Braunschweig:
Bundeswehr und Friedensbewegung

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 12.04.2010

Diese wie immer äußerst unvollständige Darstellung, in die nicht aufgenommen wurde die besonders an den Braunschweiger Oberschulen erfolgte intensive Agitation gegen den Wehrkundeerlaß (WKE) in den Jahren 1972 und 1973, erschließt zwar einleitend (vgl. 15.5.1952, Sept. 1970) und abschließend (vgl. 19.9.1981) sowie auch zwischendurch (vgl. 15.3.1974) einige Hinweise zur Friedensbewegung in Braunschweig, zentral für diesen Beitrag aber ist die Opposition der zum Dienst Verpflichteten bzw. der Mitglieder der bewaffneten Einheiten, wobei es sich bei diesen sowohl um die Ersatzdienstleistenden (EDL – vgl. Feb. 1970, Jan. 1972) bzw. später Zivildienstleistenden (ZDL - vgl. 17.10.1977) und deren Selbstorganisation (SOZDL - vgl. 1.5.1977), handelt, meist aber nahezu ausschließlich um die Soldaten der Bundeswehr aus der Husarenkaserne, der Heinrich der Löwe Kaserne, der Roselieskaserne, der Leutnant-Müller Kaserne und der Hindenburg Kaserne, wobei der Gefreite Krentel der erste Gefallene ist, dem hier zu gedenken ist (vgl. 26.6.1973).

Während es bei der KPD/ML-ZB beim Aufruf zur Bildung von Soldatenkomitees geblieben zu sein scheint (vgl. 16.10.1972), berichten sowohl die Freunde der KPD (vgl. 28.5.1973, 29.5.1973, Okt. 1973) als auch des KBW (vgl. 21.6.1973, 26.6.1973, 15.9.1973) wiederholt von der Braunschweiger Bundeswehr, wenig später tritt die Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig des KBW an die Öffentlichkeit (vgl. Okt. 1973), die offenbar bald umbenannt wird in Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig (vgl. 23.1.1974, 26.4.1974, 30.4.1974, 1.5.1974) und vermutlich auch in Wolfenbüttel aktiv wird.

Die Freunde des KJV der KPD engagieren sich derweil in der Husarenkaserne, u.a. beim Kantinenboykott (vgl. Nov. 1973, 1.2.1974), der KBW versucht sich anlässlich der Fahrpreiserhöhungen auch an der Agitation von Polizisten (vgl. 7.10.1974) bzw. BGS-Angehörigen (vgl. Sept. 1975), gründet nun sein Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig, welches eine 'Militärzeitung' herausgibt (vgl. 24.10.1974, 15.1.1976), während der KJV der KPD seine Kasernenzelle Braunschweig ins Leben ruft (vgl. 11.3.1975, 19.3.1975), nun auch in der Hindenburgkaserne den Kantinenboykott unterstützend (vgl. 9.4.1975).

Zum uniformierten Protest gegen die Jugendarbeitslosigkeit (vgl. 14.6.1975) finden sich vermutlich vor allem KBW-Anhänger aber auch die der KPD ein. Der KBW organisiert in der Roselieskaserne und der Leutnant-Müller Kaserne nicht nur Unterschriftensammlungen bzw. 'gesellschaftliche Mehrheiten' gegen den §218, sondern unterstützt auch den Kantinenkampf in der Roselieskaserne.

Evtl. verfügte auch der Spartacusbund zeitweise über Anhänger bei der Bundeswehr in Braunschweig (vgl. 1.6.1976).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

15.05.1952:
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Juni 1971) berichtet von den Protesten gegen die Ermordung Philipp Müllers (vgl. 11.5.1952):"
Am 16.Mai melden die Arbeiterzeitungen:
'Massenstreiks in ganz Westdeutschland gegen Bonner Kriegstreiber

180 000 streikende Arbeiter demonstrierten in Düsseldorf, Köln und Braunschweig gegen das Blutregime Adenauers.

