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Bayer Leverkusen

Materialien zur Analyse von Opposition bei Bayer Leverkusen und Agfa Leverkusen

Von Jürgen Schröder, Berlin, Juni 2004

1  Einleitung

Weitere Darstellungen zu Bayer Leverkusen gibt es derzeit zur Bayer-Jugend Leverkusen.



1  Materiallage

Von Bayer Leverkusen lag uns wesentlich nur eine Serie der Betriebszeitung der DKP vor, die aber recht steril in ihrem Inhalt war. Ansonsten stützt sich die Darstellung auf überörtliches Material bzw. Sekundärquellen.



2  Die Organisationen

In dieser Darstellung stehen sich wesentlich die DKP, die früh von Bayer Leverkusen berichtet (vgl. 1.5.1969, 29.5.1969), aber erst später eine Betriebszeitung herausgibt (vgl. Jan. 1970), wobei sie evtl. aus dem RC Opladen/Leverkusen verstärkt wurde (vgl. Jan. 1970), sowie erst ab ca. 1972 (vgl. 21.5.1972) die KPD bzw. ab Aug. 1973 deren KJV (später KJVD) gegenüber, wobei mit Egon Redereit (ex-Armstrong Münster) und Bernd Beste zwei der vermutlich zentral führenden KJV- bzw. KJVD-Kader bei Bayer arbeiten.

Von der SPD-Betriebsgruppe (SPD-BG) Bayer Leverkusen wird nur indirekt berichtet (vgl. März 1973, 3.3.1974), ebenso vom erst spät auftauchendem KBW (vgl. Mai 1975, 5.6.1975) und der KPD/ML (vgl. 26.5.1975).



3  Wichtige Themen und Ereignisse

Die Darstellung beginnt mit der Geschichte der Niederschlagung von Streiks durch den Bayer Werkschutz (vgl. 1923, 1956), womit bereits ein wesentlicher Inhalt dieses Textes, die Repression gegen Aktivitäten der Arbeiterschaft und gegen oppositionelle Beschäftigte angeschnitten wird.

Die Vergütung des Bayer-Vorstands ist ein beliebtes bundesweites Thema (vgl. 28.7.1969, 18.3.1971), ebenso wie die Preisgestaltung (vgl. 19.10.1970), die Profite (vgl. 22.3.1973) und die internationalen Interessen der Bayer-Werke (vgl. 17.12.1970, 14.6.1971, Okt. 1972).

In der Chemietarifrunde (CTR) 1971 wird wiederholt gestreikt (vgl. 4.6.1971, 7.6.1971, 14.6.1971), wobei besonders die Beteiligung der Lehrlinge zu größeren Repressionen führt. Der Vollstreik aber bleibt aus (vgl. 21.6.1971), wobei die IG Chemie Umweltschutzgründe anführt.

Umweltschutz ist auch für die DKP schon früh ein Thema (vgl. 5.7.1971).

In der CTR 1973 greift neben DKP, die laut KPD die lineare Forderung in eine prozentuale verfälscht habe (vgl. März 1973, 22.3.1973), und SPD auch die KPD ein, wobei die von der IG Chemie herausgegebene Betriebszeitung (vgl. Feb. 1973) als eine ziemliche Besonderheit erscheint, da in unseren Materialen ansonsten kaum gewerkschaftliche Betriebszeitungen Erwähnung finden. In der Vorbereitung der Tarifauseinandersetzungen 1973 beschäftigt sich die KPD ausführlich mit dem Bayer-Werksschutz (vgl. 19.3.1973)

Die KPD berichtet von Bayer nicht nur im Zusammenhang mit dem Aufbau ihrer bundesweiten Revolutionären Gewerkschaftsopposition (RGO), sondern bildet auch örtlich ein oppositionelles Maikomitee (MK - vgl. 1.5.1973) unter Beteiligung von Bayer-Beschäftigten. Zumindest ein Mitglied der VK-Leitung zeigt sich auch solidarisch mit der KPD (vgl. 23.6.1973).

Die IG Chemie reagiert mit Ausschlußverfahren aufgrund der Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB - vgl. 6.2.1974, Apr. 1974, 31.7.1974).

Die KPD beschließt die Bildung einer Betriebszelle (vgl. 27.5.1974), die aber ihre Verankerung, wie gering auch immer, vermutlich vor allem unter jüngeren Kollegen hat, obwohl die landesweite KPD ihrer Zelle Bayer Leverkusen durchaus eine hervorragende Bedeutung beimisst (vgl. 3.2.1975) und auch bei Bayer Beschäftigte für den Landtag NRW aufstellt (vgl. 19.2.1975).

Bei den Betriebsratswahlen (BRW - vgl. 26.5.1975) erringt die von der KPD unterstützte oppositionelle Liste einen kleinen Erfolg, um den Preis von Entlassungen der Kandidaten (vgl. 30.4.1975, 7.5.1973). Interessant ist hierbei die Konzertierte Aktion von Werksschutz und IG Chemie, die Entlassungen - was auch Verweigerugn des Zutritts zum Betriebsgelände bedeutet - und Gewerkschaftsausschluß aufgrund der UVB (vgl. 26.5.1975, 2.6.1975) - was ja auch Verweigerung des Zutritts zu gewerkschaftlichen Versammlungen bedeutet - effektiv kombinieren. Die KPD bildet ein Solidaritätskomitee (vgl. 2.6.1975, 5.6.1975), bleibt bei Bayer aktiv (vgl. 17.5.1976) und protestiert auch international (vgl. 21.6.1976).

Forderungen nach einer Teuerungszulage (TZL - vgl. 28.6.1976) bleiben vermutlich unerfüllt, anläßlich der Bundestagswahlen (BTW - vgl. 3.10.1976) kommt es zu erneuten Auseinandersetzungen zwischen KPD und DKP (vgl. 8.9.1976) während es bei Bayer zu Entlassungen kommt (vgl. 13.12.1976).

Die Darstellung endet mit einem weiteren, wenn auch vergleichsweise bescheidenen, Erfolg oppositioneller Kräfte bei den BRW 1981 (vgl. Mai 1981).

