1. Mai 1972 in Bremen

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

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Aus dem Jahr 1972 können hier nicht nur die Selbstkritik des KBB (vgl. Feb. 1972) und die Maivorbereitung des DGB (vgl. März 1972), sondern auch der Maiaufruf des Kommunistischen Bundes Bremen (KBB – vgl. 3.4.1972) sowie seine besondere Berücksichtigung der werktätigen Frauen, die allzu oft in die Leichtlohngruppen verbannt, näher beleuchtet werden. Aufgerufen wurde, auch in Delmenhorst, auch durch die KJO Spartacus (vgl. 17.4.1972).

Die damals auch schon durch studentische Sympathisanten in Bremen präsente KPD dagegen zog es 1972 noch nach Hamburg (vgl. 19.4.1972), während der KBB Raumprobleme für seine Veranstaltung hat (vgl. 26.4.1972). Auf der Bremer Maidemonstration 1972 kommt es offenbar zur Kraftprobe zwischen KBB und DGB, worüber später noch geklagt wird (vgl. 18.1.1973).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Februar 1972:
Anfang Februar führen, laut KB, er selbst und der KB Bremen Gespräche durch zwecks einer Koordination der Maiaktionen. Hierbei habe der KBB Selbstkritik geübt wegen seiner bisherigen Haltung zu KB bzw. SALZ Hamburg.
Quelle: Arbeiterkampf Nr.16,Hamburg März 1972

März 1972:
Der Kommunistische Bund Bremen (KBB - vgl. 3.4.1972) berichtet vermutlich aus dem März:"
MAIVORBEREITUNGEN BEIM BREMER DGB

'Für eine bessere Welt!', diese Mai-Parole des DGB für 1972 hat der Kreisvorstand Bremen zu ergänzen beschlossen: Am 1.Mai auf dem Domshof wird in großen Buchstaben zusätzlich zu lesen sein: 'Bildung und Mitbestimmung verändern die Welt!'.

Damit hat der Kreisvorstand des DGB klargestellt, daß er den Kampftag der Arbeiterklasse als eine sozialdemokratische Versammlung durchzuführen gedenkt. In ihrem über hundertjährigen Kampf ist die internationale Arbeiterbewegung für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung eingetreten. Seit über fünfzig Jahren versuchen die Sozialdemokraten der Arbeiterbewegung einzureden, es ließe sich auch mit der Ausbeutung ganz gut leben, wenn nur Gewerkschaftsführer in den Aufsichtsräten der Konzerne sitzen würden und mit den Kapitalisten über die Methoden der Ausbeutung verhandeln könnten. Und heute ergänzen sie diese Unwahrheit durch die Behauptung des Aufstiegs durch Bildung. Als ob die Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die Volkshochschule (VHS, d.Vf.) oder durch bessere Schulen behoben werden könnte! All diese Behauptungen dienen dazu, den Arbeitern das einzige Mittel auszureden, das sie ergreifen müssen, wenn sie ihrer Ausbeutung durch das Kapital ein Ende setzen wollen: den Kampf um Arbeitermacht und Sozialismus.

Wie wenig aber die sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer der Wirkung ihres eigenen Geredes auf die Arbeiter noch vertrauen, davon künden die Mittel, die sie am 1.Mai gegen fortschrittliche Kollegen einsetzen wollen.

Der IG-Metall-Ortsvorstand (vgl. S5.*.1972, d.Vf.) sprach sich überhaupt gegen eine öffentliche Demonstration aus, in der Einschätzung, völlig sicher gegen Kritik an der sozialdemokratischen Gewerkschaftspolitik könne man nur in einer geschlossenen Saalveranstaltung vor geladenen Gästen sein. Der Ortsvorstand der IGM wurde jedoch überstimmt von den Vorständen der übrigen Gewerkschaften, welche die Situation anders einschätzen und glauben, auch eine öffentliche Demonstration und Kundgebung 'im Griff' behalten zu können.

Wie sie sich das vorstellen, ist jetzt offenbar geworden. Laut Beschluß des Mai-Ausschusses im DGB-Kreisvorstand soll der Charakter einer sozialdemokratischen Veranstaltung durch direkte Zusammenarbeit mit der Polizei sichergestellt werden. Gemeinsam mit der Polizeiführung soll ein mehrstufiger 'Aktionsplan' gegen 'Störungen' ausgearbeitet werden. Der DGB wird Funksprechgeräte einsetzen, die mit der Polizei verbunden sind und über den ganzen Zug verteilt Polizeieinsatz anfordern können. - Was können das für 'Störungen' sein, die den Einsatz der Polizei zum Schutz von 10 000 demonstrierenden Arbeitern und Angestellten nötig machen? Die Rede ist immer von faschistischen Schlägertrupps. Als ob Tausende von Arbeitern sich von der Polizei gegen ein eventuell auftretendes Häuflein faschistischer Schläger schützen lassen müßten! Die Fadenscheinigkeit dieser Begründung liegt auf der Hand, zumal in den letzten Jahren auch keinerlei Versuche in dieser Richtung mehr gewagt worden sind.

Sorge bereitet den sozialdemokratischen Gewerkschaftsführern die Entwicklung der letzten Jahre aus einem ganz anderen Grund. Es geht darum, eine rote, klassenkämpferische Demonstration zu verhindern. 'Gestört' fühlen sich die Gewerkschaftsführer durch Parolen, in denen der Klassenzusammenarbeit der Kampf angesagt wird. Und solche 'Störungen' sollen notfalls durch Polizei beseitigt werden.

Vorbeugend wurde weiterhin beschlossen, alle mitgeführten Transparente müßten vorher angemeldet und vom Vorstand gebilligt werden. Den gewerkschaftlichen Betriebsgruppen, den Vertrauenskörpern soll so die Möglichkeit genommen werden, Parolen mitzutragen, die ihren Kampf ausdrücken und zu dem Bildungs- und Mitbestimmungsgerede nicht passen.

Das Ungeheuerlichste an den Bremer DGB-Planungen aber besteht darin, die Teilnahme auf DGB-Mitglieder einschränken zu wollen. Weil die Mai-Demonstration vom DGB angemeldet sei, darum hätten Nicht-Mitglieder dort nichts zu suchen. So reden Vorsitzende von Kaninchenzüchtervereinen, wenn sie Vereinsfest von 'Fremden' reinhalten wollen. Wenn aber Vorstände von Gewerkschaften, Vorstände von Massenorganisationen der Arbeiterklasse Nichtmitglieder vom Kampf für die Interessen der Arbeiterklasse und vom Ausdruck ihres Willens fernzuhalten versuchen, dann ist das offene Sabotage der Arbeiterinteressen. Aufgabe des Vorstandes wäre es, durch klare Losungen, durch die Propagierung des gemeinsamen Kampfes die Kollegen, die noch nicht organisiert sind, an den organisierten Kampf ihrer Klasse heranzuführen und dafür gerade den 1.Mai, die Demonstration der Stärke der Arbeiterklasse zu nutzen. Stattdessen werden Gesichtskontrolleure in den einzelnen Gewerkschaftsblocks eingesetzt und Kontrollen der Mitgliedsbücher vorbereitet.

Nun läßt sich sicher voraussagen, daß die sozialdemokratischen Funktionäre nicht in der Lage sein werden, diesen Plan durchzuführen. Wo sie es dennoch versuchen, die organisierten Kollegen von den Nichtorganisierten zu trennen, sollte ihnen eine deutliche Abfuhr gewiß sein. Wir fordern alle Kollegen auf, diesem organisationsschädigenden Verhalten der DGB-Führung entgegenzutreten und gerade auch die nichtorganisierten Kollegen in möglichst großer Zahl zur Beteiligung am Kampftag der Arbeiterklasse zu gewinnen. Wir fordern auf, die Losungen, die in den betrieblichen Gewerkschaftsgremien und in gewerkschaftlichen Jugendgruppen beschlossen wurden, auf der Demonstration mitzutragen, ohne sie der Zensur des Vorstandes vorzulegen.

Der Ortsjugendausschuß der HBV hat eine Resolution an seinen Ortsvorstand verfaßt (vgl. 30.3.1972, d.Vf.), in der er sich scharf gegen die Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaftsführung und Polizei wendet. Wir drucken im folgenden diese Resolution ab und fordern alle gewerkschaftlichen Gremien in Bremen auf, diese Resolution zu diskutieren und sich ihr anzuschließen."
Q: Wahrheit Nr. 3, Bremen Apr. 1972, S.5

Wahrheit_1972_03_09

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30.03.1972:
Der Kommunistische Bund Bremen (KBB - vgl. 3.4.1972) berichtet von der Vorbereitung des 1.Mai in Bremen (vgl. März 1972):"
Der Ortsjugendausschuß der HBV hat eine Resolution an seinen Ortsvorstand verfaßt, in der er sich scharf gegen die Zusammenarbeit zwischen Gewerschaftsführung und Polizei wendet. Wir drucken im folgenden diese Resolution ab und fordern alle gewerkschaftlichen Gremien in Bremen auf, diese Resolution zu diskutieren und sich ihr anzuschließen."

In der Resolution heißt es:"
RESOLUTION DER HBV-JUGEND

Liebe Kollegen,
die HBV-Jugend protestiert schärfstens gegen die für die Mai-Demonstration vorgesehenen Disziplinierungsmaßnahmen des Mai-Ausschusses. Die Aufstellung von gewerkschaftlichen Funkstreifen, die eine direkte Verbindung zur Polizei haben, und das Teilnahmeverbot für Nicht-Gewerkschaftsmitglieder sind für jeden Werktätigen eine Provokation. Es handelt sich hier um Angriffe, die sich gegen alle konsequenten Arbeiter und Angestellten richten. Dies ist auch im Zusammenhang mit der machtvollen Mai-Demonstration im letzten Jahr zu sehen. Bekanntlich demonstrierten 12 000 Kolleginnen und Kollegen und erteilten der Vermögensbildungsdemagogie des sozialdemokratischen Ministers Ehmke (SPD,d.Vf.) eine lautstarke Absage.

Die Verbindung der Funkstreifen mit der Polizei zeigt uns, wieweit die Gewerkschaftsführung bereit ist, zusammen mit den staatlichen Machtorganen gegen Arbeiter und Angestellte vorzugehen.

Die Tendenz der gewaltsamen Bekämpfung konsequenter Gewerkschafter, die in der Chemie-Tarifrunde (CTR der CPK - vgl. 3.7.1971,d.Vf.) angedeutet wurde, setzt sich hier verstärkt fort. Wir müssen erkennen, daß dieser Staat nicht unser Staat ist, sondern auf der Seite des Großkapitals steht.

Diese in Bremen geplanten Maßnahmen unterstützen die Kampagne der herrschenden Klasse, die demokratischen Rechte der Arbeiter und Angestellten weiter abzubauen, um die Verwertungsbedingungen des Kapitals zu sichern; damit arbeitet man objektiv in ihrem Interesse. Diesen Maßnahmen kann nur durch Organisation und Solidarität begegnet werden.

Wir fordern Euch auf, gegen die Maßnahmen Stellung zu nehmen.