Ganz Westdeutschland ist in Bewegung geraten. In Düsseldorf, Köln und Braunschweig haben am 15.Mai alle Werktätigen geschlossen die Arbeit niedergelegt. 70 000 streikende Arbeiter demonstrierten in Düsseldorf, in Köln 60 000. In Braunschweig zogen in neun Marschsäulen 50 000 Streikende zu einer riesigen Protestkundgebung. Die Werktätigen forderten den Sturz der Adenauer-Regierung, der Mörder von Essen, die Verhinderung des Generalkriegsvertrages und den Abschluß eines Friedensvertrages.'

Am nächsten Tag streikten 170 000 Hamburger, 60 000 Mannheimer Arbeiter gegen Generalvertrag und BVG. Die Welle der Streiks reißt nicht ab. Immer lauter wird der Ruf nach dem Generalstreik. Aber die Gewerkschaftsführer kennen ihre Aufgabe genau: Einen Generalstreik müssen sie unter allen Umständen verhindern. Und es gelingt ihnen, die geschlossene Kampffront der Arbeiterklasse aufzuweichen und zu spalten."
Quelle: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.6,Bochum Juni 1971,S.7

Februar 1970:
In Köln erscheint die 'apo press' Nr.2 (vgl. Jan. 1970, 13.3.1970), die u.a. einen Bericht der EDL-Streikzentrale Hamburg über das EDL-Lager Schwarmstedt enthält. Dieses Lager solle Vorbildcharakter erhalten, weswegen sich EDL u.a. in Braunschweig solidarisch mit dem dortigen Kampf gezeigt hätten.
Q: Apo press Nr.2,Köln Feb. 1970

September 1970:
Vermutlich Ende August oder Anfang September wird, laut DKP, eine Einladung für eine KSZE verfaßt und für diese um Unterschrift gebeten:"

Folgende Persönlichkeiten haben die Anregung unterschrieben. Die Angaben über Beruf und Funktion dienen lediglich der Information.

Helga Kern - Betriebsratsmitglied bei Kuba-Imperial, Braunschweig (IGM-Bereich,d.Vf.)"
Q: Unsere Zeit Nr.38,Essen 19.9.1970,S.5

Januar 1972:
In Braunschweig treten, laut KPD/ML-ZB, vermutlich im Januar Ersatzdienstleistende (EDL) in den Streik.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.9,Bochum 2.2.1972

16.10.1972:
Laut KJVD der KPD/ML-ZB wird in NRW und Niedersachsen im Raume Unna-Dortmund-Celle vom 16.-21. Oktober eine Mobilmachungsübung der Bundeswehr stattfinden, zu der u.a. auch Reservisten aus Braunschweig und Hannover einberufen werden. Die KPD/ML-ZB und der KJVD rufen dazu auf, in den Kasernen, wo die Mobilmachung durchgeführt wird, Soldatenkomitees gegen diese Übung zu bilden.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.9,Bochum Okt. 1972

28.05.1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt vermutlich in dieser Woche Nr.6 seiner 'Kämpfenden Jugend' (vgl. 11.4.1973, Juli 1973) für Mai/Juni heraus. Aus Niedersachsen wird berichtet aus Braunschweig über Parolen an einer Bundeswehrkaserne.
Q: Kämpfende Jugend Nr.6,Dortmund Mai/Juni 1973,S.11

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29.05.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.22 (vgl. 23.5.1973, 6.6.1973) heraus und berichtet u.a. von der Gründung der Ortsgruppe Braunschweig der LgdI auf einer Veranstaltung mit 90 Personen von u.a. RFFK, KSV-Sympathisantengruppe, den Antiimperialismuskomitees (AIK), der LgdI Ortsgruppe Helmstedt und der umliegenden Vietnamausschüsse (VA) des NVK. Grüsse kommen von Soldaten der Heinrich der Löwe und der Hindenburg Kaserne Braunschweig, wo man bei einem Tag der Offenen Tür agitierte.
Q: Rote Fahne Nr.22,Dortmund 29.5.1973

