041

Aachen_Philips 042

Aachen_Philips 043

Aachen_Philips 044

Aachen_Philips 045

Aachen_Philips 046

Aachen_Philips 047

Aachen_Philips 048


Februar 1973:
In Aachen und Aldenhoven gibt die Zelle Philips der KPD die Nr.13 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. Jan. 1973) heraus.
Q: Rote Fahne Nr.9,Dortmund 28.2.1973

22.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.34 (vgl. 15.8.1973, 29.8.1973) heraus und berichtet, daß sie in die laufende Streikwelle mit Flugblättern eingegriffen habe, die u.a. verteilt worden sind bei Philips Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.34,Dortmund 22.8.1973

23.08.1973:
Bei Philips Aachen und Aldenhoven ruft die Zelle der KPD, nach eigenen Angaben, mit einem Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' zu einem Streik für eine Teuerungszulage (TZL) auf (vgl. 24.8.1973).
Berichtet wird in diesem Sonderdruck 1 u.a. von Streiks bei Pierburg Neuß (vgl. 13.8.1973), Hella Lippstadt (vgl. 16.7.1973), Holstein und Kappert (H+K) Dortmund (vgl. 8.8.1973), MF Olbrich Bocholt (vgl. 20.8.1973), Kestermann Bochum (vgl. 21.8.1973), Rheinstahl Bielefeld-Brackwede (vgl. 22.8.1973), Philips Krefeld (vgl. 23.8.1973) und Rheinzink Datteln (vgl. 20.8.1973).
Q: Rote Fahne Nr.35,Dortmund 29.8.1973; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

24.08.1973:
Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD berichtet von ihrer bald bundesweiten Solidaritätsarbeit (vgl. 28.8.1973) mit den Streiks, die heute in NRW im IGM- Bereich u.a. bei Klöckner VDI Düsseldorf, Ford Köln und Valvo Aachen beginnen:"
Bei Beginn des Streiks am Freitag war klar: die Kollegen brauchten Megaphone für die Agitation und die Führung der Streiks. Die Verpflegung der Streikenden mußte organisiert werden. Klar war auch, daß es Entlassungen und materielle Not geben würde, daß die Organisierung der Rechtshilfe vorbereitet werden mußte. Diese Aufgaben hat die RH entschlossen in Angriff genommen."
Q: Rote Hilfe Nr.1,Dortmund o.J. (1973),S.5

24.08.1973:
Bei Philips Aachen fordern die Kollegen, laut KFR in Dortmund, eine Teuerungszulage (TZL) von 200 DM und 60 Pfg. mehr pro Stunde. Bei Valvo Aachen wird auch laut KB gestreikt.

Laut KPD beginnt nachts um 1 Uhr 30 ein Streik für eine Teuerungszulage (TZL) von 60 Pfennig und 200 DM Zulage sowie den Wegfall der unteren Lohngruppen (vgl. 23.8.1973).

Die Zelle der KPD gibt vermutlich noch heute einen einseitigen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP) (vgl. 23.8.1973) unter der Schlagzeile "Streik!" heraus.

In den nächsten Tagen folgen zumindest noch ein KAP-Sonderdruck "Valvo: Die Streikfront steht!" und ein 'Rote Fahne' Sonderdruck, der unter der Schlagzeile "Polizeiterror, Entlassungen, Ausweisungen" zur KPD-Veranstaltung nach Dortmund aufruft (vgl. 1.9.1973).

Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtet (vgl. 25.8.1973):"
STREIK BEI VALVO

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag schmiß die Nachtschicht bei Valvo die Klamotten hin. Seit Monaten forderten die Kollegen die Abschaffung der Samstagsschicht, den Wegfall der Lohngruppe 2 und eine Teuerungszulage von 150 DM, und immer hat man sie hingehalten. Jetzt hatten die Kollegen es wirklich satt: 'Wir lassen uns nicht verschaukeln!' 'Ohne den Streik tut sich hier überhaupt nichts!' meinten Kollegen. - Man war sich schnell einig. Ohne lange Vorbereitungen stand die Streikfront bei Valvo. Die Kollegen machten eine Unterschriftensammlung für den Streik und überreichten sie um 1 Uhr dem Meister. Einige arbeiteten noch eine kurze Zeit weiter, damit in der laufenden Produktion nichts kaputtging. Dann setzte sich ein Zug von ca. 350 Kolleginnen und Kollegen durch die drei Philipswerke in Bewegung. Nur drei Mann blieben bei Valvo als Streikbrecher zurück.

Auf einer Streikversammlung in der Kantine wurde eine Streikleitung gewählt, in der neben ausländischen und deutschen Kollegen zwei Vertrauensleute (der IGM,d.Vf.) sind. Sie sollen den Streik organisieren und die Interessen der Kollegen gegenüber der Geschäftsleitung vertreten. Die Forderungen der Kollegen sind:

- 200 DM Teuerungszulage
- 60 Pfg. mehr Stundenlohn für alle
- Wegfall der Lohngruppe 2
- Wegfall der Samstagsschicht
- Bessere Bezahlung der Auszubildenden
- Bezahlung der Streiktage
- Weg mit den Entlassungsdrohungen
- Weg mit den Hausverboten

Mehrere Frauen wurden zuerst am Mitmachen gehindert, indem sie man sie nicht in ihre Umkleidekabinen ließ. Gemeinsam setzten sie sich aber schnell gegen diesen üblen Trick durch, und niemand konnte sie mehr aufhalten.

Gegen 3 Uhr morgens kam das erste Angebot von oben. 150 DM Teuerungszulage und VIELLEICHT 3% mehr Lohn. Aber die Streikenden lehnten das Almosen ab. Und sie hatten recht: schon am Mittag wurde das Angebot wieder zurückgezogen. Valvo-Boß Oertel: 'Unsere Zentrale in Hamburg hat sich alle schritte vorbehalten. Wir haben noch viele Werke im Bundesgebiet. Alle müssen gleichbehandelt werden.' Dabei ist bekannt, daß Philips Aachen das einzige Werk im Konzern ist, wo noch drei bzw. vier (Granus) Schichten gefahren werden. Und da reden die von gleicher Behandlung. Alle drei Schichten am Freitag haben den Streik fortgeführt. Die Nachtschicht fuhr nach einer Streikversammlung vor dem Betriebstor fast vollständig wieder nach Hause. Die Kollegen ließen sich nicht weichkloppen, weder durch die Polizei noch durch die Spaltungsmanöver der Geschäftsleitung. Sie hatte versucht, sechs Mann, die ihrer Meinung nach für den Streik verantwortlich sind, zu entlassen, mußte die Entlassungen aber durch die Ablehnung des Betriebsrats in Hausverbote umändern. Deswegen werden die Streikversammlungen nicht mehr auf dem Werksgelände abgehalten, sondern vor den Toren. An der Geschlossenheit der Streikfront hat das nichts geändert. Dagegen kamen auch Betriebsratsvorsitzender Maanen und der 1.IGM-Bevollmächtigte Bieth nicht an.