Von Agfa wird nur selten berichtet (vgl. 6.4.1971, 5.6.1975, 14.1.1976), u.a. durch die Zelle Agfa München der KPD (vgl. 13.12.1976).


4  Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)


1923: 

Die KPD berichtet, "daß die Streikbewegung 1923 bei Bayer Leverkusen blutig
mit Hilfe des Werkschutzes niedergeschlagen wurde".
=Rote Fahne Nr.13,Dortmund 28.3.1973,S.2

1956:  Die KPD berichtet von Bayer Leverkusen, "bei dem Streik 1956 zur
Wiederbewaffnung in der BRD unter dem Adenauer-Regime trug der Werkschutz
wieder erheblichen Anteil an der Zerschlagung der Bewegung. In ihrer
Jubiläumsausgabe von 1963 berichtet zudem die Werksleitung stolz von dem
Eingreifen ihrer Spezialtrupps."
=Rote Fahne Nr.13,Dortmund 28.3.1973,S.2

01.05.1969:  Die DKP gibt die Nr.5 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ)
heraus (vgl. 24.4.1969, 8.5.1969).
Berichtet wird u.a. über Bayer Leverkusen.
=Unsere Zeit NRW Nr.5,Essen 1.5.1969

29.05.1969:  Die DKP gibt die Nr.9 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ)
heraus (vgl. 22.5.1969, 5.6.1969).
Berichtet wird u.a. von Bayer Leverkusen.
=Unsere Zeit NRW Nr.9,Essen 29.5.1969

28.07.1969:  Vermutlich in dieser Woche erscheint bei Hoesch eine Ausgabe der 'Heissen
Eisen' der DKP (vgl. Juni 1969, 2.9.1969). U.a. heißt es:"
1967 hatten Vorstandsmitglieder
von Kaufhauskonzernen einen Stundenlohn von 293 DM, des Volkswagenwerkes von 248
DM und von Bayer Leverkusen 191 DM. Wie gesagt: PRO STUNDE!"
=Heisse Eisen,Dortmund o.J. (Juli 1969)

09.10.1969:  Die DKP gibt die Nr.28 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ)
heraus (vgl. 2.10.1969, 16.10.1969).
Berichtet wird u.a. über Bayer Leverkusen.
=Unsere Zeit NRW Nr.28,Essen 9.10.1969

Januar 1970:  In Köln erscheint die Nr.1/70 der 'apo press' Informationsdienst für die
Außerparlamentarische Opposition in Köln (vgl. Feb. 1970).
Der RC Leverkusen/Opladen berichtet über Bayer Leverkusen (CPK-Bereich).
=Apo press Nr.1,Köln Jan. 1970

Januar 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP erstmals ihre 'Pille' (vgl. Feb. 1970)
sowie eine Sonderausgabe heraus.
=Die Pille Nr.1 und Sdr.ausg.,Leverkusen Jan. 1970;
Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.5,Düsseldorf 29.1.1970

Februar 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im Februar ihre 'Pille' Nr.2
(vgl. Jan. 1970, März 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
=Die Pille Nr.1 und 4,Leverkusen Jan. 1970 bzw. Apr. 1970

19.02.1970:  Die DKP gibt die Nr.8 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus
(vgl. 12.2.1970, 26.2.1970).
Berichtet wird u.a. über Bayer Leverkusen.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.8,Essen 19.2.1970

März 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im März ihre 'Pille' Nr.3
(vgl. Feb. 1970, Apr. 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
=Die Pille Nr.1 und 4,Leverkusen Jan. 1970 bzw. Apr. 1970

April 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille' Nr.4 (vgl. März 1970, Mai
1970) heraus.
=Die Pille Nr.4,Leverkusen Apr. 1970

Mai 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im Mai ihre 'Pille' Nr.5 (vgl.
Apr. 1970, Juni 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
=Die Pille Nr.4 und o.Nr.,Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

Juni 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im Juni ihre 'Pille' Nr.6
(vgl. Mai 1970, Juli 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
=Die Pille Nr.4 und o.Nr.,Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

Juli 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im Juli ihre 'Pille' Nr.7
(vgl. Juni 1970, Aug. 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
=Die Pille Nr.4 und o.Nr.,Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

August 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im August ihre 'Pille' Nr.8
(vgl. Juli 1970, Sept. 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
=Die Pille Nr.4 und o.Nr.,Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

September 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im September ihre 'Pille' Nr.9
(vgl. Aug. 1970, Okt. 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
=Die Pille Nr.4 und o.Nr.,Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

Oktober 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille', vermutlich die Nr.10 (vgl.
Sept. 1970, Nov. 1970) heraus.
=Die Pille,Leverkusen Okt. 1970

19.10.1970:  Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Die Farbwerke Hoechst in Frankfurt werden am 19. Okt. die Preise für
Farbstoffe und Pigmente um 12% erhöhen. ...Damit durch die drastische
Preiserhöhung nicht die Konkurrenz aufgrund billigerer Waren mehr Geschäfte
macht, haben sich die Kapitalisten mit ihren 'Konkurrenten' abgesprochen:
auch die anderen Monopole der Farbstoffwerke werden die Preise erhöhen, zum
gleichen Zeitpunkt und mit dem gleichen Zuwachs; Bayer Leverkusen, Sandoz AG
Nürnberg und die Cassella Werke in Mainz beteiligen sich an der
'Konzertierten Aktion'."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.31,Bochum 9.9.1970,S.5f

November 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille' Nr.11 (vgl. Okt. 1970, Dez.
1970) heraus.
=Die Pille Nr.11,Leverkusen Nov. 1970

Dezember 1970:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille' Nr.12 (vgl. Nov. 1970, Jan.
1971) heraus.
=Die Pille Nr.12,Leverkusen Dez. 1970

03.12.1970:  Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Jan. 1971) berichtet:"
FREIHEIT FÜR DAS SPANISCHE VOLK!
... Diese SPD-Regierung steht genauso auf der Seite Francos wie damals Hitler -