Bremen, den 30. März 1972"
Q: Wahrheit Nr. 3, Bremen Apr. 1972, S. 5

April 1972:
Die Zelle Druckindustrie des KB Bremen gibt ihre Zeitung 'Das Fundament' Nr. 3 (vgl. März 1972, 3.7.1972) heraus mit dem Leitartikel "Aufruf zum 1. Mai". Aufgerufen wird auch zur Maiveranstaltung am 28.4.1972
Q: Das Fundament Nr. 3, Bremen Apr. 1972, S. 1ff und 8

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April 1972:
Auf der Lürssen-Werft Bremen gibt der KB Bremen (KBB) vermutlich im April eine 'Lürssen Betriebsinformation' (vgl. März 1972) zum 1. Mai heraus.
Q: Wahrheit Nr. 7/8, Bremen Aug./Sept. 1972, S. 19; Lürssen Information Heraus zum 1. Mai, Bremen o. J. (1972)

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April 1972:
Bei Nordmende Bremen gibt der KB Bremen (KBB) seine 'Antenne' Nr. 6 (vgl. 6.3.1972, 24.4.1972) heraus mit dem Artikel "1. Mai internationaler Kampftag der Arbeiterklasse".
Q: Die Antenne Nr. 6, Bremen Apr. 1972, S. 5

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April 1972:
Die Betriebsgruppe VFW - Erno des Kommunistischen Bundes Bremen (KBB) gibt die Zeitung 'Das Triebwerk' heraus mit dem Leitartikel "Es lebe der 1. Mai internationaler Kampftag der Arbeiterklasse" und dem Artikel "Lehrlinge bereiten den 1. Mai vor".
Q: Das Triebwerk Nr. 10, Bremen Apr. 1972, S. 1ff

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April 1972:
Beim Bundesbahn Ausbesserungswerk Bremen gibt der KB Bremen seine 'Lok' Nr. 3 (vgl. März 1972, Juni 1972) heraus mit dem Leitartikel "Heraus zum 1. Mai!".
Q: Die Lok Nr. 3, Bremen Apr. 1972, S. 4

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03.04.1972:
Der KB Bremen gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 3 seiner 'Wahrheit' (vgl. 1.3.1972, 16.5.1972) heraus. Das ZK des Kommunistischen Bundes Bremen veröffentlicht als Leitartikel seinen:"
AUFRUF ZUM 1.MAI

Der große Feiertag der Arbeiter der ganzen Welt steht bevor. In allen Ländern der Welt feiern am 1.Mai die klassenbewußten Arbeiter ihren Zusammenschluß zum Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Mit den deutschen Arbeitern werden die englischen (britischen, d.Vf.) und französischen, die italienischen und amerikanischen sich zu großen legalen Demonstrationen zusammenfinden und für ihre Ziele eintreten. In einer Front mit ihnen stehen die Arbeiter in den faschistischen Diktaturen, in Spanien, in Portugal und Griechenland, die auch in diesem Jahr wieder gegen den Polizeiterror ihre Demonstrationen und Kundgebungen durchführen werden. In brüderlicher Solidarität mit den Arbeitern der kapitalistischen Länder werden die Arbeiter in China und Albanien, in Korea und Kuba ihren Sieg über die kapitalistischen Herren feiern. Und Millionen von Arbeitern werden in der Sowjetunion (SU, d.Vf.), in Polen, in Ungarn, in der DDR zu Demonstrationen und Kundgebungen zusammenströmen.

Die Losungen, unter denen das internationale Proletariat marschiert, sind unterschiedlich. Darin drücken sich nur die unterschiedlichen Bedingungen des Kampfs in den verschiedenen Ländern aus, sondern auch die Spaltung und Zerrissenheit in der internationalen Arbeiterbewegung. Aber bei aller Auseinandersetzung um die richtige Politik der Arbeiterklasse, bei aller nationalen und politischen Zersplitterung des internationalen Proletariats:
Der 1.Mai ist der von der ganzen Arbeiterbewegung begangene große Feiertag des Weltproletariats. Am 1.Mai ziehen die Arbeiter aller Länder Bilanz über die Kämpfe des vergangenen Jahres, mustern sie ihre Reihen und bestimmen die nächsten Schritte im Kampf gegen materielle Not, gegen politische Unterdrückung, für Freiheit, Arbeitermacht und Sozialismus.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat die Maifeiern 1972 unter die Losung gestellt: 'Für eine bessere Welt!' Wir müssen fragen: Besser für wen? - Zwei Welten stehen heute einander gegenüber: die Welt des Kapitals und die Welt der Arbeit, die Welt der Ausbeutung und Unterdrückung und die Welt der Solidarität und der Freiheit. Auf der einen Seite - ein Häuflein reicher Schmarotzer. Sie haben Fabriken und Werke, Arbeitsgeräte und Maschinen an sich gerissen. Sie nennen riesige Konzerne ihr Privateigentum und saugen ihre Profite aus dem Blut und dem Schweiß der Arbeiter und der unterdrückten Völker in der ganzen kapitalistischen Welt. Der Staat mit seiner Armee und Polizei ist ihr Diener, ist der treue Wächter des von ihnen angehäuften Reichtums.

Auf der anderen Seite - Millionen, die nichts besitzen als die Kraft ihrer Arme, die Geschicklichkeit ihrer Hände und die Fähigkeit ihres Kopfes. Sie müssen bei den Kapitalisten um Erlaubnis bitten, für sie arbeiten zu dürfen. Sie schaffen durch ihre Arbeit alle Reichtümer, selber aber plagen sie sich ihr ganzes Leben lang für Nahrung, Kleidung und Wohnung ab. In den Krisen der kapitalistischen Wirtschaft, wie sie heute in den USA und England herrschen und in ersten Anzeichen auch in Westdeutschland zu Tage treten, betteln sie um Arbeit wie um Almosen. Täglich werden sie gezwungen, ihre Kraft und Gesundheit durch übermäßige Arbeit auszuhöhlen.

In Ausbeuter und Ausgebeutete, Unterdrücker und Unterdrückte sind alle Länder der kapitalistischen Welt gespalten. Darum stehen die englischen Arbeiter, die eben in gewaltigen Streiks gegen die kapitalistische Lohnpolitik der Regierung aufgetreten sind, auf derselben Seite wie die westdeutschen Arbeiter, die ihre Reallöhne gegen die Angriffe 'ihrer' Kapitalisten verteidigen müssen. - Mit ihnen in einer Front stehen die spanischen Klassengenossen, die in Streiks und Demonstrationen für die Freiheit ihrer Arbeiterorganisationen eintreten und gegen den Franco-Faschismus sich erheben. - Auf einer Seite mit den westdeutschen Arbeitern steht die irische Arbeiterklasse, die als Vorhut des ganzen Volkes sich im blutigen Kampf für nationale Unabhängigkeit, Demokratie und Sozialismus befindet. - Und auf derselben Seite stehen die indochinesischen Völker, die seit Jahrzehnten den bewaffneten Kampf um ihre nationale Unabhängigkeit führen und die gegenwärtig die Vorhut bilden in dem weltweiten Kampf, der unter der Losung geführt wird: 'Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt Euch!'

Der Imperialismus tritt überall als Unterdrücker der Völker auf, in Afrika, in Lateinamerika, in Asien, um die Rohstoffe und billige Arbeitskräfte auszubeuten.

Deshalb ist der Befreiungskampf der ausgebeuteten Völker Teil des internationalen Klassenkampfes gegen den Imperialismus.

Es ist die Aufgabe der Kommunisten, der Arbeiterklasse klarzumachen, daß die national organisierten Kämpfe sich gegen den gleichen Gegner richten, gegen die Kapitalistenklasse; daß der Kampf der spanischen Arbeiter, des irischen Volkes, der indochinesischen Völker auch ihr Kampf ist, den sie mit allen Kräften unterstützen müssen.

FREIHEIT FÜR DIE SPANISCHEN ARBEITERORGANISATIONEN! NIEDER MIT DEM FRANCO-FASCHISMUS!

FÜR DEN SIEG DER INDOCHINESISCHEN VÖLKER GEGEN DEN US-IMPERIALISMUS!

FÜR DIE SOLIDARITÄT DER ENGLISCHEN UND DEUTSCHEN ARBEITRKLASSE IM KAMPF GEGEN LOHNABBAU UND MASSENENTLASSUNGEN!

ES LEBE DER KAMPF DER IRISCHEN ARBEITERKLASSE UND DES GANZEN IRISCHEN VOLKES FÜR NATIONALE UNABHÄNGIGKEIT, DEMOKRATIE UND SOZIALISMUS!

DER GEWERKSCHAFTLICHE KAMPF DER WESTDEUTSCHEN ARBEITERKLASSE IM LETZTEN JAHR UND SEINE NÄCHSTEN ZIELE

In den Maidemonstrationen der letzten Jahre hat die westdeutsche Arbeiterklasse gezeigt, daß sie es wieder lernt, für die eigenen Klasseninteressen Partei zu ergreifen. Entgegen den ständig von sozialdemokratischen Gewerkschaftsführern verbreiteten Einschätzungen, daß die Maifeiern tot seien, weil immer weniger Kollegen bereit wären zu demonstrieren, sind seit 1969 von Jahr zu Jahr mehr Kollegen auf die Straße gegangen. Und von Jahr zu Jahr sind die Parolen, die sie auf Transparenten mitführten, bewußter und kämpferischer geworden. Eine wichtige und vorwärtstreibende Rolle hat dabei die westdeutsche Arbeiterjugend gespielt. Zum 1.Mai 1970 ging sie auf die Straße mit Losungen, die den kämpferischen Charakter des 1.Mai betonten. Noch wurde die Parole 'Der 1.Mai ist Kampftag!' abstrakt der Propagierung einer klassenversöhnlerischen Politik entgegengestellt.

Aber schon zum 1.Mai 1971 trugen die fortgeschrittensten Arbeiter Transparente, auf denen die Forderungen für die nächsten Schritte des Kampfes formuliert waren: Gegen das arbeiterfeindliche Betriebsverfassungsgesetz (BVG - vgl. 19.1.1972, d.Vf.), gegen die Friedenspflicht für die Betriebsräte, gegen Lohnleitlinien und konzertierte Aktion, für freie politische und gewerkschaftliche Betätigung im Betrieb.

Trotz dieses in den Maidemonstrationen und Kundgebungen zu Tage tretenden Wachstums der Stärke, der Bewußtheit und Kampfbereitschaft der westdeutschen Arbeiterklasse, haben die westdeutschen Arbeiter und Angestellten in den Kämpfen des letzten Jahres eine Niederlage erlitten. Gegen nur schwachen Widerstand hat der kapitalistische Staat das 'neue' Betriebsverfassungsgesetz erlassen können und versucht nun unter sozialdemokratischer Führung, es den Arbeitern als Reform zu verkaufen. So einschneidend die Bestimmungen des Gesetzes für die Verschlechterung der betrieblichen Kampfpositionen auch sind, so war doch nicht zu erwarten, daß die westdeutschen Arbeiter und Angestellten in kürzester Frist die Kraft entwickeln könnten, die reaktionäre Gesetzesvorlage vom Tisch zu wischen. Nur ein kleiner Teil der Arbeiterklasse hat bisher die Auseinandersetzung um dieses Gesetz geführt, seinen Klassencharakter erkannt und den Kampf dagegen organisiert. Ihre Aufgabe wird es sein, diesen Kampf weiter zu führen und in den Betrieben die Voraussetzungen zu schaffen, daß die Betriebsräte zu Kampforganen der Belegschaften werden. Das Gesetz der Kapitalisten aushöhlen, um es schließlich zu brechen, das muß ihre Losung sein.

Aber auch in den Lohnkämpfen des Jahres 1971/1972 haben sich die Kapitalisten gegen die westdeutschen Arbeiter und Angestellten durchsetzen können. Auf einer Ebene also, wo die Arbeiter 1969 und 1970 Erfolge im Kampf erzielen konnten. Die erreichten Tarifabschlüsse 1971 von - übers Jahr gerechnet 6 - 7% - bedeuten bei offiziell angegebenen Preissteigerungen von 6%, bei zusätzlichen Steuer- und Gebührenerhöhungen und einer täglich gesteigerten Intensivierung der Arbeit eine Senkung des Lohnniveaus der westdeutschen Arbeiterklasse. Die Schärfe, mit der die entscheidenden Tarifrunden in der Chemie-, Metall- und Stahlindustrie (CTR der CPK und MTR bzw. STR der IGM, d.Vf.) geführt wurden, hatte ihre Ursache zum einen in der Entschlossenheit der Kapitalisten, offensiv vorzugehen und Lohnabbau durchzusetzen. Zum anderen war in den Kämpfen der letzten Jahre bei den Arbeitern ihre Bereitschaft herangereift, ihre Interessen im Kampf durchzusetzen.

