Bonn:
Bundesweite Vietnamdemonstration am 14. Januar 1973

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Hier wird lediglich eine einzige Aktion von unzähligen der bundesdeutschen und Westberliner Vietnamsolidaritätsbewegung geschildert.

Unmittelbarer Anlass war die in der Woche vor Weihnachten durch die USA begonnene Bombardierung ziviler Ziele in Nordvietnam. Es verwundert wenig, dass sich dagegen vielgestaltiger Protest regte, wie durch uns ansatzweise an anderer Stelle dokumentiert.

An einer zentralen Zusammenfassung der Proteste auf der Ebene aller westlichen Beatzungszonen versucht sich zuerst die Kommunistische Gruppe (Neues Rotes Forum) Mannheim / Heidelberg (vgl. 1.1.1973), der dabei letztendlich nicht nur die Mobilisierung von vielen tausend Menschen, sondern auch die Zusammenfassung eines außerordentlich breiten politischen Spektrums gelingt, sonder auch die Erschütterung zahlreicher politischer Vorurteile, die Vereinigung zahlreicher Flügel örtlicher Fronten des Klassenkampfes. In einer Nacht- und Nebelaktion über den Jahreswechsel, wo zahlreiche Leute sich noch in Urlauben ergehen, konnten so immerhin einige Zehntausende für eine bundesweite Solidaritätsaktion auf die Beine gebracht werden.

Ich halte diese so zentristische wie notwendige, so bundesweit zentrale wie international bedeutende Solidaritätsaktion mit dem vietnamesischen Volk deshalb, neben der Hochschulrahmengesetzaktionseinheit (HRG-AE 1971), der Aktionseinheit zur Metalltarifrunde 1971 (MTR-AE 1971) und der Ausländergesetz-AE 1972 sowie natürlich der wirklich ausführlichen Auseinandersetzung um ein Programm einer zukünftigen Kommunistischen Partei, wie sie im Bremer Kommuniqué (BK – vgl. 28.5.1972) dokumentiert, aber vor allem in zahllosen Zeitungen und Zirkularen zelebriert wurde, auch für eine der entscheidenden Stationen beim Zusammenschluss zahlreicher örtlicher Zirkel zum KBW, dem höchstwahrscheinlich stärksten maoistischen Organisationsversuch.

Wir von unserer neunten Jahrgangsstufe der Oberschule, die damals noch zu jung für Auswärtsfahrten, aber trotzdem wohl aktivste Klassen- bzw. Stufenzelle der Sozialistischen Schülerfront an unserer Schule waren, hatten sicherlich bereits ca. 400 der arg gut haftenden, aber wirklich schlecht wahrnehmbaren, weil mit Gelb, Rot und Schwarz farblich eher schlicht gehaltenen Aufkleber für diese Demonstration verklebt, als der erste Genosse erwischt wurde und die komplett versammelte, halbwegs zuständige Lehrerschaft bei den folgenden Kontrollen in meiner Schultasche schließlich noch einige hundert weitere fand. Dass sich, um Schulstrafen vorzubeugen, alle SchülerInnen der Klasse an der Entfernung der alten Aufrufe, und am nächsten Schultag an die hundert Leute an der Neubeklebung des örtlichen Gymnasiums beteiligten, ist nur eine insignifikante persönliche Erinnerung, die allein die breite Verurteilung des amerikanischen Vietnamkrieges bzw. die eventuell persönlich motivierte Solidarität zahlreicher braver BundesbürgerInnen mit dessen GegnerInnen illustrieren könnte, ohne dass von unserer Hamburger Schule Teilnehmer in Bonn zu vermelden gewesen wären. Es wurden trotzdem endlos viele Demonstranten, wobei die normalen Schätzungen zwischen 20 000 und 30 000 Menschen liegen.

Inwiefern sich die IAK bzw. ihre Junge Garde beteiligt, bleibt unklar (vgl. Jan. 1973), da deren Stärke traditionell eher in der Beharrlichkeit als in der Aktualität liegt. Die KJO Spartacus ist da etwas sportlicher (vgl. Jan. 1973) bzw. liegt der Erscheinungsrhythmus ihres Zentralorgans eventuell einfach günstiger für die doch eher kurzfristig angesagte Großdemonstration, andere trotzkistische Gruppierungen aber nahmen ebenso teil wie alle möglichen sonstigen Formationen aus dem linken und linksliberalen Lager, wobei aber mit der Initiative Internationale Vietnamsolidarität (IIVS), vermutlich aufgrund der Mitarbeit der DKP und ihrer Freunde, keine Einheit erzielt werden konnte, so dass diese dann schnell ebenfalls zu einer eigenen bundesweiten Vietnamdemonstration in Dortmund am 20. Januar 1973 aufrief.

Weitere Einzelheiten sind den folgenden Datensätzen zu entnehmen.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Januar 1973:
Die Nr.16 der 'Jungen Garde' (vgl. Nov. 1972, Apr. 1973) kommt angesichts des Themas Vietnam lediglich auf die Demonstration am 20.1. in Dortmund zu sprechen, während die Bonner Demonstration am 14.1. nicht erwähnt wird.
Quelle: Junge Garde Nr.16,Bochum Jan. 1973

Januar 1973:
Die KJO Spartacus gibt die Nr.34 ihres 'Spartacus' (vgl. Dez. 1972, Feb. 1973) heraus, die zur Vietnamdemonstration in Bonn aufruft.
Q: Spartacus Nr.34,Berlin Jan. 1973

01.01.1973:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg ruft, laut KB, in einem Schreiben an eine große Zahl "von gewerkschaftlichen, demokratischen, sozialistischen und kommunistischen Organisationen und Körperschaften im gesamten Bundesgebiet" auf, an einer zentralen Vietnam-Demonstration in Bonn am 14.1. teilzunehmen. Zu einem Treffen wird am 7.1. eingeladen.

An der zentralen Bonner Demonstration (vgl. 14.1.1973) nimmt ein großer Teil der westdeutschen Linken teil. Der KB aber beteiligt sich nicht an der Demonstration (vgl. 6.1.1973).

Der KB Bremen unterstützt die Demonstration der letztlich 178 Gruppen und Organisationen und schildert die Vorbereitung so:
Bereits Anfang des Jahres ergriffen einige dieser Gruppen die Initiative für diese Demonstration "und veröffentlichten und verschickten einen Aufruf an alle Organisationen und Personen, von denen man eine Unterstützung dieses Planes erwarten konnte, mit der Aufforderung, eine Aktionseinheit zu bilden, deren gemeinsame politische Grundlage der Inhalt und die Forderungen des 9-Punkte-Abkommens bilden und deren Stoß sich gegen den US-Imperialismus richten sollte …

Der Aufruf wurde auch an die 'Initiative Internationale Vietnam-Solidarität (IIVS) geschickt. … Der Exekutivausschuß erklärte, daß er den Aufruf für politisch richtig halte, lehnte aber jede Diskussion über eine gemeinsame Demonstration ab. In den Tagen darauf beschloß er, am 20. 1. in einer Stadt im Ruhrgebiet eine eigene Demonstration durchzuführen."
Q: Wahrheit Nr.1,Bremen Jan.1973,S.3; Unser Weg Nr.18,Hamburg 1973,S.23f

03.01.1973:
Laut dem Organisationsausschuß der Aktionseinheit für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn führen die Organisationen, die den Aufruf zur Bildung dieser Aktionseinheit erließen (vgl. 1.1.1973, 7.1.1973) ein erstes Treffen mit dem Exekutivausschuß der Initiative Internationale Vietnamsolidarität (IIVS) durch, wo dieser seine Teilnahme ablehnt.
Q: Organisationsausschuß der Aktionseinheit für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn:Erklärung des Organisationskomitees für eine Vietnam- Demonstration am 14.1.1973 in Bonn,Dortmund o.J. (Jan. 1973),S.1

03.01.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 1 (vgl. 20.12.1972, 10.1.1973) heraus mit dem Leitartikel "Die USA-Banditen weiter isolieren! Große Erfolge der Vietnamesen im Luftkrieg! Weltweite Verurteilung der Terrorangriffe! Nixon zur Wiederaufnahme der Verhandlungen gezwungen!", der aufruft zur Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973.
Quelle: Rote Fahne Nr. 1, Dortmund 3.1.1973, S. 1

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03.01.1973:
In Berlin erscheint vermutlich Mitte dieser Woche die Zeitung 'Bambule' Nr. 2 (vgl. 4.12.1972, 26.1.1973).

Angekündigt wird die Vietnamdemonstration in Bonn.
Q: Bambule Nr. 2, Berlin o. J. (1973), S. 10

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04.01.1973:
Heute wird ein "Offener Brief" des Sekretariats der Vietnamkomitees Mannheim Heidelberg und der Kommunistischen Gruppe Neues Rotes Forum Mannheim Heidelberg - KG (NRF) an die IIVS zu deren Ablehnung einer Aktionseinheit für eine bundesweite Vietnamdemonstration am 14.1. in Bonn verfasst.
Q: Theorie und Praxis Nr. 14, Köln Jan. 1973, S. 30f

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04.01.1973:
Der BKA Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf' (vgl. 13.12.1972, 19.1.1973) heraus unter der Überschrift "Entschiedene Solidarität mit dem Kampf des vietnamesischen Volkes!" mit dem Aufruf zur Vietnamdemonstration in Freiburg (vgl. 5.1.1973) und in Bonn am 14.1.1973.
Q: Klassenkampf Entschiedene Solidarität mit dem Kampf des vietnamesischen Volkes!, Freiburg 4.1.1973

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05.01.1973:
Frühestens heute gibt die SAG die Nr.19 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Dez. 1972, Feb. 1973) für Januar heraus. Aufgerufen wird zu den Vietnamdemonstrationen in Bonn (vgl. 14.1.1973) und Frankfurt (vgl. 15.1.1973). Eingegangen wird u.a. auf Vietnam.
Q: Klassenkampf Nr.19,Frankfurt Jan. 1973

05.01.1973:
Über heute liegt uns das folgende, vermutlich von der KG Köln (KGK) verfaßte und auf Köln, 22.1.1973 datierte Papier mit drei Seiten DIN A 4 von einer NRW-Konferenz späterer KBW-Gruppen (vgl. 9.12.1972, 26.1.1973) vor:"
PROTOKOLL - NRW-KONFERENZ ZUR MTR 5.1.1973 DORTMUND

Anwesend: ML Castrop, PL Hamm, Rote Zellen Münster, KG Köln, KB Osnabrück (KBO,d.Vf.), Rote Zellen Dortmund, ML Dortmund

TO:
1. Situation in der MTR, Eisen und Stahl und Metallverarbeitung
2. Zentrale Vietnamdemonstration der Aktionseinheit (vgl. 14.1.1973,d.Vf.)
3. Künftige Konferenzen

2) VIETNAM

Die Solidarität mit dem Kampf des vietnamesischen Volkes erfordert eine möglichst breite Einheitsfront gegen den US-Imperialismus, eine Einheitsfront, die alle fortschrittlichen Kräfte umfaßt, die bereit sind, den Kampf des vietnamesischen Volkes zu unterstützen. Die Differenzen der einzelnen Organisationen müssen dabei soweit wie möglich zurücktreten. Ob dazu auch der Verzicht auf die Parole 'Sieg im Volkskrieg' als Essential der Aktionseinheit gehört oder nicht, bildete den zentralen Diskussionspunkt.

DORTMUND: Die Stoßrichtung der Kampagne muß sein 'Sieg im Volkskrieg'. Auf diese Parole kann nicht verzichtet werden, da damit gleichzeitig auch die Propagierung des Volkskrieges, der Strategie der FNL ausgegeben würde. Das aber bedeutet einen Rückschritt im antiimperialistischen Kampf und fällt hinter den einmal erreichten Stand zurück. Der Verzicht auf die Parole mit der Begründung, daß dadurch die Revis und Reformisten aus der Aktionseinheit herausfallen würden, ist opportunistisch. Sollte aber diese Parole nicht in der Plattform der Aktionseinheit auftauchen, muß den beteiligten Organisationen die Möglichkeit der eigenen Propaganda des Charakters des Volkskrieges möglich sein, auch innerhalb der Aktionseinheit.

KÖLN: Ziel der Aktionseinheit ist eine breite Unterstützung des Kampfes des vietnamesischen Volkes. Wir halten die inhaltlich richtige Parole 'Sieg im Volkskrieg' nicht deshalb für kein Essential einer AE, weil wir sie für falsch halten - im Gegenteil: diese Parole faßt korrekt die Strategie der FNL zusammen und beinhaltet die militärische, politische und diplomatische Seite des Kampfes. Wir sind aber der Ansicht, daß die Grundlage für die breite Solidaritätsbewegung nicht unbedingt die Übereinstimmung mit der STRATEGIE der FNL sein muß, sondern sich festmachen kann an den konkreten Kampfzielen, die von der Befreiungsbewegung in der jetzigen Etappe ihres Kampfes aufgestellt werden.

Über diese Kontroverse wurde keine Einigung erzielt. Die Entscheidung muß auf der Konferenz der Aktionseinheit fallen."
Q: N.N. (KG Köln):Protokoll NRW-Konferenz zur MTR 5.1.1973 Dortmund,Köln 22.1.1973

05.01.1973:
Heute wird ein zweiter "Offener Brief" des Sekretariats der Vietnamkomitees Mannheim Heidelberg und der Kommunistischen Gruppe Neues Rotes Forum Mannheim Heidelberg - KG (NRF) an die IIVS zur Vorbereitungskonferenz am 7.1.1973 für eine bundesweite Vietnamdemonstration am 14.1. in Bonn verfasst.
Q: Theorie und Praxis Nr. 14, Köln Jan. 1973, S. 31f

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07.01.1973:
Die Landesverbandskonferenz (LVK) der Studentenschaft Bayerns (SB) spricht sich, laut AStA der LMU München, für die Vietnamdemonstration in München am 10.1.1973 u.a. mit den Parolen 'Sieg im Volkskrieg' und 'Freies Vietnam ? Rotes Vietnam' aus.
Q: Münchner Studentenzeitung Nr.1,München 17.1.1973

07.01.1973:
In Dortmund findet eine Sitzung vermutlich der Sympathisantengruppe des KOV der KPD (vgl. 9.1.1973) statt. Der einzige Tagesordnungspunkt ist die Vietnam-Kampagne (VK):"
ALLGEMEIN:

Daß die VK jetzt mit größtmöglicher Intensität geführt werden muß, erklärt sich vor allem aus der Sabotierung des 9-Punkte-Abkommens und der schließlichen Wiederaufnahme des Bombenterrors durch die USA-Imperialisten. Seit der Wiederaufnahme des Bombenterrors ist der Vietnam-Krieg in eine entscheidende Phase getreten.

Sogar die bürgerliche Presse (z.B. der 'Spiegel') und auch bürgerliche Regierungen (z.B. Schweden) mußten diesen Terror verurteilen.

Mitglieder der PRR und der DRV haben zur internationalen Solidarität aufgerufen (siehe z.B. RF Nr.1, RPK Nr.190/91 u.a.m. (vgl. 3.1.1973,d.Vf.)).