Sie sahen ihre Aufgabe nur drin, die Kollegen zu beruhigen. Was heißt denn hier beruhigen? Beruhigen kann man die Kollegen jetzt nur noch, wenn man ihre Forderungen erfüllt."
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973,S.1 und 4; Rote Fahne Nr.35,Dortmund 29.8.1973; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973; Der Metallarbeiter Nr.12,Hamburg 14.11.1973; Roter Hoesch Arbeiter/Roter Kumpel Extra,Dortmund 27.8.1973,S.2

Aachen_KG 001

Aachen_KG 004


25.08.1973:
Bei Philips/Valvo Aachen erscheint vermutlich heute, laut KPD, das erste Flugblatt der Streikleitung (vgl. 29.8.1973).

Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtet (vgl. 24.8.1973, 27.8.1973):"
Am Samstagmorgen vor der Frühschicht konnten sich die Kollegen auf der Streikversammlung über ihren eigenen Streik in der Aachener Presse 'informieren'. Dort ist immer wieder zu lesen, daß Arbeitswillige aus Angst vor Gewalt seitens der Streikenden nicht arbeiten können. Über sowas können die Kollegen nur lachen. Sie wissen, daß sie keinen zum Streik zwingen brauchen."

Vermutlich von heute berichtet die KG Aachen auch über den DGB-KJA:"
Er hat zusammen mit einer Solidaritätsadresse eine Geldspende überreicht und den Streikenden versichert, daß er jede Schweinerei der Geschäftsleitung veröffentlichen wird."
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973,S.4; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

27.08.1973:
Bei Opel Bochum endet der Streik vom 22.8.1973.
Im weiteren Verlauf erscheint ein Sonderdruck der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD, der zur "Solidarität mit den Entlassenen", u.a. bei Philips Aachen aufruft.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973; Rote Fahne Nr.35,Dortmund 29.8.1973

27.08.1973:
Vermutlich erscheint zu Beginn dieser Woche das Flugblatt der Ortsleitung (OL) Dortmund der KPD bezüglich der Streiks für Teuerungszulagen (TZL) mit der landesweiten:"
EINLADUNG ZUR GROSSVERANSTALTUNG DER KPD ZU DEN STREIKKÄMPFEN! ...
Es sprechen Arbeiter der bestreikten Betriebe!
Ford - Opel - Philips - Hella Lippstadt und andere Delegationen aus anderen Betrieben werden anwesend ein, KPD, KJV, ausländische Organisationen!
Dortmund 1.9.1973, Parkhaus Barop 18 Uhr! Zu erreichen mit Straßenbahnlinie 4!
Unterstützt die Streikkassen der Kollegen! Spendet auf das Konto der Roten Hilfe: Rote Hilfe e. V. PschK 308-556-102 W. Berlin.
Für die Kollegen von Philips Aachen: Stadtsparkasse Aachen Girokonto: 7012313 Frau Crnjavic."
Q: KPD-OL Dortmund:Einladung zur Großveranstaltung der KPD zu den Streikkämpfen,Dortmund o. J. (1973)

27.08.1973:
Eine gemeinsame Extraausgabe der Dortmunder Betriebszeitungen 'Roter Hoesch-Arbeiter' (vgl. Aug. 1973, 18.9.1973) und 'Roter Kumpel' (vgl. Juli 1973, 12.9.1973), herausgegeben von den Kommunistischen Kollektiven Hoesch und Zeche Hansa Dortmund sowie Gewerkschaft Viktor Castrop-Rauxel der KFR erscheint:"
METALLER GEHEN NACH VORN ...
24.8. ... Bei Philips in Aachen und Krefeld fordern die Kollegen: Teuerungszulage von 200 DM und 60 Pfennig pro Stunde mehr."
Q: Roter Hoesch Arbeiter/Roter Kumpel Extra,Dortmund 27.8.1973

27.08.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB berichtet heute vom Streik bei Valvo (vgl. 25.8.1973, 28.8.1973) u.a. von heute:"
Heute morgen treffen sich alle drei Schichten wieder zu einer Streikversammlung vor den Toren. da soll dann auch die Ausweitung des Streiks auf Granus und Philips-Glühlampen besprochen werden. Denn denen geht es ja wohl auch nicht besser als den Kollegen bei Valvo.

Und wie sieht es in den anderen Aachener Betrieben aus?

Am Mittwoch letzter Woche war bei Garbe-Lahmeyer (IGM-Bereich - vgl. 22.8.1973,d.Vf.) schon ein Warnstreik. Ale anderen Kollegen sind bestimmt nicht weniger sauer über die unverschämte Preistreiberei und Inflation. Deshalb, Kollegen, erklärt euch solidarisch mit den Streikenden bei Valvo. Schickt Grußadressen an die Streikleitung. So hat es der DGB- Kreisjugendausschuß (KJA - vgl. 25.8.1973,d.Vf.) gemacht."

Morgen berichtet die KG Aachen:"
VALVO:

DER STREIK GEHT WEITER!

Montag Mittag marschierte ein Zug von mehreren Hundert Kollegen vom Philips- Haupttor zum Streiklokal. Mitgeführt wurden Transparente mit den Hauptforderungen.

Unter der Führung der Streikleitung von ausländischen und deutschen Arbeitern begann die Diskussion über die Streiksituation. Es wurden zuerst Solidaritätsadressen von spanischen Arbeitern, der DKP, SDAJ, KPD, später auch von der Kommunistischen Gruppe Aachen und einem Antiinflationskomitee verlesen, die alle mit großem Beifall aufgenommen wurden. Auch die Spenden von DKP, KPD und Kommunistischer Gruppe Aachen wurden begeistert begrüßt.

Dann begann die Beratung über die Streikforderungen, die folgendermaßen entschieden wurde:

- Kein Kollege darf entlassen werden, darf versetzt werden oder sonstigen Repressalien ausgesetzt werden. Dazu muß eine schriftliche Erklärung der Geschäftsleitung vorliegen. Diese Forderung ist eine Grundbedingung der Wiederaufnahme der Arbeit.