- Sie schickt einen Wahlkonsul nach Spanien, der damals schon dort war, um
die Interessen deutscher Kapitalisten zu vertreten. 1935 war Beihl für IG
Farben dort, heute für Bayer Leverkusen (CPK-Bereich,d.Vf.)."
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.1,Bochum Jan. 1971,S.8

17.12.1970:  Es erscheint der 'Marburger Betriebsbote' (MBB) Nr.13 (vgl. 10.12.1970,
14.1.1971) in dem u.a. von Bayer Leverkusen berichtet wird.
=Marburger Betriebsbote Nr.13,Marburg 17.12.1970

17.12.1970:  Eine Ausgabe der 'Zündkerze' - Betriebszeitung der Roten Opel-
Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK berichtet u.a., "daß es sich bei dem
Wahlkonsul nicht um irgendjemanden handelt, sondern um
einen Vertreter des westdeutschen Kapitals. Er vertritt u.a. den Bayer-
Konzern (Leverkusen (CPK-Bereich,d.Vf.)) in Spanien."
=Zündkerze Nieder mit Franco,Bochum o.J. (17.12.1970)

Januar 1971:  Die Nr.1 der 'Roten Fahne' des KAB/ML (vgl. Dez. 1970, Feb. 1971)
berichtet u.a. über Bayer Leverkusen .
=Rote Fahne Nr.1,Tübingen Jan. 1971

Januar 1971:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille' Nr.1 (vgl. Dez. 1970, Juni
1971) heraus.
=Die Pille Nr.1,Leverkusen Jan. 1971

18.03.1971:  Der Kreisvorsitzende der DKP Dortmund, Werner Groß, gibt vermutlich heute das
folgende zweiseitige Flugblatt heraus:"
DUKATENSCHEISSER UND DUKATENFRESSER!
...Und hier eine Liste von weiteren Dukatenfressern . . .

Aktiengesellschaft Bezüge pro Kopf in DM 1969
...
Bayer Leverkusen 457 441"
=Groß, Werner:Dukatenscheißer und Dukatenfresser!,Dortmund o.J. (März 1971)

Juni 1971:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP mehrere Extrablätter ihrer 'Pille' (vgl.
Jan. 1971, März 1972) heraus.
=Die Pille Extrablätter,Leverkusen Juni 1971

04.06.1971:  Bei Agfa Leverkusen kommt es, laut KPD/ML-ZB, anläßlich der
Chemietarifrunde (CTR) zu einem kürzeren Warnstreik.
=Das Rote System Nr.15,Berlin 22.6.1971;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.45,Bochum 12.6.1971,S.9

04.06.1971:  Heute demonstrieren, laut KPD und KPD/ML-ZB, 1 000 bei Bayer Leverkusen, wo
die DKP 'Die Pille' herausgibt, zum Vorstandsgebäude.
=Rote Fahne Nr.21 und 2,Berlin bzw. Köln Juli 1971 bzw. 14.1.1976;
Das Rote System Nr.15,Berlin 22.6.1971;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.44,Bochum 9.6.1971,S.2

07.06.1971:  Bei Bayer Leverkusen beginnt, laut KPD/ML-ZB, anläßlich der
Chemietarifrunde (CTR) ein Streik in der Versandabteilung (1 000 Besch.).
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.45,Bochum 12.6.1971,S.11

14.06.1971:  Heute streiken, laut SDA, 2 000, u.a. auch Lehrlinge, bei Bayer Leverkusen.
Das bei Bayer gestreikt wird meint auch die KPD.
=Berliner Arbeiter Zeitung Nr.6/7,Berlin o.J. (1971);
Rote Fahne Nr.21,Berlin Juli 1971

14.06.1971:  Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche über die
Einschüchterungsversuche der Kapitalisten in der Chemietarifrunde (CTR):"
Zu demselben Zweck verkündete der Vorstandsvorsitzende von Bayer auch gerade
jetzt die Stillegung einzelner Fabrikationen und die Verlagerung der
Produktion ins Ausland."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.48,Bochum 23.6.1971,S.10

21.06.1971:  Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche von der
Chemietarifrunde (CTR) der CPK:"
Zur Frage eines Kollegen von den Rütgers-Werken in Duisburg (1 100 Mann),
warum nicht bei Bayer Leverkusen (35 000 Mann) gestreikt würde, sagte IG
Chemie-Vorstandsmitglied Vitt: 'Es sind alle Vorbereitungen getroffen, um
auch in Leverkusen zu streiken. Dabei sind aber FRAGEN DER SICHERHEIT UND DES
UMWELTSCHUTZES VORRANGIG. Bis die gelöst sind dauert es bei Bayer einige
Zeit.'"
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.50,Bochum 3.7.1971,S.4

Juli 1971:  Bei AG Weser Bremen gibt der KBB die Nr.3 seines 'Brenners' (vgl. Juni
1971, Sept. 1971) heraus. U.a. befaßt man sich mit Bayer Leverkusen.
=Der Brenner Nr.3,Bremen Juli 1971

05.07.1971:  Die DKP Stadtteilgruppe Dortmund-Derne, Lanstrop und Scharnhorst gibt
vermutlich in dieser Woche erstmals ihren 'Roten Pfeffer rund um Scharnhorst'
- Informationen der DKP für Scharnhorst, Derne, Lanstrop (vgl. 30.8.1971)
heraus, in denen es u.a. heißt:"
Für die Städte am Rhein muß der Fluß das
Trinkwasser liefern. Aber in diesem Rhein schwinnen pro Jahr 12 Milliarden
Kubikmeter Abwässer zum Meer. Sie stammen zu 90 Prozent aus der
Großindustrie. Allein die Bayerwerke bei Krefeld-Uerdingen (CPK-Bereich, evt.
ist auch das Hauptwerk in Leverkusen gemeint,d.Vf.) schütten täglich soviel
Abwasser in den Rhein wie eine Großstadt von 3 Millionen Einwohnern.
=Roter Pfeffer rund um Scharnhorst Nr.1,Dortmund Juli 1971