Das Nationale Vietnam-Komitee (NVK der KPD,d.Vf.) rief daher zu einer verstärkten VK auf, um das vietnamesische Volk gerade jetzt politisch und auch materiell zu unterstützen. Verhandlungen über Aktionseinheit werden mit verschiedenen Zirkeln geführt (Der Termin für die Demo in Bonn am 14.1. (vom 'Neuen Roten Forum' initiiert) ist noch unklar (Verhandlungen laufen).
(Die Vietnam-Solidaritätsdemonstration in Dortmund findet nicht am 21., sondern am 20.1. statt!)"
Q: N.N.:Protokoll der Sitzung vom 7.1.1973,Dortmund o.J. (Jan. 1973)

07.01.1973:
In Bonn treffen sich Vertreter der Aktionseinheit für eine gemeinsame Vietnamdemonstration und beschließen, eine "zentrale Vietnam-Demonstration zu veranstalten" (vgl. 1.1.1973, 14.1.1973). Sie soll unter den Hauptlosungen durchgeführt werden:"
Sofortiger Bombenstopp und Einstellung aller Aggressionshandlungen der USA in ganz Indochina! Sofortige Unterzeichnung und Erfüllung des Neun-Punkte-Abkommens! Schluß mit der Liquidierung der politischen Gefangenen und jeglicher Opposition in Südvietnam durch das Thieu-Regime!"

Laut KPD hatte die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Initiative dazu ergriffen. Laut KPD wurden auf ihren Antrag hin die Revisionisten von der Aktionseinheit ausgeschlossen. Die NRF-Gruppe habe sich trotzdem um die DKP bemüht und sei aber auf Ablehnung gestoßen.

Über dieses Treffen berichtet auch die, vermutlich ab morgen verbreitete:"
Erklärung des Organisationskomitees für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn

Mehrere Organisationen und Vietnamkomitees in ganz Westdeutschland haben den Vorschlag gemacht, am 14. Januar in Bonn eine zentrale Vietnamdemonstration für die Unterzeichnung des 9-Punkte-Abkommens durchzuführen. Diese Demonstration soll alle Kräfte zusammenfassen, die bisher Aktivitäten gegen die US-Aggression in Vietnam unternommen und unterstützt haben. Der Aufruf für diese Demonstration wurde bisher von zahlreichen Organisationen und Persönlichkeiten unterzeichnet. Er richtet sich direkt gegen die US-Aggression und deren Verbündete. Er unterstützt die Forderungen des vietnamesischen Volkes mit den Hauptlosungen:

SOFORTIGER BOMBENSTOP UND EINSTELLUNG ALLER AGGRESSIONSHANDLUNGEN DER USA IN GANZ INDOCHINA!

SOFORTIGE UNTERZEICHNUNG UND ERFÜLLUNG DES 9-PUNKT ABKOMMENS!

SCHLUSS MIT DER LIQUIDIERUNG DER POLITISCHEN GEFANGENEN UND JEGLICHER OPPOSITION IN SÜDVIETNAM DURCH DAS THIEU-REGIME!

SCHLUSS MIT DER UNTERSTÜTZUNG DES US-KRIEGES IN VIETNAM DURCH DIE BUNDESREGIERUNG!

Eine einheitliche, machtvolle Demonstration aller Kräfte, die gegen die US-Aggression Stellung nehmen, ist gerade zum jetzigen Zeitpunkt eine dringende Notwendigkeit. Obwohl das bereits ausgehandelte 9-Punkte-Abkommen vorliegt, versucht die US-Regierung weiterhin, mit allen Mitteln des Völkermords das vietnamesische Volk zu unterwerfen und einen gerechten Frieden, der Freiheit und nationale Unabhängigkeit für das vietnamesische Volk garantiert, zu verhindern. Bis zum 20.1., dem Beginn der neuen Amtsperiode Nixons, hat Nixon selber neue Entscheidungen angekündigt. Um in dieser entscheidenden Etappe des Kampfes des vietnamesischen Volkes an der politischen, militärischen und an der diplomatischen Front die Unterstützung der Solidaritätsbewegung zur Geltung zu bringen, müssen alle demokratischen und antiimperialistischen Kräfte noch vor dem 20.1. in einer Demonstration im nationalen Maßstab konzentriert werden, und zwar in Bonn, dem Sitz der Bundesregierung, die zur Aufgabe der Unterstützung der US-Aggression in Indochina gezwungen werden muß, in Bonn, wo die Anwesenheit ausländischer Vertretungen und der in- und ausländischen Presse die größtmögliche Wirkung gewährleistet.

Nachdem dieser Aufruf veröffentlicht und an mehr als 150 Organisationen, Gruppen und Komitees verschickt und von vielen schon unterzeichnet worden war, hat die 'Initiative Internationale Vietnamsolidarität' (IIVS) durch ihren Exekutivausschuß (in dem die Bundesvorstände der SDAJ (der DKP, d.Vf.), der Jungsozialisten (Jusos der SPD, d.Vf.), der Jungdemokraten (Judos der FDP, d.Vf.) und die Kampagne für Demokratie und Abrüstung (KfDA, d.Vf.) vertreten sind) trotz Kenntnis der auch an sie gerichteten Einladung selbst zu einer zentralen Aktion im Ruhrgebiet am 20.1. aufgerufen. Am 3.1.1973 bei einem ersten Treffen von Vertretern der Organisationen, die den Aufruf initiiert hatten und dem Exekutivausschuß der IIVS, als der Termin für den 20.1. für ihn noch gar nicht feststand, lehnte dieser eine Teilnahme an der nationalen Demonstration am 14.1. in Bonn ohne vorherige Verhandlungen ab und war auch nicht zu weiteren Verhandlungen bereit oder in der Lage. Bei der Vorbereitungskonferenz am 7.1. für die Demonstration in Bonn erschien ein Vertreter der IIVS, wie er selbst erklärte, ohne ein Mandat für Verhandlungen und verkündete lediglich den Beschluß, daß am 20.1. im Ruhrgebiet eine Demonstration der IIVS stattfinden würde. Der Vertreter der IIVS nannte nur das Datum und als Ort das Ruhrgebiet für die eigene Demonstration und war nicht in der Lage, überhaupt einen Aufruf vorzulegen, den man hätte diskutieren können. Inhaltliche politische Einwände gegen die vorgelegte Plattform haben die Mitglieder der IIVS nie vorgebracht, sondern sie erklärten ausdrücklich, daß dieser Aufruf eine geeignete Grundlage für eine gemeinsame Demonstration sei.

Obwohl wichtige politische Gründe für die Durchführung einer nationalen Demonstration in Bonn am 14.1. sprechen, erklärten wir uns bereit, zugunsten einer breiten Aktionseinheit Ort und Zeit der Demonstration zur Diskussion zu stellen und beim Zustandekommen dieser Aktionseinheit uns auch am 20.Januar im Ruhrgebiet an einer Demonstration zu beteiligen.

Auf Seiten der IIVS bestand von vornherein keine Bereitschaft zu Verhandlungen über solch eine Aktionseinheit. Sie propagierte lediglich ihren spalterischen Vorschlag, versuchte die anwesenden Organisationen in erpresserischer Weise zur Aufgabe ihrer Initiative zur Aktionseinheit zu bewegen, während sie gleichzeitig zu keinerlei verbindlichen Absprachen über eine gemeinsame einheitliche Demonstration bereit war. Nach telefonischer Rücksprache zwischen den Exekutivausschußmitgliedern bestand der Exekutivausschuß aufgrund eines Vetos eines Mitgliedes darauf, die Demonstrtation am 20.1. im Ruhrgebiet ausdrücklich als Veranstaltung allein der IIVS zu kennzeichnen.

Damit war unser Versuch, auf der Grundlage des Kampfes und des Protests gegen die US-Aggressoren und ihre Unterstützung durch die Bundesregierung und auf der Grundlage der Forderungen des vietnamesischen Volkes eine breite solidarische Aktionseinheit herzustellen, an der spalterischen und sektiererischen Haltung der IIVS und der in ihrem Exekutivausschuß mit den Bundesvorständen vertretenen Organisationen gescheitert. Diese Organisationen erklärten kategorisch, mit einigen Organisationen, die den Aufruf für den 14.1. unterzeichnet haben, auf keinen Fall gemeinsam an der Aktion teilnehmen zu wollen. Gerade weil diese Organisationen nicht näher bezeichnet wurden, richtet sich dieser Beschluß ganz klar gegen teilnehmende kommunistische Organisationen und Gruppen. Die Durchsetzung der Anti-Kommunismus-Beschlüsse von SPD und DKP in Solidaritätsaktionen für den Kampf des vietnamesischen Volkes zerstört jede Aktionseinheit und schadet damit dem Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes selber, an dem die vietnamesischen Kommunisten an hervorragender Stelle teilnehmen. Es kommt also darauf an, alle Organisationen, die an Aktionen gegen den US-Krieg sich beteiligen wollen, auf gemeinsamer politischer Grundlage für die Aktionseinheit sich zusammenschließen und niemanden von vornherein auszuschließen. Der Exekutivausschuß der IIVS hat mit seinem Vorgehen auch die Spaltung lokaler Vietnam-Komitees provoziert, die sich bereits für eine einheitliche, zentrale Demonstration auf der Basis des von uns vorgelegten Aufrufes ausgesprochen hatten.

Wir erklären ausdrücklich: Die IIVS hat eine bestimmte politische, in ihrem Kern antidemokratische Haltung einiger ihrer Mitglieder über die Solidarität mit dem vietnamesischen Volk gestellt und damit das Zustandekommen einer breiten Aktionseinheit bewußt verhindert, die gerade in der gegenwärtigen Etappe den Kampf des vietnamesischen Volkes am besten unterstützen kann.

Einen weiteren Spaltungsversuch unternahm die Gruppe Rote Fahne/Westberlin (KPD), die den Bedingungen des Aufrufes, den Hauptschlag gegen den US-Aggressor und seine direkten Verbündeten zu richten, nicht zustimmen wollte und so auch den Aufruf nicht unterzeichnete.

Die Organisationen der Aktionseinheit für eine Vietnamdemonstration zur Durchsetzung des 9-Punkte-Abkommens am 14.1. in Bonn halten an ihrer Politik der Aktionseinheit und der solidarischen Unterstützung des Kampfes des vietnamesischen Volkes um Unabhängigkeit und Freiheit fest. Sie verurteilen alle sektiererischen und schädlichen Spaltungsversuche. Sie fordern alle Demokraten und antiimperialistischen Menschen auf, an der großen zentralen Demonstration am 14.1. in Bonn teilzunehmen und gegen den Aggressionskrieg des US-Imperialismus in Indochina zu protestieren und die sofortige Unterzeichnung und Durchführung des 9-Punkte-Abkommens zu verlangen.

Organisationsausschuß der Aktionseinheit."

Veröffentlicht wird diese Erklärung u.a. in:
- NRW in Dortmund (vgl. 8.1.1973) und Köln (vgl. 15.1.1973).

Berichtet wird von den Verhandlungen auch durch den Projektbereich Gesamthochschule (PGH) Dortmund (vgl. 10.1.1973).
Q: PGH: Alle zur nationalen Vietnamdemonstration nach Bonn am 14. Januar 1973, 12 Uhr. Vorwärts in der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk! Nieder mit dem US-Imperialismus, Dortmund 10.1.1973; Rote Fahne Nr. 2, Dortmund 10.1.1973;Theorie und Praxis Nr. 14, Köln Jan. 1973, S. 33f;Wahrheit Nr. 1, Bremen Jan. 1973, S. 3;Organisationsausschuß der Aktionseinheit für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn: Erklärung des Organisationskomitees für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn, Dortmund o.J. (Jan. 1973), S. 1f

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08.01.1973:
In Regensburg gibt die Stadtteilgruppe der SBG Regensburg der ABG vermutlich Anfang dieser Woche die Nr.3 ihrer Stadtteilzeitung 'Der Konradsiedler' (vgl. 11.12.1972, 12.2.1973) heraus. Aufgerufen wird zu Vietnamdemonstrationen in Regensburg (vgl. 11.1.1973) und Bonn (vgl. 14.1.1973).
Q: Der Konradsiedler Nr.3,Regensburg Jan. 1973,S.6

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08.01.1973:
Vermutlich in dieser Woche geben die Sozialistischen Schülergruppen (SSG) NRW, laut und mit der Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Herne (Gymnasien), ein 'Vietnam Info', vermutlich zur Mobilisierung für die Demonstration in Bonn (vgl. 14.1.1973) heraus.
Q: Herner Schülerpresse Nr.1,Herne 1973

08.01.1973:
Die Vietnamausschüsse (VA) Dortmund des NVK der KPD geben vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von G. Nau, Dortmund, Saarbrückerstr.36 heraus:"
SOFORTIGE UNTERZEICHNUNG DES 9-PUNKTEABKOMMENS DURCH DIE USA-REGIERUNG

Nachdem die USA-Regierung die Pariser Friedensverhandlungen durch über 200 unannehmbare Forderungen sprengte, versuchte der Kriegsverbrecher Nixon die vietnamesische Verhandlungsdelegation 'an den Verhandlungstisch zurückzubomben', wie er selbst sagte. Damit wollte er die Demokratische Republik Vietnam und die Provisorische Revolutionäre Regierung Südvietnams kompromißbereit machen und Forderungen wie den Verzicht auf die Wiedervereinigung Vietnams durchsetzen. Die beiden Regierungen gingen aber auf Nixons 'Sonderwünsche' nicht ein, da das vietnamesische Volk die Wiedervereinigung seines Landes nicht aufgeben kann.

Unter diesen brutalen Bombariderungen hatte ausschließlich die Bevölkerung zu leiden. 1 319 Menschen wurden getötet, ebensoviele verletzt. Die Städte Nordvietnams existieren praktisch nicht mehr, die Krankenhäuser und Schulen sind zerstört.

Allen diesen brutalen und unmenschlichen Bombardierungen zum Trotz wächst die Entschlossenheit des vietnamesischen Volkes, solange zu kämpfen bis kein einziger US-Soldat oder Zivilberater mehr in Vietnam ist. Die heroische Luftabwehr der DRV hat seit Dezember ca. 60 Piratenflugzeuge abgeschossen, davon allein 34 B-52-Bomber!

Ein Mitglied der Botschaft der Demokratischen Republik Vietnam in Ostberlin faßte auf einer Solidaritätsveranstaltung der Vietnamausschüsse Westberlins (vgl. S1.**.1972,d.Vf.) den Willen des vietnamesischen Volkes folgendermaßen zusammen:
'Der USA-Imperialismus wird die Liebe zur Freiheit des vietnamesischen Volkes nicht ersticken. Lieber stehend sterben, als knieend leben - lieber für die Uanbhängigkeit und Freiheit des Vaterlandes sterben, als in der Sklaverei leben.' und weiter: 'In unserem Volk herrscht die Sehnsucht nach Frieden, aber nicht nach einem Frieden der amerikanischen Art, sondern nach einem echten Frieden. Das ist der Frieden der Freiheit und Unabhängigkeit. Solange der USA-Imperialismus auf seine Aggression nicht verzichtet, wird das vietnamesische Volk weiterkämpfen, bis es seine Freiheit errungen hat.'