- 60 Pfennig pro Stunde mehr für alle. Dazu liegt bisher kein Angebot der Geschäftsleitung vor. Eine Lohnerhöhung pro Stunde, die selbstverständlich nicht mit der nächsten Tariferhöhung abgegolten werden darf, bleibt eine weitere unverzichtbare Grundforderung. Die Verhandlungen der deutschen Kollegen über eine Prämienvereinbarung haben damit nichts zu tun und können damit nicht verrechnet werden.

- Abschaffung der Samstagsschichten. Hier waren die Kollegen mit dem Angebot der Geschäftsleitung einverstanden. Allerdings soll diese Regelung möglichst bald in Kraft treten, nicht erst ab 1.Januar.

- Volle Bezahlung der Streikzeit. Das Angebot der Geschäftsleitung: 50%- Bezahlung der Streikzeit wurde zurückgewiesen.

- Abschaffung der Leichtlohngruppe 2. Das Angebot der Geschäftsleitung, die Sachlage zu überprüfen und eventuell Bruttolohnerhöhungen zuzugestehen, war unannehmbar.

- Das Pauschalangebot der Geschäftsleitung von 280 DM wird angenommen, kann aber die Forderung nach Lohnerhöhung pro Stunde niemals ersetzen. Die Erhöhung des Stundenlohns bleibt Hauptforderung, dafür wird weiter gestreikt.

Dieses ganze Paket von Forderungen und der Beschluß, bei diesen Angeboten der Geschäftsleitung weiterzustreiken, wurde von mehreren Hundert Kollegen ohne eine einzige Gegenstimme angenommen! Die Streikfront stand wie ein Mann.

In diese Diskussion haben sich auch der Konzernbetriebsratsvorsitzende Tenbruck, der Betriebsratsvorsitzende Maanen und Hans Bieth von der IG Metall eingeschaltet. Die Frage eines Kollegen, wo denn diese drei in den letzten gewesen seien, blieb natürlich unbeantwortet.

DER BETRIEBSRATSVORSITZENDE MAANEN:

Er kam kaum zu Wort, da er sich seit seiner Wahl nicht richtig für die Interessen der Kollegen eingesetzt hat. Er erklärte, daß die Geschäftsleitung all denen, die jetzt nicht zur Arbeit gehen, schreiben will, daß man beabsichtigt, sie zu entlassen. Diese Provokation konnte die Kollegen nicht einschüchtern. Ihre Antwort: 'Die Geschäftsleitung ist von uns abhängig!' Allerdings, eine geschlossene Kampffront zwingt jede Geschäftsleitung in die Knie.

DER KONZERNBETRIEBSRATSVORSITZENDE:

Er stellte die unverschämte Frage, mit welchen Menschen er es hier zu tun habe. 'Bin ich denn unter erwachsenen Menschen?' Er meinte, wenn die Geschäftsleitung die Forderungen nicht erfülle, könne man doch ein zweites Mal streiken. Also mit anderen Worten, jetzt erstmal den Streik abbrechen. Das wagte er natürlich nicht offen zu sagen. Auf Verlangen der anwesenden Kollegen mußten er und Maanen den Saal verlassen.

IG METALL BIETH:

Bieth meinte ein paar 'klärende Worte' von ihm seien nötig. Man müsse doch die Sache real betrachten und dürfe die arbeitsrechtliche Situation nicht übersehen. Und außerdem müsse man mitdenken, nicht nur Emotionen hervorbringen, und mitbestimmen. Außerdem seien in Kompromissen ja Ansatzpunkte zum Weiterverhandeln. Vieles sei doch illusionär und eine gesunde Einschätzung der Sachlage sei wichtig. Als er sich mit diesem Herumgerede nicht durchsetzen konnte, packte er auch eine Drohung aus: 'Wer von Euch ist denn zu Verhandlungen in der Lage? Wer kann denn das? Darüber müßt Ihr Euch klar sein, wenn ich weg bin, komme ich nicht so schnell wieder.'

Schließlich wurde entschieden, Bieth könne dableiben und zuhören und soll dann das Diskussionsergebnis der Geschäftsleitung überbringen.

Nach einer Pause um 17 Uhr ein 'neues' Angebot der Konzernleitung aus Hamburg: 280 DM Teuerungszulage für alle drei Philipswerke in Aachen. Das wurde natürlich wieder einstimmig abgelehnt, die alten Forderungen bleiben auf dem Tisch.

Dann kam das große Warten.

Gegen 19 Uhr kam Bieth mit folgendem Angebot der Geschäftsleitung wieder: Wegen einfacher Beteiligung am Streik soll niemand entlassen werden. Es werden aber keine vollen Garantien gegeben. Damit sollen die aktivsten Kollegen, besonders die der Streikleitung, als Rädelsführer abgestempelt und entlassen werden können. Außerdem sollen die Streiktage nur zur Hälfte bezahlt werden, und zwar bis zu einem Festbetrag von 100 DM brutto! Alles andere hatten die Bosse von vornherein abgelehnt.

Von der Konzernleitung in Hamburg kam die Aufforderung nach Aachen, die Produktion zu reduzieren und mit denen zu arbeiten, die wollen.

Dazu meinte die Streikleitung unter großem Beifall: Unsere Forderungen bleiben. Mit den paar Streikbrechern können die gar nicht weiterarbeiten.

Zum Schluß forderte die Streikleitung noch einmal auf, den Streik so organisiert weiterzuführen wie bisher, sich durch nichts provozieren und spalten zu lassen und durchzuhalten bis zum vollen Sieg!

Nach der Streikversammlung wurde noch vor den Toren eine Kollegin in den Streikrat gewählt. Frauen haben nämlich auch mitgestreikt."
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3 und Sdr.druck,Aachen Juli/Aug. 1973 bzw. 28.8.1973,S.4 bzw. S.1f

28.08.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB berichtet heute vom Streik bei Philips Aachen (vgl. 27.8.1973, 29.8.1973) über die gestrige Versammlung:"
Die Streikleitung gab weiter bekannt, daß heute tagsüber die streikenden Kollegen mit einer Demonstration in die Stadt die Bevölkerung informieren und zur Solidarität auffordern wollen."
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Sdr.druck,Aachen 28.8.1973,S.2

28.08.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB gibt einen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterzeitung' (KAZ - vgl. 27.8.1973, **.*.1973) mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von H. Finken heraus, in dem sie vom Streik bei Valvo (IGM-Bereich - vgl. 27.8.1973, 28.8.1973) berichtet und aufruft:"
Kollegen! Solidarisiert Euch mit den Streikenden! Schickt Solidaritätsadressen und Spenden ins Streiklokal (Kappertz/Hüttenstraße)!"
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Sdr.druck,Aachen 28.8.1973; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

Aachen_KG 017

Aachen_KG 018


29.08.1973:
Bei Philips/Valvo Aachen soll heute, laut KPD, eine Demonstration stattfinden, zu der die Streikleitung mit ihrem zweiten Flugblatt (vgl. 25.8.1973) aufruft.

Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD berichtet:"
Am Mittwoch den 29.8. knüppelte die Polizei bei Valvo in Aachen streikende Arbeiter nieder. Einer wurde bewußtlos geschlagen und festgenommen."
Q: Rote Hilfe Nr.1,Dortmund o.J. (1973),S.4; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

31.08.1973:
In Aachen endet der Streik bei Philips/Valvo (vgl. 29.8.1973). U.a. wird das KPD-Mitglied Martin Thomas entlassen.

Von einem Prozeß gegen Thomas wegen 'Rädelsführerschaft' (vgl. **.**.197*) wird berichtet in:
- NRW in Bonn durch SpB, KSG und KBW-SyG (vgl. 23.10.1974), in Dortmund durch die Ortsgruppe (OG) der Roten Hilfe (RH) e.V. der KPD (vgl. 10.11.1974, 11.11.1974, 15.11.1974).

Die KPD gibt heute eine Presseerklärung heraus.

In einer ersten Auswertung des Streiks gibt die Betriebszelle der KPD bekannt, daß sie während des Streiks vom 25.-31.8.1973 vier Sonderdrucke ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' und drei Sonderdrucke der 'Roten Fahne' verteilt habe. Die Anzahl der verkauften 'Roten Fahnen' sei von durchschnittlich 20 auf nunmehr 150 gestiegen, weiterhin sei die Gründung einer GOG geplant.

Die Rote Garde (RG) der KPD/ML verteilt, laut KPD, nur ein einziges Flugblatt.
Q: Rote Fahne Nr.36 und 40,Dortmund 5.9.1973 bzw. 3.10.1973; RH e.V.-OG Dortmund:Holger Meins - im Gefängnis ermordet!,Dortmund o.J. (Nov. 1974),S.2; RH e.V.-OG Dortmund:Verhindert weitere Morde an politischen Gefangenen! Version A und B,Dortmund o.J. (Nov. 1974),S.2; SpB, KSG, KBW-SyG Bonn:Steckhan muß Farbe bekennen!,Bonn o.J. (23.10.1974),S.2

01.09.1973:
An einer Großveranstaltung der KPD um 18 Uhr im Parkhaus in Dortmund-Barop gegen Polizeiunterdrückung, Gewerkschaftsausschlüße (UVB) und Lohnraub nehmen, nach eigenen Angaben, über 700 Personen teil.
Die KPD/ML habe während der Streiks nur Flugblätter verteilt, die SPD gegen Ausländer gehetzt.
Die KPD mobilisiert u.a. durch ein Flugblatt in Dortmund (vgl. 27.8.1973) und bei Philips Aachen (IGM-Bereich).
Q: Rote Fahne Nr.34 und 36,Dortmund 22.8.1973 bzw. 5.9.1973; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973;

10.09.1973:
Die Nr. 6/7 der 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' der KPD (vgl. Aug. 1973, 15.10.1973) erscheint vermutlich in dieser Woche. Angegriffen werden u.a. die KPD/ML bzw. ihre Rote Garde u.a. bei Philips/Valvo Aachen.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

10.09.1973:
Bei Philips/Valvo Aachen gibt die KPD vermutlich in dieser Woche einen zweiseitigen 'Rote Fahne' Sonderdruck heraus, der unter der Schlagzeile "Solidarität mit den Entlassenen" zur Demonstration in Köln (vgl. 15.9.1973) aufruft.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

11.09.1973:
Bei DTW Berlin gibt die KPD die Nr.11 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Aug. 1973, 9.10.1973) heraus, die für die Erkämpfung einer Teuerungszulage (TZL) eintritt, wobei man sich ein Beispiel u.a. an den Kollegen von Philips Aachen nehmen solle.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe DeTeWe Nr.11,Berlin 11.9.1973

12.09.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.37 (vgl. 5.9.1973, 19.9.1973) heraus und berichtet u.a. über die eigene Zelle Philips Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.37,Dortmund 12.9.1973

12.09.1973:
Frühestens heute gibt die SAG die auf September datierte Nr.27 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Juli 1973, Okt. 1973) heraus, in der sie u.a. vom Streik bei Philips-Valvo Aachen berichtet.
Q: Klassenkampf Nr.27,Frankfurt Sept. 1973

15.09.1973:
Zu einer nationalen Demonstration für die entlassenen Ford-Arbeiter in Köln wurde auch aufgerufen bei Philips/Valvo Aachen.
Q: Rote Pressekorrespondenz Nr.34,Dortmund ***1973,S.6; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973; Rote Fahne Nr.38 und 40,Dortmund 19.9.1973 bzw. 3.10.1973

19.09.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.38 (vgl. 12.9.1973, 26.9.1973) heraus. Ford- Spenden gingen u.a. ein von Valvo Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.38,Dortmund 19.9.1973

24.09.1973:
Bei Philips/Valvo Aachen wird, laut KPD, vier Wochen nach dem Streik (vgl. 24.8.1973) also vermutlich in dieser Woche eine Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG) gegründet.
Q: Rote Fahne Nr.40,Dortmund 3.10.1973

30.09.1973:
In Köln findet eine regionale Konferenz oppositioneller Gewerkschafter für NRW statt, an der, laut KPD, u.a. Mitglieder der Streikleitung Philips Aachen, wo mittlerweile eine GOG gegründet worden ist (vgl. 24.9.1973), teilnehmen.
Q: Rote Fahne Nr.40,Dortmund 3.10.1973; Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe DeTeWe Nr.12,Berlin 9.10.1973

Oktober 1973:
Die Nr.1 (vgl. Okt. 1973) der Reihe 'Agitationsheft des Kommunistischen Jugendverbandes' (Jugendverband der KPD) erscheint.
Erwähnung findet auch der Streik bei Philips Aachen.
Q: Rote Pressekorrespondenz Nr.31,Dortmund 1973,S.20; KJV:Agitationsheft Nr.1,Dortmund Okt. 1973