17.07.1971:  In Berlin bringt die Betriebsgruppe KWU der KPD/ML-ZB die Nr.8 ihrer 'Roten
Turbine' (vgl. 22.6.1971, 5.8.1971) heraus.
Aus der Chemietarifrunde (CTR) bzw. der IG Chemie (CPK) wird u.a. berichtet von
Bayer Leverkusen.
=Rote Turbine Nr.8,Berlin 17.7.1971

September 1971:  In der Nr.12 der Regensburger 'Arbeitersache' (vgl. Aug. 1971, Okt. 1971)
beschäftigt sich die SBG u.a. mit Bayer Leverkusen.
=Arbeitersache Nr.12,Regensburg Sept. 1971

01.12.1971:  Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.92 (vgl. 27.11.1971, 4.12.1971) heraus und
berichtet u.a. von Bayer Leverkusen.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.92,Bochum 1.12.1971

21.02.1972:  Es erscheint die Nr.4 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 7.2.1972,
6.3.1972). Berichtet wird auch von Bayer Leverkusen.
=Rote Fahne Nr.4,Bochum 21.2.1972

März 1972:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im März ein Extrablatt ihrer
'Pille' (vgl. Juni 1971, Apr. 1972) heraus.
=Die Pille Extrablatt,Leverkusen o.J. (1972)

April 1972:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im April ihre 'Pille' Nr.3
(vgl. März 1972, Sept. 1972) heraus.
=Die Pille Nr.3,Leverkusen 1972

21.05.1972:  An der ersten nationalen Konferenz der der KPD-nahestehenden
oppositionellen Gewerkschafter (vgl. 1.10.1972) nehmen, nach eigenen Angaben,
auch Kollegen von Bayer Leverkusen teil.
=Rote Fahne Nr.44 und 50,Dortmund Mai 1972 bzw. 5.7.1972,S.1f bzw. S.4;
Revolutionäre Gewerkschafts Opposition Nr.1,o.O. (Dortmund) o.J. (1972)

September 1972:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im September ihre 'Pille' Nr.6
(vgl. Apr. 1972, 9.10.1972) für Sept./Okt. heraus.
=Die Pille Nr.6,Leverkusen Sept./Okt. 1972

Oktober 1972:  Die RJ/ML Hannover des KABD gibt die Nr.1 ihres 'Roten Berufsschülers'
(vgl. **.**.197*) heraus, in der es u.a. heißt:"
Die Bundeswehr hält heute schon Manöver in Portugal und der
Türkei ab. Dort unterdrücken faschistische Regimes die einheimische
Bevölkerung. Sie garantieren, daß westdeutsche Großkonzerne niedrigste Löhne
zahlen und Höchstprofite machen. In der Türkei z.B. haben sich Daimler-Benz,
Siemens, AEG, Bayer Leverkusen und andere Werke angesiedelt."
=Roter Berufsschüler Nr.1,Hannover Okt. 1972

09.10.1972:  Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Pille'
(vgl. Sept. 1972) heraus.
=Die Pille,Leverkusen o.J. (1972)

Februar 1973:  Die KPD berichtet vermutlich aus dem Februar über den IG Chemie
Bezirksleiter von Nordrhein, Walter Gläsner, "in der Betriebszeitung der
IGCPK bei Bayer 'Der Bunsenbrenner' 2/1973 (vgl. **.*.1973, **.*.1973,d.Vf.)
umschreibt er deutlich die SPD-Stabilitätspolitik gegen die Arbeiter als
Leitlinie bei den kommenden Tarifauseinandersetzungen: 'Unsere Forderungen
sind ein Kompromiß zwischen unserer gesamtwirtschaftlichen Verantwortung und
der notwendigen Weiterentwicklung der Einkommen der Arbeiter und
Angestellten. Die Tarifkommission hat sich ihre Entscheidung nicht leicht
gemacht, zumal nicht verschwiegen werden soll, daß die Forderungen der
Vertrauensleute zum Teil wesentlich über den Beschluß der Tarifkommission
hinausgehen!'"
=Rote Fahne Nr.14,Dortmund 4.4.1973,S.4

März 1973:  Vermutlich im März gibt die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD die
Nr.3 ihrer 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' heraus. Anläßlich der
Chemietarifrunde befaßt man sich mit Bayer Leverkusen, wo auch SPD und DKP aktiv
sind.
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.2,Dortmund o.J. (1973)

März 1973:  Die KPD berichtet vermutlich aus dem März von der Chemietarifrunde (CTR):"
Die DKP-Betriebszeitung bei Bayer Leverkusen 'Die Pille' (vgl. **.*.1973,
**.*.1973,d.Vf.) berichtete über die 85 Pfg.-Forderung des VK und legte den
Kollegen in den Mund, daß sie damit 15 Prozent gefordert hätten."
=Rote Fahne Nr.14,Dortmund 4.4.1973,S.4

19.03.1973:  Die KPD berichtet vermutlich u.a. aus dieser Woche im Zusammenhang mit
allgemeinen Ausführungen über den Werkschutz:"
Aus dem Konzern Bayer-Leverkusen, der wohl über eine der am besten
ausgerüsteten Werkschutz-Truppen verfügt, schickten uns Kollegen die
nachfolgende Korrespondenz, die einige Beispiele von 'Werkschutz' darstellt.

BERICHT EINES KOLLEGEN

DER WERKSCHUTZ BEI BAYER-LEVERKUSEN

Viele Kollegen sind über die Behandlung und die Methoden des Werkschutzes
verärgert. Vielfach werden Kollegen zum Leiter des Werkschutzes zitiert und
dort ausgefragt, weil sie sich angeblich etwas 'zuschulden kommen ließen'.
Typische Beschuldigung: Diebstahl von werkseigenen Gegenständen.
Darüberhinaus hat der Werkschutz aber noch die Aufgabe, den Widerstand bei
aufkommenden Streiks brutal niederzuhalten. Wir haben von älteren Kollegen
gehört, daß die Streikbewegung 1923 bei Bayer Leverkusen blutig mit Hilfe des
Werkschutzes niedergeschlagen wurde; bei dem Streik 1956 zur Wiederbewaffnung
in der BRD unter dem Adenauer-Regime trug der Werkschutz wieder erheblichen
Anteil an der Zerschlagung der Bewegung. In ihrer Jubiläumsausgabe von 1963
berichtet zudem die Werksleitung stolz von dem Eingreifen ihrer
Spezialtrupps.