In der ganzen Welt wuchs und wächst die Solidarität mit dem vietnamesischen Volke. Die Hafenarbeiter von Australien und Genua (in Italien,d.Vf.) weigern sich solange amerikanische Schiffe auszuladen, bis Nixon ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet hat. Diese Solidarität hat gesiegt, vorläufig sind die Bombenangriffe eingestellt!

Gerade die letzten grausamen Bombardierungen der US-Luftwaffe haben immer mehr Menschen den wahren Charakter des Krieges in Vietnam vor Augen geführt: Aggression von seiten der Nixon-Regierung - Wille nach Unabhängigkeit und Freiheit auf seiten des vietnamesischen Volkes.

Angesichts dieser Tatsache wird immer klarer, daß Friedenskanzler Brandt sich eindeutig auf die Seite der USA-Verbrechen stellt. Jede Bekräftigung der 'Friedenspolitik' von dem Parteivorstand der SPD wird zur Bekräftigung des Friedens der Machart Nixon und Thieu, wenn Staatsminister Bahr vor seinem Amerikaflug sagt: 'Mit Freunden redet man offen, aber nicht öffentlich!' Die Unterstützung der US-Aggression in Worten läßt der von der SPD geführte Staatsapparat auch Taten folgen: Überall, wo in letzter Zeit gegen die Bombenangriffe demonstriert wurde, versuchte die Polizei durch überfallartigen Einsatz die Demonstranten auseinanderzujagen, so z.B. in Bonn (vgl. 19.12.1972,d.Vf.), Köln (vgl. 20.12.1972,d.Vf.) und Dortmund (vgl. 20.12.1972,d.Vf.). Die SPD-Polizei wurde zum Helfershelfer der USA-Imperialisten!

Aber viele Menschen, die den Bombenterror verabscheuen und denen klar geworden ist, daß das vietnamesische Volk einen gerechten Krieg führt, fragen sich: Wie können wir die Vietnamesen unterstüten - Vietnam ist weit?

Neben der moralischen und materiellen Hilfe durch Demonstrationen und Geldsammlungen können wir in der BRD das vietnamesische Volk ganz konkret unterstützen, indem wir folgende Forderungen der Provisorischen Revolutionären Regierung und der Demokratischen Republik Vietnams erkämpfen:
UNGEHINDERTE EINREISE DER VERTRETER DER PRR UND DRV IN DIE BRD!
SOFORTIGE ANERKENNUNG DER DRV!
SOFORTIGE ANERKENNUNG DER PRR!
WEG MIT DER THIEU-BOTSCHAFT IN BONN!
ZULASSUNG VON INFORMATIONSBÜROS DER PRR!

Diese Forderungen legen klar, daß die PRR und die DRV die einzig legitimen Vertreter des vietnamesischen Volkes sind, die Thieu-Clique eine vom USA-Imperialismus an der Macht gehaltene Marionette ist.

Mit diesen Forderungen führen die Dortmunder Vietnamausschüsse eine Kampagne zur Unterstützung des vietnamesischen Volkes durch, deren Abschluß eine Demonstration am 18. Januar sein wird, dem Tag der Amtseinführung von Nixon. Mit Geldsammlungen für den Wiederaufbau von Hanoi und Haiphong, mit Unterschriftensammlungen für die sofortige Unterzeichnung des 9-Punkte-Abkommens bei Hausbesuchen, in Kneipen, auf der Straße, bei größeren kulturellen Veranstaltungen wollen die Vietnamausschüsse Dortmunds die Front aller derjenigen Menschen erweitern, die sich auf die Seite des vietnamesischen Volkes stellen und seinen gerechten Krieg unterstützen wollen.

Für alle, die sich beteiligen wollen, haben die Vietnamausschüsse eine tägliche Kontaktadresse eingerichtet. Man kann dort mit Mitgliedern der Vietnamausschüsse reden, Informationen über ihre Arbeit erhalten.

KONTAKTADRESSE HAUS PETERS, RHEINISCHE STRASSE 168 AUSSER DI, TGL. VON 17 UHR 30 - 19 UHR 30

Gebt Eure Unterschrift für die sofortige Unterzeichnung des 9-Punkte-Abkommens!
Unterstützt die Geldsammlung für den Wiederaufbau von Hanoi und Haiphong durch eine Spenden!
Kommt zur Demonstration am 18. Januar!

DEMONSTRATION AM 14. JAN. IN BONN
AM 18. JAN. IN DORTMUND
BUSABFAHRT NACH BONN: 9 UHR HAUPTBAHNHOF"
Q: VAs Dortmund:Sofortige Unterzeichnung des 9-Punkteabkommens durch die USA-Regierung,Dortmund o.J. (Jan. 1973)

08.01.1973:
Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund geben vermutlich in dieser Woche ein Extra ihrer 'Roten Front' (gl. 2.1.1973, 13.1.1973) mit zwei Seiten DIN A 3 zur Stahltarifrunde (STR) der IGM (vgl. 5.1.1973) heraus. Aufgerufen wird auch zur bundesweiten Vietnam-Demonstration in Bonn (vgl. 14.1.1973):"
AUFRUF ZUR VIETNAM-DEMONSTRATION IN BONN

In aller Welt hat der Protest gegen den US-Bombenterror gegen das vietnamesische Volk ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Auch in der BRD ist es notwendig, daß sich alle Menschen, die den US-Krieg in Vietnam verurteilen und die berechtigten Forderungen der vietnamesischen Vertreter unterstützen, zusammenschließen. Kollegen, kommt deshalb zur nationalen Vietnamdemonstration in Bonn! Wir organisieren Busse. Ort, Zeit, Datum der Demonstration und eine Veranstaltung, auf der wir über die Demonstration diskutieren, in einem weiteren Flugblatt."
Q: Klassenkampf und Programm Nr.2,Dortmund Feb. 1973,S.60f; Die Rote Front Extra 46 Pfg - Nein!,Dortmund Jan. 1973

08.01.1973:
Für die Vietnam-Komitees in Freiburg und Umgebung, die vom BKA Freiburg unterstützt werden, wird ein "Bericht über die Vorbereitungskonferenz am 7.1. in Bonn für eine nationale Vietnamdemonstration am 14.1. in Bonn" verfasst, der von der nun durch die IIVS vorbreiteten Vietnamdemonstration in Dortmund am 20.1.1973 berichtet.
Q: Vietnamkomitees Freiburg und Umgebung: Bericht über die Vorbereitungskonferenz am 7.1. in Bonn für eine nationale Vietnamdemonstration am 14.1. in Bonn, Freiburg 8.1.1973

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08.01.1973:
Die KSV-Sympathisantengruppe Heidelberg gibt vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Die USA-Banditen weiter isolieren - vorwärts zur Massendemonstration in Bonn am 14.1." heraus, in dem auch von der Verweigerung des Sonderzugs durch die DDR-Reichsbahn berichtet wird.
Q: KSV-Sympathisantengruppe Heidelberg: Die USA-Banditen weitere isolieren - vorwärts zur Massendemonstration in Bonn am 14.1., Heidelberg o. J. (1973)

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08.01.1973:
Vermutlich heute erscheint in Dortmund ein Flugblatt mit der Erklärung des Organisationsausschusses der Aktionseinheit für die Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973 zu den gestrigen Aktionseinheitsverhandlungen (vgl. 7.1.1973). Die Verantwortung für die zwei Seiten DIN A 4 übernimmt Reinhart Wagner von den ML Dortmund. Bekanntgegeben wird der Treffpunkt für den 14.1.1973 um 9 Uhr am Busbahnhof, aufgerufen wird zu einer Vietnamveranstaltung in Dortmund (vgl. 13.1.1973).
Q: Organisationsausschuß der Aktionseinheit für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn:Erklärung des Organisationskomitees für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn,Dortmund o.J. (Jan. 1973)

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09.01.1973:
Zur Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973 rufen, laut einer in Dortmund verbreiteten Liste, bis heute folgende Organisationen auf:
- bundesweit: Nationale Luxemburgische Studentenunion in der BRD (UNEL), Projektbereich Internationalismus im SVI;
- aus Baden-Württemberg: Südwestdeutscher Referendarverband, Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg, Gruppe Arabischer Studenten (GAS) Freiburg, Iranischer Studentenverein (ISV) Freiburg, Kommunistische Hochschulgruppe (KHG) Freiburg, ÖTV-Jugend Freiburg, Sozialistischer Bund (SB) Freiburg, Kommunistischer Jugendbund (KJB) Freiburg/Waldkirch, AStA PH Heidelberg, AStA Uni Heidelberg, Gesellschaft zur Unterstützung der Volkskämpfe (NRF) Heidelberg (GUV/NRF), Kommunistische Hochschulgruppe (NRF) Heidelberg (KHG/NRF), Kommunistischer Arbeiterjugend (NRF) Heidelberg (KAJB/NRF), Kommunistische Schülergruppe (NRF) Heidelberg (KSG/NRF), Kommunistische Gruppe (NRF) Mannheim/Heidelberg (KG/NRF), Sozialistischer Arbeiterjugendbund (SAJB) Neustadt (Titisee), Kommunistische Jugendgruppe (KJG) Öhringen, Kommunistischer Oberschülerbund (KOB) Öhringen, Arbeiter- und Jugendverein (AJV) Waiblingen, Sozialistisches Lehrlings- und Schülerzentrum (SSLZ) Waldkirch, Vietnamkomitee Waldkirch;
- aus Bayern: Arbeiterbasisgruppen (ABG) München;
- aus Berlin: ESG, MLH Pol, Republikanischer Club (RC), Rote Hilfe (RH) Westberlin, Sozialistische Arbeitsgruppe (SAG) PH, Sozialistische Assistentenzelle (SAZ), Vietnamkomitee Westberlin;
- aus Bremen: AStA Hochschule für Gestaltung (HfG) Bremen, AStA der Hochschule für Technik (HfT) Bremen, Ersatzdienstleistende (EDL) im Sozialen Friedensdienst Bremen, ESG Bremen, Kommunistischer Bund Bremen (KBB), Landesjugendring (LJR), Naturfreundejugend (NFJ) Bremen, Sozialistische Gruppe Technik (SGT) Bremen, SHB/SF Bremen, Vietnamkomitee der Universität Bremen;
- aus Hamburg: Sozialistische Studentengruppe (SSG);
- aus Hessen: AStA Uni Frankfurt, Kommunistischer Studentenverband (KSV) Frankfurt, Kommunistische Gruppe (KG) Frankfurt/Offenbach, AStA Uni Gießen, CISNU Iran Gießen, Kommunistische Studentenorganisation (KSO) Gießen, Sozialistische Lehrlingsgruppe (SLG) Wetzlar;
- aus Niedersachsen: CISNU Iran Göttingen, Kommunistische Ersatzdienstleistende (EDL) Göttingen, Kommunistischer Arbeiterjugend (KAJB) Göttingen, KB Göttingen (KBG), Kommunistischer Studentenbund (KSB) Göttingen, Kommunistische Schülerfront (KSF) Göttingen, Sozialistischer Aktionskreis (SAK) Helmstedt, KB Osnabrück, Kommunistischer Arbeiterjugend (KAJB) Osnabrück, Kommunistischer Oberschülerbund (KOB) Osnabrück, Kommunistischer Studentenbund (KSB) Osnabrück, KB Wolfsburg, Kommunistischer Arbeiterjugendbund (KAJB) Wolfsburg, Kommunistischer Schülerbund (KSB) Wolfsburg;
- aus NRW: AStA Uni Bochum (RUB), ESG Bochum, Internationales Ausländerkomitee (IAK) Bochum, Sozialistische Abteilungsgruppen (SAG) Bochum, Schülerkollektiv/ML (SK/ML) Bochum, Sozialistische Schülergruppe (SSG) Bochum, AStA-Auslandsreferat Uni Bonn, Initiative für eine Kommunistische Gruppe (IfeKG) Bonn, Kommunistisches Kollektiv (KK) Bonn, Palästinakomitee Bonn, AStA Fachhochschule (FHS) Architektur Dortmund, KJVD Dortmund der KPD/ML-ZB, Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund, Projektbereich Gesamthochschule (PGH) Dortmund, Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Herne, Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) FOS Herne, IGM Ortsjugendgruppe Herne, Naturfreundejugend (NFJ) Herne, SMV FOS Herne, SMV Mädchengymnasium Herne, SMV Otto Hahn Schule Herne, Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) Herne/Herten, Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Herten, KDV Herten, Kommunistische Gruppe Köln (KGK), Kommunistische Hochschulgruppe (KHG) Köln, Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Mülheim, Initiative zum Aufbau einer Sozialistischen Schülergruppe (IzAeSSG) Münster, Rote Zellen Münster, Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Recklinghausen, Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Velbert, Vietnamkomitee Witten;
- aus Rheinland-Pfalz: Vertrauensleutekörper der IG Druck und Papier (DP) Germersheim;
- aus Schleswig-Holstein: Rote Zellen Kiel, AStA Uni Kiel.

Diese Liste ist durchaus unvollständig, weist aber bezüglich NRW eine größere Reichhaltigkeit als anderswo verbreitete Listen auf.