Die Ursache für die verschärften Angriffe der Kapitalistenklasse ist der verschärfte Konkurrenzkampf der internationalen Kapitale. Um in diesem Konkurrenzkampf bestehen zu können, sieht sich die westdeutsche Kapitalistenklasse zu nehmend gezwungen, ihre Profite auf Kosten des erreichten Reallohns der westdeutschen Arbeiterklasse sicherzustellen und möglichst zu steigern. Der in der Wiederaufbauphase des westdeutschen Imperialismus vorhandene Spielraum für Kompromisse schwindet immer mehr. Damit aber verschwindet der soziale Kitt, die Schmierseife, mit der seit Mitte der fünfziger Jahre das offene Aufeinanderprallen der Klassenfronten abgeschwächt werden konnte.

Die Kapitalistenklasse hat in den letzten Tarifrunden mit Hilfe ihrer Unternehmerorganisationen den Kampf um Lohnsenkung politisch härter geführt als in den letzten Jahren: Sie richtete Unterstützungsfonds für Produktionsausfälle bei Streiks ein; sie entfaltete eine breite Propaganda in Fernsehen, Rundfunk und Presse. Auf den Metallarbeiterstreik in Baden-Württemberg konnten sie mit einer nahezu lückenlos durchgeführten Aussperrung und mit gezielten Betriebsstillegungen in anderen Bereichen antworten. Während der Verhandlungen traten sie mit provokativ niedrigen Angeboten auf und waren in der Lage, ein Ausscheren einzelner Betriebe aus der Kapitalistenfront fast ausnahmslos zu verhindern.

Gegen diese einheitliche und feste Front stand eine Arbeiterklasse, die - nach langen Jahren fast kampflos errungener Lohnzugeständnisse - erst seit 1969 wieder die Erfahrung von Arbeitskämpfen zurückgewinnt. Unter dem propagandistischen Trommelfeuer der bürgerlichen Presse, von Fernsehen und Rundfunk, die fest auf seiten der Bourgeoisie stehen; geführt von sozialdemokratischen Gewerkschaftsfunktionären, die den Kampf nicht wollten; unter einer sozialdemokratischen Bundesregierung, die sie an die Fessel der Lohnleitlinien zu legen versucht, mußten die westdeutschen Arbeiter in den Kampf zur Verteidigung ihrer Löhne gehen.

Der dreiwöchige Metallarbeiterstreik in Baden-Württemberg, die kürzeren Streiks in der chemischen Industrie im September ((vgl. 3.7.1971, d.Vf.) die ersten seit fünfzig Jahren), zahlreiche Warnstreiks in allen Branchen, Protestdemonstrationen gegen Werksstillegungen: All diese Aktionen zeigen die wachsende Klarheit der westdeutschen Arbeiter darüber, daß sie ihr Lebensniveau nur durch Kampf verteidigen können.

Wenn die westdeutsche Arbeiterklasse dennoch einen Abbau ihrer Reallöhne hat hinnehmen müssen, so liegt ein wesentlicher Grund dafür in der Politik ihrer Organisationen, der Gewerkschaften. Deren sozialdemokratische Führungen, eng verschmolzen mit dem kapitalistischen Staatsapparat und auf das von den Kapitalisten diktierte 'gesamtwirtschaftliche Interesse' eingeschworen, organisierten die Niederlage der Arbeiterklasse. Von vornherein steuerten sie auf einen Abschluß zu, der in Höhe der Schillerschen Lohnleitlinien lag und wandten alle Mühe auf, weitergehende Forderungen aus den Betrieben abzuwürgen. Der von ihnen angestrebte Lohnleitlinien-Pakt mit den Kapitalisten wurde von diesen jedoch ausgeschlagen. Diese fühlten sich stark genug, die Abschlüsse noch weiter zu drücken, und sie konnten ihr Ziel auf dem Umweg über eine längere Laufzeit erreichen. Die Politik dieser sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer ist dabei so offen auf den Pakt mit den Kapitalisten und ihrem Staat aus, daß sie selbst bereit sind, die erreichten Reallöhne der Arbeiter als Morgengabe darin einzubringen. Zum Streik war die IG-Metall-Führung erst dann bereit, als die auftrumpfenden Metallkapitalisten mit provokativ niedrigen Angeboten und der Ablehnung aller noch so kärglichen Schlichtungssprüche, das Vertrauen der Gewerkschaftsmitglieder in ihre Führungen nachhaltig zu erschüttern drohte. Aber auch dann noch haben sie den Kampf auf einen Bezirk beschränkt und selbst dort nur schwerpunktmäßig streiken lassen. Die gesammelte Kraft der westdeutschen Metallarbeiter wurde nicht mobilisiert.

Aus diesen Erfahrungen muß der Schluß gezogen werden, daß die klassenbewußten Arbeiter den Kampf aufnehmen müssen gegen die sozialdemokratische Linie der Klassenversöhnung in den Gewerkschaften, FÜR DIE GEWERKSCHAFTEN ALS KAMPFORGANISATIONEN DER ARBEITERKLASSE. Wenn dieser Kampf nicht geführt wird, wenn de fortschrittlichen Arbeiter und Angestellten nicht daran gehen, starke und kampfbereite Vertrauenskörper (VLK, d.Vf.) schaffen, bei den Betriebsratswahlen (BRW, d.Vf.) die klassenbewußten Kollegen zu wählen und den entscheidenden Kampf um jedes Stück innergewerkschaftlicher Demokratie zu führen, dann wird die Arbeiterklasse auch in den Tarifrunden des kommenden Jahres auf die Lohnleitlinien festgenagelt werden; dann wird die konzertierte Aktion zwischen den Kapitalisten, der Bundesregierung und den Gewerkschaftsführungen beim Abbau der Reallöhne neue Triumphe feiern. Darum darf es im kommenden Jahr keine Verzögerung bei der Vorbereitung der Tarifrunden geben. Aus den Erfahrungen des letzten Jahres zu lernen heißt, frühzeitig Forderungen in den Betrieben aufstellen und diese breit zu diskutieren, damit Nacht-und-Nebel-Abschlüsse der Vorstände erschwert werden. Es heißt weiter, deutlich zu machen, daß sich die Lohnforderungen der Arbeiter nicht nach dem Wohlergehen der kapitalistischen Konjunktur richten dürfen, sondern einzig nach den Interessen der Arbeiter und nach der Stärke, die sie zur Durchsetzung ihrer Forderungen entwickeln können. Und es heißt zum dritten, gegen die Zersplitterung der Kampfkraft nach Bezirken die Taktik der überbetrieblichen Warnstreiks zu setzen. Wenn die Kapitalistenverbände in Baden-Württemberg durch niedrige Angebote zu Warnstreiks provozieren, so brauchen die Arbeiter in Bremen nicht zu warten, bis sie von 'ihren' Kapitalisten ebenso provoziert werden, sondern können sich sofort mit ihren Kollegen in anderen Bezirken verbinden.

Im Hinblick auf die anstehenden Tarifrunden werden wir am 1. Mai die Losungen propagieren:

KAMPF DEM ABBAU DER REALLÖHNE!
RAUS AUS DER KONZERTIERTEN AKTION!
WEG MIT DEN LOHNLEITLINIEN!

Kämpfe zur Verteidigung ihres wirtschaftlichen Lebensniveaus werden die westdeutschen Arbeiter im kommenden Jahr aber nicht bis zu den Tarifrunden hinausschieben können. Schon heute werden die Vorgabezeiten gekürzt, die Löhne durch ständige Umbesetzungen gedrückt; die Arbeitshetze wird größer. Die Angst um den Arbeitsplatz führt dazu, daß kranke Kollegen sich nicht auskurieren. Zugleich steigen die Unfallquoten. Auf der AG Weser (IGM-Bereich - vgl. März 1972, d.Vf.) fielen in sechs Monaten sieben Kollegen dem mörderischen Arbeitstempo zum Opfer (einschließlich Wegeunfälle), jeden Monat erleiden 80 Kollegen Arbeitsunfälle. Ihren sinkenden Profitraten suchen die Kapitalisten zu begegnen durch Rationalisierung auf den Knochen der Arbeiter. Gegen diese ständigen Angriffe der Kapitalisten werden sich die Arbeiter der einzelnen Betriebe in dauernden Kleinkämpfen zur Wehr setzen müssen. Hier besonders brauchen sie einen Betriebsrat, der ihnen in den Abwehrkämpfen zur Seite steht und nicht mit der Geschäftsleitung gemeinsame Sache macht.

Kapitalistische Krise und Rationalisierung bedeuten für die Arbeiterklasse zugleich: Betriebsstillegungen, Kurzarbeit und Massenentlassungen. Während die Ausbeutung des in Arbeit befindlichen Teils des Proletariats verschärft wird, wird ein anderer Teil aus dem Produktionsprozeß ausgestoßen und muß von Arbeitslosen- und Kurzarbeitsgeld leben.

Im letzten Jahr haben die Arbeiter zunehmend den Kampf gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze und gegen die Vernichtung von Produktionsmitteln aufgenommen. Bei aller Entschlossenheit, mit der dieser Kampf geführt wird, können die Arbeiter im Kapitalismus Stillegungen aber nicht dauerhaft verhindern. Solange sie nicht die kapitalistische Produktionsweise insgesamt bekämpfen, kämpfen sie nur gegen die Auswirkungen eines Übels und nicht gegen das Übel der ständig von Krisen geschüttelten Profitwirtschaft selbst. Aber im ständigen Kampf gegen die Auswirkung der kapitalistischen Rationalisierung auf die Arbeiter kann die Arbeiterklasse die Folgen für ihre Lebensbedingungen mildern, und sie gewinnt die Kraft, um ihre große Aufgabe, um den Kampf um den Sozialismus angehen zu können. Darum gilt es, diesen Kampf im kommenden Jahr fester zu organisieren und auch die Arbeiter nicht unmittelbar betroffener Betriebe in die Front gegen Stillegungen und Massenentlassungen einzubeziehen. Nur bei breiter solidarischer Unterstützung werden von Entlassung bedrohte Arbeiter ihre Übergangsforderungen nach Umschulung bei vollem Lohn, Lohnfortzahlung für ein weiteres Jahr, Beschaffung neuer Arbeitsplätze durchsetzen können. Nur im breiten Kampf aller Arbeiter wird der ständigen Verschärfung der Akkordhetze in den einzelnen Betrieben wirkungsvoll begegnet werden können.

GEGEN PRÄMIEN- UND AKKORDHETZE! FÜR DIE ERHÖHUNG DER STUNDENLÖHNE!
GEGEN KURZARBEIT, ENTLASSUNGEN UND STILLEGUNGEN DIE EINHEITLICHE KAMPFFRONT DER ARBEITERKLASSE!