21.06.1973:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihre 'Rote Oberschüler Front' (ROF) Nr.9 (vgl. 29.3.1973, 22.12.1973) heraus. Berichtet wird auch von der Bundeswehr vom Tag der Braunschweiger Infanterie am 6. Mai. Fortgesetzt wird der Artikel über die Armee in der VR China. Dieser Artikel wird auch nachgedruckt durch die Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig (vgl. Okt. 1973).
Q: Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig: Die Arbeit unter den Streitkräften der Bourgeoisie. Zur proletarischen Militärpolitik,Braunschweig o. J.; Rote Oberschüler Front Nr.9,Braunschweig 21.6.1973

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26.06.1973:
In Braunschweig stirbt, laut KSG Heidelberg, der Bundeswehrgefreite Krendel von der Panzerjägerkompanie 20 während des NATO-Alarms an einem Herzinfarkt.
Q: Schulkampf Nr.14,Heidelberg Nov. 1973,S.11

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15.09.1973:
Der KAJB Mannheim/Heidelberg/Wiesloch des KBW gibt die Nr.8 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 9.7.1973, 3.10.1973) frühestens heute heraus, die u.a. über die Bundeswehr in Braunschweig berichtet.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr.8,Mannheim Sept. 1973

Oktober 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr.9 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. Sept. 1973, Nov. 1973) für Oktober heraus und berichtet aus Braunschweig aus der Husarenkaserne vom Kantinenboykott.
Q: Kämpfende Jugend Nr.9,Dortmund Okt. 1973,S.10

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Oktober 1973:
Die Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig des KBW gibt vermutlich im Herbst eine Broschüre "Die Arbeit unter den Streitkräften der Bourgeoisie. Zur proletarischen Militärpolitik" heraus. Veröffentlicht werden darin:
- die eigenen "Leitsätze zum antimilitaristischen Kampf", die sich auch gegen pazifistische Illusionen wenden;
- "Das Militärprogramm der proletarischen Revolution", aus: Lenin, Bd. 23, S. 72-83;
- "Die Arbeit unter den Streitkräften der Bourgeoisie", aus Neuberg u.a.: Der bewaffnete Aufstand, S. 149-174;
- "Leitsätze über die antimilitaristische Taktik der Kommunistischen Jugendorganisationen" aus: Geschichte der Kommunistischen Jugendinternationale Bd. II, S. 198-201 und
- "Die Volksbefreiungsarmee der VR China – Armee des Volkes" aus 'Rote Oberschülerfront' der IG/KOB Braunschweig Nr. 8 und 9 (vgl. 29.3.1973, 21.6.1973).
Q: Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig: Die Arbeit unter den Streitkräften der Bourgeoisie. Zur proletarischen Militärpolitik,Braunschweig o. J.

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November 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr.10 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. Okt. 1973, Dez. 1973) für November heraus. Aus Braunschweig wird berichtet aus der Husarenkaserne vom Kantinenboykott.
Q: Kämpfende Jugend Nr.10,Dortmund Nov. 1973,S.10

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23.01.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 9.1.1974, 6.2.1974) Nr.2 heraus, in der er u.a. berichtet von der Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.2,Mannheim 23.1.1974

01.02.1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr.2 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 15.1.1974, 15.2.1974) heraus, aus Braunschweig wird berichtet aus der Husarenkaserne.
Q: Kämpfende Jugend Nr.2,Dortmund 1.2.1974,S.7

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15.03.1974:
Der Bezirksvorstand Niedersachsen der DKP gibt zu unbekanntem Zeitpunkt eine Ausgabe seiner 'DKP Informationen' (vgl. 8.3.1974, 29.4.1974) mit einer heutigen "Protesterklärung gegen die Errichtung eines Munitionsdepots bei Braunschweig" heraus.
Q: DKP Informationen Protesterklärung gegen die Errichtung eines Munitionsdepots bei Braunschweig,Hannover o.J. (1974)