Neben den Organisationen rufen, laut der selben Quelle, auch folgende 83 Einzelpersonen auf:"
1. Rolf Weinert, Gewerkschaftsfunktionär und Betriebsratsmitglied (BR); 2. Manfred Stehmeier, Vertrauensmann IGM; 3. Dirk Cieslak; Gewerkschaftsfunktionär IGM; 4. J. Brüß, Jugendvertreter und Gewerkschaftsfunktionär IGM; 5. R. Wenz, Gewerkschaftsfunktionär, Druck und Papier (DruPa,d.Vf.) und BR; 6. G. Mrozek, Jugendvertreter (JV); 7. E. Waßmann JV; 10. M. Stille, JV; 11. R. Goltermann, JV; 12. W. Treptow, JV; 13. H. J. Uschmanntat, Gewerkschaftsfunktionär, IGM; 14. K. Zielke, Gewerkschaftsfunktionär, IG Bau (BSE,d.Vf.); 15. H. Lucas, Gewerkschaftsfunktionär ÖTV; 16; I. Moosschlatt, Gewerkschaftsfunktionär, Post (DPG,d.Vf.); 17. S. Wegner, JV; 18. H. Richter; JV und Gewerkschaftsfunktionär IGM; 19. R. Wagner, Betriebsrat; 20. D. Mützelburg, Vorstand GEW Bremen und Personalrat Uni Bremen; 21. K. Bredenkampf, JV; 22. Thomas von der Vring, Rektor der Universität Bremen; 23. H.J. Duda, Schulsprecher BBZ Bremen; 24. H.E. Maier, Berufsschullehrer Bremen; 25. J.J. Koch, CVJM-Sekretär Bremen; 26. R. Burchert, Gerichtsreferendar-Bremen; 27. F. Hübner, Gerichtsreferendar Bremen; 29. D. Dubbert, Kindergartenleiter; 30. Das Politische Buch Bremen; 31. Buchladen Bettina Waßmann, Bremen; 32. Prof. A. Keil, Bremen; 33. Prof. A. Sohn-Rethel, Bremen; 34. Prof. R. Bauer, Bremen; 35. Prof. H. Brenner, Bremen; 36. G. Vetter, Bremen; 37. Prof. U.K. Preuß, Bremen; 38. Prof. Q. Preuß, Bremen; 39. Prof. W. Emmerich, Bremen; 40. Prof. M. Wirth, Bremen; 41. Prof. W. Dahle, Bremen; 42. Dr. H. Dahle, HfSS Bremen; 43. Dr. H. Schulte, Bundesvorstand der DFG/IDK; 44. Sybilla Weber, Geschäftsführerin der Hilfsaktion Vietnam e.V.; 45. Prof. Dr. E. Wulf, Gießen; 46. H.M. Enzensberger, Schriftsteller; 47. Rechtsanwalt (RA) Schily; 48. RA H. Hannover; 49. RA P. Noß; 50. RA Eschen; 51. RA Glozem; 52. RA Koch; 53. RA Plottnitz; 54. RA Riedel; 55. Ernst Bloch; 56. Pastor Dr. Kloppenburg; 57. Dr. Dahle, Ingenieur; 58. Pastor Niemöller; 59. Pastor A. Bertzbach, Bremen; 60. Dr. H. Jantzen, Heidelberg; 61. T. Höppner, Heidelberg; 62. Prof. Dr. H. Feuerstein, Göttingen; 63. Prof. Ernst Priskom, Göttingen; 64. Prof. F. Papagenlou, Göttingen; 65. Dr. W. Großkopf, Göttingen; 66. Prof. M. Köhne, Göttingen; 67. Dr. Ernst Pfeifer, Göttingen; 68. Prof. E. Brückner, Hannover; 69. Dr. Rolf Schwendten, Heidelberg; 70. H. Meyer, Mitglied der ehemaligen Bürgerschaftsfraktion der KPD Bremen; 71. Pastor K. Meyer Dettmann, Bremen; 72. K. Kappes, Bremen; 73. W. Kühlwein, Vorsitzender des RC Viernheim; 74. H. Lecher, BR-Vorsitzender, Heidelberg; 75. S. Schipke BR Heidelberg; 76. J. Dohn, BR-Vorsitzender ÖTV Abteilung Wissenschaft und Forschung (WiFo,d.Vf.), Heidelberg; 77. S. Wenneis BR Vorsitzender Heidelberg; 78. Jö Guski, Gewerkschaftssekretär IGM FB; 79. Küstler Unterbezirkssekretär der Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft (GLF,d.Vf.) Freiburg; 80. Abramzik, Pastor, Domprediger Bremen; 81. Prof. Chr. Marzahn, Bremen; 82. Wagner 95 ff KJA Bremen (?,d.VF.); 83. Dr. Wenz Gewerkschaftsfunktionär Bremen".
Q: N.N.:Aufruf Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn,Dortmund o.J. (Jan. 1973),S.2

09.01.1973:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr.11 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 4.12.1972, 31.1.1972) heraus, die sich vor allem mit der Vorbereitung der Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973 befaßt. Dazu gibt es einen Sonderzug und vorbereitende Veranstaltungen (vgl.
11.1.1973, 12.1.1973). Der Aufruf wird, nach dem derzeitigen Kenntnisstand der KG (NRF), im gewerkschaftlichen Bereich unterstützt vom ÖTV-BJA Baden-Württemberg, einem GEW-Vorstandsmitglied aus Bremen, einem Betriebsrat, dem Betriebsratsvorsitzenden und einem Vertrauensmann am Heidelberger Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, einem Vertrauensmann des Max-Planck-Instituts für Kernphysik, dem ersten Bezirksvorsitzenden der DruPa Pfalz (aus Speyer), dem DruPa-VK Speyer sowie von der IG Leder Jugendgruppe Speyer.

Beteiligen wollen sich auch die ASten der Unis Frankfurt, Freiburg, Heidelberg, Bochum, Kiel, Konstanz und TU Braunschweig, der Musikhochschule Freiburg, der Fachhochschulen Freiburg, Darmstadt, Ulm, Karlsruhe, Ludwigsburg, Heilbronn und Technik Mannheim sowie der PH's Reutlingen, Ludwigsburg und Karlsruhe.
Es rufen auf der SVI Bundesvorstand und dessen Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern und NRW, der Politische Arbeitskreis Schulen Hamburg, der Landesjugendring Bremen, der Südwestdeutsche Referendarverband, der Arbeiter-und Jugendverein Waiblingen, der BKA Freiburg, die CISNU Göttingen, die Kommunistische Jugendgruppe und der Kommunistische Oberschülerbund Öhringen, die KB's Bremen, Braunschweig, Göttingen, Osnabrück und Wolfsburg, die KG's Frankfurt/Offenbach und Mannheim/Heidelberg, die Nationale Luxemburgische Studentenunion in der BRD (UNEL), die Naturfreundejugend Bremen, die Roten Zellen Kiel, die Rote Hilfe Berlin, der RC Berlin, das HoPoKo Heidelberg, die Sozialistische Arbeitsgruppe (SAG) an der PH Berlin, der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt, die Sozialistischen Abteilungsgruppen Bochum, die Sozialistische Assistentenzelle (SAZ) Berlin, eine bisher nicht gegründete Sozialistische Schülergruppe Hamburg, mit der die Sozialistische Studentengruppe und die Sozialistische Schülerfront Hamburg gemeint sind, die ML Dortmund, die Sozialistische Schülergruppe Krefeld, das Sozialistische Schüler- und Lehrlingszentrum Waldkirch, die Sozialistischen Schülergruppen NRW, die ML Hochschulgruppen Berlin, die Sozialistische Arbeitsgemeinschaft (SAG/ML) Worms/Osthofen, die Proletarische Linke (PL) Hamm, die Initiative Kommunistische Gruppe (IKG) Bonn, die Kommunistische Studentenorganisation (KSO) Gießen und die Vietnamkomitees Witten, Aachen und Waldkirch.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.11,Mannheim/Heidelberg Jan. 1973

10.01.1973:
Der Kommunistische Oberschülerbund (KOB) Bremen gibt die Nr.1 seines 'Schulkampf' (vgl. Feb. 1973) heraus, in der er zur Bonner Vietnamdemonstration aufruft (vgl. 14.1.1973).
Q: Schulkampf Nr.1,Bremen 10.1.1973,S.1ff

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10.01.1973:
Der KSB Braunschweig gibt die Nr.7 seiner 'Roten Hochschulzeitung' (vgl. 12.12.1972, 23.1.1973) heraus. Aufgerufen wird zur Vietnamdemonstration in Bonn (vgl. 14.1.1973).
Q: Rote Hochschulzeitung Nr.7,Braunschweig 10.1.1973,S.7

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10.01.1973:
Die SSG Hamburg gibt die Nr.12 ihrer 'Roten Presse' (vgl. 12.12.1972, 15.1.1973) heraus. Der Leitartikel fordert: "Vietnam. Zwingt den US-Imperialismus zur Unterzeichnung des 9-Punkte-Abkommens!" und ruft auf zur bundesweiten Demonstration in Bonn (vgl. 14.1.1973), wobei auch von der Hamburger Vietnamdemonstration (vgl. 6.1.1973) berichtet wird.
Q: Rote Presse Nr.12,Hamburg 10.1.1973,S.1f und 15f

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10.01.1973:
Vermutlich heute erscheint die Nr. 19 der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' - Betriebszeitung der Zelle Westfalenhütte der KPD für die Hoesch-Arbeiter (vgl. 22.11.1972, 12.2.1973).
Auf Seite 3 erscheint der Artikel:"
WILLY BRANDT - WAHRHAFT EIN FRIEDENSKANZLER

Nachdem die USA-Mörder kurz vor Weihnachten barbarische Bombenüberfälle auf die nordvietnamesischen Städte Hanoi und Haiphong starteten, schlug Nixon in der ganzen Welt eine Welle der Empörung entgegen. Nicht nur Massendemonstrationen in vielen Ländern zeigen, daß die USA-Imperialisten sich immer mehr isolieren. Jeder Staat, jede Regierung, jede Persönlichkeit, die immer noch einen Funken Gerechtigkeit und Menschlichkeit ha, brachten ihre Abscheu noch über die neuerliche Eskalation des Bombenterrors öffentlich zum Ausdruck.
Diejenigen, die der sozialdemokratischen Regierung im letzten Jahr ihre Stimme gaben, warten bis heute vergeblich auf eine Äußerung von Willy Brandt:
DER TRÄGER EINES FRIEDENSNOBELPREISES HAT ES OFFENSICHTLICH NICHT NÖTIG, AUCH NUR MIT EINER SILBE AUF DIE SYSTEMATISCHE VERNICHTUNG EINES GANZEN VOLKES EINZUGEHEN.
Ein 'Friedensnobelpreisträger', ein 'Friedenskanzler' kann es sich sogar leisten, auf heftige Angriffe aus seiner eigenen Partei verlauten zu lassen: er wurde schon seine Gründe für sein Schweigen haben. Alle, ganz besonders die sozialdemokratischen Kollegen, diejenigen, die Willy Brandt gewählt haben, weil sie seinen Friedensparolen glauben, müssen dieses Verhalten der sozialdemokratischen Regierung scharf verurteilen.
Sie müssen erkennen: Diese Regierung deckt seine imperialistischen Räuber und Verbrecher. Diese Regierung unterstützt die Aggressionen der USA.

Diese Regierung ist um keinen Deut besser und friedliebender als die kriegslüsterne Nixon-Regierung.
Jede Unterstützung der südvietnamesischen Regierung durch die BRD muß sofort eingestellt werden! Weg mit der Thieu-Botschaft in Bonn! Anerkennung der Demokratischen Republik Vietnam und der Provisorischen Revolutionären Regierung in Südvietnam!"

Gefordert wird:
SOFORTIGE UNTERZEICHNUNG DES 9-PUNKTE-ABKOMMENS DURCH DIE USA-REGIERUNG

Nachdem die USA-Regierung die Pariser Friedensverhandlungen sprengten, versuchte der Kriegsverbrecher Nixon die vietnamesische Verhandlungsdelegation 'an den Verhandlungstisch zurückzubomben', wie er selbst sagte.
Damit wollte der die Provisorische Revolutionäre Regierung Südvietnams kompromißbereit machen und Forderungen wie den Verzicht auf die Wiedervereinigung Vietnams durchzusetzen.
Die beiden Regierungen gingen aber auf Nixons 'Sonderwünsche' nicht ein, da das vietnamesische Volk die Wiedervereinigung seines Landes nicht aufgeben kann.
Unter diesen brutalen Bombardierungen hatte ausschließlich die Bevölkerung zu leiden. 1319 Menschen wurden getötet, ebensoviele verletzt. Die Städte Nordvietnams existieren über der Erde praktisch nicht mehrt, ihre Krankenhäuser und Schulen sind zerstört.
Allen diesen brutalen und unmenschlichen Bombardierungen zum Trotz wächst die Entschlossenheit des vietnamesischen Volkes, solange zu kämpfen bis kein einziger US-Soldat oder Zivilberater mehr in Vietnam ist. Die heroische Luftabwehr der DRV hat seit Dezember ca. 60 Piratenflugzeuge abgeschossen, davon allein 34 B-52-Bomber.
Ein Mitglied der Botschaft der Demokratischen Republik Vietnam in Ostberlin faßte auf einer Solidaritätsveranstaltung der Vietnamausschüsse Westberlins den Willen des vietnamesischen Volkes folgendermaßen zusammen:
'Der USA-Imperialismus wird die Liebe zur Freiheit des vietnamesischen Volkes nicht ersticken. Lieber stehend sterbend, als knieend leben - lieber für die Unabhängigkeit und Freiheit des Vaterlandes sterben, als in der Sklaverei leben.' Und weiter: 'In unserem Volk herrscht die Sehnsucht nach Frieden, aber nicht nach einem Frieden der amerikanischen Art, sondern nach einem echten Frieden. Das ist der Frieden der Freiheit und Unabhängigkeit. Solange der USA-Imperialismus auf seine Aggression nicht verzichtet, wird das vietnamesische Volk weiterkämpfen, bis es seine Freiheit errungen hat.'
In der ganzen Welt wuchs und wächst die Solidarität mit dem vietnamesischen Volk. Die Hafenarbeiter von Australien und Genua weigerten sich, solange amerikanische Kriegsschiffe auszuladen, bis Nixon ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet hat. Diese Solidarität hat gesiegt. Vorläufig sind die Bombenangriffe eingestellt. Gerade die letzten grausamen Bombardierungen der US-Luftwaffe haben immer mehr Menschen den wahren Charakter des Krieges in Vietnam vor Augen geführt: Aggressionen von Seiten der Nixon-Regierung - Wille nach Unabhängigkeit und Freiheit auf Seiten des vietnamesischen Volkes.
Angesichts dieser Tatsache wird immer klarer, daß Friedenskanzler Brandt sich eindeutig auf die Seite der USA-Verbrecher stellt.
Jede Bekräftigung der 'Friedenspolitik' von dem Parteivorstand der SPD wird zur Bekräftigung des Friedens der Machart von Nixon und Thieu, wenn Staatsminister Bahr vor seinem Amerikaflug sagt: 'Mit Freunden redet man offen, aber nicht öffentlich!' Diese Unterstützung der USA-Aggression läßt der von der SPD geführte Staatsapparat auch Taten folgen: Überall, wo in letzter Zeit gegen die Bombenangriffe demonstriert wurde, versuchte die Polizei durch überfallartigen Einsatz die Demonstranten auseinanderzujagen, so z.B.: in Bonn, Köln und auch hier in Dortmund. Die SPD-Polizei wurde zum Helfershelfer der USA-Imperialisten.
Aber viele Menschen, die den Bombenterror verabscheuen und denen klar geworden ist, daß das vietnamesische Volk einen gerechten Krieg führt, fragen sich: Vietnam ist weit, wie können wir denn das vietnamesische Volk unterstützen?
Neben der moralischen und materiellen Hilfe durch Demonstrationen und Geldsammlungen können wir in der BRD das vietnamesische Volk ganz konkret unterstützen, indem wir folgende Forderungen der Provisorischen Revolutionären Regierung und der Demokratischen Republik Vietnams erkämpfen:
UNGEHINDERTE EINREISE DER VERTRETER DER PRR UND DRV IN DER BRD!
SOFORTIGE ANERKENNUNG DER DRV!
SOFORTIGE ANERKENNUNG DER PRR!
WEG MIT DER THIEU-BOTSCHAFT IN BONN!
ZULASSUNG VON INFORMATIONSBÜROS DER PRR! Diese Forderungen legen klar, daß die PRR und die DRV die einzige legitimen Vertreter des vietnamesischen Volkes sind, die Thieu-Clique eine vom USA-Imperialismus an der Macht gehaltene Marionette ist.
Unter diesen Forderungen führen die Dortmunder Vietnamausschüsse (VA des NVK,d.Vf.) eine Kampagne zur Unterstützung des vietnamesischen Volkes durch. Die Hoesch-Zelle der KPD unterstützt diese Kampagne und hilft mit bei den Geldsammlungen für den Wiederaufbau von Hanoi und Haiphong, bei den Unterschriftensammlungen für die sofortige Unterzeichnung des 9-Punkte-Abkommens. Für alle Kollegen, die die Kampagne unterstützen wollen, haben die Vietnamausschüsse eine tägliche Kontaktadresse eingerichtet:
HAUS PETERS, RHEINISCHE STRAßE 168, täglich, außer Dienstag,
17.30-19.30 Uhr.
GEBT EURE UNTERSCHRIFT FÜR DIE SOFORTIGE UNTERZEICHNUNG DES 9-PUNKTE-ABKOMMENS!
UNTERSTÜTZT DIE GELDSAMMLUNG FÜR DEN WIEDERAUFBAU VON HANOI UND HAIPHONG!
DEMONSTRATION Am 14. JANUAR IN BONN! -Abfahrt der Busse aus Dortmund, Sonntag, 14 Januar, 9 Uhr am Busbahnhof."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr.19,Dortmund o. J. (1973)

10.01.1973:
Es erscheint ein Flugblatt des Projektbereich Gesamthochschule Dortmund (PGH):"
Alle zur nationalen VIETNAMDEMONSTRATION nach BONN am 14. Januar 1973, 12 Uhr - Vorwärts in der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk - Nieder mit dem US-Imperialismus!