Die Kapitalisten haben im vergangenen Jahr nicht nur den Angriff auf das wirtschaftliche Lebensniveau der Arbeiterklasse vorgetragen, den sie im kommenden Jahr fortsetzen müssen. Als erfahrene Klassenkämpfer wissen sie, daß der Abbau der Reallöhne ohne Kämpfe nicht durchsetzbar ist. Auf diese Kämpfe und auf die Sicherung des westdeutschen Imperialismus in den Stürmen des nächsten Jahrzehnts bereiten sie sich politisch vor durch den weiteren Ausbau des staatlichen Unterdrückungsapparates und durch die Beseitigung demokratischer Rechte, die ihre Bewegungsfreiheit beim Schlag gegen die Arbeiterklasse und deren Organisationen behindern könnten. Deshalb die Zentralisierung und militärische Ausrüstung der Polizei, deshalb das Zur-Schau-Stellen ihrer bewaffneten Macht in den Städten bei allen nur denkbaren Anlässen, deshalb das Bundesgrenzschutzgesetz (BGS - vgl. 22.6.1972, d.Vf.), wonach diese militärisch ausgerüstete Freiwilligentruppe nun auch legal als Bürgerkriegsarmee eingesetzt werden kann. In diesen Maßnahmen wird das unter demokratischer Hülle verborgene Wesen des bundesrepublikanischen Staates erkennbar: Bewaffnete Diktatur der Kapitalistenklasse über die Arbeiterklasse zu sein.

Maßnahmen zur Stärkung und Sicherung der staatlichen Gewaltmaschine, ihre Anpassung an die wechselnden Bedingungen des Klassenkampfes sind das ständige Geschäft aller kapitalistischen Regierungen. Für die westdeutsche Kapitalistenklasse und ihren Staat erhalten diese Maßnahmen aktuell besondere Bedeutung durch das ständige Anwachsen der antimilitaristischen Bewegung in der Jugend. Von Monat zu Monat steigt die Zahl der Kriegsdienstverweigerer (KDV, d.Vf.) und die wehrpflichtigen Soldaten in den Kasernen widersetzen sich immer entschlossener militärischem Drill und politischer Indoktrinisierung. Ihre 'Disziplinlosigkeit' ist Gegenstand ständiger Klage bei den Truppenkommandeuren und sorgenvoller Beratungen im Bundestag. Vorläufig ist diese Bewegung noch spontan, aber heute schon erkennt die westdeutsche Bourgeoisie die Gefahr die ihr entsteht, wenn die Arbeiterjugend und die Jugend andrer Schichten unseres Volkes nicht mehr bereit ist, sich gegen ihre Klasse bewaffnen zu lassen oder gar die Waffen im eigenen Interesse anwendet. Darum die Anstrengungen, militaristische Propaganda in Schulen und Berufsschulen zu tragen (WKE, d.Vf.). Darum der Versuch, sich in Polizei und Bundesgrenzschutz bürgerkriegsgeübte Freiwilligentruppen aufzubauen. Der Ausbau des bewaffneten Arms der Bourgeoisie richtet sich gegen die gesamte Arbeiterschaft. Darum ist der antimilitaristische Kampf, den Teile der Arbeiterjugend heute aufgenommen haben, eine Sache der ganzen Klasse. Sein Ziel kann nicht sein Demokratisierung der Armee, sein Ziel ist die Aushöhlung und schließliche Zerschlagung der bewaffneten Macht der Kapitalistenklasse. Darum stellen wir die Parole auf:

KAMPF DEM MILITARISMUS! KAMPF DEM POLIZEITERROR!

Die Kapitalisten sind sich bewußt, daß sie Klassenkämpfe in den nächsten Jahren nicht durch Zugeständnisse werden verhindern können. Aber sie wissen zugleich, daß die Arbeiterklasse in ihren Kämpfen nur siegen kann, wenn sie sich organisiert und zum bewußten Kampf zusammenschließt. Darum gilt ihr konzentrierter Haß den Arbeiterorganisationen, die sie in jedem ihrer selbständigen Schritte zu behindern suchen. Zwei Taktiken werden dazu gleichzeitig angewandt: Die ideologische, politische und organisatorische Bindung der Arbeiterorganisationen an die Interessen der Bourgeoisie und ihre Einrichtungen, insbesondere an den bürgerlichen Staat. Und zum anderen der Einsatz des bürgerlichen Staates mit seinen Gesetzen, seiner Justiz und Polizei gegen die Arbeiterorganisationen bis zu ihrem Verbot und ihrer versuchten Zerschlagung. Haupthebel der Kapitalistenklasse bei der Anwendung der ersten Taktik ist die Sozialdemokratie mit ihrem Einfluß auf die Gewerkschaftsführungen und einen großen Teil des gewerkschaftlichen Funktionärskörpers. Aber völlig können sich die Kapitalisten des Erfolgs dieser Taktik niemals sicher sein. Selbst wenn die Gewerkschaften beherrscht sind von der Politik der Klassenzusammenarbeit, selbst wenn sie über ihre sozialdemokratischen Funktionäre mit tausend Fesseln auch organisatorisch an den bürgerlichen Staat gebunden sind, bis zur direkten Zusammenarbeit von Verfassungsschutz (VS, d.Vf.) und Gewerkschaftsfunktionären gegen fortschrittliche Kollegen, selbst wenn die Sozialdemokraten über die Gewerkschaften unentwegt bürgerliche Ideologie in die Arbeiterklasse tragen, selbst dann bleibt die Tatsache bestehen, daß in den Gewerkschaften Millionen von Arbeitern organisiert sind, deren Interessen denen der Kapitalisten unversöhnlich gegenüberstehen. Darum bleiben die Kapitalisten auch gegenüber gezähmten Gewerkschaften mißtrauisch, darum behalten sie sich auch gegenüber den Gewerkschaften die Anwendung ihrer zweiten Taktik vor: Dieselben sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer, die sie in der konzertierten Aktion an ihren Verhandlungstisch locken, bekommen von ihnen einen Tritt, wenn sie unerwünscht in den Betrieben auftauchen wollen. Das neue Betriebsverfassungsgesetz stellt ihnen nach wie vor alle Mittel bereit, um den Gewerkschaftsvertretern den Zutritt zum Betrieb zu verweigern.

Die Kapitalistenklasse führt so gleichzeitig den Kampf um die politische Beherrschung der Gewerkschaften und den Kampf gegen die Gewerkschaften als Organisationen der Arbeiterklasse. Ihr wütendster Haß aber gilt denjenigen Organisationen der Arbeiterklasse, die den Kampf gegen die bürgerliche Linie in den Gewerkschaften aufnehmen, die den Sturz der Kapitalistenherrschaft und den Aufbau des Sozialismus propagieren. Ihr wütendster Haß gilt den Kommunisten. Um jeden Preis wollen sie verhindern, daß in der Arbeiterklasse offen die Auseinandersetzung um die richtige Linie in der Arbeiterbewegung geführt wird. Darum haben sie von willfährigen Richtern 1956 (vgl. 17.8.1956, d.Vf.) das KPD-Verbot aussprechen lassen und halten es bis heute als ständige Drohung aufrecht, darum fordern sie das Verbot der DKP, darum halten sie Verfassungsschutz und politische Polizei (PoPo - K14, d.Vf.) ständig in Aktion, um die Tätigkeit der kommunistischen Gruppen zu verfolgen, darum haben sie im neuen BVG wiederum das Verbot parteipolitischer Betätigung im Betrieb durchgesetzt, darum werden die Arbeiter, die im Interesse ihrer Klasse handeln, entlassen und auf schwarze Listen gesetzt.

Im Kampf zur Verteidigung der demokratischen Rechte steht die westdeutsche Arbeiterklasse nicht allein. Mit ihr kämpfen fortschrittliche Beamte und Lehrer, die sich des politischen Berufsverbots im öffentlichen Dienst (BV im ÖD, d.Vf.) zu erwehren haben, mit ihr kämpfen große Teile der Studenten, die sich dagegen stemmen, daß ihre Ausbildung an den Hochschulen im Interesse des Kapitals reglementiert und politisch zensiert wird. Die Arbeiterklasse muß den Kampf zur Verteidigung der demokratischen Rechte führen, um sich ihre gewerkschaftliche und politische Betätigungs- und Organisierungsfreiheit ständig neu zu sichern. Sie muß den Kampf um die demokratischen Rechte des Volkes führen, um sich innerhalb des kapitalistischen Staates zusammenzuschließen und organisieren zu können für den Sturz der Ausbeuterordnung und des Staates, der sie schützt. Dabei wird sie jede Bewegung anderer Klassen unseres Volkes, die sich gegen den Abbau demokratischer Rechte wendet, unterstützen. Ja mehr noch, sie wird in diesem Kampf allen anderen Klassen unseres Volks vorangehen. Weil sie als einzige Klasse keine Privilegien zu verlieren hat, kann allein die Arbeiterklasse den Kampf um die Demokratie konsequent und ohne Hintergedanken führen, bis zur breitesten Demokratie für die Massen in der sozialistischen Räterepublik.

Die Arbeiterklasse führt gegenwärtig Abwehrkämpfe gegen die Bourgeoisie zur Verteidigung der Rechte des Volkes innerhalb des bürgerlichen Staates. Und diese demokratischen Abwehrkämpfe werden heute keineswegs von der gesamten Klasse getragen, sondern wesentlich von der Arbeiterjugend, die in diesen Kämpfen als Vorhut ihrer Klasse auftritt. Am 1.Mai haben wir die Aufgabe, die nächsten Schritte im demokratischen Kampf gegen den kapitalistischen Staat in der Arbeiterklasse zu propagieren.

FÜR FREIE POLITISCHE UND GEWERKSCHAFTLICHE BETÄTIGUNG IN BETRIEBEN UND BEHÖRDEN, IN SCHULEN, HOCHSCHULEN UND IN DER ARMEE!
WEG MIT DER FRIEDENSPFLICHT FÜR DIE BETRIEBSRÄTE!
SCHLUSS MIT DEN POLTISCHEN ENTLASSUNGEN!
VOLLE POLITISCHE ORGANISATIONSFREIHEIT FÜR DIE ARBEITERKLASSE!
FÜR DIE AUFHEBUNG DES KPD-VERBOTS!

In den Kämpfen zur Verteidigung der demokratischen Rechte des Volkes wird die westdeutsche Arbeiterklasse die Kraft schöpfen für den schließlichen Sturz der Kapitalistenherrschaft und die Errichtung der Arbeitermacht.

Noch sind es einzelne fortschrittliche Arbeiter, die die Notwendigkeit der politischen Organisation der Klasse begreifen, die erkennen, daß die Lage der Arbeiterklasse grundsätzlich nur geändert werden kann, wenn sie sich parteimäßig gegen die Kapitalisten und ihre Ausbeuterordnung stellt. Es ist aber im Interesse der gesamten Klasse, wenn die fortschrittlichsten Arbeiter sich heute zu politischen Organisationen zusammenschließen, die versuchen auf der Grundlage des wissenschaftlichen Sozialismus den Kampf der Arbeiter gegen die Kapitalisten auf eine höhere und bewußtere Stufe zu heben. Im Interesse der gesamten Klasse ist es, wenn diese Arbeiter die Auseinandersetzung um den Aufbau der revolutionären kommunistischen Partei in Westdeutschland führen, welche für unser ganzes Land die Kämpfe der Arbeiterklasse zusammenfassen und vorwärtstreiben kann. Darum rufen wir am 1.Mai nicht nur dazu auf, den gewerkschaftlichen Kampf und den demokratischen Kampf um die Rechte der Volksmassen entschiedener zu führen, wir fordern zugleich die Arbeiter auf, welche die Notwendigkeit einer selbständigen, organisierten Klassenpolitik erkannt haben, sich zu kommunistischen Zirkeln und Organisationen zusammenzuschließen und den Kampf für die revolutionäre kommunistische Partei der westdeutschen Arbeiterklasse aufzunehmen.

