Bremen:
Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden (BSE)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 10.12.2015


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Aus dem Bremer Organisationsbereich der IG Bau-Steine-Erden (BSE) lagen uns bisher nur wenige Hinweise vor. Wir bitten um Ergänzungen.

Während die Lage in der Bauindustrie nach den hier erschlossenen Berichten vor allem durch Entlassungen bzw. Drohungen damit und Stillegungen gekennzeichnet war (vgl. 23.1.1971, März 1975, 26.3.1975, 2.10.1975, 28.10.1976, 4.11.1976), waren auch Architekten der Arbeitslosigkeit unterworfen (vgl. 27.5.1976) und die zuvor im Öffentlichen Dienst angestellten Putzfrauen wurden in private Firmen ausgegliedert, was für sie erhebliche Nachteile bedeutete (vgl. 10.6.1976).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

05.09.1969:
Auf der Bremer Klöcknerhütte beginnt, laut IMSF, ein neuntägiger Streik von 6 000 Stahlarbeitern (vgl. 4.9.1969). Solidaritätserklärungen seien außer von SPD und DKP auch von einer Versammlung der Betriebsräte der Bauarbeiter eingegangen.
Quelle: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969

23.01.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Auch in der Bauindustrie mehren sich die Anzeichen der beginnenden Krise. Die Ortsgruppe Bremen berichtet uns:
'Auf der Jahrestagung der nordniedersächsischen Bauunternehmer, die am Wochenende 23./24.1. in Bremen stattfand, wurde festgestellt, daß die Bauindustrie des Weser-Ems-Gebietes dem neuen Geschäftsjahr 1971 'mit einem deutlichen Unbehagen' entgegensieht. Der Auftragsbestand reiche gerade noch für 3 Monate. Wenn sich bis dann keine Verbesserung ergeben habe, sei verstärkt mit Entlassungen zu rechnen. Damit der Profit dennoch erhalten bleibt, wurden Preissteigerungen bis zu 10% angekündigt.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 9, Bochum 3.2.1971, S. 6

01.05.1972:
Laut KPD/ML-ZB findet in Bremen der 1. Mai so statt:"
Die KPD/ML hatte als Aktionsform die eigenständige Straßendemonstration zum 1.Mai festgelegt, die deutlich die Alternative zu den Staatsfeiern des DGB aufzeigt. Andere Organisationen, wie der Kommunistische Bund in Bremen (KBB,d.Vf.), hatten als Aktionsform die Teilnahme an DGB-Demonstrationen (gewählt,d.Vf.), um mit den fortschrittlichen Kollegen, die auf diesen Veranstaltungen sind, gemeinsam zu demonstrieren."
Auf der Veranstaltung des DGB und bei Diskussionen habe der KBB kein "einziges Wort gegen die SPD-Regierung gesagt. Selbst das vom KBB angekündigte Transparent 'Anerkennung der DDR' war nicht zu finden". Die Kundgebung sei von 3 000 bis 4 000 Personen besucht worden. Die KJO habe auf der Kundgebung ein Riesentransparent gehabt, welches sie zuvor auf der Demonstration, wo sie mit wahrscheinlich 30 Personen teilnahm, noch nicht mitgeführt habe. Die Demonstration von 1 700 bis 2 000 Leuten habe zur Hälfte aus Älteren bestanden. Die Gewerkschaftsjugend habe die KBB-Parolen unterstützt. Teils ein wenig vermischt seien Blöcke von 600 der ÖTV, 200 der HBV und 500 der BSE gebildet worden. 40 bis 50 seien mit dem KBB, 30 mit dessen Roter Liste an den Hochschulen und 30 bis 40 mit dem KBB-dominierten Dachverband Bremer Berufsschüler demonstriert. Von Klöckner (IGM-Bereich) hätten 60 bis 100 teilgenommen, von der AG Weser hätten ein Betriebsrat und 6 Lehrlinge gegen das BVG demonstriert.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 34, Bochum 10.5.1972

15.01.1973:
Frühestens heute gibt der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Bremen, der sich am KBB orientiert, erstmals seine 'Kämpfende Jugend' (vgl. Feb. 1973) heraus. Berichtet wird aus Bremen auch von der Solidarität der BSE Branchengruppen mit Stehmeier und Weinert.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 1, Bremen Jan. 1973, S. 3

19.12.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.51/52 (vgl. 12.12.1973, 3.1.1974) heraus. Aus Bremen wird berichtet von der Solidarität gegen das KSV-Verbot durch Assistenten und Professoren der Universität sowie dort tätige Bauarbeiter.
Q: Rote Fahne Nr. 51/52, Dortmund 19.12.1973

März 1975:
In Bremerhaven wird, laut Spartacusbund (SpB), vermutlich im März die Baufirma Phoenix GmbH und Co (100 Besch.) stillgelegt.
Q: Spartacus Nr. 15, Essen 14.4.1975