Diese Demonstration findet in einer entscheidenden Etappe des Befreiungskampfes des vietnamesischen Volkes statt. Ihre Aufgabe ist es, alle Kräfte zu mobilisieren, die die US-Kriegsverbrechen verurteilen und den gerechten Kampf des vietnamesischen Volkes für Unabhängigkeit und Freiheit unterstützen. Das Vietnam-Komitee Mannheim/Heidelberg hat die Initiative zu dieser nationalen Demonstration ergriffen und alle fortschrittlichen Organisationen und Einzelpersönlichkeiten in der BRD zur Unterstützung dieser Demonstration aufgerufen. Die Demonstration am 14.1. ist notwendig, weil gegenwärtig alles darauf ankommt, die US-Imperialisten zur Anerkennung und Verwirklichung des 9-Punkte-Friedensvorschlags des vietnamesischen Volkes zu zwingen. Der US-Kongreß hat Nixon, der am 20.1.1973 erneut als Präsident inthronisiert werden soll, ein Ultimatum gestellt, bis zu diesem Zeitpunkt einen positiven Vorschlag zur Beendigung des Vietnamkrieges zu machen. Nixon selbst hat angekündigt, daß bis zu diesem Tag Entscheidendes zu erwarten sei. Gleichgültig, ob solche Statements der psychologischen Kriegsführung zuzurechnen sind oder nicht, - es spricht eine Menge dafür, daß es sich um ein erneutes Betrugsmanöver handelt, das nur eine weitere Eskalation des Bombenterrors vorbereitet - kommt es darauf an, in dieser Situation alles zu tun, um die Verhandlungsposition des vietnamesischen Volkes zu stärken, dem weltweiten Protest gegen den US-Völkermord den erforderlichen internationalen Nachdruck zu verleihen.

Aus diesen Gründen ist es notwendig, alle Kräfte zu einer nationalen Aktion zusammenzufassen, diese Demonstration vor dem 20.Januar durchzuführen und die Demonstration in Bonn, der Hauptstadt des westdeutschen Imperialismus zu machen, von wo aus seit Jahren die westdeutsche herrschende Klasse die aktive Unterstützung des US-Krieges, sei es materiell, politisch oder ideologisch betreibt.

Diese Einsicht teilt die übergroße Mehrheit der angesprochenen Organisationen und Einzelpersönlichkeiten. Weit über 100 Organisationen in der ganzen BRD, darunter zahlreiche gewerkschaftliche Jugendgruppen, ASten, Juso-Verbände, der Dachverband der Fachhochschulstudenten (SVI), der Bundesverband der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) sowie zahlreiche Einzelgemeinden und alle relevanten kommunistischen und fortschrittlichen Organisationen haben den Aufruf unterstützt.

Über 100 fortschrittliche Einzelpersönlichkeiten, darunter vor allem Gewerkschafter, Betriebsräte, Professoren, Lehrer und Ärzte, haben sich dem Aufruf zur Demonstration angeschlossen.

Diese Solidaritätsbewegung zwang auch die DKP und die ihr nahestehende 'Initiative Internationale Vietnamsolidarität (IIVS)' Stellung zu beziehen. Jedoch sind alle Bemühungen, die IIVS in die Mobilisierung mit einzubeziehen, gescheitert. Statt mit zu der nationalen Demonstration in Bonn aufzurufen, haben diese Gruppierungen es vorgezogen, ohne Angabe inhaltlicher Gründe ? an dem Aufruf hatten sie nämlich nichts auszusetzen - zu einer eigenen Demonstration am 20.1.1973 in Dortmund aufzurufen. Sie haben mit verabscheuungswürdigen Methoden versucht, den Keil der Spaltung in die nationale Bewegung hineinzutragen. Am Sonntag ging eine Beratung zu Ende, die die letzten strittigen Fragen zwischen den einzelnen Organisationen geklärt hat. In dieser Sitzung wurde ein letztes Mal versucht, die Einheit auch mit der IIVS herzustellen.

Die Heidelberger Delegation und ihr nahestehende Organisationen stellten die Frage des Termins und des Ortes trotz ihrer jeweils politischen Richtigkeit zugunsten der Einheit zurück und waren grundsätzlich zu einer gemeinsamen Demonstration, auch zu einem anderen Termin, bereit.

Ohne Erfolg. Es stellte sich heraus, daß die IIVS grundsätzlich nicht bereit war, mit den auf dem Aufruf verzeichneten Organisationen eine Aktionseinheit einzugehen. Dahinter stecken die Antikommunismus-Beschlüsse der SPD und DKP, die Bündnisse mit Kommunisten generell ausschließen.

Wer seine organisatorische Eigennützigkeit in dieser Weise über die Notwendigkeit der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk stellt, der begeht Verrat am gerechten Kampf des vietnamesischen Volkes und wird auf Unverständnis und Ablehnung bei großen Teilen des deutschen Volkes stoßen, dessen wachsende Empörung über die Verbrechen des US-Imperialismus unübersehbar ist.

Eine solche Einstellung macht es auch nicht verwunderlich, wenn die DDR-Behörden auf Anraten des Berliner Extradienstes (die DDR-Behörden sollten aus ihren Geschäftsinteressen nicht die Instinktlosigkeit begehen, die 'Maoisten' über DDR-Territorium nach Bonn reisen zu lassen), den Einsatz eines Sonderzuges für die Berliner Demonstrationsteilnehmer abgelehnt haben.

Kein Wunder auch schließlich, wenn die IIVS samt Anhang mit sich allein geblieben ist und außer einigen schwankenden Elementen (wie z.B. MSB Spartakus) niemanden auf ihre Seite ziehen konnte.

Die Demonstration in Bonn wird die größte Vietnam-Demonstration sein, die es in der BRD seit der Vietnam-Demonstration in Westberlin 1968 gegeben hat. Die Demonstration in Utrecht (Holland) vom vergangenen Samstag, an der 50 000 Menschen teilnahmen, sollte uns ein Vorbild sein (Niederlande - vgl. 6.1.1973,d.Vf.). Die in dieser Frage erreichte Einheit ist die breiteste, die in der BRD je erreicht wurde. Sie ist ein großer Schritt vorwärts in der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk und wird einen Meilenstein für die antiimperialistische Bewegung in der BRD setzen.

SOFORTIGER BOMBENSTOP UND EINSTELLUNG ALLER AGGRESSIONSHANDLUNGEN DER USA IN INDOCHINA!
SOFORTIGE UNTERZEICHNUNG UND ERFÜLLUNG DES 9-PUNKTE-ABKOMMENS!
SCHLUSS MIT DER LIQUIDIERUNG DER POLITISCHEN GEFANGENEN UND JEGLICHER OPPOSITION IN VIETNAM DURCH DAS THIEU-REGIME!
SCHLUSS MIT DER UNTERSTÜTZUNG DES US-KRIEGES IN VIETNAM DURCH DIE BUNDESREGIERUNG!"

Es wird angemerkt, daß Busse zur Demonstration am 14.1. um 9 Uhr ab Busbahnhof Dortmund fahren.
Q: PGH:Alle zur nationalen Vietnamdemonstration nach Bonn am 14. Januar 1973, 12 Uhr. Vorwärts in der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk! Nieder mit dem US-Imperialismus,Dortmund 10.1.1973

10.01.1973:
In Herne beginnt, laut und mit der Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Herne (Gymnasien) eine Vietnamkampagne an allen weiterführenden Schulen, der FOS, den Realschulen und den Gymnasien, an der sich die ASS Gymnasien, die ASS FOS Herne, die SMVs von Otto Hahn Gymnasium (OHG), Mädchengymnasium (MG) und FOS sowie weitere Schüler beteiligen. Mobilisiert wird für die Demonstration in Bonn (vgl. 14.1.1973), zu der auch IG Metall (IGM) OJA, Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) und Naturfreundejugend (NFJ) aufrufen, während die DKP Herne die Aktionseinheit verläßt.

Im Rahmen der Sozialistischen Schülergruppen (SSG) NRW werden 300 Unterschriften gesammelt (vgl. 15.1.1973) und deren 'Vietnam-Info' (vgl. 8.1.1973) verbreitet, im Rahmen der Herner Innenstadt wird ein Infostand durchgeführt.
Q: Herner Schülerpresse Nr.1,Herne 1973,S.5ff

10.01.1973:
In der 'Roten Fahne' der KPD Nr. 2 (vgl. 3.1.1973, 17.1.1973) wird zur Teilnahme an der nationalen Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973 aufgerufen und deren Vorbereitung geschildert (vgl. 7.1.1973).
Q: Rote Fahne Nr. 2, Dortmund 10.1.1973, S. 1 und 3

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10.01.1973:
In Bremen gibt die Zelle Atlas-Elektronik des KBB vermutlich Mitte dieser Woche die Nr. 2 ihres 'Radars' (vgl. 3.1.1973, 17.1.1973) heraus mit dem Artikel "Vietnam-Demonstration in Bonn" am 14.1.1973, zu der aufgerufen wird.
Q: Das Radar Nr. 2, Bremen Jan. 1973, S. 8

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10.01.1973:
Der KB Göttingen gibt spätestens heute ein Extra "Alles für den Sieg des vietnamesischen Volkes. Aufruf" seiner 'Kommunistischen Arbeiterzeitung' (vgl. 6.12.1973, 23.1.1973) zur Göttinger Vietnamdemonstration am 11.1.1973 und zur bundesweiten Vietnamdemonstration am 14.1.1973 heraus.
Beigelegt wird dieses Extra dem 'Schrittmacher' an den Unikliniken (vgl. 10.1.1973).
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Extra Alles für den Sieg des vietnamesischen Volkes. Aufruf, Göttingen o. J. (1973)

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10.01.1973:
Vermutlich heute erscheint in Dortmund das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Reinhart Wagner:"
AUFRUF VIETNAM-DEMONSTRATION am 14.1.1973 in Bonn

Am 22.Oktober, 14 Tage vor den Präsidentschaftswahlen, schrieb Präsident Nixon an den nordvietnamesischen Ministerpräsidenten Pham Van Dong: 'Ich betrachte das Abkommen als perfekt und schlage den 31.Oktober für die Unterzeichnung vor.'

Am 18.Dezember befahl Präsident Nixon die erneute Ausweitung des Vernichtungskrieges gegen das vietnamesische Volk, nachdem er seine Zusage, das Neun-Punkte-Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen, gebrochen hatte.

Durch Flächenbombardements auf die dicht besiedelten Gebiete Nordvietnams und die systematische Vernichtung der Lebensgrundlagen betreibt die US-Kriegsmaschinerie die Ausrottung des vietnamesischen Volkes. Gleichzeitig rüstet die US-Regierung die Luftwaffe des Regimes Thieu zur drittstärksten der Welt auf. Das Marionettenregime begann inzwischen mit der systematischen Ermordung der mehrere Hunderttausende zählenden politischen Gefangenen und der Vernichtung jeglicher politischer Opposition in Südvietnam.

Obwohl das von den Vertretern der USA und von den Vertretern des vietnamesischen Volkes gemeinsam ausgehandelte Neun-Punkte-Abkommen vorliegt, versucht die US-Regierung weiterhin, mit den Mitteln des Völkermords das vietnamesische Volk zu erpressen, um einen gerechten Frieden, der Freiheit und nationale Unabhängigkeit für das vietnamesische Volk garantiert, zu verhindern.

Weil er den Widerstand des vietnamesischen Volkes nicht brechen kann, versucht der US-Imperialismus immer wieder, seine Niederlage durch eine Vernichtungsstrategie hinauszuschieben, deren Konsequenz die totale Ausrottung des vietnamesischen Volkes wäre.

Auch der zum Jahreswechsel angeordnete teilweise Bombardierungsstop ändert nichts daran, daß das vietnamesische Volk weiterhin mit der Vernichtung bedroht wird, wenn es nicht gelingt, die US-Regierung zur Anerkennung der nationalen Rechte des vietnamesischen Volkes durch die Unterzeichnung des Neun-Punkte-Abkommens und seine Einhaltung zu zwingen.

Es ist die Solidaritätspflicht der Völker und aller friedliebenden Menschen, das vietnamesische Volk in diesem gerechten Kampf zu unterstützen und die Unterzeichnung des Neun-Punkte-Abkommens durchzusetzen. In der ganzen Welt haben die jüngsten Verbrechen des US-Imperialismus die Empörung und den Widerstand der Völker bestärkt. Regierungen, die bisher geschwiegen hatten, sehen sich unter dem Druck der öffentlichen Meinung gezwungen, ihre Stimme gegen den US-Bombenterror zu erheben.

Auch in der Bundesrepublik und in Westberlin verurteilt die große Mehrheit der Bevölkerung den verbrecherischen Krieg der USA gegen die Völker Indochinas. Dagegen hat die Bundesregierung als enge Verbündete der USA noch kein Wort des Protestes erhoben und unterstützt politisch, aber auch materiell durch Devisenausgleichszahlungen und dergl. den US-Krieg in Vietnam. Nach wie vor verweigert sie nicht nur der Regierung der Demokratischen Republik Nordvietnams und der Provisorischen Revolutionären Regierung Südvietnams die Anerkennung, sondern auch ihren Vertretern die freie Einreise und die Errichtung eines Informationsbüros.