Gegen den verschärften Lohnabbau, gegen den wachsenden Polizeiterror, gegen die Verfolgung von Kommunisten und Demokraten gilt es, den Kampf immer fester und einheitlicher zu organisieren.

Am 1.Mai wird die Arbeiterklasse ihre Stärke und ihre Kampfentschlossenheit demonstrieren. Den politischen und ökonomischen Angriffen der herrschenden Klasse wird sie in Demonstrationen und auf Kundgebungen in allen Ländern der Welt ihre Macht entgegensetzen.

GEGEN DIE ANGRIFFE DER KAPITALISTENKLASSE DIE EINHEITLICHE KAMPFFRONT DER ARBEITERKLASSE!"

Enthalten ist auch auf den beiden Mittelseiten ein vermutlich für Wandzeitungen gedachtes Foto-Blatt, auf dem unter der großen Überschrift "Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!" Fotos mit folgenden Beschreibungen zu finden sind:
- "Das vietnamesische Volk konnte unter der Führung der provisorischen Revolutionsregierung (PRR, d.Vf.) die Pläne des US-Imperialismus zur 'Vietnamisierung' des Krieges, d.h. zur Stärkung des Marionettenregimes zunichte machen. Mit seinem jahrzehntelangen Kampf um nationale Unabhängigkeit, Demokratie und Sozialismus ist es an die Spitze der revolutionären Bewegung in der ganzen Welt geraten."
- "In den Massendemonstrationen, Barrikadenkämpfen und bewaffneten Einzelaktionen führt der katholische, am meisten ausgebeutete Teil des irischen Proletariats seinen Kampf für nationale Unabhängigkeit vom englischen (britischen, d.Vf.) Imperialismus, für Demokratie und Sozialismus in ganz Irland."
- "280 000 englische Bergarbeiter konnten mit einer glänzenden Streiktaktik und machtvollen Demonstrationen die Lohnstop-Politik des kapitalistischen Staates zerbrechen."
- "Die französischen Arbeiter haben mit Betriebsbesetzungen bei Renault und in anderen Werken auf die Verschärfung der kapitalistischen Widersprüche und die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen geantwortet. Hunderttausende von ihnen solidarisierten sich mit dem Protest gegen die Ermordung des Genossen Overney durch die Werkspolizei."
- "Bolivianische Grubenarbeiter setzten sich mit Dynamitpatronen gegen einen von den USA inszenierten Militärputsch zur Wehr. Ihre zeitweilige Niederlage wird sie lehren, daß sie ihre Lage nur verbessern und ihre Organisationen nur verteidigen können, wenn sie sich bewaffnen."
- "Die Völker Afrikas erwachen. Frelimokämpfer in Mozambique bringen der von Westdeutschland unterstützten portugiesischen Kolonialmacht immer neue Niederlagen bei."
- "Die Völker von Laos und Kambodscha haben den bewaffneten Kampf gegen den Überfall des US-Imperialismus auf ihre Länder und gegen die mit den USA paktierenden einheimischen Marionetten aufgenommen. Kambodscha ist bis auf die größeren Städte befreit, in Laos wurde die Ebene der Tonkrüge von der Volksbefreiungsarmee zurückerobert."
- "In der ganzen Welt treten die Frauen in die Politik. Afrikanische Frauen, die in der alten Stammes- und Kolonialgesellschaft wie Tiere gehalten wurden, demonstrieren in Tansania für ihre Rechte und für den Befreiungskampf der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus."
- "Zum ersten Mal ist das schwarze Proletariat Afrikas in den Kampf gegen seine kapitalistischen Ausbeuter getreten: Ovamboarbeiter streikten in Namibia gegen die Sklavenhändlermethoden der südafrikanische (azanischen, d.Vf.) Kapitalisten."
- "Die italienische Arbeiterklasse führt seit Jahren den Kampf gegen Verschärfung der Akkordhetze, für höhere Stundenlöhne und kürzere Arbeitszeit. Sie lernt gegenwärtig nach den Betriebsbesetzungen vom Herbst 1969, daß sie ihre Kraft gegen den kapitalistischen Staat richten muß, wenn sie sich der bezahlten faschistischen Schlägertrupps erwehren will."
- "Alle Macht kommt aus den Gewehrläufen! Diese Lehre hat das Volk von Angola beherzigt und den bewaffneten Kampf gegen die portugiesischen Kolonialherren aufgenommen."
Q: Wahrheit Nr. 3, Bremen Apr. 1972, S. 1ff

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03.04.1972:
Der Kommunistische Bund Bremen (KBB - vgl. 3.4.1972) berichtet:"
DER KAMPF DER WERKTÄTIGEN FRAUEN

Die werktätigen Frauen in unserem Land haben im vergangenen Jahr ihr Haupt erhoben. Sie haben verstärkt am ökonomischen Abwehrkampf der Arbeiterklasse in allen Teilen der großen Industrie teilgenommen und sie haben in vielen Städten der Bundesrepublik, ohne Rückhalt in den bürgerlichen Parteien, zahllose Versammlungen und Demonstrationen für die Abschaffung des reaktionären Abtreibungsparagraphen durchgeführt. Sie haben in diesen Aktionen eine solchen Mut und eine so hohe Kampfbereitschaft gezeigt, daß es ihnen gelungen ist, in wenigen Monaten viele tausende von Frauen und Männern zu einer großen Massenbewegung zusammenzuschmieden im Kampf gegen die reaktionäre und faschistische Ideologie der bürgerlichen Herren von der Justiz, der schwarzen Kirchenmänner und der hohen Herren im weißen Kittel, die auf dem Elend der Frauenmassen sich ihre Luxusvillen errichten.

Die Ursache für den vielfältigen Aufbruch der werktätigen Frauen in der Bundesrepublik liegt in der Stellung der Frauen in der kapitalistischen Klassengesellschaft. Von dem Augenblick an, wo die Frau im vergangenen Jahrhundert mit Beginn des Kapitalismus aus ihrer dumpfen Haussklaverei in der Familie heraustrat und an der gesellschaftlichen Produktion teilnahm, von diesem Augenblick an bekam sie ihre jahrtausendelange Rechtlosigkeit im öffentlichen Leben und ihre Isolierung von der Gesellschaft auf das brutalste zu spüren. Die kapitalistische Produktionsweise stürzte die alte Arbeitsteilung in der Familie der Bauern und der Handwerker völlig um. Die industrielle Massenproduktion von Konsumgütern drückte der alten Hauswirtschaft der Frauen den Stempel der Unproduktivität und der Rückständigkeit auf. Massenhaft strömten die Frauen des sich bildenden Proletariats und zu Anfang auch ihre Kinder in die Fabriken. Indem die große Industrie 'alle Glieder der Arbeiterfamilie auf den Arbeitsmarkt wirft, verteilt sie den Wert der Arbeitskraft des Mannes über seine ganze Familie. Sie entwerte daher seine Arbeitskraft. Der Ankauf der in vier Arbeitskräfte z.B. parzellierten Familie kostet (den Kapitalisten) vielleicht mehr als früher der Ankauf der Arbeitskraft des Familienoberhauptes, aber dafür treten vier Arbeitstage an die Stelle von einem… Vier müssen nun nicht nur Arbeit, sondern Mehrarbeit für das Kapital liefern, damit eine Familie LEBE.' (Marx, Das Kapital, I.Band, S.414). Wirft also der Kapitalismus gleich zu Anfang die große Masse der Frauen wie die Männer in den gleichen Zustand des Proletariers, so ist doch die Lage der Proletarierin ungleich elender als die des Proletariers. Denn von Anfang an gesteht der Kapitalist den Frauen der Arbeiterklasse das Recht auf Arbeit nicht zu. Bis hinein in das sogenannte Gleichberechtigungsgesetz vom 18.6.1957 entlarvt die Kapitalistenklasse, welchen Nutzen sie immer neu aus der Jahrtausende alten Unterjochung der Frauen zieht. In diesem Gleichberechtigungsgesetz steht ausdrücklich drin: 'Es gehört zu den Funktionen des Mannes, daß er grundsätzlich der Erhalter und Ernährer der Familie ist, während es die Frau als ihre vornehmste Aufgabe ansehen muß, das Herz der Familie zu sein'. Diese Ideologie von der patriarchalischen Stellung des Mannes, die im totalen Widerspruch steht zum tatsächlichen Verhältnis der Frauen und Männer des Proletariats, versucht die Kapitalistenklasse geschickt sich dienstbar zu machen. Einerseits erlaubt der Paragraph 1 356 des arbeiterfeindlichen Gleichberechtigungsgesetzes den Frauen nur solange eine Erwerbstätigkeit, als dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist. Andererseits verpflichtet der Paragraph 1 360 der Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB,d.Vf.) die Frauen zur Arbeit, wenn der Verdienst des Mannes zum Unterhalt der Familie nicht ausreicht. Beide Paragraphen des frauen- und arbeiterfeindlichen Gleichberechtigungsgesetzes zementieren mit der patriarchalischen Stellung des Mannes gegenüber der Frau zugleich auch die Stellung der Arbeitskraft der Frauen in der Reservearmee der Kapitalisten, ihre Stellung als am meisten ausgebeutete Lohnarbeiter des Proletariats.

DIE FRAUEN SIND DIE BILLIGSTEN LOHNSKLAVEN

Etwa 30% aller Arbeiter sind Frauen. Ebenso hoch ist ihr Anteil an den Angestellten. 20% dieser Arbeiterinnen und anderen werktätigen Frauen verdienen monatlich weniger als 300 Mark, 70% verdienen weniger als 600 Mark, während die Männer der werktätigen Schichten durchschnittlich zwischen 800 Mark und 1 200 Mark im Monat nach Hause bringen (Frankfurter Rundschau (FR,d.Vf.) 7.3.1972). Das bedeutet, daß eine Arbeiterin, vor allem wenn sie Kinder hat, sich nur mit Hilfe ihres Mannes ernähren kann. Hat sie keinen Mann, so steht sie am Rande des Hungers.

90% aller Arbeiterinnen haben keine oder nur eine Anlernausbildung, genauso sieht es für die weiblichen Angestellten aus, die die unteren Positionen der Bürobetriebe ausfüllen. 60% der Arbeiterinnen arbeiten im Akkord. Fast 10% aller dieser Arbeiterinnen unter 30 Jahren sind kreislaufkrank. Das ist ein mehr als doppelt so hoher Anteil an Kreislauferkrankungen als bei den Arbeitern derselben Altersgruppe (Sozialenquete der Bundesregierung). Die großen nervlichen und psychischen Anspannungen, die die immer größere Rationalisierung gerade der Frauenarbeitsplätze mit sich bringt, untergräbt die Gesundheit der Frauen der Arbeiterklasse. Viele landen mit 30 Jahren in den sogenannten Schlafwagenabteilungen der großen Betriebe, weil sie rundum ausgepowert sind. Hier arbeiten sie dann den Rest ihres Lebens für den miesesten Stundenlohn.

Die Frau - das Herz der Familie - ist in Wahrheit der am meisten geschundene und billigste Lohnsklave in unserer Gesellschaft, aus dessen Knochen die Kapitalistenklasse Jahr für Jahr 7,8 Milliarden Extraprofite herausholt, indem diesen Lohnsklaven die Lohngleichheit mit den anderen männlichen Lohnarbeitern verweigert wird.

Obwohl das Bundesarbeitsgericht (BAG - vgl. 1955,d.Vf.) im Rahmen der Entwicklung des sogenannten Gleichberechtigungsgesetzes bereits 1955 Frauenlohngruppen und Frauenabschlagsklauseln in Tarifverträgen verboten hat, verstehe es fast alle Kapitalisten bis heute in großem Maßstab die Lohngleichheit zu umgehen. An die Stelle der früheren Frauenlohngruppen sind die sogenannten Leichtlohngruppen getreten, die an Tätigkeitsmerkmale wie körperlich leichte Arbeit gebunden sind. Diese Merkmale werden aber fast ausschließlich auf Frauenarbeit angewendet.