Die Angestellten des Werkschutzes rekrutieren sich hauptsächlich aus
ehemaligen Polizeibeamten, Kriminalpolizisten und Bundeswehrbeamten. Es
handelt sich da um solche Kollegen, die bei ihrer ehemaligen Tätigkeit bei
Polizei oder Bundeswehr zu so faschistischen Maßnahmen griffen, daß sie dort
geflogen sind. Der Werkschutz ist bestens mit allen modernen Waffen und
Spitzelgeräten ausgerütstet.

Wir wollen den Werkschutz an folgenden Beispielen schildern, da diese nur
wenigen Kollegen bekannt sind:

1. ... (vgl. Dormagen - Sept. 1972,d.Vf.)

2. Mitte 1969 wurde ein Kollege zum Werkschutz zitiert und ihm ein Buch
vorgehalten, in dem sein Name stand. Das Buch hieß: 'Die linke Linke'. Da
dieser Kollege als Jugendvertreter eine fortschrittliche Politik machte,
hielten sie es für geeignet, eine Hausdurchsuchung vorzunehmen. Sie fanden
aber bei ihm nichts.

3. Im vorigen Jahr wurde ein Kollege beim Fotokopieren von Unterlagen von
einem Angestellten des Werkschutzes entdeckt. Da er in einer anderen
Abteilung war, wurde er vom Werkschutz sofort verdächtigt. Er wurde verhört
mit dem Ziel, Werksspionage betrieben zu haben. Auf eine anschließende
Hausdurchsuchung durch den Werkschutz konnte er gar nicht einwirken. Da sie
auch bei ihm nichts fanden, drohten sie ihm, beim nächsten 'Auffallen' anders
vorzugehen. Das bedeutet für ihn Kündigung.

4. Im vorigen Jahr wurde ein Kollege beim Diebstahl von kleineren Werkzeugen
erwischt. Der Werkschutz stellte den Kollegen sogleich zur Rede. 'Es besteht
dringender Verdacht, daß noch mehr Werkzeuge in Ihrer Wohnung liegen.
Entweder - machen wir es kurz und bündig - wir dürfen mit Ihrer Erlaubnis
Ihre Wohnung ansehen, dann ist die Sache erledigt, oder wir müssen die
Kriminalpolizei einschalten; die Konsequenzen wären für Sie: Verurteilung im
Gerichtsverfahren und die sofortige Entlassung aus dem Betrieb.' Er willigte
ein im guten Glauben, nicht entlassen zu werden. Doch sie fanden bei ihm
Werkzeug und kündigten ihm. Den noch ausstehenden Lohn und den erwarteten
Bonus - 13. Gehalt - hielten sie einfach ein.

Aus den Berichten wird auch den Kollegen aus anderen Betrieben klar, wie
unser Werkschutz arbeitet. Täglich werden beim Verlassen des Betriebsgeländes
Taschendurchsuchungen und Leibesvisitationen durchgeführt, um die Kollegen
noch mehr einzuschüchtern. Sofern ein Kugelschreiber oder ein Radiergummi
entdeckt wird, wird der Jahresbonus nach der Willkür der Werksleitung gekürzt
oder gestrichen. Eine Kollegin wurde beim Herausschmuggeln von zwei Rollen
Toilettenpapier erwischt und sofort entlassen. So weit geht die Entscheidung
der Unternehmer. Sie nennen es 'Schutz des Eigentums'.

Der Betriebsrat sieht seine ganze Aufgabe darin, bei Anhörungen von Kollegen
mit dem Werkschutz beizusitzen. Mehr nicht! Wir brauchen keine Betriebsräte,
die nur ihre Zeit absitzen und 2 000 DM monatlich kassieren, sondern wir
müssen unsere fortschrittlichen Kollegen in den Betriebsrat wählen, damit sie
sich tatkräftig für uns einsetzen. Betriebsratsvorsitzender Hans Weber, der
neben seinem dicken Gehalt und Aufsichtsratsbezügen noch monatlich rente aus
seinen Häusern kassiert, ist nur die Spitze des Eisbergers.

Sorgen wir dafür, daß bei den kommenden Vertrauensleutewahlen (VLW,d.Vf.)
unsere Kollegen gewählt werden, die sich den Angriffen der Unternehmer
widersetzen. Machen wir den Vertrauensleutekörper zu einem Kampfinstrument
der Arbeiterklasse gegen den Abbau der demokratischen Rechte."
=Rote Fahne Nr.13,Dortmund 28.3.1973,S.2

22.03.1973:  Die KPD berichtet anläßlich von heute über die Chemietarifrunde (CTR der
CPK - vgl. 2.4.1973) im Bezirk Nordrhein:"
CHEMIE-TARIFRUNDE:

DIE LINEAREN LOHNFORDERUNGEN STEHEN! ...
VK Bayer Leverkusen: 85 Pfg. für Arbeiter (das sind ca. 150 DM im Monat) ...
Die DKP-Betriebszeitung bei Bayer Leverkusen 'Die Pille' (vgl. März 1973,d.Vf.)
berichtete über die 85 Pfg.-Forderung des VK und legte den Kollegen in den Mund,
daß sie damit 15 Prozent gefordert hätten.

Kapitalisten und IG Chemie-Führer vertrauen darauf, daß sich die Arbeiter und
Angestellten von ihrer Verhandlungstaktik einlullen lassen. Die fortschrittlichen
Vertrauensleute bei Bayer Leverkusen sind entschlossen, noch vor dem 2. April den
Kampf in den Chemiebetrieben auf eine höhere Stufe zu heben. Für alle Chemiearbeiter
kommt es jetzt darauf an, an ihren linearen Forderungen festzuhalten und durch die
sofortige Organisierung von WARNSTREIKS das gemeinsame Konzept von Kapitalisten und
IG Chemie-Führern zu durchkreuzen.