Es kommt jetzt darauf an, vor aller Welt und besonders gegenüber dem US-Imperialismus und der Bundesregierung zu demonstrieren, daß die Mehrheit der Bevölkerung den US-Krieg in Vietnam verurteilt. Wir fordern daher auf, überall für die sofortige Unterzeichung des Neun-Punkte-Waffenstillstands-Abkommens einzutreten und zu einer machtvollen Demonstration am 14. Januar in Bonn zusammenzukommen unter den Hauptlosungen:

SOFORTIGER BOMBENSTOP UND EINSTELLUNG ALLER AGGRESSIONSHANDLUNGEN DER USA IN GANZ INDOCHINA!
SCHLUSS MIT DER LIQUIDIERUNG DER POLITISCHEN GEFANGENEN UND JEGLICHER OPPOSITION IN SÜDVIETNAM DURCH DAS THIEU-REGIME!
SOFORTIGE UNTERZEICHNUNG UND ERFÜLLUNG DES NEUN-PUNKTE-ABKOMMENS!
SCHLUSS MIT DER UNTERSTÜTZUNG DES US-KRIEGES IN VIETNAM DURCH DIE BUNDESREGIERUNG!"

Veröffentlicht wird die bundesweite Liste der Unterstützer (vgl. 9.1.1973) und bekanntgegeben, daß die Busse in Dortmund 9 Uhr am Busbahnhof gegenüber den Hauptbahnhof abfahren.
Q: N.N.: Aufruf Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn, Dortmund o.J. (Jan. 1973)

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11.01.1973:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihre 'Rote Oberschüler Front' (ROF) Nr.5 (vgl. 19.12.1972, 19.2.1973) heraus, die zu Vietnamdemonstrationen in Braunschweig (vgl. 12.1.1973) und Bonn (vgl. 14.1.1973) aufruft. Hierbei wird die IG/KOB auch von einem Vietnamkomitee der Schüler unterstützt. Für Bonn wird eine Aufruferliste vom 4.1.1973 veröffentlicht.
Q: Rote Oberschüler Front Nr.5,Braunschweig 11.1.1973

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11.01.1973:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Göttingen (vgl. 23.1.1973) berichtet, daß sich heute über 2 000 an der örtlichen Vietnamdemonstration beteiligen. An der Aktionseinheit habe sich außer den auf den KB Göttingen orientierten Gruppen u.a. auch die 'Göttinger Betriebszeitung' (GBZ) beteiligt, nicht aber die KAG des KB. Trotzdem seien einige KAG-Mitglieder mitmarschiert.
Q: Proletarischer Kurs Nr.15,Göttingen Jan. 1973

11.01.1973:
In Göttingen gibt das IK/KHB Nr.5 seiner 'Roten Tribüne' (vgl. 18.12.1972, 17.1.1973) heraus. Über die heutige Vietnamdemonstration in Göttingen wird berichtet, daß zu ihr in Göttingen der selbe Kreis aufrufe wie für diejenige in Bonn am 14.1.1973. Hierbei handelt es sich um IK/KHB, KHG, SHB/SF, KB Göttingen, KAJB, KSB, KSF, Kommunistischer Ersatzdienstleistenden Bund (KEB), GIM und die Vietnamkomitees Göttingen.
Q: Rote Tribüne Nr.5,Göttingen 11.1.1973

11.01.1973:
Vermutlich die KOV-Sympathisantengruppe will heute vor den Dortmunder Schulen Käthe Kollwitz-Gymnasium, Stadtgymnasium und Leibnizgymnasium, wo auch das Aktiv mithelfen soll, Flugblätter des Nationalen Vietnamkomitees (NVK) der KPD verteilen.
Q: N.N.:Protokoll der Sitzung vom 7.1.1973,Dortmund o.J. (Jan. 1973),S.2

11.01.1973:
Bei den Mannesmann Röhrenwerken Düsseldorf-Lierenfeld gibt die KPD die Nr.23 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 6.11.1972, 28.5.1973)heraus. Aufgerufen wird: "1 Stundenlohn für Vietnam" sowie zur Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr.18,Düsseldorf o. J. (1972)

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11.01.1973:
In Mannheim gibt das Benz-Betriebskollektiv der KG(NRF) seinen 'Kommentar für die Kollegen von Daimler-Benz, Mannheim' (vgl. 12.12.1972, 13.3.1973) unter der Schlagzeile "Heraus zum Streik" heraus. Aufgerufen wird auch zur Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973.
Q: Kommentar für die Kollegen von Daimler-Benz, Mannheim Heraus zum Streik, Mannheim 11.1.1973, S. 2

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12.01.1973:
In Mannheim will die KG (NRF) eine Veranstaltung zur Vorbereitung der Bonner Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 durchführen.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.11,Mannheim/Heidelberg Jan. 1973

12.01.1973:
Im Gymnasium Wiesloch führt das Vietnamkomitee Wiesloch/Walldorf, laut KAJB (NRF), eine Kundgebung zur Mobilisierung für die Demonstration in Bonn am 14.1.1973 durch.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr.3,Mannheim Jan. 1973

12.01.1973:
In Bremen nehmen, laut KBB, ca. 1 200 an einer Vietnamdemonstration teil, die auch die bundesweite Demonstration in Bonn (vgl. 14.1.1973) vorbereiten soll. Es werden 385 DM an Spenden gesammelt. Laut KAJB beteiligten sich lediglich ca. 1 000 an dem Fackelzug durch Utbremen und Walle.
Q: Wahrheit Nr.1,Bremen Jan. 1973; Kämpfende Jugend Nr.1,Bremen Jan. 1973

12.01.1973:
In Braunschweig ruft die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig zur Vietnamdemonstration auf, die auch der Mobilisierung für die Demonstration in Bonn (vgl. 14.1.1973) dient. Hierbei wird die IG/KOB auch von einem Vietnamkomitee der Schüler unterstützt.
Q: Rote Oberschüler Front Nr.5,Braunschweig 11.1.1973

12.01.1973:
Die Sozialistische Schülerfront (SSF) Hamburg gibt die Nr.1 des zweiten Jahrgangs ihres 'Schulkampf' – Sozialistische Hamburger Schülerzeitung (vgl. 13.12.1972) mit dem Leitartikel "Schluss mit der US-Aggression in Vietnam!", der zur Demonstration in Bonn aufruft heraus.

Berichtet wird aus Hamburg u.a. von der Vietnamsolidarität am Wirtschaftsgymnasium Berliner Tor sowie vom 'Durchbruch' am Gymnasium Rahlstedt.
Q: Schulkampf Nr.1,Hamburg 12.1.1973

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12.01.1973:
Der Kommunistische Bund Bremen (KBB - vgl. 25.1.1973) und die Kommunistische Gruppe Köln (KGK - vgl. 15.1.1973) dokumentieren von der Vietnamsolidarität das:"
Telegramm der vietnamesischen Verhandlungsdelegation in Paris, 12.1.73

Herzlichen Dank an alle Demonstranten und Organisationen der Unterstützungsbewegung für das vietnamesische Volk in der BRD. Unsere besten Wünsche für den voller Erfolg der Solidaritätsdemonstration am 14. Januar 1973

Solidarische Grüße

Verhandlungsdelegation Vietnam, Paris"
Q: Theorie und Praxis Nr. 14, Köln Jan. 1973, S. 38; Wahrheit Nr. 1, Bremen Jan. 1973, S. 4

13.01.1973:
Das Vietnamkomitee Wiesloch/Walldorf führt, laut KAJB (NRF), eine Veranstaltung zur Vorbereitung der morgigen Demonstration in Bonn durch.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr.3,Mannheim Jan. 1973

13.01.1973:
In Berlin-Neukölln führt die SEW, laut KPD, ihre erste Vietnamdemonstration als Reaktion auf die morgige zentrale Vietnamdemonstration in Bonn durch.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse SEL Nr.9,Berlin Jan. 1973

13.01.1973:
In Dortmund lud die Aktionseinheit für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn für heute 16 Uhr in das Alte Dortmunder PH-Gebäude, Hörsaal 2 zu einer Vietnamveranstaltung ein.
Q: Organisationsausschuß der Aktionseinheit für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn:Erklärung des Organisationskomitees für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn,Dortmund o.J. (Jan. 1973)

14.01.1973:
Zentrale Vietnamdemonstration in Bonn (vgl. 7.1.1973, 20.1.1973).

Ca. 8 000 Teilnehmer marschieren, laut KPD, in dem Block von KPD, NVK, LgdI, KJV, KSV, KOV, der TTIA Irak und der Organisation afghanischer Studenten im Ausland. Daran beteiligen sich aus Geislingen auch Betriebsräte und Jugendvertreter aus der Metallindustrie und der IGM Jugendgruppe. Das NVK macht eine eigene Kundgebung auf dem Münsterplatz. Die Deutsche Reichsbahn der DDR verweigert einen Sonderzug. Der KG (NRF) Mannheim/Heidelberg wird von der KPD vorgeworfen, daß sie es abgelehnt habe in den Parolen den Sozialimperialismus anzugreifen.

Insgesamt nehmen laut KPD ca. 20 000 bis über 20 000 Menschen an der Demonstration teil. Im Vorfeld der Demonstration kommt es hauptsächlich mit der KG/NRF zu ideologischen Streitigkeiten in Fragen von Losungen gegen die SU und für den Sieg im Volkskrieg, die während der Demonstration mitzuführen sind.

Der KB Bremen hatte keine Probleme mit der KG/NRF. Er zählt 27 000 Demonstranten. Es ist "die größte Demonstration dieser Art in der BRD! 178 Gruppen und Organisationen, Asten und Vietnam-Komitees und viele Hundert Einzelpersonen aus Gewerkschaft, Hochschule und Kultur hatten aufgerufen." Auch eine Mobilisierungsdemonstration fand in Bremen statt (vgl. 12.1.1973). Laut KAJB Bremen kommen aus Bremen über 1 000 Demonstranten mit 11 Bussen und PKWs angereist. Die KPD habe 5 000 Leute zusammenbekommen.

Laut KG/NRF demonstrieren "über 25 000 unter den Hauptparolen: Sofortiger Bombenstopp, Einstellung aller Aggressionshandlungen der USA in ganz Indochina! Sofortige Unterzeichnung und Erfüllung des 9-Punkte-Abkommens! Schluß mit der Ermordung der politischen Gefangenen und der Liquidierung der Opposition in Südvietnam durch das Thieu-Regime! Schluß mit der Unterstützung des US-Krieges in Vietnam durch die Bundesregierung! Für den Sieg der Völker Indochinas! Völker sind stärker als Bomben! Sieg im Volkskrieg!"

Allein aus Mannheim/Heidelberg seien "über 3 000 Menschen nach Bonn … gekommen." Aus Freiburg kamen ca. 1 200 und aus Frankfurt 1 400. Von den über 200 angeschriebenen Gruppen hätten über 100 den Aufruf unterzeichnet. Vorbereitet wurde die Demonstration u.a. durch Veranstaltungen in Mannheim (vgl. 12.1.1973) und Heidelberg (vgl. 11.1.1973). Aus diesem Raum reist man mit einem Sonderzug an. Vom Heidelberger Max-Planck-Institut (MPI) für medizinische Forschung fahren 25 nach Bonn. Das Vietnamkomitee Wiesloch/Walldorf mobilisiert, laut KAJB (NRF), über 60 Leute.

Der KABD beteiligt sich, laut Rote Hilfe Stuttgart (vgl. Jan. 1973), nicht an der Demonstration von mehr als 2 000 Menschen.

Der Block der KPD habe 4 000 bis 5 000 Personen umfaßt. Sie habe eine eigene Kundgebung veranstaltet. Kritisiert wird, daß die DKP sich nicht an der Aktionseinheit beteiligt habe. Eine von ihr zusammen mit der IIVS geplante Demonstration am 20.1. in Dortmund, wird als "spalterisches Vorgehen" bezeichnet, es wird aber eine Grußadresse an diese Demonstration verabschiedet (vgl. 20.1.1973).

Gleichzeitig wird das Vorgehen der KPD kritisiert:"
Diese Gruppe lief in einem eigenen Block hinter der Demonstration der Aktionseinheit hinterher und veranstaltete eine eigene Kundgebung mit 4 000 bis 5 000 Menschen."

Aus Freiburg und Umgebung beteiligen sich, laut BKA und lazt KJB (vgl. 26.2.1973), über 1 100, die in 19 Bussen und mit PKW anreisten. Aus Waldkirch kommen laut KJB 50 Arbeiter, Schüler und Lehrlinge.

Die Kommunique-Organisationen verteilen ein Flugblatt "Solidarität mit dem kämpfenden vietnamesischen Volk". Die KPD/ML-Neue Einheit (NE) verteilt das Extrablatt ihrer 'Revolutionären Stimme', welches auf den Vortag datiert ist.

Laut KPD/ML-ZK befinden sich unter den 15 000 Demonstranten auch Genossen aus zwei Landesverbänden der KPD/ML-ZK. Ganz abgesehen davon, daß man eine Aktionseinheit mit DKP und Trotzkisten ablehne, sei man auch nicht rechtzeitig eingeladen worden.

Von den ML Aachen, den ML Bochum, den ML Braunschweig, ML Duisburg, ML Freiburg, ML München, und den ML Südwest wird zur Demonstration das Flugblatt "Sieg im Volkskrieg. Das vietnamesische Volk ist stärker als Millionen Bomben" herausgegeben.

Die Frankfurter Marxisten-Leninisten (FML - vgl. 20.4.1975) erklären, unterstützt u.a. von den ML Aachen und den ML Bochum:"
Ein Höhepunkt des Kampfes hier war die große Vietnam-Demonstration in Bonn 1972, wo 30 000 Mann teilnahmen!"

Die Redaktion von 'Klassenkampf und Programm' der ML Castrop-Rauxel, ML Dortmund und ML Hagen (vgl. Feb. 1973) berichtet:"
Die Einschätzung der ML Duisburg als sektiererisch und idealistisch, bestätigte sich auf's Neue anläßlich der Bonner Vietnam-Demonstration. Dort verteilten diese Genossen ein Blatt unter dem Titel 'Sieg im Volkskrieg', das den Katalog allseits bekannter ML-Einschätzungen ausführte: daß die politische Macht aus den Gewehrläufen kommt, daß die Sowjetunion eine sozialimperialistische Politik betreibt, daß der Kampf gegen den westdeutschen Imperialismus die beste Unterstützung des vietnamesischen Volkes sei, usw. Statt eine konkrete Politik zum Aufbau und zur Befestigung der antiimperialistischen Bewegung in Westdeutschland zu betreiben, d.h. in Form eigener Aufrufe und des eigenen Auftretens bei der Bonner Demonstration darauf auszurichten oder sich mit antiimperialistischen und demokratischen Menschen zusammenzuschließen, hielten sich die Duisburger Genossen in sektiererischer Weise unpolitisch: Sie verteilten abstrakte Phrasen über den Imperialismus anstatt politisch selbst zu organisieren und umzusetzen, kochten sie ihr Süppchen auf der politischen Arbeit und der politischen Aktion der antiimperialistischen Menschen. Die Genossen sollten lernen, daß man gegen den Opportunismus nicht durch allgemeine Beschwörungsformeln kämpft. Sie sollten gerade bei der Bonner Demonstration gelernt haben, daß man die modernen Revisionisten nur als Spalter der demokratisch-fortschrittlichen Bewegung entlarven kann, wenn man auch ihnen die Aktionseinheit im Kampf gegen den Imperialismus aufzwingt."

Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. 17.1.1973) berichten:"
VIETNAM-DEMONSTRATION IN BONN: 25 000 FORDERTEN: SCHLUSS MIT DER US-AGGRESSION IN INDOCHINA! EINSTELLUNG DER UNTERSTÜTZUNG DURCH BONN!

Verschiedene demokratische und kommunistische Organisationen und Vietnamkomitees hatten Anfang Januar einen Aufruf zu einer zentralen Vietnamdemonstration am 14.1. in Bonn verteilt, der der Forderung nach Unterzeichnung und Erfüllung des 9-Punkte-Abkommens durch die USA breiten Ausdruck verleihen sollte. Neben mehr als 100 Organisationen unterstützten auch Gewerkschafter, Professoren, Schriftsteller und andere Persönlichkeiten diesen Aufruf. Aus Dortmund und Castrop-Rauxel nehmen über 250 antiimperialistisch gesinnte Menschen, Sozialisten und Kommunisten an der Demonstration teil. Aus allen Bundesländern und West-Berlin waren Gewerkschafter, Angehörige der Naturfreundejugend (NFJ, d.Vf.), der Jungsozialisten, der Kriegsdienstverweigerer (VK, d.Vf.), der Evangelischen Studentengemeinden (ESG, d.Vf.), sozialistischer Schülergruppen und vieler kommunistischer Organisationen nach Bonn gefahren. Es wurde ein machtvoller, mehrere Kilometer langer Demonstrationszug von über 25 000 Menschen durch die Bonner Innenstadt. Während der 3-stündigen Demonstration wurden Lieder der Arbeiterbewegung gesungen und immer wieder Parolen gerufen, die die gemeinsamen Forderungen ausdrückten: 'Schluß mit dem Bombenterror der USA'und 'Sofortige Einstellung der Aggressionshandlungen der USA in ganz Indochina', 'Unterzeichnung und Erfüllung des Neun-Punkte-Abkommens durch die USA - jetzt!'

Die Tatsache, daß das Thieu-Regime kurz vor seiner Niederlage die politischen Gefangenen in den Lagern zu liquidieren beginnt, rief die Forderung: 'Schluß mit der Ermordung der politischen Gefangenen' hervor. Da die Bundesregierung trotz der allgemeinen Empörung im Volk über den Bombenterror und die US-Aggression schweigt und durch Devisenausgleichszahlungen und Einreiseverbot für die Vertreter der vietnamesischen Befreiungsfront die Untaten unterstützt, wurde auch die Einstellung dieser dem Frieden nicht dienende Maßnahmen gefordert. Die Parolen: 'Frieden in Vietnam nur durch den Volksbefreiungskampf' und 'Die Völker der Welt werden siegen – der Imperialismus wird unterliegen' sollten auf das erfolgreiche Beispiel des vietnamesischen Befreiungskampfes hinweisen.

Höhepunkt der Demonstration war die Abschlußkundgebung auf dem Bonner Marktplatz. Sprecher der Aktionseinheit, der Berliner Vietnam-Komitees und der Evangelischen Studentengemeinde stellten noch einmal die isolierte Situation dar, in die sich der US-Imperialismus durch seine Aggression hineinmanövriert hat, und welche Bedeutung dieser Demonstration im Rahmen der internationalen Proteste zukommt. Ein Freiburger Betriebsrat hob in seiner Rede das praktische Beispiel internationaler Solidarität durch die indischen und australischen Hafenarbeiter hervor. Diese hatten sich mehrere Wochen lang geweigert, US-Schiffe zu entladen. Die australische Regierung, die zuvor keine Stellung bezogen hatte, wurde hierdurch gezwungen, die US-Aggression zu verurteilen (vgl. S5.**.197*, d.Vf.). Er hob hervor, welch ein Unterschied diese praktische Solidarität der australischen Kollegen und ihrer Gewerkschaft darstellt gegenüber dem Handeln des DGB, der nur eine Protestresolution (vgl. S5.**.197*, d.Vf.) zustande brachte, dessen rund 280 Bundestagsabgeordneten aber schweigen. - Abschließend wurde ein Telegramm der Provisorischen Revolutionären Regierung (PRR, d.Vf.) Südvietnams verlesen. Hierin wurde für die Initiative und die solidarische Kampfbereitschaft der westdeutschen Kommunisten und Antiimperialisten gedankt und zugleich die Notwendigkeit von Protestaktionen zur Unterstützung des Freiheitskampfs des vietnamesischen Volks betont.

Um diesen Kampf zu verstärken, sollten alle Menschen zusammengefaßt werden, die bisher Aktivitäten gegen die US-Aggression unternommen oder unterstützt haben. Deshalb war bei der Vorbereitung der Demonstration die 'Initiative Internationale Vietnamsolidarität' (IIVS) eingeladen worden, um sie an der Aktionseinheit zu beteiligen. Ihre Führung, bestehend aus Vorstandsmitgliedern der Jusos, Jungdemokraten (Judos der FDP, d.Vf.), SdAJ (der DKP, d.Vf.), 'Kampagne für Demokratie und Abrüstung' (KfDA, d.Vf.) und der Studentenorganisation der DKP (MSB Spartakus, d.Vf.) lehnten jedoch kategorisch jede Beteiligung ab. Obwohl sie die politische Grundlage der Aktionseinheit und die Parolen akzeptierten und obwohl die Aktionseinheit bereit war, die Demonstration eventuell auf den 20.1. zu verschieben, an dem die IIVS im Ruhrgebiet eine Vietnamdemonstration durchführen will, lehnten sie weiterhin eine Stärkung der Aktionseinheit ab. Endlich ließ einer ihrer Führer die Katze aus dem Sack, als er erklärte, daß sie nicht bereit seien, mit kommunistischen Organisationen, wie dem Kommunistischen Bund Bremen (KBB, d.Vf.), den ML Dortmund oder der Kommunistischen Gruppe Heidelberg-Mannheim (KG (NRF), d.Vf.) zusammenzuarbeiten. Es wurde klar, daß diese Führer hier den Antikommunismus-Beschluß der SPD und den 'Kampf gegen den Linksextremismus' (These 41 der DKP) praktizierten, und daß sie bereit waren, den gemeinsamen Kampf breiter Volksteile für die Unterzeichnung des 9-Punkte-Abkommens zu boykottieren. Darüber täuscht auch nicht die Demonstration hinweg, die sie anschließend für den 20.1. in Dortmund organisierten. Die Antiimperialisten, die an dieser Demonstration teilnehmen werden, hätten gemeinsam mit allen anderen fortschrittlichen Menschen und den Kommunisten in Bonn marschieren können und so ihrem Ansinnen noch größeren Nachdruck verleihen können. So aber spalten die Führer der IIVS den Kampf und arbeiten so der internationalen Solidarität mit dem vietnamesischen Befreiungskampf entgegen und arbeiten damit letztlich den US-Imperialisten in die Hände. Den Führern der IIVS muß von den Mitgliedern, die an der Seite des vietnamesischen Volkes stehen, entgegengehalten werden, daß Solidarität praktizieren vor allem heißt, alle positiven Kräfte im eigenen Land zum Kampf gegen die Feinde der Befreiungsbewegung zusammenzufassen.

Auch die DDR, die sich sozialistisch gibt und häufig ihre Solidarität mit dem vietnamesischen Volk proklamiert, verhielt sich recht unsolidarisch. Den Berliner Komitees war zunächst zugesagt worden, daß die die von ihnen organisierten 7 000 Menschen mit einem Sonderzug der DDR-Reichsbahn nach Bonn gefahren würden. Wenige Tage vor dem 14. wurde die Zusage zurückgezogen mit der Begründung, man mache mit 'Maoisten' keine gemeinsame Sache.

Diese Haltung boykottiert den Kampfeswillen vieler Tausend Berliner, sie konnte ihn aber nicht brechen, denn man kam mit Bussen. Durch eine solche Haltung zeigen die DDR-Führer ihre wahre volksfeindliche Einstellung und Politik, sprudelt das Wort Solidarität auch noch so oft über ihre Lippen."

Ein Anarcho- und Spontiblock mit, laut 'Befreiung' (vgl. Feb. 1973), ca. 2 000 bis 2 800 Leuten wird gebildet von den Föderationen aus Bielefeld, Köln und Porz, die Rote Hilfe Berlin, die Berliner und Frankfurter Spontis und einzelne aus anderen Städten.

Auch die KJO Spartacus beteiligt sich mit einem Block von 300 Personen. Aufgerufen wird u.a. im Zentralorgan 'Spartacus'. Intern wird berichtet, daß der Block so klein gewesen sei, weil man in NRW versagt habe. Außerdem habe man nur 2 000 Flugblättern für 30 000 Demonstranten gehabt. Die Kieler Sympathisanten seien mit den MLern hingefahren, woraufhin man nun (18.2.1973) 4 Sympathisanten an die MLer verloren habe.

In Berlin erschien zur Mobilisierung u.a. eine 'Vietnam-Zeitung' vom Vietnam-Komitee 21. Oktober (1972). Weiter geben in Berlin die Aktion Ausländergesetz im Republikanischen Club, die Gruppe Sozialistischer Schulkollektive (GSSK), die MLH's der FU, die Sozialistische Arbeitsgruppe - PH und das Sozialistische Studentenkollektiv Friedrich Fröbel Haus (FFH) ein Aufrufflugblatt "Sofortige Unterzeichnung des 9 Punkteabkommens" heraus.

Aus Hamburg kommen, laut SSG (vgl. 13.2.1973), mit ihr 850 Menschen nach Bonn.

In Braunschweig fand eine Mobilisierungsdemonstration statt (vgl. 12.1.1973). Nach Bonn riefen u.a. das Vietnamkomitee der Schüler und die IG/KOB mit ihrer 'Roten Oberschüler Front' (vgl. 11.1.1973), aber auch der KSB (vgl. 10.1.1973) auf.

In Göttingen rufen zu der Bonner Demonstration, laut IK/KHB des KB, eine Reihe von Gruppen auf. Hierbei handelt es sich um das IK/KHB selbst, KHG, SHB/SF, KB Göttingen, KAJB, KSB (vgl. 11.1.1973), KSF, Kommunistischer Ersatzdienstleistenden Bund (KEB), GIM und die Vietnamkomitees Göttingen. Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Göttingen (vgl. 23.1.1973) berichtet, daß über 500 Leute aus Göttingen teilnehmen, darunter auch einige Mitglieder der KAG des KB, die nicht aufgerufen habe. Laut KHG Göttingen (vgl. 15.1.1973) kamen über 600 aus Göttingen. Laut internem Bericht des KB Göttingen (vgl. 12.2.1973) beteiligen sich über 27 000 an der auf Initiative der Kommunique-Organisationen durchgeführten Demonstration. Berichtet wird auch durch die Göttinger Betriebszeitung (GBZ - vgl. 18.1.1973).

Laut KB Hildesheim (vgl. 12.2.1973) kommen über 25 000.

Aus NRW rufen die Sozialistischen Schülergruppen (SSG) NRW (vgl. 8.1.1973, Feb. 1973) u.a. in Herne (ASS), Recklinghausen (ASS) und Velbert (ASS) auf.

Aus Herne nehmen, laut und mit der Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Herne (Gymnasien), über 100 Personen auf den Aufruf von u.a. ASS Gymnasien, ASS FOS, BDP, IGM OJA und NFJ hin teil (vgl. 10.1.1973).

Aus Recklinghausen mobilisieren u.a. Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) und Vietnamkomitee.

Aufgerufen wurde auch in Dortmund (vgl. 8.1.1973, 10.1.1973), wo es evt. auch eine Veranstaltung gab (vgl. 13.1.1973), u.a. durch die KPD bei Hoesch (vgl. 10.1.1973) sowie im dortigen Hochschulbereich (vgl. 10.1.1973) und auch von den VA des NVK der KPD (vgl. 8.1.1973), die um 9 Uhr am Hauptbahnhof mit Bussen losfahren wollten. Laut AStA der PH Dortmund (vgl. 15.1.1973) demonstrieren 20 000, laut ML Dortmund (vgl. 6.2.1973) waren es 25 000.

Die SAG, die ebenfalls aufrief, zählt über 20 000 Teilnehmer.

ABG, KHB/ML und RSF treten gegen Rudi Dutschke als Redner und für die Verabschiedung eines Grußes an die Dortmunder Demonstration ein. Sie vermelden annähernd 30 000 bis 30 000 Demonstranten. Laut und mit RSF München (vgl. 22.1.1973) waren es 30 000.

In Regensburg rief die Stadtteilgruppe der SBG Regensburg der ABG in ihrer Stadtteilzeitung 'Der Konradsiedler' (vgl. 8.1.1973) auf:"
GROSSE VIETNAMDEMONSTRATION IN BONN AM 14.1. (12 UHR MITTAGS)

Die Sozialistische Betriebsgruppe ruft auf, an diesem Protest gegen die US-Aggression teilzunehmen. Sie hat deshalb Busse nach Bonn organisiert.

ABFAHRT IN REGENSBURG UM 1 UHR IN DER NACHT VON SAMSTAG AUF SONNTAG AM BAHNHOF.

FAHRTKOSTENPREIS: 15 DM
(dieser äußerst günstige Preis wurde durch eine Spende ermöglicht, wofür wir uns hier nochmals bedanken)

Voraussichtlich in Regensburg zurück am Sonntag um 23 Uhr.

SCHLUSS MIT DER US-AGGRESSION!"

Die SBG Regensburg der ABG bzw. deren Gruppen berichten gleichlautend bei Siemens (IGM-Bereich - vgl. 22.1.1973), im IGM- (vgl. 22.1.1973) und im DruPa-Bereich (vgl. 29.1.1973):"
Aus allen Städten der BRD kamen am Sonntag (14.1.) in Bonn über 30 000 Menschen zur Demonstration und bestätigten in großer Einheit: Völker sind stärker als Bomben!"

Der Revolutionäre Kampf (RK) Frankfurt (vgl. 19.3.1973) berichtet über die Demonstration von 20 000 Anhängern von NRF, KPD und KPD/ML (?) sowie "die gemeinsame Aktion von … Joscha Schmierer (…) und der Polizei. Berliner Genossen hatten gewagt, die Rathaustreppe zu betreten, was gegen den Willen der Bullen war. … es wurde geknüppelt - und Ordnungstheoretiker Schmierer … gab die Verlautbarung ab, bei den Genossen handele es sich um Provokateure."