'JAHR DER ARBEITNEHMERINNEN' BEGINNT MIT EINEM VERRAT

Die Fessel der Leichtlohngruppen, die die Frauen der Arbeiterklasse häufig bis an den Rand des ökonomischen Ruins bringt, muß gesprengt werden.

Der Aufschwung der Bewegung der werktätigen Frauen im vergangene Jahr hat deshalb die Losung WEG MIT DEN LEICHTLOHNGRUPPEN an ihre Fahnen geheftet. In der Lohnrunde der Metaller (MTR der IGM,d.Vf.) im letzten Herbst waren der Druck und die Bereitschaft in den Betrieben sehr groß, den Kampf gegen die Leichtlohngruppen zusammen mit dem Kampf um die Erhöhung der Tariflöhne aufzunehmen. Für das Tarifgebiet Unterweser stand dieser Kampf auch schon deshalb ins Haus, weil im Herbst gleichzeitig mit dem Lohntarifvertrag der Lohnrahmentarifvertrag abgelaufen war, in dem die Leichtlohngruppen zementiert sind: Im Herbst wurde die Kampfbereitschaft der Arbeiterinnen und Arbeiter, endlich Maßnahmen gegen die Leichtlohngruppen zu eröffnen, von der Gewerkschaftsspitze abgewiegelt. Wir können nicht gleichzeitig höheren Lohn und die Abschaffung der Leichtlohngruppen durchsetzen, denn dann werden die Kapitalisten unsere eine Forderung gegen die andere ausspielen, so war die Rede der Gewerkschaftsführung im Herbst. Und dies hat vielen Kollegen zunächst mal eingeleuchtet. Nun aber sind viele Monte vergangen, und auch in Hamburg ist seit Dezember (vgl. Dez. 1971,d.Vf.) der Lohnrahmentarifvertrag ausgelaufen, in beiden Gebieten herrscht tarifloser Zustand - und nichts geschieht. So jedenfalls sieht es für Kolleginnen und Kollegen aus, die nicht in der Tarifkommission der IG Metall für das Gebiet Unterweser sitzen.

Der Kampf der werktätigen Frauen in unserem Land ist der Gewerkschaftsführung nicht verborgen geblieben. Sie tarnt sich als Vorkämpferin für die Verbesserung der Lage der Frauen und erklärt das Jahr 1972 zum 'Jahr der Arbeitnehmerin'. Aber was geschieht wirklich? Kaum noch hat die Propaganda für das 'Jahr der Arbeitnehmerin' mit großem Getöse begonnen, da sind hinter dem Rücken der Arbeiterklasse die Würfel über den Kampf gegen die Leichtlohngruppen schon gefallen. Die Gewerkschaftsspitze hat sich mit den Kapitalisten geeinigt, daß der Kampf gegen die Leichtlohngruppen das ganze 'Jahr der Arbeitnehmerin', nämlich bis zum 31.Dezember 1972 NICHT geführt wird (jedenfalls im Tarifgebiet Unterweser). Abermals wird der Kampf verschoben um ein ganzes Jahr. Nur die große taktische Gebärde vom Herbst versteht die Gewerkschaftsführung nicht mehr zu entwickeln, um diese neuerliche Vertagung des Kampfes zu begründen. Deshalb konnten auch nur wenige Eingeweihte auf einem nüchternen Flugblatt erfahren, was die IG-Metallführung für diese Vertagung des Kampfes eingehandelt hat: Für den Verzicht auf den Kampf um die Abschaffung der Leichtlohngruppen erklären sich die Kapitalisten bereit, die Leistungszulage der Stundenlöhnerinnen bis 1974 stufenweise von 14 auf 20% zu erhöhen. DAS ist der Tropfen auf den heißen Stein, den die Gewerkschaft verständlicherweise nicht zu propagieren wagt. Im Gegensatz zu den Führungen der IG Metall werden wir uns nicht scheuen, diesen Verrat am Kampf der Arbeiterklasse den Arbeitermassen bekanntzugeben. Wir werden uns nicht scheuen, es lauthals zu entlarven, daß das Jahr der Arbeitnehmerin mit einem Verrat durch die Gewerkschaftsführung eingeläutet wurde, und daß nur der Kampf dieser Heuchelei ein Ende setzen kann. Deshalb fassen wir den Kampf der Arbeiterinnen und an ihrer Seite den Kampf aller männlichen Kollegen zum diesjährigen 1.Mai erneut unter der Losung zusammen:

WEG MIT DEN LEICHTLOHNGRUPPEN

GLEICHER LOHN FÜR MÄNNER UND FRAUEN

Indem die Gewerkschaftsführung die abermalige Vertagung des Kampfes gegen die Leichtlohngruppen nicht zu begründen weiß, zeigt sie, daß in ihren Köpfen sich die reaktionäre Ideologie der Bourgeoisie von der Minderwertigkeit der Frauen und ihrer Arbeitskraft immer neu durchsetzt. 'Das alte Herrenrecht lebt versteckt weiter' (Lenin), auch in den Köpfen der Gewerkschaftsspitze, die mit einem kurzen Kuhhandel die Einheit der Arbeiterklasse leichtfertig aufs Spiel setzt. Die bewußten Frauen und Männer der Arbeiterklasse wissen, daß die Ideologie von der Vorherrschaft des Mannes mit dem Kampf der Arbeiterklasse und mit ihren Zielen unvereinbar ist, daß diese Ideologie die Einheit der Klasse spaltet, und daß sie die Kampfkraft der gesamten Klasse schwächt. Nur wenn diese gefährliche Ideologie der Bourgeoisie in all ihren Erscheinungsformen offensiv bekämpft wird, wird die besonders scharfe Unterdrückung der werktätigen Frauen in unserer Gesellschaft ihren besonderen heroischen Kampfgeist entwickeln, den sie in allen Revolutionen gezeigt haben. Deshalb, sagt Lenin, schließt unsere Arbeit unter den Frauenmassen 'ein großes Stück Erziehungsarbeit unter den Männern in sich ein. Wir müssen den alten Herrenstandpunkt bis zur letzten, feinsten Wurzel ausrotten - in der Partei und bei den Massen'.

DIE HERRENIDEOLOGIE MUSS MIT STUMPF UND STIL AUSGEROTTET WERDEN

Die Bewegung der werktätigen Frauen gegen den Paragraphen 218 in unserem Land hat ihre Hauptstoßrichtung hin auf die Befreiung der Massen, insbesondere der Frauen aus den Fesseln der bürgerlichen Ideologie von der Überlegenheit des Mannes und von seiner von daher begründeten Vorherrschaft und Privilegierung in allen gesellschaftlichen Bereichen. In diesem Kampf der Aktionsgruppen 218, die sich in mehr als 50 Städten der Bundesrepublik gebildet haben, geht es um mehr als um die Streichung eines unmenschlichen Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch: hier wird an den Grundfesten der bürgerlichen Weltanschauung gerüttelt. Denn genauso wie im Jahre 1931 (vgl. 1931,d.Vf.), in der ersten großen Massenbewegung gegen den Paragraphen 218 unter Führung der Kommunistischen Partei, die hunderttausende von arbeitenden Menschen auf die Beine brachte, ringen die Weltanschauungen der beiden Hauptklassen unserer Gesellschaft miteinander. Damals wie heute wird die Forderung nach Gleichberechtigung der Frauen von der Bourgeoisie und ihren Lakaien in den Bischofskonferenzen, in den erlesenen wissenschaftlich-medizinischen Gremien, in der Drechselwerkstatt der Klassenjustiz und in den Redaktionsstuben der bürgerlichen Zeitungsschreiber als 'falsche Freiheit', als 'Verderbnis des weiblichen Empfindens und der Mutterwürde' demagogisch niedergemacht, was nur umso klarer die Hilflosigkeit der parasitären Bourgeoisie enthüllt. Heute wie damals greifen die werktätigen Frauen mit ihrer Forderung nach der Abschaffung des Paragraphen 218 mitten hinein in das verlotterte Chaos von reaktionären und faschistischen Ideologien, das die Bourgeoisie als untergehende Klasse einzig und allein noch zu produzieren vermag.

Die Existenz und die Anwendung des Paragraphen 218 zeigt besonders deutlich die entrechtete Lage der werktätigen Frauen in allen ihren Seiten auf. Die schwangere Frau ist der Willkür der Kapitalistenherrschaft wie kaum einer der Unterdrückten ausgeliefert. Bringt sie das Kind zur Welt, so kann sie es nicht ernähren, wenn sie schon zwei oder drei hat. Bringt sie das Kind zur Welt, so fällt der Akkordlohn in den letzten Monaten der Schwangerschaft weg, oder sie kann keine Überstunden mehr machen, und sie steht nach der Entbindung in der Gefahr, daß sie ihren Arbeitsplatz verliert oder einen schlechteren bekommt, wenn sie aus dem Krankenhaus zurückkehrt. Entscheidet sich die Frau, das Kind nicht zur Welt zu bringen, weil sie nicht weiß, wie sie dieses Kind auch noch hochbekommen soll, so setzt sie auf den Küchentischen der Kurpfuscher ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben aufs Spiel, denn sie kann keinen Tausender auf den Tisch eines ausgebildeten Arztes blättern. Diese Lage zeigt deutlich: die Frau hat in unserer Gesellschaft keine Möglichkeit, menschenwürdig mit ihren Kindern zu leben und zu arbeiten. Deshalb muß der Kampf der Arbeiterklasse um die Befreiung der Frauen am 1.Mai unter die Losung gestellt werden:

ERSATZLOSE STREICHUNG DES PARAGRAPHEN 218!

DEN KAMPF DER FRAUEN STARK MACHEN!

Der Kampf der Frauen in unserem Land hat einen großen Aufschwung genommen - viele großartige Kämpferinnen für die Sache der Frauen und für die Sache der Arbeiterklasse sind gewonnen worden, und in vielen Orten schreitet die Organisierung der Frauen voran.

Dieser Aufschwung der Frauenbewegung darf uns aber nicht hinwegtäuschen über die Schwächen, die die Frauenbewegung im augenblicklichen Stadium des Kampfes noch zeigt. Wir müssen uns diese Schwächen klar vor Augen führen, um sie überwinden zu können.

Die noch sehr junge Frauenbewegung in der Bundesrepublik ist gespalten in den ökonomischen Kampf um die Lohngleichheit, den die Gewerkschaftsführung ständig zu knebeln und abzuwiegeln versucht, und in den ideologischen Kampf der Aktionsgruppen gegen den Paragraphen 218, der eine starke organisierende Kraft bisher noch nicht entfalten konnte, weil er noch nicht verbunden ist mit dem politischen Kampf der Arbeiterklasse.

Wohl haben die in den Gewerkschaften organisierten Frauen auf der DGB-Frauenkonferenz im Juni 1971 (vgl. 11.6.1971,d.Vf.) mit überwältigender Mehrheit für die Abschaffung des Paragraphen 218 gestimmt und dadurch den Kampf der Aktionsgruppen 218 entschieden gestützt, wohl gibt es ebenso auf der anderen Seite in den Aktionsgruppen 218 starke Bestrebungen, in eine enge Bindung mit den Gewerkschafterinnen zu kommen. Dies zeigte sich auch auf dem Bundeskongreß der Aktion 218 im März dieses Jahres (vgl. März 1972,d.Vf.) in Frankfurt, wo 500 Frauen aus 35 Städten zusammengekommen waren, um die nächsten Schritte im Kampf gegen den Paragraphen festzulegen.