26.04.1974:
Die Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig gibt eine Ausgabe ihrer Zeitung 'Rührt Euch!' heraus. Aufgerufen wird zu Maiaktionen des KBW Ortsgruppe Braunschweig (vgl. 30.4.1974, 1.5.1974), berichtet über das Weißbuch 1973/74, den Bericht des Wehrbeauftragten, das neue Vertrauensmänner-Wahlgesetz, die neue Bundeswehrstruktur, über Kambodscha, aus der Gneisenaukaserne Wolfenbüttel und der PanzerjägerKp 20 des PanzerBtl 24.
Q: Rührt Euch!,Braunschweig 26.4.1974

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30.04.1974:
Die Ortsgruppe Braunschweig des KBW will heute ihre Maiveranstaltung im Haus der Jugend Neustadtmühle 3 durchführen. Aufgerufen wird auch von der Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig. Die Agitpropgruppe 'Rotes Signal' führt Szenen auf.

Laut KBW (vgl. 15.5.1974) kommen ca. 300 Menschen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.10,Mannheim 15.5.1974; Rührt Euch!,Braunschweig 26.4.1974; Rote Hochschulzeitung Nr.14,Braunschweig 24.4.1974; Agitprop Theater. Das Rote Signal Braunschweig,Heidelberg 1974,S.60

01.05.1974:
Die Ortsgruppe Braunschweig des KBW will nach der DGB Kundgebung auf dem Burgplatz eine Demonstration durchführen. Aufgerufen wird auch von der Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig und dem KSB. Den KSV der KPD dagegen zieht es, laut KSB, zur KPD nach Hannover. Das 'Rote Signal' (vgl. Sept. 1974) berichtet:"
Auf einer zentralen Kundgebung der Ortsgruppe wurden wir eingesetzt, um Lieder zum 1. Mai zu bringen."

Der KBW (vgl. 15.5.1974) berichtet:"
Nach der Kundgebung riefen wir über den Lautsprecherwagen zu der Demonstration des KBW auf … 45O reihten sich in die Demonstration ein, die mit einer Kundgebung abgeschlossen wurde."

Laut und mit KPD beteiligen sich 4 000 an der DGB Demonstration.
Der Rote-Fahne-Freundeskreis (RFFK) der KPD bildet einen revolutionären Block mit über 120 Leuten.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.10,Mannheim 15.5.1974; Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1974; Kämpfende Jugend Nr.9,Dortmund 8.5.1974; Rote Hochschulzeitung Nr.14 und Extra,Braunschweig 24.4.1974 bzw. 11.6.1974; Rührt Euch!,Braunschweig 26.4.1974; Agitprop Theater. Das Rote Signal Braunschweig,Heidelberg 1974,S.59

07.10.1974:
Die Ortsgruppe Braunschweig des KBW gibt vermutlich in dieser Woche eine Broschüre "Keine Erhöhung der Verkehrs- und Versorgungstarife!" heraus. Berichtet wird auch von Polizisten.
Q: KBW-OG Braunschweig: Keine Erhöhung der Verkehrs- und Versorgungstarife!,Braunschweig o. J.,S.16

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24.10.1974:
Es findet die erste Mitgliederversammlung bzw. Gründungskonferenz des Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig statt, auf der für Zimbabwe gespendet wurde. Es soll eine 'Militärzeitung' erscheinen, die auch vom KOB Braunschweig verteilt werden soll.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.28,Mannheim 12.12.1974; KOB Braunschweig: Zirkular Nr.19,Braunschweig 11.1.1975

11.03.1975:
Im Rahmen der antimilitaristischen Kampfwochen des KJV der KPD soll heute in Braunschweig eine Veranstaltung stattfinden.
Q: Kämpfende Jugend Nr.5,Dortmund 5.3.1975,S.1