Berichtet und oder aufgerufen wird auch in:
- Berlin durch die KPD/ML-ZB (vgl. 26.2.1973).
- Hamburg durch die SSG (vgl. 10.1.1973, 15.1.1973);
- Hessen durch die KG Frankfurt/Offenbach (vgl. 26.1.1973);
- Niedersachsen durch den KB Wolfsburg (vgl. 8.1.1973) und den KAJB Wolfsburg (vgl. 20.1.1973);
- NRW in Düsseldorf bei Mannesmann durch den KJV (vgl. 8.1.1973) und die KPD (vgl. 11.1.1973) sowie am Lessinggymnasium, von wo 6 Schüler teilnehmen (vgl. 25.1.1973) und in Köln durch die KG Köln (vgl. 15.1.1973).
Q: AAG im RC, GSSK, MLH FU, SAG-PH, SSK FFH: Sofortige Unterzeichnung des 9 Punkteabkommens, Berlin o.J. (1973); Arbeitersache Nr. 28, Regensburg Jan. 1973, S. 4;Arbeiterzeitung Nr. 1, Hildesheim Feb. 1973, S. 3;Arbeiter-Zeitung Nr. 11 und 2, Mannheim/Heidelberg Jan. 1973 bzw. Feb. 1973;Arbeiter-Zeitung o.Nr. , Frankfurt/Offenbach 26.1.1973, S. 6ff;Auf Draht Nr. 1, Regensburg Jan. 1973, S. 5;Auf Draht Nr. 22, München Jan. 1973;Befreiung, Köln Feb. / März 1973, S. 6f;Der Konradsiedler Nr. 3, Regensburg Jan. 1973, S. 6;Der Motor Nr. 2, München Jan. 1973;Der Wecker Nr. 1, Düsseldorf 25.1.1973, S. 4ff;Die Revolutionäre Stimme Extrablatt, Berlin 13.1.1973;Die Rote Front Extra 46 Pfg - Nein!, Nr. 2 und Nr. 3, Dortmund Jan. 1973, Jan. 1973 bzw. Feb. 1973, S. 1, S. 1 und 5 bzw. S.7;DOS Nr. 18, Dortmund o.J. (Jan. 1973), S. 6;Frankfurter Marxisten-Leninisten: Marxisten-Leninisten zum 1. und 8.Mai 1975, Bochum 1975, S. 13;Gemeinsamer Kampf Nr. 5, Göttingen 15.1.1973, S. 6;Göttinger Betriebszeitung Nr. 38, Göttingen 18.1.1973, S. 10f;Herner Schülerpresse Nr. 1, Herne 1973;Kampf Kritik Umgestaltung Nr. 3, Frankfurt März 1973;Kämpfende Jugend Nr. 1, Bremen Jan. 1973, S. 6ff;Kämpfende Jugend Nr. 4, Dortmund Jan. 1973, S. 1;KB Göttingen-ZK: Rechenschaftsbericht des ZK des KB Göttingen für die Delegiertenkonferenz des KBG Feb. 1973, Göttingen o.J. (Feb. 1973), S. B3;KJO Spartacus: Internes Bulletin Nr. 12, o.O. 18.2.1973;Klassenkampf Nr. 19, Frankfurt Jan. 1973;Klassenkampf Nr. 29, Freiburg 24.1.1973;Klassenkampf Nr. 1, Wolfsburg 12.1.1973, S. 1ff;Klassenkampf und Programm Nr. 2, Dortmund Feb. 1973, S. 10;Kommunique-Organisationen: Solidarität mit dem kämpfenden vietnamesischen Volk, o.O. 14.1.1973;Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 19, Dortmund o. J. (1973), S. 4;Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Röhrenwerke Lierenfeld Nr. 18, Düsseldorf o. J. (1972), S. 1ff;Kommunistische Arbeiterpresse SEL Nr. 9, Berlin Jan. 1973;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 32, München Feb. 1973;Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 21, Heidelberg/Mannheim 18.1.1973;Kommunistische Jugendpresse Mannesmann Lierenfeld Nr. 1, Düsseldorf 8.1.1973, S. 6ff;Kommunistische Jugendzeitung Nr. 11, Freiburg 26.2.1973, S. 3;Kommunistische Jugendzeitung Nr. 3, Mannheim Jan. 1973;Kommunistische Studenten Zeitung Nr. 11, München Jan. 1973, Beilage;KPD/ML-ZB Berlin: Extrablatt der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten KPD/ML, Berlin 26.2.1973, S. 2;Mitglieder des Organisationsausschuß der Vietnamdemonstration am 14.1. in Bonn: Grußadresse, o.O. 20.1.1973;ML Aachen, ML Bochum, ML Braunschweig, ML Duisburg, ML Freiburg, ML München, ML Südwest: Sieg im Volkskrieg. Das vietnamesische Volk ist stärker als Millionen Bomben, Aachen Jan. 1973;N.N.: Aufruf Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn, Dortmund o.J. (Jan. 1973);Organisationsausschuß der Aktionseinheit für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn: Erklärung des Organisationskomitees für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn, Dortmund o.J. (Jan. 1973);PGH: Alle zur nationalen Vietnamdemonstration nach Bonn am 14. Januar 1973, 12 Uhr. Vorwärts in der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk! Nieder mit dem US-Imperialismus, Dortmund 10.1.1973;Proletarischer Kurs Nr. 15, Göttingen Jan. 1973;Rote Fahne Nr. 2 und 3, Dortmund 10.1.1973 bzw. 17.1.1973, S. 1 und 3 bzw. S. 1, 3 und 6;RH Stuttgart: Ist die RAF kriminell?, Stuttgart o. J. (1973), S. 4f;Rote Hochschulzeitung Nr. 7, Braunschweig 10.1.1973, S. 7 bzw. S.2ff;Rote Oberschüler Front Nr. 5, Braunschweig 11.1.1973;Rote Presse Korrespondenz Nr. 3/4, Berlin ***1973, S. 7;Rote Presse Nr. 12, Wahl-Extra und 3, Hamburg 10.1.1973, 15.1.1973 bzw. 13.2.1973, S. 1, S. 1 bzw. S.11;Rote Tribüne Nr. 5, Göttingen 11.1.1973;Roter Aufmucker Nr. 22, München Jan. 1973;Roter Kurs Nr. 38, Göttingen 11.1.1973, S. 2;Roter Morgen Nr. 2, Hamburg 20.1.1973, S. 1 und 5;Roter Wecker Nr. 1, Waldkirch 29.1.1973, S. 3;Roter Weg Ausgabe München Nr. 3, München Jan. 1973, S. 8f;Roter Widerdruck Nr. 13, Regensburg Jan. 1973, S. 3;Roter Widerdruck Nr. 18, München Jan. 1973;Schulkampf Nr. 1, Bremen 10.1.1973;Solidarischer Kampf Nr. 1, Wolfsburg Jan. 1973, S. 2;Spartacus Nr. 34, Berlin Jan. 1973;Theorie und Praxis Nr. 14, Köln Jan. 1973, S. 34ff;VAs Dortmund: Sofortige Unterzeichnung des 9-Punkteabkommens durch die USA-Regierung, Dortmund o.J. (Jan. 1973);Vietnam-Zeitung, Berlin Jan. 1973;Wahrheit Nr. 1 und 2, Bremen Jan. 1973 bzw. Feb. 1973, S. 1 und 3f bzw. S. 19;Wir wollen alles Nr. 2, Gaiganz 19.3.1973

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14.01.1973:
Der Kommunistische Bund Bremen (KBB - vgl. 25.1.1973) und die Kommunistische Gruppe Köln (KGK - vgl. 15.1.1973) dokumentieren von der Vietnamsolidarität das:"
Grußtelegramm der PRR vom 14.1.73

Solidaritätsgrüße und herzlichen Dank an die Teilnehmer der Demonstration in Bonn am 14.1.1973. Die Anstrengungen zu Demonstrationen sind notwendig. Der verbrecherische Völkermord ist eine weitere Eskalation des Krieges. Wir fordern, daß die USA die Bombardierung von Nord- und Südvietnam einstellen, den Aggressionskrieg, die Vietnamisierung des Krieges und die Unterstützung des Thieu-Regimes beenden. Wir fordern die Unterzeichnung des 9-Punkte-Abkommens vom Oktober.

Pariser Informationsbüro der Provisorischen Revolutionsregierung"
Q: Theorie und Praxis Nr. 14, Köln Jan. 1973, S. 38; Wahrheit Nr. 1, Bremen Jan. 1973, S. 4

15.01.1973:
Die KSV-Sympathisantengruppe Heidelberg gibt vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Hoch die internationale Solidarität. 25 000 demonstrierten in Bonn" heraus, in dem von der Vietnamdemonstration in Bonn (vgl. 14.1.1973) berichtet wird.
Q: KSV-Sympathisantengruppe Heidelberg: Hoch die internationale Solidarität. 25 000 demonstrierten in Bonn, O. O. (Heidelberg) o. J. (1973)

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15.01.1973:
In Köln gibt die Kommunistische Gruppe Köln (KGK) die Nr. 14 ihres theoretischen Organs 'Theorie und Praxis' (TUP - vgl. Sept. 1972, Juni 1973) für Januar vermutlich in dieser Woche heraus mit der "Dokumentation zur Vietnamkampagne der Aktionseinheit. 25 000 Menschen solidarisierten sich mit den Kämpfen des vietnamesischen Volkes!". Diese enthält die Dokumente:
- "Aufruf zur Vietnamdemonstration Bonn 14.1.73 12 h.";
- "Erster Offener Brief Sekretariat der Vietnamkomitees Mannheim Heidelberg - Kommunistische Gruppe Neues Rotes Forum Mannheim Heidelberg" an die IIVS vom 4.1.1973;
- "Zweiter Offener Brief Sekretariat der Vietnamkomitees Mannheim Heidelberg - Kommunistische Gruppe Neues Rotes Forum Mannheim Heidelberg" an die IIVS vom 5.1.1973 zur Vorbereitungskonferenz am 7.1.1973;
- ein Bericht vom 7.1.1973 mit der "Erklärung des Organisationskomitees für eine Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn" vom 8.1.1973; sowie
- die Rede von Eddi Riethmüller am 14.1.1973.
Q: Theorie und Praxis Nr. 14, Köln Jan. 1973, S. 27ff

16.01.1973:
In Göttingen gibt der Kommunistische Studentenbund (KSB) ein Extra seines 'Roten Kurs' (vgl. 11.1.1973, 28.1.1973) unter der Schlagzeile "Über 25 000 demonstrierten in Bonn" zur bundesweiten Vietnamdemonstration am 14.1.1973 heraus. Berichtet wird auch von den Verhandlungen mit der IIVS über die bundesweite Vietnamdemonstration in Dortmund am 20.1.1973.
Q: Roter Kurs Extra Über 25 000 demonstrierten in Bonn, Göttingen 16.1.1973

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18.01.1973:
Die KHG Heidelberg/Mannheim gibt die Nr. 21 ihrer 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (vgl. 15.12.1972, 26.1.1973) heraus, die von der Bonner Vietnam-Demonstration berichtet (vgl. 14.1.1973), von dieser die Rede von Eddi Riethmüller dokumentiert und den Verlauf der Verhandlungen mit DKP und KPD schildert.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 21, Heidelberg/Mannheim 18.1.1973, S. 1ff

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20.01.1973:
Bei Nordmende Bremen haben heute der KB Bremen (KBB) und der KAJB Redaktionsschluß für ihre 'Antenne' Nr. 14 (vgl. 18.12.1972, 2.2.1973) mit dem Leitartikel "Solidarität mit dem kämpfenden vietnamesischen Volk hilft siegen", der auch berichtet von der Demonstration in Bonn am 14.1.1973.
Q: Die Antenne Nr. 14, Bremen Jan. 1973, S. 1ff

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24.01.1973:
Der BKA Freiburg gibt die Nr. 29 seines 'Klassenkampfes' (vgl. 19.1.1973, 5.2.1973) heraus mit dem Leitartikel "Über 25 000 bei der Vietnam-Demonstration in Bonn" (vgl. 14.1.1973).
Q: Klassenkampf Nr. 29, Freiburg 24.1.1973, S. 1 und 6ff

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25.01.1973:
Der AStA der Uni Kiel gibt sein 'AStA-Info' Nr. 33 (vgl. 11.12.1972) heraus unter der Schlagzeile "Sieg des vietnamesischen Volkes. Waffenstillstand erkämpft!". Enthalten ist die "Erklärung des Organisationskomitees der Aktionseinheit für eine Vietnam-Demonstration am 14.1. in Bonn" vom 8.1.1973.
Q: AStA-Info Nr. 33 Sieg des vietnamesischen Volkes. Waffenstillstand erkämpft!, Kiel 25.1.1973, S. 11f

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26.01.1973:
In Berlin erscheint vermutlich Ende dieser Woche die Zeitung 'Bambule' Nr. 3 (vgl. 3.1.1973, 19.2.1973).

Berichtet wird von der Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973.
Q: Bambule Nr. 3, Berlin o. J. (1973), S. 9

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31.01.1973:
Der KSV Frankfurt befaßt sich in der Nr. 7 seiner 'Kommunistischen Hochschulpresse' (KHP) (vgl. 29.11.1972, 24.4.1973) u.a. mit der Haltung der DKP und der KPD zu Vietnam bzw. den Vietnamdemonstrationen in Bonn am 14.1.1973 und in Dortmund am 20.1.1973.
Q: Kommunistische Hochschulpresse Nr. 7, Frankfurt 31.1.1973

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Februar 1973:
Die Kommunistische Gruppe Köln (KGK) gibt ihr Zentralorgan 'Arbeiterpresse' Nr. 2 (vgl. Dez. 1972, Feb. 1973) heraus mit dem Artikel "Wer hat die Vietnamdemonstration gespalten?" zur Demonstration am 14.1.1973 in Bonn mit einem Kasten "DDR sperrt Sonderzug".
Q: Arbeiterpresse Nr. 2, Köln Feb. 1973, S. 13ff

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März 1973:
Die Frankfurter Kommunistische Gruppe Wilhelm Wolff veröffentlicht die Broschüre "Gegen den Rechtsopportunismus in Fragen der Theorie, des Programms und der Taktik". Als zweiter Beitrag erscheint unter dem Titel "Kritik am Vietnam-Komitee Mannheim-Heidelberg in Fragen der Politik in Aktionsbündnissen und im antiimperialistischen Kampf" ein Brief, den die KG WW am 6.2.1973 verfasste und der die Taktik des Verzichts auf die Propagierung antiimperialistischer bzw. proletarisch internationalistischer Inhalte bemängelt.
Q: KG WW: Gegen den Rechtsopportunismus in Fragen der Theorie, des Programms und der Taktik, Frankfurt März 1973, S. 16ff

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22.01.1975:
In Göttingen erscheint die Schrift "Die Orientierung am Programm entscheiden! Austrittserklärung ehemaliger Mitglieder und Sympathisanten des IK/KHB", die von den sieben am 2.1.1975 ausgetreten IK/KHB-Genossen herausgegeben wird. Im "Dokumentenanhang" wird auch der Offene Brief des IK/KHB an den KB zur bundesweiten Vietnamdemonstration vom 14.1.1973 dokumentiert.
Q: IK/KHB-7 Ausgetretene: Die Orientierung am Programm entscheiden! Austrittserklärung ehemaliger Mitglieder und Sympathisanten des IK/KHB, Göttingen 22.1.1975, S. 11f

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Letzte Änderungen: 12.6.2014

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