Aber solange die werktätigen Frauen nicht massenhaft in den Gewerkschaften kämpfen, solange andererseits die Aktionsgruppen gegen den Paragraphen 218 nicht eindeutig den kleinbürgerlichen Feminismus in ihren eigenen Reihen bekämpft haben, der ja nur das Gegenstück zum Herrenstandpunkt darstellt, solange droht die Bewegung der Frauen wieder in der totalen Zersplitterung in vielen kleinen Rinnsalen zu versiegen.

Deshalb, werktätige Frauen, erkämpft euch in den Auseinandersetzungen in euren Gruppen die Perspektive des Sozialismus, gegen die Beschränktheit des reinen Frauenstandpunktes. Nur durch die Befreiung der gesamten Gesellschaft aus Ausbeutung und Unterdrückung unter Führung der Frauen und Männer der Arbeiterklasse wird die Befreiung der Frauen zum Siege geführt werden können.

Führt den Kampf um die Einheit der Arbeiterklasse in den Gewerkschaften. Bekämpft dort den Herrenstandpunkt, der die Einheit der Klasse und der werktätigen Schichten spaltet. Organisiert euch in den Gewerkschaften.

FRAUEN! HERAUS ZUM 1.MAI!
REIHT EUCH EIN IN DIE KAMPFFRONT DER ARBEITERKLASSE!"
Q: Wahrheit Nr. 3, Bremen Apr. 1972, S. 19

17.04.1972:
In Bremen und Delmenhorst rief die Spartacus KJO auf zu ihrer Maiveranstaltung in Bremen um 19 Uhr 30 im Konsul-Hackfeld-Haus, Contrescarpe 101.
Q: KJO Spartacus: Aufruf, Delmenhorst o. J. (1972); KJO Spartacus: Metalltarifrunde für Auszubildende, Delmenhorst o. J. (1972), S. 2

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19.04.1972:
Die KPD berichtet heute:"
KOMMUNISTISCHER STUDENTENVERBAND (KSV) - KOMMUNISTISCHE STUDENTEN IM KAMPF FÜR DEN 1.MAI

Dem Maiaufruf der Partei folgend hat der Kommunistische Studentenverband an den Westberliner Universitäten und Hochschulen, an der Uni Hamburg, an der Ruhruniversität Bochum, der Uni Bonn und der PH Dortmund seine ganzen Aktivitäten auf die Mobilisierung der fortschrittlichen Studenten zu den Maidemonstrationen der KPD in Westberlin, Hamburg und Dortmund ausgerichtet.

In einer Reihe weiterer Universitäten, an denen der KSV seine Arbeit noch nicht aufgenommen hat, werden mit dem KSV sympathisierende Organisationen die Losungen der Partei unter der Masse der Studenten propagieren und zu den zentralen Demonstrationen der Partei aufrufen. So werden Lehrerstudenten an der PH Rheinland und Medizinstudenten an der Uni Köln, Genossen der Roten Zellen an der Uni Münster zur Demonstration in Dortmund aufrufen, das Kommunistische Studentenkollektiv (KSK,d.Vf.) an der PH Lüneburg und eine Sympathisantengruppe an der Bremer Uni zur Demonstration in Hamburg. …
GEGEN REFORMISMUS UND REVISIONISMUS - FÜR DIE REVOLUTIONÄRE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE - KPD!
FÜR DAS FESTE BÜNDNIS DER ARBEITERKLASSE MIT ALLEN UNTERDRÜCKTEN SCHICHTEN DES VOLKES IM KAMPF FÜR DIE SOZIALISTISCHE REVOLUTION!
VORWÄRTS BEIM NATIONALEN AUFBAU DES KSV!
VORWÄRTS ZUM 1.MAI!"
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19.4.1972, S. 5

24.04.1972:
Die AG Weser Betriebsgruppe des KB Bremen gibt die Nr. 9 ihres 'Brenner' (vgl. Apr. 1972, Mai 1972) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Heraus zum 1. Mai".
Q: Der Brenner Nr. 9, Bremen Apr. 1972, S. 1ff

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24.04.1972:
Bei Nordmende Bremen gibt der KB Bremen (KBB) vermutlich in dieser Woche seine 'Antenne' Nr. 7 (vgl. Apr. 1972, 3.6.1972) als Ausgabe zum 1. Mai heraus mit dem Leitartikel "Frauen und Männer gemeinsam zum 1. Mai!".

Weitere Artikel sind:
- ein Artikel zum 1. Mai auf Serbokroatisch;
- ein Aufruf zur Maiveranstaltung des KBB am 28.4.1972; sowie
- der Aufmarschplan für den 1. Mai.
Q: Die Antenne Nr. 7, Bremen 1972

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24.04.1972:
Bei Siemens Bremen gibt der KB Bremen (KBB) vermutlich in dieser Woche seinen 'Kern' Nr. 4 (vgl. 3.4.1972, Juni 1972) heraus mit dem Leitartikel "1. Mai ist Kampftag". Abgedruckt wird der Text der "Internationale".

Beigeheftet ist das KBB-Flugblatt "Geschlossen zum 1. Mai!".
Q: Der Kern Nr. 4, Bremen o. J. (1972); KBB: Geschlossen zum 1. Mai!, Bremen o. J. (1972)

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24.04.1972:
Das Sozialistische Aktionskollektiv (SAK) Clausthal-Zellerfeld gibt an der Robert Koch Schule (RKS) Clausthal-Zellerfeld vermutlich in dieser Woche die auf April datierte Nr. 6 seines Organs 'Rote Aktion' (vgl. 3.4.1972, Mai 1972) zum 1. Mai heraus. Berichtet wird u.a. von der Vorbereitung des 1. Mai 1972 in Bremen.
Q: Rote Aktion Nr. 6, Clausthal-Zellerfeld Apr. 1972, S. 5

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26.04.1972:
Der Kommunistische Bund Bremen (KBB - vgl. 3.4.1972) berichtete:"
VERSAMMLUNGSFREIHEIT?

Der KBB plant, am 26.April eine größere Veranstaltung durchzuführen, auf der wir unsere Linie zum 1.Mai vorstellen wollen und die aktuellen Fragen der westdeutschen Arbeiterbewegung diskutiert werden können. Für diese Veranstaltung haben wir bisher vergeblich einen größeren Raum zu mieten versucht. Absagen erhielten wir:
- in der 'Glocke', wo man uns sagte, für politische Veranstaltungen gäben sie ihren Raum nur an im Bundestag vertretene Parteien und auch da künftig nur für parteiinterne Veranstaltungen;
- im 'Niederdeutschen Theater', wo es hieß, an linksradikale Organisationen würde nicht vermietet wegen Krawallgefahr. Selbst als wir anboten, die Versicherungssumme für den Saal zu erhöhen, bekamen wir zur Antwort: Man vermiete nur an 'seriöse' Parteien wie SPD, CDU und DKP, die dem Haus keinen Schaden brächten;
- im 'Volkshaus', wo der zuständige Mann seine Ablehnung zunächst damit begründete, daß er Sozialdemokrat sei und grundsätzlich nicht an Kommunisten vermiete, um dann terminliche Gründe zu nennen;
- in den 'Weserterrassen', wo während des Wahlkampfes SPD und CDU-Veranstaltungen stattfanden, uns aber die Auskunft erteilt wurde, politische Parteien erhielten den Saal grundsätzlich nicht;
- in der 'Stadthalle', wo Termingründe angegeben wurden.

Natürlich werden wir weitersuchen und vermutlich wohl auch noch einen kleineren, weniger geeigneten Raum finden, um die Bremer Arbeiter zu einer Versammlung einladen zu können. Eine wichtige Lehre kann aber heute schon aus diesen Vorgängen gezogen werden, die Lehre nämlich, wie wenig die 'Versammlungsfreiheit' der Arbeiterklasse nutzt, wenn sie keine Gelegenheit findet, sie wahrzunehmen. In Wirklichkeit haben die Kapitalisten, die Ausbeuter und ihre Parteien alle für Versammlungen geeigneten Räume in der Hand. Die Arbeiter, die sich zur selbständigen Politik ihrer Klasse gegen die Bourgeoisie zusammenschließen, sie sind durch das Eigentumsrecht, durch den bürgerlichen Staatsapparat, durch seine Beamten und Richter in Wirklichkeit von der Demokratie ausgeschaltet. Die jetzige 'Versammlungsfreiheit', welche die bürgerliche Demokratie in Westdeutschland gewährt, ist Lug und Trug. In Wahrheit bedeutet sie die Freiheit für die Kapitalisten und ihre Lakaien, die Herrensitze, die besten Gebäude, die von den Werktätigen geschaffen worden sind, als ihr 'Eigentum' fest in der Hand zu halten.

Es kann nicht darum gehen, sich bei der herrschenden Klasse in Westdeutschland darüber zu beklagen, daß sie die Rechte, die sie im Grundgesetz (GG,d.Vf.) proklamiert hat, nicht auch wirklich gewährt. Es kommt darauf an, daß die Arbeiterklasse aus ihren Erfahrungen lernt, daß die Kapitalistenherrschaft und der bürgerliche Staat von ihr gestürzt werden muß. Die tatsächliche Diktatur der Bourgeoisie, die heute heuchlerisch unter der Form der demokratischen bürgerlichen Republik getarnt wird, sie muß ersetzt werden durch die Diktatur des Proletariats; durch einen Staat, in dem die herrschende Arbeiterklasse den Kapitalisten die Herrensitze, die besten Gebäude, aber auch die Zeitungsdruckereien, die Rundfunk- und Fernsehstationen WEGNIMMT. Das bedeutet, die Demokratie für die Reichen durch die Demokratie für die Armen zu ersetzen."
Q: Wahrheit Nr.3,Bremen Apr. 1972,S.18

27.04.1972:
In Bremen lud der Kommunistische Studentenbund (KSB - vormals Rote Liste und SHK) mit einem Flugblatt ein zu seinem 1. Mai Teach-In in der PH.
Q: KSB: Heraus zum 1. Mai, Bremen o. J. (1972)

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28.04.1972:
Der Kommunistische Bund Bremen (KBB) lud zu seiner Mai-Veranstaltung um 19 Uhr 30 im Konsul Hackfeld Haus in der Birkenstraße ein:"
Kolleginnen und Kollegen, der Kommunistische Bund Bremen lädt ein zu einer Mai-Veranstaltung. Betriebsräte, Vertrauensleute und Jugendsprecher wurden schriftlich zu dieser Veranstaltung eingeladen, damit wir alle zusammen, Parteilose, Christen, Sozialdemokraten und Kommunisten, über die Lage der Arbeiterklasse und ihren Weg zur Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung diskutieren."
Q: Die Antenne Nr. 7, Bremen 1972, S. 8; KBB: Geschlossen zum 1. Mai!, Bremen o. J. (1972)

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01.05.1972:
In Bremen demonstrieren, laut KB, "12 000 durch die Innenstadt, 3 000 in Bremen Nord. … Das Bild der Demonstrationen und der abschließenden Kundgebung war geprägt von Roten Fahnen und klassenkämpferischen Parolen." An einer anderen Stelle des selben 'Arbeiterkampfes' demonstrieren immer noch 3 000 in Bremen-Nord, aber zusammen nur 14 000.

Der KB Bremen, der mit der zentralen Parole "Gegen die Angriffe der Kapitalistenklasse die einheitliche Kampffront der Arbeiterklasse" mobilisierte, zählt allerdings ebenfalls 15 000, davon 3 000 in Bremen-Nord. Auf der Demonstration verbreitet der KBB das Flugblatt "Heraus zum 1. Mai".