15.10.1973:
Die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD gibt vermutlich in dieser Woche ihre auf Oktober datierte 'Revolutionäre Gewerkschaftsopposition' Nr.8 (vgl. 10.9.1973, Feb. 1974) heraus.
Über politische Entlassungen wird u.a. berichtet von Valvo (Philips) Aachen.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.8,Dortmund Okt. 1973

15.10.1973:
Vermutlich erscheint zu Beginn dieser Woche ein Flugblatt der Sympathisantengruppe Dortmund des KOV der KPD mit einem Aufruf zur bundesweiten Demonstration:"
GEGEN POLITISCHE ENTLASSUNGEN UND GEWERKSCHAFTSAUSSCHLÜSSE! ...
- bei den Philips-Werken in Aachen soll fast die gesamte Vertrauenskörperleitung entlassen werden, weil sie während des Streiks die Streikleitung gebildet hatte".
Q: KOV-Sympathisantengruppe Dortmund:Gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse,Dortmund o.J. (1973)

17.10.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.42 (vgl. 10.10.1973, 24.10.1973) heraus und veröffentlicht u.a. eine Solidaritätsadresse für Baha Targün von der GOG Philips Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.42,Dortmund 17.10.1973

24.10.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.43 (vgl. 17.10.1973, 31.10.1973) heraus. Die Ortsleitung Aachen befaßt sich mit den Ausländerwohnheimen u.a. von Philips.
Q: Rote Fahne Nr.43,Dortmund 24.10.1973

04.11.1973:
An einer bundesweiten Metallarbeiterkonferenz in Dortmund beteiligen sich, laut und mit KPD, u.a. Beschäftigte von Valvo (Philips) Aachen.
Q: KPD-Gewerkschaftsabteilung:Gegen Lohnraub und Arbeitshetze,Dortmund 1974; Rote Fahne Nr.45,Dortmund 7.11.1973

14.11.1973:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.12 seines 'Metallarbeiters' heraus. Eingegangen wird u.a. auch auf Valvo Aachen.
Q: Der Metallarbeiter Nr.12,Hamburg 14.11.1973

Dezember 1973:
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.30 (vgl. Nov. 1973, Feb. 1974) heraus und berichtet von Entlassungen aktiver Kollegen u.a. bei Philips Aachen.
Q: Klassenkampf Nr.30,Frankfurt Dez. 1973

Dezember 1973:
Vermutlich diesen Monat wird im Regionalkomitee (RK) Rhein/Ruhr der KPD von Alexander Tilkowski ein Bericht über die Arbeit des RK verfaßt. Man arbeite in der Metallindustrie (IGM-Bereich), u.a. bei Philips Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.1,Dortmund 3.1.1974

10.12.1973:
Vermutlich Anfang dieser Woche gibt die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG) in der IG-Metall Philips-Werke Aachen ein Flugblatt zur Metalltarifrunde (MTR) und zu einem Prozess gegen Valvo am 20.12.1973 heraus. Aufgerufen wird zur Sitzung der GOG am 16.12.1973.
Q: GOG Philips: Kolleginnen und Kollegen!,Aachen o. J. (1973)

Aachen_Philips 005

Aachen_Philips 006


19.12.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.51/52 (vgl. 12.12.1973, 3.1.1974) heraus. Aus Aachen berichtet die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG) Philips Aachen von Entlassungen bei Valvo (Philips) wegen des Streiks.
Q: Rote Fahne Nr.51/52,Dortmund 19.12.1973

Januar 1974:
Vermutlich im Januar werden in Aachen, laut KPD, 900 DM als Strafe für die Verteilung eines Flugblattes vor Philips festgesetzt.
Q: Rote Fahne Nr.5,Dortmund 30.1.1974

26.01.1974:
In Duisburg beginnt das Regionalkomitee (RK) Rhein/Ruhr der KPD mit seiner zweitägigen Konferenz oppositioneller Gewerkschafter, an der sich über 100 beteiligen, u.a. von Philips Aachen.

Uns lag dazu u.a. das "Material zur Konferenz oppositioneller Gewerkschafter in NRW am 26./27. Januar in Duisburg Hauptreferat" mit 16 Seiten DIN A 4 vor. Darin heißt es u.a.:"
PHILIPS AACHEN: Hier existiert bis zum Frühjahr 1972 kaum Gewerkschaftsarbeit, die IGM-Ortsverwaltung unternimmt keine Anstrengungen, irgendwelche Initiativen größeren Umfangs zu entfalten, der VK arbeitet quasi nicht. Eine Reihe von oppositionellen Kollegen, die zu diesem Zeitpunkt zusammentreffen, schlagen folgenden Weg ein: Über Abteilungskonflikte, Unterschriftensammlungen und Auftritte auf Betriebsversammlungen gewinnen sie schnell das Vertrauen der Kollegen, die bisher nur reaktionäre Betriebsräte und kaum geschulte sozialdemokratische Abwiegler kennen. Von vornherein wird Propaganda gegen die Gewerkschaftsführung gemacht, gleichzeitig werden aber über 60 Kollegen für die IGM gewonnen. Bei der VL-Wahl zieht - bisher noch kaum größeren Angriffen der trägen Bonzen ausgesetzt - eine starke Truppe oppositioneller und fortschrittlicher Kollegen in den VK ein. Die ersten Auseinandersetzungen zwischen der alteingesessenen Clique und den neuen enden mit dem Sieg der fortschrittlichen Vertrauensleute (z.B. in der Frage der VK- Leitung), da sie - z.B. bei willkürlichen Versetzungen - immer wieder die Kollegen mobilisieren können. Eingefleischte Opportunisten könnten sich jetzt kaum vor Begeisterung einkriegen und würden die vollständige Eroberung des VK an die Wand malen. Die weitere Zuspitzung der Fronten im VK (langsam erwacht die Ortsverwaltung) macht bei der zunehmenden Empörung der Philips-Arbeiter über die Preisentwicklung eine Entscheidung nötig: Entweder Vertrauen darauf, daß man den gesamten VK für einen Streik gewinnt (Resolutionen konnten bereits durchgesetzt werden) oder Vertrauen auf die Stärke der Kollegen. Der erfolgreich initiierte Streik, der von einer Gruppe fortschrittlicher Vertrauensleute und Kollegen der Nachtschicht ausging (dokumentiert in RGO 6/7 (vgl. 10.9.1973,d.Vf.) beweist, daß man unter größtmöglicher Ausnutzung der jeweiligen Möglichkeiten große Erfolge erzielen kann, wenn man in den Vordergrund immer die Frage stellt: wofür muß der Kampf geführt werden, wie schafft man es, sich immer auf die Kollegen zu stützen und wie macht man es der Sozialdemokratie unmöglich oppositionelle Kollegen zu isolieren. ... Nach den Streiks sind bei Hella in Lippstadt, Philips in Aachen Gruppen aufgebaut worden ...