Arbeiterfeinde in der Tarifkommission

Hans Weber: BR-Vorsitzender bei Bayer Leverkusen, eingefleischtes SPD-Mitglied,
Mitglied der kleinen Tarifkommission. Seit er BR-Vorsitzender bei Bayer ist,
braucht sich die Werksleitung keine Sorgen mehr zu machen, wie sie ihre Aktien
unter die Leute bringt. Der Haus- und Grundstücksbesitzer Weber macht überall
wie ein Bankkapitalist Vorschläge an die Arbeiter, ihr Geld in Bayer-Aktien
anzulegen. Auf Betreiben seines BR wird es demnächst als Jubiläumsgeschenke
ebenfalls Bayer-Aktien geben. Eifrig verficht er auf den Versammlungen die
Schaffung neuer Lohngruppen und damit die weitere Spaltung der Belegschaft.
Dieser Gewerkschaftsfunktionär, der sich für die Beibehaltung des reaktionären
betrieblichen (gegenüber dem gewerkschaftlichen) VK einsetzt, hat mit seiner
Politik bei Bayer vorexerziert, welche Linie und welche Leute in der
Tarifkommission der IGCPK Politik machen. ...

Für die Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der
Kommunistischen Partei (KFR – vgl. 28.3.1973) berichtet C. W.:"
CHEMIETARIFRUNDE ...
Dort steht über die Profite der Bayer AG, des größten Chemie-Konzerns der BRD:
'Nicht nur vom Umsatz, sondern auch vom Gewinn her ist das Geschäftsjahr 1972
der Bayer AG, Leverkusen, erfreulich veflaufen.' Wenn man die ganze
Bilanzmanipulation und Steuerschieberei nicht berechnet, 'ergibt sich ein
Gewinn von 327 Mio. DM, was gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung von fast 25%
bedeutet.' (Handelsblatt, 1. 3.).
=Die Rote Front Nr.7,Dortmund/Castrop-Rauxel 1973,S.8;
Rote Fahne Nr.14,Dortmund 4.4.1973,S.4

Mai 1973:  Die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD gibt die Nr.3 der
'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' (vgl. März 1973, Juni 1973) heraus.
Berichtet wird auch von der Chemieindustrie im Bezirk Nordrhein bzw. von
Bayer Leverkusen.
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.3,Dortmund Mai 1973

01.05.1973:  Das oppositionelle Maikomitee der KPD arbeitet u.a. auch bei
Bayer Leverkusen.
=Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1973,S.3

Juni 1973:  Die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD gibt die Nr.4 ihrer
'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' (RGO) (vgl. Mai 1973, Aug. 1973) heraus.
Von der Chemietarifrunde (CTR) wird berichtet aus NRW aus dem Bezirk
Nordrhein bzw. von Bayer Leverkusen.
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.4,Dortmund Juni 1973

23.06.1973:  An der Karlsruher Demonstration "Hände weg von der KPD!" nehmen, laut KPD,
bei Regen über 5 000 Personen teil.
Grüße kommen u.a. von dem Mitglied der VK-Leitung bei Bayer Leverkusen, Achilles.
Rote Fahne Nr.23, 24, 25, 26, 16 und 25,Dortmund 6.6.1973, 13.6.1973,
20.6.1973, 27.6.1973, 17.4.1974 bzw. 19.6.1974

26.01.1974:  In Duisburg beginnt das Regionalkomitee (RK) Rhein/Ruhr der KPD mit seiner
zweitägigen Konferenz oppositioneller Gewerkschafter, an der sich über 100
beteiligen. Teilnehmer kommen auch von Bayer Leverkusen.
=Rote Fahne Nr.3 und 5,Dortmund 16.1.1974 bzw. 30.1.1974;
KPD-RK Rhein/Ruhr:Material zur Konferenz oppositioneller Gewerkschafter in
NRW am 26./27. Januar in Duisburg Hauptreferat,o.O. o.J. (Jan. 1974)

06.02.1974:  In der Nr.6 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 30.1.1974, 13.2.1974) befaßt sich die
KPD u.a. mit der IG Chemie (CPK) und berichtet u.a. dem Bezirk Nordrhein u.a.
Bayer Leverkusen u.a. über den Werksschutz, die Lehrlinge, den eigenen KJV, die
Jugendzentrumsinitiative (JZI) und drei Ausschlußverfahren aus der CPK.
=Rote Fahne Nr.6,Dortmund 6.2.1974

03.03.1974:  In Frankfurt organisiert die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD ein
Treffen zwischen der Zelle Hoechst Frankfurt der KPD und der Zelle Bayer
Leverkusen des KJV, auf dem u.a. auf die SPD-Betriebsgruppe bei Bayer eingegangen
wird.
=Rote Fahne Nr.10,Dortmund 6.3.1974

April 1974:  Die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD gibt ihre 'Revolutionäre
Gewerkschaftsopposition' (RGO) Nr.2 (vgl. 18.2.1974, Okt. 1974) heraus und
berichtet u.a. über Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) u.a. in der IG Chemie
(CPK) bei Bayer Leverkusen.
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.2,Dortmund Apr. 1974

17.04.1974:  In der Nr.16 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 10.4.1974, 24.4.1974) berichtet die
KPD u.a. aus Leverkusen von Bayer.
=Rote Fahne Nr.16,Dortmund 17.4.1974

24.04.1974:  In der Nr.17 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 17.4.1974, 2.5.1974) befaßt sich die
KPD u.a. mit der Chemietarifrunde (CTR) in Niederrhein, u.a. bei
Bayer, u.a. in Leverkusen.
=Rote Fahne Nr.17,Dortmund 24.4.1974

08.05.1974:  Der KJV der KPD gibt seine 'Kämpfende Jugend' (KJ) Nr.8 (vgl. 24.4.1974,
*.*.1974) heraus.
Aus Leverkusen wird berichtet von der KPD bei Bayer.
=Kämpfende Jugend Nr.9,Dortmund 8.5.1974