Während der KBB zwei Veranstaltungen durchführte, sei die SDAJ der DKP nur ein Häuflein gewesen. Teilgenommen hätten auch 20 Anarchisten, die sich um eine einzige schwarze Fahne scharten, sowie Trotzkisten (vermutlich KJO Spartacus), deren Anzahl nicht viel höher zu beziffern sei.

Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg (vgl. 17.5.1972) verbreitet den folgenden Bericht des KBB:"
1. MAI IN BREMEN

In Bremen fand nach offiziellen Angaben des DGB die größte Maidemonstration seit 1945 statt. 12 000 demonstrierten durch die Bremer Innenstadt, 3 000 durch Bremen-Nord. Aber diese große Zahl war nicht durch die Aktivität des DGB zustande gekommen, wie der Sprecher des DGB auf der Kundgebung Glauben zu machen versuchte. Die Propaganda für den 1.Mai als Kampftag der Arbeiterklasse war ausschließlich vom Kommunistischen Bund Bremen entfaltet worden. In Flugblättern vor den Betrieben, auf gewerkschaftlichen Veranstaltungen, auf Plakaten in der Stadt und auf zwei selbständig durchgeführten Saalveranstaltungen führte der KBB einen Kampf um eine selbständige Politik der Arbeiterklasse, entlarvte er die Friedensheucheleien der SPD-Regierung und die klassenversöhnlerische Politik der DGB-Führung. Die Massen am 1.Mai folgten mehrheitlich den Aufrufen und Losungen des KBB.

So unternahm die DGB-Führung vergeblich Anstrengungen, um den 1.Mai unter ihre Kontrolle zu bringen.

Eine große Menge roter Fahnen wehte über dem Zug und bestimmte entgegen den wenigen schwarz-rot-goldenen die Demonstration. Um den Zug von den Forderungen der Kommunisten frei zu halten, waren nur gewerkschaftlich genehmigte Transparente zugelassen. Doch diese Bestimmung nützte der DGB-Führung wenig. Die Kommunisten und fortschrittlichen Kollegen hatten die Losungen des Klassenkampfes und der internationalen Solidarität mit den Klassenkämpfen in aller Welt in den gewerkschaftlichen Gremien durchgesetzt. Die wenigen Transparente des DGB für die Unterstützung der Brandt/Scheel-Regierung und ihre Ostpolitik verschwanden hinter den großen roten Transparenten der Kommunisten, hinter den Parolen des Klassenkampfes, die der klassenversöhnlerischen Politik der Sozialdemokratie den Kampf ansagten: 'Weg mit den Lohnleitlinien!' - 'Kampf dem Abbau der Reallöhne!' - 'Streikrecht für Lehrlinge!' - 'Gegen die Angriffe der Kapitalistenklasse die einheitliche Kampffront der Arbeiterklasse!' - 'Weg mit der Friedenspflicht für die Betriebsräte!' - 'Schluß mit den politischen Entlassungen!' - 'Für freie gewerkschaftliche und politische Betätigung im Betrieb!' - 'Weg mit dem KPD-Verbot!'

Gegen die heuchlerische Friedenspolitik der SPD forderten Kommunisten die völkerrechtliche Anerkennung der DDR und der Grenzen.

Der DGB hatte lautstarke Kapellen aufgeboten, die dem Zug das musikalische Gepräge eines spazierenden Bürgervereins verleihen sollten, doch tausende von Stimmen und ein offiziell verbotener Lautsprecherwagen übertönten mit Arbeiterliedern und kämpferischen Parolen die vom DGB angeheuerten Kapellen. Die Parolen der fortschrittlichen Arbeiter, Studenten und Schüler machten deutlich, daß es dem DGB nicht gelungen war, in Bremen den 1.Mai in eine Wahlkampfveranstaltung für die SPD zu verwandeln.

'Auch die SPD-Moral heißt mehr Profit fürs Kapital!' riefen die Demonstranten und 'Gegen den Verrat beim Kampf um Lohn - raus aus der konzertierten Aktion' - 'Das System der Lohnarbeit muß weg! Erkämpft den Sozialismus!' Auch das Häuflein von SDAJ-Mitgliedern vermochte durch Gegenparolen wie 'Stoppt Strauß und Barzel!' der SPD/DGB-Führung keine wirksame Schützenhilfe zu leisten. Die Massen waren trotz der vorangegangenen Ratifizierungskampagne nicht bereit, sich vom aktuellen Kampf gegen diese Regierung, gegen die Agenten der Kapitalisten in den Arbeiterorganisationen ablenken zu lassen. In der Hoffnung, einen von den Kommunisten getrennten Zug bilden zu können, waren offiziell nur Gewerkschaftsmitglieder mit Mitgliederausweis zugelassen; SPD-Ordnertrupps und ein ausgeklügelter Dreistufenplan sollten mit Hilfe der Polizei den Zug von Kommunisten frei halten. Doch die Pläne der Gewerkschaftsführung scheiterten. Sie mußte sehr schnell erkennen, daß die Massen sich hinter den Parolen der Kommunisten sammelten und das Firmenschild des DGB 'Anfang der DGB-Demonstration' kehrte sich gegen seine Initiatoren. Das Häuflein von DGB-Funktionären führte so unfreiwillig den kämpferischen Zug der Mai-Demonstration an. Die Straßen, durch die der Zug bis zum Zentrum der Stadt zog, waren dicht mit Passanten umsäumt. Viele von ihnen schlossen sich dem Zug an. Auf dem Kundgebungsplatz machte die DGB-Führung noch einmal einen vergeblichen Versuch, den 1.Mai in ein Fest der Klassenversöhnung zu verwandeln. Noch im Besitz der technischen Mittel, einer lautstarken Lautsprecheranlage, versuchten ihre Sprecher, den Kampf gegen die Sprechchöre der Massen zu gewinnen. Über den großen Buchstaben der Deutschen Bank wehte die rote Fahne und junge Arbeiter und Lehrlinge hatten das Baugerüst am Gebäude der Deutschen Bank mit kämpferischen roten Transparenten versehen. GEW-Vorsitzender Frister, der seine Rede werbewirksam mit linken Phrasen aufgebaut hatte, erhielt nur wenigen Beifall. Der Inhalt seiner Rede stand in gar keinem Zusammenhang mit den Forderungen, die die Massen auf dem Platz aufgestellt hatten. Diese hörten schließlich den reformistischen Heucheleien des linken SPD-Gewerkschafters nicht mehr zu. Tausende sangen selbständig, ohne Unterstützung durch die Lautsprecher, nach Schluß der Kundgebung mit geballten Fäusten die Internationale, das internationale Kampflied der Arbeiterklasse. Es bildeten sich nach der Kundgebung noch viele Gruppen, in denen die Kollegen die augenblicklich brennenden Fragen der Arbeiterbewegung diskutierten."

Der KBB berichtet auch über "Eine 'Gegendarstellung' der DKP".

Laut KPD/ML-ZB findet in Bremen der 1.Mai so statt:"
Die KPD/ML hatte als Aktionsform die eigenständige Straßendemonstration zum 1.Mai festgelegt, die deutlich die Alternative zu den Staatsfeiern des DGB aufzeigt. Andere Organisationen, wie der Kommunistische Bund in Bremen (KBB, d.Vf.), hatten als Aktionsform die Teilnahme an DGB-Demonstrationen (gewählt, d.Vf.), um mit den fortschrittlichen Kollegen, die auf diesen Veranstaltungen sind, gemeinsam zu demonstrieren."
Auf der Veranstaltung des DGB und bei Diskussionen habe der KBB kein "einziges Wort gegen die SPD-Regierung gesagt. Selbst das vom KBB angekündigte Transparent 'Anerkennung der DDR' war nicht zu finden". Die Kundgebung sei von 3 000 bis 4 000 Personen besucht worden. Die KJO habe auf der Kundgebung ein Riesentransparent gehabt, welches sie zuvor auf der Demonstration, wo sie mit wahrscheinlich 30 Personen teilnahm, noch nicht mitgeführt habe. Die Demonstration von 1 700 bis 2 000 Leuten habe zur Hälfte aus Älteren bestanden. Die Gewerkschaftsjugend habe die KBB-Parolen unterstützt. Teils ein wenig vermischt seien Blöcke von 600 der ÖTV, 200 der HBV und 500 der BSE gebildet worden. 40 bis 50 seien mit dem KBB, 30 mit dessen Roter Liste an den Hochschulen und 30 bis 40 mit dem KBB-dominierten Dachverband Bremer Berufsschüler demonstriert. Von Klöckner (IGM-Bereich) hätten 60 bis 100 teilgenommen, von der AG Weser hätten ein Betriebsrat und 6 Lehrlinge gegen das KPD-Verbot demonstriert. Gezeigt habe sich, daß der KBB bald bankrott sei.

Die Gruppe Arbeiterstimme (ARSTI - vgl. 8.5.1972) berichtet von der KJO Spartacus.
Q: Arbeiterstimme Nr. 2, Nürnberg 8.5.1972; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 34, Bochum 10.5.1972;Klassenkampf Nr. 21, Freiburg 17.5.1972, S. 7f;Arbeiterkampf Nr. 19, Hamburg Juni 1972, S. 9 und 11;Unter dem Roten Banner Nr. 1, Bremen 17.5.1972, S. 6;Wahrheit Nr. 4, Bremen Mai 1972, S. 4 und 6;KBB: Heraus zum 1. Mai. Kampftag der internationalen Arbeiterklasse, Bremen o. J. (1972);KBB: Heraus zum 1. Mai, Bremen o. J. (1972)

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01.05.1972:
Die Hamburger KPD-Demonstration um 11 Uhr ab Holstenplatz wird vom KB auf 263 Teilnehmer geschätzt, der Kommunistische Oberschülerbund (KOB) des KB zählte dort ca. 250 Teilnehmer.

Aus Braunschweig reisen dazu, laut KB Braunschweig, LgdI, HO und SOSO an. Laut KPD (vgl. 19.4.1972) riefen auch das Kommunistische Studentenkollektiv (KSK) Lüneburg sowie eine KSV-Sympathisantengruppe an der Uni Bremen auf.
Q: Sozialistisches Schüler Forum Nr. 5, Hamburg 1972, S. 12; Der Chemiearbeiter Nr. 17, Hamburg 23.5.1972;Arbeiterkampf Nr. 19, Hamburg Juni 1972, S. 9;Rote Fahne Nr.40, 41, 42 und 43,Dortmund 7.4.1972, 19.4.1972, 3.5.1972 bzw. 17.5.1972,S. 1, S. 1 und 5, S. 3 bzw. S. 3;Rote Presse Korrespondenz Nr. 166, Berlin 1972, S. 2;Rote Universitätszeitung Sdr.Nr. 1, Braunschweig Juni 1972

03.06.1972:
Bei Nordmende Bremen hat heute der KB Bremen (KBB) Redaktionsschluß für seine 'Antenne' Nr. 8 (vgl. 27.4.1972, 26.6.1972) mit den Artikeln "1. Mai 1972 war ein Kampftag der Arbeiterklasse aller Länder" und "Stellschildversteller" zum Mai-Schild des KBB vor Nordmende, das vom Betrieb trotz Genehmigung mehrfach entfernt wurde.
Q: Die Antenne Nr. 8, Bremen Juni 1972, S. 4ff

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18.01.1973:
Die a.o. Hauptversammlung der GEW Bremen, die von 646 Stimmberechtigten besucht wird, findet statt.
Das Mitglied des Bremer Hauptvorstands der GEW, Mews, bezichtigt die ADL, am 1. Mai 1972 für eine Straßenschlacht eingetreten zu sein.
Q: ADL-Info Nr. 3, Bremen Feb. 1973, S. 9

Letzte Änderung: 28.08.2015

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