26.03.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 12 (vgl. 20.3.1975, 3.4..1975) heraus, in der er u.a. berichtet aus Bremen aus dem Baubereich.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 12, Mannheim 26.3.1975, S. 2

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02.10.1975:
Die Ortsgruppe Bremen des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 39 eine Ortsbeilage heraus mit dem Artikel "Bauindustrie. Fast jeder 4. Arbeiter entlassen - weitere Entlassungen stehen bevor".
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Bremen Nr. 39, Bremen 1975, S. 2

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27.05.1976:
Die Ortsgruppe Bremen des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 21 eine Ortsbeilage für Bremen, Achim, Bremerhaven und Osterholz-Scharmbeck heraus. Berichtet wird auch über die IG BSE:"
Wovon die Kapitalisten träumen. Unbezahlte Arbeit als Mittel gegen Arbeitslosigkeit

Architektenkammer, Bausenator und auch die IG Bau, Steine, Erden haben verwirklicht, wovon jeder Kapitalisten nur Träumen kann: Bei der Bauverwaltung werden acht arbeitslose Architekten für zwei Jahre umsonst arbeiten. Sie sollen 'zwei Jahre die Berufsaufgaben des Architekten in der Praxis der Gebäudeplanung, der Bauleitung, des Baugenehmigungsverfahrens und der Stadtplanung' (WK vom 223.5.) ausüben. Während dieser Zeit zahlt das Arbeitsamt ihnen die Arbeitslosenhilfe weiter. Daß die Kapitalisten davon nicht nur träumen, zeigten die Anrufe einiger Architektenbüros bei der Bauverwaltung, die erklärten, unter solchen Bedingungen würden sie sofort Architekten einstellen."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Bremen Achim Bremerhaven Osterholz-Scharmbeck Nr. 21, Bremen 27.5.1976, S. 2

10.06.1976:
Die Ortsgruppe Bremen des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 23 eine Ortsbeilage für Bremen, Achim, Bremerhaven und Osterholz-Scharmbeck heraus mit dem Artikel "Arbeitsbedingungen bei privaten Reinigungsfirmen. Erpresst zum Verzicht auf Sozialversicherung" zum ausgegliederten Teil der Putzfrauen der Roland-Klinik mit einem Kasten "Hungerlöhne im Reinigungshandwerk".
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Bremen Achim Bremerhaven Osterholz-Scharmbeck Nr. 23, Bremen 10.6.1976, S. 2

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28.10.1976:
Der Bezirk Bremen - Unterweser des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 43 eine Bezirksbeilage heraus mit dem Artikel "Kapitalisten betreiben Verelendung der Bauarbeiter".
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Bremen-Unterweser Nr. 43, Bremen 27.10.1976, S. 2

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04.11.1976:
Der Bezirk Bremen - Unterweser des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 44 eine Bezirksbeilage heraus mit dem Artikel "Bankrotte, Stillegungen, Entlassungen: 'Vorwärts zum Aufschwung'" zur Stillegung der Baufirma Wagschal & Sauer (350 Besch.), nachdem bereits die Hamburger Baufirmen Hermann Möller (1 200 Besch.) und Lenz-Bau (1 000 Besch.), die beide Filialen in Bremen hatten, in Konkurs gingen, in dem es auch heißt: "Die Produktion der Krupp-Atlas-Werke soll eingestellt, 527 Kollegen sollen entlassen werden. Bei Krupp-Atlas-Elektronik sollen über 100 Kollegen rausfliegen und die Produktion eingeschränkt werden. Die Klöckner Hütte in Bremen will gleichfalls die Produktion einschränken und Kurzarbeit einführen: Statt rundum die Uhr soll nur noch die Tagschicht arbeiten. 2/3 der Belegschaft wird zur Produktion nicht gebraucht. Die Krupp-Werften 'AG Weser' und 'Seebeck'-Bremerhaven haben im Laufe dieses Jahres bereits 700 Kollegen, das sind 10 % der Belegschaft entlassen."
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Bremen-Unterweser Nr. 44, Bremen 4.11.1976, S. 1f

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10.03.1977:
Der Bezirk Bremen - Unterweser des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 10 eine Bezirksbeilage heraus mit dem Artikel "'Ihr müßt stillhalten'" zur Bauindustrie.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Bremen-Unterweser Nr. 10, Bremen 10.3.1977, S. 2

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28.04.1977:
Der Bezirk Bremen - Unterweser des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 17 eine Bezirksbeilage heraus mit einem Bildbericht vom Warnstreik auf der Großbaustelle Schlachte / Martinistraße am 26.4.1977.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Bremen-Unterweser Nr. 17, Bremen 28.4.1977, S. 1

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08.08.1977:
Der Bezirk Bremen - Unterweser des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 32 eine Bezirksbeilage heraus mit dem Artikel "12 bis 14 Stunden Nachtarbeit" für die türkischen Bauarbeiter bei der Neuasphaltierung des Herdentorsteinwegs.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Bremen-Unterweser Nr. 32, Bremen 8.8.1977, S. 2

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Letzte Änderung: 10.12.2015