19.03.1975:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr.6 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 5.3.1975, 9.4.1975) heraus. Aus Niedersachsen wird berichtet von den antimilitaristischen Kampfwochen, wobei auch die Kasernenzelle Braunschweig Erwähnung findet.
Q: Kämpfende Jugend Nr.6,Dortmund 19.3.1975,S.6

09.04.1975:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr.7 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 19.3.1975, 23.4.1975) heraus. Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover vom Kantinenboykott in der Prinz-Albrecht-Kaserne, der auch in der Hindenburgkaserne Braunschweig unterstützt wird.
Q: Kämpfende Jugend Nr.7,Dortmund 9.4.1975,S.5

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14.06.1975:
DGB-Demonstration gegen Jugendarbeitslosigkeit in Hannover mit, laut KB, ca. 12 000 Teilnehmern. Die Demonstration war "insgesamt recht stark von den Linken geprägt. Der KBW, der besonders durch seine Ortsgruppen aus Bremen, Göttingen und Hannover zahlreich vertreten war, konnte durch geschlossenes Auftreten seine Parolen in größere Teile der Demonstration hineintragen".

Laut AB (vgl. 29.6.1975, 13.7.1975) beteiligen sich in zwei Blöcken 80 Soldaten in Uniform, darunter einer aus Goslar. Aufgerufen dazu wurde u.a. vom SRK Hannover des KBW (vgl. 2.6.1975). Laut der KBW-Kunstgruppe Braunschweig (vgl. Apr. 1976) demonstrieren über 100 Soldaten in Uniform, davon 8 aus Braunschweig.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.23,Mannheim 12.6.1975; Rote Fahne Nr.25,Köln 25.6.1975; Arbeiterkampf Nr.63,Hamburg 1.7.1975,S.34; Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.64 und 65,München 29.6.1975 bzw. 13.7.1975; KBW-Kunstgruppe Braunschweig: 75 Wachsende – wachsende Selbständigkeit '76. 1. Mai - Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse,Braunschweig Apr. 1976,S.9 und 30

September 1975:
Die Ortsgruppe Braunschweig des KBW gibt vermutlich im September eine Broschüre "Keine Fahrpreiserhöhungen bei der Verkehrs-AG" heraus. Festgestellt wird auch: "Die Polizei soll den Widerstand des Volkes brechen", wobei auch auf die BGS-Kaserne Bienroder Weg eingegangen wird.
Q: KBW-OG Braunschweig: Keine Fahrpreiserhöhungen bei der Verkehrs-AG,Braunschweig o. J.,S.11f

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15.01.1976:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.2 (vgl. 8.1.1976, 22.1.1976) heraus. Erwähnt wird auch die 'Militärzeitung' des SRK Braunschweig.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.2,Mannheim 15.1.1976

April 1976:
Die Kunstgruppe Braunschweig veröffentlicht zum 1. Mai 1976 eine Broschüre "'75 Wachsende – wachsende Selbständigkeit '76. 1. Mai - Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse", in der nach einer Einleitung zu den möglichen Standpunkten einer Berichterstattung sowie dem Maiaufruf des ZK des KBW für den 1. Mai 1976 und einem Bericht vom 1. Mai 1975 eine Bilanz gezogen wird von verschiedenen Auseinandersetzungen in Braunschweig seit dem 1. Mai 1975, zu denen die Kunstgruppe einen kulturellen Beitrag geleistet und die Arbeit des KBW am Ort unterstützt habe. Hierbei handelt es sich u.a. um den Artikel "Die Widersprüche in der Armee beginnen aufzubrechen", wobei von den in Uniform demonstrierenden Soldaten am 1.Mai 1975 und auf der Jugendarbeitslosigkeitsdemonstration in Hannover am 14.6.1975 berichtet wird, aber auch von der bundesweiten §218-Demonstration (vgl. 21.9.1975), der Unterschriftensammlung gegen den §218, wo in der Leutnant-Müller Kaserne die Mehrheit unterschrieb und von der Agitation des Komitees gegen den §218 vor der Roselies-Kaserne gegen die Entlassung des PS Bredenkamp und dem Kampf gegen die Monopolstellung der Kantinenpächter, der in Anlehnung an Bremen und Oldenburg auch in der Roselieskaserne geführt wurde.
Q: KBW-Kunstgruppe Braunschweig: '75 Wachsende – wachsende Selbständigkeit '76. 1. Mai - Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse,Braunschweig Apr. 1976,S.30f