Es ist nicht immer richtig mit der Bildung oppositioneller Gruppen zu beginnen, wenn vier oder fünf Kollegen existieren. Es muss bereits im Betrieb ein Trennungsstrich zwischen fortschrittlicher und reaktionärer Linie gezogen sein (Also zum Beispiel nach einem Streik, nach einer BR-Wahl, nach jeder Form der Mobilisierung im Betrieb. Gute Ausgangsbedingungen schaffen Kampfausschüsse wie bei Fröhlich (gegen die Samstagsarbeit) und in Köln gegen den Schacher in der Ortsverwaltung) Bei Philips Aachen hat sich das Mittel bewährt, Vertrauensleute zwischen den Schichten zusammenzufassen."
Q: Rote Fahne Nr.3 und 5,Dortmund 16.1.1974 bzw. 30.1.1974; KPD-RK Rhein/Ruhr:Material zur Konferenz oppositioneller Gewerkschafter in NRW am 26./27. Januar in Duisburg Hauptreferat,o.O. o.J. (Jan. 1974)

28.01.1974:
Vermutlich Anfang dieser Woche gibt die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG) in der IG-Metall Philips-Werke Aachen ein Flugblatt zur Metalltarifrunde (MTR) und zu einem Prozess gegen Valvo am 30.1.1974 heraus. Aufgerufen wird zur Sitzung der GOG am 3.2.1974.
Q: GOG Philips: Kolleginnen und Kollegen!,Aachen o. J. (1974)

Aachen_Philips 001

Aachen_Philips 002

Aachen_Philips 003

Aachen_Philips 004


Februar 1974:
Bei Philips Aachen wird, laut KPD, vermutlich im Februar Martin Thomas (KPD) durch die IG Metall (IGM) zum Unterschrieben eines Reverses aufgefordert.
Q: Rote Fahne Nr.10,Dortmund 6.3.1974

06.02.1974:
In der Nr.6 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 30.1.1974, 13.2.1974) berichtet die KPD u.a. von Philips über das Glühlampenwerk und Valvo, den Werksschutz, Türken, Jugoslawen, die eigene Zelle und die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG).
Q: Rote Fahne Nr.6,Dortmund 6.2.1974

14.02.1974:
In Bochum-Stiepel führt der KSV der KPD eine Veranstaltung gegen sein eigenes Verbot durch, an der sich nach seinen Angaben über 300 Personen, u.a. von Philips Aachen beteiligen.
Q: Rote Fahne Nr.7 und 8,Dortmund 13.2.1974 bzw. 20.2.1974

25.02.1974:
In Gelsenkirchen führt vermutlich das Regionalkomitee Rhein/Ruhr der KPD vermutlich in dieser Woche eine Veranstaltung zum Bergarbeiterstreik in Großbritannien mit über 250 Teilnehmern, u.a. von der Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG) Philips Aachen durch.
Q: Rote Fahne Nr.10,Dortmund 6.3.1974

27.02.1974:
In der Nr.9 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 20.2.1974, 6.3.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB) bei Valvo.
Q: Rote Fahne Nr.9,Dortmund 27.2.1974

25.03.1974:
In Aachen führt die DKP, laut KPD, vermutlich in dieser Woche ein 'UZ'- Pressefest durch, zu dem auch die KPD, u.a. der bei Valvo entlassene Martin Thomas hingehen.
Q: Rote Fahne Nr.14,Dortmund 3.4.1974

27.03.1974:
In der Nr.13 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 20.3.1974, 3.4.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit dem Arbeitsgerichtsprozeß von Martin Thomas gegen Valvo, um den sich u.a. die Betriebszelle der KPD, der KJV und die GOG kümmern.
Q: Rote Fahne Nr.13,Dortmund 27.3.1974

03.04.1974:
In der Nr.14 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 27.3.1974, 10.4.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit dem IG Metall (IGM) Ausschlußverfahren gegen Martin Thomas (KPD), der bei Valvo arbeitete, wobei auch die Schumacher Metallwerke erwähnt werden.
Q: Rote Fahne Nr.14,Dortmund 3.4.1974

07.04.1974:
In Aachen wird, laut und mit KPD, ein Maikomitee (MK) oppositioneller Gewerkschafter durch die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG) Philips gegründet, an dem auch Mitglieder der IGM, der NGG, der DruPa, der ÖTV, der GEW, der HBV, der IG BSE, der DPG sowie ausländische Kollegen beteiligt sind.
Q: Rote Fahne Nr.15,Dortmund 10.4.1974

17.04.1974:
In der Nr.16 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 10.4.1974, 24.4.1974) berichtet die KPD aus Aachen vom Maikomitee (MK) und von Valvo.
Q: Rote Fahne Nr.16,Dortmund 17.4.1974

29.04.1974:
In der spätestens Anfang dieser Woche erscheinenden Maizeitung des Gewerkschaftlichen Maikomitees Aachen der KPD mit einem Titelbild von Philips Aachen wird u.a. berichtet über den Gewerkschaftsausschluss gegen Martin Thomas in der IG Metall.
Q: Gewerkschaftliches Maikomitee Aachen: Maizeitung,Aachen 1974,S.1 und 14ff

Aachen_KPD 008

Aachen_KPD 009


20.05.1974:
Bei Valvo Aachen laufen, laut und gegen KPD, vermutlich in dieser Woche neue Auschlußverfahren aus der IG Metall (IGM) aufgrund der Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) an, so daß insgesamt drei Ausschlüsse anstehen.
Die KPD geht in diesem Zusammenhang auch auf die Jugendvertretung, den IGM OJA und die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG) Philips Aachen ein.
Q: Rote Fahne Nr.22,Dortmund 29.5.1974

24.05.1974:
Die KPD-Sympathisantengruppe Michelstadt im Odenwaldkreis (ODW) führt eine Veranstaltung durch, bei der man sich u.a. auch mit den kriminellen Streiks u.a. bei Philips Aachen befaßt.
Q: Rote Fahne Nr.21,Dortmund 29.5.1974

29.05.1974:
In der Nr.22 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 22.5.1974, 5.6.1974) berichtet die KPD u.a. aus Aachen von den Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB) in der IG Metall (IGM) bei Valvo.
Q: Rote Fahne Nr.22,Dortmund 29.5.1974