27.05.1974:  In Leverkusen wird von der KPD vermutlich spätestens in dieser Woche als
Parteitagsaufgebot (vgl. 26.6.1974) die Gründung einer Betriebszelle (BZ) bei
Bayer, wo bisher nur eine Jugendbetriebszelle (JBZ) des KJV tätig ist,
beschlossen.
=Rote Fahne Nr.23,Dortmund 5.6.1974

10.07.1974:  In der Nr.28 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.7.1974, 17.7.1974) berichtet die
KPD aus Leverkusen von Bayer u.a. über die Abteilung Pharma.
=Rote Fahne Nr.28,Dortmund 10.7.1974

31.07.1974:  In der Nr.31 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 24.7.1974, 7.8.1974) berichtet die
KPD u.a. von den Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB) aus der IG Chemie (CPK)
von Bayer Leverkusen.
=Rote Fahne Nr.31,Dortmund 31.7.1974

07.08.1974:  In der Nr.32 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 31.7.1974, 14.8.1974) berichtet
die KPD aus Leverkusen von Bayer.
=Rote Fahne Nr.32,Dortmund 7.8.1974

03.02.1975:  Die KPD führt vermutlich in dieser Woche einen regionalen Parteitag in NRW
durch. Von Bayer Leverkusen aus wolle man den CPK-Bereich erobern.
=Rote Fahne Nr.6,Dortmund 12.2.1975

19.02.1975:  Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.7 (vgl. 12.2.1975, 26.2.1975)
heraus.
Es werden die Landtagskandidaten vorgestellt, die u.a. bei Bayer Leverkusen
tätig sind bzw. waren.
=Rote Fahne Nr.7,Köln 19.2.1975

05.03.1975:  Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.9 (vgl. 26.2.1975, 12.3.1975)
heraus und berichtet u.a. aus Leverkusen von Bayer.
=Rote Fahne Nr.9,Köln 5.3.1975

30.04.1975:  Bei Bayer Leverkusen werden, laut KPD, vermutlich am Mittowch dieser Woche
die Kandidaten der oppositionelle Liste zu den Betriebsratswahlen (BRW - vgl.
26.5.1975) entlassen (vgl. 7.5.1975).
=Rote Fahne Nr.18,Köln 7.5.1975

Mai 1975:  Die KPD berichtet vermutlich aus dem Mai von Bayer Leverkusen, daß der KBW
die Solidarität mit dem entlassenen BR-Kandidaten (vgl. 30.4.1975)
hintertreibe.
=Rote Fahne Nr.22,Köln 4.6.1975

07.05.1975:  In Leverkusen will die KPD gegen die Entlassung (vgl. 30.4.1975) der
Kandidaten der oppositionellen Liste zu den Betriebsratswahlen (BRW - vgl.
26.5.1975) bei Bayer (CPK-Bereich) demonstrieren.

Laut und ohne KBW (vgl. 26.6.1975) beteiligen sich im Rahmen der 'Front gegen
Imperialismus und Sozialimperialismus' an der Protestdemonstration 30 Personen,
die selbst zugeben, teilweise aus Düsseldorf und Köln angereist zu seien.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.25,Mannheim 26.6.1975;
Rote Fahne Nr.18,Köln 7.5.1975

26.05.1975:  Bei Bayer Leverkusen finden, laut KPD, vermutlich in dieser Woche die
Betriebsratswahlen (BRW) statt, bei denen auch ihr Anhänger Bernd Schönau mit
495 Stimmen in den BR einzieht. Davon berichtet auch der KB.
Die KPD/ML habe zum Wahlboykott aufgerufen.

Die Zelle Bayer Leverkusen des KJVD der KPD (vgl. Apr. 1977) berichtet vom
Ausschluß (UVB) der gesamten Liste 2 aus der IG Chemie noch während der BRW.

Der KBW (vgl. 26.6.1975) berichtet, daß die Liste 'Klassenbewußte Arbeiter in
den Betriebsrat' mit drei Kandidaten der KPD zwar 500 Stimmen und einen Sitz
erhalten habe, der Kandidat aber entlassen worden sei, wogegen auch die
Demonstration der KPD (vgl. 7.5.1975) nichts ausrichtete.

Die Oppositionellen Gewerkschafter hätten keinen Sitz erhalten.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.25,Mannheim 26.6.1975
KJVD-Zelle Bayer Leverkusen:KJVD enthüllt. Neue 'Ausbildungs'Programme -
Bayers Geschäft mit der Arbeitslosigkeit,Leverkusen Apr. 1977,S.12;
Rote Fahne Nr.22 und 2,Köln 4.6.1975 bzw. 14.1.1976;
Arbeiterkampf Nr.65,Hamburg 19.8.1975

02.06.1975:  Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD gibt vermutlich Anfang dieser Woche
das folgende Flugblatt heraus:"...
Bei Bayer (CPK-Bereich in Leverkusen,d.Vf.) wurde eine ganze oppositionelle
Liste aus dem Betrieb entlassen, mit dem Werkschutz aus dem Betrieb entfernt,
und aus der IG Chemie ausgeschlossen (vgl. 30.4.1975,d.Vf.).

Der Ersatzbetriebsrat und Jugendvertreter I. Clemens wurde fristlos entlassen
(vgl. S2.**.197*,d.Vf.)."
Angekündigt wird u.a. eine Veranstaltung des Bayer-Solidaritätskomitees in
Leverkusen (vgl. 5.6.1975).
=KPD-RK NRW:Einheitsfront gegen politische Entlassungen,
Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!,Dortmund o.J. (1975),S.2

05.06.1975:  Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.22 (vgl. 29.5.1975, 12.6.1975) heraus. Aus
Leverkusen berichtet die OAG aus dem CPK-Bereich von Bayer und dessen Töchtern
Agfa und Kronos Titan, d.h. insgesamt 54 000 Bayer-Beschäftigten in Leverkusen.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.22,Mannheim 5.6.1975