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01.06.1976:
Die Nr.28 des 'Spartacus' des SpB (vgl. Juni 1976, 1.7.1976) erscheint. U.a. wird berichtet von der Bundeswehr in Braunschweig.
Q: Spartacus Nr.28,Essen 1.6.1976

15.12.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.50 (vgl. 8.12.1976, 22.12.1976) heraus. U.a. wird berichtet vom Anti-AKW Kampf in Brokdorf (vgl. 6.12.1976) bzw. landesweit (vgl. 6.12.1976) und dabei eingegangen u.a. auf die Bundeswehr in Glückstadt und Itzehoe sowie die Bereitschaftspolizei aus Braunschweig und Uelzen.
Q: Rote Fahne Nr.50,Köln 15.12.1976

01.05.1977:
1. Mai in Braunschweig.
Laut KB kommen zu der DGB-Kundgebung ca. 3 000 Menschen:"
Der KB baute eine Aktionseinheit (Mai-Initiative auf, an der nach einigem Hin und Her - schießlich neben dem KB noch eine Basis-Gruppe (Fachhochschule), eine Sponti-Gruppe (Guter Morgen) und die Selbstorganisation der Ersatzdienstleistenden (SO,d.Vf.) teilnahmen. Die Mai-AE organisierte eine kleine Demo zur DGB-Kundgebung mit 60 - 70 Leuten, um dort gemeinsam … die Parolen der Anti-AKW-Bewegung zur Geltung zu bringen, was denn auch recht gut gelang. Eine Mai-Veranstaltung derselben Organisationen wurde von weiteren Braunschweiger Basis-Gruppierungen unterstützt und war mit über 250 Teilnehmern gut besucht."
Q: Arbeiterkampf Nr.104,Hamburg 16.5.1977,S.9

17.10.1977:
In den bezirklichen Seiten der 'Kommunistischen Volkszeitung' berichtet der KBW aus Südostniedersachsen aus Braunschweig u.a. über die Zivildienstleistenden (ZDL), u.a. beim DRK.
Q: Kommunistische Volkszeitung – Ausgabe SONS Nr.42,Mannheim 17.10.1977,S.19

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19.09.1981:
Laut KB treffen sich in Tübingen "60 Vertreter der verschiedensten Gruppen und Initiativen: BUU, BBA (Anti-AKW-Bis Bremen,d.Vf.), Krieg dem Krieg Bremen, BUKO, Dachverband entwicklungspolitischer Aktionsgruppen, Grüne S.H. (Schleswig-Holstein,d.Vf.), Christen für den Sozialismus (CfdS,d.Vf.), Gö, ESG-Hamburg …, sowie Initiativen aus Kassel, Göttingen, Münster, Braunschweig, Recklinghausen, Moers, Bochum, Bonn, Wuppertal, GA (Gewaltfreie Aktion,d.Vf.), KB, KBW, BWK, u.a.", um die Bonner Friedensdemonstration am 10.10. vorzubereiten:"
Weitgehende Übereinstimmung bestand bei den Anwesenden in der Absicht, den immer deutlicher werdenden Integrations- und Umarmungsversuchen der SPD klar entgegenzutreten."
Q: Arbeiterkampf Nr.209,Hamburg 28.9.1981,S.13

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