15.07.1974:
In Aachen wird, laut und mit KPD, vermutlich in dieser Woche ein Komitee gegen die Gewerkschaftsausschlüsse gebildet, welches gegen die Verfahren aufgrund der Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) u.a. in der IG Metall (IGM) Verwaltungsstelle, der Jugendvertretung (JV) Philips Glühlampenwerk und dem DGB KJA aktiv wird.
Q: Rote Fahne Nr.30,Dortmund 24.7.1974

31.07.1974:
In der Nr.31 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 24.7.1974, 7.8.1974) berichtet die KPD u.a. und von den Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB) aus der IGM bei Valvo Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.31,Dortmund 31.7.1974

04.09.1974:
In der Nr.36 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 28.8.1974, 11.9.1974) berichtet die KPD u.a. von der Vorbereitung des IG Metall (IGM) Tages (vgl. 15.9.1974) u.a. bei Valvo Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.36,Dortmund 4.9.1974

16.09.1974:
Vermutlich in dieser Woche gibt in Aachen, laut KPD, das Komitee gegen Gewerkschaftsausschlüsse eine Broschüre (vgl. 30.9.1974) heraus, u.a. über die Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB), die IGM Ortsverwaltung und die Jugendvertretung (JV) Valvo.
Q: Rote Fahne Nr.39,Dortmund 25.9.1974

21.09.1974:
In Hannover führt die KPD, laut KB, eine Veranstaltung mit 600 Personen als Gegenveranstaltung zum heute endenden Gewerkschaftstag der IG Metall (vgl. 15.9.1974, 19.9.1974) durch.

Laut KPD beteiligen sich über 600 Personen u.a. von Valvo Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.36, 38 und 39,Dortmund 4.9.1974, 18.9.1974 bzw. 25.9.1974; Arbeiterkampf Nr.50,Hamburg 1.10.1974,S.28

Oktober 1974:
Die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD gibt ihre 'Revolutionäre Gewerkschaftsopposition' (RGO) Nr.3 heraus. Berichtet wird u.a. von Philips/Valvo Aachen, u.a. über Martin Thomas.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.3,Dortmund Okt. 1974

14.10.1974:
In Aachen findet vermutlich in dieser Woche, laut KPD, ein Arbeitsgerichtsprozeß bei Valvo (IGM-Bereich) gegen Jugoslawen statt, gegen den sich u.a. die eigene Zelle und auch die GOG wenden.
Q: Rote Fahne Nr.43,Dortmund 23.10.1974

14.10.1974:
In Aachen findet vermutlich in dieser Woche, laut KPD, ein Prozeß gegen Studenten wegen dem Valvo-Streik (IGM-Bereich - vgl. **.*.1973) statt.
Q: Rote Fahne Nr.43,Dortmund 23.10.1974

04.11.1974:
Bei Nordmende Bremen kommt es, laut KPD, vermutlich in dieser Woche zu vier politischen Entlassungen, u.a. gegen den KPD-Anhänger Martin Thomas, bekanntgeworden durch den Streik bei Valvo Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.46,Dortmund 13.11.1974

06.11.1974:
Die Zelle Philips Aachen und Aldenhoven der KPD gibt ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) (vgl. ******************) heraus.
Q: Rote Fahne Nr.51/52,Dortmund 18.12.1974

10.11.1974:
Die Ortsgruppe (OG) Dortmund der Roten Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt vermutlich heute das folgende Flugblatt heraus:"... Uwe Maack, Opel-Arbeiter (IGM-Bereich in Bochum - vgl. 28.10.1974,d.Vf.), und Martin Thomas, Philips-Arbeiter (IGM-Bereich in Aachen - vgl. 31.8.1973,d. Vf.), werden wegen 'Rädelsführerschaft' beim Streik im letzten Jahr vor Gericht gestellt."
Q: RH e.V.-OG Dortmund:Holger Meins - im Gefängnis ermordet!,Dortmund o.J. (Nov. 1974)

20.11.1974:
In der Nr.47 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 13.11.1974, 27.11.1974) berichtet die KPD aus Aachen von Philips.
Q: Rote Fahne Nr.47,Dortmund 20.11.1974

04.12.1974:
In der Nr.49 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 27.11.1974, 11.12.1974) berichtet die KPD aus Aachen von den IGM-Ausschlußverfahren aufgrund der Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) gegen Jugendvertreter von Philips.
Q: Rote Fahne Nr.49,Dortmund 4.12.1974

11.12.1974:
In der Nr.50 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 4.12.1974, 18.12.1974) berichtet die KPD aus Aachen u.a. über die eigene Zelle Philips.
Q: Rote Fahne Nr.50,Dortmund 11.12.1974

03.02.1975:
Die KPD, vermutlich ihr Büro Bielefeld, gibt heute das folgende Flugblatt als 'KPD-Sonderdruck Kalldorf 7' (vgl. 30.1.1975, 5.3.1975) heraus:"... Bevor es jedoch zu größeren Kampfmaßnahmen kommt, die den Konzern wirklich empfindlich genug treffen, müssen noch eine Reihe Fragen geklärt werden: ... - Welche Erfahrungen sind bei selbständigen Streiks bei Ford/Köln, Philips/ Aachen oder Hella/Lippstadt gemacht worden, die ohne gewerkschaftliche Unterstützung im Sommer 1973 stattfanden und wo zumindest wichtige Teilforderungen durchgesetzt wurden - warum weigerte sich die Gewerkschaftsführung, diese Streiks und Werksbesetzungen zu unterstützen?"
Q: KPD-Sonderdruck Kalldorf 7,o.O. o.J. (3.2.1975)

12.02.1975:
In der Nr.6 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 5.2.1975, 19.2.1975) berichtet die KPD aus Aachen u.a. über Philips und Valvo.
Q: Rote Fahne Nr.6,Dortmund 12.2.1975

26.02.1975:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.8 (vgl. 19.2.1975, 5.3.1975) heraus und berichtet aus Aachen aus dem IGM-Bereich über die drei Philipswerke (5 000 Besch.), zu denen noch ein Forschungsinstitut und das Werk Aldenhoven bei Aachen hinzukommt, wobei u.a. auf die Jugendvertretung, das Valvo Bildröhrenwerk und die Glasfabrik Granus (CPK-Bereich) eingegangen wird.
Q: Rote Fahne Nr.8,Köln 26.2.1975

05.03.1975:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.9 (vgl. 26.2.1975, 12.3.1975) heraus und berichtet von Philips Aachen.
Q: Rote Fahne Nr.9,Köln 5.3.1975

17.03.1975:
Bei Philips Aachen finden vermutlich in dieser Woche die Betriebsratswahlen (BRW) statt, bei denen, nach eigenen Angaben, ein auf dem Platz 22 der IGM- Liste stehendes KPD-Mitglied zum Ersatzbetriebsrat gewählt wird.
Q: Rote Fahne Nr.12 und 22,Köln 26.3.1975 bzw. 4.6.1975

28.04.1975:
Bei Philips Aachen wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche ein Ersatzbetriebsrat des Glühlampenwerkes wegen einem Interview mit der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP) der KPD entlassen (vgl. 5.5.1975).
Q: Rote Fahne Nr.18,Dortmund 7.5.1975

30.04.1975:
In Aachen beteiligen sich, laut Kommunistische Gruppe Aachen bzw. AB, ca. 600 an der Demonstration und 1 000 an der Kundgebung des DGB, der gegen die Oppositionellen (u.a. 30 bis 40 Studenten der KPD) nach der Polizei ruft.