05.06.1975:  Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD (vgl. 2.6.1975) rief auf zur
Veranstaltung gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse (UVB)
und Berufsverbote (BV):"
BAYER-SOLIDARITÄTSKOMITEE: 19 Uhr, Donnerstag, 5.6., Leverkusen-Wiesdorf,
Gaststätte Liese (Kölner/Manforterstr.)"
=KPD-RK NRW:Einheitsfront gegen politische Entlassungen,
Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!,Dortmund o.J. (1975),S.2

11.06.1975:  In der Nr.23 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 4.6.1975, 18.6.1975) berichtet
die KPD u.a. von Bayer Leverkusen.
=Rote Fahne Nr.23,Köln 11.6.1975

14.01.1976:  Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.2 (vgl. 7.1.1976, 21.1.1976) heraus.
Aus Leverkusen wird u.a. berichtet von Bayer (CPK-
Bereich, 1974: 40 000 Besch.), u.a. auch über die anderen Werke in Dormagen,
Krefeld-Uerdingen und Wuppertal-Elberfeld, über Werkswohnungen u.a. der Bayer
Wohnungen GmbH und der GeWoGe, bei der es sich um eine Bayer-Tochter handele,
über Rentner, Poliklinik, psychologischen Dienst, Krankenhäuser,
Krankenkassen, Werksschutz, die hundertprozentige Tochter Agfa Gevaert AG und
die verdeckte hundertprozentige Tochter Titan AG, über die SPD und die CPK-
Verwaltungsstelle. Vom Streik 1971 (vgl. 4.6.1971) u.a. über die Lehrlinge,
von den Betriebsratswahlen (BRW) 1975 (vgl. 26.5.1975) und der Gründung der
Jugendbetriebszelle des KJV der KPD (vgl. Aug. 1973).
=Rote Fahne Nr.2,Köln 14.1.1976

17.05.1976:  Die KPD Ortsleitung (OL) Köln gibt, laut KPD, vermutlich in dieser Woche in
Leverkusen eine Ausgabe der 'KPD-Betriebszeitung für Bayer-Kollegen' (vgl.
**.*.1976, **.**.197*) heraus, in der sie sich u.a. mit den Lehrlingen in der
Werksberufsschule, der SPD, den Werken Leverkusen und Dormagen, der Kantine,
der Küche, den Fremdfirmen und dem Produktionsbereich Pharma befaßt.
=Rote Fahne Nr.21,Köln 26.5.1976

09.06.1976:  Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.23 (vgl. 2.6.1976, 16.6.1976) heraus
und berichtet u.a. aus Leverkusen von Bayer
u.a. über die Chemietarifrunde (CTR der CPK), den
oppositionellen Betriebsrat Bernd Schönau (KPD), die
Werkswohnungen, die Lehrlinge und die Angestellten.
=Rote Fahne Nr.23,Köln 9.6.1976

21.06.1976:  Vermutlich in dieser Woche findet, laut KPD, eine Veranstaltung "Freiheit
in der BRD" des Brüsseler SPD-Kreises wegen den 'häßlichen Deutschen' statt.
Dazu erscheint eine Broschüre der KPD "Die KPD informiert: Politische
Unterdrückung in der BRD und Westberlin", über Berufsverbote (BV), politische
Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse (UVB), die sich u.a. mit Bayer
Leverkusen befaßt. Die Broschüre wird auf einer Pressekonferenz im
Internationalen-Presse-Centrum (IPC) in Brüssel vorgestellt.
=Rote Fahne Nr.26,Köln 30.6.1976,S.3

28.06.1976:  Bei Bayer, vermutlich in Leverkusen, kommt es, laut KPD, vermutlich in
dieser Woche zu Forderungen nach einem Lohnnachschlag bzw. einer
Teuerungszulage (TZL).
=Rote Fahne Nr.27,Köln 7.7.1976

11.08.1976:  Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.32 (vgl. 4.8.1976, 18.8.1976) heraus
und berichtet von Bayer in Dormagen und in Leverkusen, u.a. über Frauen in der
Verpackung.

23.08.1976:  Vermutlich in dieser Woche betreibt die KPD, nach eigenen Angaben, bei
Bayer Leverkusen Agitation zu den Bundestagswahlen (BTW - vgl. 3.10.1976).
=Rote Fahne Nr.35,Köln 1.9.1976

08.09.1976:  Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.36 (vgl. 1.9.1976, 15.9.1976)
heraus und berichtet u.a. über die Hetze der DKP gegen die KPD, u.a. bei Bayer
Leverkusen und aus Leverkusen von Bayer u.a. über Türken und den Werksschutz.
=Rote Fahne Nr.36,Köln 8.9.1976

13.12.1976:  Die KPD (vgl. 22.12.1976) berichtet vermutlich spätestens aus dieser Woche
über die angekündigte Stillegung der Perlonproduktion in den Bayer-Werken
Leverkusen und Dormagen, was zu rund 1 000 Entlassungen führen werde.
=Rote Fahne Nr.51/52,Köln 22.12.1976

13.12.1976:  Bei Agfa München gibt die Zelle der KPD vermutlich in dieser Woche die
Nr.10 ihres 'Kämpferischen Camerawerkers' für Dezember (vgl. **.**.197*,
**.**.197*) heraus, in der sie sich u.a. mit dem Agfa-Werk in Leverkusen
befaßt.
=Rote Fahne Nr.51/52,Köln 22.12.1976

31.08.1977:  Die SAG gibt ihre 'Sozialistische Arbeiterzeitung' Nr.30 (vgl. 17.8.1977,
14.9.1977) heraus und berichtet u.a. vom Arbeitsschutz bei
Bayer Leverkusen.
=Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.30,Frankfurt 31.8.1977

Mai 1981:  Laut KB erhält bei den Betriebsratswahlen (BRW) bei Bayer Leverkusen
vermutlich im Mai die oppositionelle 'Liste für durchschaubare
Betriebsratsarbeit' zwei Sitze.
Zunächst allerdings vermeldete der KB die Erringung von vier Sitzen durch 1
482 Stimmen.
=Arbeiterkampf Nr.202 und 204,Hamburg 25.5.1981 bzw. 22.6.1981,S.37 bzw. 19

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