Laut KPD beteiligen sich an der heutigen Maidemonstration des DGB u.a. Mitglieder der GEW von Sonderschulen sowie IGM-Mitglieder von Philips/Valvo. Nach einem Polizeiüberfall, bei dem KBW und KPD/ML den Festnahmen Oppositioneller einfach zugesehen hätten, hätten auf einer spontanen Versammlung 150 Personen eine Resolution dagegen nur gegen den Widerstand des KBW beschließen können.
Q: Rote Fahne Nr.18,Dortmund 7.5.1975; Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.60 und 82,München 4.5.1975 bzw. 7.3.1976

05.05.1975:
Vor Philips Aachen will die KPD eine Kundgebung gegen die Entlassung eines Ersatzbetriebsrates aus dem Glühlampenwerk (vgl. 28.4.1975) durchführen.
Q: Rote Fahne Nr.18,Köln 7.5.1975

26.05.1975:
Das KPD-Büro Bielefeld gibt vermutlich in dieser Woche an der Carl Severing Berufsschule das folgende Flugblatt heraus:"... - Sie setzen jetzt schon brutal Polizei gegen streikende Arbeiter wie in Aachen, Köln, Bielefeld u.a. 1973 ein."
Q: KPD-Büro Bielefeld:Wer war Carl Severing?,Bielefeld o.J. (Mai 1975)

26.05.1975:
Die KPD, Büro Bielefeld, gibt vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt heraus:"... Und wo stand denn die Polizei 1973? Sie stand vor den Fabriktoren bei ... Philips in Aachen, um die streikenden Arbeiter niederzuknüppeln, Hunde auf sie zu hetzen und damit die Wahrung der Interessen der Kapitalisten durchzusetzen."
Q: KPD-Büro Bielefeld:Wen schützt die Polizei?,Bielefeld o.J. (Mai 1975)

02.06.1975:
Die KPD, Büro Bielfeld, gibt in dieser Woche das folgende Flugblatt heraus:"... Der Einsatz der SPD-Polizei gegen streikende Arbeiter 1973 in Aachen, Köln, Lippstadt und Bielefeld und jetzt wieder gegen die Dynamit-Nobelarbeiter in Nürnberg (CPK-Bereich - vgl. 13.5.1975,d.Vf.) ist eines Severings würdig!"
Q: KPD-Büro Bielefeld:Severing - Arbeitermörder!,Bielefeld o.J. (Juni 1975)

23.07.1975:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.29 (vgl. 16.7.1975, 30.7.1975) heraus. Aus Aachen wird u.a. berichtet aus der IGM Verwaltungsstelle, von Valvo, dem Philips Glühlampenwerk und der Jugendvertretung bei Philips.
Q: Rote Fahne Nr.29,Köln 23.7.1975

15.09.1975:
Die Zelle Opel Bochum der KPD gibt vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe ihrer 'Betriebszeitung' (vgl. **.**.197*, **.**.197*) mit zwei Seiten DIN A 5 unter Verantwortung von Thomas Luczak in Dortmund mit einem Aufruf zum 19.9.1975 heraus:"
VERANSTALTUNG ... Wie kämpfen wir für höhere Löhne? Dazu wird auf unserer Veranstaltung sprechen der damalige Vertrauensmann von Valvo Aachen, Martin Thomas, der bei den Streiks 1973 in der Streikleitung arbeitete und die Streiks ohne die Gewerkschaftsführung leitete. Er ist in der Zwischenzeit aus der Gewerkschaft geflogen (UVB,d.Vf.)."
Q: KPD-Zelle Opel:Betriebszeitung,Bochum o.J. (Sept. 1975)

11.01.1976:
Der AB gibt die Nr.78 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 14.12.1975, 25.1.1976) heraus. Aus Aachen wird u.a. berichtet von Valvo.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.78,München 11.1.1976

22.09.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.38 (vgl. 15.9.1976, 29.9.1976) heraus, Es werden auch die Kandidaten zu den Bundestagswahlen, wo die KPD per Landesliste und direkt in Bremen-West und Bremen-Nord/Bremerhaven kandidiert, vorgestellt.
Martin Thomas kandidiert in Bremen-West. Er schloß sich 1970 in Berlin der KPD an und wurde aus der IGM ausgeschlossen (später: UVB), ging 1972 nach NRW zu Philips Aachen und wurde dann im Juni 1974 Vorsitzender der Ortsleitung (OL) Bremen.
Q: Rote Fahne Nr.38,Köln 22.9.1976

29.09.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.39 (vgl. 20.9.1976, 6.10.1976) heraus.
Vorgestellt werden die eigenen Bundestagswahl-KandidatInnen.
Hans Dieter Schaffrath auf Platz 1 der Landesliste Niedersachsen ist Büromaschinenmechaniker. Ab Mitte 1970 war er Sympathisant, ab 1971 Mitglied der KPD und arbeitete in NRW bei Philips Aachen (IGM-Bereich). 1975 wurde er Mitglied des Regionalkomitees (RK) NRW, seit Anfang 1976 ist er in Niedersachsen tätig.
Es wird auch berichtet aus Aachen von Philips, u.a. über die Bildschirmproduktion bei Valvo und die automatische Presserei, die Packerei.
Q: Rote Fahne Nr.39,Köln 29.9.1976

14.11.1976:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.100 (vgl. 31.10.1976, 28.11.1976) heraus. Es berichtet die Sympathisantengruppe Aachen u.a. von Valvo.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.100,München 14.11.1976

Letzte Änderungen: 12.8.2009

Valid HTML 4.01!   Valid CSS!


[ Zum Seitenanfang ]   [ Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO ]